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Öffentlicher Dienst => Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung => Thema gestartet von: TagX am 10:37:26 Sa. 19.Mai 2007

Titel: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: TagX am 10:37:26 Sa. 19.Mai 2007
Zitat
...
Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich bislang anscheinend noch nicht am Lehrstellenmarkt bemerkbar.
...
Sorge bereite vor allem die große Zahl der so genannten Altbewerber. "Im Moment sind mehr als die Hälfte der Bewerber junge Leute, die schon mindestens ein Jahr auf eine Lehrstelle warten", so Becker.
...
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6778968_,00.html
Titel: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: unkraut am 11:51:53 Sa. 19.Mai 2007
Die sollen nicht warten sondern sich in die Puschen machen und Eigeninitative zeigen  :D
Dann lernen sie auch gleich wie das mit Eigeninitative bei H4 ist .  8o

Oder arbeiten wo andere Urlaub machen .
Z.B. als Animateur im Kinderklub von XYZ in Tunesien .
Sonne satt , Unterkunft frei , Verpflegung frei  ... was will man mehr .
GD&R

Scheiß was auf eine anständige Ausbildung , das Leben kann so schön sein  :P

CU unkraut
Titel: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:43:37 So. 22.Juli 2007
Rund zwei Drittel der Metallbetriebe bieten keine Ausbildungsplätze an. Nur 34,4 Prozent der Stahl- und Metallbetriebe bilden aus. In der Textil- und Bekleidungsindustrie, die ebenfalls zum Organisationsbereich der IG Metall gehört, bieten drei Viertel der Betriebe keine Ausbildungsplätze an, nur 25,5 Prozent bilden aus. (Angaben der Bundesagentur für Arbeit nach "metall direkt").
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Kuddel am 13:23:49 Di. 20.April 2010
IHK-Unternehmensbefragung Ausbildung 2010: Azubis werden bereits Mangelware

Auszubildende werden knapp, die Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Das zeigt die Ausbildungsumfrage 2010 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Die Zahl der Jugendlichen, die sich für eine duale Ausbildung bewerben, sinkt: Die Zahl der Schulabgänger geht nach Angaben des DIHK bei den Haupt- und Realschülern, den wichtigsten Nachfragern nach Ausbildungsplätzen, in diesem Jahr um 4 Prozent zurück. Zum anderen steigt die Quote der Studienanfänger kontinuierlich.

Diese demographische Seite wird, so die befragten Unternehmen, noch verstärkt durch mangelnde Ausbildungsreife bei den jugendlichen Bewerbern: 48 Prozent der Unternehmen sind nicht zufrieden mit der Leistungsbereitschaft, 46 Prozent der Ausbildungsbetriebe konstatieren ungenügende Disziplin und 44 Prozent berichten von mangelnder Belastbarkeit.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben stellt entsprechend fest, dass die Unternehmen "in Reaktion auf die angespannte Bewerbersituation und die mangelnde Ausbildungsreife" immer mehr zu "Reparaturbetrieben" würden. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen organisiere bereits Nachhilfe in Unternehmen "in unterschiedlichster Form".

http://www.betriebsratspraxis24.de/aktuelles/?aktuelles_id=179104 (http://www.betriebsratspraxis24.de/aktuelles/?aktuelles_id=179104)
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Alex22 am 13:34:32 Di. 20.April 2010
Es gibt aber auch das Problem, dass immer mehr junge Menschen nicht ausbildungsfähig sin, da sie die Mindestanforderungen nicht erbringen können.
Eignungstest, die vor 20 Jahren in ihrer Art die Regel waren sind heute Hürden.
Irgendwie passt es nicht, wie die Situation in den Medien dargestellt wird.
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: schwarzrot am 14:02:30 Di. 20.April 2010
Zitat
Es gibt aber auch das Problem, dass immer mehr junge Menschen nicht ausbildungsfähig sin, da sie die Mindestanforderungen nicht erbringen können.
Ich wär mit solchen aussagen sehr vorsichtig:
Schon immer haben die chefs über ihre arbeiter gemosert, 'nicht schnell genug', 'nicht schlau genug', 'von alleine keinen antrieb', 'faul', etc.
Wenn du dir berichte aus den 50igern 60igern usw anschaust, immer die gleiche leier.
Wenn es eine kultur des jammerns gibt, dann bei chefs (und ihren lobbyverbänden).

Und dass eignungstests von vor 20 jahren heute nicht mehr klappen, kann ich verstehen. Einen lehrling von damals will aber auch kein cheffe heute einstellen, da sind ganz andere fähigkeiten notwendig als damals (ich möchte mal einen von vor 20 jahren sehen, wenn chef ihm einen pc vor die nase setzt!).

Daneben, schau dir mal heute bewerbungsanzeigen an, da kannste von glück reden, wenn nicht auch noch ein pilotenschein verlangt wird -für bauarbeiter!
Kann mir gut vorstellen, dass den cheffes ihre bewerber heutzutage nicht genug können. Da hilft einfach mal die eigenen erwartungen auf ein realistisches niveau zu setzen, schliesslich soll der bewerber ja im betrieb was lernen und nicht schon alles können.

Auf der anderen seite ist es gewollt, dass sämtliche bildungsideale den RTL/SAT1-lokus runtergehen.
Da sollte mensch sich dann mal entscheiden...
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Arwing am 16:38:33 Di. 20.April 2010
Hallo Schwarz-Rot: Deinen Ausführungen kann ich mich nur bedingt anschließen. Ich erlebe es sehr oft, dass die Jugendlichen meist sehr schlecht gebildet sind und an der Abendschule sollten wir aus dem Abiturlehrgang mal freiwillig einer Klasse von 18-25 Jährigen helfen (die den Realschulabschluß nachholen), bedingt durch Lehrerausfall vor einer Klausur, die Mathematik der Klasse neun und zehn etwas zu erläutern. Die sind da z.B. grandios an Flächenberechnung gescheitert. Sie fanden es sehr schwer die Fläche eines Quadrates oder eines Kreises zu berechnen :tongue:
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: antonov am 16:58:32 Di. 20.April 2010
vielleicht liegt es daran das es zu lang her ist, hmm

wann lernt man das ? irgendwo zwischen 4. und 6. klasse glaub ich

das liegt dann aber am bildungssystem oder am allgemeinen verblödungssystem und nicht weil die kinder heute dümmer sind als früher
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Arwing am 17:50:22 Di. 20.April 2010
nein, es ging nur um etwas Üben vor deren Klausur, da es schon wochenlang vorher Thema war. Aber die hatten schlichtweg kein Interesse und sind es durch die von dir zitierte Verblödungsgesellschaft, @Antonov, nicht mehr gewöhnt ihren Verstand zu benutzen :(
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: vampyrella am 23:34:08 Di. 20.April 2010
Kommt sowas überhaupt dran? In einer Abiturklasse?  >:D Mal frech gefragt. Das ist doch so'n Pipifax das dürfte doch da keine Rolle mehr spielen.

Ich denke auch, so dumm sind viele gar nicht. Nur zu unmotiviert. Da kann man schon in der Schule aufbauen. Wenn das Personal dazu da wäre.

Zitat
eigenen erwartungen auf ein realistisches niveau zu setzen, schliesslich soll der bewerber ja im betrieb was lernen und nicht schon alles können

Im Einzelhandel wird das teilweise erwartet, da schmeisste das 1.Lehrjahr Azubi schonmal den Laden alleine- bist ja günstiger als ein ausgelernter.

Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Arwing am 04:34:58 Mi. 21.April 2010
Nein, im Abitur sind so einfache mathematische Sachverhalte nicht wirklich Unterrichtsthema. Aber in den niedrigstufigen Realabschlußklassen der jungen Erwachsenen ist Flächenberechnung noch Thema des Unterrichtsstoffes und daran scheitern diese Schüler dann zum Großteil. Die Klausur ist in der Realabschlußklasse übrigens fast durchgehend mit einem Ungenügend für jeden ausgefallen.

O-Ton der Schüler: „Wir haben voll die krass schwere Mathearbeit gehabt. So Quadrate berechnen und so, ey." Und das war keine Ironie in Anbetracht vieler Sechsen, sondern eine ernste Aussage.
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Alex22 am 13:45:03 Mi. 21.April 2010
Mich interessiert nicht das Gejammer von Chefs.
16 jährige ohne Grundbildung in Physik und Chemie können die Ausbildung im Betrieb (HANDWERK) nicht schaffen.
Sie haben die Kenntnisse oft nicht erworben, weil sie kein Interesse hatten und haben.
Wenn ich mit jungen leuten spreche, dann wissen die oft sehr viel, aber nicht was wichtig ist.

TV und andere Ablenkungen stiehlt diesen Menschen die Zeit. Sie merken es erst wenn es zu spät ist.
Wenn ich allerdings sehe, wie sehr sich Leistung lohnt, dann verstehe ich die jungen Leute und ihre Verweigerung.

Allerdings könnten die Eltern und die Familie Werte vermitteln, die nicht an die alleinige Ausnutzbarkeit als Lohnsklave gebunden sind.

Ich machte vor 8 Jahren eine Umschulung. IN meiner Klasse waren Facharbeiter, die als Zeitsoldaten tätig waren. Sie mogelten was das Zeug her gab. (Sie betrogen sich selbst)
Ich war der Älteste in der Klasse. Mein Englisch war das beste, ich konnte Formeln umstellen, ich übte und suchte die Dinge zu verstehen. Die meisten anderen suchten Wege zum Betrug.
Alle waren sie ca 10 Jahre jünger als ich.
Bei der Prüfung vor der IHK bekamen sie ihr "Dummheitszertifikat".
Was hat mir der gute Abschluss gebracht?
Nichts für das Berufsleben.
Diese "Bürger in Uniform" erhielten vollen Sold. Ich hatte ein Taschengeld.

Meine Kinder meinen dennoch, dass es gut war, die Ausbildung zu machen und zu bestehen.
Sie schafften ihre Ausbildung auch gut.
Sie sind nicht intelligenter als andere Kinder, nur ihre Einstellung ist erfolgreicher.
Motivation beginnt nach der Geburt und wird von den Eltern, Kindergarten und der Schule mit Energie versorgt.

Heute ist aalles nur noch ein JOB. Berufung ist out.

Ich nenne das Dekadenz.


Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:15:45 Sa. 25.September 2010
Erst werden Schul- und Berufsausbildung kaputtgespart, dann wundert man sich über der Folgen.

Zitat
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befürchtet durch den zunehmenden Fachkräftemangel Schäden für Deutschland in Milliardenhöhe. Der Wirtschaft fehlten rund 400.000 Ingenieure und gut ausgebildete Facharbeiter, sagte DIHK-Präsident Driftmann der "Rheinpfalz am Sonntag". Dadurch verzichte Deutschland jährlich auf eine Wertschöpfung von rund 25 Milliarden Euro. Nach seinen Worten wird sich die Situation aus demographischen Gründen in den kommenden fünf Jahren noch verschärfen. Er plädierte dafür, die Aus- und Weiterbildung und die Integration älterer Beschäftigter zu verbessern.
http://www.dradio.de/nachrichten/ (http://www.dradio.de/nachrichten/) Samstag, 25. September 2010 18:00 Uhr
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: arm+alt2 am 12:06:43 Mo. 04.Oktober 2010
Das kann halt passieren, wenn man Jahrelang die "Alten" in Frührente oder Arbeitslosigkeit schickt und die jungen Fachleute durch miese Arbeitsbedingungen und lächerliche Gehälter ins Ausland jagt.
In der Firma gegenüber arbeiten 2 deutsche Werkzeugmachermeister. Die sind top (ich hab ja auch mal Werkzeugmacher gelernt).
Die verdienen hier zwar nur die Hälfte wie in DE, aber leben davon doppelt so gut.
In Kiel wurden sie entlassen, weil sie schon über 45 Jahre alt waren.
Titel: Re:Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Kuddel am 14:31:03 Fr. 29.August 2014
Zitat
Auszubildende
Gehen oder gegangen worden

Azubis plagen über seelische Leiden und schlechte Arbeitsbedingungen. Pädagogin Sabine Waldmann kritisiert mangelnde Geduld und Willen, um Auszubildenden individuelle Hilfe auf ihrem Ausbildungsweg zu geben.


Dreimal hat der junge Mann bereits die Ausbildung abgebrochen. Die Eltern resignierten schon. Dann wurde die Berufspädagogin Sabine Waldmann auf den Fall aufmerksam. Kurze Zeit später stellten Ärzte eine verminderte Aufnahmefähigkeit fest.  Mit Hilfe der Ausbildungsbegleiterin Waldmann wechselt der junge Mann die Branche und schafft einen guten Abschluss. Für Waldmann bestätigt sich an diesem Beispiel ihre lange Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen: „In unserer Gesellschaft fehlen die Geduld und der Wille, Auszubildenden individuelle Hilfe auf ihrem Ausbildungsweg zukommen zu lassen.“

28 Prozent leiden an psychischen Erkrankungen

Knapp jeder vierte Azubi in Deutschland  – 24,6 Prozent – beendet seine Lehre ohne einen Abschluss oder wechselt den Betrieb. Häufig heißt es dann, die jungen Menschen heutzutage seien gar nicht ausbildungsreif. Es mangele an Grundlagen wie Lesen, Schreiben, Rechnen. Kaum ein anderes Stigma lastet heute so schwer auf den Menschen wie das des „Abbrechers“.

Das vielzitierte Bild des „ausbildungsunreifen“ Azubis hält Waldmann für Quatsch: „Das hat ganz oft was mit Krankheiten zu tun. 28 Prozent der Azubis, die wir betreuen, leiden an diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Viele von ihnen haben Depressionen.“ Für diese stillen Leiden gebe es gerade in Branchen, in denen ein grober Umgang herrscht – wie dem Baugewerbe oder der Gastronomie – keine Sensibilität: „Die Ausbilder kennen sich mit psychischen Erkrankungen meist überhaupt nicht aus. Die wundern sich dann natürlich, warum die Azubis nicht so funktionieren, wie sie sollten.“

Verstöße in der Gastronomie

Das Frankfurter Sorgenkind ist das Hotel- und Gastronomiegewerbe. Ganze 16,4 Prozent brechen in dieser Branche IHK-Statistiken zufolge ihre Ausbildung ab. Fabian Wagner vom DGB-Jugendbüro Hessen-Thüringen spricht von einer „schlechten Ausbildungsqualität“ im Gastro-Bereich. „Dort wird besonders häufig gegen Gesetze verstoßen.“ Auch die Vergütungen müssten steigen, fordert Wagner. Befragungen des DGB zeigen, dass 7,7 Prozent aller angehenden Köche pro Woche mehr als 20 Überstunden machen. Die große Mehrheit der Gastro-Azubis macht zwischen elf und 20 Stunden Mehrarbeit. So gesehen kann der viel beklagte Fachkräftemangel kaum verwundern. Waldmann kann Auszubildende, die einknicken, gut verstehen: „Lehrlinge in der Gastronomie müssen häufig Überstunden machen. Rechtliche Regelungen werden von den Betrieben nicht eingehalten. Manche Chefs verhindern systematisch die Aufstiegsmöglichkeiten ihrer Zöglinge.“
http://www.fr-online.de/frankfurt/auszubildende-gehen-oder-gegangen-worden,1472798,28260006.html (http://www.fr-online.de/frankfurt/auszubildende-gehen-oder-gegangen-worden,1472798,28260006.html)
Titel: Re: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Kuddel am 11:43:23 Do. 18.November 2021
Lehrstellen fehlen? Ausbildungswillige fehlen?

Zitat
Mangel an Bewerbungen
Fast 40 Prozent der Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt
Viele Firmen haben in diesem Jahr vergeblich nach Azubis gesucht. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe und die Bauwirtschaft.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/azubis-fast-40-prozent-der-ausbildungsplaetze-bleiben-unbesetzt-a-a52369ab-040d-4fdd-97d0-0f42e4dcbd95

Warum wohl?

Titel: Re: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: counselor am 16:19:24 Do. 18.November 2021
Liegt an den Arbeitsbedingungen und in Kleinbetrieben ist die Ausbildung oft schlecht.
Titel: Re: Alle Jahre wieder: Lehrstellen fehlen
Beitrag von: Tiefrot am 16:25:55 Do. 18.November 2021
Vergessen wir mal die Zugangsvoraussetzungen nicht.