Angriffskrieg gegen die Ukraine

Begonnen von CubanNecktie, 10:19:17 Do. 24.Februar 2022

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dagobert

Ein unwiderruflicher Verzicht sowohl auf die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine als auch auf die Stationierung westlicher Truppen dort.
Damit hätte man ein Angebot an Russland, über welches ernsthaft verhandelt werden kann.

Allerdings sehe ich bisher weder in der Ukraine noch bei den westlichen Regierungen irgendeine Bereitschaft dazu.
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

BGS

Das gibt in der Tat zu denken.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

ManOfConstantSorrow

Zitat von: Nikita am 18:07:56 Fr. 22.Mai 2026Ich sehe aus ukrainischer Perspektive...

Welche Perspektive soll das sein?

Die Sicht eines ukrainischen Bauern? Eines Oligarchen? Eines Arbeiters? Oder aus der Sicht von Millionen, die in andere Länder geflüchtet sind? (oftmals ehemalige Sowjetrepubliken, selbst nach Rußland: https://de.statista.com/infografik/26961/anzahl-ukrainischer-fluechtender-nach-zielland/ )

Deutschland ist in der Sache nicht neutral. Man kann es vielleicht am besten an der Haltung Medien zum Ukrainekrieg erkennen. Das gesellschaftliche Klima ist zu dem Thema aufgeheizt. Zu Beginn des Krieges war es noch schlimmer als jetzt. Ich hatte zunehmend Probleme, diesen Konflikt mit anderen zu diskutieren. Es betraf meinen Bekanntenkreis, aber auch meine Verwandschaft. Ich komme immernochnicht damit klar, wie viele sich eine Lösung des Konflikts durch mehr und immermehr Waffen wünschten. Ich habe mich darauf eingestellt, bei vielen dieser Leute (die oftmals weder doof noch unsympathisch sind) das Thema zu meiden oder ganz klipp und klar zu sagen, darüber diskutiere ich mit dir nicht. Zu Einzelnen ist der Kontakt ganz abgerissen. Ich wollte das nicht.

Zitat von: Nikita am 13:43:24 Mo. 25.Mai 2026Auf Netanjahu und Trump gehe ich hier nicht ein, weil ich den Zusammenhang nicht sehe für dieses Thema.

Dem kann ich nicht folgen.

Für mich ist es der beste Test, ob Menschen die militärischen Konflikte nach den gleichen Maßstäben beurteilen, oder ob sie sich einfach auf eine Seite und die der dazugehörigen Propaganda schlagen.

Ich sehe da keine Psychopathen oder Verrückte am Werk. Auch wenn man die jeweiligen Staatschefs/Worlords für verrückt halten mag, gibt es Gründe, warum sie nicht in der Forensischen Psychiatrie sitzen, sondern an den Hebeln der Macht. Sie spielen eine Rolle in der Geopolitik, im globalen Konkurrenzkampf der Staaten und Machtblöcke.

Ich habe große Probleme mit Freunden über die aktuellen Kriege zu diskutieren, da es garvierende Unterschiede im Weltbild gibt. Egal wie kritisch und links sie sich sehen mögen, sie haben Vorstellungen von Ländern, Regionen und Machtblöcken, die ich nicht teile und einfach für nicht zutreffend halte.

"Bei aller Kritik" heißt es gern bei der Beurteilung von Nato, USA, EU und BRD, ist man doch (zumindest heimlich) überzeugt, daß "der Westen" irgendwie für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz, auch für individuelle Freiheiten und für kulturelle und subkulturelle Möglichkeiten steht, die es unter Putin einfach nicht gibt.

Der Westen war nie so frei wie geglaubt, doch nun werden diese Freiheiten abgebaut und den westlichen Staaten droht eine totalitäre Zukunft, die nicht von Putin gemacht wird, sondern von den westlichen Eliten.

Wenn westliche Historiker zu dem Schluß kommen, daß es sich bei Politik Trumps um eine faschistische Politik handelt und auch Israel nicht nur rechtsradikale Politiker in der der Regierung hat, die eine offen rassistische Politik durchsetzen, sollte man das nicht einfach ausblenden.

Ich möchte auch daran erinnern, daß in Deutschland die AfD zur stärksten Partei aufgestiegen ist und von den ehemaligen Volksparteien die Voraussetzungen für einen Überwachungs- und Polizeistaat gelegt hat, die die AfD nur noch übernehmen muß.

Die momentane massive Aufrüstung findet meiner Einschätzung nach nicht wegen des Ukrainekriegs statt. In der Ukraine läuft man sich nur schonmal warm für weitere Kriege, die man jetzt vorbereitet. Diese Aufrüstung würde nicht von der Bevölkerung in Deutschland hingenommen werden, würde es nicht das Feindbild Putin geben. Diese Argumentation der Bedrohung durch den Bösewicht Putin haben auch viele Menschen in meinem Umfeld verinnerlicht.

Wir laufen auf militärische Auseinandersetzungen verschiedener kapitalistischer Staaten und Machtblöcke zu, die allesamt autoritär oder gar faschistisch sind oder werden. Es gibt da keine "Guten", sondern die große Wahrscheinlichkeit einer Eskalation zu einem Weltkrieg.

Ich habe noch viele Gedanken dazu, will mich aber nicht verzetteln.

Ein Ende des Krieges wird einen hohen Preis haben. Ich habe keine Lust mir anzuhören, "das will Putin ja nur!", denn wir müssen das schlucken, wenn wir ein Ende des Blutvergießens wollen. Egal was Putin wollen mag, es macht keinen Unterschied für diejenigen, die in dem diesem globalen Kräftemessen ihr Leben verlieren.

Ich halte es weiterhin für notwendig, diejenigen,die Putins Namen nur mit Beschreibungen wie "Psychopath" nennen, zu fragen, warum sie es bei Netanjahu und Trump nicht genauso tun. Wie kann man den Ukrainekrieg stets nur im Zusammehang mit der (zutreffenden) Formulierung "volkerechtswidriger Angriffskrieg" nennen, ohne dies beim Iran- oder Gazakrieg zu tun, obwohl es da ebenso zutereffend wäre.

Hält man die Kriege für unterschiedlich moralisch? Ist der eine verwerflicher als der andere und man kann wegschauen und braucht die Warlords nicht zu nennen?
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Nikita

Für mich hat nicht die Nato Putin angegriffen und auch nicht die Ukraine hat Putin angegriffen. Putin hat ohne Not die Ukraine angegriffen. Ihm sollte klar gewesen sein, dass er damit die Nato nervös macht und sie sich rüstet. Das ist meine Sicht der Dinge. Der Idiot hat einen Krieg angefangen, den er nicht beenden kann. Wie es den USA vorher bereits passiert ist. Kriege sind nicht schnell zu gewinnen.

 Dass die Nato Waffen schickt, um den Krieg am Laufen zu halten, ist eine Perspektive, aber nicht die einzige. Man kann auch der Auffassung sein, dass sie die Ukraine nicht untergehen lassen möchte, aber auch nicht zu stark eskalieren möchte in Richtung Russland.
 Die massive Aufrüstung in Deutschland, die ich unerträglich finde, ist in den Augen vieler Menschen, denen ich begegne, das richtige Mittel. Putin hat in meinen Augen die Situation mit seinem Krieg argumentativ gekippt. Ohne diesen Krieg wäre eine derartige Aufrüstung nicht möglich gewesen. Ob die deutsche Politikführung und die Nato das voller Freude annehmen und es als sachliche Notwendigkeit verfolgen oder es ungern machen, ist mir ziemlich egal.

Auf Trump und Netanjahu gehe ich hier nicht näher ein, weil sie für mich nicht der Grund des Krieges sind. Wirre Psychopathen sind sie beide und Schlimmeres. Wobei Trump vermutlich zu dumm ist, um Psychopath zu sein. Zusammen mit Putin sind sie faschistische Kriegstreiber, die ihren Vorteil sehen und jederzeit dafür beliebig viele Menschen abschlachten lassen. Egal, ob es die eigenen Landsleute sind oder nicht.

Die Frage nach der(!) oder besser welcher ukrainischen Perspektive ist sehr berechtigt. Die gibt es nicht. So wie es nicht "den Wähler" oder "den Deutschen " gibt. Wenn ich Stimmen von Menschen aus dem Kriegsgebiet höre, wollen sie das der Krieg aufhört Punkt. Über die Bedingungen oder Forderungen habe ich dabei nichts gehört. Er soll bitte bitte aufhören, um jeden Preis. Das ist es, was mir beim Thema Ukrainekrieg fortlaufend im Kopf herumschwirrt.
 Das ist sicher nichts, was die ukrainische Führung mitmachen würde.
Da haben wir schon zwei komplett unterschiedliche Perspektiven.
Die ukrainische Perspektive, von der ich im früheren Posting sprach, ist die politische Führung und die der Soldaten und anderer Menschen, die nicht der Meinung sind, dass der Krieg um jeden Preis aufhören soll. Was nicht heißt, dass es keine anderen Menschen gibt. Der Begriff "ukrainische Perspektive" war zu unspezifisch.

Nikita

Es gibt Hinweise darauf, dass in den zerstörten Gebäuden tatsächlich Zivilisten ums Leben kamen. Die Ukraine bestreitet das und geht von einer militärischen Nutzung der Gebäude aus. Im Gegensatz zu Russland, die immer wieder zivile Gebäude gezielt angreifen, wäre das für die Ukraine ungewöhnlich.

https://www.spiegel.de/ausland/russland-ukraine-krieg-warum-griffen-kyjiws-truppen-ein-studierendenwohnheim-in-luhansk-an-a-988a739b-ae1b-4469-bd92-2d4ad1deee11

ManOfConstantSorrow

Die Informationen, die wir über den Ukrainekrieg oder alle Kriege dieser Zeit haben, sind gefiltert, kleine Ausschnitte und wir können froh sein, wenn sie überhaupt wahr sind. Somit sollten wir vorsichtig sein bei Gesamteinschätzungen der militärischen Lage. Ich bin in militärischen Dingen nicht gebildet und kann nur als Laie zu einer Einschätzung kommen.

Meine Gedanken zur Situation widersprechen einander oftmals. Natürlich bin ich gegen das Gemetzel und immer vergießen dabei die Reichen nicht ihr eigenes Blut, sondern das einfacher Menschen. Und doch war ich im erstem Moment des Krieges froh, wenn die Pläne der Angreifer nicht aufgingen. Putin soll davon ausgegangen sein (so sagt man jedenfalls), die russischen Truppen könnten in wenigen Tagen bis Kiew durchmarschieren und Netanjahu, bzw. in erster Linie Trump, scheint ja gedacht zu haben, ein paar Militärschläge gegen den Iran würden einen Volksaufstand auslösen, der das Regime dort zum Teufel jagt.

Ja, ich hatte mich über den militärischen Widerstand im 1. Moment gefreut. Alles, was danach kam, war für'n Arsch. In der Ukraine und im Iran kam es zu einer nationalistischen Welle mit furchtbaren Auswirkungen. In der Ukraine lebten viele russischstämmige Menschen, so wie überall in ehemaligen Sowjetrepubliken. Diese Menschen haben nichts mit Putin oder dem Krieg zu tun, doch plötzlich würden sie als Feinde angesehen. Noch schlimmer erging es afrikanischen Studenten, die Hals-über-Kopf flüchteten, weil sie bei dem nationalistischen Taumel um Leib und Leben fürchteten.

In Rußland wurde die Friedensbewegung brutal zerschlagen. Das politische Klima wurde immer repressiver und autoritärer. Die soziale Situation verschlechterte sich rapide.

Im Iran hatte das Mullahregime an vielen Fronten zu kämpfen, etnische Minderheiten rebellierten, Frauen kämpften um ihre Rechte, es gab massive Streikwellen. Durch den Israelisch-amerikanischen Angriff brachen die oppostionellen Kräfte ein und es gab einen nationalistischen Schulterschluß mit dem reaktionären Regime gegen den Angriff der verhaßten Imperialisten USA und Israel.

Es ist alles einfach nur falsch und furchtbar. Die Auswirkungen hierzulande sind katastrophal. Hier haben nun auch die Kriegstreiber das Sagen. Die Gewinne von Rheinmetall gehen durch die Decke. Die freiheitlichen Rechte (von denen großteils Ausländer, Frauen und Arme weitgehend ausgeschlossen waren), mit denen die Politiker aber so gern angeben, verschwinden gerade rasant und wir bewegen uns auf autoritäre Verhältnisse zu.

Ich finde es schon müßig, darüber zu streiten, wem die russisch besetzten Gebiete in der Ostukraine gehören, ob die Opfer im Studentenwohnheim zivile oder militärische Opfer waren oder wer das AKW in der Region angegriffen hat oder ob Absicht dahiner steckte oder es nur Friendly Fire war. Es ist egal. Es ist schrecklich.

Diese Aussage ist für mich aber ein Problem:

Zitat von: Nikita am 13:43:24 Mo. 25.Mai 2026Wenn ich als Angegriffener ums Überleben kämpfe...

Das ist eine Behauptung, mit der wir kriegspropagandatechnisch in Stimmung gebracht werden.

Es kommen im Krieg unschuldige Menschen um.
Das ist schlimm aber es ist nicht so, daß es ohne Alternative ist, russische Soldaten zu töten, weil man ansonsten selbst getötet werden würde. Es ist nicht das Kriegsziel Putins, alle Ukrainer zu töten.
Noch einmal: eine Alternative zum Gemetzel wäre es, die weiße Fahne zu hissen.

Der Krieg kann auf absehbare Zeit nicht mit einem militärischen Sieg beendet werden, das heißt, jeden Tag sterben Menschen, wofür ich keinerlei Rechtferigung sehe. Jeder weitere Tote geht auf das Konto derjenigen, die behaupten, der Krieg müsse weitergeführt werden.

Natürlich bin ich nicht begeistert von der Vorstellung, daß die Ukraine dann von einer Regierung von Moskaus Gnaden geführt werden würde.

Ich weiß aber nicht, ob die so großartig schlimmer ist, als eine Regierung von Selenskijs, Merz und Trumps Gnaden wäre.

Die Ukrainer werden am Ende des Krieges nicht von der Freiheit empfangen werden, sondern von einem Land, in dem es schlimmer zugeht, als vor dem russischen Angriff.

Selenskyj würde gewählt, weil er als Schauspieler in der Serie "Diener des Volkes" einen einfachen Menschen spielt, dem der Kragen platzt wegen der Korruption im Land. Doch unter seiner Regierung wurde es schlimmer und die Ukraine wurde zum korruptesten Land Europas.

Nach Beendigung des Krieges würden die Gewinne aus der Landwirtschaft, den Bodenschätzen und den Arbeitskräften großteils nach Rußland abfließen, wenn es die Siegermacht wäre.
Ansonsten wäre die westliche Dominanz wohl auch nicht viel angenehmer: Es wird die Bevölkerung nicht nur unter den ukrainischen Oligarchen zu leiden haben, sondern auch unter US-Amerikanischen und Deutschen Investoren, die sich Bodenschätze und landwirtschaftliche Flächen unter den Nagel reißen. Die Ukrainer werden dann für westliche Konzerne schuften dürfen, da ihre Löhne unter den chinesischen liegen werden.

Es mag zu vereinfacht klingen, aber überall ist es durch die Kriege in der Ukraine (& Iran & im Nahen Osten) schlimmer geworden, außer in den Konzernetagen und im Börscenkasino. Die Regierungen werden korrupter und autoritärer, die Lebensbedingungen der Bevölkerung werden schlechter, viel schlechter. Hier wie da.

Natürlich müssen sie alle weg, die Putins, Trumps, Mullahs, Selenskyjs, Merzs, Netanjahus etc.., doch nicht durch Militärschläge.

Ich halte jede Forderung nach Deeskalation und Verhandlungen für begrßenswert.
Ich bin nicht nur gegen weitere Waffenlieferungen, ich bin auch gegen jede Aufrüstung und Militarisierung hier.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

BGS

Vielen Dank für die treffenden Worte.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
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counselor

ZitatUkraine überführt sterbliche Überreste des Nazi-Kollaborateurs Andrij Melnyk

Fast drei Jahre, nachdem das kanadische Parlament den Waffen-SS-Veteranen Jaroslaw Hunka mit Ehren und stehenden Ovationen gefeiert hatte, hat die Ukraine seinen politischen Vorgesetzten in den Rang eines ,,Nationalhelden" erhoben.

In einer hastig organisierten Zeremonie auf dem Nationalen Militärfriedhof in Kiew am 24. Mai hat die politische und militärische Führung der Ukraine die Asche des ukrainischen Nationalisten, faschistischen Führers und Nazi-Kollaborateurs Andrij Melnyk und seiner Frau Sofia umgebettet. Melnyk war nach seinem Tod im Exil im Jahr 1964 in Luxemburg beigesetzt worden.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2026/06/03/jlex-j03.html
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