Tarifverträge Leiharbeit 2022/23

Begonnen von karl., 08:29:36 Mi. 04.Mai 2022

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karl.

Aus der neuen "metall 5/6 2022"
ZitatIm April stiegen die Tarifentgelte um 4,1 % - und die nächste Tarifrunde  steht wieder bevor. ..ab Oktober steigt der gesetzliche  Mindestlohn auf 12 Euro. derezeit liegen die unteren drei Entgeltgruppen in der Leiharbeit unter 12 Euro. Die DGB-Gewerkschaften wollen die Leiharbeitstarife auf den neuen Mindestlohn anheben. Auch die höheren Entgeltgruppen sollen im gleichen Verhältnis steigen.
Nachzulesen unter: https://www.igmetall.de/metallzeitung-epaper/mai-juni-2022/#26 (unten links)

Um alle Entgeltgruppen zu erhöhen bedarf es meiner Kenntnis nach auch der Kündigung des Entgeltrahmen-TV. Dort sind die Entgeltgruppen im Verhältnis zueinander (Ecklohngruppe 100%) vereinbart.

Beide TV Lohn-TV sowie Entgeltrahmen-TV sind mit 6-monatiger Kündigungsfrist kündbar zum 31.12.2022.

So müßten spätestens zum Ende Juni die TV von der DGB-TG (Tarifgemeinschaft) die Kündihung der TV erklärt werden.

karl.

nehme mal an, dass keine Diskussionsbeteilung stattfindet weil keiner erfasst was es mit dem Satz der IGM aus vorherigem Beitrag auf sich hat.

Im Zitat aus der "metall" ist die wesentliche Aussage:
Zitat...Auch die höheren Entgeltgruppen sollen im gleichen Verhältnis steigen.
Werde das mal auseinanderklamüsern.

Lohngruppen stehen in einem prozentualen Verhältnis zueinander. Die Facharbeiterlohngruppe wird als 100 % gesetzt. Ungelernte darunter, qualifiziertere darüber.

Unter: https://www.igmetall-nieder-sachsen-anhalt.de/home-aktuelles/news-details/neue-entgeltgruppen-in-der-leiharbeit/
heißt es bei der IGM:
Zitat.......die Entgeltgruppe 4 zu einer echten Eckentgeltgruppe aufgewertet.
D. h. die EG 4 ist die Ecklohngruppe also 100 % mit derzeit 14,08 Euro.

Die unterste EG 1 hat derzeit 10,88 Euro. Prozentual zur Ecklohngruppe bedeutet dies sie liegt 22,7 % unter der Ecklohngruppe (dieses prozentuale Verhältnis der Entgeltgruppen bezeichnet man als Lohngruppenschlüssel) Im Fall der EG 1 sind die 12 Euro also 77,3 % vom Ecklohn.

Der gesetzl. Mindestlohn ab Oktober 2022  beträgt 12 Euro. Da der Lohngruppenschlüssel ab Oktober unverändert weiter Gültigkeit hat muss der Entgeltrahmen-TV gekündigt werden um den Ecklohn wieder festzulegen.

Nimmt man die EG 1 mit 77,3 % dann entspräche der neue Ecklohn von 100 % einem Stundenlohn von 15,52 Euro. Das wären schlappe 10 % mehr. Und dementsprechend auch alle anderen Lohngruppen.

Um nochmals auf das Zitat der IGM zurückzukommen:
ZitatAuch die höheren Entgeltgruppen sollen im gleichen Verhältnis steigen.

Die ZAF-Verbände werden werden das nicht so seelenruhig zur Kenntnis nehmen wie die User hier.






Kuddel

Jetzt hast du dir so viel Mühe gemacht und einen schwer verständlichen Satz auseinanderklamüsert und trotzdem kommt keine Diskussion zustande.

Ich glaube, Leiharbeiter wollen einfach nicht in der Leiharbeit sein, aber sie kommen nicht raus.
Es geht nicht allein um eine schechtere Bezahlung, es geht auch darum, daß es furchtbar ist, in einem Betrieb ein Arbeiter 2. Klasse zu sein, selbst wenn man exakt die gleiche Arbeit tut. Und das Leben eines Leiharbeiters ist unstetig und schwer planbar. Das muß niemand haben.

Man will da raus und kümmert sich nicht um irgendwelche Details, nicht um Politik und nicht um Gewerkschaft. Die sind alle irgendwie weit weg und man fühlt sich da auch nicht vertreten.

Leiharbeiter sind bestenfalls dann organisierbar, wenn sie als größere Gruppe aus einer besseren Situation (z.B. in der Autoindustrie) rausgekegelt werden. Ansonsten redet man wenig über das eigene Los, sucht aber einen individuellen Ausweg (, den es nur selten gibt).

karl.

ZitatJetzt hast du dir so viel Mühe gemacht und einen schwer verständlichen Satz auseinanderklamüsert und trotzdem kommt keine Diskussion zustande.
Na ja, vielleicht ist dein Kommentar ein Auftakt zu weiteren Kommentaren. Hatte mich ja nicht gewundert, dass sich keine LAN unmittelbar melden sondern dass die User hier im Forum so still sind.

Gibt man unter Suche im internet ein: "Diskussionsforen und Leiharbeit" stößt man z.B. auf solche Angebote:

https://www.juraforum.de/forum/thema/?bereich=arbeitsrecht&kw=zeitarbeit ( und einige ähnliche die aber kaum noch frequentiert werden)
Es geht dort so gut wie immer um unmittelbare Probleme. Chefduzen und das ehemalige ZOOM der iGM haben und hatten einen weitergehenden Anspruch. Nämlich selber aktiv werden und sich organisieren.

Die unmittelbaren Probleme haben zur Grundlage das AÜG, die TV der Gew. und aktuell im Herbst der neue gesetzliche Mindestlohn.

ZitatMan will da raus und kümmert sich nicht um irgendwelche Details, nicht um Politik und nicht um Gewerkschaft. Die sind alle irgendwie weit weg und man fühlt sich da auch nicht vertreten.
Da sind die LAN keine Besonderheit gegenüber Festangestellten. Besonderheit bei den LAN ist, dass sie prekäreren Gegebenheiten  (z.B. immer wiederkehrender Wechsel) unterworfen sind.

Die Masse der LAN war noch nie scharf auf Eigeninitiative und Organisierung. Aber einzelne gibt es schon. Auf die zugehen und ihnen Angebote zu machen war die Vorstellung bei ZOOM. Und Aufklärung ist eine Voraussetzung um an die ranzukommen die Bedarf danach haben.

ZitatLeiharbeiter sind bestenfalls dann organisierbar, wenn sie als größere Gruppe aus einer besseren Situation (z.B. in der Autoindustrie) rausgekegelt werden.
Selbst da ist das nur eine Ausnahme. Bei Airbus und x anderen Großbetrieben mit equal-pay-ähnlichen Regelungen organisieren sie sich in aller Regel nur als zahlende Karteileichen.

Will damit sagen, desinteressierte LAN gibt es unabhängig von der Betriebsgröße. Interessierte LAN aber auch. Man muss sie halt ansprechen. (Zwei Jahre Corona mit Kontaktproblemen haben das extrem erschwert).

Wie von mir dargestellt: Der gesetzl. Mindestlohn mit seine Auswirkungen auf die Löhne (Lohngruppen) kommt so wie das Amen in der Kirche.




karl.

@Kuddel
Dein Link auf Twitter:

"Während die IG Metall in der #Leiharbeit mal wieder in Tarifverhandlungen eintritt, weht in Österreich ein anderer Wind:"

Liest man den ganzen Artikel kann  ich keinen wesentlichen Unterschied zu Deutschland erkennen.

Hier bei Chefduzen und auch allgemein weht z. Zt. noch nicht mal ein laues Lüftchen bzl. Leiharbeit. Also mach ich weiter mit Infos zu Tarifverhandlungen. Leser gibt es ja doch eine Handvoll.

Hier die neueste Tarifinfo von verdi zu den Verhandlungen vom 08. Juni :


https://besondere-dienste.verdi.de/++file++62a6d5e77692167947ba6115/download/Tarifinfo_1_DGB_Zeit-und_Leiharbeit.pdf



Kuddel

Das LabourNet twittert:
ZitatEs ist - leider- wieder so weit: #Tarifrunde #Leiharbeit 2022/23 der #DGB-Tarifgemeinschaft GEGEN den #EqualPay hat am 8.6. begonnen - nächste #Tarifverhandlungen am 20. Juni in Berlin (wenn wir nur wüßten wo...)

Onkel Tom

@karl

Danke für deine laufenden Infos und das Du den Erklärbär zu den "Ecklohn" gemacht hast..

Kann dir zwar nicht komplett folgen, jedoch werden ja viele Leiharbeiter_innen via
"Betriebliche_r Mitarbeiter_in" eingestellt, was mit der niedrigsten Lohnstufe E1 gelöhnt wird..

Erst wenn diese Leiharbeiter-innen an Facharbeit disponiert werden, werden ihre Facharbeiterbriefe
mit Zuschlägen (bei mir war es 1 Euro pro h brutto (2015)) "anerkannt".

Habe die Tarifrunde nun so verstanden, das sich nun um Centstücke gestritten wird. Was ein Hohn,
zumal das Leben seid Corona (2019) mittlerweile im gesamten ca. 30% teurer geworden ist.

Tja, wo tagen die am 20.6. blos ?.. Besuch von Kritik könnten die echt gebrauchen und die Gewerkschaft
sollte endlich mal Leiharbeiterstreiks starten.
Jahre lang ist IGZ / BAP und die Gewerkschaft auf Schmusekurs hängen geblieben.

Es wäre doch nicht einfacheres als den Tarifvertrag zu kündigen, damit wenigstens a bissel der Geschmack
von Equal Pay aufkäme oder ? Ohne "schmerzhafte" Arbeitsniederlegungen glaube ich nicht daran..

E1 künftig bei 12,02 pro h brutto ?  ???

Gibt es dazu eine aktuelle Statistik, von wie viel Leiharbeiter_innen in welchen Lohngruppen schuften ?
Lass Dich nicht verhartzen !

dagobert

Zitat von: Onkel Tom am 14:00:10 Mi. 15.Juni 2022Gibt es dazu eine aktuelle Statistik, von wie viel Leiharbeiter_innen in welchen Lohngruppen schuften ?
Firmenintern gibt es sowas vermutlich, firmenübergreifend ist mir nichts davon bekannt.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Onkel Tom

IGZ / BAP und der DGB sollten so was auch in ihrer Schublade haben aber Schweigen im Walde..  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !


Onkel Tom

Danke für den Link  :)

In der Tat interessant, um zu erfahren, in welchen Sparten sich Leiharbeit am meisten verbreitet hat..
Meine Frage kurzgefasst : Wie viel Fachkräfte in der Leiharbeit mit E1 "abgespeist" werden ?,
beantwortet die Statistik leider nicht oder hab was übersehen..

Ich glaube auch kaum, das der BA meine Frage interessiert, da sie ja meistens nicht mehr "zuständig"
sind und Differenzen zwischen Facharbeit und Entlohnung des Arbeiter_in "Problem sei".

Die Gewerkschaft könnte ihre Midglieder_innen befragen und auswerten, wie viele innerhalb der
Leiharbeit zu ihren Quallifikationen "unterbezahlt" werden..

Schönes (verlängertes) WE  8)
Lass Dich nicht verhartzen !

dagobert

Zitat von: Onkel Tom am 13:15:52 Do. 16.Juni 2022Wie viel Fachkräfte in der Leiharbeit mit E1 "abgespeist" werden ?
Gar keiner.
Die Leihfirmen sind ja schließlich alle hochseriös und wenden die Tarifverträge korrekt an.  :P
Für Fachkräfte also je nach Berufserfahrung ab E3 aufwärts.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Draisine

Zitat von: Onkel Tom am 13:15:52 Do. 16.Juni 2022

Meine Frage kurzgefasst : Wie viel Fachkräfte in der Leiharbeit mit E1 "abgespeist" werden ?,
beantwortet die Statistik leider nicht oder hab was übersehen..

Doch, aber dann eine andere. Und das aktuell für das damalige EG1-nur bis 2019
https://www.personaldienstleister.de/destatis-ueber-14-millionen-jobs-mit-gesetzlichen-mindestlohn-in-2019

Die Verlinkung stammt ursprünglich von hier:
https://www.personaldienstleister.de/destatis-ueber-14-millionen-jobs-mit-gesetzlichen-mindestlohn-in-2019

Ab 2020 hat bei den Entgeltgruppen eine Veränderung stattgefunden;

https://arbeitswelt.eu/welche-entgeltgruppen-gibt-es-in-der-zeitarbeit/

Inkl. Erhöhung -ab 1.April 2022 auf 10,88 Euro pro Stunde:

https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit/++co++972724c0-217c-11ea-bd05-52540088cada

Für den Lohn gibt es in Hamburg sogar aktuelle Stellenangebote:

https://www.randstad.de/jobs/produktionshelfer-mwd_norderstedt_c00499967/

Und noch ein geballtes Werk, zu Entwicklungen in der Zeitarbeit bis Januar 2022:

https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Zeitarbeit/generische-Publikation/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf?__blob=publicationFile
Dir auch ein schönes WE.

Onkel Tom

Oki, lassen wir das und ich gehe davon aus, früher auf Schummelein herein gefallen zu sein..  :P

Wer führt schon Buch darüber  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

karl.

@Onkel Tom

Zitat

Habe die Tarifrunde nun so verstanden, das sich nun um Centstücke gestritten wird. Was ein Hohn,
Gibt es dazu eine aktuelle Statistik, von wie viel Leiharbeiter_innen in welchen Lohngruppen schuften ?


Dazu noch ein paar Hintergrundinformationen:

Bei verdi heißt es:
"Verhandlungen zur gesamten Entgelttabelle?
Die DGB-Tarifgemeinschaft hat angeboten, über die gesamte Entgelttabelle zu verhandeln, wenn uns ein Sonderkündigungsrecht des Tarifvertrages zum 30.06.2022 eingeräumt wird. Das wurde von der Arbeitgeberseite abgelehnt. Deshalb lehnt die DGB-Tarifgemeinschaft eine Verhandlung über die gesamte Entgelttabelle zum jetzigen Zeitpunkt ab und wir verhandeln nur die Anpassung aufgrund der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 01.10.2022"

Die DGB-TG hatte 2019 einen TV über ein Mindeststundenentgelt vereinbart:

Inhalt:  bundeseinheitlich
• EUR 10,88 in der Zeit vom 01.04.2022 bis zum 31.12.2022

siehe unter: https://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit/++co++7e482d82-4466-11e7-8677-525400e5a74a

Mit dem gesetzl. Mindestlohn zum 01.10.22 erhöht sich das bis 31.12.22 vereinbarte Mindestentgelt von 10,88 (E1) auf 12 Euro also um ca. 10 %. Die E 2a erhöht sich von 11,60 ebenfalls auf 12 Euro. Was die DGB-TG da anpassen will ist mir nicht klar. Möglicherweise denken sie dabei auch an eine Erhöhung der E 2a von 11,60 Euro um ebenfalls 10 % also auf 12,76 Euro.

Bei der IGM heißt es ja: "Auch die höheren Entgeltgruppen sollen im gleichen Verhältnis steigen."
Zur Frage wieviele LAN in den diversen Entgeltgruppen eingestuft sind kenne ich nur die Meldung der Arbeitsagentur unter:

https://www.ig-zeitarbeit.de/sites/default/files/redaktion/artikel/2020/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf

Dort heißt es auf Seite 20: "So übt in der Zeitarbeit mehr als die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten (ohne Auszubildende) eine Helfertätigkeit aus (53 Prozent).

Helfertätigkeiten umfassen die Lohngruppen 1, 2a und 2b.

Onkel Tom

Wie gut, das ich gerade nur mein Morgenkaffee und Fluppe intus habe..

Über die letzte Vereinbarung bin ich "entsetzt" und das die "Bulettengewerkschaft" auch in
der Runde waren erstaunt mich.. Buletten in Leiharbeit ?

Für die Leiharbeiter_innen letztendlich ein schwerer Verlust seiner Kaufkraft..  :Q

Da denke ich, "Die Bettelkommission" aus der Lektüre "Kampagnen organisieren" von
verdi Berlin - Erste Ausgabe vom Oktober 2004 = Missionieren und Soli-Knete sammeln..

muss außergewerklich organisiert werden, weil damit alles anfängt, das Gewerkschaft ihren
Mitglieder_innen zu folgen hat, statt sich mit der Arbeitgeberschaft fluffig zu einigen..

Leiharbeiter_innen sollten sich außerbetrieblich treffen, vernetzen und tausend kleine
Leiharbeiter_innen-Gruppen könnten wie Schwarmintilligenz ihren Equal Pay erkämpfen..

Sollen die beteiligten etablierten Gewerkschaften doch mal alle die letzten drei Monatsbeiträge
ihrer von AüG - Betroffenen in ein Found werfen und außergewerkschaftlichen (subversiven)
Unternehmungen überlassen. Wadn Traum  ::)

Mir schwirren Gedanken im Hirn, wie könnte man ein bundesweiten Leiharbeiter_innen-Streik
organisieren, der nicht von den Gewerkschaften abhängig ist..

Meine Meinung:  D braucht aufmüpfige Leiharbeiter_innen  ;)

Trotz allem schönes WE  ;)

Lass Dich nicht verhartzen !

karl.

@ Onkel Tom

ZitatTja, wo tagen die am 20.6. blos ?..

Nach der letzten Verdi-Tarifinfo war das letzte Treffen in Frankfurt (vermutlich in der IGM-Zentrale). Das nächste lt. verdi in Berlin.

Üblicherweise laden die Tarifpartner abwechselnd ein. Dann ist jetzt am Montag 20.06. der Arbeitgeber an der Reihe. Der BAP (Zeitarbeitsverband) hat seine Büros in Berlin. Der IGZ in Münster. Es ist also zu vermuten, dass das Treffen beim BAP stattfindet.

Seine Büros:

Bundesarbeitgeber­verband der Personal­dienstleister e.V. (BAP)

Universitätsstraße 2-3a
10117 Berlin

(Haus Dorotheenstadt)
https://www.google.ch/maps/place/Bundesarbeitgeberverband+der+Personaldienstleister+e.V./@52.5197957,13.3899936,17z/data=!4m5!3m4!1s0x47a851d03d04519d:0x465dff79406f8542!8m2!3d52.5197957!4d13.3921823?hl=de

Aber alles wie beim Lotto ohne Gewähr.


Draisine

Einen diesjährigen Arbeitgebertag Zeitarbeit des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) gab es bereits am 02.06. 22 -in Berlin:            https://www.personaldienstleister.de/gegen-den-fachkraeftemangel-hilft-nur-ein-kanon-aus-vielen-kleinen-loesungen

Interessante Erkentnisse gewann ich heute übrigens -beim Stöbern in den Angeboten der IGZ Seminare 2022, für die internen Mitarbeiter. Insbesondere dem Angebot auf Seite 19:


https://www.ig-zeitarbeit.de/sites/default/files/redaktion/seiten/2022/220217_Seminarprogramm_2022.pdf

Wobei da der Fokus auf Förderungen im SGB III gelenkt wird - für die, die Leute mit Vermttlungshemmnissen einstellen möchten, mt Verweis auf

https://mitteldeutsches-institut.de/qualifizierungschancengesetz/#voraussetzungen

ALG II Empfänger ??

Richtig erkenntnisreich ist auch die Definition von kranken Mitarbeitern und die Handhabung dessen, Seite 49:

" Grundlagen, um Unproduktivitäten dauerhaft im Griff zu halten."

dagobert

Zitat von: Onkel Tom am 14:00:10 Mi. 15.Juni 2022Gibt es dazu eine aktuelle Statistik, von wie viel Leiharbeiter_innen in welchen Lohngruppen schuften ?
Infos gibt's nur häppchenweise ...  ;)
ZitatDer Tarifabschluss betrifft die Mehrheit der Leihbeschäftigten: Rund 70 Prozent arbeiten in Entgeltgruppe 1 bis 2b.
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,331129.msg375986.html#msg375986
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

Zitat von: Onkel Tom am 09:35:05 Sa. 18.Juni 2022Mir schwirren Gedanken im Hirn, wie könnte man ein bundesweiten Leiharbeiter_innen-Streik
organisieren, der nicht von den Gewerkschaften abhängig ist..

Meine Meinung:  D braucht aufmüpfige Leiharbeiter_innen  ;)

Ein schöner Gedanke, doch entfernt von den momentanen Realitäten.

Die DGB unabhängigen Initiativen von IGL, über FAU oder Leihkeule kochen zur Zeit auf derart kleiner Flamme, daß sie für die Masse der Leiharbeiter unsichtbar sind.

Es gibt auch keine sonstige (unabhängioge) kämpferische Strömung in der Leiharbeit. Deshalb halte ich einen Streik in dem Sektor für unrealistisch, jedenfalls im Moment.

Ich sehe in diesen Zeiten nur 2 positive Tendenzen: Leiharbeiter versuchen individuell ihre Situation zu verbessern. Leiharbeitsjobs gibt es wie Sand am Meer, deshalb ist eine Kündigung keine Bedrohung. Man wählt die Abstimmung mit den Füßen. Man verläßt die Sklavenbude, wenn man eine bessere gefunden hat.

2. Leiharbeiter sehen sich behandelt wie Arbeiter 2.Klasse. Sie reagieren entsprechend und zeigen keinerlei Interesse, auch "gute Arbeit" abzuliefern. Es hat sich eine Scheißegalhaltung durchgesetzt. Ich hatte mal nen Kollegen, der sich nach Arbeitsbeginn in eine Abseite zurückgezogen hat, um auf dem dort gelagerten Dämmaterial zu pennen. Er wurde erst nach einer Woche erwischt und gefeuert. Es war ihm scheißegal. Hat dann bei einem anderen Sklavenhändler angeheuert.

karl.

Zur Erinnerung:

"Tarifverträge der Leiharbeit angepasst

Dabei ging es um die Anpassung der unteren drei Lohngruppen. Dies war notwendig geworden, nachdem der Bundestag die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro beschlossen hatte, die ab 1. Oktober dieses Jahres greift."

Siehe: https://www.dgb.de/presse/++co++c82da370-f08f-11ec-a18c-001a4a160123

Wird zwar erst in der Abrechnung die im November rauskommt nachprüfbar sein. Die Kontrolle sollte man im Auge behalten.

Ab 01.10.2022 :

Beträgt das niedrigste Entgelt in der Branche (Entgeltgruppe 1) dann 12,43 Euro (bisher 10,88 Euro).
 
In der Entgeltgruppe 2a steigt der Lohn von 11,60 auf 12,63 Euro

Die Entgeltgruppe 2b bekommt künftig 12,93 statt bisher 12,20 Euro.


Kuddel

Am 24.11.2022 fand die erste Verhandlung zur Erhöhung der Entgeltgruppen 3 bis 9 in der Leiharbeitsbranche statt. Die erste Runde der Tarifverhandlung zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und den beiden Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ wurde ergebnislos abgebrochen. Die Verhandlung soll am 14.12.2022 in Berlin fortgesetzt werden.

Der DGB verhandelt da was zusammen, was nicht unbedingt im Interesse der Betroffenen liegt.

Es ist sicherlich auch ein Problem, daß die Leiharbeiter so gut wie nicht organisiert sind und ihre Stimme nicht erheben, wenn der DGB wieder bei Mauscheleien erwischt wird.

https://www.labournet.de/?p=201788

dagobert

Da wird nichts bei rauskommen.
Viel spannender ist da aus meiner Sicht der 15.12.:
ZitatDie EuGH-Urteilsverkündung in der Klage auf equal pay in der Leiharbeit gegen TimePartner – und damit über den Gesamtschutz durch DGB-Leiharbeitstarife – findet am 15. Dezember 2022 statt!
https://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/arbed_leiharbeit/die-anstalt-prof-wolfgang-daeubler-und-labournet-germany-gesucht-leiharbeiterinnen-fuer-eine-klage-vor-dem-eugh-fuer-gleichen-lohn-und-gleiche-bedingungen-auch-in-deutschland/
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

admin

Am 14.12. in Berlin aufschlagen am Hotel ABION Spreebogen

Klartext:

Equalpay statt Tarif!

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