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Wat Noch => Theoriebereich => Kampf gegen Armut? Krieg gegen die Armen! => Thema gestartet von: Kuddel am 13:16:24 Do. 30.Oktober 2014

Titel: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 13:16:24 Do. 30.Oktober 2014
Zitat
Luxuswohnungen in London
Unbehelligt von den armen Nachbarn

Die Stadtverwaltung von London wollte etwas gegen die Ungerechtigkeit am Wohnungsmarkt tun. In neuen Immobilienblocks müssen stets auch Appartements für sozial Schwache eingeplant werden. Doch Investoren haben einen Trick gefunden, wie Reiche ihren Luxus ungestört zelebrieren können.


In einer Stadt der horrend steigenden Immobilienpreise war es eine lobenswerte Idee im Dienste des sozialen Friedens, die Londons damaliger Bürgermeister Ken Livingstone kurz vor Ende seiner Amtszeit 2008 durchsetzte. Jedes neu zu bauende Immobilienprojekt in London musste von da an auch Sozialwohnungen für weniger begüterte Bürger enthalten.

Livingstones Vision ist sechs Jahre später Realität geworden - tatsächlich ist in vielen zentralen Wohnvierteln der britischen Hauptstadt eine Mischung aus einfachen Sozialwohnungen und höherwertigen Wohnungen zu üblichen Marktpreisen zu finden. Beide Wohnformen sind oft sogar im selben Block untergebracht - und trotzdem gibt es eine Trennung.

Vorne ein repräsentatives Portal mit Glasfront, das in eine imposante Lobby führt, die mit Clubsesseln und dem Concierge hinter dem Tresen genauso gut Teil eines Luxushotels sein könnte. Das ist der Eingang für die wohlhabenden Immobilienbesitzer, die zu ihren schicken Appartements wollen. In einer Seitengasse, zwischen Hinterhöfen und Lieferantenzufahrten, findet sich eine zweite Tür. Ein nacktes, unwirtliches Treppenhaus - der Eingang für die Menschen, die in den Sozialwohnungen leben.

"Poor Doors" - zu deutsch Armentür - nennen britische Medien dieses Phänomen, das, wie der Guardian schreibt, bei Neubauten mittlerweile zum "Standard" geworden ist. Sogar die Mülltonnen, Briefkästen und Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder seien nach arm und reich getrennt.

"Verachtung für einfache Leute"
http://www.sueddeutsche.de/panorama/luxuswohnungen-in-london-unbehelligt-von-den-armen-nachbarn-1.2067765 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/luxuswohnungen-in-london-unbehelligt-von-den-armen-nachbarn-1.2067765)

Zitat
Luxusbauten in New York:
Arme müssen durch die Hintertür

In New York dürfen Immobilienfirmen neue Luxuswohntürme hochziehen - wenn sie darin auch Sozialwohnungen bereitstellen. Damit Reiche nicht auf Arme treffen, bauen die Unternehmen einfach separate Eingänge.


Der Luxus kommt vorgefertigt: Panoramafenster, Fernblick über den Hudson, Pool auf dem Dach. Die künftigen Bewohner des Protzbaus One Riverside Park in Manhattan dürfen sich auf einen noblen VIP-Bau freuen.
...
Die Großzügigkeit hat freilich ihre Grenzen: Der Sozialtrakt ist vom feineren Teil des Hauses hermetisch getrennt, erreichbar nur durch einen Hintereingang.

"Poor door" heißt diese skurille, doch in New York nicht unübliche Erfindung. Eine Art Dienstbotentür für die armen Nachbarn: Zynischer lässt sich der Konflikt von Haben und Nichthaben hier kaum darstellen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/poor-doors-new-yorks-luxusimmobilien-mit-tueren-fuer-arme-a-998732.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/poor-doors-new-yorks-luxusimmobilien-mit-tueren-fuer-arme-a-998732.html)
Titel: Re:Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: BGS am 13:19:55 Do. 30.Oktober 2014
Und früher mußten auch die Geldverleiher den Hinter- /  Lieferanteneingang nehmen.

MfG

BGS
Titel: Re:Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 16:17:14 Mo. 12.Oktober 2015
Zitat
Rio de Janeiro
Der Strand, ein "Kriegsschauplatz"

Die Strände von Rio sind weltberühmt und für alle zugänglich - bisher. Neuerdings sind Badegäste aus den Armenvierteln höchst verdächtig. Und die Polizei rüstet auf.


...
Operation Sommer (Operação Verão), das bedeutet: Hubschraubereinsätze und schwer bewaffnete Spezialeinheiten an den berühmten Promenaden von Copacabana und Ipanema. Tatsächlich wurden dort zuletzt wieder Badegäste von kriminellen Jugendbanden ausgeraubt. "Arrastoes", sagen die Brasilianer dazu. Über das Problem wird seit 25 Jahren diskutiert. Relativ neu sind: die Kriegsmetaphorik der Behörden, die Radikalität der Gegenmaßnahmen sowie eine ernst gemeinte Debatte über die Frage: Wer darf zum Stand? In Rio!

Es ist keineswegs nur ein Klischee, dass sich diese Stadt über ihre Strände definiert. Die Copacabana ist weit mehr als eine Badestelle, sie ist ein sozialer Mikrokosmos, einer der wenigen öffentlichen Orte, wo sich extremer Luxus und extreme Armut begegnen. Und zwar in den gleichen Badelatschen. Es heißt, die Strände seien demokratisch. Aber das bröckelt gerade.

An den Wochenenden werden jetzt öffentliche Buslinien, welche die Armenviertel im Norden mit der reichen Südzone verbinden, umgeleitet. Die Polizei errichtet Straßensperren, um "verdächtige Passagiere" aus dem Verkehr zu ziehen, bevor sie überhaupt in Strandnähe kommen. Verdächtig macht sich, wer männlich, jung und dunkelhäutig ist, wer keinen Ausweis, kein Geld, kein T-Shirt dabei hat. Kurzum: das typische Problem-Kid aus der Favela.

Es gehe um "präventive Maßnahmen zur Herstellung der öffentlichen Ordnung", sagt Rios Bürgermeister Eduardo Paes. Im Hinblick auf Olympia im kommenden Jahr will er sich keine weitere Sicherheitsdebatte leisten. Menschenrechtler kritisieren, dass die Politik von Paes vor allem darin besteht, die Armut zu kriminalisieren, anstatt ihre Ursachen zu bekämpfen. "Es geht hier weniger um Sicherheit als um Ausgrenzung", sagt Thainã de Medeiros, 32, wohnhaft im Complexo do Alemão, einer der großen Armensiedlungen Rios.

Thainã de Medeiros ist der Anführer der Bewegung "Coletivo Papo Reto", die sich für freien Strandzugang für alle einsetzt. Sie mobilisieren ihre Leute im Netz, organisieren Demos und Konzerte und rufen Parolen wie: "Ohne Hemd herumzulaufen, ist kein Verbrechen." Bei einer Veranstaltung am Wochenende in Ipanema kreiste ein Polizei-Hubschrauber um die Bühne, stets die Waffen auf den Sprecher gerichtet.

(http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.2687303.1444572582/860x860/brasilien.jpg)

Einigen Anwohnern gehen die Maßnahmen trotzdem nicht weit genug. Sie versuchen, die Strände auf eigene Faust zu schützen. Kampfsportler und Bodybuilder aus der weißen Mittel- und Oberschicht, sogenannte Justiceiros, jagten neulich dunkelhäutige Kinder durch die Straßen. Als diese in einem Linienbus Schutz suchten, zerschlugen die selbsternannten Ritter des Rechts die Scheiben.

Einem minderjährigen Taschendieb wurde ein Teil des Ohres abgeschnitten, bevor er mit einer Fahrradkette an einen Laternenmast gebunden wurde. Da war die Polizei nicht ganz so schnell zu Stelle.
http://www.sueddeutsche.de/reise/rio-de-janeiro-der-strand-ein-kriegsschauplatz-1.2686898 (http://www.sueddeutsche.de/reise/rio-de-janeiro-der-strand-ein-kriegsschauplatz-1.2686898)
Titel: Re:Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 18:23:48 Mi. 21.September 2016
Zitat
Öffentlicher Raum ist die Bühne, auf der sich das Drama des Gemeinschaftslebens entfaltet.“ So beschrieb es einmal ein Team von US-Wissenschaftlern.

Das mag hochgestochen klingen. Angesichts der Kämpfe, die auch in Frankfurt darüber ausgefochten werden, wer wann und auf welche Weise die öffentlichen Straßen, Plätze und Parks nutzen darf, scheint es gar nicht so weit hergeholt. Niemand wird bestreiten, dass die Frage, ob Eisenbahn-Reiner weiterhin einen halben Quadratmeter öffentlichen Raumes mit seiner Spielzeugwelt okkupieren darf, mit hohem Dramafaktor debattiert wurde. Doch auch wenn es um Müll, Sitzgelegenheiten oder um Alkoholkonsum geht, kochen die Emotionen hoch. Anfang August forderte Stadtrat Markus Frank (CDU) ein Alkoholverbot auf der Zeil und wurde dafür verhöhnt. Jetzt fordert eine Initiative von Gastronomen dasselbe – mit drastischen Worten: Die Zeil biete nachts „ein wahres Bild des Grauens“ schreiben sie, und die Zustände im Bahnhofsviertel seien „nicht mehr zumutbar“.
http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-der-kampf-um-die-baenke,1472798,34787462.html (http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-der-kampf-um-die-baenke,1472798,34787462.html)
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Frauenpower am 19:02:55 Do. 07.November 2019
Vor einiger Zeit lief eine Sendung im Radio, die das Thema hatte "Arm trotz Aufschwung - Was tun gegen die Lohn und Bildungsungleichheit" im Deutschlandfunk (unter dem Titel findet man es, anwesend war u.a. Dorothe Spannagel (Einkommensungleichheitsstudie) und Florian Moritz vom DGB.
Das interessante war, dass während der Sendung (jede,r der / die will kann da zum eigene Meinungen vorbringen da anrufen) ein Reicher anrief. Der stellte sich auch so vor, und behauptete dann, dass es anscheinend viele Reiche gäbe, die auch mehr Einkommensteuer zahlen würden (wenn ich mich richtig erinnere, war es Einkommensteuer, vielleicht sogar Vermögenssteuer) und er verstünde nicht, warum sein Sohn, der eine Arzt-Ausbildung mache und mehr im Krankenhaus ist als daheim, weniger verdiene als die Zinseinnahmen seiner Frau (oder so ähnlich).
Irgendwie nervte mich das auch. Er kann ja kräftig spenden für soziale Einrichtungen! Das verbietet ihm ja niemand. Und er könnte auf die Straße gehen dafür, dass die Vermögenssteuer (gegen die die CDU-CSU ja so sehr ist) eingeführt wird! Es ist einfach nur lächerlich, sich selbst als reich zu bezeichnen und sich darüber zu beschweren, dass ihm der Staat dafür zuwnenig an Steuer abknöpft. Das ist bescheuert und dreist!
Ich hoffe, er kauft ein paar Schlafsäcke und sonstige brauchbare Sachen und verteilt sie dann an Bedürftige, insbesondere jetzt in der Winterzeit.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Frauenpower am 16:56:02 Mi. 04.März 2020
super Gedicht "Arm" in der jungen Welt von Klaus Jünschke

https://www.jungewelt.de/artikel/371764.arm.html
Zitat
Ich muss sagen, ich habe immer noch keinen Pfennig mehr, aber mein Wortschatz ist enorm gewachsen.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 20:13:59 Mi. 04.März 2020
Nicht übel.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Frauenpower am 13:50:32 Do. 12.März 2020
ich finde, dass das Gedicht aufzeigt, dass die besten oder neuesten Wörter nicht die zugrundeliegende Realität beschönigen oder wegdiskutieren können.
Was habe ich lange gebracht um zu kapieren, was das Wort prekär bzw. Prekariat bedeutet!! Bis ich es nun in Diskussionen selbst anwende, stolz darauf, dieses neudeutsche Wort verwenden zu können. An der Realität ändert es nichts. Diese Worte sollen sich die in Umlauf Bringer_innen sonst wohin stecken!  :-\
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: dagobert am 02:26:22 Di. 17.März 2020
Diese Worte sollen sich die in Umlauf Bringer_innen sonst wohin stecken!  :-\
Dürfte schwierig werden ...
Zitat
Die Idee geht auf eine Konzeption von Amadeo Bordiga zurück
https://de.wikipedia.org/wiki/Prekariat
... weil der Mann ist schon seit einem halben Jahrhundert tot.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:10:22 Fr. 27.März 2020
Zitat
Die Superreichen und die Coronavirus-Epidemie

Wir leben in einer geteilten Gesellschaft, die vom Geld regiert wird. Geld verschafft politischen Einfluss, der abgehängte Teil der Gesellschaft kann wenig durchsetzen und bleibt den Wahlen fern, es sei denn, es werden nicht die eigenen Interessen vertreten, sondern über rechtsnationale Ideologie die des Volkes gegenüber Außenseitern und Fremden, die draußen bleiben sollen. Die Reichen leben sowieso schon länger, mitunter deutlich länger als der arme Teil der Bevölkerung. Sie setzen ihr Geld auch dafür ein, dass sie als Creme der Gesellschaft möglichst lange leben und das Altern hinausschieben können.

Und weil man gewohnt ist, mit Geld Vorteile für sich zu kaufen, sind auch die von der Coronavirus-Epidemie geängstigten Vertreter der vermeintlichen Elite bei der Sache, wenn es darum geht, dem Virus nicht wie das gemeine Volk ausgeliefert zu sein.
https://www.heise.de/tp/features/Die-Superreichen-und-die-Coronavirus-Epidemie-4676427.html
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Troll am 11:17:52 Fr. 27.März 2020
Zitat
Superreiche und der Coronavirus
Angst vor dem Virus? Ab auf die Jacht!

In New York City tobt das Coronavirus. In den Luxusferienorten auf Long Island feiern dorthin geflüchtete City-Bewohner ihre Quarantäne-Partys. Die Einheimischen werden langsam sauer.
...
...
Noch bevor der New Yorker Bürgermeister Bill DeBlasio in der vergangenen Woche die Gastbetriebe der Stadt schließen ließ und den Menschen nahe legte, zuhause zu bleiben, setzte eine Karawane aus SUVs von der Upper East Side hinaus auf den Long Island Expressway ein. Die Hamptons wurden von den wohlhabenden New Yorkern, die vor der Pandemie fliehen wollten, überrannt.

Die Mietpreise für Strandhäuser verzehnfachten sich über Nacht. Die Makler berichteten, dass sie jeden Preis hätten verlangen können. „Ein Mieter wollte für acht Wochen 200 000 Dollar bezahlen“, sagt die Maklerin Susan Breitenbach. „Als ich gesagt habe 750 000 hat er ohne zu zögern den Scheck unterschrieben“.

Wer es sich leisten kann, machte sich aus New York aus dem Staub
...

Quelle: StZ (https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.coronavirus-in-den-usa-wie-die-us-reichen-die-krise-umgehen.0d5feedf-78a4-46ba-92d4-7da4a0fd894a.html)

Ich habe gehört das junge infizierte Darwinisten ältere schon auf offener Straße anspucken um sie weg zu infizieren. Hey, knutscht doch lieber mal die Reichen und schönen in ihren Refugien.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: BGS am 12:01:01 Fr. 27.März 2020
Die Refugien werden von Sklaven bewacht.

MfG

BGS
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Tiefrot am 12:29:12 Fr. 27.März 2020
Wenn die Geldsäcke meinen, das Virus läßt sich von deren Partys
fernhalten, Irrtum ! Das wird auch für die noch lustig.  ;D
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Onkel Tom am 17:45:17 Fr. 27.März 2020
Naja, wenn die Einheimischen schon sauer werden, sich Bonzen langsam ihre eigene Hölle schaffen
und Geld kaum noch zählt ? Werden sich auch noch wundern..  ::)
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Tiefrot am 00:44:33 So. 29.März 2020
Sollten wir alles mal weiter beobachten.
Momentan feixe ich mir einen darüber ab, wie das ganze fiktive Geld verdampft,
eventuell das Reale gleich hinterher. Das wird interessant.  ;D
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Troll am 10:13:13 So. 29.März 2020
Zitat
Hierarchie der Not

Der Ausnahmezustand legt soziale Ungleichheiten gnadenlos offen und verschärft sie. Er ist Kontrastmittel und Gift zugleich. Die Schwächeren tragen die größere Last und das größere Risiko.
Das gilt für beide Bevölkerungsteile: für jene, die nicht mehr normal arbeiten können, und für jene, die jetzt erst recht arbeiten müssen. Je weniger die ungleiche Verteilung des Leids abgefedert wird durch Politik und private Solidarität und je länger der Ausnahmezustand dauert desto eher kann daraus gesellschaftlicher Sprengstoff werden.
Der Sozialwissenschaftler Stefan Sell spricht von einer “Hierarchie der Not”. Bei den nicht “Systemrelevanten” sieht diese Hierarchie so aus: Am oberen Ende richten sich die Denkarbeiter im Homeoffice ein und hadern mit der Qualität der Videokonferenzen. Und am unteren Ende wissen viele nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.
Selbst bei den Kurzarbeitern gibt es Unterschiede: Wer bei VW oder BMW beschäftigt ist, wo man eh schon besser verdient, bekommt bis zu 90 Prozent des Lohns, weil die IG Metall aufstockt. Andere in Unternehmen ohne Tarifbindung bekommen nur 60 bis 67 Prozent. “Wir haben allein 3,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte, die weniger als 2.000 Euro Brutto verdienen”, sagt Sell. “Für die ist Kurzarbeit eine Bedrohung.” Noch darunter kommen die Soloselbstständigen, die von einem Tag auf den anderen kein Einkommen mehr haben. Künstler, Friseure, aber auch Messebauer.
Quelle: Zeit (https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-03/soziale-ungleichheit-coronavirus-pandemie-versorgung-covid-19)

Via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=59667#h05)
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 10:36:15 Do. 09.April 2020
Die USA machten schon immer eine Politik, der man in Deutschland nacheiferte.

Zitat
Corona-Krise in den USA
Amerika lässt seine Ärmsten sterben
In der Corona-Krise offenbart sich, wie segregiert die USA sind: Afroamerikaner sterben weit häufiger als Weiße.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-04/coronakrise-usa-donald-trump-afroamerikaner-weisse
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 09:20:07 Di. 13.Juli 2021
Zitat
Eine Hotelchefin, die Dealer verscheucht, Passanten, die Angst haben vor pöbelnden Junkies: Corona hat die Lage sozialer Randgruppen verschärft.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hauptbahnhof-dealer-prostitution-1.5349064

Angst, Wut, Ausgrenzung.
Die Sozialen Gräben vertiefen sich. Statt die sozialen Probleme zu lösen, will man damit nicht konfrontiert werden. Diejenigen, die nicht mithalten können im Hamsterrad, die arm, krank, drogensüchtig, gestört und kaputt sind, sollen aus dem Bild, aus dem Weg. Man will ihnen nicht helfen, man will sie nicht mehr sehen. Problem gelöst.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Frauenpower am 17:35:09 Di. 21.Dezember 2021
Bin gerade ueber ein Buch gestolpert
"Aufstand der Unterschicht - Was auf uns zukommt"
https://www.perlentaucher.de/buch/inge-kloepfer/aufstand-der-unterschicht.html

Das Wort "Unterschicht gefaellt mir nicht da Schichtdenken sich ja nur an das einem zur Verfuegung stehende Geld bemisst und den damit verbundenen Moeglichkeiten, so sie genutzt werden (koennen), und nicht daran, was einen als Menschen ausmacht oder was sie sein koennte, wenn Zugang zu Bidung und dem Arbeitsmarkt gewaehrleistet ist oder" wenn alles allen gehoeren"wuerde.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Kuddel am 17:44:37 Di. 21.Dezember 2021
Naja, die Schichten gibt es sehr real. Sie sagen ja wenig darüber, wieviel ein Menscht taugt, aber die Trennung der sozialen Schrichten bedeutet ein Leben in Schubläden oder einem Ghetto, das man kaum verlassen kann. Gerade in Deutschland ist diese Trennung krass, und es gelingt nur wenig Kindern aus armen Familien, eine bessere Bildung zu ergattern.
Titel: Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
Beitrag von: Frauenpower am 17:55:42 Di. 21.Dezember 2021
Ja, stimmt. Tragisch ist aber auch, wenn die wenigen Moeglichkeiten nicht genutzt werden. Schulbildung oder Berufssusbildung wird in vielen Familien zu oft unterschaetzt oder gar nicht ernst genommen oder ist schlichtweg nicht leistbar,  vor allem wenn noch andere Problemlagen dazu kommen, wie Suechte oder andere Krankheiten.