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Neuigkeiten + Diskussion => (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen => Thema gestartet von: Just B U am 14:36:47 Mi. 25.Januar 2017

Titel: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 14:36:47 Mi. 25.Januar 2017
Möchte mal einen "Allgemeinen" Trööt zur Türkei eröffnen für die täglichen Meldungen des Demokratie-Abbaues und Diktatur-Aufbaus bzw. dem Aufbau eines islami(sti)schen "Gottes"staates  dort.
Und auch über die damit zusammenhängenden Geschehnisse die parallel dazu  hier in D-land stattfinden.
Stichwort DTIB, z. B.... etc.

Zitat
Charles Darwin fliegt aus türkischen Lehrplänen

24. Jänner 2017, 12:03 575

Säkularismus und Atheismus werden als Krankheit eingestuft 

Für die Regierungskritiker ein weiterer Beweis dafür, dass das Land islamisiert werden soll Istanbul – "Säkularismus", "Wiedergeburt" und "Atheismus" sollen in Religionsbüchern als "problematische Überzeugungen" und als "Krankheiten" eingestuft werden.
Die Evolutionstheorie von Charles Darwin muss aus den gymnasialen Lehrplänen gestrichen werden. Der Gründer der laizistischen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, soll immer mehr aus den Unterrichtsinhalten verschwinden.

Diese Neuerungen in den türkischen Lehrplänen kündigte nun Bildungsminister Ismet Yilmaz an. Zwar handelt es sich noch um Vorschläge, doch geht es nach dem Willen des Bildungsministeriums, soll das Maßnahmenpaket bereits ab Februar in Kraft treten. Kulturkrieg Damit würde dann umgesetzt werden, was Säkularisten in der Türkei schon seit langer Zeit fürchten: Die islamisch-konservative AKP-Regierung stärkt Schritt für Schritt die religiösen Inhalte in Bildungsanstalten, indem sie etwa den Kreationismus unterstützt. Der Kreationismus lehnt die Evolutionstheorie ab und geht davon aus, dass alle Arten von Gott geschaffen wurden (...)

http://derstandard.at/2000051414165/Charles-Darwin-fliegt-aus-tuerkischen-Lehrplaenen (http://derstandard.at/2000051414165/Charles-Darwin-fliegt-aus-tuerkischen-Lehrplaenen)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 14:51:55 Mi. 25.Januar 2017
Na endlich!

Zitat
Deutschland stoppt Rechtshilfe für Türkei

Präsident Erdoğan verfolgt Kritiker auch im Ausland. Damit ist in Deutschland jetzt Schluss: Behörden beenden die Zusammenarbeit bei politisch motivierten Verfahren.

Von Ronja Ringelstein     25. Januar 2017     Erschienen im Tagesspiegel

Als Ali Cebir auf seiner Facebook-Seite pro-kurdische Artikel teilte und den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan dort einen Dieb und Mörder nannte, hatte er nicht mit den Folgen gerechnet: Anfang Januar erhielt der seit 18 Jahren als anerkannter Asylbewerber in Deutschland lebende Türke eine Ladung zu einem Vernehmungstermin des Amtsgerichts Elmshorn in Schleswig-Holstein. "Die Vernehmung erfolgt auf Ersuchen der Republik Türkei. Ihnen wird eine mehrfache Beleidigung des Staatspräsidenten vorgeworfen", heißt es in dem Schreiben. Das Gericht Elmshorn leistet dem türkischen Staat damit so genannte Rechtshilfe.

Doch damit soll jetzt Schluss sein: Die Bundes- und Landesjustizministerien sind in einer gemeinsamen Besprechung vergangene Woche übereingekommen, dass Deutschland der Türkei künftig keine Rechtshilfe leistet, wenn es um politische Taten geht. Das sagte eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums (BMJV) auf Anfrage dem Tagesspiegel.   (...)

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/recep-tayyip-erdogan-deutschland-rechtshilfe-tuerkei-stopp (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/recep-tayyip-erdogan-deutschland-rechtshilfe-tuerkei-stopp)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 18:30:04 Sa. 28.Januar 2017
Zitat
Militär: Dutzende türkische Soldaten beantragen Asyl in Deutschland

"Schicken sie nicht zurück"


28. Januar 2017, 12:16 Uhr

Berlin/Athen (dpa) - Kurz vor der Türkei-Reise von Kanzlerin Angela Merkel gibt es Berichte, dass etwa 40 in Nato-Einrichtungen stationierte türkische Soldaten in Deutschland Asyl beantragt haben.

Dabei handelt es sich nach Informationen des "Spiegel" und des ARD-Magazins "Report Mainz" größtenteils um ranghohe Militärs. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie das Bundesinnenministerium betonten dem "Spiegel" zufolge, der Fall der Offiziere werde behandelt wie andere Asylfälle auch.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist heikel, da Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag - einen Tag vor dem EU-Gipfel auf Malta - zu politischen Gesprächen in die Türkei reist.

 (...)

Der griechische Verteidigungsminiter Panos Kammenos geht davon aus, dass die Zahl der türkischen Offiziere, die in Europa Asyl beantragt haben, noch viel höher ist. "Es sind mehr als 400 (türkische) Offiziere, die Asyl beantragt haben", sagte er dem griechischen Sender Skai am Samstag. Das habe er aus Nato-Kreisen in Brüssel erfahren.   

(...)



http://www.zeit.de/news/2017-01/28/militaer-dutzende-tuerkische-soldaten-beantragen-asyl-in-deutschland-28084204 (http://www.zeit.de/news/2017-01/28/militaer-dutzende-tuerkische-soldaten-beantragen-asyl-in-deutschland-28084204)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 11:28:09 Di. 14.Februar 2017
Es ist nicht zu fassen.
Wieso darf der das?
Wieder eine Aktion im Rahmen der erfolgreichen Erpressung mit dem "Flüchtlingsdeal?"

 
Zitat
Werbung für Erdogans Referendum

Türkischer Ministerpräsident kommt nach Oberhausen

Oberhausen: Türkischer Ministerpräsident Binali Yildirim macht Werbung für Erdogan



Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim während einer Pressekonferenz der UN am 10. Februar. Er wird am Samstag, 18. Januar 2017, in Oberhausen erwartet. FOTO: afp, OZN

Essen. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim wird einem Bericht zufolge an diesem Samstag in der Oberhausener König-Pilsener-Arena erwartet. Dort wolle er für das Referendum werben, mit dem Präsident Erdogan seine Macht ausbauen will.

Den Besuch bestätigte die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Veranstalter des Treffens, zu dem 10.000 Besucher erwartet werden, ist demnach die türkische Regierung. Offizieller Anlass für Yildirims Deutschlandbesuch ist laut UETD dessen Teilnahme an der Sicherheitskonferenz in München.
 (...)

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/oberhausen-tuerkischer-ministerpraesident-binali-yildirim-macht-werbung-fuer-erdogan-aid-1.6606125 (http://www.rp-online.de/nrw/panorama/oberhausen-tuerkischer-ministerpraesident-binali-yildirim-macht-werbung-fuer-erdogan-aid-1.6606125)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 11:44:12 Di. 14.Februar 2017
Es ist nicht zu fassen.
Wieso darf der das?

Weil wir eine Demokratie sind, tatsächlich eine Demokratie! Das muss eine
Demokratie aushalten. Sonst wären wir keinen Deut besser als "Erdowahn"!
Bei dem Verfassungsreferendum am 16. April entscheiden auch die Türken, die in Deutschland leben mit, da muss unsere Demokratie durch.

Was man als Bürger davon hält, nämlich nichts, ist eine andere Sache. Auch der
Flüchtlingsdeal mit der Türkei gehört in die (http://www.gif-paradies.de/gifs/gegenstaende/muelltonnen/muelltonne_0008.gif), sowie einige Politiker in DE gleich mit.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagmar am 11:49:40 Di. 14.Februar 2017
Mensch Sunlight, Du hast leider Recht. Aber ich finde es ebenfalls haarsträubend was diesem Autokraten ermöglicht wird. Aber mir fällt es selber sehr schwer, zu wissen, dass wir anders sein müssen und solchen Personen die Öffentlichkeit / Werbung  ermöglichen sollen ....

Gruß von Dagmar
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 12:03:51 Di. 14.Februar 2017
Es passieren in unserem Land schon haarsträubende Dinge. Aber wenn sich unser
Land mit einem Diktator übelster Sorte auf eine Stufe stellen würde
, würde ich an
der Demokratie und dem Verstand unserer Politik zweifeln. Das hier keine Missverständnisse
aufkommen, halte die jetzige Politik für die (http://www.gif-paradies.de/gifs/gegenstaende/muelltonnen/muelltonne_0008.gif) Aber unabhängig davon, muss eine Demokratie fähig
sein mit solchen Machthabern umzugehen. Was man selbst davon hält, andere Baustelle.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:04:42 Di. 14.Februar 2017
Zitat
Weil wir eine Demokratie sind, tatsächlich eine Demokratie! Das muss eine Demokratie aushalten.
Ach so! Aber eine lächerliche Tapete in der Südkurve hält eine Demokratie nicht aus, oder was? >:(
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 12:19:34 Di. 14.Februar 2017
Zitat
Weil wir eine Demokratie sind, tatsächlich eine Demokratie! Das muss eine Demokratie aushalten.
Ach so! Aber eine lächerliche Tapete in der Südkurve hält eine Demokratie nicht aus, oder was? >:(

Auch hier kritische Sichtweise! Hier das, was beim BVB passiert ist:

(http://img.zeit.de/sport/2017-02/dortmund-dans/wide__923x519__desktop)

Lächerliche Tapete? Hm, da kann man tatsächlich geteilter Meinung sein,
ob sich das noch mit Meinungsfreiheit und Demokratie abdecken lässt.
Zumal auch viele Familien mit Kindern das Stadion besuchen. Wollen wir
tatsächlich wieder Schlachten, wie sie schonmal da waren?
Randalieren mit Steinen und Flaschen auf Polizisten und Leipziger Fans,
wollen wir so etwas tatsächlich? Ich nicht und ich erwarte, dass das ein
einmalig Ereignis war.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:30:18 Di. 14.Februar 2017
Meine Fresse, Langeweile? >:(
Deine Probleme hätte ich auch gerne mal! >:(

(https://www2.pic-upload.de/img/32681178/Bhmerman.jpg) (https://www.pic-upload.de/view-32681178/Bhmerman.jpg.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagmar am 12:33:11 Di. 14.Februar 2017
Hallo Ihr beiden,
beim Lesen der Beiträge fällt mir so richtig auf, wie ich - obwohl mich die Türkei nur am Rande in meinem Leben betrifft - auf wie sehr ich da Emotionen empfinde. Ich ärgere mich über die Machenschaften des Autokraten, der derzeit wohl alle Menschen mit Hirn inhaftiert. Ich ärgere mich über Fußballfans die den Sport vergessen und ihren Frust über solche Tapeten ausleben.

Nur, ob es bei den Veranstaltungen für Erdogan wirklich friedlich geht bewage ich zu bezweifeln. Ich bin mir sicher, dass die Beschimpfungen der einzelnen Gruppen ähnlich primitiv sein dürften wie die auf den Transparenten.

Und ich sehe es auch so: wir brauchen in keinem Land der Welt auf den Strassen Prügeleien und Randala - eben genau das hatte ich gehofft nicht erleben zu müssen als Geburtsjahrgang der 60er. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wir uns mit Strassenschlachten oder Aggressionen in Fußballstadien (ich war lange Jahre bei der Security 1. und 2. Bundesliga) aussetzen müssen.

Eigene Probleme, innerer Frust und viel Unzufriedenheit mit Systemen - überall auf der Welt - gehen in Provaktioonen über, die Menschen schädigen. Alles das ist für mich ein Kreislauf, dem wir nicht mehr Herr werden.

Lieben Gruß von einer, die jetzt in Euren Augen vielleicht naiv dasteht
Dagmar
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 12:39:33 Di. 14.Februar 2017
Zitat
dagmar
Und ich sehe es auch so: wir brauchen in keinem Land der Welt auf den Strassen Prügeleien und Randala - eben genau das hatte ich gehofft nicht erleben zu müssen als Geburtsjahrgang der 60er. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wir uns mit Strassenschlachten oder Aggressionen in Fußballstadien (ich war lange Jahre bei der Security 1. und 2. Bundesliga) aussetzen müssen.

Eigene Probleme, innerer Frust und viel Unzufriedenheit mit Systemen - überall auf der Welt - gehen in Provaktioonen über, die Menschen schädigen. Alles das ist für mich ein Kreislauf, dem wir nicht mehr Herr werden.

Bin ich bei dir! Wollte solche Bilder auch nicht mehr sehen müssen. Halte nichts
von Gewalt, egal welcher Art, gegen wen sie sich richtet und wo auf der Welt
sie stattfindet. Deshalb kann ich sie in DE auch nicht befürworten. Erst recht
nicht, wenn sie durch bewußte Provokationen ausgelöst werden.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 12:52:54 Di. 14.Februar 2017
Also,...ich wüsste kein Land - egal ob demokratisch oder nicht - welches mehrere riesige Wahlwerbeveranstaltungen in eigens dafür angemieteten Stadien erlaubt, die von einem FREMDEN Land und dessen Regierung veranstaltet werden.
Und welches dann auch noch für immense Sicherheitsvorkehrungen sorgt und (!) auch noch finanziell aufkommt.
Bzw. seine Bürger, durch ihre STeuern.

Mal ganz davon abgesehen, dass viele dieser türkischstämmigen Teilnehmer und Erdogan-Fans  Erdogan und seine Politik ja  offensichtlich SO toll finden:
Klar, hier gibts u. a.  Meinungsgsfreiheit. Pressefreiheit und Demonstrationsfreiheit und HIER demonstrieren und werben sie - unter anderem - für eben die Abschafffung all dessen und für Erdogan als "Führer" der Türkei und für die Einführung der Todestrafe(!) dort!
Gehts noch?


Wenn jemand von Euch noch so ein Land kennt, nur raus damit...



Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 13:06:32 Di. 14.Februar 2017
Also,...ich wüsste kein Land - egal ob demokratisch oder nicht - welches mehrere riesige Wahlwerbeveranstaltungen in eigens dafür angemieteten Stadien erlaubt, die von einem FREMDEN Land und dessen Regierung veranstaltet werden.
Und welches dann auch noch für immense Sicherheitsvorkehrungen sorgt und (!) auch noch finanziell aufkommt.
Bzw. seine Bürger, durch ihre STeuern.

Mal ganz davon abgesehen, dass viele dieser türkischstämmigen Teilnehmer und Erdogan-Fans  Erdogan und seine Politik ja  offensichtlich SO toll finden:
Klar, hier gibts u. a.  Meinungsgsfreiheit und Pressefreiheit und HIER demonstrieren und werben sie - unter anderem - für eben die Abschafffung derselben und für Erdogan als "Führer" der Türkei und für die Einführung der Todestrafe(!) dort!
Gehts noch?
Wenn jemand von Euch noch so ein Land kennt, nur raus damit...

Hier bin ich auch bei dir! Aber was ist die Alternative dazu? Käme eine
andere Reaktion nicht auch dem auf eine Stufe stellen mit Erdowahn gleich?  ???
Alles Fragen, die sich mir sofort stellen! Da bei uns Demokratie, gibt bei uns
das Grundgesetz keinerlei Möglichkeiten des Verbots her, ohne das Grundrechte
verletzt werden. Gegen die Verletzung der Grundrechte wehren wir uns einerseits,
anderseits wollen wir sie beschneiden. Ein Widerspruch für mich! Sollte die Türkei
tatsächlich die Todesstrafe einführen, erst dann wäre sie nicht mehr tragbar für mich
und würde Reaktionen erfordern. Hier wäre für mich die Grenze als Demokrat erreicht.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 13:15:22 Di. 14.Februar 2017
sunlight schrieb:
 
Zitat
Aber was ist die Alternative dazu? Käme eine
andere Reaktion nicht auch dem auf eine Stufe stellen mit Erdowahn gleich? 

Nö.
Ich finde, dass kannst Du absolut nicht vergleichen.


Wenn es wirklich keine Möglichkeit geben sollte, solches in D-land  zu verbieten bzw. nicht zu erlauben, (wovon ich derzeit nicht überzeugt bin)  dann sollen

von mir aus die Erdogan-Fans samt ihres MPs ihre Wahlwerbeveranstaltung durchführen, aber dann irgendwo in der "Walachei", also auf igendeiner Wiese...und diese gefälligst auch SELBST finanzierern und organisieren...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 13:25:01 Di. 14.Februar 2017
Wenn es wirklich keine Möglichkeit geben sollte, solches in D-land  zu verbieten bzw. nicht zu erlauben, (wovon ich derzeit nicht überzeugt bin)  dann sollen

von mir aus die Erdogan-Fans samt ihres MPs ihre Wahlwerbeveranstaltung durchführen, aber dann irgendwo in der "Walachei", also auf igendeiner Wiese...und diese gefälligst auch SELBST finanzierern und organisieren...

Auch hier Zustimmug, die Finanzierung sollte komplett die Türkei tragen müssen.
Sehe ich auch so und bin ziemlich gespalten dabei, dass die Kosten durch deutsche
Steuerzahler bezahlt werden. Dagegen!!!

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:30:35 Di. 14.Februar 2017
Zitat
Da bei uns Demokratie, gibt bei uns das Grundgesetz keinerlei Möglichkeiten des Verbots her, ohne das Grundrechte verletzt werden.
Glaubst du das, was du hier schreibst allen ernstes selber?
Ein Verbot der PKK war für unsere ach so tolle Demokratie kein Problem!
Waffenlieferungen an die Türkei (u.a. Leopard- Panzer), die eingesetzt wurden um die kurdische Bevölkerung zu bekämpfen, waren für unsere ach so tolle Demokratie kein Problem!


Zitat
Sollte die Türkei tatsächlich die Todesstrafe einführen, erst dann wäre sie nicht mehr tragbar für mich und würde Reaktionen erfordern.
Ach so! Kurdische Dörfer plattbomben ist für Dich kein Problem? Massive Menschenrechtsverletzungen und Folter in türkischen Knästen; kein Problem? Unterstützung des IS; kein Problem? Tolle Demokraten!
Geht mal schön weiter Lampen putzen! >:(
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 13:54:25 Di. 14.Februar 2017
Zitat
Rudolf Rocker
Ein Verbot der PKK war für unsere ach so tolle Demokratie kein Problem!
Waffenlieferungen an die Türkei (u.a. Leopard- Panzer), die eingesetzt wurden um die kurdische Bevölkerung zu bekämpfen, waren für unsere ach so tolle Demokratie kein Problem!

 ??? Rudi, soll ich das Grundgesetz ändern, oder was erwartest du von mir?
Nochmal, ich finde unsere Politik alles Andere als gut. Habe ich auch wiederholt
schon geschrieben.  Was hat das jetzt dem Verfassungsreferendum am 16. April 2017
zu tun?  ;) Andere Meinungen zu zu lassen, ist übrigens auch eine Errungenschaft
der Demokratie.


Zitat
Rudolf Rocker
Ach so! Kurdische Dörfer plattbomben ist für Dich kein Problem? Massive Menschenrechtsverletzungen und Folter in türkischen Knästen; kein Problem? Unterstützung des IS; kein Problem?


 ::) Wo habe ich das geschrieben? Nirgendwo, also Blödsinn!
 Was hat das jetzt dem Verfassungsreferendum am 16. April 2017
zu tun?

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 19:16:33 Di. 14.Februar 2017
Mal was, so zur "Veranschaulichung":

Deutsche Parlamentarier durften 2016 deutsche Soldaten auf ihrem Stützpunkt  in der Türkei nicht besuchen, auf Geheiß von Erdowahn.
(Nicht dass ich das in irgendeiner Form gut finden würde das deutsche (oder andere)  Soldaten überhaupt irgendwo stationiert sind!)
Aber Wahlkampf - für eine türkische Diktatur inkl. Todesstrafe und ihn als türkischen Diktator  - in Deutschland ist okay, oder wie?   kotz

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagobert am 19:45:32 Di. 14.Februar 2017
Deutsche Parlamentarier durften 2016 deutsche Soldaten auf ihrem Stützpunkt  in der Türkei nicht besuchen, auf Geheiß von Erdowahn.
Im Zusammenhang mit der Armenien-Resolution hat sich der türkische Hitler-Verschnitt auch als Vorzeige-Demokrat gezeigt:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328058.0 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328058.0)
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=22958.msg319486#msg319486 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=22958.msg319486#msg319486)

Ich denke, das hätte durchaus für ein Einreiseverbot gereicht.
Auch eine Demokratie muss sich nicht alles gefallen lassen.

Aber die Bundesregierung will wohl nicht.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:55:56 Di. 14.Februar 2017
Beim Demokratieverständnis des deutschen Bürgertums werde ich immer ganz blass vor Entsetzen!
Scheiben klirren und ihr schreit! Menschen sterben und ihr schweigt!
Zu Kinderkacke (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328516.msg326519#msg326519) die Fresse aufreißen und zu Halim Dener (https://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/hintergrund/verbot/2003/ausstellung/gefallene/03.htm) schweigen! Diese dreiste Verlogenheit kotzt mich so dermaßen an!! >:(
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:00:50 Di. 14.Februar 2017
Erdogan ist ein Verbrecher - Merkel ist nicht besser!
Die brd ist Handlanger und Unterstützer des türkischen faschistischen Erdoganregimes und es werden in der brd türkische und kurdische Revolutinäre verfolgt und kriminalisiert. Die gewonenen Daten und erkenntnisse reict das brd Regime an den türkisch faschistischen Staat weiter.
So wie die brd und NATO Terroristen sich in der Ukraine der Faschisten bedienten zur Durchsetzung ihrer Interessen, so wird das Gleiche auch in der Türkei gemacht.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Sunlight am 01:08:12 Mi. 15.Februar 2017
Beim Demokratieverständnis des deutschen Bürgertums werde ich immer ganz blass vor Entsetzen!
Scheiben klirren und ihr schreit! Menschen sterben und ihr schweigt!
Zu Kinderkacke (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328516.msg326519#msg326519) die Fresse aufreißen und zu Halim Dener (https://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/hintergrund/verbot/2003/ausstellung/gefallene/03.htm) schweigen! Diese dreiste Verlogenheit kotzt mich so dermaßen an!! >:(

Das ist jetzt vielleicht OT, aber ich möchte das nicht so stehen lassen.
Vergangenes Jahr beim Treffen sagte admin etwas, was er jetzt auch
nach dem Stammtisch schrieb. Erlaube mir mal ihn zu zitieren:

Zitat
admin

Ein kurzer Rückblick.
Mit 8 Leuten war der Stammtisch ungewöhnlich gut besucht.
Es war nicht nur sehr lustig, wir planen auch wieder, ein paar Veranstaltungen zu machen.

Ich wiederhole mich gern nochmal: chefduzen war ursprünglich als reiner Stammtisch geplant, um die eingene soziale Situation mit Arbeit und Erwerbslosigkeit in den politischen Fokus zu stellen. Es hat wirklich Ewigkeiten gedauert, bis es sich entwickelt hat wie erhofft. Mit der nachträglich entstandenen Internetplattform funzte es viel schneller.

Und auch hier wiederhole ich mich: Ich bin kein großer Fan des Internets. Mehr Schein als Sein. Der ganze kommerzielle Datenmüll und die allgegenwärtigen Propaganda und Hetze, aber am schlimmsten ist, daß die Menschen vorm Bildschirm sich immer weiter von wirklichen Leben entfernen, vereinsamen, psychisch immer schräger draufkommen und keinerlei Einfluß auf das gesellschaftliche Geschehen haben.

Ich kann nur empfehlen, es auch anderswo mit einem Chefduzenstammtisch zu versuchen. Mit ein paar anderen Ausgebeuteten zusammen an einem Tisch zu sitzen, ist so viel mehr wert als 1000 Facebookfreunde.

Hatte mich schon vergangenes Jahr nachdenklich gemacht. Das gilt nicht nur für
den Bereich, sondern real für alle Bereiche. Mir gefällt Vieles in unserem Land nicht,
auch die Ereignisse in anderen Ländern gefallen mir nicht.

Ich habe erkennen müssen, dass ich so alt nicht werde, um alle Brände dieser Welt zu löschen.
Was ich aber real tun kann, mache ich. An zahlreichen Aktionen beteilige ich mich, interessiere,
informiere und mobilisiere Menschen gegen die herrschenden Verhältnisse aufzustehen und
sich zu wehren.

In einem anderen Bereich gab es nach einem mühsamem Weg trotz aller Widerstände,
trotz aller Beschimpfungen durch Betroffene und Belächeln jetzt einen Erfolg. Es war wirklich
müham und teilweise frustierend durch Rückschläge. Findest du hier:

   
Annahme der Berufskraftfahrer-Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht  (http://www.chefduzen.de/index.php?action=recent)


Ich gehöre absolut nicht zum Bürgertum, sehe nur realistisch die Chancen für Veränderungen
und versuche sie real konsequent zu nutzen. Es nutzt Keinem, wenn man seine Kraft
sinnlos vergeudet und keinen Erfolg damit hat.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 13:45:16 Mi. 15.Februar 2017
Na endlich.

Zitat
Spionageverdacht
 Polizei durchsucht Wohnungen von Ditib-Geistlichen

Razzia gegen Mitarbeiter des türkischen Islamverbands Ditib: Im Auftrag des Generalbundesanwalts durchsuchen Polizisten nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen Wohnungen von Geistlichen. Es geht um Spionage.

Von Jörg Diehl und Fidelius Schmid
Mittwoch, 15.02.2017   12:01 Uhr

 
Beamte des Bundeskriminalamts und der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsuchen nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen seit dem Morgen Wohnungen von vier Geistlichen des türkischen Islamverbandes Ditib. Die Ermittler schlugen im Auftrag der Bundesanwaltschaft zu, die seit Monaten gegen Mitarbeiter des in Köln ansässigen Vereins wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit ermittelt.   (...)

(...)  Die Ditib hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten. Die "neuerlichen Unterstellungen" seien "fern der Wirklichkeit", sagte ein Sprecher damals. Später hieß es dann, einige Imame hätten eine Anweisung der Diyanet fehlinterpretiert. Zu Ditib gehören in Deutschland rund 900 Moscheegemeinden. Der Verband untersteht letztlich der Kontrolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

(...)



http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ditib-spionageverdacht-polizei-durchsucht-wohnungen-von-ditib-geistlichen-a-1134623.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://t.co/U3YQHE8rsn (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ditib-spionageverdacht-polizei-durchsucht-wohnungen-von-ditib-geistlichen-a-1134623.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://t.co/U3YQHE8rsn)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 14:55:27 Mi. 15.Februar 2017
Mich nerven ein paar Dinge im Umgang mit den Verhältnissen in der Türkei. Sowohl in den bürgerlichen Medien, alsauch in diesem Forum.

Wir leben in einer globalisierten kapitalistischen Welt. Die Kapital- und Warenströme fließen global. Das ändert sich auch kaum, wenn einzelne Staaten es mit einer protektionistischen Poltik versuchen. Es ist schrecklich, daß die einfachen Menschen sich gegeneinander ausspielen lassen entlang nationalistischen, rassistischen und religösen Linien.

Es geht nicht um Staaten, um Staatschefs oder Religionen.

Mich nervt es, wenn es plötzlich um Erdogan, Putun ioder Trump geht, um Türkei, Moslems oder Amis.
Das ist doch alles Müll, der einen immer weniger klarsehen läßt.

Wofür wir kämpfen sollten, wären Freiheit und eine Verbesserung unserer sozialen Situation.
Wir müssen uns wehren gegen staatliche Gängelung, gegen Faschisten und religiöse Spinner. Und wir müssen uns gegen Ausbeuter und die Ausbeutung selbst wehren. Es ist scheißegal welche Nationalität oder Religion Ausbeuter, Unterdrücker oder Arschlöcher haben. Es gibt auch kämpferische und coole Menschen in der Türkei, in den USA oder in Rußland. Mit denen sollten wir zusammen kämpfen und uns gegenseitig unterstützen.

Hier wird so intensiv über Trump oder Erdogan gequatscht, da nimmt keiner mehr wahr, daß die deutsche und europäische Politik noch rassistischer ist, als die von Trump. Die letzten EU Beschlüsse unter deutscher Führung zeigen, daß den Herrschenden 5000 ertrunkene Flüchtlinge pro Jahr nicht reichen. Es sollen mehr werden. Und die Zahl der Deportionen wird erhöht, gern direkt in Krisengebiete. Unter dem Fokus auf den Showstar Trump, bleibt auch weitgehend unbemerket, daß Europa aufrüstet, Deutschland eine Führungsolle in der europäischen Militarisierung einnimmt und die Bundeswehr an der russischen Grenze aufmarschiert.

In Nordafrika werden politische Lösungen verhindert, es werden Dispoten gestützt und es wird auf miltärische Lösungen gesetzt.
In Erwartung weiterer Krisen des Kaptitalismus setzt man auf Gewalt. Antidemkraktische und autoritäre Politik, auch in den westlichen Staaten und ein Dauerzustand einer diffuser (oder offener) Bedrohung durch "Terror", Bürgerkrieg und Krieg. In diese Richtung geht es. Überall.

Die Drahtzieher dieser Politik heißen nicht (allein) Trump, Erdogan, Putin, es sind (auch) die Eliten in Politik und Wirschaft bei uns. Und mit denen müssen wir uns anlegen, wenn wir eine Zukunft voller Gewalt, Armut und Unfreiheit verhindern wollen.


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 16:52:01 Mi. 15.Februar 2017
@ Kuddel

danke für die Zusammenfassung bzw. Beschreibung der herrschenden Zustände.

Ansonsten

Zitat
Mich nervt es, wenn es plötzlich um Erdogan, Putun ioder Trump geht, um Türkei, Moslems oder Amis.
Das ist doch alles Müll, der einen immer weniger klarsehen läßt.

Das z. B. ist doch aber ein TEIL genau der Zustände die Du beschreibst.
Und diese sind nun mal offenbar derzeit auf der Skala der am lautesten agierenden auf den vorderen Plätzen.
KLar geht es ums Goße Ganze. Das System als solches.
Und erst recht ist hier, in diesem unserem Lande und der Nachbarschaft, sprich: EU genau so heftig am Brodeln...

Das das Brisanteste was die EU und z. B. D-Land verbricht, in den Medien nicht großartig herausgestellt wird damit die Bürger sich möglichst dessen
was "vor der eigenen Haustür" geschieht nicht bewusst werden ist-  mir zumindest -  klar.
Und mir wird jetzt auch nicht wirklich dadurch was "vernebelt"...weil ich mich auch mit einzelnen Geschehnissen in anderen Ländern beschäftige...denn sie sind Bestandteil des Ganzen.

Der Punkt ist, das es m A. n.sehr wohl auch um die Werkzeuge geht, derer die Herrschenden sich bedienen, um ihre Interessen weiterhin durchzusetzen und ihre Macht auszubauen bzw. zu erhalten.
Dazu gehört u. a. Religion bzw. Teilung und Aufwiegelung durch u. a. eben religiöse und nationalistische "Einschwörungen" und Gehirnwäsche und dies in immer extremerem Umfang.
Und dies geschieht nunmal in dieser extremen Form im Moment u. a. in der Türkei.

Zitat
Es geht nicht um Staaten, um Staatschefs oder Religionen.

Das sehe ich allerding ein bisschen anders, s.o.

Zitat
Es gibt auch kämpferische und coole Menschen in der Türkei, in den USA oder in Rußland. Mit denen sollten wir zusammen kämpfen und uns gegenseitig unterstützen.

Selbstverständlich gibt es die. Gott-sei-Dank.
Allerdings ist das so leicht gesagt, vor allem mit "sollten"...
Ich finde genau dies äußerst schwierig.
Wie "sollte" dies denn Deiner Ansicht nach konkret aussehen und auch durchführbar sein?

Da ist es doch vor Ort ein wenig einfacher evtl. - wie auch immer geartetet - dazu beizutragen, dass sich - zunächst im Kleinen - etwas ändern kann.
Jeder nach seinen Möglichkeiten.
Anders geht es sowieso nicht.


Aber nichts liegt mir ferner, als Dir Dein Recht auf

Zitat
Mich nervt es, wenn es plötzlich um Erdogan, Putun ioder Trump geht, um Türkei, Moslems oder Amis.
Das ist doch alles Müll, der einen immer weniger klarsehen läßt.

abzusprechen.
Dies ist einfach Meins dazu.



Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 17:03:17 Mi. 15.Februar 2017
Wir können in Deutschland mit fortschrittlichen Türken bzw Kurden zusammenarbeiten. Die haben dann auch Kontakte zu fortschrittlichen Menschen in der Türkei. Daraus kann dann eine gegenseitige Unterstützung erwachsen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:15:52 Mi. 15.Februar 2017
Es gibt nunmal Persönlichkeiten, die in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten und auf die ein besonderes Augenmerk geworfen wird (und schon immer geworfen wurde).
Dazu gehören traditionell die Präsidenten der USA und Russlands und natürlich noch eine Reihe anderer Personen.
Wenn ich die Lage der Welt politissch analysieren möchte, komme ich nicht darum herum, mich mit diesen Leuten auseinanderzusetzen. Die Analyse ist ebenfalls ein wichtiger Indikator um festzustellen, wohin die Reise gehen wird.
Ich meine: Wir diskutieren ja hier nicht über Kelly Trump oder warum der Playboy wieder Titten zeigt (sowie 90 % der restlichen Bevölkerung)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 12:38:56 Do. 16.Februar 2017
..das ursprünglich vorgesehene Posting ist aufgrund technischer Schwierigkeiten derzeit leider nicht möglich....  


  (https://www.cosgan.de/images/smilie/boese/n040.gif)   :rolleyes:
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:16:57 Do. 16.Februar 2017
Aus: Ausgabe vom 17.02.2017, Seite 4 / Inland

Werbung für die Diktatur
Türkischer Ministerpräsident zum Wahlkampf in Oberhausen – Moscheenverband wegen Spionage unter Druck
Von Nick Brauns


(http://fs5.directupload.net/images/170216/temp/zr8mmsw7.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4634/zr8mmsw7_jpg.htm)(http://)
Zehntausende Menschen protestierten am 25. Mai 2014 in Köln gegen den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der in der Lanxess Arena vor Anhängern auftrat
Foto: Björn Kietzmann

Vor über zehntausend Anhängern will der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Samstag in Oberhausen für die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei werben. Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten – ein Lobbyverband der religiös-nationalistischen Regierungspartei AKP aus der Türkei – hat dafür die Arena Oberhausen angemietet. Das Referendum über die Verfassungsänderung, mit der der bereits jetzt mit Ausnahmezustandsdekreten am Parlament vorbei regierende Präsident Recep Tayyip Erdogan nahezu diktatorische Vollmachten bekäme, findet am 16. April in der Türkei statt. Türkische Staatsbürger im Ausland können bereits in den Wochen davor ihre Stimmen in den Konsulaten abgeben.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es bezüglich des Yildirim-Besuchs, dass hohe Repräsentanten der Türkei gerade in schwierigen Zeiten zum Dialog willkommen seien. Innenpolitische Auseinandersetzungen aus der Türkei dürften aber nicht nach Deutschland getragen werden. Wenn Yildirim bei Landsleuten in Deutschland »um Zustimmung für die Abschaffung der Demokratie in seinem Land werben möchte«, solle er zumindest dem verhafteten Vorsitzenden der linken, prokurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, die Möglichkeit geben, seinerseits im In- und Ausland für eine demokratische Türkei zu werben, erklärte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir gegenüber Bild. Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen forderte ein Verbot der Kundgebung. Der türkische Ministerpräsident gehöre vor Gericht und nicht in die Arena. Die Linksjugend hat eine Gegendemonstration unter dem Motto »Nein zum Präsidialsystem in der Türkei« angemeldet. Auch der kurdische Dachverband Nav-Dem, sozialistische Gruppierungen aus der Türkei, die Linkspartei, die Interventionistische Linke und die VVN-BdA rufen zu Protesten auf.

Unterdessen gerät der dem Religionsamt der türkischen Regierung Diyanet unterstellte Islamverband DITIB, dem in Deutschland rund 900 Moscheevereine angehören, weiter wegen Spionagevorwürfen unter Druck. Im Auftrag des Generalbundesanwalts durchsuchten Polizisten am Mittwoch die Wohnungen von vier Imamen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die Razzien waren nach Informationen von Spiegel online bereits für Ende Januar geplant, wurden dann aber kurzfristig verschoben. Offensichtlich sollte der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim türkischen Präsidenten Erdogan am 2. Februar nicht belastet werden. Die Religionsbehörde Diyanet nutzte den Aufschub, um einige Imame aufgrund der drohenden Strafverfolgung aus Deutschland abzuziehen, wie die Zeitung Hürriyet Daily News vergangenen Freitag berichtete.

Die bei Diyanet als Religionsbeamte angestellten Imame sollen Berichte über Anhänger des in der Türkei als Staatsfeind Nummer eins verfolgten Predigers Fethullah Gülen nach Ankara geschickt haben. Die türkische Regierung sieht – wohl nicht zu Unrecht – die Gülen-Bewegung als treibende Kraft hinter dem Putschversuch vom Juli letzten Jahres. Anfangs hatte DITIB-Sprecher Bekir Alboga die Spionagevorwürfe gänzlich bestritten. Nach der Veröffentlichung der Spitzelberichte in der Presse sprach er von einer »Panne«. Eine entsprechende schriftliche Anweisung von Diyanet sei nicht an die DITIB-Imame gerichtet gewesen, doch einige Imame hätten ihr fälschlicherweise Folge geleistet. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte am Mittwoch DITIB auf, sich von Ankara zu lösen und seine Satzung entsprechend zu ändern.

Dass DITIB-Moscheen dem türkischen Geheimdienst zuarbeiten, ist indessen keine neue Erkenntnis. Bereits 1994 hatte das Magazin Focus darüber berichtet. »Horchposten sind hier die zirka 700 staatlichen Moscheen in Deutschland. Nach Focus-Recherchen sind die über die Konsulate bezahlten Imame als geistliche Oberhäupter verpflichtet, alle vier Monate einen detaillierten Bericht über das Innenleben der türkischen Gemeinden zu schreiben. Bei ›Angelegenheiten der inneren Sicherheit‹, so schreibt es die Operation mit dem Decknamen ›Wohlstand‹ vor, sei das jeweilige Konsulat umgehend zu verständigen.«

Der Leiter des türkischen Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, wird nach Informationen des türkischen Programms der Deutschen Welle in Kürze zu Konsultationen mit den Spitzen von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz in Deutschland erwartet. Dass der MIT-Chef der richtige Ansprechpartner bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus ist, darf bezweifelt werden. Denn unter seiner Leitung wurden vom MIT Hunderte Lastwagenladungen Waffen an Gruppierungen wie die den »Islamischen Staat« und die Fatah-Al-Scham-Front in Syrien geliefert und deren ausländische Kämpfer über die Grenze geschleust. Leidtragende einer von Merkel bei ihrem Ankara-Besuch zugesagten verbesserten deutsch-türkischen Kooperation gegen »Terrorismus« dürften so in erster Linie Anhänger der kurdischen Befreiungsbewegung sowie türkische radikale Linke sein.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland warnte am Donnerstag vor einem Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten in Oberhausen. Dies sei eine Gefahr für die öffentliche Ordnung in Deutschland. Der Bundesvorsitzende der Kurdenorganisation, Ali Ertan Toprak, erklärte in Gießen, es sei »nicht nachvollziehbar, warum in einem demokratischen Land für eine Diktatur in einem anderen Land geworben werden darf«.

Quelle

https://www.jungewelt.de/2017/02-17/015.php (https://www.jungewelt.de/2017/02-17/015.php)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:45:10 Do. 16.Februar 2017
"Ein einflussreicher Funktionär der Bildungsgewerkschaft GEW wirft der türkischen Regierung vor, Einfluss auf den schulischen Unterricht in Deutschland nehmen zu wollen.

Türkische Konsulate organisieren demnach Veranstaltungen für türkische Lehrer- und Elternvereine mit dem klaren Ziel, Kritik im Unterricht an der Türkei und an Präsident Erdogan zu verhindern.

„Wir wissen sicher von solchen Veranstaltungen in den türkischen Konsulaten in Düsseldorf und Essen. In anderen Städten haben wir von Eltern gehört, dass es auch dort solche Veranstaltungen gegeben haben soll“, sagte GEW-Funktionär Süleyman Ates der Heilbronner Stimme.(...) Die versuchte Einflussnahme betreffe nicht nur den türkischsprachigen Unterricht, oder den muslimischen Religionsunterricht, sondern auch Fächer wie Geschichte oder Sozialkunde. „Die türkischen Konsulate drängen Eltern dazu, Lehrer einzuschüchtern und Lehrer zu melden, die Kritik an der Türkei oder an Präsident Erdogan üben“, sagte Ates der Heilbronner Stimme. Ates sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung“. „Lehrer werden eingeschüchtert, und Eltern werden dazu aufgerufen, sich an den Schulen über einen türkeikritischen Unterricht zu beklagen“, beklagt Ates."


GEW-Funktionär: Türkei fordert Eltern auf, Erdogan-kritische Lehrer zu melden


http://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/GEW-Funktionaer-Tuerkei-fordert-Eltern-auf-Erdogan-kritische-Lehrer-zu-melden;art295,3796277 (http://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/GEW-Funktionaer-Tuerkei-fordert-Eltern-auf-Erdogan-kritische-Lehrer-zu-melden;art295,3796277)


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Mich erinnert das Hantierenn des türkisch-faschistischen Staates ganz klar an das Hantieren des Deutschen Reiches mit den "Henlein-Deutschen" in Tschechien  >:(
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 20:08:10 So. 19.Februar 2017
Zitat
Verfassungsänderung

Tausende Deutsch-Türken bejubeln in Oberhausen Erdogans Kurs

Beim Auftritt von Ministerpräsident Yildirim in Oberhausen feierten AKP-Fans Pläne zum Umbau der Türkei. Es gab aber auch Gegenstimmen.
Von Sinan Sat Und Christian Unger  19.02.2017, 07:48

(http://img.morgenpost.de/img/politik/crop209657137/6002602912-w820-cv16_9-q85/1494A400C77C6565.jpg)


Oberhausen. 
Die König-Pilsener Arena in Oberhausen stand am Samstag im Zentrum des vielleicht wichtigsten Wahlkampfes in der Geschichte der Türkei. Tausende Deutsch-Türken sind nach Oberhausen gekommen, weil Ministerpräsident Binali Yildirim ins Ruhrgebiet geladen hatte. Er warb für ein "Ja" zur Verfassungsänderung in seinem Land. Am 16. April entscheiden die Türken in einer Volksabstimmung über ein Präsidialsystem, das dem Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan nahezu grenzenlose Macht garantieren würde.
(...)

So sieht eine über Jahrzehnte gelungene Integration aus:
In einem Land in dem es Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und keine Todesstrafe gibt, kann man als türkischstämmige/r Mensch offensichtlich fanatisch GEGEN Pressefreiheit, GEGEN Meinungsfreiheit und FÜR die Todesstrafe jubeln und werben!

Ich frag mich, was die alle noch in Deutschland wollen.

Es geht jeden Tag mindestens ein Flieger von Düsseldorf in Richtung Ankara.
Bitte sehr!

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 21:05:01 So. 19.Februar 2017
Türkische Faschisten wurden in der brd schon seid den 60er Jahren von der brd gefördert und Franz Josef Straß traf sich mehrmals mit den "Graue Wölfe" Gründer und in die "Idealistenvereine fließen heute noch Gelder ....die türkischen Faschisten sind hier immer wieder zum Einsatz gekommen gegen in der Türkei verfolgte Minderheiten und diverse türkische Linke.In den 70 er Jahren gab es die wilden Streiks inder Automobilindustrie.Türkische Faschisten stellten
die Schläger und die Streikbrecher.....das hat sich bis heute nicht geändert...

Hier ein guter Hintergrundartikel dazu

Wie die „Grauen Wölfe“ nach Deutschland kamen


https://www.antifainfoblatt.de/artikel/wie-die-%E2%80%9Egrauen-w%C3%B6lfe%E2%80%9C-nach-deutschland-kamen-0 (https://www.antifainfoblatt.de/artikel/wie-die-%E2%80%9Egrauen-w%C3%B6lfe%E2%80%9C-nach-deutschland-kamen-0)

Erdogan hat immer schon dazu aufgerufen,sich in Deutschland nicht zu integrieren.Die Türken hier werden benuntzt als 5.Kolonne,sowie die Nazis auch die Henlein Deutschen im Sudetenland nutzten...

Der Muslimbrunder und Faschist Erdogan predigte ja gerne diesen Slogan

Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.
Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten


dieses Bekenntnis ist heute noch sein Fahrplan und er saß ja nach seiner Zeit als istanbuls Bürgermeister ( damals war er in der islamistischen Wohlfahrtspartei) im gefängnis.Dort las er sehr wahrscheinlich Hitlers "Mein Kampf"...denn seitdem hat er sich immer wieder zu diesem Buch und zu Nazideutschland mehrmals öffentlich bekannt.

Die Grauen Wölfe Faschisten wie auch die Mili Görus Islamisten in der brd haben schon seid den 70ern Jahren "Mein Kampf" auf türkisch vertrieben und beworben......mehr muß man zur Geisteshaltung dieser Organisationen nicht sagen.


Türkische Faschisten ausweisen?Sowas läuft bei mir unter "Nazis Raus" und da fallen auch türkische Faschisten runter.Von mir aus kann man diese befürworter des türkischen Faschismus alle ausweisen.Dafür hätt eich gerne her alle türkischen Linken,Aleviten,Armenier,Kurden usw.....das wäre dann sozusagen eine Win-Win Situation und die Erdogan Fans könnten den Faschismus in der Türkei in vollen Zügen genießen....
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 14:47:08 Do. 23.Februar 2017
Der türksiche Staat übt immer mehr Einfluß au süber deren Ditib Moscheen.Hier ein interessanter Beitrag auch über die Begeisterung vieler in der brd lebenden Türken für die türkisch-faschistische Bewegung

Spalten statt integrieren: Einblick bei DITIB | Panorama 3 | NDR

https://www.youtube.com/watch?v=V7RC8leOGxw (https://www.youtube.com/watch?v=V7RC8leOGxw)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagmar am 14:53:03 Do. 23.Februar 2017
Eine Pedition in Sachen Herr Erdogan https://www.openpetition.de/petition/online/erdogan-auftritt-verhindern-nein-zu-propaganda-fuer-diktatur-und-todesstrafe (https://www.openpetition.de/petition/online/erdogan-auftritt-verhindern-nein-zu-propaganda-fuer-diktatur-und-todesstrafe)

Gruß von Dagmar
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:12:00 Do. 23.Februar 2017
Aus: Ausgabe vom 24.02.2017, Seite 1 / Titel

Petzen für den Sultan
NRW: Türkische Konsulate ­fordern zum Spitzeln in Schulen auf. Präsident Erdogan plant Propagandashow
Von Nick Brauns


(http://fs5.directupload.net/images/170223/temp/ioxjsahn.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4641/ioxjsahn_jpg.htm)(http://)
Offenes Ohr für die Kleinen, vor allem wenn sie von Regierungsgegnern an deutschen Schulen berichten: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
Foto: REUTERS/Umit Bektas

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will im März nach Nordrhein-Westfalen kommen, um unter türkischen Landsleuten für deren Zustimmung zur Präsidialdiktatur zu werben. Das will Bild aus diplomatischen Kreisen in Ankara am Mittwoch erfahren haben. Während eine offizielle Bestätigung aus Ankara noch nicht vorliegt, appellierte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) an die Bundesregierung, einen Erdogan-Auftritt zu verhindern. »Die Freiheit der Meinungsäußerung hier darf nicht missbraucht werden, um für eine Verfassungsänderung in der Türkei zu werben, mit der Grundrechte eingeschränkt und die Todesstrafe wieder eingeführt werden sollen«, erklärte Jäger gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger vom Donnerstag. 1,4 Millionen türkische Staatsbürger in der Bundesrepublik sind bei dem Referendum am 16. April abstimmungsberechtigt.

Geht es nach der türkischen Regierung, sollen sich die Deutschtürken auch als Spitzel betätigen. Die Mitglieder von Eltern- und Lehrervereinen seien Ende Januar bei Informationsveranstaltungen in türkischen Konsulaten in Düsseldorf, Essen, Köln und Münster dazu angehalten worden, jede Kritik an der türkischen Regierung, die sie in deutschen Schulen beobachten, zu melden. Dies berichtete die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) jetzt gegenüber der Funke-Mediengruppe. »Schüler sollen sogar ihre Lehrer filmen und die Aufnahmen an türkische Behörden weiterleiten«, erklärte der GEW-Landesvorsitzende Sebastian Krebs. Zumindest in Düsseldorf hätten sich die türkischen Lehrer geweigert, ihre Kollegen auszuspionieren.

Mit einem gemeinsamen Appell bekundeten unterdessen sechs führende bürgerliche Tageszeitungen aus Spanien, Frankreich, Italien, Belgien und der Schweiz am Donnerstag ihre Solidarität mit dem seit zehn Tagen in Istanbul in Polizeigewahrsam sitzenden Türkei-Korrespondenten der Welt, Deniz Yücel. Dem Journalisten wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vorgeworfen, weil er über die von einer kommunistischen Gruppe gehackten E-Mails von Energieminister und Erdogan-Schwiegersohn Berat Albayrak berichtet hatte.

Mitarbeiter des Recherchezentrums Correctiv in Berlin beklagen derweil massive Morddrohungen durch türkische Nationalisten über sogenannte Soziale Medien. In den Redaktionsräumen wird die zweisprachige Onlinezeitung Özgürüz (Wir sind frei) des bekannten regimekritischen Journalisten Can Dündar produziert. Die Redaktion stehe inzwischen unter Objektschutz, doch mehrere Journalisten hätten aufgrund der Drohungen ihre Arbeit für Özgürüz eingestellt, berichtete die Wochenzeitung Die Zeit.

Mit Demonstrationen in mehreren deutschen Städten machen in diesen Tagen Kurden auf Kriegsverbrechen im Südosten der Türkei aufmerksam. Die türkische Armee hält seit zwei Wochen das Dorf Kuruköy (Xerabê Bava) in der Provinz Mardin besetzt. Dutzende Einwohner seien gefangengenommen und gefoltert worden, berichten Abgeordnete der links-kurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), die von der Armee seit dem Wochenende am Betreten des Ortes gehindert werden. Seit Mittwoch wurde die Ausgangssperre auf zwei Nachbarorte ausgeweitet, Wohnhäuser wurden mit Artillerie beschossen, meldete die Nachrichtenagentur Firat. Nach Angaben des Gouverneurs von Mardin richten sich die Operationen gegen Rückzugsräume der Arbeiterpartei Kurdistans PKK. Mehrere »Terroristen« seien »neutralisiert« worden. Offenbar von Soldaten im Internet veröffentlichte Bilder zeigen Leichen mit Folterspuren. Es soll sich um Bilder aus Kuruköy handeln.

Quelle

https://www.jungewelt.de/2017/02-24/001.php (https://www.jungewelt.de/2017/02-24/001.php)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 16:46:08 Fr. 24.Februar 2017
Das ist gut...
Zitat


Türkische Gemeinde in Deutschland spricht sich gegen Erdogan aus

24.02.2017

In der vergangenen Woche warb der türkische Ministerpräsident Yildirim in Deutschland für eine Verfassungsänderung zugunsten von Präsident Erdogan. Doch nicht alle hier lebenden Türken stimmen ihr zu.

(http://up.picr.de/28415451vl.jpg)

Gökay Sofuoglu, Türkische Gemeinde in Deutschland (picture-alliance/dpa/T. Rückeis)   

Die Türkische Gemeinde in Deutschland will dafür werben, dass hier lebende türkische Staatsbürger beim Referendum am 16. April die Einführung eines Präsidialsystems in ihrem Heimatland ablehnen. Dafür will die Vereinigung mit ihrem Bundesvorsitzenden Gökay Sofuoglu (Artikelbild) aktiv gegen die von Recep Tayyip Erdogan geplante Änderung der Verfassung in den Wahlkampf ziehen.
(...)

http://www.dw.com/de/t%C3%BCrkische-gemeinde-in-deutschland-spricht-sich-gegen-erdogan-aus/a-37696777# (http://www.dw.com/de/t%C3%BCrkische-gemeinde-in-deutschland-spricht-sich-gegen-erdogan-aus/a-37696777#)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 10:26:07 Do. 02.März 2017
Die Österreicher machen's einfach...
Wieso nicht das Merkel Regime?

Achja, die haben ja keinen "Flüchtlings-Deal" mit dem Sultan... kotz



Zitat
Kurz zu Erdogan-Auftritten: Türkei "höflich" über Nein informiert

28.02.2017 um 14:13

Der Integrationsminister sieht sich in der "Pflicht", gegen den Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten einzutreten. Ankara nennt Kurz "islamophobisch".

(http://up.picr.de/28468061ui.jpg)

   Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik der türkischen Regierung an seinem Nein zu einem Erdogan-Wahlkampfauftritt in Österreich. "Wir haben höflich unsere türkischen Gesprächspartner informiert, wie unsere Sicht der Dinge ist", betonte Kurz am Dienstag vor Journalisten in Wien. "Wir sind hier höflich, aber auch sehr klar in unserer Meinung."

Staatspräsidenten oder Regierungschef hätten "immer die Möglichkeit" zu bilateralen Gesprächen nach Österreich oder auch in andere EU-Staaten zu kommen, sagte der Außenminister. Ein Wahlkampfauftritt sei aber "unerwünscht, weil er die Konflikte, die Polarisierung aus der Türkei nach Österreich trägt, weil das auch der Integration keinen guten Dienst erweist". Daher sei es seine "Pflicht als Integrationsminister", dies gegenüber der Türkei zu kommunizieren.

"Ich weiß, was solche Auftritte für uns bedeuten", verwies Kurz auf die befürchtete Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Mehrheitsbevölkerung und türkischer Community in Österreich, aber auch zwischen Türken und Kurden hierzulande. (...)

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5176358/Kurz-zu-ErdoganAuftritten_Tuerkei-hoeflich-ueber-Nein-informiert (http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5176358/Kurz-zu-ErdoganAuftritten_Tuerkei-hoeflich-ueber-Nein-informiert)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 12:18:29 Do. 02.März 2017
Just BU, man sollte etwas sorgsamer dabei sein, wenn man versucht etwas politisch zu beurteilen.
Du stimmst einfach mit ein in den Chor derjeniengen, die Personen, statt politische Inhalte angreifen.

Mich nervt es, daß Trump in den Medien zur Schießbudenfigur wird, statt seine Politik und die politischen Kräfte hinter ihm anzugreifen.
"Merkel Regime" und "Sultan Erdogan" finde ich ähnlich. Es lenkt davon ab, daß in Bayern faschistoide Gesetzesinitiativen durchgepeitscht werden, die deutschen Geheimdienste in Terror (rassistischen wie islamistischen) verstrickt ist, die Migrationspolitik der EU und Deutschlands mehr Menschenleben kostet, als es Trumps Mauer könnte, Polen und Ungarn straight Richtung Faschismus marschieren.

Was meinst du, was sich ändern würde, wenn das "Merkel Regime" abgelöst wäre und Schulz übernommen hätte? Rein gar nichts!

Ganz begeistert schreibst du, "Die Österreicher machen's einfach".
Ach, "die" Österreicher?
Weißt du, wer dieser tolle Österreicher auf dem Foto ist? Das pomadige Jüngelchen Sebastian Kurz ist ein österreichischer Nazi.


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 15:00:21 Do. 02.März 2017
Ach Kuddel.....
Schon wieder ein "sollte"....
Und m. M. nach, masst Du Dir hier erneut ganz schön heftige u. zudem völlig unzutreffende Urteile über mich an.

Zitat
Du stimmst einfach mit ein in den Chor derjeniengen, die Personen, statt politische Inhalte angreifen.
-> Völliger Quatsch.

Für dich ist es also so, dass ich, nur weil ich mal meinem Zorn u. a. zusätzlich Ausdruck verleihe, indem ich Merkel "Regime" schreibe und "Sultan" Erdogan, ich keine Ahnung habe bzw. nicht erkenne, für was die beiden politisch stehen und was die so tagtäglich verbrechen?
-> Völliger Quatsch.


Zitat
Was meinst du, was sich ändern würde, wenn das "Merkel Regime" abgelöst wäre und Schulz übernommen hätte? Rein gar nichts!

? ? ?
Ich kann mich nicht erinnern jemals FÜR Martin Schulz als Kanzler gewesen zu sein.

Und, der österreichische "Nazi", immerhin ein "Integrations"- Minister, tut allerdings DASS, was in D-land auch M. M. nach, schon lange ansteht: nämlich diese Wahlpropaganda-Auftritte der türkischen Regierung für deren Türkei-Diktatur in Deutschland zu untersagen.

Und weil er nun ein "Nazi" ist, ist diese Tat von ihm falsch und geht gar nicht, oder wie?
Ich mag auch keine Nazis.
Derartige Auftritte zu untersagen finde ich allerdings richtig und passend.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 15:10:46 Do. 02.März 2017
Nur weil einer schlimm ist, finde ich den anderen noch längst nicht gut.

Ich finde Trump und Clinton scheiße.
Genauso:
Putin und Assad,
Merkel und Schulz,
Kurz und Erdogan,
bzw. die Politik, die sie repräsentieren.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:32:56 Do. 02.März 2017
Zitat
Und, der österreichische "Nazi", immerhin ein "Integrations"- Minister, tut allerdings DASS, was in D-land auch M. M. nach, schon lange ansteht: nämlich diese Wahlpropaganda-Auftritte der türkischen Regierung für deren Türkei-Diktatur in Deutschland zu untersagen.
Achso, ein "Integrations"- Minister kann also keine rechte Politik machen? Ein kleines bißchen naiv heute? (http://www.smiley-paradies.de/smileys/gefuehle/gefuehle_0154.gif)
Das ist ungefähr so als währe Seehofer Integrationsminister.
Kurz steht, wenn ich das richtig gelesen habe für eine "Rampen- Integration". Menschen mit Kohle oder der richtigen Ausbildung werden reingelassen, alle anderen lässt man verrecken.
Der Schutz von Flüchtlingen, so wie ihn die UN mal vorgesehen hatte, verbietet aber eine Selektion.

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 18:01:32 Do. 02.März 2017
Ich finde, die gesellschaftliche Diskussion zum Thema hat eine völlig nervige Drehung gekriegt.
Den Linken versucht man den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man behauptet, es gehe darum, die autoritären Tendenzen der türkischen Regierung abzuwehren. Die breite Mehrheit steht aber eher dahinter, weil die Scheißtürken in unserem Deutschland die Fresse zu halten haben.

Um solche Argumentationen auszuschließen, müßte das Ziel sein, jegliche autoritäre und menschenverachtende Propanganda zu bekämpfen, egal ob sie von Seehofer, Höcke oder Erdogan kommt. Wir sollten vermeiden, nationalistische Spaltungslinien zu vertiefen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 19:03:12 Do. 02.März 2017
Oh man....

Also gut, einmal noch:

Rudi schrieb:

Zitat
Achso, ein "Integrations"- Minister kann also keine rechte Politik machen? Ein kleines bißchen naiv heute?
Das ist ungefähr so als währe Seehofer Integrationsminister.

Haallo?
ICH habe diesen Menschen nicht zum Intgrations-Minister gemacht!
So ist nunmal sein Titel und Ressort in Österreich.
Und auch DU wirst schon wieder persönlich!

Und 2.: Wo soll ich dass Deiner Wahnehmung nach angeblich geschrieben haben?

Außerdem soll es doch hier um die Sache, den Propaganda-Auftritt und nicht um die Person(en) gehen, oder was hast Du vorhin noch so vehement propagiert, Kuddel?
Du/Ihr tust genau DASS, was Du mir vorgweworfen hast.

Und, sorry, aber ich bin trotzdem meiner Meinung, egal wie ihr auch alles verdrehen und wenden wollt damit es zu Euren Anschauungen passt.

Ich finde es nunmal vollkommen unmöglich, dass Erdowahn und seiner Diktatur-Wahlkampf-Werbung hier in Deutschland noch kein Riegel vorgeschoben wurde.
Und ich finde es gut, dass genau DIES in Österreich jetzt geschieht.

Punkt.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:21:28 Do. 02.März 2017
Tja, Österreich ist ja auch nicht in der NATO und verkauft auch keine Panzer und Waffen an die Türkei. Außerdem haben die wohl keinen Deal laufen, das die Türkei die Flüchtlinge für sie ermordet und man dafür dann beim Morden an Oppositionellen und Kurden weggesehen wird.
Und wenn man das bei türkischen Politikern macht, dann bitte auch bei ungarischen, rumänischen,.......!
Außerdem sind die Auftritte doch abgesagt worden!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 08:57:52 Fr. 03.März 2017
Die Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertreter wurden verhindert.
Die menschenverachtende Politik und die rassisistischen Kampagnen von Söder, Herrmann, Seehofer, Altmaier, Gauland, von Storch, Bachmann, Höcke und Co. gehen ungehindert weiter, weil dieser momentane politische Wirbel sich nicht gegen autoritäre, antidemokratische Tendenzen richtet, sondern selbst eine nationalistische Hetzkampagne ist.

Hinter so einen Scheiß stelle ich mich nicht.
Der Feind steht im eigenen Land!

Übrigens ist die von dir so gelobte österreichische Regierung selbst auf dem Marsch nach rechts.

Und hier ein paar Infos zu Schmierlappen Sebastian Kurz:

Als Chef der Jungen ÖVP war er mit dem an die Parteifarbe Schwarz angelehnten Slogan "Schwarz macht geil" und einem "Geilomobil" genannten schwarzen SUV durch Wien getourt.

"Leistung" ist das Lieblingswort der ÖVP und auch das von Sebastian Kurz. "Integration durch Leistung" lautet sein liebster Slogan.

„Ländern, die nicht bereit sind, ihre Staatsbürger zurückzunehmen“, schlug Kurz vor, „müssen die Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt werden.“

„Auch Menschen auf Lesbos wären freiwillig zur Rückreise bereit, wenn sie wüssten, dass es kein Fortkommen mehr nach Mitteleuropa gäbe“, sagte Kurz.

Das Integrationsgesetz, welches Sebastian Kurz bereits im August 2016 vorgelegt hatte, wurde von der österreichischen Bundesregierung in das neu beschlossene Regierungsprogramm im Jänner 2017 aufgenommen. Es beinhaltet ein Verbot der Vollverschleierung, bzw. ein Burkaverbot im gesamten öffentlichen Raum.

Der Freitag: „Österreich hat gerade ein patriotisches Comingout. Sebastian Kurz ist dessen Personifikation. War man bisher in Europa ein braver Appendix der Deutschen, so trumpft man nun auf. Endlich darf man tun und sagen, was man schon immer klammheimlich wollte. Sucht man die inhaltlichen Unterschiede zu den rechtspopulistischen Konkurrenten, wird man jedoch nicht fündig."
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 18:20:09 Fr. 03.März 2017
Kuddel schrieb;

Zitat
Übrigens ist die von dir so gelobte österreichische Regierung selbst auf dem Marsch nach rechts.


Wo habe ich - offensichtlich Deiner Ansicht nach -  die österreichische Regierung als solches gelobt?

Mir reichts.
Hast Du bzw. habt Ihr eigentlich die bzw. meine Postings gelesen?
Ich habe - aufgrund Deiner / Eurer Postings - den Eindruck das dem nicht so ist.

Das wars von mir zu diesem Theater.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 18:35:43 Fr. 03.März 2017
Es tut sich was:

Zitat
Absagen in Gaggenau und KölnHallen „unter Deckmantel reserviert“: So verschleierten Türken die Minister-Auftritte
   


(http://up.picr.de/28481516dl.jpg)
Leere Stühle in der Festhalle in Gaggenau

dpa/Christoph Schmidt Leere Stühle stehen in der Festhalle in Gaggenau. Der türkische Justizminister Bozdag sollte am Abend in der Halle sprechen. Der Auftritt wurde von der Stadt abgesagt.

    FOCUS-Online-Redakteur Malte Arnsperger 

Freitag, 03.03.2017, 06:13

Zwei türkische Minister wollten in Deutschland auftreten: Justizminister Bekir Bozdag in Gaggenau und Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi in Köln. Gegen die geplanten Reden gab es in den vergangenen Tagen massiven Protest, da die Politiker für das umstrittene Präsidialsystem von Präsident Recep Tayyip Erdogan werben wollten, über welches demnächst in der Türkei abgestimmt wird.

Nun haben beide Städte den Auftritten einen Riegel vorgeschoben. In diesem Zusammenhang kam auch heraus, wie die türkischen Organisatoren offenbar versucht hatten, den wahren Grund für die Veranstaltungen zu verschleiern. So erzählte der Bürgeramtsleiter des Kölner Bezirks Porz, dass der entsprechende Saal im August 2016 von der türkischen Organisation UETD für ein Frauen-Theaterstück reserviert worden sei. Die UETD gilt als Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP.

Am Mittwoch sei dann kurzfristig vom Sekretariat der UETD-Sektion „WomenKöln“ mitgeteilt worden, dass statt der Theateraufführung nunmehr eine „Informationsveranstaltung“ zum Referendum in der Türkei geplant sei, sagte Norbert Becker dem „Kölner Stadtanzeiger“. „Da fühlte ich mich schon auf den Arm genommen.“   (...)

http://www.focus.de/politik/deutschland/absagen-in-gaggenau-und-koeln-hallen-unter-deckmantel-reserviert-so-verschleierten-tuerken-die-minister-auftritte_id_6731272.html (http://www.focus.de/politik/deutschland/absagen-in-gaggenau-und-koeln-hallen-unter-deckmantel-reserviert-so-verschleierten-tuerken-die-minister-auftritte_id_6731272.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: shitux am 19:20:55 Fr. 03.März 2017
Wenn die Argumentation  " die Sicherheit könne nicht gewährleistet werden" Wahl-, Demo- oder Infoveranstaltungen abgesagt werden können und sich fest etablieren kann, wird´s dunkel. Und wer aufgepasst hat, wird sich schon erinnern, dass diese Begründungen zu nehmen. Nicht erst seit Erdogan. Fast regelmäßig werden solch Verbote von den Gerichten aufgehoben.
Ich bin mir fast sicher das dies auch rund um den G20-Gipfel in HH so passieren wird.

Das Perfide daran: All diese Vorgänge, Verbot und deren Aufhebung, passieren mittlerweile so kurzfristig, dass Interessierte und Gewillte sich teilweise aus Unwissen- und Unsicherheit abwenden/ fernbleiben.
Ziel erreicht.

Mich stört allerdings noch etwas zusätzlich:
Kuddel glaube ich hat es schon angesprochen- das zusammen leben verschiedener Gruppen hier in DE. In diesem Thema, das der kurdischen und türkischen Mitbürgern. Seit Jahrzehnten? Weiß ich nicht so genau. Selbst als die PKK verboten wurde, gab es im Nachgang eher wenig Zoff. Es gab ihn; in der Regel jedoch mehr verbal.

Und genau dieses Leben, welches zwar nicht perfekt sein mag, wird viel zu wenig von der Politik und Politikern heraus gestellt. Und da ist für mich schon die Frage erlaubt und geboten: Warum??
Evt. eine gewollte Eskalation? Damit, wenn die türkische Regierung Merkel angreift, " wir" Deutschen uns um "unsere" Kanzlerin stellen wie die Türken um Erdogan , damit Sie ( Merkel) die BTW gewinnt?
Für mich nicht abwegig, denn die aktuelle Reise der Merkel durch einige Despotenländer macht deutlich das es keine Ängste gibt mit einer Zusammenarbeit.

Auch der von der cdu/csu in der Vergangenheit verweigerte Beitritt zur EU kehrt sich immer wieder in´s Gegenteil um:
Vllt. wäre bei einem ( schon erfolgten) Beitritt gar kein (vorgeblicher?) Putsch nötig oder gar möglich gewesen?

Ich habe da überhaupt keine Ahnung von.
Nur, das was ich sehe und fühle gefällt mir ganz und gar nicht. Und das geht weit über das z.Z aktuelle deutsch-türkische Verhältnis hinaus. Und sollten sich meine Vorahnungen bestätigen haben wir mit Flintenlutschi Leyen ein viel größeres Problem in nächster Zukunft .....
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:47:43 Fr. 03.März 2017
Zitat
Wenn die Argumentation  " die Sicherheit könne nicht gewährleistet werden" Wahl-, Demo- oder Infoveranstaltungen abgesagt werden können und sich fest etablieren kann, wird´s dunkel.
Das Lustige daran: Naziaufmärsche sind bisher immer gegen den Widerstand von zum Teil zehntausenden Gegendemonstranten durchgeknüppelt worden.
 An einen Naziaufmarsch der Abgebrochen wurde weil die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann ich mich nur einmal erinnern. Göttingen 2005.  Und Stalingrad 1942 natürlich! ;D

Bin mal gespannt was passiert wenn Orban oder einer seiner Minister kommt.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 11:59:38 Sa. 04.März 2017
Absage von türkischen Wahlkampfauftritten:
 Interview mit Sevim Dagdelen am 03.03.2017

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=EN834QSbwRY&feature=youtu.be#)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 12:01:59 Mi. 08.März 2017
Zitat
Dienstag, 07. März 2017

Person der Woche: Erdogan zieht die Migrationswaffe

Von Wolfram Weimer

Der türkische Präsident mutiert zum Diktator, pöbelt gegen Deutschland und betreibt aggressive Islamisierung. Er droht mit einer neuen Massenmigration, obwohl er Deutschland in der Wirtschaftskrise dringend bräuchte.

   
(http://up.picr.de/28528752mk.jpg)

Recep Tayyip Erdogan zeigt das Rabia-Zeichen.
(Foto: AP)

Unter den Bösewichten der Weltpolitik sucht der türkische Präsident derzeit den Logenplatz. Recep Tayyip Erdogan lässt keinen Tag verstreichen, ohne Bomben auf Kurden werfen zu lassen, politische Gegner zu inhaftieren oder Nachbarstaaten zu brüskieren. Derzeit attackiert er Deutschland mit wüsten Nazi-Vergleichen und düsteren Drohungen. "Ich habe gedacht, der Nationalsozialismus in Deutschland ist vorbei, aber er geht noch immer weiter", pöbelte Erdogan. Er will seinen verbissenen Wahlkampf nach Deutschland tragen und ärgert sich über den Widerstand deutscher Kommunen: "Wenn ich will, dann komme ich auch. Ich komme. Und wenn ihr mich nicht durch die Türe lasst oder mich nicht reden lasst, dann werde ich die Welt aufstehen lassen."

Die Reaktion der deutschen Politik schwankt zwischen Entsetzen, Wut und der Suche nach Haltung. Regierungssprecher Steffen Seibert weist die Einlassungen Erdogans "entschieden zurück" und wählt die Worte "absurd und deplatziert". Bundesjustizminister Heiko Maas findet Erdogan "abstrus, infam und abwegig". Der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer ergänzt "ungeheuerlich" und "unverschämt".   (...)

Weiter:
http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Erdogan-zieht-die-Migrationswaffe-article19732501.html (http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Erdogan-zieht-die-Migrationswaffe-article19732501.html)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 15:30:32 Sa. 11.März 2017
Find ich richtig und gut;  Danke NL!

Zitat
Niederlande verweigern türkischem Außenminister die Einreise

Stand: 12:35 Uh

Die niederländische Regierung hat am Samstag dem Flugzeug des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu die Landeerlaubnis entzogen. Grund seien „Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit“. Cavusoglu wollte am Samstag in Rotterdam vor Landsleuten für das Verfassungsreferendum werben, mit dem die Vollmachten von Präsident Recep Tayip Erdogan ausgeweitet werden sollen.

Der türkische Außenminister hatte die niederländische Regierung zuvor aufgefordert, ihn nicht an seinem geplanten Auftritt vor Landsleuten in Rotterdam zu hindern. Vor seiner Abreise am Samstag sagte er dem Fernsehsender CNN Türk: „Falls die Niederlande meine Flugerlaubnis zurückziehen, werden unsere Sanktionen gegen die Niederlande schwer sein.“

Er wiederholte auch den Vorwurf der türkischen Regierung, Verbote von Kundgebungen zu dem Verfassungsreferendum etwa in Deutschland und den Niederlanden seien „faschistische Praktiken“. Die Regierungen Deutschlands und der Niederlander ergriffen mit solchen Verboten Partei für jene, die gegen den Umbau der Türkei zu einer Präsidialrepublik seien.

 (...)  

  

https://www.welt.de/politik/ausland/article162762229/Niederlande-verweigern-tuerkischem-Aussenminister-die-Einreise.html (https://www.welt.de/politik/ausland/article162762229/Niederlande-verweigern-tuerkischem-Aussenminister-die-Einreise.html)


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 16:39:00 Sa. 11.März 2017
Jetzt applaudiert Just BU der faschistoiden Niederlande.

Ich bin gegen die Herrschenden in der Türkei, in Österreich, in Deutschland und in den Niederlanden.
Ich bin gegen diese Politik der geschlossenen Grenzen. Diese Politik find ich nicht richtig gut, sondern richtig scheiße!

So, Just BU, ich finde, wir sollten mal so radikal gegen unsere eigenen faschistoiden Drecksäue vorgehen, wie gegen diesen Erdoganarsch.
Aber als das vor einem Jahr passierte, hab ich nichts von Just BU gehört:
EU-Kommissar Günther Oettinger ist im Mai im Privatflugzeug des ehemaligen Daimler-Managers Klaus Mangold zu einem Treffen mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán nach Budapest geflogen.

Ein Deutscher EU Politiker, ein Naziunternehmen und ein Ungarischer Politiker, der Migranten in Lager werfen will, in trauter Eintracht. Als die Türkei den Krieg gegen die eigene kurdische Bevölkerung geführt hat genauso wie gegen linke Oppositionelle, war Erdogan noch bester Freund der Bundesregierung und erhielt Waffen aus Deutschland.
Hinter diese Aktionen der verschissenen Regierungen in D, NL oder A stelle ich mich nie und nimmer.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: shitux am 18:25:41 Sa. 11.März 2017
Wäre de und/ oder nl wirklich faschistisch in dem Sinne wie diese Typen aus der Türkei behaupten, müssten sie nicht in die jeweilligen Länder reisen. Denn die türkischen Mitbürger lebten ja in der Türkei ( oder in anderen Ländern).

Die Begründungen die Sicherheit könne nicht garantiert werden, ist wohl angesichts der Einsatz von Massen an Bullereien, die die Fussballspiele WE für WE schützen reichlich hanebüchen.

Ich wiederhole mich dazu auch gerne wieder: Wäre die Türkei schon lange Mitglied der EU, so z.B. wie die Fascho´s von Ungarn, gäbe es dieses Problem mit Sicherheit nicht. Kein vorgeblicher? Putsch wäre nötig. Und in Folge jetzt auch nicht dieser komplette Wahnsinn der da läuft.
Aber die Politik- und hier ganz besonders in vorderster Front die die sich christlich schimpfen- haben ja fleissig ihre Vorurteile geschürt und unter´s Volk gebracht.

Aber kein Problem: Kommt da eben zur Türkei auch ein Zaun hin ........

Ich trink jetzt ´n Bier......  skol
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Troll am 18:31:58 Sa. 11.März 2017
Erdogan ist super, er spielt dieses EU-Demokratieschauspiel perfekt, er ist eine Ohrfeige für die ganzen EU-Phrasendrescher, rumgeplärre über den Arsch der eigentlich so ist wie sie selbst. Das ist kein in Schutz nehmen, Erdogan ist nur eine einzelne Konsequenz aus dem Gebaren der EU. Erdogan ist ein Blick in den Spiegel.
Dieses mediale rumgeficke wie furchtbar schlimm ein einzelner Machthaber sei ist ein Schauspiel für uns, da dürfen wir mal irgend wie politisch mitmischen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:10:23 Sa. 11.März 2017
Wenn irgendein Diktator der EU von nutzen ist und auch einigermaßen nach deren Pfeife tanzt kann der Menschen ermorden lassen bis zum abwinken! Daran hat sich, grade in der Deutschen Regierung, noch nie jemand gestört!
Die Unterstützung der türkischen Regierung beim Völkermord an den Kurden zum Beispiel. Oder Gaddafi, Mubarak, Hussein, Netanjahu und wie sie alle heißen. Alles kein Problem!
Mit Erdowahn gibt es nur Probleme weil er offenbar nicht so ganz nach der Pfeife der EU tanzen will! Das mag man dort nicht so besonders, wie Griechenland ja erfahren musste.
Andere Länder, die durchaus vergleichbare Züge zur Türkei haben, können sich da deutlich mehr raus nehmen, ohne das es Proteste gibt. Bayern zum Beispiel! ;D
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 11:32:18 Mo. 13.März 2017
Ich antworte nicht mehr auf sowas, Kuddel.

Zitat
Jetzt applaudiert Just BU der faschistoiden Niederlande. (...)

*   *   *

Wenn ein Land einem anderen sagt, das der Auftritt dieses und jenes Ministers inkl. Wahlkampauftritts auf eigenem Boden NICHT erwünscht ist, dann ist das schon eine sehr klare Aussage.

Der türkischen Regierung ist das vollkommen egal. Der Minister erklärt laut und dreist, er werde trotzdem in dieses Land einreisen und sprechen und wenn besagte Regierung sich ihm in den Weg stellen sollte, würde es (NL) harte Konsequenzen zu spüren bekommen.
Also eine Drohung.

Äh....hat es das - in Friedenszeiten -  schon mal irgendwo von irgendeinem Land in Europa gegeben?

Und, sollte man das dann (in diesem Fall als NL)  einfach hinnehmen, oder wie?

Ich finde es nach wie vor richtig was die NL gemacht haben.
Obwohl ich vermute, das, wenn dort nicht die Wahl in ein paar Tagen anstehen würde, wäre der MP wahscheinlich nicht SO deutlich geworden.

Das Blöde daran ist nur, das Erdowahn es meisterlich versteht, ALLES für seine Propaganda so hinzudrehen und darzustellen, dass seine gehirngewaschenen Anhänger offensichtlich NOCH fanatischer werden...
Aber daran kann man wohl nichts ändern.

Sehr wohl aber daran, dass es in den einzelnen EU-Ländern nicht noch mehr inneren Aufruhr (Stichwort: u. a. DITIB, u.andere türkische Propaganda- und Spitzelorganisationen) deswegen gibt, eben durch solche Wahlkampfauftritte und Aufwiegelungen seitens der türkischen Regierung.
Von mir aus auch mit der Begründung "sicherheitstechnischer Mängel".

Das Merkel mal wieder schweigt und zuguckt finde ich  zum  kotz
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 12:43:25 Mo. 13.März 2017
Das nächste von Rechtspopulismus geprägte Land macht mit in diesem Scheißspiel:

Zitat
Dänemark sagt Treffen mit türkischem Premier ab
http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-niederlande-werden-preis-fuer-ihr-verhalten-bezahlen-1.3415891 (http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-niederlande-werden-preis-fuer-ihr-verhalten-bezahlen-1.3415891)

Und warum weigerst du dich zu begreifen, daß es unbestritten ist, daß Erdogan erin Arsch ist, aber die von dir so bejubelten Kampagnen Erdogan nur stärken und Wasser auf die Mühlen der Nationalisten und Faschisten ist in NL, TR, D, DK und A.
Schulterschlüsse mit Herrschenden und Nation und scheiß Nationalflaggengeschwenke.

Wir sollten so einen Dreck bekämpfen, indem wir uns grenzüberschreitend mit denen solidarisch zweigen, die gegen autoritäre und nationalistische Kräfte kämpfen, z.B.:

http://www.labournet.de/?p=113160 (http://www.labournet.de/?p=113160)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 13:08:14 Mo. 13.März 2017
@ Kuddel

Zitat
Und warum weigerst du dich zu begreifen...(...)

Und erneut eine vollkommene Fehl-Einschätzung deinerseits.
Zum  - gefühlt -  100ten Mal:
Wodurch meinst Du das Recht zu haben,  derartige persönliche Behauptungen über mich anzustellen?
Ich fordere Dich auf, dies in Zukunft zu unterlassen!

Zitat
Schulterschlüsse mit Herrschenden und Nation und scheiß Nationalflaggengeschwenke.

Wer macht das?
Ich jedenfalls nicht.
Ich teile die Welt nur nicht nach Schwarz und weiß ein, denn so ist sie nicht und das Leben auch nicht.

Zitat
Wir sollten so einen Dreck bekämpfen, indem wir uns grenzüberschreitend mit denen solidarisch zweigen, die gegen autoritäre und nationalistische Kräfte kämpfen,
Find ich generell sowieso gut und nötig.
Und in der Zwischenzeit, bis sowas - auch wirksam - zustande kommt, lassen wir solche Arschlöcher wie Erdowahn mal einfach gewähren oder wie?

Kannst DU ja gerne weiter so sehen...und tun...

Ich sehe es anders.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 14:04:47 Mo. 13.März 2017
Wie ich darauf komme?

Zitat
Find ich richtig und gut;  Danke NL!
Das war DEINE Aussage.
Du wendest dich an die NL. Du siehst scheinbar eine Einheit zwischen Bevölkerung und Regierung, zwischen Reich und Arm, zwischen alteingesessen und zugewandert, zwischen links und faschistisch.

Ich hasse nationalistischen Eintopf und diese nationalistischen Grenzlinien.
Ich bin der Meinung, wenn man nicht gleichzeitig Höcke und Seehofer die Redemöglichkeit entzieht, dann ist es kein Kampf gegen eine antidemkratische und autoritäre Haltung, sondern dann ist es nationalistische Scheiße, die ich nicht unterstütze und für die ich mich nicht bedanke.

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:39:02 Mo. 13.März 2017
Zitat
Schulterschlüsse mit Herrschenden und Nation und scheiß Nationalflaggengeschwenke.
Zitat
Wer macht das? Ich jedenfalls nicht.
Wenn ich mir dein Avatarbild so angucke, könnte ich einen anderen Eindruck bekommen. ::)


Zitat
Also eine Drohung.
Äh....hat es das - in Friedenszeiten -  schon mal irgendwo von irgendeinem Land in Europa gegeben?
Ja, als Deutschland damit drohte Griechenland keine Kredite mehr zu gewähren und die griechische Regierung daraufhin einknickte.
Oder mindestens einmal im Jahr zwischen Großbritannien und Spanien wegen Gibraltar.
Die Drohungen der EU gegen Russland. Luftangriffe auf Libyen. Einmarsch in Mali und Somalia usw. usw.


Zitat
Das Merkel mal wieder schweigt und zuguckt finde ich  zum  kotz *würgh* AAAAAh
Jeder der nur ansatzweise bereit ist sich mit Politik ernsthaft auseinanderzusetzen weiß, das solche Sätze einfach nur dumm sind!
Ich hatte es bereits zum Thema Österreich erwähnt: Weder dort, noch in den Niederlanden ist die Türkei Großkunde für Waffenkäufe!

Zitat
Deutschland verkauft im großen Stil Waffen an die Türkei, in diesem Jahr nahmen die Lieferungen sogar zu. Bürgerkriegsähnliche Zustände sind dabei für die Bundesregierung kein Hinderungsgrund.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-deutsche-ruestungsexporte-nehmen-zu-trotz-buergerkriegsaehnlicher-zustaende-a-1124346.html (http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-deutsche-ruestungsexporte-nehmen-zu-trotz-buergerkriegsaehnlicher-zustaende-a-1124346.html)

Des weiteren Leben in Deutschland so um die 3 Millionen türkeistämmige Menschen mit denen man es sich offensichtlich nicht verscherzen möchte. Solche Riots wie in den Niederlanden wären dann auch Wasser auf die Mühlen der Rechten.

Zitat
Find ich richtig und gut;  Danke NL!

Zitat
Jetzt applaudiert Just BU der faschistoiden Niederlande
Sehe ich auch so!
Die Niederlande haben eine Regierung die in etwa der FDP entspricht!
Eine rechte, marktliberale Partei, die möglichst schnell alle sozialstaatlichen Leistungen einstellen möchte. Diese wird vermutlich demnächst von der PVV abgelöst. Einer noch weiter rechts stehenden Partei.
Der Streit mit der Türkei könnte also durchaus wahltaktische Gründe haben.
Wie man sowas beklatschen kann bleibt mir ein absolutes Rätsel!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 15:26:01 Mo. 13.März 2017
Das ganze Gezerre um das Rederecht von Erdogans Ministern zeigt meiner Meinung nach,  dass die Errichtung einer faschistischen Diktatur in der Türkei den Herrschenden in Europa zu weit geht. Ohne mich mit den Niederlanden und ihrer polirischen Taktik solidarisieren zu wollen,  halte ich ein Redeverbot für die türkischen Faschisten -und nichts anderes sind Erdogan und seine Minister- für angebracht. Ich würde sogar noch weiter gehen: Deutschland sollte alle  Verträge mit der Türkei kündigen und die diplomatischen Beziehungen abbrechen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:28:18 Mo. 13.März 2017
 
Zitat
Das ganze Gezerre um das Rederecht von Erdogans Ministern zeigt meiner Meinung nach,  dass die Errichtung einer faschistischen Diktatur in der Türkei den Herrschenden in Europa zu weit geht.
Warum sollte es das? Ist in Ungarn auch kein Problem. In Polen, Rumänien und der Ukraine auch nicht.
In Libyen herrschen in Flüchtlingslagern "KZ- ähnliche Zustände" (Zitat des Auswärtigen Amtes). Trotzdem will man mit denen einen Deal machen.
Seit wann hat die EU ein Problem damit, mit faschistischen Diktaturen Geschäfte zu machen?
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 18:31:28 Mo. 13.März 2017
Das sehe ich wie Rudi,
die Bundesregierung hat keine Probleme mit Autokraten und Faschisten. Sie macht munter Deals mit Saudi Arabien.

Zitat
Die neuen Zahlen zu deutschen Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien sorgen für Kritik. Der Bundestagsabgeordnete Jan van Aken (Linke) sagte am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin mit Blick auf die Beteiligung Saudi-Arabiens am Krieg im benachbarten Jemen: "Man kann nicht mehr ernsthaft von einer Kontrolle der Rüstungsexporte sprechen, wenn die Bundesregierung die Ausfuhren an Saudi-Arabien erhöht, während Riad den Jemen in die Steinzeit zurückbombt."

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervorgeht, sollen die Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien offenbar deutlich ausgeweitet werden. Die Antwort liegt der KNA vor. Im vergangenen Jahr erteilte die Bundesregierung demnach Ausfuhrgenehmigungen im Gesamtwert von knapp 530 Millionen Euro. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei rund 270 Millionen Euro, im Jahr davor waren es rund 209 Millionen Euro.
https://de.qantara.de/content/scharfe-kritik-an-deutschen-ruestungsdeals-mit-saudi-arabien (https://de.qantara.de/content/scharfe-kritik-an-deutschen-ruestungsdeals-mit-saudi-arabien)

Zitat
Jemen
Westliche Waffen für den Krieg

Die Bundesregierung will einerseits mögliche Kriegsverbrechen im Jemen untersuchen lassen - und hält andererseits an der militärischen Kooperation mit Saudi-Arabien fest.


Dieser Krieg ist langwierig und zäh, das Leid der Zivilbevölkerung riesig, aber die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gering. Wohl deshalb bleibt die Rolle des Westen bei den saudischen Angriffen im Jemen heikel – auch die deutsche: Während die Bundesregierung die Kriegsverbrechen und die humanitäre Not im Jemen anprangert, will sie die deutschen Waffenexporte und die militärische Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien nicht grundsätzlich aufgeben.

Darin räumt die Bundesregierung ein, dass zwei Millionen Jemeniten aus ihren Wohnungen und Heimatorten vertrieben wurden, seit sich eine arabische Militärallianz um Saudi-Arabien im Jemen gegen die Huthi-Rebellen vorgeht. Offiziell soll deren Putsch gegen den gewählten Präsidenten abgewendet werden – tatsächlich liefern sich die Saudis und der Iran, der die Huthis unterstützt, einen rücksichtslosen Stellvertreterkrieg um die Vorherrschaft in der Region.

Erst im vorigen Sommer genehmigte die Bundesregierung endgültig die Ausfuhr der ersten Tranche von insgesamt 48 bestellten militärischen deutschen Patrouillenbooten – obwohl die Saudis im Jemen-Krieg auch zu Seeblockaden greifen. Eine Möglichkeit, den Einsatz der deutschen Waffen im Jemen nachzuverfolgen oder auszuschließen, hat die Bundesregierung laut dem Schreiben nicht.

Zur Frage ziviler Opfer führt die Bundesregierung aus, „ein ziviles Objekt kann im Einzelfall zu einem militärischen Ziel werden“, wenn von dort militärische Handlungen ausgehen und „seine Zerstörung einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt“.

Ebenso wenig will Deutschland seine Unterstützung bei der Modernisierung des saudi-arabischen Grenzschutzes aufgeben: „Aus sicherheitspolitischer Sicht ist Saudi-Arabien weiterhin ein wichtiger Kooperationspartner“, heißt es.
Jemen
Auf der Suche nach Verwertbarem: Jemeniten auf der Müllhalde von Sanaa. Foto: epa

Auch andere Kritikpunkte am saudischen Regime bestätigt das Schreiben durchaus – darunter die Menschenrechtslage, die Todesstrafe sowie „Hinweise, dass Saudi-Arabien im Zusammenhang mit seiner wahhabitisch religiösen Staatsdoktrin häufig wirtschaftliche Investitionen“ zur Missionierung im Ausland nutze.

In der Gesamtsicht bleibt die Bundesregierung jedoch bei ihrer Bewertung, Saudi-Arabien sei ein Stabilitätsanker in der Region: Das Land spiele „mit seinem politischen Gewicht (...) weiterhin eine Schlüsselrolle für die Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region“, so dass es „ein unverzichtbarer Partner bei der Lösung der regionalen Krisen“ sei.

Die Linke kritisiert diese Haltung deutlich. Von „Beihilfe zum Mord“ spricht Außenpolitikerin Sevim Dagdelen. „Wer wie die Bundesregierung Waffen an eine islamistische Diktatur wie Saudi-Arabien liefert, der tritt Menschenrechte mit Füßen und leistet einen Beitrag zum Unfrieden in der Region“, sagte sie der FR. Zudem könne man nicht ausschließen, dass so deutsche Waffen an Islamisten weitergegeben werden. „Die Bundesregierung muss die Rüstungsexporte in die Golfdiktaturen sofort stoppen“, forderte Dagdelen.
http://www.fr.de/politik/jemen-westliche-waffen-fuer-den-krieg-a-1192654 (http://www.fr.de/politik/jemen-westliche-waffen-fuer-den-krieg-a-1192654) (gekürzt)

Ich bin völlig angewidert. Menschenverachtendendes Dreckspack. Die deutsche/EU Politik läßt wohl mehr Migranten ersaufen, als Terror-Erdogan durch seine Schergen ermorden läßt. Man baut Lager für Ausländer an der EU Ostgrenze und echauffiert sich wg. der Nazivergleiche, zitiert dabei die Antifa, von wegen Relativierung des Grauens des Nationalsozialismus. Dabei kann ich Erdogan nur recht geben, diese moralapostelnden westlichen Regierungen bedienen sich sehr wohl bei Nazimethoden. Wenn man sich ansieht, was für ein politisches Klima sich etwickelt hat unter der medialen Aufregung über die türkischen Wahlkampfauftritte, so muß man zugeben, daß es keinesfalls ein antiautortäres und freiheitsliebendes Klima erzeugt hat, sondern das völlige Gegenteil: Die nationalistischen und faschistischen Kräfte in den westlichen Ländern und in der Türkei sehen sich im Aufwind.

Ich sage es in diesem Forum immer wieder: Ich bin überzeugt davon, daß die Herrschende Klasse den Rechtsruck will und selbst einen Faschismus im Herzen der westlichen Welt in Kauf nehmen würde, so lange der ihre Macht erhält. Das Vorgehen der Politik und der Medien macht in diesem Zusammehang richtiggehend Sinn. Es sind keine Proteste gegen Autoritäre Herrschaft, es handelt sich um ein gefährliches Aufpeitschen der Nationalgefühle. Vor diesen Karren lasse ich mich nicht spannen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:10:10 Mo. 13.März 2017
Zitat
Kurz vor der Wahl steht der niederländische Premier Rutte unter Druck von rechts. Schon deshalb ließ er den Streit mit der Türkei eskalieren, sagt ARD-Korrespondent Ludger Kazmierczak. Ein Interview über Wahlkampf, Wilders und "Wilders light".
http://www.tagesschau.de/ausland/kazmierczak-interview-101.html (http://www.tagesschau.de/ausland/kazmierczak-interview-101.html)

Wie ich schon schrieb: Reine Wahlkampftaktik!

Diese (künstliche) Aufregung über die Türkei kann wunderbar genutzt werden,um die nationalistische "Wir gegen die"- Karte auszuspielen und ebenso kann man mit solchen außenpolitischen Themen wunderbar von innenpolitischen Themen ablenken.
Alles nichts neues! Ich wunder mich nur, das Just BU das schon vergessen hat, als die gleiche Chose mit Griechenland ablief!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:13:53 Mo. 13.März 2017
Teile der herrschenden Klasse in der EU und darüber hinaus setzen immer mehr auf die Karte des Faschismus, also der Errichtung einer offenen terroristischen Diktatur der aggressivsten und chauvinistischsten und imperialistischen Teilen des Finanz-und Monopolkapitals.
So betrachte ich FN in Frankreich,Hofer in Österreich,Wilders in Holland, orban in Ungarn usw nicht als isolierte Ereignisse. Sie stehen für mich klar im Zusammenhang mit der vom brd Regime systematisch aufgebaute AfD als Scheinopposition.

Der türkische Präsident ist ein faschistischer Massenmörder und Terrorpate – und wird von Angela Merkel unterstützt.....Verfolgung linker Türken,Kurden,aleviten,Jesiden etc wird im Erdogans Auftrag immer mehr verschärft hier! Der Krieg gegen die kurdische Bevälkerung in der Osttürkei wird auch von der brd mitbefeuert und ausdrücklich unterstützt!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 19:19:30 Mo. 13.März 2017
M.M. nach werden hier u. a. mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen bzw. in "einen Topf geworfen"...
Und nicht nur hier:


Zitat
(...) Ich wunder mich nur, das Just BU das schon vergessen hat, als die gleiche Chose mit Griechenland ablief!

Rudi, Du vergleichst jetzt hier nicht ernsthaft Griechenland mit der Türkei oder?
Das kann doch nicht wahr sein.   ::)

Rudi schrieb;
Zitat
Wenn ich mir dein Avatarbild so angucke, könnte ich einen anderen Eindruck bekommen. Roll Eyes

Tja, wie so oft, ein falscher Eindruck.

Es ist meine Art, meine Verbundenheit und Solidarität mit Griechenland, dem griechischen Volk und nicht zuletzt meiner Familie/Vorfahren auszudrücken.
Nicht mehr und nicht weniger!

Und es ist mir vollkommen gleichgültig, ob irgendjemand damit ein Problem hat.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Troll am 19:20:22 Mo. 13.März 2017
Das sehe ich wie Rudi,
die Bundesregierung hat keine Probleme mit Autokraten und Faschisten. Sie macht munter Deals mit Saudi Arabien.

Ist doch nur die eine Seite der Medaille, klar hat Rudi recht, counselor aber auch, für mich besteht da kein Widerspruch, Erdogan gehört in den Arsch getreten wie allen anderen bisher geduldeten Autokraten und Faschisten auch.

Wir lassen uns verrückt machen weil ein Drecksack geduldet wird und der andere nicht, nein, alle gehören entsprechend behandelt/verachtet, Erdogan wird ja nicht besser weil es andere Idioten gibt, oder gilt da ein seltsamer Gleichbehandlungs-Grundsatz.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:04:34 Mo. 13.März 2017
Zitat
Ist doch nur die eine Seite der Medaille, klar hat Rudi recht, counselor aber auch, für mich besteht da kein Widerspruch, Erdogan gehört in den Arsch getreten wie allen anderen bisher geduldeten Autokraten und Faschisten auch.
Bin ich bei dir! Im Grunde geht es mir ja auch nur darum, diese Heuchelei anzuprangern, das einerseits die Bundesregierung  "Kritik" an der Türkei übt, aber keine Probleme damit hat weiterhin Waffen zu liefern.
Des weiteren ist bekannt, das es der Bundesregierung noch nie ernsthaft um Menschenrechte ging, wenn man mit einem Staat gute Geschäfte machen kann. (siehe China).


Zitat
Rudi, Du vergleichst jetzt hier nicht ernsthaft Griechenland mit der Türkei oder?
Achso, die Massenverarmung eines Großteils der Bevölkerung durch (von Deutschland) aufgezwungene Renten- und Lohnkürzungen und andere Sozialleistungen war gar nicht so schlimm?
Na, dann haben Merkel und Schäuble ja alles richtig gemacht und Du solltest im Herbst die CDU wählen, weil sie Griechenland so hervorragend geholfen haben?
Soviel übrigens zum Thema:
Zitat
Das Merkel mal wieder schweigt und zuguckt finde ich  zum  kotz *würgh* AAAAAh *würgh* AAAAAh
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 21:18:11 Mo. 13.März 2017
Ach Rudi, ich gebs auf, ich hab keine Lust mehr auf Deine Spielchen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 21:49:16 Mo. 13.März 2017
Bin ich bei dir! Im Grunde geht es mir ja auch nur darum, diese Heuchelei anzuprangern, das einerseits die Bundesregierung  "Kritik" an der Türkei übt, aber keine Probleme damit hat weiterhin Waffen zu liefern.
Genau! Das ist pure Heuchelei! Da bin ich bei Dir!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22:55:46 Mo. 13.März 2017
Hier einige Beispiele, die belegen,daß die Erdogan und MHP Faschisten nicht intelligenter sind als der Durchschnitts - NPD ler.....was wohl an der gemeinsamen Ideologie liegen muß!

In Niederlanden und Belgien verbrannten sie aus Protest gegen die niederländische Regierung auch französische Fahnen und pressten öffentlich unter lautem türkischen Geschimpfe Orangen öffentlich aus!

Hier beim Halal Schlachten der Orangen während dabei die Holländer in Holland übelst beschimpft wurden....

(http://fs5.directupload.net/images/170313/temp/d4yrzcdr.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4659/d4yrzcdr_jpg.htm)(http://)

Hier Video von "de Telegraaf" in dem man sehen kann,wi enationalistische Türken gegen Holland demonstrieren in Holland und aus Protest französische Fahnen anzünden.......beim Erdkundeunterricht waren die wohl alle Kreide holen... ???

https://www.facebook.com/telegraaf/ (https://www.facebook.com/telegraaf/)

Nun protestieren sie von zu Hause aus und setzen davon stolz Bilder in nationalistische FB Seiten.....

(http://fs5.directupload.net/images/170313/temp/zhwhlfu9.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4659/zhwhlfu9_jpg.htm)(http://)

Die Erdoganisten schrecken vor nichts mehr zurück, nach Orangenlynchen, jetzt Tulpenköpfen.....doof bleibt doof...da helfen auch keine Pillen....
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Troll am 17:49:10 Di. 14.März 2017
OT

Zitat
"Ich liieebe Holland": Erdogan nach geheimnisvoller Lieferung aus Amsterdam plötzlich auf Kuschelkur

Ankara (dpo) - Stimmungswandel in der Türkei: Nach heftigen Verbalattacken gegen die Niederlande in den letzten Tagen rudert Präsident Erdogan nun offenbar zurück. In einer kurzen Fernsehansprache bezeichnete er das europäische Land als "total korrektes Land" und wollte nichts mehr von angeblichen Differenzen wissen. Zuvor soll der Präsident ein Paket mit noch unbekanntem Inhalt aus Amsterdam erhalten haben.

Ungewöhnlich entspannt wirkte Erdogan in dem Gespräch mit einer Reporterin des türkischen Staatsfernsehens. Lächelnd winkte er immer wieder in die Kamera und sagte Sätze wie "Holland, ich lieeeebe dich!" und "Lasst uns nie wieder streiten!".
[...]

Quelle: Der Postillon (http://www.der-postillon.com/2017/03/erdoganja.html)

http://youtu.be/v1gMm49DpfQ (http://youtu.be/v1gMm49DpfQ)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:28:40 Di. 14.März 2017
Gemeinsame Erklärung der niederländischen und türkischen Kommunisten

An die arbeitenden Menschen in den Niederlanden und der Türkei

Zwischen den beiden Ländern gibt es eine Krise, die die rüde Natur der bürgerlichen Politiker widerspiegelt und wie wir sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben. Sie provozieren und spielen jetzt mit nationalistischen Emotionen zwischen den Menschen und versuchen, von der eskalierenden Spannung politisch zu profitieren.

Wir wissen aber, dass die Politiker, die die Helden dieser skandalöses Ausmass erreichenden Krise sind, ihre eigenen arbeitenden Menschen angegriffen haben und dem Abbau der Arbeiterrechte ihren Stempel aufgedrückt haben. Beide Seiten repräsentieren die Bourgeoisklasse und der ausbeuterischen Monopole.

Erdogan und die AKP scheinen damit zu kalkulieren, dass sie einen „äusseren Feind“ schaffen, aus Verzweiflung, in die sie im Lauf des Referendumsprozesses verfielen. Auf der anderen Seite spielt die niederländische Regierung die Karte der Fremdenfeindlichkeit, um die Krise der EU zu überspielen.
Wir, die Neue Kommunistische Partei der Niederlande und der Kommunistischen Partei der Türkei, rufen unsere arbeitenden Menschen zur Zusammenarbeit auf und dazu, sich nicht von der zwielichtigen, heruntergekommenen Politik der Bourgeoisie fangen zu lassen.
In dieser Lage
erklären wir erneut, dass wir gegen die imperialistische Politik der EU stehen,
wir erinnern an die Tatsache, dass der aufkommende Rassismus nur durch die Einheit des Proletariats gestoppt werden kann,
wir betonen, dass wir im internationalistischen Geist gegen jede Beschränkung der Rechte der Arbeiterklasse und eingewanderten Arbeiter kämpfen.
Wir verweisen auf die Unmöglichkeit eines besseren Kapitalismus und die Notwendigkeit des Kampfes für die einzige Alternative, den Sozialismus.

Zentralkomitee der NCPN
Zentralkomitee der TKP

Quelle

https://www.ncpn.nl//manifest/2017/03/tkp-ncpn.htm (https://www.ncpn.nl//manifest/2017/03/tkp-ncpn.htm)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Fritz Linow am 00:07:25 Fr. 17.März 2017
Zwischendurch mal nur ein kleines Beispiel, warum die Beziehungen zwischen Türkei und Deutschland nicht leiden werden:

Auf einer Jubiläumsfeier zu Ehren Ludwig Erhards im Jahre 2013, auf der auch z.B. Altmaier zugegen war und dem ganzen Glanz verlieh, amüsierte sich auch Korkut Telli (li.):

(https://abload.de/img/korkuttellir6uvf.png) (http://abload.de/image.php?img=korkuttellir6uvf.png)
http://www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/bildergalerie-jubilaeumsfeier-zu-ehren-ludwig-erhards-de (http://www.wirtschaftsrat.de/wirtschaftsrat.nsf/id/bildergalerie-jubilaeumsfeier-zu-ehren-ludwig-erhards-de)

Korkut Telli ist Geschäftsführer der Marinex GmbH aus Schönberg bei Kiel. Marinex handelt mit Waffensystemen, wartet diese und organisiert Schulungen, damit das Morden auch korrekt funktioniert.

Zitat
MARINEX GmbH is a shipping, engineering, trading and logistics company founded in 1982.

MARINEX GmbH, being a Kiel / Germany-located firm, has a sister company in USA, two liaison offices in Turkiye and representative offices in South Korea, Bangladesh, Pakistan, Greece, and Australia.

MARINEX GmbH has been participating in public, private, and military tenders related to system, spare part and equipment procurements and their installations for more than twenty five years.

Zu den hauptsächlichen Kunden gehören die hier:

(https://abload.de/img/marinexkundennhutd.png) (http://abload.de/image.php?img=marinexkundennhutd.png)
http://www.marinex.de/ (http://www.marinex.de/)

Der Filz zur regionalen Wirtschaft, zur Politik und zu den Gewerkschaften besteht seit Jahrzehnten. So ist es auch logisch, dass Telli zum Beispiel Mitglied des Fördervereins des UKSH ist, einem finsteren Gebräu der Seilschaften. Da geht es nicht um eine Million, die vielleicht durch eine Golfspiel-Charity-Veranstaltung für einen guten Zweck eingenommen wurde, sondern um Milliarden, die mit rücksichtslosen Geschäften nebenbei abgesprochen werden.

Diese Milliarden werden überall gemacht, und keiner der daran Beteiligten wird einen Teufel tun, sich für Menschenrechte, Meinungsfreiheit oder überhaupt für ein gutes Leben aller einzusetzen, es sei denn, man muss in die Kamera grinsen. Und das wird auch in Zukunft so bleiben, weil sich alle an den Diplomatischen Noten abarbeiten und glauben, dass eben diese tatsächlich wichtig sind.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 14:53:14 Sa. 18.März 2017
Die typischen  "Ja"-Wähler beim türkischen Referendum in Deutschland (Ausnahmen bestätigen die Regel):

(http://up.picr.de/28626013pd.jpg)



(http://up.picr.de/28626093ic.jpg)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 15:01:10 Sa. 18.März 2017
Zitat
„Arti TV“ Sender will von Köln aus unabhängig und objektiv über Türkei berichten

    Von
    Anne Burgmer ist Mitarbeiterin in der Kulturredaktion

    17.03.17, 07:58 Uhr

(http://up.picr.de/28626245vk.jpg)

Chefredakteur Celal Baslangic (r.) und zwei Kollegen in der Regie des neuen Senders
Foto:



Köln -

Dass er in Deutschland ist, vergisst er oft. Celal Baslangic ist seit mehr als 40 Jahren Journalist, er arbeitete in der Türkei für viele Medien, war unter anderem Redaktionsleiter bei der Zeitung „Cumhuriyet“. Nach dem Putschversuch im Sommer 2016 reifte in ihm die Erkenntnis, dass er sein bisheriges Leben würde aufgeben müssen: „Wir haben als Journalisten in der Türkei keine Lebensräume mehr gefunden.“
Unabhängige, objektive Berichterstattung

Mit einigen Mitstreitern begann Baslangic deshalb noch in der Türkei die Planungen für „Arti TV“, einen Sender, der unabhängig und objektiv über die Türkei berichten soll. Für dieses Projekt hat er seine Heimat verlassen und ist nach Deutschland gekommen. Ein Land, zu dem er vorher keinen Bezug hatte und dessen Sprache er nicht spricht. Doch seine Gedanken sind ohnehin in der Türkei. Der Chefredakteur pendelt jeden Tag zwischen seiner Wohnung und dem Sender, nur wenn er unterwegs ist, merkt er, dass er nicht mehr in seiner Heimat ist. „Immer, wenn ich den Dom sehe, weiß ich, dass ich in Deutschland bin“, sagt der 61-Jährige und lacht.

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Nach den Ereignissen im vergangenen Sommer verhängte die Regierung den Ausnahmezustand, viele Journalisten wurden verhaftet, zurzeit sitzen nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ 156 im Gefängnis. Rund 150 Medien wurden geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalisten stehen unter Generalverdacht. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 151 von 180. (...)[
/quote]

http://www.ksta.de/kultur/-arti-tv--sender-will-von-koeln-aus-unabhaengig-und-objektiv-ueber-tuerkei-berichten--26207572 (http://www.ksta.de/kultur/-arti-tv--sender-will-von-koeln-aus-unabhaengig-und-objektiv-ueber-tuerkei-berichten--26207572)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:54:54 Do. 06.April 2017
Zitat
Bewährungsstrafe für Fußballer Naki
Der frühere St.-Pauli-Profi Deniz Naki ist von einem Gericht in der Türkei wegen Terrorpropaganda zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte sich mit türkischen Kurden solidarisiert.
http://www.tagesschau.de/ausland/naki-109.html (http://www.tagesschau.de/ausland/naki-109.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 23:56:54 So. 16.April 2017
Zitat
Referendum in der Türkei: Wahlkommission erklärt Ja-Lager zum Sieger

Laut vorläufigem Ergebnis haben die Befürworter des Präsidialsystems das Referendum gewonnen. In Istanbul protestieren Tausende gegen den Wahlausgang. Unser Live-Blog

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/referendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-live (http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/referendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-live)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 05:59:02 Mo. 17.April 2017
Zitat
Presseerklärung von NAV-DEM – Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland, 16.04.2017

Heute wurde in der Türkei über die Verfassungsänderung und die Einführung des Präsidialsystems abgestimmt. Die vorläufigen Ergebnisse besagen, dass etwas mehr als 50% der Bevölkerung für ein „Ja“ gestimmt hat.

Von Anfang an war klar, wir haben es hier mit keinen Referendum unter fairen demokratischen Bedingungen zu tun. Die Menschen haben in einem Land, in dem die kurdischen Gebiete vom Krieg geprägt sind ihre Stimmen abgegeben. Seit Mitte letzten Jahres hat sich dieser Krieg auf das gesamte Land ausgeweitet. Seitdem wird die Türkei vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan diktatorisch im Ausnahmezustand regiert.  Abgeordnete und Funktionäre der HDP sitzen zu tausenden hinter den Gittern, die kurdischen Stadtverwaltungen wurden unter Zwangsverwaltungen gestellt und die gesamte Bevölkerung mit einer noch nie dagewesenen Repressionswelle überzogen. Und trotz alledem haben die Menschen in den überwiegend kurdischen Provinzen der Türkei mit durchschnittlich etwa 70% für ein „Nein“ eine klare Haltung gegen Erdoğan und sein diktatoriales Regime eingenommen.

Besonders im letzten Jahr hat der AKP-Staat unter dem Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ Opposition verschiedenster Couleurs  einzuschüchtern versucht, sei es durch massenhafte Inhaftierung, Entlassungen, Drohungen, wirtschaftliche Sanktionen, Folter und vieles mehr. Es herrscht ein Regime der Angst.  Neben diesen Repressionen gab es eine breit angelegte psychologische Manipulation durch gleichgeschaltete Medien, die 24-Stunden lang die Propaganda der AKP ausgestrahlt haben.

Wie vor den vergangenen Parlamentswahlen im Juni 2015 wurden die nationalistischen Gefühle bewusst provoziert, sei es in Form von anti-westlichem Verbalradikalismus oder durch Hetze gegen alle gesellschaftlichen Gruppierungen jenseits türkisch-sunnitischer Kreise. Dieses AKP-MHP Koalition hat das Land zunehmend polarisiert und die gesellschaftliche, politische du wirtschaftliche Krise noch mehr vertieft. Unter diesen Voraussetzungen war praktisch keine Wahlkampagne für ein „Nein“  beim Referendum möglich. Am Tag des Referendums wurde massenhaft über Unregelmäßigkeiten berichtet, die sich vor allem in den kurdischen Siedlungsgebieten abgespielt haben. Vielerorts wurden die Menschen gezwungen, offen ihre Stimmen abzugeben; Wahlurnenleiter und -mitarbeiter der HDP wurden aus den Wahllokalen geschmissen und/oder festgenommen; Militärs und Soldaten hielten die rechtlich festgelegte Distanz zu den Wahlurnen nicht ein und erzeugten vor den Wahllokalen Drohkulissen. Außerdem gab es Meldungen von vorgestempelten Wahlzetteln. Auch Fahrzeuge ohne Nummernschilder wurden vor den Wahllokalen gesichtet.

Wir möchten klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass ein Referendum unter solchen Bedingungen keinerlei Legitimität genießt. Für uns bedeutet dieses Ergebnis nichts weiter, als dass wir unseren politischen Widerstand für die Demokratie, für Freiheit und Gerechtigkeit noch vehementer und zielstrebiger fortführen werden. Weil mit der Diktaturpolitik der AKP immer mehr gesellschaftliche Kreise von Repression betroffen sind, ist die Grundlage für den demokratischen Kampf heute größer als je zu vor.  Wir rufen allen voran die demokratische Öffentlichkeit, sowie die EU und die Bundesregierung dazu auf, diese gefährliche Entwicklung in der Türkei, die gleichzeitig für die gesamte Region eine Gefahr darstellt, Einhalt zu gebieten. Wir glauben, dass dieser AKP-Wahnsinn gestoppt werden kann, wenn auf die Lippenbekenntnisse der unterschiedlichen Kräfte konkrete Schritte folgen.  Die AKP hat längst ihre Legitimität verloren, dies wird auch das Referendum nicht ändern.

Quelle: http://civaka-azad.org/dieses-referendum-geniesst-keine-legitimitaet/ (http://civaka-azad.org/dieses-referendum-geniesst-keine-legitimitaet/)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 13:08:39 Mo. 17.April 2017


Demokratie
TKP: Die Regierung hat keine Legitimität mehr

16. April 2017

Erklärung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) zum Ergebnis des heutigen Verfassungsreferendums in der Türkei:

Die Ergebnisse des Referendums, die durch Tyrannei, Betrug und Diebstahl geschaffen wurden, haben keine Legitimität. Wer versucht, dieses Ergebnis zu feiern, beleidigt das Volk.

Wir rufen unser Volk, das sich nicht unterwirft, auf, sich zu vereinen, organisiert zu handeln und keine »vollendete Tatsachen« zu akzeptieren.

Eine politische Macht bezieht ihre Legitimität nicht nur aus den zuletzt gewonnenen Stimmen. Wahlergebnisse reichen nicht aus, damit eine Regierung alles tun kann, was sie möchte.
Das AKP-Regime, das seinen reaktionären und volksfeindlichen Charakter vom ersten Tag an zur Schau gestellt hat, verfügt schon lange über keine gesellschaftliche Legitimation mehr. Mehr noch, die Ergebnisse des Referendums vom 16. April sind nichts anderes als eine Bestätigung dieser nicht legitimierten Situation.

Die Abstimmung am 16. April ist hinsichtlich der Annahme oder Ablehnung von Verfassungsänderungen obsolet geworden. Nach diesem Punkt gibt es für die Gesellschaft keine Möglichkeit mehr, ein »Ja« als erklärtes Ergebnis zu akzeptieren. Unabhängig davon, welche Partei welche Position vertritt, hat die TKP bereits erklärt, dass sie ein solches Ergebnis zurückweisen wird.

Diese Wahl wurde geprägt von Tyrannei und Betrug. Die Entscheidung des Obersten Wahlkomitees, nicht gestempelte Stimmzettel und Umschläge als gültig anzuerkennen, entspricht keinerlei gesetzlichem oder unparteiischem Herangehen.
Die AKP steht vor dem Nichts und greift zur Repression. Das Ergebnis ist ein bedeutender Rückgang ihrer Stimmenzahl, und die Hälfte dieser Stimmen bekam sie nur aufgrund unzähliger Manipulationen und Fälschungen.

Die Führungsrolle der Regierungspartei ist zerstört, sie hat die meisten größeren Städte und Innenstädte verloren, in denen sie über Jahre stark gewesen ist.

Ihr Versuch, trotz all dieser Fakten »den Sieg zu feiern«, bedeutet nur eines, abgesehen von der Verhöhnung unseres Volkes: Wir werten diesen als Aufruf zur Entscheidungsschlacht zwischen der gesammelten Energie des arbeitenden Volkes und der Intellektuellen der Türkei, aller unserer den Werten der Republik ergebenen Bürger, gegen die reaktionäre Macht.

Es ist aussichtslos für die AKP, die glaubt, dieses Land entsprechend der Interessen der Feinde des arbeitenden Volkes, der kapitalistischen Kräfte und Monopole, zu führen, noch einmal ihr Überleben zu versuchen, indem sie sich auf diese Kräfte stützt.

Die TKP ruft unser Volk zur Wachsamkeit auf. Akzeptiert keine vollendeten Tatsachen und organisiert euch entsprechend.

Kommunistische Partei der Türkei
Zentralkomitee

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/tkp-die-regierung-hat-keine-legitimitaet-mehr/ (http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/tkp-die-regierung-hat-keine-legitimitaet-mehr/)

Originalquelle

http://www.tkp.org.tr/en/duyurular/government-does-not-have-legitimacy-anymore-en-es-fr (http://www.tkp.org.tr/en/duyurular/government-does-not-have-legitimacy-anymore-en-es-fr)

(http://fs5.directupload.net/images/170417/temp/4fmcqynw.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4694/4fmcqynw_jpg.htm)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 07:53:54 Di. 18.April 2017
Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 1 / Titel
Staatsstreich vollendet
Nach dem Referendum: Die Türkei wird nun auch offiziell Präsidiialktatur mit Erdogan an der Spitze
Von Peter Schaber


(http://fs5.directupload.net/images/170418/temp/8jwh45c4.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4695/8jwh45c4_jpg.htm)(http://)
Neinsager in Istanbul: Demonstranten gehen gegen das verkündete Ergebnis des Referendums auf die Straße (17.4.2017)
Foto: AP Photo/Emrah Gurel

Der autoritär regierende türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kann aufatmen: Das lange erwartete Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems endete am Sonntag mit einem knappen Sieg des Ja-Lagers. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen verkündete die Oberste Wahlbehörde YSK am Sonntag abend das vorläufige Ergebnis. Demnach haben bei einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent 51,3 Prozent für die Verfassungsänderung gestimmt.

Die Abstimmung galt im Land wie international als ein Votum über die Diktaturambitionen Erdogans. Dieser hatte bereits im August 2015 vor Anhängern in der Schwarzmeerstadt Rize geäußert: »Es gibt einen Präsidenten, der de facto die Macht in diesem Land hat, nicht einen symbolischen Präsidenten. Ob man es akzeptiert oder nicht, das administrative System der Türkei hat sich verändert. Nun sollten wir die Verfassung dieser De-Facto-Situation anpassen.«

Die »Anpassung« vollzog die Regierungspartei AKP im Bündnis mit Teilen der faschistischen MHP. Sie schloss die Abschaffung der Pressefreiheit, die Entmachtung sowohl des Parlaments wie Stadt- und Bezirksverwaltungen, die Inhaftierung Zehntausender politischer Gegner sowie Morde an linken Aktivisten ein. Gegen die widerspenstige kurdische Befreiungsbewegung im Südosten der Türkei führte Ankara einen offenen Krieg, in dessen Verlauf Städte von Armee und Polizeikräften belagert, mit Artillerie und Luftwaffe bombardiert wurden. Hunderte Zivilisten verloren ihr Leben, Hunderttausende befinden sich auf der Flucht.

Trotz der staatlichen Repression gegen jede Opposition und die Monopolisierung der Medienmacht in den Händen Erdogans fiel das Ergebnis des Referendums relativ dürftig aus. Außerdem berichten zahlreiche Wahlbeobachter von Unregelmäßigkeiten. Sowohl die größte Oppositionspartei CHP wie auch die linke und prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) haben angekündigt, das Ergebnis anfechten zu wollen.

Angesichts der Rahmenbedingungen, unter denen das Referendum stattfand, sehen viele türkische Dissidenten in dem Votum eher eine Niederlage Erdogans: »Das ist ein Pyrrhussieg«, kommentierte etwa der exilierte türkische Journalist Can Dündar am Montag im Interview mit der Welt. »Nach all dem Druck, ja, der Unterdrückung, nach diesem unfairen Wahlkampf gegen das Nein-Lager, der Inhaftierung so vieler regierungskritischer Journalisten und mit einer Medienlandschaft, die fast ausschließlich für ein Ja geworben hat, ist die Mehrheit immer noch so winzig – für mich ist das der Anfang vom Ende der Ära Erdogan.«

Völlig gleichgültig gegenüber den Umständen des Referendums zeigte sich dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie bat in einer am Montag veröffentlichten Erklärung Erdogan lediglich darum, »einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes« zu suchen. Ansonsten wolle man die Untersuchung der OSZE-Wahlbeobachter abwarten.

Weniger geduldig äußerte sich die türkische Regierung. Ministerpräsident Binali Yildirim rief kurz nach Bekanntwerden des vorläufigen Ergebnisses Anhängern in Ankara zu: »Wir werden nicht stehen bleiben. Wir werden unseren Weg weitergehen.« Die nächsten Stationen hatte Erdogan bereits vor der Abstimmung angekündigt: die Einführung der Todesstrafe und die Ausweitung der völkerrechtswidrigen Militäraktionen in Syrien und im Irak.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/309071.staatsstreich-vollendet.html (https://www.jungewelt.de/artikel/309071.staatsstreich-vollendet.html)




Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 8 / Ansichten
Schönredner
Reaktionen auf Türkei-Referendum. Gastkommentar
Von Sevim Dagdelen


(http://fs5.directupload.net/images/170418/temp/vpsedyqm.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4695/vpsedyqm_jpg.htm)(http://)
Ankara am Sonntag: Erdogan-Unterstützer feiern auf einem verlassenen Panzer vor dem Parlamentsgebäude
Foto: REUTERS/Osman Orsal

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem »harten Wahlkampf« vor dem Referendum um die Einführung einer Präsidialdiktatur in der Türkei spricht, streiten die dortigen beiden Oppositionsparteien CHP und HDP wegen massiven Wahlbetrugs für eine Annullierung des Abstimmungsergebnisses. Während Außenminister Sigmar Gabriel zu Ruhe und Gelassenheit aufruft, gehen am Bosporus Tausende auf die Straße, um gegen die Manipulationen Erdogans zu protestieren. Als gelte es, ihren politischen Zynismus in Sachen Türkei auf die Spitze zu treiben, drückt die Bundesregierung die Erwartung aus, dass Erdogan nach dem Referendum »einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes sucht«.

Worum geht es? Ruhe soll die erste Bürgerpflicht sein. Wenn Merkel und Gabriel den Dialog mit Erdogan anmahnen, setzen sie brutal auf ein »Weiter so« in der Türkei-Politik. Beide wollen weiter Waffen an Erdogan liefern, obwohl (oder muss es heißen »weil«?) sie wissen, dass er damit seinen schmutzigen Krieg gegen die Kurden führt. Union und SPD setzen auf die Fortdauer der Bundeswehr-Präsenz in Konya und Incirlik, obwohl sie nicht ausschließen können, dass deutsche Erkundungsergebnisse an Terrormilizen in Syrien weitergegeben werden.

Die Kumpanei mit Erdogan soll nahtlos weitergehen, und Dummenfang hat Methode. Die Fortsetzung der EU-Beitrittsverhandlungen wird der Öffentlichkeit als Bonbon für die Nein-Sager in der Türkei verkauft, obwohl man weiß, dass Erdogan damit jährlich mehr als 630 Millionen Euro an EU-Hilfen garantiert sind. Konservative wie EVP-Chef Manfred Weber meinen besonders schlau zu sein, indem sie zwar einen Verhandlungsstopp fordern, zugleich aber wie die FDP auf engere Kooperation, etwa die Erweiterung der Zollunion, setzen, um Erdogan unter die Arme zu greifen.

Denn darum allein geht es. Erdogan soll Partner zur Durchsetzung geopolitischer Interessen im Nahen Osten bleiben – angefangen von einem Regime-Change in Syrien bis hin zu Anlagemöglichkeiten für deutsches Kapital. Der innenpolitische Preis dafür ist allerdings hoch. 63 Prozent der türkischen Wähler in Deutschland haben für die Diktatur gestimmt. Die jahrelange, bundesbehördlich geförderte Bearbeitung durch Erdogan-Netzwerke hatte Folgen. Während Istanbul, Ankara und Izmir nein sagten, stimmten Berlin, Hamburg und Köln mit Ja. Das kann man sich schönreden, indem man auf die geringe Wahlbeteiligung verweist und das Ja zur Diktatur gar mit Ausgrenzung hierzulande rechtfertigt. In Wirklichkeit zielt das auf einen weiteren Freifahrtschein für Erdogan. Es ist höchste Zeit für einen radikalen Kurswechsel. Außenpolitisch heißt das: Keine Waffe, kein Geld, keinen Soldaten mehr für Erdogan. Innenpolitisch: Seine Netzwerke, seine Spitzel- und Trollarmee hierzulande müssen zerschlagen werden. Das wäre konkrete Solidarität mit den Nein-Sagern.

Sevim Dagdelen ist Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion Die Linke im Bundestag

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html (https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagobert am 11:59:23 Di. 18.April 2017
»Das ist ein Pyrrhussieg«, kommentierte etwa der exilierte türkische Journalist Can Dündar am Montag im Interview mit der Welt. »[...]für mich ist das der Anfang vom Ende der Ära Erdogan.«
Ich hoffe dass er damit Recht behält.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Just B U am 12:00:31 Mi. 19.April 2017
Ich auch.
Und das es schnell geht.


*     *     *     *     *

Nachtrag:
Sah erst nach meinem Posting, dass dieser Text schon oben drüber von Rappelkikstenrebell eingestellt wurde.
Ich lass jetzt mal nur die Hervorhebungen von mir stehen.


Zitat
Schönredner

Reaktionen auf Türkei-Referendum. Gastkommentar

Aus: Ausgabe vom 18.04.2017
Von Sevim Dagdelen



(...)
Worum geht es? Ruhe soll die erste Bürgerpflicht sein. Wenn Merkel und Gabriel den Dialog mit Erdogan anmahnen, setzen sie brutal auf ein »Weiter so« in der Türkei-Politik. Beide wollen weiter Waffen an Erdogan liefern, obwohl (oder muss es heißen »weil«?) sie wissen, dass er damit seinen schmutzigen Krieg gegen die Kurden führt. Union und SPD setzen auf die Fortdauer der Bundeswehr-Präsenz in Konya und Incirlik, obwohl sie nicht ausschließen können, dass deutsche Erkundungsergebnisse an Terrormilizen in Syrien weitergegeben werden.

(...)
Die Kumpanei mit Erdogan soll nahtlos weitergehen, und Dummenfang hat Methode.

(...)
Denn darum allein geht es. Erdogan soll Partner zur Durchsetzung geopolitischer Interessen im Nahen Osten bleiben – angefangen von einem Regime-Change in Syrien bis hin zu Anlagemöglichkeiten für deutsches Kapital. Der innenpolitische Preis dafür ist allerdings hoch.

(...)



https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html (https://www.jungewelt.de/artikel/309105.sch%C3%B6nredner.html)


*     *     *     *     *

Wenn nicht so viele Menschen auf der Welt so dumm wären (weshalb auch immer, Stichwort: Religion) und aufgrund dessen so manipulierbar, gäbe es nicht mal einen Bruchteil der Menschen, die diese dummen Menschen für Ihre - welcherart auch immer - Macht- und Allmachtbestrebungen und ihre Gier nach immer mehr Reichtum und Besitz manipulieren, instrumentalisieren und ausbeuten könnten. *

Und ich vermute es würde um einiges anders zugehen hier.


* Nachtrag
(2):
Damit meine ich generell ALLE Menschen, egal ob West, Ost, Nord, Süd oder "erste", "zweite" , "dritte" oder "fünfhundertzwölfte" Welt...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagobert am 19:53:52 Mo. 09.Oktober 2017
Zitat
USA und Türkei frieren gegenseitige Visavergabe ein
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article169433978/USA-und-Tuerkei-frieren-gegenseitige-Visavergabe-ein.html (https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article169433978/USA-und-Tuerkei-frieren-gegenseitige-Visavergabe-ein.html)

Zitat
Für diese Provokation bekommt Erdogan sofort die Quittung
https://www.welt.de/finanzen/article169447163/Fuer-diese-Provokation-bekommt-Erdogan-sofort-die-Quittung.html (https://www.welt.de/finanzen/article169447163/Fuer-diese-Provokation-bekommt-Erdogan-sofort-die-Quittung.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:04:17 Fr. 19.Januar 2018
Online spezial
19.01.2018, 15:43:07 / Ausland

»Wir werden unser Land verteidigen«
Ankara verkündet Beginn der Offensive gegen Afrin. Kurdische Einheiten wollen Widerstand leisten. Von Nick Brauns und Peter Schaber

Von Nick Brauns und Peter Schaber

(http://up.picr.de/31571302zh.jpg)
(http://)

Vorbereitungen für den Einmarsch: Die Türkei zieht an der Grenze zum nordsyrischen Afrin starke Truppenverbände zusammen
Foto: AP Photo
Angesichts wirtschaftlicher Probleme und schwindender Hegemonie der Regierungspartei AKP schwört der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein Land seit Wochen auf Krieg gegen das »Terrornest« Afrin ein. Der Kanton, Teil der mehrheitlich von Kurden bewohnten selbstverwalteten Demokratischen Konföderation Nordsyrien, ist der türkischen AKP-Regierung seit langem ein Dorn im Auge.

In der Nacht von Donnerstag zu Freitag eröffnete nun intensiver Artilleriebeschuss die lange angekündigte Militäroperation. Die Offensive habe »de facto« begonnen, erklärte der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli. Kurdische Kräfte der Volksverteidigungseinheiten YPG und ihrer Frauenverteidigungseinheiten YPJ bestätigten den Beschuss. Zudem, so die kurdische Nachrichtenagentur ANF, hätten Busse mit islamistischen Kämpfern bei der türkischen Kleinstadt Kilis die Grenze nach Syrien passiert.

»Für uns sind diese Angriffe nichts Neues«, erklärte YPJ-Kommandantin Nesrin Abdallah wenige Stunden vor dem offiziellen Beginn der Attacken gegenüber junge Welt. »Seit dem Beginn unserer Revolution versucht die Türkei, sie zu zerstören. Der Angriff des ›Islamischen Staates‹ auf uns war ebenso ein Angriff der Türkei. Die Angriffe von Al-Nusra waren Angriffe der Türkei. Die jetzigen Attacken kommen also nicht plötzlich.«

Gerade Afrin komme seit geraumer Zeit nicht zur Ruhe. In regelmäßigen Abständen feuert die türkische Armee Granaten über die Grenze, Abdallah berichtet zudem von »verdeckten Operationen« – auch seitens der mit Ankara verbündeten islamistischen Gruppierungen, die ihre Basis im illegal von der Türkei besetzt gehaltenen Gebiet zwischen Dscharabulus und Al-Bab haben. »Dabei kam es immer wieder zu Toten auch in der Zivilbevölkerung«, so die kurdische Kommandantin. Die Propaganda des Erdogan-Regimes, das behauptet, von der kurdischen Regionalverwaltung in Afrin gehe eine Bedrohung der türkischen Sicherheit aus, weist die hochrangige Kämpferin zurück: »Wir haben unser immer verteidigt, aber wir wollten uns nicht von der türkischen Regierung in eine Konfrontation ziehen lassen, von der wir glauben, dass sie sowohl für die Türkei wie auch für Syrien insgesamt katastrophale Auswirkungen haben kann.«

Ob Erdogan tatsächlich, wie er ankündigt, auch Bodentruppen nach Afrin schicken wird, blieb am Freitag nachmittag unklar. Denn weder aus Washington, noch aus Moskau gibt es bislang dafür grünes Licht. Eigentlich hatte sich Ankara von einem Treffen des türkischen Generalstabschefs Hulusi Akar und des Geheimdienstchefs Hakan Fidan mit der russischen Militärführung am Donnerstag in Moskau die Zustimmung zu einem Einmarsch in Afrin erhofft. Das russische Militär unterhält Beobachtungsposten in dem von fast allen Seiten von der Türkei oder türkisch besetzten syrischen Gebieten umgebenen Kanton. Russland schickte die türkische Delegation unverrichteter Dinge nach Hause. Auch die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Ann Nauert hatte die Türkei am Donnerstag aufgefordert, keine Militäroperationen gegen Afrin zu unternehmen.

Aus Damaskus hieß es sogar, ein Angriff auf Afrin werde als Akt der Aggression gegen die Souveränität Syriens betrachtet. »Die syrische Flugabwehr hat ihre Kapazitäten vollständig wieder aufgebaut und ist bereit, türkische Luftziele am Himmel über Syrien zu vernichten«, erklärte der stellvertretende Außenminister Faisal Al-Mikdad. Die türkischen Piloten könnten sich im Falle einer Aggression »nicht wie bei einem Spaziergang« fühlen.

Nesrin Abdallah nimmt diese Stellungnahmen zwar zur Kenntnis. Man sei ja immer noch Teil der Koalition gegen den ›Islamischen Staat‹ und stehe damit in einem Bündnis mit den USA. Und auch die Präsenz Russlands in Afrin biete einen gewissen Schutz gegen türkische Attacken. Fakt sei aber auch: »Bislang gab es weder von der Koalition noch von den Russen je ernsthafte Antworten auf die zahllosen Angriffe der Türkei auf syrischem Boden«, so die Kommandantin der Frauenverteidigungseinheiten.

Doch Abdallah gibt sich kämpferisch. »In Afrin leben nicht nur Kurden, sondern alle Völker Syriens sind hier vertreten. Die Angriffe der Türkei richten sich gegen das gesamte syrische Volk.« Und man werde diese nicht dulden. »Komme, was wolle, wir werden unsere Erde nicht verlassen. Wir werden unser Land verteidigen.« Für die türkische Armee, die starke Verbände an der Grenze zusammengezogen hat, könnte der Widerstand der kurdischen Einheiten zu einem Debakel werden. Afrin ist im Vergleich zu benachbarten Regionen in Nordsyrien geographisch leichter zu verteidigen, denn es gibt Bergregionen, die sich befestigen lassen. Zudem stehen große Teile der Bevölkerung hinter YPG und YPJ. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu Massendemonstrationen, Tausende Freiwillige traten in die militärischen Formationen ein. »So wie wir Daesch geschlagen haben, können wir auch die türkische Armee schlagen«, glaubt Nesrin Abdallah.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325858.wir-werden-unser-land-verteidigen.html (https://www.jungewelt.de/artikel/325858.wir-werden-unser-land-verteidigen.html)

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Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 12:49:48 Di. 23.Januar 2018
Aus: Ausgabe vom 23.01.2018, Seite 2   / Ausland

Kurden melden Erfolge
Türkische Invasion auf Afrin gestoppt. Erdogan: Russische Rückendeckung


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Foto: Lefteris Pitarakis/ AP Photo
Im Norden Syriens haben die kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) nach eigenen Angaben die Offensive der türkischen Armee zurückgeschlagen. Die kurdische Nachrichtenagentur ANF meldete am späten Sonntag abend unter Berufung auf die Generalkommandantur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK), dass Ankaras Truppen und die mit diesen verbündeten Milizen aus allen Brückenköpfen in der Region Afrin vertrieben worden seien. Am Montag erklärten die SDK, dass durch die türkischen Luftangriffe auf Afrin und Umgebung seit Samstag 18 Zivilisten getötet worden seien, unter ihnen auch mehrere Kinder. Auf Seiten der Verteidiger seien drei Kämpfer gestorben, während die Angreifer 40 getötete Soldaten und Milizionäre zu verzeichnen hätten.

Dessen ungeachtet will Ankara die Offensive in Nordsyrien weiter vorantreiben. Er habe die Rückendeckung Russlands für den Militäreinsatz, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara. Die türkische Armee werde die Provinz Afrin ebenso unter ihre Kontrolle bringen wie zuvor schon Dscharabulus, Al-Rai und Al-Bab.

In Moskau vermied der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow auch auf Nachfrage von Journalisten ein Dementi dieser Darstellung. Man verfolge das Fortschreiten der Operation genau und stehe in Kontakt mit der syrischen wie mit der türkischen Regierung, erklärte Peskow. Die Bewahrung der territorialen Integrität Syriens bleibe das grundlegende Prinzip der russischen Politik.

US-Außenminister Rex Tillerson zeigte sich besorgt über die Lage und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf, vermied aber ebenso wie die deutsche Bundesregierung direkte Kritik an Ankara. Berlin wollte sich zudem nicht zu Berichten über den Einsatz deutscher Panzer vom Typ »Leopard 2« durch die türkische Armee äußern. Entsprechende Fotos waren unter anderem von der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet worden. Erst vor zwei Wochen hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) der ARD über eine von Ankara gewünschte Aufrüstung der deutschen Panzer in den türkischen Streitkräften mit einem Minenschutz gesagt, er sehe »keine richtige Argumentation«, warum man dem NATO-Partner Türkei eine solche Aufrüstung verweigern sollte. (dpa/ANF/TASS/Reuters/jW)

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325865.kurden-melden-erfolge.html (https://www.jungewelt.de/artikel/325865.kurden-melden-erfolge.html)

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Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:20:27 Di. 23.Januar 2018
Wie ich es befürchtet hatte:
 Den größten Anteil an der Zerschlagung des IS haben kurdische Einheiten! Solange sie gebraucht wurden hat man sie unterstützt. Und jetzt werden sie von den ehemaligen Unterstützern fallengelassen wie eine heiße Kartoffel!

Und wieder gibt es einen türkischen Völkermord mit deutschen Waffen an den Kurden! Und was macht der Rest der Welt? Wegsehen! >:(

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 15:37:29 Di. 23.Januar 2018
Diverse linke Besserwisser entzogen den Kurden in Syrien ihre Solidarität, als diese mit den USA ein Bündnis eingingen gegen den IS/DAESH Abschaum.Vom heimischen Wohnzimmer aus hat es der westliche Leftiewohlstandslinke auch sehr einfach in seiner Unterscheidung zwischen Gut und Schlecht.
Zu de Bündnissen war der Kommentar in der Jungen Welt von gestern richtig.Wir dürfen dem kurdischen Volksbefreiungskampf nicht die Solidarität versagen!

Aus: Ausgabe vom 22.01.2018, Seite 8   / Ansichten

Brüchige Bündnisse
Türkischer Einmarsch in Afrin

Von Peter Schaber

Artilleriebeschuss, massive Luftangriffe und der Einmarsch türkischer Truppen – Ankara hat einen großangelegten Militäreinsatz gegen die mehrheitlich von Kurden bewohnte und von ihnen selbst verwaltete Region Afrin im Norden Syriens begonnen. Die Invasion ist klar völkerrechtswidrig. Bombardiert werden häufig Wohngebiete, man will die Bevölkerung in Panik versetzen. Und von der türkischen Seite werden massenhaft Kämpfer islamistischer Banden eingesetzt.

Möglich wurde dieser Angriff deshalb, weil sich offenbar alle nennenswerten in den Krieg in Syrien involvierten Kräfte mit der Türkei auf einen Deal eingelassen haben. Russland zog seine Soldaten aus dem umkämpften Gebiet zurück und machte den Weg frei. Die USA verrieten erneut ihre »Bündnispartner«. Und Damaskus, das noch zwei Tage vor dem Beginn der von Ankara zynisch so genannten »Operation Olivenzweig« protzte, türkische Kampfflugzeuge abschießen zu können, holte keinen einzigen Jet vom Himmel.

Überraschend ist das alles nicht. Die kurdische Bewegung in Rojava war seit dem Beginn des revolutionären Prozesses 2011 taktische Bündnisse mit verschiedenen Kräften eingegangen, die um Einfluss in Syrien kämpfen. Man hat im Rahmen der »Anti-IS-Koalition« mit den USA zusammengearbeitet und in Afrin, Aleppo und Deir Al-Sor mit Russland. Das war eine richtige Taktik, eine andere gab es nicht.

Allerdings ließen sowohl die USA wie auch Russland dann und wann Recep Tayyip Erdogan gewähren, wenn es ihnen opportun erschien. Ein Beispiel dafür ist, dass die türkische Regierung im August 2016 Soldaten nach Syrien einmarschieren lassen konnte, die Dscharabulus und Al-Bab bis heute besetzt halten. Ein anderes: das Bombardement des Hauptquartiers der Volksverteidungskräfte( YPG) in Karacok im April 2017.

Die Revolution in Rojava ist eine rätedemokratische, sozialistische und feministische. Ein solches Projekt muss damit rechnen, dass seine Bündnisse mit Staaten wie den genannten, Gratwanderungen sind und ein Ablaufdatum haben. Niemand wusste das besser als die kurdische Bewegung selbst.

Worauf es jetzt ankommt, ist, dass jene die Revolution nicht im Stich lassen, die keine taktischen, sondern strategische Partner aus gemeinsamem Interesse sind: Die internationalistische Linke muss diese Revolution als ihre eigene begreifen und Druck machen. Wirklichen Druck. Jenseits von Presseerklärungen und empörten Statements im Internet.

Vor allem in Deutschland, denn dem SPD-CDU-Klüngel in Berlin kann nicht einmal Verrat vorgeworfen werden. Denn das Bundeskabinett stand immer treu an der Seite Erdogans. Just am Tag des Einmarsches in Afrin wurde bekannt, dass die deutsche Regierung plane, türkische Panzer modernisieren und nachrüsten zu wollen. Bilder zeigen »Leopard«-Panzer an der Grenze zu Syrien. Es ist zu hoffen, dass von ihnen nichts übrig bleibt, was man noch nachrüsten kann.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325762.br (https://www.jungewelt.de/artikel/325762.br)üchige-bündnisse.html

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Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 15:54:18 Di. 23.Januar 2018
Dazu lesenswert auch folgende Artikel

Türkische Rechtsextreme: Für Allah und Vaterland


https://erasmus-monitor.blogspot.de/2018/01/turkische-rechtsextreme-fur-allah-und.html?m=1 (https://erasmus-monitor.blogspot.de/2018/01/turkische-rechtsextreme-fur-allah-und.html?m=1)

Zusammenarbeit von Türkei, IS und al-Nusra zugegeben
Die von den HPG festgenommenen MİT-Agenten haben über die Unterstützung des MİT für den IS und al-Nusra detailliert ausgesagt. Sie teilten mit, dass die Lieferungen von Waffen und Munition unter dem Deckmantel der FSA geliefert worden seien.

https://anfdeutsch.com/kurdistan/zusammenarbeit-von-tuerkei-is-und-al-nusra-zugegeben-1820 (https://anfdeutsch.com/kurdistan/zusammenarbeit-von-tuerkei-is-und-al-nusra-zugegeben-1820)


Lest zum kriegsgeschehen FIRATNEWS auf Deutsch

https://anfdeutsch.com (https://anfdeutsch.com)


weiterhin laßt Solidarität praktisch werden! Beteiligt Euch an den Demos in Euren Städten.Laßt diese möglichst groß sein und schützt sie damit vor den türkischen Faschisten und Nationalisten und ihre Pissmanen Schweine!

SPENDET für Heyva Sor a Kurdistanê e.V

https://www.facebook.com/heyvasorakurdistaneev/ (https://www.facebook.com/heyvasorakurdistaneev/)

(http://up.picr.de/31614587im.jpg)(http://)

Hier die Seite von Heyva Sor nochmal

http://www.heyvasor.com/de (http://www.heyvasor.com/de)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 16:25:07 Di. 23.Januar 2018
Bisher herrschte in der kurdischen Provinz #Afrin im Norden von #Syrien Frieden, die Region war Zufluchtsort für #Flüchtlinge. Jetzt bombardiert die #Türkei und marschiert mit deutschen #Leopard-2-Panzern ein. Und die Bundesregierung will weiter aufrüsten. Wir sagen: Stoppt den #Panzer-Deal mit #Erdogan! Keine Waffenlieferungen an die Türkei!

Jetzt die #Petition unterschreiben!

Kein Panzer-Deal mit der Türkei!

https://www.medico.de/kampagnen/kein-panzerdeal/ (https://www.medico.de/kampagnen/kein-panzerdeal/)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 05:50:18 Mi. 24.Januar 2018
In zahlreichen Städten Proteste gegen türkische Aggression
Zahlreiche Korrespondenten berichten über die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf, gegen die Angriffe des türkischen Regimes und islamistischer Banden.


Korrespondenten und Pressemitteilungen
Dienstag,  23.01.2018,  17:55 Uhr

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Die Montagsdemonstration in Gelsenkirchen (rf-foto)
Aus Gelsenkirchen wird berichtet: Bis zu 500 Frauen, Kinder, Männer reihten sich mit ein in die Montagsdemo Gelsenkirchen, in großer Sorge um ihre Heimat, ihre Familien, ihre Zukunft. Die Protestversammlung war wie so oft ein kompetentes Forum für den internationalen Diskurs. Auf Vorschlag der kurdischen Teilnehmer begann die Aktion mit einer Schweigeminute.

Aufgewühlte Stimmung
Eine sehr aufgewühlte Stimmung herrschte, dennoch verlief die Kundgebung von Anfang bis Ende friedlich. Der Rahmen der Montagsdemo, die enge Zusammenarbeit von kurdischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zweisprachige Verständigung und klare Spielregeln waren dafür Grundlage.

 

Und das trotz Polarisierung und Provokation: Etliche Anhänger Erdogans, aber auch islamistisch-faschistische Kräfte oder Anhänger der sogenannten "Freien Syrischen Armee" - oft aufgehetzte Jugendliche - waren seit Beginn vor Ort, skandierten faschistische Parolen, verteidigten Erdogan und seine Angriffe.

Von wegen "Pufferzone"
Stefan Engel, langjähriger Vorsitzender der MLPD und Gelsenkirchener Montagsdemonstrant der ersten Stunde, ging auf die Hintergründe in dieser neuen Phase im Krieg in Syrien ein: Nachdem man den IS gemeinsam vertrieben hat, beginnen die imperialistischen Mächte, den Kuchen unter sich aufzuteilen.

 

In den bürgerlichen Massenmedien heißt es, der Türkei ginge es um die "Einrichtung einer 30 Kilometer großen Pufferzone". Aber dort liegen sämtliche größeren Städte der Demokratischen Föderation Nordsyrien, die die Türkei unter ihre Kontrolle bringen will.

Proletarischen Internationalismus stärken
Stefan Engel rief dazu auf, den proletarischen Internationalismus zu stärken und die einfachen Menschen, die Arbeiterbewegung und die Völker der Welt zusammenzuschließen, denn keine imperialistische Macht ist ein ehrlicher Verbündeter gerechter Kämpfe.

 

Die junge Melek brachte eindringlich vor: „Erdorgan bringt Menschen um, nur weil sie einen Ort zum Leben haben wollen. Warum wird die Menschheit nicht wieder so, dass wir zusammenhalten! Wir sind nicht andere Menschen, wir sind wie eine Familie, auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen.“

 

Aus Duisburg wird berichtet: Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten am Montagabend in der Duisburger Innenstadt auf einer gemeinsamen Kundgebung der Montagsdemo mit verschiedenen türkischen und kurdischen Organisationen sowie weiteren Bündnispartnern gegen den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. In zahlreichen Beiträgen wurde die türkische Regierung und Präsident Recep Tayyip Erdogan scharf angegriffen. "Erdogan - Terrorist“ hallte es durch die Königstraße.

Entschlossenheit gestärkt
Es war eine sehr kämpferische Kundgebung und durch die Sprechchöre und Redebeiträge wurde deutlich, dass sich die Menschen nicht einschüchtern ließen, sondern ihre Wut und ihre Entschlossenheit, zu kämpfen, gestärkt wurde. Auch die Schikanen der Polizei - es durften keine kurdischen Fahnen getragen werden und eine Demonstration war mit der fadenscheinigen Begründung der Sicherheit der Fluchtwege untersagt worden - stießen auf scharfe Kritik.

 

Die internationale Solidarität wurde betont und etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich ausdrücklich bei der Montagsdemo, dass sie die gemeinsame Kundgebung mitorganisiert hatte. Für die nächsten Tage stehen verschiedenste Demonstrationen an, zu denen aufgerufen wurde: Mittwoch, 24. Januar, in Wesel, Donnerstag, 25. Januar, in Oberhausen und Samstag, 27. Januar, in Köln.

1.000 Demonstrantinnen und Demonstranten in Bochum
Auch in Bochum wurde demonstriert: Etwa 800 bis 1.000 Leute - überwiegend kurdischer Herkunft - demonstrierten gegen den Überfall der Türkei auf Efrîn. Redner betonten, dass dort neben den ursprünglich 200.000 Kurden heute weitere 800.000 Menschen leben, die vor den IS-Faschisten geflohen sind. Sie sind stolz, dass dort viele Kulturen friedlich zusammen leben.

 

In einem Grußwort der MLPD wurde auch die Wirtschaftshilfe für das faschistische Erdogan-Regime sowie die diplomatische Unterstützung durch die Bundesregierung angegriffen. Der Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem kurdischen Befreiungskampf wurde hervorgehoben. Der Beifall, mindestens 13 verkaufte Broschüren "Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder" - zum Teil in türkischer Sprache - und mehrere ausgetauschte Adressen zeigen die große Bereitschaft für eine engere Zusammenarbeit mit der MLPD.

 

Aus Dortmund wird berichtet: Ein Teil der Montagsdemo beteiligte sich im Anschluss der Montagsdemonstration, in deren Rahmen eine Protestresolution wegen des türkischen Einmarschs verabschiedet wurde, an einer Demonstration mehrerer Hundert vorwiegend kurdischer Menschen. Sie ging in die Dormunder Innenstadt und es wurden auch Grußworte der MLPD und des Jugendverbands REBELL vorgetragen.

Empörung, Trauer und Protest riesengroß
100 kurdische Freundinnen und Freunde hatten sich in Leipzig versammelt: Die Empörung, Trauer und der Protest sind riesengroß! Eine NAV-DEM-Sprecherin berichtete von der aktuellen Situation in Nordsyrien. Jeden Abend um 18 Uhr wird in dieser Woche auf dem Willi-Brandt-Platz eine Kundgebung gegen die türkische Agression stattfinden!

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw04/658-montagsdemo-fordert-mit-ueber-300facher-stimme-stoppt-die-angriffe-auf-afrin (https://www.rf-news.de/2018/kw04/658-montagsdemo-fordert-mit-ueber-300facher-stimme-stoppt-die-angriffe-auf-afrin)

Aus: Ausgabe vom 24.01.2018, Seite 1   / Titel

Aus: Ausgabe vom 24.01.2018, Seite 1   / Titel

Wut auf Kriegstreiber
Der Feldzug Erdogans gegen das nordsyrische Afrin weitet sich aus. Kurdische Verbände bezeichnen Deutschland als »indirekte Kriegspartei«
Von Peter Schaber


(http://up.picr.de/31619559ek.jpg)(http://)
Von den früheren »Partnern« verraten: Kurden in Europa planen Massenproteste gegen den Angriffskrieg der Türkei
Foto: Boris Roessler/dpa
Im Angriffskrieg gegen den mehrheitlich kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens konnte die türkische Armee auch am dritten Tag des Angriffs keine entscheidenden Fortschritte vermelden. In mehreren Dörfern am Rande der Provinz kam es auch am Dienstag zu schweren Gefechten. Mit Ankara verbündete islamistische Gruppierungen versuchten, unterstützt von Luftwaffe und Artillerie von Westen, Süden und Osten nach Afrin einzudringen.

Am Dienstag begann sich zudem abzuzeichnen, dass die Auseinandersetzungen sich über den im Nordwesten Syriens gelegenen Kanton Afrin hinaus ausweiten könnten. In der Nacht zum Dienstag kam es auch außerhalb des umkämpften Gebiets zu Mörserbeschuss, so zum Beispiel in der Gegend um die Kleinstadt Dêrik. Lokale Quellen berichteten gegenüber junge Welt zudem von kurzen Grenzscharmützeln in Serekaniye und Qamislo. Im Grenzgebiet zwischen dem Nordirak und der Türkei griffen Guerillakräfte der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zudem Außenposten der Armee Ankaras an.

In der Türkei versucht die Regierung jede Opposition gegen ihren Feldzug zu kriminalisieren. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajans meldete, allein am Montag seien 91 Menschen wegen »schwarzer Propaganda« festgenommen worden. Über die monopolisierte Medienlandschaft und auf Linie gebrachte Institutionen wird eine nationalistische Hysterie erzeugt. Alle großen Fußballvereine priesen die in Afrin mordende Soldateska, die Religionsbehörde Diyanet lässt für den »Heiligen Krieg« beten. Letztere unterhält auch einen Ableger in Deutschland: den Moscheenverband DITIB. Presseberichten zufolge werden seit Sonntag auch in hiesigen AKP-nahen Moscheen die Siegessuren zur Unterstützung des Einmarsches gelesen. Bereits vor mehreren Monaten war DITIB in den Fokus der Behörden geraten. Der Vorwurf: Agententätigkeit für die Türkei.

Mobil machen auch die Kriegsgegner. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Linke und Grüne rufen zu Aktionen gegen die türkische Invasion auf. Die kurdische Exilcommunity hat einen »Aktionsplan« für die kommenden Wochen erstellt. »Wir wollen unser demokratisches Recht auf Protest nutzen, um auf diesen barbarischen Krieg aufmerksam zu machen«, kündigt die linke kurdische Exilpolitikerin Leyla Imret gegenüber jW an. »Wir wollen auch noch einmal deutlich machen: Die Völker Syriens – Assyrer, Araber und Kurden – werden derzeit mit deutschen Waffen angegriffen. Bisher sind dabei 21 Menschen gestorben, darunter auch Kinder«, betont die frühere Bürgermeisterin der südostanatolischen Stadt Cizre, die selbst aus der Türkei fliehen musste.

Die Stimmung unter der kurdischen Exilbevölkerung beschreibt Imret als angespannt. »Die Menschen sind wütend auf Russland und die USA. Und auf Deutschland. Wie könnte es anders sein? Hier wird mit deutschen Panzern gemordet, und die Regierungen schweigen.« Deutlich wird die Empörung über die Rolle des Westens und Moskaus auch in dem Aufruf des Demokratischen Gesellschaftszentrums der Kurdinnen und Kurden in Deutschland (NAV-DEM), das mit über 200 Mitgliedsvereinen zu den größten Dachverbänden von Migrantenorganisationen in der BRD zählt: Man rufe dazu auf, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, denn diese sei wegen ihrer Waffenlieferungen »indirekte Kriegspartei«. Um das zu erreichen, sei für das Wochenende eine bundesweite Massendemonstration geplant.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325929.wut-auf-kriegstreiber.html (https://www.jungewelt.de/artikel/325929.wut-auf-kriegstreiber.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 05:58:22 Mi. 24.Januar 2018
NAV-DEM ruft zur bundesweiten Großdemonstration in Köln auf
Der kurdische Dachverband NAV-DEM betrachtet die Bundesrepublik als „indirekte Kriegspartei“ in Efrîn und ruft für den kommenden Samstag zu einer Großdemonstration in Köln auf.


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Während deutsche Panzer nach Efrîn rollen und die Bundesregierung sich darauf beruft, keine genauen Erkenntnisse darüber zu haben, ruft NAV-DEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.) zu einer bundesweiten Demonstration in Köln auf.

Wir dokumentieren den Aufruf:

„Am Samstag, dem 20. Januar 2018, hat die türkische Armee ihren Überfall auf die Demokratische Föderation Nordsyrien offiziell begonnen. Unter dem zynischen Namen „Operation Olivenzweig“ steht der Kanton Afrin im Nordwesten Syriens seit Tagen unter massivem Beschuss durch die türkische Artillerie und türkische Kampfjets. Mit dutzenden Luftangriffen wurden zivile Viertel Afrins und Stellungen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) bombardiert. Eingesetzt werden bei diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auch deutsche Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2". Auch ein Camp, in dem über 500.000 Geflüchteten aus anderen Teilen Syriens Zuflucht gefunden haben, wurde nicht verschont. Die türkische Besatzungsarmee rückt gemeinsam mit islamistischen Verbänden der so genannten „Freien Syrischen Armee“ an fünf Fronten auf Afrin vor. Im Norden Afrins finden zurzeit schwerste Gefechte zwischen den Selbstverteidigungseinheiten der Bevölkerung und der türkischen Armee statt. Die Kräfte der YPG/YPJ leisten erbitterten Widerstand und wehren unter größter Opferbereitschaft den türkischen Vormarsch ab. Erdogan hat angekündigt, dass die Besatzung Afrins nur der erste Schritt in einem umfassenden Vernichtungsfeldzug gegen ganz Rojava und die gesamte Demokratische Föderation Nordsyrien sein soll. Allein die Bilanz der ersten drei Tage ist erschreckend; 18 ZivilistInnen wurden ermordet und drei KämpferInnen sind im Widerstand gefallen. Es gibt über 23 verletzte ZivilistInnen.“

Selbstbestimmung in Nordsyrien soll zerstört werden

„Der türkische Staat versucht in Afrin das demokratische Projekt, das unter größten Anstrengungen und schweren Opfern in den nunmehr fünf Jahren der Revolution aufgebaut und verteidigt wurde, zu zerschlagen In Afrin wird nicht nur eine Stadt bombardiert. Die Bomben der türkischen Armee sollen die Errungenschaften dieser Revolution vernichten. Das gesellschaftliche Projekt des Demokratischen Konföderalismus basiert auf den Prinzipien von Frauenbefreiung, Ökologie und einer radikalen Demokratie. In Nordsyrien haben sich die Völker der Region ein gemeinsames Leben erkämpft, jenseits von Nationalismus, religiösem Sektierertum und imperialistischer Fremdbestimmung. In Nordsyrien wird heute eine Gesellschaft aufgebaut, in der Frauen ihre Geschicke selbstbestimmt in die Hand nehmen und autonome Frauenorganisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen stattfindet. Diese Frauenrevolution ist die Garantie für den Erfolg der Revolution in Rojava. Die Revolution in Nordsyrien ist ein Frühling der Frauen und nie werden sie den Frühling aufhalten können. Mit einer kommunalen Ökonomie und einer basisdemokratischen Räteverwaltung wird versucht, ein Leben jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und staatlicher Bevormundung aufzubauen.“

Gestern Kobanê, heute Efrîn

„Während Kobanê von den Mörderbanden des sogenannten Islamischen Staats belagert wurde, sind wir in Europa und auf der ganzen Welt zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen, um genau diese Werte und diese Revolution gemeinsam zu verteidigen. Genau wie damals muss heute klar sein: Das Schicksal der Revolution in Nordsyrien und des Mittleren Ostens steht heute in Afrin auf dem Spiel.“

Türkischer Überfall mit internationaler Unterstützung

„Genau wie damals gilt es heute, auch und insbesondere hier in Deutschland, Widerstand zu entwickeln. Es ist offensichtlich, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren. Es ist die nahezu bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara überhaupt erst dazu ermutigt hat, einen derartigen Völkerrechtsbruch zu unternehmen. Zu guter Letzt ist es die direkte Unterstützung des Innenministeriums hier in Deutschland, mit der Protest von vornherein durch das Verbot sämtlicher kurdischer Flaggen und die andauernde und schärfer werdende Kriminalisierung gegen kurdische Organisationen unterdrückt wird.“

Bundesrepublik ist indirekte Kriegspartei

„Weil Deutschland indirekt eine Kriegspartei in Afrin ist, gilt es den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen und unseren Protest auf die Straße zu tragen. Mit dem Geist von Kobanê müssen wir uns heute zusammentun, organisieren und gemeinsam zur Aktion schreiten, denn morgen schon könnte es zu spät sein. Afrin ist von allen Seiten umzingelt, also müssen wir die Luftröhre dieser Revolution sein.“

An alle, die nicht länger zusehen wollen

„Wir rufen daher all jene, die sich mit den Werten dieser Revolution identifizieren können, all jene, für die Rojava und die Demokratische Föderation Nordsyrien in den letzten Jahren zur Hoffnung und Inspiration wurde und all jene, die nicht mehr länger zusehen wollen, wie die Bundesregierung sich erneut vor allen Augen zum Komplizen eines weiteren Massakers macht: Kommt zur bundesweiten Demonstration in Köln am Samstag, den 27. Januar und schließt euch auch darüber hinaus in euren Städten und Vierteln zu dezentralen Protestaktionen zusammen.

Wir rufen euch zudem, also die Öffentlichkeit in Deutschland, dazu auf, eure Solidarität mit Afrin zu zeigen und euch mit uns gemeinsam gegen die Kriegspolitik der AKP im Mittleren Osten zu stellen! Lasst uns gemeinsam unsere Stimmen für den Frieden erheben!

Organisiert Busse, teilt uns die Busabfahrtszeiten mit, mobilisiert zur Demo und kommt! Der genaue Beginn der Demonstration in Köln wird noch bekannt gegeben.“

Quelle

https://anfdeutsch.com/aktuelles/nav-dem-ruft-zur-bundesweiten-grossdemonstration-in-koeln-auf-1811 (https://anfdeutsch.com/aktuelles/nav-dem-ruft-zur-bundesweiten-grossdemonstration-in-koeln-auf-1811)

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teilt auf FB das Event

https://www.facebook.com/events/556285164730374/?active_tab=about (https://www.facebook.com/events/556285164730374/?active_tab=about)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 13:16:40 Mi. 24.Januar 2018
MLKP Rojava: Wir nehmen am Widerstand von Efrîn teil
„Der türkische Staat wird sein Ziel nicht erreichen. Russland und die anderen imperialistischen Mächte, die die Türkei unterstützen, werden in der Revolution des Mittleren Ostens den Platz einnehmen, den sie sich verdienen.“


(http://up.picr.de/31622239dl.jpg)(http://)

In einer schriftlichen Stellungnahme gab die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei Rojava bekannt, dass sie gemeinsam mit den Kämpfer*innen der YPG, YPJ und QSD Widerstand gegenüber den Besatzungsabsichten des türkischen Staates leisten.

„Die Kämpfer*innen der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei Rojava haben ihren Platz innerhalb der Widerstandsfront eingenommen und führen Krieg gegen die Besatzer. Im Widerstand von Serêkaniyê und Kobanê trugen die MLKP-Kämpfer*innen das Siegesfeuer nach den Angriffen des türkischen Staates und seiner Banden. Jetzt sind sie in Efrîn und kämpfen gezielt gegen den imperialistischen, türkischen Staat.

Mit einer Besatzung von Efrîn beabsichtigt der türkische Staat, die Revolution von Rojava zur Niederlage zu zwingen. Der faschistische Kommandant des Besatzerkrieges und Diktator Erdoğan geniert sich nicht, dies in jeder seiner Reden zu erwähnen. In der Vergangenheit sagte er, dass Kobanê jeden Moment fallen würde. Jetzt sagt er, dass Efrîn innerhalb einer Woche dem Boden gleichgemacht wird. Was auch immer in Kobanê geschah, wird auch in Efrîn geschehen. Erdoğan wird verlieren.

Der türkische Staat wird sein Ziel nicht erreichen. Russland und die anderen imperialistischen Mächte, die die Türkei unterstützen, werden in der Revolution des Mittleren Ostens den Platz einnehmen, den sie sich verdienen.

Überall in Rojava ist der Geist des Widerstandes und des Kampfes mit seiner ganzen Vitalität vertreten.

Die Völker der Türkei, die Revolutionär*innen, die Unterdrückten, Intellektuellen und alle Personen, die sich für Menschlichkeit einsetzen, sollen ihre Stimmen gegenüber den Drohungen und Erpressungen des Diktators Erdogan erheben und auf die Straßen gegen, um Widerstand gegen diesen Besatzungskrieg zu leisten.“

Quelle

https://anfespanol.com/derechos-humanos/llamado-de-las-sdf-a-la-comunidad-internacional-turquia-comete-un-crimen-2426 (https://anfespanol.com/derechos-humanos/llamado-de-las-sdf-a-la-comunidad-internacional-turquia-comete-un-crimen-2426)

Biji MLKP! 8)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 13:42:32 Mi. 24.Januar 2018
Die Eröffnung einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung durch die Türkei ist grausam und betrifft nicht nur die Kurden einzelner Regionen, sie hat auch globale Folgen. Die Verrohung der Politik, die Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen mit militärischen Mitteln, darf nicht einfach hingenommen werden.

Vielen hierzulande scheint diese Auseinandersetzung unendlich weit entfernt zu sein. Sie ist es nicht. In diesem Krieg rollen deutsche Panzer. Die Bundesregierung unterstützt in vielerlei Hinsicht den Autokraten und Kriegstreiber Erdogan. In Deutschland sind rund 3 Millionen Menschen "türkischstämmig". 800 000 gelten als "kurdischstämmig". Es ist zu befürchten, daß sich unter ihnen auch hier nationistische Gräben vertiefen und Konflikte verstärken, statt sich gemeinsam mit Deutschen gegen den Autokraten Erdogan und die Kriegstreiberei zu wehren.

Rappelkuistenrebell, dein Engagement in der Sache ehrt dich, doch die Vielzahl an Postings und die teilweise unangenehmen Bilder wirken eher abschreckend und damit kontraproduktiv.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:40:11 Mi. 24.Januar 2018
Lieber Admin,ich stimme Dir zu und natürlich sind Bilder von Krieg in der Regel grausam.Doch da wird vom faschistischen Erdogan Regime auch mit Hilfe des brd Regimes und anderer "westlicher Staaten" ein Völkermord betrieben.Wer ernsthaft glaubt,Erdogan handelt auf eigene Faust alleine,der glaubt auch ein Schwanz wedelt mit dem Hund.
Leider sind hier viele Linke absolut desinteressiert an dem,was da in Nordsyrien vor sich geht.....immer die große Klappe aufreissen und Kränze abwerfen zu bestimmten Jahrestagen und "Alerta Alerta" plärren hinter Polizeischutz.Aber mit Erdogan ist ein Faschist und Hitlerverehrer am mörderischen Werk.In der Türkei und außerhalb der Türkei verfolgt und ermordet er Linke.Wie zB die drei berühmten Frauen in Paris.Das brd Regime geht Erdogans Verbrecherwerk zur Hand in dem hier türkische,kurdische und arabische Linke verstärkt überwacht,in Gefängisse gesteckt werden,ausgewiesen werden in direkter Folterhaft oder gar mit Mc Carthy artigen Schauprozessen in der brd überzogen werden wie zB in Nürnberg und einigen anderen Städten auch.Solidarität der meisten deutschen Linken läßt arg zu wünschen übrig.  ;(
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(http://up.picr.de/31624521as.jpg)(http://)

Stadt Köln möchte mit inakzeptablen Auflagen Demonstrationsteilnehmer schikanieren

#Pressemitteilung von NAV-DEM e.V., 24.01.2018

„Das gestrige Kooperationsgespräch hat gezeigt, dass die Stadt Köln erneut mit allen Mitteln unsere geplante Großdemonstration schikanieren möchte. Erneut wird nicht gestattet, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration mit Lebensmitteln versorgt werden können. All unsere Kompromissvorschläge wurden rigoros abgeschmettert“, kritisiert Ayten Kaplan, die Ko-Vorsitzende des Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM), die Haltung der Stadt Köln bezüglich der für Samstag angekündigten Großdemonstration „Die Alternative lebt! Überall ist Afrin – überall ist Widerstand!“

„Wir erwarten bis zu 20.000 Menschen zu dieser wichtigen Demonstration gegen die Kriegspolitik des türkischen Staates. Die Menschen werden von überall aus Deutschland nach Köln reisen, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Vor diesem Hintergrund sind die Auflagen der Stadt Köln schlichtweg skandalös. Wir fragen uns, ob die Stadt mit diesen Schikanen uns dazu drängen will, keine Demonstrationen mehr in Köln zu veranstalten? Aus unserer Sicht ist das nicht akzeptabel. Wir werden rechtlich gegen diese Auflagen vorgehen“, erklärt die Ko-Vorsitzende des größten kurdischen Dachverbands in Deutschland.

Auch Rechtsanwalt Yener Sözen, der die NAV-DEM Ko-Vorsitzende zum Kooperationsgespräch begleitete, kritisiert die Auflagen der Stadt Köln. „Ein Thema dieses Gespräches war der Wunsch meiner Mandantin, die TeilnehmerInnen kostenlos durch Ausgabe von Getränken und Fingerfood zu versorgen. Dies hat die Stadt rigoros abgelehnt und wird diese in den Auflagen ihres Bescheides verbieten. Ein Alternativvorschlag unsererseits, die Grundversorgung der Menschen durch das Deutsche Rote Kreuz zu gewährleisten, wurde ebenfalls abgelehnt“, so Sözen.

NAV-DEM hat für Samstag zu einer bundesweiten Großdemonstration in Köln aufgrund des türkischen Angriffskrieges gegen den nordsyrischen Kanton Afrin aufgerufen. Die Auftaktkundgebung der Demonstration beginnt um 10 Uhr am Ebertplatz. Zudem finden auf Aufruf von NAV-DEM bereits seit letzten Samstag täglich in zahlreichen Städten Deutschlands lokale Demonstrationen gegen die Kriegspolitik des türkischen Staates statt.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:39:38 Mi. 24.Januar 2018
EFRIN
Erklärung des Zentralkomitees der MLPD jetzt als Flugblatt
Die Erklärung des Zentralkomitees der MLPD vom 23. Januar 2018; überschrieben mit: "Eine neue Phase im imperialistischen Krieg um Syrien ist eingeleitet: Stoppt den faschistischen Angriffskrieg der Türkei gegen Afrin und die Demokratische Föderation Nordsyrien/Rojava!" gibt es jetzt auch als gestaltetes Flugblatt

Von ffz
Mittwoch,  24.01.2018,  18:24 Uhr

(http://up.picr.de/31625204ec.jpg)(http://)

Wie erste Einsätze mit der Erklärung zeigen stößt sie auf ein sehr starkes Interesse. Jetzt kann sie auch als fertig gestaltetes Flugblatt eingesetzt werden.

 

Egal ob auf einer der vielen Solidaritätsdemos mit Efrîn, die in diesen Tagen stattfinden oder im Kollegenkreis, an der Universität oder in der Schule - die Erklärung liefert genau die richtigen Argumente um durchzublicken. Deshalb ist es wichtig, sie jetzt breit einzusezten.

Hier gibt es das Flugblatt als pdf-Datei zum herunterladen, ausdrucken und verteilen!

https://www.rf-news.de/2018/kw04/mlpd_flugblatt_zk_erklaerung_afrin_web.pdf (https://www.rf-news.de/2018/kw04/mlpd_flugblatt_zk_erklaerung_afrin_web.pdf)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 21:20:58 Mi. 24.Januar 2018
...
Leider sind hier viele Linke absolut desinteressiert an dem,was da in Nordsyrien vor sich geht.....immer die große Klappe aufreissen und Kränze abwerfen zu bestimmten Jahrestagen und "Alerta Alerta" plärren hinter Polizeischutz.
...
Solidarität der meisten deutschen Linken läßt arg zu wünschen übrig.  ;(
...

Dem kann ich nicht zustimmen. Warte doch mal ab, wie sich das in Kürze
in D entwickelt,.

Das der Leo 2 nun gegen das kurdische Volk eingesetzt wird, wird nicht von
Linken in D übersehen oder ignoriert..

Nicht nur die MLPD ist da am akkern..  ;)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 09:30:14 Do. 25.Januar 2018
Natürlich gibt es z.B in der Linkspartei sehr deutliche Stimmen gegen den AKP Faschismus wie Sevim Dagdelen oder Özlem Demirel. Auch die DKP,KPD und Arbeit Zukunft sind in diesem Bereich jetzt sehr aktiv.Die MLPD hat zu den kurdischen Organisationen den engsten Draht,da sie als einzige kommunistische Organisation schon seid dem PKK Verbot 1993 bedingungslos an der Seite des kurdischen Freiheitskampfes steht.Das ist auch der Grund wieso in zahlreichen kurdischen Veranstaltungen oder Group Yorum Konzerten usw immer die MLPD Repräsentanten Reden halten durften.
Auch Arbeit Zukunft hat einen engen Draht zu kurdischen und türkischen Organsationen.Nur sind Arbeit Zukunft eine kleine Gruppe.Früher waren sie "Roter Morgen" und wesentlich größer gewesen.
Es ist notwendig die Solidarität und politische Aktion jetzt zu verstärken und auch die Rolle der brd in diesem Krieg zu themathisieren!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 09:53:39 Do. 25.Januar 2018
(http://up.picr.de/31629432ok.jpg)
(http://)


http://tkp-almanya.org/haende-weg-von-syrien/ (http://tkp-almanya.org/haende-weg-von-syrien/)

Mass fight between Turks, Kurds breaks out in Hannover airport
A mass brawl has broken out at a German airport, sparked by demonstrators protesting about Turkish military operation against Kurdish YPG forces

weiter im Text mit Bildern und Videos

http://news.sol.org.tr/mass-fight-between-turks-kurds-breaks-out-hannover-airport-173947 (http://news.sol.org.tr/mass-fight-between-turks-kurds-breaks-out-hannover-airport-173947)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 11:20:55 Do. 25.Januar 2018
...es gibt auch eine lange Tradition der Roten Hilfe in der Zusammenarbeit mit linken Kurden und Unterstützung des kurdischen Befreiungskampfes.

Es mag sein, daß deutsche Linke so oder so eingestellt mögen zu den momentanen militärischen Auseinandersetzungen. Ich halte die linken Gruppen nicht für so sonderlich wichtig.

Interessanter ist es, wie die Diskussionen verlaufen unter stinknormalen Deutschen, in der türkischen und kurdischen Community? Wenn diese Diskussionen scheiße verlaufen, wie kann man das ändern?

Mit diesem Rumgeholze mit dogmatischen Statements von dogmatischen Gruppen wird man nicht sonderlich viel Erfolg haben...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 12:40:36 Do. 25.Januar 2018
(http://up.picr.de/31630529ph.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 13:08:08 Fr. 26.Januar 2018
Rappel,
mit diesen Dingen gewinnt man bestenfalls die Minderheit der politisch bewußten Menschen.
Gestern war ne recht gute Radioreportage mit Straßeninterviews zur Atmospäre hier nach den militärischen Auseinadersetzungen.
Es war so, wie ich befürchtet hatte und teilweise noch schlimmer. Plötzlich geht ein Riß durch Familien und Freundschaften. Auf einmal definiert man sich als türkisch und kurdisch, auch wenn man hier geboren wurde und kaum/kein türkisch/kurdisch spricht. "Ihr beleidigt misch, wie ihr meinen Präsidenten als Diktator und Terroristen beschimpft." Mein Präsident!?! Und das aus dem Mund irgendwelcher Teenager in der 3. Generation in Deutschland!?!

Wir haben kläglich versagt. Scheinbar gibt Nationalismus mehr Angebot zu Gemeinschaft und Selbstdefinition und Halt. Man definiert sich nicht als Norddeutscher, Berliner, als Arbeiter, Humanist oder Linker. Man definiert sich über ein Land, mit dem man im wirklichen Leben (fast) nichts zu tun hat.

Bei Durchschnittdeutschen scheint es auch eher eine Haltung von "interessiert mich nicht!" bis "Hoffentlich tragen die ihren Konflikt nicht zu uns!" zu geben. Letztendlich sollten wir uns überlegen, wie wir mit Durchschnittsmigranten und Durchschnittsdeutschen diskutieren können in dieser Sache und nicht nur im winzigen Kreis der Linken.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:40:16 Fr. 26.Januar 2018
Türkische Nationalisten waren und sind schon immer genauso scheiße wie deutsche Nationalisten!
Wenn die den "Türken- Hitler" so toll finden, sollen sie doch in die Türkei auswandern!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 23:00:15 Sa. 27.Januar 2018
AFRÎN
Zehntausende protestieren in Köln gegen Erdogans Syrien-Invasion
Bis zu 50.000 Menschen haben heute friedlich in Köln gegen den Angriff des faschistischen Erdogan-Regimes auf die kurdische Region Afrîn in Nordsyrien demonstriert. Sie waren aus ganz Deutschland und zum Teil aus den Nachbarländern angereist - die Polizei ging brutal vor.


Von rog
Samstag,  27.01.2018,  17:50 Uhr

(http://up.picr.de/31653464av.jpg)(http://)
Zehntausende - darunter auch viele türkische Arbeiterinnen und Arbeiter demonstieren gegen Erdogans Syrienivasion

Schon am frühen Morgen hatte NRW-Innenminister, Herbert Reul (CDU), ein extrem undemokratisches Vorgehen seiner Polizei angekündigt. Schon kleine Fahnen, mit dem Bild des inhaftierten PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan nahm dann die Polizei zum Vorwand immer wieder die Demonstration zu stoppen. Was ist das für eine Demokratie, wo das Zeigen eines Bildes zur Straftat erklärt wird, die Polizeiübergriffe bis hin zu Wasserwerfereinsatz rechtfertigen würde.

 

Die NRW-Regierung passt sich damit voll in die Politik der Bundesregierung ein, die die Invasion in der Demokratischen Föderation Nordsyriens stillschweigend unterstützt. Immer wieder tönten auch die Rufe "Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!" über den Zug. Damit kritisieren die Demonstranten die deutschen Waffenlieferungen an die Türkei. Immerhin nehmen auch in Deutschland produzierte Leopard-II-Panzern an der völkerrechtswidrigen türkischen Invasion teil. Außerdem in der Kritik: die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung und EU für die Türkei.

Deutsche und migrantische Arbeiter haben die gleichen Interessen
Kämpferische Musik, Gesänge, Parolen und ein Meer an Fahnen prägen die Demonstration. Am offenen Mikro der MLPD und des Internationalistischen Bündnis sprechen fast ohne Unterbrechung Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Menschen. Unter anderem eine Ford-Arbeiterin aus Köln und Kollegen von Daimler aus Düsseldorf: „Es müssen sich noch mehr Menschen, die in Deutschland leben, an den Protesten beteiligen“. „Die deutsche Regierung paktierte mit der Türkei, Sie duldet den Angriff auf Afrin.“ Wir fordern den sofortigen Abbruch der Beziehungen zur faschistischen türkischen Regierung“.

 

Jubel brandet auf, als IGM-Gewerkschafter berichten, dass heute 24-Stunden-Streiks in der Tarifrunde beschlossen wurden. "Deutsche und migrantische Arbeiter haben die gleichen Interessen", so ein Redner. " Sowohl in den betrieblichen Kämpfen, wie im Widerstand gegen imperialistische Kriege".


Die Demonstranten ließen sich von den Schikanen der Polizei nicht provozieren, die die Demo kurz nach dem Start stoppten, weil angeblich verbotene Fahnen mitgeführt wurden. Eineinhalb Stunden war kein voran kommen mehr. Am offenen Mikrophon sprachen für die MLPD Horst Dotten und Ernst Herbert. Aber auch Vertreterinnen und Vertreter der Migrantenorganisationen DIDF, ATIF und AGIF, sowie der PYD Jugend. Die PYD ist die syrische Partei der Demokratischen Union und eine führende Kraft Nordsyrien. Auch ein Vertreter iranischer Kommunisten überbrachte seine Solidarität. Immer wieder sprachen auch Vertreterinnen und Vertreter der Nav-Dem. Sie bedankten sich für die Teilnahme des Lautsprecherwagens von MLPD und Internationalistischem Bündnis. Nav-Dem, das Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland, hatte zu der heutigen Demonstration aufgerufen.

(http://up.picr.de/31653466vf.jpg)
(http://)
Von wegen Öcalan-Fahnen konfiziert: Reuters dokumentiert, was die Polizei beschlagnahmt wirklich beschlagnahmt hat: Erdogan-Kritik

Telefonbericht
Ein Teilnehmer berichtet telefonisch: "Etwa auf der halben Strecke kesselte die Polizei die Spitze des Zuges ein. Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer blieben so lange stehen, bis klar war, dass die Demonstranten an der Spitze wieder frei gekommen waren. Dann machte der Demozug nach einer Zwischenkundgebung kehrt. Eine Auflösung kommt nicht in Frage. Im Moment geht er wieder zurück zum Ebertplatz, um dort wie geplant die Abschlusskundgebung durchzuführen. Wir lassen uns auch nicht weiter provozieren, auch nicht von türkischen und anderen Faschisten, die einige Teilnehmer gerade attackierten. Wir bleiben friedlich und lassen uns nicht kriminalisieren. Gerade sind wir von Polizei umstellt, die eine Auflösung erzwingen will."

 

Die Redner der MLPD prangerten das imperialistische Komplott an. "Die deutsche Regierung ist eine der engsten Verbündeten des Erdogan-Regimes. Kurdische und türkische revolutionäre Organisationen werden von der Bundesregierung in Deutschland kriminalisiert und verfolgt. Die Bundesregierung heuchelt Eintreten für Humanität und Frieden und betreibt imperialistische und reaktionäre Politik," heißt es in der Erklärung der MLPD, die heute zu Tausenden auf der Demomstration verteilt wurde.

Intensive Diskussionen über den Imperialismus
Intensiv wurde über zum Teil vorhandene Illusionen einer friedlichen Ausbreitung von demokratischer Autonomie diskutiert. Keine imperialistische Macht ist und war je ehrlicher Verbündeter gerechter Befreiungskämpfe. Die MLPD verbreitete in verschiedenen Sprachen ihre aktuelle Broschrüre über die neuimperialistischen Länder, darunter die Türkei und eine neue Qualität der Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystem. "Besonders gut ließ sich die Broschüre verkaufen, weil sie eine Analyse vorlegt, warum die Türkei heute so aggressiv vorgeht", berichtet eine Korrespondentin. "Ich habe keinen Gesamtüberblick, aber ich habe selbst viele verkauft und auch andere gesehen. Wir haben außerdem viele Programme der MLPD verbreitet und Adressen bekommen, von Leuten die in der MLPD mitmachen wollen." Ein anderer berichtet, dass sich viele in die Listen des Internationalistischen Bündnis eingetragen haben.

 

Den ganzen Tag gab es vielsprachige und intensive Diskussionen unter den Teilnehmern über die Notwendigkeit des engen Zusammenschlusses und auch darum, sich im Internationalistischen Bündnis, in der MLPD oder dem Jugendverband REBELL zu organisieren. Zahlreiche neue Kontakte wurden gewonnen. Außer den Fahnen kurdischer Organisationen waren Fahnen der MLPD, des REBELL und der Linkspartei zu sehen. Viel Aufmerksamkeit zogen auch hunderte Luftballons in den kurdischen Farben, grün, gelb und rot auf sich, die sich in den sonnigen Himmel erhoben.

Es handelte sich um eine gezielte Provokation. Die Polizei versuchte eine Eklat herbeizuführen

Roland Meister, Rechtsanwalt vor Ort

Gegen 16.15 Uhr wurde über das offene Mikro bekannt gegeben, dass die Demo von der Demo-Leitung beendet wurde und sich alle geordnet entfernen sollen. Die Teilnehmer sind stolz auf ihre kämpferische und beeindruckende Demonstration.

 

Zuvor hatte allerdings die Polizei die friedliche Demonstration aufgelöst und ging gegen eine spontane Kundgebung vor, die gegen die Auflösung und Polizeischikanen protestieren wollte. Zu diesen Schikanen gehört auch, dass bereits im Vorfeld Busse und Züge aufgehalten wurden und so Tausende Teilnehmer von der Demo fern gehalten wurden. Der Rechtsanwalt, Roland Meister (MLPD), berichtet, dass die Polizei den ganzen Tag gezielt versucht hat, mit Provokationen einen Eklat herbeizuführen. 


Auf der ganzen Welt finden und fanden heute solche Demonstrationen statt - mit den gleichen Fahnen und Transparenten. Die NRW-Landesregierung - sicher mit Rückendeckung des Bundesinnenminsteriums - spielte heute eine Vorreiterrolle in der Unterdrückung der Solidaritätsbewegung mit Rojava und aller fortschrittlichen und revolutionären Menschen.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw04/zehntausende-protestieren-in-koeln-gegen-erdogans-syrieninvasion (https://www.rf-news.de/2018/kw04/zehntausende-protestieren-in-koeln-gegen-erdogans-syrieninvasion)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 23:01:59 Sa. 27.Januar 2018
(http://up.picr.de/31653486ga.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 00:30:46 So. 28.Januar 2018
Faschisten haben in Gewerkschaften nichts zu suchen.Das gilt auch für türkische Faschisten.... >:(

Nach Vortrag von Dagdelen  - Erdogan-Unterstützer rufen zu IG-Metall-Austritt auf

Von Lars Wienand

Weil die IG Metall die kurdischstämmige Abgeordnete Sevim Dagdelen eingeladen hat, laufen Erdogan-Anhänger Sturm. Sie organisieren eine Austrittskampagne.

Eigentlich ist die IG Metall mit Warnstreiks und Tarifkonflikt derzeit voll ausgelastet. Die Gewerkschaft findet sich nun aber auch mitten im hochgeputschten Streit um die türkische Offensive in der kurdisch dominierten Region Afrin in Syrien wieder. In sozialen Netzwerken hagelt es Kritik und Austrittsdrohungen, nachdem Funktionäre der deutschen Kleinpartei AD dazu aufgerufen haben. Die AD steht der türkischen Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan nahe.

Auslöser ist, dass Sevim Dagdelen, Fraktionsvize der Linken im Bundestag, einen Vortrag "Für eine wirkliche Neuausrichtung der deutschen Türkei-Politik" halten durfte. Eingeladen hatte der von Kurden dominierte Ortsmigrantenausschuss in Salzgitter. Ein AD-Funktionär nennt die Kampagne gegen die Gewerkschaft in einem Tweet offen eine "politische Erziehungsmaßnahme".

Mehrere Musterschreiben für Austritte
Mehrere Deutschtürken haben Musterschreiben für einen Austritt bereitgestellt, in sozialen Netzwerken gibt es Dutzende Fotos von Austrittserklärungen. In der örtlichen IG-Metall-Geschäftsstelle stand das Telefon nach Informationen von t-online.de nicht still. Dort gingen auch beleidigende Anrufe ein. Auf der Facebook-Seite des Bundesvorstands wurden viele inhaltlich gleiche Postings gelöscht.

Die in Duisburg als Kind kurdischer Eltern geborene Dagdelen ist eine Reizfigur unter Deutschtürken. Sie ist entschiedene Erdogan-Kritikerin und hat das Buch "Der Fall Erdogan: Wie uns Merkel an einen Autokraten verkauft" geschrieben. Den Zorn von Teilen der Deutschtürken zog sie sich auch zu, als sie kürzlich im Bundestag die verbotene Flagge der Kurdenmiliz YPG zeigte, gegen die die Türkei die Offensive in Syrien gestartet hat. Dagdelen war dafür im Bundestag gerügt worden.

IG Metall: "Kritische Diskussionen aushalten"
Weil sie bei der IG Metall Salzgitter reden durfte, fahren Wortführer des Erdogan-Lagers deutschlandweit schweres Geschütz auf: Sie empfehlen den Austritt aus der Gewerkschaft, damit mit den Beiträgen "auch über Umwege keine terroristischen Vereinigungen unterstützt werden können", wie es in einer Erklärung heißt. IG-Metall-Mitglieder sollten sich "weder von ihr, noch dem Rest der deutschen PKK-Versteher zum Schweigen bringen lassen". 

Woher der Vorwurf rührt, IG-Metall-Mitglieder sollten zum Schweigen gebracht werden, ist nicht ersichtlich. Offenbar sollen aber Dagdelen Auftrittsmöglichkeiten genommen werden. Nach Informationen unserer Redaktion hat die IG Metall jedoch eine Absage der Veranstaltung nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage von t-online.de, in einer vielfältigen Gewerkschaft mit über zwei Millionen Mitgliedern spiegelten sich gesellschaftliche Debatten. "Dazu gehört, als demokratische Organisation auch kritische Diskussionen zu schwierigen Themen auszuhalten und respektvoll zu führen“.

Dagdelen stritt mit Gabriel über YPG
Die YPG hat viele Überschneidungen mit der auch in Deutschland verbotenen PKK, die türkische Regierung setzt sie mit der PKK gleich. YPG-Kämpfer haben aber mit Unterstützung des Westens maßgeblich dazu beigetragen, den IS in Syrien zurückzudrängen. Dagdelen hatte das Verbot der Fahne daher "heuchlerisch" genannt.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte sie vorgeworfen, er mache sich zum "Büttel" des türkischen Präsidenten Erdogan. In der Ankündigung ihres Vortrags beklagt sie auch, der Einfluss des türkischen Präsidenten und seiner AKP-Regierung reiche "längst bis nach Deutschland, wo sie Andersdenkende und Oppositionelle ausspionieren und verfolgen".

Dagdelen hat wegen Morddrohungen Personenschutz, der AD-Gründer Ramazan Akbas (Facebook-Selbstbeschreibung: "Verbaler Zerstörer") hat gerade geschrieben, er erhalte "Nullkommagarnix" an Drohungen. Die Partei gründete sich nach der Bundestagsresolution zum türkischen Völkermord an den Armeniern 2016. Bei der Bundestagswahl plakatierte die Partei Bilder von Erdogan mit einem türkischen Slogan und holte bundesweit 0,1 Prozent der Stimmen.


Quelle

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_83109288/erdogan-unterstuetzer-rufen-zu-ig-metall-austritt-auf-.html (http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_83109288/erdogan-unterstuetzer-rufen-zu-ig-metall-austritt-auf-.html)

(http://up.picr.de/31653829az.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 11:33:38 So. 28.Januar 2018
Kein Verlust, wenn türkische Faschisten aus der Gewerkschaft austreten.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:47:27 So. 28.Januar 2018
Genau so sehe ich das auch!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:16:04 Di. 30.Januar 2018
Aus: Ausgabe vom 30.01.2018, Seite 1   / Titel

Ankaras Dschihad
Die Türkei setzt in Syrien auf islamistische Terrorbanden, bombardiert Krankenhäuser und Schulen. Kurden melden sogar den Einsatz von Napalm


(http://up.picr.de/31674768sx.jpg)(http://)
Halsabschneider als Verbündete: Tausende Söldner diverser Terrormilizen kämpfen an der Seite der Türkei im Krieg gegen Afrin
Foto: AP

Je länger der Angriffskrieg der Türkei gegen die selbstverwaltete Region Afrin im Norden Syriens andauert, desto verstörendere Einzelheiten über die Kriegführung Ankaras dringen an die Öffentlichkeit. In den vergangenen Tagen bombardierten die Kampfjets Erdogans nicht nur zivile Wohngebiete, sondern auch Infrastruktur und historische Ausgrabungsstätten: Ein Tausende Jahre alter Tempel nahe der Ortschaft Ain Dara und ein Krankenhaus in Dschindires wurden teilweise zerstört, in dem Dorf Gubele starben bei einem einzigen Angriff acht Zivilisten, darunter drei Frauen und zwei Kinder.

Am Sonntag soll nun die türkische Armee zusätzlich zu Flächenbombardements aus der Luft und Artilleriebeschuss an zumindest zwei Stellen Napalm eingesetzt haben. Rubar Berxwedan, ein Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG, bestätigte gegenüber junge Welt den Einsatz der international geächteten Waffe bei Kevire Ker und Gire Qestel (Bursaja), zwei strategisch wichtigen, umkämpften Hügeln. Die Brandbomben seien aus Hubschraubern abgeworfen worden.

Trotz einer breitangelegten Desinformationskampagne staatlicher türkischer Medien wird zudem immer deutlicher, wer die Hilfstruppen des türkischen Regimes in diesem Krieg stellt. Ein Teil jener nun unter dem Label »Freie Syrische Armee« versammelten Milizen hat sich bereits in vergangenen Schlachten in Syrien einen Namen gemacht. Mit dabei sind etwa Kämpfer der Harka Nur Al-Din Al-Senki. Die sunnitische Miliz war im Juli 2016 durch die auf Video festgehaltene Enthauptung des zwölfjährigen Abdullah Issa international bekannt geworden. Ebenso beteiligt sich Ahrar Al-Scharkija an der Invasion, eine kleine Abspaltung des Al-Qaida-Ablegers Nusra-Front. Eine Gruppe, die man hauptsächlich deshalb kennt, weil ihr Kommandant bei der Vergewaltigung eines Kindes gefilmt worden war. Fotos aus dem syrischen Dorf Kurni zeigen zudem Söldner der Dschaisch Al-Nukhba, eines Zusammenschlusses von fünf dschihadistischen Milizen, zu denen auch die Al-Qaida-Filiale Nusra zählte. Zudem dürften sich tschetschenische Terroristen dem »Heiligen Krieg« der türkischen Regierung angeschlossen haben. Das legt der Umstand nahe, dass auch Ankaras Hofpresse den Tod Muslim Al-Schischanis in Afrin vermeldete. Der tschetschenische Islamist stand auf der US-Sanktionsliste.

Andere prominente »Partner« der Türkei sind: Ahrar Al-Scham, Dschaisch Al-Nasr und jene syrischen Turkmenen-Milizen, die im November 2015 den Piloten eines von der Türkei abgeschossenen russischen Kampfjets ermordeten. Die Türkei bedient sich nicht nur islamistischer Banden, sondern innerhalb ihrer regulären Truppen auch faschistischer Kämpfer, die den sogenannten Grauen Wölfen nahestehen. Den charakteristischen Wolfsgruß dieser Ultranationalisten sieht man auf zahlreichen Fotos von der Front – unter anderem gezeigt von Soldaten, die auf deutschen »Leopard«-Panzern posieren und deutsche »G3«-Gewehre tragen.

Die Weltanschauung der von der Türkei versammelten Hilfstruppen unterscheidet sich kaum von derjenigen des »Islamischen Staates«. Viele der Gruppen wurden in früheren Phasen des Krieges um Syrien von den USA ausgebildet und bewaffnet. Die meisten dieser Formationen sind in den vergangenen Jahren geschwächt und zurückgedrängt worden. Nun hoffen sie, sich erneut an der Seite eines NATO-Staates in Syrien etablieren zu können.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326301.ankaras-dschihad.html (https://www.jungewelt.de/artikel/326301.ankaras-dschihad.html)

Aus: Ausgabe vom 30.01.2018, Seite 2   / Ausland

»Die Bevölkerung Afrins greift zu den Waffen«
Der Feldzug Erdogans überraschte die kurdischen Verteidigungseinheiten nicht. Sie vertrauen auf ihre eigene Stärke. Gespräch mit Michael Wilk
Int
erview: Gitta Düperthal

(http://up.picr.de/31674796dr.jpg)(http://)
Bereit zur Verteidigung Nordsyriens gegen den türkischen Einmarsch: Arabische und kurdische Kämpfer in Hasaka
Foto: Rodi Said/ Reuters

Der türkische Angriffskrieg richtet sich nicht mehr nur gegen Afrin im Westen des nordsyrischen kurdischen Autonomiegebiets, sondern auch gegen weiter östlich nahe der Grenze zur Türkei gelegene Orte. Dort waren Sie als Arzt zuletzt 2017. Wie ist die Lage aktuell?

Im vergangenen Jahr war ich in Rakka, Kamischli, Derik und Serekaniye (arabisch: Ras Al-Ain, jW); dort gab es jetzt vereinzelt Attacken der türkischen Armee. Die Türkei hat über die Grenze Einrichtungen beschossen, die zum Teil bereits geräumt waren. In Serekaniye gab es Verletzte, berichten Freunde und Kollegen von der Hilfsorganisation Heyva Sor, dem Kurdischen Roten Halbmond. Die türkische Aggression gegen Afrin verschärft zwar die Krisensituation, doch die kurdischen Frauen- und Volksverteidigungseinheiten sind sich ihrer eigenen Stärke und Fähigkeiten bewusst; sie sehen die Lage besonnen und gefasst. Sie waren nicht überrascht worden; das hügelige Gelände in Afrin bietet gute Verteidigungsmöglichkeiten. Die Bevölkerung greift zu den Waffen, selbst ältere Frauen und Männer. Die Türkei greift dort auch an, weil hier keine Amerikaner stationiert sind, wie in anderen Teilen Rojavas.

Geht es den beteiligten Mächten – den USA, Russland, dem Iran –, die gerade zuschauen, darum, den emanzipativen und demokratischen kurdischen Einfluss zu mindern?

Die USA verfolgen eigene Interessen, wollen sich nicht vom NATO-Land Türkei distanzieren. Russland und Iran stützen das Assad-Regime – und sehen nun Söldnerdschihadisten, die sie sonst unter dem Label der »Freien Syrischen Armee« bekämpfen, im Kampf gegen die YPG gebunden. Dass die beteiligten Mächte nun den basisdemokratisch organisierten Kanton Afrin der türkischen und islamistisch orientierten Aggression preisgeben, ist auch deshalb tragisch: Dort sind Tausende Flüchtlinge untergekommen, in den vergangenen Jahren war es stets ruhig.

Wie viele Tote und Verletzte gibt es?

In Afrin gibt es bislang 150 verletzte und 41 tote Zivilisten, 43 Kämpferinnen und Kämpfer starben, sagten mir Quellen vor Ort. Über die Anzahl toter und verletzter türkischer Soldaten gibt es keine Angaben: Wenn der Deutschlandfunk auf Quellen aus Ankara bezugnehmend am Samstag nur drei Tote meldete, weist dies wohl darauf hin, dass sich der Krieg auch medial vollzieht. Die Zahl der eigenen Opfer wird heruntergerechnet, die des Gegners herauf. Siegessichere Präsentation ist Teil der Kriegspropaganda. Meine Gesprächspartner gehen davon aus, dass es hohe Verluste auf seiten der Angreifer in dem völkerrechtswidrig von der Türkei begonnenen Krieg gibt, vor allem unter den türkischen Al-Qaida nahestehenden Söldnertruppen.

Die kurdische Führung in Afrin fordert Damaskus auf, sich der türkischen Aggression entgegenzustellen und klarzumachen, dass sie keine türkischen Flugzeuge im syrischen Luftraum duldet …

Es geht wohl darum, eine Positionierung einzufordern; insbesondere die Attacken aus dem Luftraum sind gefährlich.

Was sagen Sie zur Berichterstattung hiesiger Medien? Die Kurden müssten »einen Blutzoll zahlen«, hieß es etwa im »Heute-Journal« des ZDF. Euronews berichtete aus der Perspektive der Türkei von »260 getöteten Extremisten«.

»Blutzoll« – wofür? Dafür, dass sie selbstbestimmt leben wollen? Die so bezeichneten Extremisten haben den IS vertrieben, als Partner der US-geführten Allianz. Die Zurückhaltung der USA und die Rolle Russlands sind ebenso unsäglich wie zynische Statements europäischer Politiker, die die Türkei »zur Mäßigung« aufrufen. Soll künftig »gemäßigter« bombardiert und getötet werden? Im Nachsatz heißt es stets, es handele sich um Terroristen der PKK. Gegenüber der PKK und der YPG ist eine politische Neubewertung notwendig, ohne Anbiedern an Erdogan: Der unmenschliche, barbarische Akt der Türkei ist als solcher zu geißeln. Er wendet sich zudem gegen die humanitäre Hilfe, die hierzulande für Rojava geleistet wird, um den demokratischen Aufbau und die Flüchtlingshilfe dort zu unterstützen. Erdogans Absicht ist, emanzipative Ansätze zu zerstören, etwa die Besetzung aller Institutionen mit einer Frau und einem Mann an der Spitze. Statt wachsweichem Herumeiern mit dem NATO-Bündnispartner gilt es, ihn unter Druck zu setzen, den völkerrechtswidrigen Krieg zu stoppen.


Michael Wilk ist Arzt und arbeitete seit 2014 immer wieder in der Demokratischen Konföderation Nordsyrien

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326305.die-bev (https://www.jungewelt.de/artikel/326305.die-bev)ölkerung-afrins-greift-zu-den-waffen.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 17:04:12 Di. 30.Januar 2018
Zitat
Gelsenkirchen - Bis zu 1.000 Menschen bei ruhrgebietsweiter Montagsdemo für Afrîn

Die ruhrgebietsweite Gelsenkirchener Montagsdemonstration am 29. Januar stand ganz im Zeichen der Solidarität mit Afrîn gegen die türkische Invasion.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw05/feffbis-zu-1-000-menschen-bei-ruhrgebietsweiter-montagsdemo-fuer-afrin (https://www.rf-news.de/2018/kw05/feffbis-zu-1-000-menschen-bei-ruhrgebietsweiter-montagsdemo-fuer-afrin)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:44:23 Di. 30.Januar 2018
Video mit Kobane-Lied in der Türkei ein Hit
Dienstag,  30.01.2018,  15:30 Uhr

Eine türkische Nachrichtenagentur, die über die große Demonstration am Samstag in Köln berichtete, stellte in ihrem Bericht ein Video online. Darin wird das Kobane-Lied gesungen. In der Türkei wird das Video massenhaft angeklickt. In der Überschrift heißt es: "Das Kobane Lied, das von deutschen Frauen gesungen wurde, hat viel Interesse geweckt."

 

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw05/video-mit-kobane-lied-in-der-tuerkei-ein-hit (https://www.rf-news.de/2018/kw05/video-mit-kobane-lied-in-der-tuerkei-ein-hit)


UND HIER KANN MAN DAS LIED HÖREN  O0


http://artihaber.org/kolndeki-afrin-yuruyusunde-alman-kadinlarin-kobane-sarkisi-buyuk-ilgi-gordu (http://artihaber.org/kolndeki-afrin-yuruyusunde-alman-kadinlarin-kobane-sarkisi-buyuk-ilgi-gordu)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:19:39 Do. 01.Februar 2018
Zitat
ICOR - „Stoppt den faschistischen Angriffskrieg auf Rojava/ Nordsyrien!“

„Efrîn wird leben!“, so ist die aktuelle Resolution der revolutionären Weltorganisation Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen (ICOR) überschrieben, die aktuell veröffentlicht wurde. Die ICOR schreibt dazu:

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw05/stoppt-den-faschistischen-angriffskrieg-auf-rojava-nordsyrien (https://www.rf-news.de/2018/kw05/stoppt-den-faschistischen-angriffskrieg-auf-rojava-nordsyrien)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:27:45 Do. 01.Februar 2018
Die USA geben die Kurden trotz der türkischen Angriffe noch nicht auf.....


Kein kurzer Feldzug
Türkische Aggressionen gegen Afrin gehen weiter

Von Manfred Ziegler  |    Ausgabe vom 2. Februar 2018

(http://up.picr.de/31698094mx.jpg)(http://)
Seit Beginn der Angriffe auf Afrin gab es bundesweit Solidaritätsaktionen wie hier am vergangenen Samstag in Köln (Foto: redpicture)

Die türkische Aggression gegen das kurdische Gebiet Afrin im Norden Syriens geht weiter. Syrische Medien sprachen am Sonntag von 86 getöteten Zivilisten und 200 Verletzten. Infrastruktur und Gebäude wurden beschädigt, der Verkehr kommt aufgrund der Angriffe zum Erliegen. Wie üblich sind die jeweils gemeldeten Verlustzahlen der gegnerischen und eigenen Truppen vollkommen widersprüchlich. Mit Sicherheit sind sie hoch.
Erdogans Anhänger unterstützen ihn in seinem Feldzug gegen die Kurden. Die Medien tun alles, um den Feldzug erfolgreich erscheinen zu lassen. Und Opposition darf es nicht geben. Die kemalistische Republikanische Volkspartei (CHP) unterstützt den Krieg. „Türkei an erster Stelle“ und „Wir unterstützen die Aktion“ sagt der Parteivorsitzende Kemal Kilicdaroglu. Soweit es überhaupt Stimmen gegen den Krieg gibt, werden sie unterdrückt. Dutzende Menschen, die sich in sozialen Medien gegen den Krieg aussprachen, wurden verhaftet.
Es sollte ein sehr kurzer Feldzug sein – doch im Moment sieht es nicht danach aus. Erdogan aber hat noch größere Ziele als Afrin. Manbidsch ist im Visier der türkischen Armee – obwohl dort Einheiten des NATO-Verbündeten USA stationiert sind. Und Erdogan fordert die USA sogar auf, ihre Truppen aus Manbidsch abzuziehen.
Medien wie die „New York Times“ beschworen noch beim Kampf um Raqqa in lyrischen Worten die Waffenbrüderschaft mit den Kurden, den „engsten Verbündeten der USA vor Ort“, die unterstützt von US-Artillerie und -luftwaffe den IS bekämpften. Heute fragen sie: „Wer sind die kurdischen Kämpfer – Verbündete oder Terroristen?“. Für die USA sind sie beides: die Türkei und die USA betrachten die PKK als terroristische Organisation – und die engen Verbindungen zwischen der PKK und den YPG sind kein Geheimnis.
Was Afrin betrifft, so sind die USA bemüht, sich zu distanzieren. General Kenneth F. McKenzie, ein Sprecher des Pentagon, erklärte gegenüber Medienvertretern: „Wir haben den Kurden in Afrin weder Ausrüstung geliefert, noch sie trainiert … Unsere Aufmerksamkeit richtet sich nur auf den Euphrat …“ Damit erhielt die Türkei freie Hand für ihre Aggression gegen Afrin.
Mehrmals gab es Medienberichte, die Verwaltung von Afrin hätte die syrische Regierung um Hilfe gebeten. In einer Klarstellung hieß es schließlich, die Verwaltung von Rojava habe nicht um die Unterstützung durch syrische Truppen gebeten, sondern um Anerkennung der „Demokratischen Föderation Nordsyrien“ – und um eine Flugverbotszone.
Militärstellungen bei Damaskus wurden von der US-amerikanischen und israelischen Luftwaffe bombardiert – ohne Folgen. Syrien wird jetzt nicht Krieg gegen die Türkei führen. Und die „Anerkennung der Demokratischen Föderation Nordsyrien“ kann allenfalls Teil einer politischen Lösung sein. So richtet sich die Aufmerksamkeit in Damaskus auf die Verhandlungen in Sotschi. Auch für diesen Kongress ist die Zusammenarbeit Russlands mit der Türkei unverzichtbar. Wie 1 600 andere Syrer sind Vertreter kurdischer Parteien zu diesem Treffen eingeladen, um über die Neugestaltung Syriens zu debattieren.
Die USA werden wegen Afrin keine Flugverbotszone gegen ihren NATO-Partner errichten und Erdogan wird sein Ziel, die YPG aus Afrin zu vertreiben, erreichen – wenn auch nicht in einem kurzen Feldzug.
Jenseits von Afrin werden die USA ihre Stützpunkte in Rojava nicht wegen Erdogan aufgeben. Und man darf das Bündnis zwischen USA und Kurden noch nicht abschreiben. Schließlich könnten die Kurden für die USA noch einmal nützlich sein: Um den Einfluss des Iran in Syrien zurückzudrängen.

Quelle

http://www.unsere-zeit.de/de/5005/internationale_politik/7630/Kein-kurzer-Feldzug.htm (http://www.unsere-zeit.de/de/5005/internationale_politik/7630/Kein-kurzer-Feldzug.htm)


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:26:37 Fr. 02.Februar 2018
Aus: Ausgabe vom 02.02.2018, Seite 2   / Inland

Zurückhaltend kritisch
Bundestag debattierte am Donnerstag über türkische Offensive in Nordsyrien. Linke verlangte klare Stellungnahme von der Regierung

Von Marc Bebenroth

(http://up.picr.de/31702131ci.jpg)(http://)
Mit dem Tragen grün-rot-gelber Tücher, wie es diese Teilnehmerin einer Demo am 27. Januar auf dem Kopf hatte, wollte die Linksfraktion im Bundestag ihre Solidarität mit den Kurden in Afrin demonstrieren
Foto: Marius Becker/dpa

Auf Verlangen der Linksfraktion befasste sich der Bundestag am Donnerstag nachmittag in einer aktuellen Stunde mit der Haltung der Bundesregierung zum Einmarsch türkischer Streitkräfte in Syrien mit Panzern aus deutscher Produktion. Katja Kipping (Die Linke) eröffnete für ihre Fraktion die Debatte und erklärte, dass sie vor allem das Schweigen der Bundesregierung zu »Erdogans Angriffskrieg« und den getöteten Zivilisten wütend mache. Das Fehlen einer klaren Distanzierung wertete Kipping als »Kniefall« der Bundesregierung vor dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Notwendig sei das sofortige Ende des AWACS-Programms der Bundeswehr, so Kipping, da die Aufklärungsflüge den türkischen Truppen eine wichtige Grundlage für deren Militäroperationen liefern würden.

Eine Mehrzahl der Abgeordneten der Linksfraktion trug grün-rot-gelbe Halstücher, die Farben der kurdischen Volksverteidigungseinheiten. Roderich Kiesewetter (CDU), der nach Kipping zum Plenum sprach, wollte vom Bundestagspräsidium festgestellt wissen, ob die demonstrative Halsbekleidung als Uniformierung gelten kann. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), der diesen Teil des Sitzungstages leitete, wertete das Tragen der kurdischen Tücher als unzulässige Demonstration. Er verwies unter anderem auf »die Geschichte auch dieses Hauses« und bat um den Verzicht auf eine Uniformierung. Die meisten Abgeordneten der Linksfraktion legten daraufhin ihre bunten Stofftücher ab.

Das »türkische Vorgehen« wertete Kiesewetter als unangemessen. Das »Verhalten der Türkei« sei als völkerrechtswidrig zu bewerten. Einen Zusammenprall türkischer mit US-amerikanischen Truppen gelte es nach Ansicht des CDU-Politikers zu verhindern. Für die SPD mahnte Dagmar Freitag in der Debatte ein »mäßigendes Einwirken« auf die Türkei an.

Von den Regierungsfraktionen war insgesamt zu vernehmen, dass die Absage an das türkische Militär, die von Deutschland gelieferten »Leopard-2«-Panzer – anders als vereinbart – modernisieren zu lassen, der wichtigste politische Schritt gewesen sei. Grund für die zurückhaltende Kritik aus den Regierungsparteien dürfte auch die mit der Türkei getroffene Vereinbarung zur Verteilung von Asylsuchenden sein.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326515.zur (https://www.jungewelt.de/artikel/326515.zur)ückhaltend-kritisch.html

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:25:17 Fr. 02.Februar 2018
GELSENKIRCHEN
Videoreportage zur Efrîn-Montagsdemo

https://www.rf-news.de/videoreportage-zur-efrin-montagsdemo (https://www.rf-news.de/videoreportage-zur-efrin-montagsdemo)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:46:25 Mo. 05.Februar 2018
Aus: Ausgabe vom 05.02.2018, Seite 1   / Titel

Aufschrei für Afrin
Tausende demonstrieren gegen Angriffskrieg der Türkei. BND an der Seite der US-Armee in Syrien aktiv. Russisches Kampfflugzeug abgeschossen
Von Nick Brauns


(http://up.picr.de/31734915fu.jpg)(http://)
»Sie werden nicht durchkommen!« Auch in Berlin wurde gegen den türkischen Angriff demonstriert
Foto: Thorsten Strasas

Anlässlich eines internationalen Solidaritätstages für Afrin sind am Wochenende in vielen Städten Europas, aber auch in Amerika und Asien, Tausende Menschen gegen die Invasion der Türkei gegen den Distrikt im Norden Syriens auf die Straße gegangen. In Deutschland fanden Protestkundgebungen in mindestens 17 Städten statt, die größte mit nach Polizeiangaben mehr als 5.000 Teilnehmern am Sonnabend in Stuttgart und am Sonntag in Berlin.

Auch im Zentrum von Afrin selbst demonstrierten am Sonntag Zehntausende Menschen. »Wir werden den Besatzungsangriffen des türkischen Staates und seiner Söldner durch den Willen der Bevölkerung eine Niederlage zufügen«, hieß es dort. Aus anderen Teilen der Demokratischen Föderation Nordsyrien brachen Tausende Freiwillige an die Front auf, darunter Kämpfer des »Militärrates der christlichen Assyrer« aus Kamischli.

Dschihadisten ist es am Sonnabend erstmals in Syrien gelungen, ein russisches Kampfflugzeug abzuschießen. Die in geringer Höhe über der nordwestsyrischen Provinz Idlib fliegende Suchoi Su-25 wurde von einer tragbaren Rakete getroffen. Der mit dem Fallschirm abgesprungene Pilot sei nach der Landung »im Kampf mit Terroristen ums Leben gekommen«, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Zu dem Abschuss bekannte sich die in Idlib dominante Dschihadistenkoalition Hayat Tahrir Al-Scham (HTS), deren führende Gruppierung der Al-Qaida-Ableger Al-Nusra ist. Als Antwort beschossen russische Kriegsschiffe in der Nacht zum Sonntag Stellungen der HTS in Idlib mit Marschflugkörpern. Dabei wurden nach russischen Angaben mindestens 30 Dschihadisten getötet.

Unterstützt von der russischen Luftwaffe rücken syrische Regierungstruppen seit Wochen gegen die HTS in Idlib vor. Die türkische Armee ist in der Region entsprechend des Astana-Abkommens zur Absicherung einer Deeskalationszone stationiert und agierte bislang als faktische Schutzmacht der Al-Qaida. Aufgrund einer Abmachung mit Moskau hat Ankara inzwischen allerdings einen Großteil der unter seiner Kontrolle stehenden dschihadistischen Kampfgruppen aus Idlib abgezogen, um diese im Krieg gegen das benachbarte Afrin einzusetzen. Der Abschuss des Flugzeuges könnte ein Versuch der HTS gewesen sein, diese als Verrat an ihrer Hochburg Idlib empfundene Verständigung zwischen Moskau und Ankara zu durchkreuzen.

Bei den seit über zwei Wochen anhaltenden Angriffen auf Afrin sind bislang mehr als 150 Zivilisten getötet und rund 300 verletzt worden, teilte der Gesundheitsrat des Kantons am Wochenende mit. Die türkische Luftwaffe bombardierte erneut mehrere Dörfer, während sich Bodentruppen schwere Gefechte mit den kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ um strategisch wichtige Berge lieferten. Den YPJ gelang die Zerstörung eines weiteren »Leopard 2«-Panzers aus deutscher Produktion durch eine Panzerabwehrrakete. Ankara meldete, dass allein am Sonnabend sieben türkische Soldaten getötet worden seien.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, das der Bundesnachrichtendienst (BND) tiefer als bislang zugegeben in den Syrien-Krieg verwickelt ist. Seit Oktober nehme der deutsche Auslandsgeheimdienst an der Operation »Gallant Phoenix« teil, schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die vom Joint Special Operations Command der US-Streitkräfte von einer Militärbasis in Jordanien aus gesteuerte Einheit sammelt demnach Informationen über Kämpfer der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) in Syrien und im Irak.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326645.aufschrei-f (https://www.jungewelt.de/artikel/326645.aufschrei-f)ür-afrin.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 16:41:32 Mo. 05.Februar 2018
Marsch auf Efrîn hat Kobanê erreicht - Massenproteste im Irak
Die Solidarität mit dem Kampf der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG / YPJ) und dem Widerstand der Massen in Efrîn (Demokratische Föderation Nordsyrien) belebt sich weiter.


ffz
Montag,  05.02.2018,  15:00 Uhr

(http://up.picr.de/31738421zj.jpg)(http://)
Der Marsch auf Efr1in hat gestern Kobanê erreicht (foto: ANF)

Neben den großen Protestaktionen die in vielen Städten Deutschlands und Europas stattfinden, gibt es in der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava) selbst einen großen Marsch auf Efrîn. (siehe Rote Fahne News) Dieser hat inzwischen Kobanê erreicht. Dazu schreibt die kurdische Nachrichtenagentur ANF : "Zehntausende Menschen, die sich aus Şengal und Cizîrê auf den Weg nach Efrîn gemacht haben, haben (gestern) Kobanê erreicht. Die Konvois aus Cizîrê und Şengal haben Kobanê erreicht. Dort wurden begeistert empfangen. Die Aktivistinnen und Aktivisten werden die Nacht in Kobanê verbringen und sich (am Montag)  auf den Weg nach Efrîn machen."

Auch in Efrîn selber zeigen sich Hunderttausende bereit für ihr Recht und ihre Freiheit zu kämpfen. so berichtet die Nachrichtenagentur ANHA: "'Unter dem Motto „Wir werden den Besatzungsangriffen des türkischen Staates und seiner Söldner durch den Willen der Bevölkerung eine Niederlage zufügen' hat heute Vormittag eine Massendemonstration in Efrîn begonnen.

Massenbewegung auch im Irak
Auch im Irak bildet sich eine Massenbewegung in Solidariät mit Efrîn. Dazu ANF: "Die Bevölkerung ist seit dem Beginn der Angriffe überall auf den Beinen. Von Pencwin bis Selehaddin, von Raperin bis Zaxo oder Germiyan, von Helepçe bis Hewlêr, überall finden in den Städten, Dörfern und Siedlungen Unterstützungsaktionen für Efrîn statt. Seit Beginn der Angriffe hat die Bevölkerung durch viele verschiedene Aktionen gezeigt, dass sie mit Efrîn zusammensteht. Die Jugend von Seyid Sadiq ist mit einer 12 Meter langen grün-gelb-roten Fahne, dem Symbol von Rojava, bis nach Silêmanî gelaufen. In Silêmanî und in Hewlêr fanden zwei große Demonstrationen statt. Neben den Demonstrationen und Kundgebungen finden täglich sehr viele verschiedene Aktionen zur Unterstützung Efrîns statt. In Helepçe haben die Dozentinnen und Dozenten der Raperin-Universität erklärt, dass sie für Efrîn stehen und sie, wenn nötig, bereit seien, in den Widerstand nach Efrîn zu gehen.'"

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw06/marsch-auf-efrin-hat-kobane-erreicht-massenproteste-im-irak-deutschlandweit-gehen-menschen-auf-die-strasse (https://www.rf-news.de/2018/kw06/marsch-auf-efrin-hat-kobane-erreicht-massenproteste-im-irak-deutschlandweit-gehen-menschen-auf-die-strasse)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: dagobert am 23:33:47 Mi. 07.Februar 2018
Zitat
Verraten und verkauft

Türkei Mit deutschen Waffen schleift die türkische Armee in der syrischen Kurdenregion Rojava eine für den Nahen Osten einzigartige demokratische Selbstverwaltung

Vor drei Jahren wurde die Welt Zeuge, wie eine bunt gemischte Schar männlicher wie weiblicher Kämpfer, die meisten nur mit Kalaschnikows bewaffnet, einer gewaltigen Islamisten-Armee, die über Panzer, Artillerie und eine erdrückende logistische Überlegenheit verfügte, die Stirn bot. Die Verteidiger der nordsyrischen Stadt Kobane bestanden darauf, im Namen eines Experiments revolutionärer, feministischer Demokratie zu handeln. Aus exakt diesem Grund hatten die Islamisten geschworen, sie zu vernichten. Nachdem die Verteidiger Kobanes den Sieg davon getragen hatten, wurde die Schlacht vielerorts als eine gedeutet, die in der heutigen Welt einer klaren Konfrontation zwischen Gut und Böse am nächsten kam.

Derzeit passiert genau das Gleiche. Nur dass die Weltmächte dieses Mal klar auf Seiten der Aggressoren stehen. Schlimmer noch, sie tun das, weil die Aggressoren es fertig gebracht haben, die Welt davon zu überzeugen, dass die Angegriffenen zu fest an Ökologie, Demokratie und Frauenrechte glauben. Es geht um die Region Afrin, die von den gleichen YPG-Volks- und Frauenverteidigungseinheiten verteidigt wird, die schon Kobane hielten und danach die einzigen Streitkräfte in Syrien stellten, die willens waren, den Kampf ins Kernland des IS zu tragen. Im Kampf um dessen Hauptstadt Raqqa verloren sie Tausende Kämpferinnen und Kämpfer.

Ethnische Säuberung

Die Bevölkerung Afrins, eine Insel des Friedens und der Vernunft im syrischen Bürgerkrieg, die bis dahin nur für die Schönheit ihrer Berge und Olivenhaine berühmt war, hat sich seit Ausbruch des Bürgerkrieges fast verdoppelt. Hunderttausende zumeist arabische Flüchtlinge haben bei der ursprünglich überwiegend kurdischen Bevölkerung Zuflucht gesucht.

Zugleich nutzten die Bewohner Afrins Frieden und Stabilität, um den Prinzipien Geltung zu verschaffen, die innerhalb der kurdischen Region Rojava akzeptiert waren. Lokale Entscheidungen wurden an Nachbarschaftsversammlungen delegiert, an denen alle teilnehmen konnten. Nach dem Prinzip des „demokratischen Föderalismus“ entsendet jede dieser Versammlungen Delegierte an kommunale Räte. Während sonst in Rojava strikte Genderparität gilt, bei der jedes Amt zwei Inhaber – einen weiblichen und einen männlichen hat –, verfügen in Afrin Frauen über zwei Drittel der Ämter, was vielleicht weltweit einzigartig ist.

Dieses demokratische Experiment wird nun zum Ziel eines in keiner Weise provozierten Angriffs islamistischer Milizen, unter ihnen Veteranen des IS und von Al-Qaida sowie Mitglieder türkischer Todesschwadronen wie die berüchtigten Grauen Wölfe, die von deutschen Leopard-Panzern, F16-Jets und von Kampfhelikoptern der türkischen Armee Rückendeckung erhalten. Genauso wie der IS scheint diese Macht entschlossen zu sein, mit allen Standards zivilisierten Verhaltens zu brechen, indem Dorfbewohner mit Napalm angegriffen, Staudämme attackiert und unersetzbare archäologische Denkmäler in die Luft zerstört sprengt.

Präsident Erdoğan hat die Absicht, Afrin zu erobern, offen geäußert, was auf eine ethnische Säuberung der Region von ihren kurdischen Bewohnern hinausläuft. Erstaunlicherweise haben YPG und YPJ den Invasoren bis jetzt standgehalten. Dies geschah, obwohl sie durch ihre Feinde umzingelt sind und ohne den moralische Beistand einer einzigen Weltmacht auskommen müssen. Sogar die USA weigern sich, auch nur einen Finger für die Verteidigung Afrins zu rühren. Wenigstens fungieren deren Streitkräfte erfolgreich als menschlicher Schutzschild, der die Türkei davon abhält, in Gebiete, die noch immer von YPG-Milizen gegen den IS verteidigt werden, einzumarschieren.

Metamorphose der PKK

Der britische Außenminister Boris Johnson hat zu verstehen gegeben, dass die Türkei das Recht habe, ihre Grenzen zu sichern – eine Logik, nach der man auch eine Annexion Dovers durch Frankreich gutzuheißen könnte. Das Ergebnis ist eine äußerst bizarre Situation. Westliche Staatschefs, die Regierungen im Mittleren Osten regelmäßig dafür verurteilen, mangelnden Respekt für Demokratie und Frauenrechte an den Tag zu legen, scheinen beschlossen zu haben, dass dieser Angriff gerechtfertigt ist, wenn man sich damit zu sehr in die entgegengesetzte Richtung bewegt.

Um zu verstehen, wie das geschehen konnte, muss man zurück in die 1990er Jahre, als sich die Türkei in einem Bürgerkrieg mit dem militärischen Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK befand, damals eine marxistisch-leninistische Organisation, die einen eigenständischen kurdischen Staat forderte. Die PKK war nie eine Terrororganisation, die Bomben auf Marktplätzen zündete, aber Guerillakriege sind immer ein blutiges Geschäft.

Um die Jahrtausendwende unterzog sich die PKK einer tiefgreifenden ideologischen Transformation und verabschiedete sich von der Forderung nach dem eigenständigen Staat und von einem altmodischen Marxismus, um sich von nun an auf den Kampf gegen das Patriarchat und für eine Basisdemokratie zu konzentrieren. Teile dieser neuen Philosophie wurde in den Schriften des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan formuliert, der auch eine der Spitze der neuen PKK-Strategie stand, die in der Ausrufung eines unilateralen Waffenstillstands bestand und auf Friedensgespräche drängte, in denen sowohl über eine regionale Autonomie für die Kurden als auch über eine breitere Demokratisierung der türkischen Gesellschaft verhandelt werden sollte.

Diese Transformation betraf die kurdische Befreiungsbewegung nicht nur in der Türkei sondern auch im gesamten Mittleren Osten. Anstelle der Forderung nach einem kurdischen Staat begannen all jene, die sich von Öcalan angespornt sahen, eine radikale Dezentralisierung der Macht zu fordern und in Opposition zu jeglichem ethnischen Nationalismus zu treten, was letztendlich internationale Grenzen bedeutungslos machen würde.

Kaum ein Raunen

Die Antwort der türkischen Regierung bestand in einer intensiven Lobbykampagne, um international die Einstufung der PKK als „terroristische Organisation“ zu erhalten. Bis 2001 hatte Ankara erreicht, dass die Organisation auf die „Terrorliste“ der EU und der USA kam.

Selten zuvor war eine derartige Entscheidung so verheerend für die Aussicht auf Frieden. Sie erlaubte der türkischen Regierung, nach dem sie kurzzeitig die Bereitschaft zu Friedensgesprächen vorgetäuscht hatte, tausende Aktivisten, Journalisten, gewählte kurdische Bürgermeister und lokale Amtsinhaber, ja sogar den Vorsitzenden der zweitgrößten Oppositionspartei des Landes zu verhaften. Jedem wurde vorgeworfen, angeblich mit „Terroristen“ zu sympathisieren.

Aus der „internationalen Gemeinschaft“ war kaum ein Raunen zu vernehmen. Doch es gibt in der Türkei jetzt mehr inhaftierte Journalisten als in jedem anderen Land. Es entstand eine Situation Orwellschen Irrsinns: Sogar in großen Teilen Europas ist es praktisch illegal, wenn Mitglieder der PKK behaupten, dass sie keine „Terroristen“ seien, denn das fällt schon unter den Tatbestand „terroristischer Propaganda“. Die türkische Regierung zahlt Millionen an westliche PR-Firmen, die jeden, der nach mehr Bürgerrechten ruft, als „Terroristen“ verleumden.

Als krönende Absurdität hat das jetzt den Regierungen dieser Welt ermöglicht, untätig herumzusitzen, während die Türkei ohne jeden Anlass eine der wenigen friedlichen Oasen überfällt, die es in Syrien noch gibt. Und das nur, weil diejenigen, die dort leben – und die, wie jeder anerkennt, keinerlei institutionelle Verbindung zur PKK haben. Im Gegenteil, sie waren die einzigen, die – während die Türkei offen mit Terroristen wie dem IS kollaborierte – es ernsthaft mit Terroristen wie vom IS aufgenommen haben.

Welche Bedrohung?

Die religiösen Extremisten, von denen die derzeitige türkische Regierung dominiert wird, wissen nur zu gut, dass Rojava keine militärische Bedrohung darstellt. Dessen Bedrohung besteht darin, eine alternative Realität zu sein, der zu entnehmen ist, wie das Leben in der Region aussehen könnte. Rojava sendet eine Botschaft an alle Frauen im Mittleren Osten: Wenn ihr euch erhebt, um eure Rechte einzufordern, ganz zu schweigen vom bewaffneten Aufstand – die wahrscheinliche Folge wird sein, dass ihr verstümmelt und getötet werdet, während keine der Mächte, die so gern über Menschenrechte reden und die Freiheit der Frau predigen, auch nur den kleinsten Einwand vorbringen wird. Für eine solche Strategie gibt es ein Wort: „Terrorismus“ – im Gegensatz zu all dem, was die YPG tut. Die Türkei folgt dem Kalkül, Schrecken zu säen. Die Frage ist: Warum macht der Rest der Welt dabei mit?
gefunden auf den NDS:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=42293#h13 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=42293#h13)
und gelesen beim Freitag:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/copy_of_verraten-und-verkauft-1 (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/copy_of_verraten-und-verkauft-1)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 12:54:57 Do. 08.Februar 2018
Guter Artikel.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:52:48 Do. 08.Februar 2018
EFRÎN-SOLIDARITÄT

Unterstützung für Efrîn kommt aus Minbic – Faschistisches Regime streut Gräuelpropaganda

Nicht nur in Efrîn sind die Massen zu Zehntausenden auf der Straße, um gegen den völkerrechtswidrigen Einmarsch der faschistischen Türkei zu protestieren. Aktuell erreichen auch Meldungen über Massenproteste und Unterstützung für Efrîn aus der vorwiegend arabisch bewohnten Stadt Minbic die Medien.

Von ffz
Donnerstag,  08.02.2018,  14:18 Uhr

(http://up.picr.de/31766761ku.jpg)(http://)
Massenprotest in Minbic (foto: ANF)

So berichtet die kurdische Agentur ANF: „Mit einer Demonstration haben Jugendliche in der überwiegend arabisch bevölkerten Stadt Minbic ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, am Widerstand in Efrîn teilzunehmen. Die Demonstrantinnen und Demonstranten, darunter auffällig viele Frauen, trugen Waffen und Fahnen des Militärrats von Minbic.“

Mutiger Abwehrkampf in Efrîn
Währenddessen befinden sich die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten(YPG/YPJ) weiterhin im mutigen Abwehrkampf in Efrîn. So berichtet ANF heute, dass die am Mittwochabend begonnen Artillerieangriffe des türkischen Militärs und der sie begleitenden faschistischen Banden auf den Bezirk Şiyê weiterhin anhalten. Erneut haben SDF und YPG/YPJ verschiedene türkische Panzer zerstört.

Erdogan-Regime lügt
Um die eigenen militärischen Misserfolge zu verwischen streut das faschistische Erdogan-Regime jetzt Gräuelpropaganda in die Medien: Angeblich hätten YPG/YPJ Chlorgas eingesetzt. Das dementierte YPG-Sprecher Nuri Mehmud gegenüber der kurdischen Nachrichtenagentur ANHA umgehend. „Das türkische Regime lanciere Falschmeldungen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Dem türkischen Militär sei es trotz technischer Überlegenheit nicht gelungen, gegen den Widerstand in Efrîn anzukommen. … Der türkische Staat versuche damit, die Augen der Weltöffentlichkeit von dem eigenen Verhalten abzulenken und die Massaker an der Zivilbevölkerung zu vertuschen“, so ANHA.

Aktualisierter Aktionsplan für Proteste von NAV-DEM
Der kurdische Dachverband NAV-DEM hat den bundesweiten Aktionsplan für Proteste gegen die türkische Militärintervention in Nordsyrien aktualisiert. Heute finden Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, Goslar und Münster statt. Diese und weitere Termine sind hier auf der Webseite der Nachrichtenagentur ANF zu finden.

https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/efrin-aktionsplan-in-deutschland-1812 (https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/efrin-aktionsplan-in-deutschland-1812)

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw06/unterstuetzung-fuer-efrin-kommt-aus-minbic-faschistisches-regime-streut-graeuelpropaganda (https://www.rf-news.de/2018/kw06/unterstuetzung-fuer-efrin-kommt-aus-minbic-faschistisches-regime-streut-graeuelpropaganda)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 09:00:43 Fr. 09.Februar 2018
Aus: Ausgabe vom 09.02.2018, Seite 8   / Ausland

»Dann müssen wir uns verteidigen«
Internationalisten wollen in Nordsyrien Ökokooperative aufbauen. Angriff der Türkei erschwert das Projekt. Gespräch mit Agit Berxwedan
Interview: Peter Schaber


(http://up.picr.de/31770736uw.jpg)(http://)
Foto: Internationalist Commune of Rojava

Die Internationalistische Kommune Rojavas, ICR, arbeitet vor allem als zivile Struktur. Dennoch bleibt sie natürlich nicht vom Einmarsch der Türkei im Norden Syriens unberührt. Welchen Einfluss hat der Krieg?

Unsere Kommune liegt im Kanton Cizire, also noch sind wir ein Stück weit weg vom Krieg. Es gab aber bereits einzelne Provokationen der Türkei in der Nähe von Derik und in der Stadt Kamischli. Dort trafen Mörsergranaten ein Wohnhaus.

Die Strukturen der demokratischen Selbstverwaltung im Kanton Cizire reagieren auf den Krieg. So wurde eine generelle Mobilmachung angeordnet, d. h. die Bevölkerung aufgefordert, sich den Selbstverteidigungsstrukturen anzuschließen. Viele sind diesem Aufruf gefolgt.

Wir sind ja für zivile Arbeiten nach Rojava gekommen und sind da auf ganz unterschiedlichen Feldern aktiv: in der Jugendarbeit, in den Frauenstrukturen und im Bereich Ökologie. Das ist nun schwieriger geworden, da es jederzeit zu einem direkten Angriff der Türkei kommen kann. Aber wir haben uns auf eine solche Situation vorbereitet. Uns ist klar: Wenn der faschistische türkische Staat auch hier direkt angreift, werden wir uns verteidigen müssen. Dann werden wir an der Seite der Bevölkerung stehen.

Sie hatten vor, Anfang Februar eine breite internationale Kampagne unter dem Titel »Make Rojava Green Again« zu starten. Da sollte es um die Wiederaufforstung Nordsyriens gehen. Wird die Kampagne trotz des Krieges durchgeführt?

Einige Ziele dieser Kampagne, konkret zum Beispiel der Aufbau einer Baumschule, sind in dieser Situation nicht möglich. Zudem wollten wir 2.000 Bäume auf unserem Akademiegelände pflanzen, was sich auch verschieben wird. Ein Hauptaspekt der Kampagne ist aber, langfristig eine Brücke zwischen den Strukturen hier und Menschen auf der ganzen Welt zu sein. Das geht über den Austausch von technischem Wissen, ideologische Diskussionen und natürlich auch finanzielle Unterstützung. Und diese Arbeit werden wir weitermachen. Wir geben mit der Kampagne den Menschen die Möglichkeit, direkt die ökologischen Arbeiten der demokratischen Selbstverwaltung zu unterstützen. So werden wir mit dem Komitee für Naturschutz Ende des Jahres ein Naturschutzgebiet aufforsten.

Warum hat die ICR als Internationalistische Kommune diese Kampagne begonnen? Wie stellt sich die ökologische Lage in Rojava dar?

Sie leidet unter globalen Problemen wie dem Klimawandel und ist geprägt durch die Politik des syrischen Regimes und der Türkei. Damaskus hat Rojava immer als eine Kolonie verstanden, die ausgebeutet werden kann. Rohstoffe, insbesondere Öl, wurden gefördert und die Landwirtschaft über Monokulturen auf den Export ausgerichtet. Durch die Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden und Dünger im Kanton Cizire wurden die Böden zerstört.

Die Türkei hat in den letzten Jahrzehnten über den Bau von Megastaudämmen begonnen, die Wassermenge der Flüsse, die nach Syrien und in den Irak fließen, zu kontrollieren und zu minimieren. Sie nutzt das Wasser als Waffe gegen die Revolution in Rojava.

Wie kann man die Kampagne, aber auch generell die ökologischen Projekte in Rojava unterstützen?

Grundsätzlich wollen wir einen neuen Internationalismus beleben, welcher die Trennung von Kämpfen überwinden kann, sowohl geographisch als auch ideologisch. Das geschieht zum einen durch Entwicklung eines gemeinsamen Bewusstsein, also eines Verständnisses der Welt, in welcher wir heute leben. Denn die kapitalistische Moderne kann nicht nur aus einer Perspektive verstanden werden, noch gibt es den einen überall richtigen Kardinalsweg zu einer sozialistischen Gesellschaft. Gegenseitige Bezugnahme ist wichtig. Sich gegenseitig in den lokalen Kämpfen zu stärken und aus diesen einen gemeinsamen Kampf zu entwickeln.

Die Kampagne »Make Rojava Green Again« ist zudem eine Einladung an alle, an der Diskussion und dem Aufbau einer ökologischen Gesellschaft teilzunehmen. Zentral ist natürlich auch, dass Menschen hierherkommen und mithelfen.

Agit Berxwedan ist Mitglied der Internationalistischen Kommune Rojavas (ICR), eines Zusammenschlusses von Linken aus aller Welt in der Demokratischen Konföderation Nordsyrien

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/326965.dann-m (https://www.jungewelt.de/artikel/326965.dann-m)üssen-wir-uns-verteidigen.html

(http://up.picr.de/31770742qh.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:59:48 Fr. 09.Februar 2018
us: Ausgabe vom 10.02.2018, Seite 8   / Ausland

»Der Widerstand hier wird weitergehen«
Der türkische Angriffskrieg gegen das nordsyrische Afrin dauert an. Doch die Zivilbevölkerung lässt sich nicht vertreiben. Gespräch mit Siya Nebi
Interview: Peter Schaber


(http://up.picr.de/31776548jo.jpg)(http://)
Kalkül Erdogans geht nicht auf: Türkische Armee und »FSA« nehmen gezielt Zivilisten ins Visier. Doch die Bevölkerung denkt gar nicht daran, zu fliehen
Foto: ANF Images

Sie arbeiten seit einigen Tagen direkt in der Provinz Afrin, gegen die sich die Aggression Ankaras richtet. Wie stellt sich die militärische Lage aus Ihrer Perspektive dar?

Wir versuchen, uns einen Überblick zu verschaffen, aber manche Gebiete sind schwer zugänglich. Für die vergangenen zwei Tage kann ich sagen, dass es in den Gegenden um Bilbile, Siye und Rajo Gefechte gab. Dabei wurde in einem Dorf bei Bilbile ein Söldner der Nusra-Front verwundet und verhaftet. Sein Name ist Abdul Kader Ismail. Auch in Kevire Ker gibt es Auseinandersetzungen. Dabei wurden militärische Fahrzeuge zerstört. Die Kämpfe dauern an, es wird ständig bombardiert.

Bislang gibt es keinerlei Änderung in der Haltung internationaler Mächte oder der Anti-IS-Koalition, die die Türkei gewähren lassen. Aber die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ sowie die Syrischen Demokratischen Kräfte, SDK, leisten erbitterten Widerstand. Dieser nehme, so versichern uns Kämpfer dieser Formationen, derzeit eher noch zu. Die Motivation der Verteidiger Afrins ist sehr hoch. Ebenfalls hoch sind die Verluste bei den Angreifern. Die genauen Zahlen sind kaum herauszufinden, aber deutlich ist, dass die türkischen Medien da stark manipulieren.

Wie reagiert die lokale Bevölkerung? Wir haben ja die Bilder großer Demonstrationen gegen den türkischen Einmarsch in den letzten Tagen gesehen …

Wir haben hier ständig Kontakt mit der Zivilbevölkerung. Die Stimmung unter den Menschen ist sehr kämpferisch. Vor allem in Afrin-Stadt geht das normale Leben fast ungebrochen weiter. Ein Unterschied ist, dass einige Familien mehr hier sind, nämlich die aus jenen Dörfern, die ständig bombardiert werden und in denen man nicht bleiben kann. Es gibt in Afrin auch keine Panik. Die Bevölkerung ist gut organisiert und verfolgt natürlich, was passiert. Schon deshalb, weil ja aus beinahe jeder Familie Verwandte an der Front kämpfen.

Aber natürlich hat der Krieg auch Auswirkungen auf das zivile Leben. Die Schulen mussten geschlossen werden. Die Kinder beschweren sich zwar darüber, aber sogar sie sind in der Lage, die Situation zu verstehen. Die Familien reagieren darauf, indem sie in den Kommunen oder in den eigenen Häusern den Unterricht der Kinder fortsetzen.

Die Solidarität unter den Menschen Syriens ist auch hervorzuheben. In den vergangenen Wochen sind von überallher Kurden, Assyrer, Araber gekommen: Aus Kobani und Derik, aus Manbidsch und Rakka. Auch das hat eine große Wirkung auf die lokale Bevölkerung.

Immer wieder gibt es Berichte von Menschenrechtsverstößen der türkischen Truppen. Wie führt Ankara diesen Krieg?

Was die Türkei hier tut, liegt offen zutage. Es wurden Videos veröffentlicht, die etwa zeigen, wie türkische Soldaten Leichen gefallener YPG- und YPJ-Mitglieder schänden. Außerdem werden Waffen eingesetzt, deren Wirkungsweise Napalm ähnlich ist. Hierfür gibt es Augenzeugen. Auch die Ärzte, die Verletzte dieser Angriffe behandelt haben, sagen, dass irgendeine unkonventionelle Waffe eingesetzt wurde. Was auch immer da benutzt wurde, wird weiterhin benutzt. Bis jetzt konnte man aber nicht konkret zuordnen, was hier eigentlich genau eingesetzt wird.

Bei den Angriffen auf grenznahe Dörfer sind zudem viele Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder, ums Leben gekommen. Die türkische Propaganda behauptet, hier die Sicherheit ihres eigenen Landes gegen irgendwelche »Terroristen« zu verteidigen. Das ist natürlich nicht der Fall. Sie greifen die Menschen an, die hier leben: Kurden, Araber, verschiedene andere Volksgruppen.

Noch hält Afrin stand. Aber wie wird die Lage sich entwickeln? Denken Sie, Erdogan wird den Rückzug antreten?

Das ist eine Frage, die sich alle stellen. Die kurdische Bewegung spricht vom »Dritten Weltkrieg«, der sich hier in der Region abspielt, weil so viele verschiedene Kräfte hier versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Die Beziehungen zwischen den imperialistischen Kräften hier sind auch andauernden Veränderungen unterworfen. Das macht es schwierig, einzuschätzen, was passieren wird. Das einzige, was man sagen kann: Der Widerstand hier wird bis zum Ende weitergehen.

Siya Nebi arbeitet für das Information Center of Afrin Resistance (ICAR) als Frontreporterin in dem nordsyrischen Kanton Afrin

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327034.der-widerstand-hier-wird-weitergehen.html (https://www.jungewelt.de/artikel/327034.der-widerstand-hier-wird-weitergehen.html)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 21:47:27 Mo. 12.Februar 2018
Aus: Ausgabe vom 13.02.2018, Seite 1   / Titel

Kriegsgegner verfolgt
Die türkische Regierung geht hart gegen Kritiker ihres Syrien-Feldzuges vor: Terrorverfahren gegen neue HDP-Vorsitzende eröffnet
Von Peter Schaber


(http://up.picr.de/31810976yp.jpg)(http://)
Erdogan-Regime gegen Opposition: Türkische Polizei verhindert Demonstration vor dem HDP-Büro in Diyarbakir
Foto: REUTERS/Sertac Kayar/File Photo

Die Reaktion der Behörden blieb nicht lange aus: Kaum 24 Stunden, nachdem die Demokratische Partei der Völker (HDP) im Rahmen ihres dritten Parteikongresses am vergangenen Wochenende zwei neue Vorsitzende gewählt hatte, leitete die türkische Generalstaatsanwaltschaft gegen eine der beiden, Pervin Buldan, ein Verfahren ein. Der Vorwurf war vorhersehbar: Unterstützung des »Terrorismus«, womit der Kampf der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für eine Demokratisierung der Türkei gemeint ist. Buldan ist damit in guter Gesellschaft: Neben Tausenden weiteren HDP-Mitgliedern und -Sympathisanten sitzen ihre zwei prominenten Vorgänger, Selahattin Demirtas und Figen Yüksedag, aufgrund derselben Anschuldigungen seit nunmehr über einem Jahr in Haft.

Den politischen Hintergrund des Verfahrens gibt eine Rede Pervin Buldans auf dem HDP-Kongress ab. »Frau Buldan hat, im Namen der Partei, ihre Haltung zu der türkischen Invasion in Afrin formuliert. Das reichte aus. Sofort eröffneten die Behörden ein Verfahren. Sie fürchten, dass unter Führung der Demokratischen Partei der Völker eine große Antikriegskoalition entstehen könnte«, erklärt Sinan Önal, Deutschland-Vertreter der HDP, am Montag gegenüber junge Welt.

Seit Beginn der Militäroffensive gegen den mehrheitlich kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens am 20. Januar hat sich das Klima innerhalb der Türkei erneut verschärft. Am Montag bekundete das Innenministerium bislang 666 Menschen wegen ihrer Äußerungen gegen den Krieg festgenommen zu haben, die Mehrheit davon wegen Statements im Internet.

Das harte Durchgreifen im Land dürfte auch mit dem Versagen der technisch hochgerüsteten Streitmacht in Afrin zu tun haben. Nach über drei Wochen schwerer Gefechte sind die Gebietsgewinne der Invasionsarmee gering. Weit über ein Dutzend Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie zwei Kampfhubschrauber und eine bewaffnete Drohne sind durch die Volksverteidigungs- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ bislang abgeschossen worden. Alleine in der vergangenen Woche seien Angaben der Demokratischen Kräfte Syriens (SDK) zufolge 130 türkische Soldaten getötet worden.

Das Ausbleiben militärischer Erfolge kompensiert Ankara mit nationalistischer Hetze im Land. Kriegsgegner würden »einen hohen Preis« bezahlen, hatte Erdogan angekündigt. Die Marschrichtung der Medienberichterstattung der ohnehin auf Obrigkeitshörigkeit abgerichteten türkischen Presselandschaft gab die Regierung in einem 15-Punkte-Plan vor. Und türkische Nationalisten mobilisierten massenhaft zu der Social-Media-Kampagne »Syrien soll brennen, Afrin soll vernichtet werden«.

HDP-Sprecher Önal sieht wegen ihrer besonderen Beziehungen zu Ankara auch Berlin in der Pflicht: »Wenn die deutsche Regierung nicht reagiert, hilft sie dabei, dass Erdogan und seine nationalistischen, rassistischen Partner ihre Diktatur so fortsetzen.« Es seien nun drastische Schritte nötig: »Wir fordern die deutsche Regierung auf, alle Beziehungen zur türkischen Regierung abzubrechen. Und das solange, bis ein Demokratisierungsprozess, Friedensgespräche und Schritte zur Lösung der kurdischen Frage eingeleitet sind.«

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327151.kriegsgegner-verfolgt.html (https://www.jungewelt.de/artikel/327151.kriegsgegner-verfolgt.html)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 13:08:18 Di. 13.Februar 2018
Zitat
Auch diese Woche wieder Proteste gegen Krieg in Afrin in Freiburg

(https://rdl.de/sites/default/files/styles/rdl_big/public/gallery/2018/02/Solidarity.JPG?itok=PcjdAeHs)

Auch in dieser Woche gibt es in Freiburg wieder mehrere Protestversammlungen gegen den türkischen Angriff auf Afrin mit deutschen Waffen. Am Dienstag (13.02.) und am Mittwoch (14.02.) werden jeweils ab 16 Uhr Kundgebungen am Platz der alten Synagoge stattfinden. Am Donnerstag (15.02.) ruft die Initiative gegen Krieg Freiburg zu einer Demonstration gegen den türkischen Krieg gegen Afrin, das Schweigen der deutschen Medien und die Waffenexporte der BRD auf. Auftakt ist um 16:00 Uhr vor dem Gebäude der Badischen Zeitung an der Haltestelle Pressehaus, anschließend geht es zum Freiburger Rüstungsunternehmen LITEF in der Lörracher Straße.

Die Anmelder der Kundgebungen am Dienstag und Mittwoch fordern die Freiburger Versammlungsbehörde in ihrem Anmeldeschreiben zum wiederholten Mal auf, die Sachlage rund um das Zeigen der Symbole von PYD, YPG und YPJ zu klären. Solange ihre Behörde das Zeigen der Symbole nicht ausdrücklich untersage, so die Anmelder, würden sie von der Rechtmäßigkeit des Verwendens der Fahen von PYD, YPG und YPJ ausgehen. In der Vergangenheit hatte die Freiburger Polizei mehrfach die völlig friedlichen Kundgebungen mit großem Aufgebot begleitet und Berichten zufolge auch Personalien im Zusammenhang mit dem Zeigen der Fahnen aufgenommen. Das, so die Anmelder, widerspreche dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung
...

https://rdl.de/beitrag/auch-diese-woche-wieder-proteste-gegen-krieg-afrin-freiburg
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 14:54:12 Di. 13.Februar 2018
Hier 2 unterstützenswerte Projekte für die es sich zu Spenden lohnt! Spenden sind steuerlich absetzbar!

Initiative zum Ökologischen Wiederaufbau von Kobane

http://www.eco-aufbau-rojava.de (http://www.eco-aufbau-rojava.de)


Es werden weiterhin verschiedene Spenden gesammelt für "Medizin für Rojava"

http://www.medizin-f (http://www.medizin-f)ür-rojava.org/unterstützung-kontakt/

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:04:04 Di. 13.Februar 2018
Link gefixt:
http://www.medizin-für-rojava.org/unterstützung-kontakt/ (http://www.medizin-für-rojava.org/unterstützung-kontakt/)

Und wo ich schon mal hier bin:
Ebenfalls sehr unterstützenswert:

Eine Schule für Kobanê
https://www.schule-kobane.de/ (https://www.schule-kobane.de/)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:55:43 Di. 13.Februar 2018
Danke fürs nochmalige Verlinken!

Für alle Dresdner hier ein Hinweis zum Solikonzert

Soli-Konzert für Eine Schule für Kobane

https://www.facebook.com/events/2057584594525865/ (https://www.facebook.com/events/2057584594525865/)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:18:25 Di. 13.Februar 2018
Zitat
Danke fürs nochmalige Verlinken!
Da nich für!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 11:54:36 Mi. 14.Februar 2018
Die Bundesregierung scheint sich daran zu stören, dass wir öffentlich auf die deutsch-türkische Waffenbrüderschaft aufmerksam machen...

NAV-DEM: Bundesregierung verbietet Antikriegsproteste

„Die Bundesregierung scheint sich daran zu stören, dass wir öffentlich auf die deutsch-türkische Waffenbrüderschaft aufmerksam machen. Deswegen sollen wir mundtot gemacht werden“, so die Ko-Vorsitzende von NAV-DEM.

Mit einer Presseerklärung vom 14. Februar reagiert das Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM) auf zwei Verbotsverfügungen, „die durch das Polizeipräsidium Köln für Demonstrationsanmeldungen eines kurdischen Vereins in der Stadt erteilt worden sind“. NAV-DEM hatte zu Demonstrationen gegen den seit jetzt mehr als drei Wochen anhaltenden Krieg der Türkei gegen den Kanton Efrîn (Afrin) in Nordsyrien aufgerufen.

„Seit Beginn des Besatzungskrieges auf Afrin finden unter großer Beteiligung überall in Deutschland Proteste und Demonstrationen statt. Auf diesen Protesten wird nicht nur der Krieg der türkischen Armee und ihrer dschihadistischen Verbündeten gegen die Bevölkerung von Afrin verurteilt, sondern auch die Waffenunterstützung Deutschlands für die Türkei. Der Einsatz von deutschen Panzern beim Angriff auf Afrin ist hinlänglich bekannt. Die Bundesregierung scheint sich daran zu stören, dass wir öffentlich auf die deutsch-türkische Waffenbrüderschaft aufmerksam machen. Deswegen sollen wir mundtot gemacht werden”, heißt es in der Erklärung des Demokratischen Gesellschaftszentrums.

„Dass es kurz vor dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim bei der Bundeskanzlerin zu diesen Verbotsverfügungen kommt, ist alles andere als Zufall. Mittlerweile haben ‘Geschenke’ dieser Art von Seiten der Bundesregierung an Ankara Tradition“, erklärt die Ko-Vorsitzende von NAV-DEM Ayten Kaplan.

NAV-DEM werde sich „dieser undemokratischen Verbotspolitik nicht beugen und rechtliche Schritte hiergegen einleiten".

Die Presseerklärung von NAV-DEM im Wortlaut:

Kniefall vor Erdogan: Bundesregierung verbietet Antikriegsproteste

“Wir werden derzeit durch das Verhalten der deutschen Sicherheitsbehörden mit einer Situation konfrontiert, die mittlerweile enorme Parallelen zur türkischen Staatspolitik aufweist. In der Türkei wird jede noch so leise Regung gegen die Militäroffensive in Afrin brutal unterdrückt, in Deutschland werden Proteste und Demonstrationen für ein Ende des türkischen Besatzungskrieges verboten und untersagt.” Mit diesen deutlichen Worten reagiert Ayten Kaplan, Ko-Vorsitzende des Demokratischen Gesellschaftszentrums der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM), auf zwei Verbotsverfügungen, die durch das Polizeipräsidium Köln für Demonstrationsanmeldungen eines kurdischen Vereins in der Stadt erteilt worden sind.

In den genannten Verfügungen wird das Demonstrationsverbot damit begründet, dass es sich bei dem größten kurdischen Dachverband in Deutschland NAV-DEM um eine Nachfolgeorganisation der in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans handele, wodurch das Recht, “öffentliche Versammlungen und Aufzüge zu veranstalten und durchzuführen” verwirkt sei.

Ayten Kaplan wertet diese Verbotsverfügung als vorläufigen Höhepunkt der Repressionen der Bundesregierung gegenüber den in Deutschland lebenden Kurdinnen und Kurden. “Seit Beginn des Besatzungskrieges auf Afrin finden unter großer Beteiligung überall in Deutschland Proteste und Demonstrationen statt. Auf diesen Protesten wird nicht nur der Krieg der türkischen Armee und ihrer dschihadistischen Verbündeten gegen die Bevölkerung von Afrin verurteilt, sondern auch die Waffenunterstützung Deutschlands für die Türkei. Der Einsatz von deutschen Panzern beim Angriff auf Afrin ist hinlänglich bekannt. Die Bundesregierung scheint sich daran zu stören, dass wir öffentlich auf die deutsch-türkische Waffenbrüderschaft aufmerksam machen. Deswegen sollen wir mundtot gemacht werden. Die Verbotsverfügungen aus Köln stellen nicht nur die Außerkraftsetzung der Versammlungsfreiheit für hier lebende Kurdinnen und Kurden dar. Sie kommen auch einem politischen Betätigungsverbot für die zweitgrößte Migrantengruppe in Deutschland gleich. Aus unserer Sicht stellt dies einen offenkundigen Kniefall vor Erdogan und seiner Regierung dar”, so Kaplan weiter.

Die NAV-DEM Ko-Vorsitzende macht weiterhin darauf aufmerksam, dass nach Aussagen der Kölner Polizei die Verbotsverfügungen die Folge eines neuerlichen Erlasses aus dem Bundesinnenministerium seien. Verantwortliche aus dem kurdischen Verein in Köln seien demnach auch telefonisch von der Polizei darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass sie keine weiteren Demonstrationen anzumelden bräuchten, da man diese ebenfalls verbieten würde.

“Dass es kurz vor dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim bei der Bundeskanzlerin zu diesen Verbotsverfügungen kommt, ist alles andere als Zufall. Mittlerweile haben ‘Geschenke’ dieser Art von Seiten der Bundesregierung an Ankara Tradition. Dass auf diese Weise das ‘belastete Verhältnis’ zur Türkei begradigt werden soll, ist nicht hinnehmbar. Wir werden uns dieser undemokratischen Verbotspolitik nicht beugen und rechtliche Schritte hiergegen einleiten”, so die abschließenden Worte von Kaplan.

Quelle

..https://anfdeutsch.com/aktuelles/nav-dem-bundesregierung-verbietet-antikriegsproteste-2394



Krieg=Frieden
Freiheit=Sklaverei
Unwissenheit=Stärke
brd=Rechtstaat
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 12:43:43 Mi. 14.Februar 2018
Na.. Bitte etwas mehr bei der Wahrheit bleiben.

So, wie in HH gegen eine Hand voll Vermummter wie der G20-Demo vorgegangen wurde,

wurden zum Ende der Demo in Köln ca. 100 Öchalan-Flaggen verteilt und die Bullen
"legitimierten" sich darauf, die Demo zu (zer)stören.

Objektiv betrachtet, greifen die Bullen ein, sobald was "verbotenes" auf der Demo abgeht.

Wo ist das Problem, Öchalan in Form eines Portraitfoto sichtbar zu machen, statt die gelbe
Fahne mit seinem Abbild zu präsentieren ?

Mensch sollte sein Versammlungsrecht so nutzen, das nicht alles wegen parr verbotenen
Flaggen in Dudden gehauen wird. Die Absicht auf Mundtötung kann ich nicht erkennen.

Ich lasse mich aber auch gern aufklären  ;)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:04:06 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Mensch sollte sein Versammlungsrecht so nutzen, das nicht alles wegen parr verbotenen Flaggen in Dudden gehauen wird.
Das nennt man vorrauseilenden Gehorsam! Kritisieren wir ständig bei ALG II- Beziehern!
Bei der WTH- Demo gab es keine verbotenen Flaggen und die wurde trotzdem brutal zusammengeknüppelt. Wenn die einen Grund suchen finden die einen.

Da das Versammlungsrecht normalerweise einen ziemlich hohen rechtlichen Stellenwert hat, gibt es auch einen Ermessensspielraum der Polizei, z.b. Fahnen verbotener Organisationen zu dulden, wenn ein Eingriff das Versammlungsrecht beeinträchtigen würde.
Bei den LL- Demos in Berlin sind immer ein Haufen Öcalan- Fahnen dabei ohne das die Cops da eingreifen.

Zitat
Die Absicht auf Mundtötung kann ich nicht erkennen.
Was, um alles in der Welt, ist eine Mundtötung? ::)


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 13:23:49 Mi. 14.Februar 2018
Ja, man kann sagen, die doofen Ocalanfahnen müßten nicht sein, damit gefährdete man die Möglichkeit zu demonstrieren.

Ich finde es aber absurd, daß man die Öcalanportraits als eine Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat sieht, während das selbstverwaltete Afrin auch mit deutschen Waffen angegriffen wird. Die Bundesregierung unterstützt die Politik des Autokraten Erdogan und die Deutsche Polizei übt hierzulande Terror gegen Kritiker seiner Politik aus.

Das Zeigen eines Bildes von Öcalan ist staats- und demokratiegefährdend!?!

Ein paar Infos über Öcalan und dem Umgang mit ihm:
Zitat
Versuche Öcalans, in Europa politisches Asyl und Unterstützung für eine politische Lösung zu erhalten, schlugen fehl.
Am 15. Februar 1999 wurde er in Kenia nach dem Verlassen der griechischen Botschaft vom türkischen Geheimdienst aufgegriffen und in die Türkei gebracht.
Am 29. Juni 1999 wurde Öcalan vor dem Staatssicherheitsgericht Ankara № 2 wegen Hochverrats gemäß Art. 125 tStGB a.F. zum Tode verurteilt
Das Urteil wurde unter anderem auf europäischen Druck hin nicht vollstreckt und 2002 mit der Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in letzter Instanz am 12. Mai 2005 das Verfahren gegen Öcalan als unfair bezeichnet.
Am 16. Oktober 2008 teilten die Anwälte Öcalans in einer Pressemitteilung mit, dass gegen ihn (nebst psychischer Folter in Form von jahrelanger Isolationshaft) nun auch „physische Folter“ angewandt worden sei.
Im März 2013 ließ Öcalan in Diyarbakır durch BDP-Politiker einen Aufruf zu einer Waffenruhe verkünden. Alle kurdischen Kämpfer sollten sich aus der Türkei zurückziehen. „Unser Ziel ist eine Demokratisierung auf dem Gebiet der ganzen Türkei“, wurde Öcalan zitiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Abdullah_%C3%96calan

Ich kann da nur Rudi Recht geben: Ich finde es fürn Arsch sich auf Seiten des deutschen und türkischen Staates zu schlagen und ein Einholen der Flaggen zu fordern.


Gleichzeitig möchte ich nicht das Schwarzweißdenken von Rappelkistenrebll gutheißen.
Es ist absolut tragisch, wie unkritisch er gegenüber Rußland, Putin, Venezuela, Maduro oder Assad ist.
Wenn ich überzeugter Gegner von Trump und Nato bin, bin ich noch längst kein Freund von Putin oder Assad...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:33:21 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Wenn ich überzeugter Gegner von Trump und Nato bin, bin ich noch längst kein Freund von Putin oder Assad...
Das bekannte Sprichwort: Der Feind meines Feindes ist mein Freund funktioniert in der Realität eben doch nicht!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 13:42:11 Mi. 14.Februar 2018
Ich finde es auch derbe, das wegen den zeigen "verbotener" Abbilder gleich
eine Demo zerstört wird. In Köln war es ja wohl so.

Und dies in Zukunft anders zu wuppen als "Vorauseilenden Gehorsam" zu
diffamieren, finde ich nicht ok. Üblicherweise loten Demoorganisierung ja
aus, wie mann mit seinem Unmut am besten zum vollen Zuge kommt.

Von Scharfsinnigkeiten, das Bullen eine Demo auch mit "erfundenen" Gründen
auflösen könn(t)en, mal abgesehen, zumal dies (noch) nicht der Regelfall ist.

Ich vermisse bei manchen Demos das übermitteln der Beweggründe und
Forderungen der Demonstrannten in den Medien..

Dumm gelaufen, wenn es kracht, Medien sich nur noch auf Reibereien etc.
stürzen und das politische kaum noch rüber kommt.

Edit: Das mit "Mundtötung" geht aus Rappels lezten Beitrag hervor..
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 13:56:44 Mi. 14.Februar 2018
Ich finde es auch derbe, das wegen den zeigen "verbotener" Abbilder gleich
eine Demo zerstört wird.

Die Demo wurde nicht von Fahnen oder Fahnenträgern, sondern von deutschen Bullen zerstört.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:01:28 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Und dies in Zukunft anders zu wuppen als "Vorauseilenden Gehorsam" zu diffamieren, finde ich nicht ok. Üblicherweise loten Demoorganisierung ja
aus, wie mann mit seinem Unmut am besten zum vollen Zuge kommt.
Man merkt das Du in diesen Dingen keinerlei Erfahrung hast. Weder aus rechtlicher noch aus organisatorischer Sicht!
Die rechtliche Sicht hatte ich oben schon dargelegt. Die Cops finden immer einen Grund, wenn sie eine Demo behindern wollen. Die Auflagen geben ihnen dazu jede Menge handhabe.
Wenn die Fahnen nicht verboten sind, sind eben die Fahnenstangen zu lang oder vom Durchmesser zu dick, die Seitentranspis zu lang, der Lautsprecher zu laut oder ...oder...oder!
Und aus organisatorischer Sicht betrachtet, müsste man dann seine Ordner als Hilfsbullen einsetzten und jeden (im vorauseilenden Gehorsam) von der Demo prügeln, der irgendwas dabei hat, was gegen die Auflagen verstößt oder verboten ist! Und sowas will niemand!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 14:18:11 Mi. 14.Februar 2018
Naja, hab schon einiges mitorganisiert und wenn mann gleich davon ausgeht,
egal was mann macht, die Bullen machen sowiso alles platt, bleibt ja nur noch
"Sport" über..

Nich mein Ding, dann lieber überlegen, wie Bullentaktik gearscht oder haltlos
gemacht werden kann..
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:40:54 Mi. 14.Februar 2018
Sorry, aber deine Antwort sagt mir, das Du mich definitiv nicht verstanden hast!
Das ist aus rechtlicher, wie aus organisatorischer Sicht purer Unsinn!
Bei nichtangemeldeten Demos unterliegt man auch nicht dem Versammlungsrecht und die Cops haben noch mehr Möglichkeiten durchzugreifen!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 14:59:16 Mi. 14.Februar 2018
Wenn die Meinungen halt auseinander gehen, kommen Dinge hinzu, wie z.B.

Zitat
...
Bei nichtangemeldeten Demos unterliegt man auch nicht dem Versammlungsrecht und die Cops haben noch mehr Möglichkeiten durchzugreifen!
...

Die Demo in Köln wurde ja angemeldet.. Warum nun so ein (überflüssiges) Argumennt ?

Ich habe Dich schon verstanden, jedoch kein Bock darüber zu zanken, welch persönlicher
Ansichten näher liegen. Noch weniger liegt mir am Herzen, darüber zu besinnen,
wer wieviel (oder mehr) Erfahrungen bezüglich Demos oder Aktionen gesammelt hat.

Damit bin ich erstmal raus.


Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:55:25 Mi. 14.Februar 2018
Hier geht es nicht um persönliche Meinungen sondern um rechtliche Begebenheiten des Versammlungs- und Verwaltungsrechts.
Da Du aber keine Interesse daran hast, meine Argumente zu verstehen und sachlich zu argumentieren, macht das auch wenig Sinn!
Wenn Du mal eine Demo mit mehren tausend Leuten angemeldet hättest, an Kooperationsgesprächen mit den Cops teilgenommen hättest und all dieses Brimborium würdest Du nicht so einen Unsinn schreiben!
Was mich aufregt ist, das Du die Schuld bei den Demonstrationsteilnehmern siehst und nicht bei der Polizei.
Dazu habe ich klar gemacht, das es Versammlungsrechtlich ohne Probleme möglich ist, z.B. verbotene Fahnen auf einer Demo zu dulden. (Verhältnismäßigkeit der Mittel und Vorrangigkeit des Versammlungsrechtes als Grundrecht).
Die Berliner Cops machen das jedes Jahr so bei der LL- Demo!
Zweitens hatte ich erwähnt, das eine organisatorische Folge dieser Annahme wäre, das die Demo- Orga ihre Ordner dazu veranlassen müsste hilfspolizeilich tätig zu werden.
Und das wäre der absolute Super- GAU!

Zitat
Üblicherweise loten Demoorganisierung ja aus, wie mann mit seinem Unmut am besten zum vollen Zuge kommt.
Das hier meine ich z.B. mit Unsinn. Welchen Einfluss hat bitteschön die Demo- Orga darauf, welche Leute auf der Demo auftauchen und was die für Fahnen und Transpis mitbringen? Damit sind natürlich nicht irgendwelche Nazifahnen gemeint. Sondern Fahnen der "eigenen Leute" im weitesten Sinne.
Und wenn man sich dann noch bei einer kurdischen Demo über Öcalan- Fahnen aufregt ist das ehrlich gesagt so, als würde man sich bei einer Antifa- Demo über die Antifa- Fahne aufregen!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 16:18:40 Mi. 14.Februar 2018
Lass uns, wenn schon bei der Demo in Köln bleiben..

Im Vorfeld wurden den Anmeldern strenge Auflagen gemacht, wie das Unterlassen
von Ständen, wo es was zu futtern gibt.

Während der Demo wurde deutlich, das Bullen die Demo lieber auflösen wollen, also
gibt es den Demonstrannten bis dahin nix vor zu werfen..

Die Klopperei ging ja erst zum Ende der Demo nach der Verteilung der Öcalan-Fahnen los.
Das die Bullen das als Anlass zur Auflösung der Demo nutzen, ist ja nix neues..

Und fast nur das wurde von der Demo in Köln medial verbreitet. Zu schade um deren
politischen Inhalte. Ohne Öchalan-Fahnen wäre es friedlich zu Ende gegangen und
die Blöd hätte weniger Blut..

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:27:03 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Und fast nur das wurde von der Demo in Köln medial verbreitet. Zu schade um deren politischen Inhalte. Ohne Öchalan-Fahnen wäre es friedlich zu Ende gegangen und die Blöd hätte weniger Blut..
Ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Du machst Dir Gedanken darüber, wie die mediale Darstellung einer kurdischen Demonstration in einem rechtskonservativen Blatt aussieht?
Die Cops hätten ohne Fahnen das Gleiche abziehen können, weil einer einen Pyro zündet oder sich den Schal zuweit über die Nase zieht!

Und wir sind hier noch nicht einmal in die politische Diskussion darüber eingetreten, warum das Verbot von Öchalan/ PKK- Fahnen absurd ist und welche Strategie es dagegen gibt. ((Das würde hier jetzt aber den Rahmen sprengen, fürchte ich)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 16:36:33 Mi. 14.Februar 2018
Boah Ey, noch mehr geht es an Missverständnissen nicht !

Glaubst Du wirklich, das ich Hoffnungen darin hege, das die Blöd ohne Blut
auskommt ?

Nee, ganz gewiss nicht, doch wenn es auf Demos kracht, sind sie an erster
Stelle, politische Inhalte einer Demo mit "Krawallstorys" auszublenden..
Und andere Medien laufen dem dann hinterher.

Lass es gut sein..  ;)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:43:30 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Nee, ganz gewiss nicht, doch wenn es auf Demos kracht, sind sie an erster Stelle, politische Inhalte einer Demo mit "Krawallstorys" auszublenden..
Kann mir mal jemand einen Artikel zeigen in dem die Bild über politische Inhalte einer linksradikalen Demo berichtet hat? ;D

Zitat
Und andere Medien laufen dem dann hinterher.
Die schreiben das, was der Chefredakteuer will. Und wenn´s nicht scheppert ist es eben ein Dreizeiler auf Seite 10.

Und wie geschrieben: Über die politische Strategie, möglichst viele Verfahren zu generieren, um auf die Absurdität des PKK Verbotes aufmerksam zu machen, habe ich noch gar nicht gesprochen!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 16:47:28 Mi. 14.Februar 2018
Ich möchte hier Rudi nochmal Recht geben.

Wie man in Zeiten politischer Spannung und staatlicher Repression kämpft, muß diskutiert werden.
Wenn aber bei einer Demonstration für eine gute und wichtige Sache der Staatsapparat und seine Schergen durchdrehen, dann sollte man sich den Demonstranten und den Organisatoren schützend zur Seite stellen.

Ihnen aber vorzuwerfen, sie hätten selbst provoziert von den Bullen zusammengeknüppelt zu werden, finde ich wahrlich nicht in Ordnung.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 19:40:02 Mi. 14.Februar 2018
Oki, es hätte auf der Demo auch ohne Öchalan-Fahnen krachen können.
Ich wollte die Demonstrannten auch nicht über ein Kamm scheren..
Das erst zum Ende Fahnen verteilt wurden, lag vermutlich auch daran,
das das Risiko von Demoauflösung durch Bullen zu hoch war.

Lieber Blödartikel auf Seite 10 statt hetzerisch auf der Titelseite  ;)

Interesannt zur Dynamik der Presse der Unterschied vor dem Ereignis
auf der Schanze und danach. Selbst N24 hatte vor den Schanzenereignis
"Bullen-Kritisch" berichtet.. Dannach wurde über die armen überforderten
Einsatzkräfte gejammert. Was vorher an Provokationen, Eskallationen
und Fake-Meldungen durch Einsatzkräften gelaufen ist, war fast völlig
vergessen..

Klaro, wenn die Buletten abdrehen, sollten Demonstranten schützend
füreinander zusammen stehen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 21:37:26 Do. 15.Februar 2018
DKP rechtfertigt russisches Vorgehen in Efrîn
Aus Rote Fahne 04/2018 - Am 30. Januar gab die DKP eine Stellungnahme zum Einmarsch der Türkei in Efrîn heraus

(http://up.picr.de/31839490di.jpg)(http://)
Russische Truppen kämpfen in Syrien auf der Seite des Assad-Regimes. Foto: Vitaly V. Kuz-min / CC BY-SA 4.0

Darin heißt es: „Die DKP stimmt nicht in den Chor derjenigen ein, die der Russischen Föderation die Schuld am türkischen Einmarsch zuweisen. Von der russischen Regierung zu verlangen, das NATO-Mitglied Türkei zu Lande oder in der Luft militärisch aufzuhalten und damit die Ausrufung eines NATO-Bündnisfalles zu riskieren, ist politisches Abenteurertum.“ Weiter werden die angeblichen großartigen „Bemühungen Russlands (…) um eine Friedenslösung“ gefeiert.

 

Nur, wen meint die DKP, dass er Russland die alleinige Schuld gäbe? Jedenfalls kann damit weder der kurdische Befreiungskampf, noch die MLPD gemeint sein. Schuld ist natürlich zunächst die neuimperialistische Türkei, die wie Deutschland Mitglied des imperialistsichen Militärbündnisses NATO ist. Mitschuldige sind der US-Imperialismus als weltweiter Hauptkriegstreiber, die Bundesregierung, die weiter engste Beziehungen zum faschistischen Erdogan-Regime pflegt, und einige Weitere – darunter die reaktionäre Putin-Regierung.

 

Russland hatte keine Angst vor „Abenteurertum“, als es in Syrien 2015 zeitweise in offenem Konflikt zur Türkei agierte. Und das neuimperialistische Russland hatte vor dem türkischen Angriff, nach Gesprächen mit der türkischen Militärführung und dem Geheimdienst, seine Truppen aus Efrîn abgezogen und der Türkei ein Okay für den Einmarsch signalisiert. Mittlerweile befinden sich türkische Truppen sogar im Landesinneren Syriens, unter Duldung von Assad, Russland und dem Iran.

 

Völlig zu Recht schreibt Riza Altun, Exekutivratsmitglied der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) in dem Artikel „Der Freiheitskampf verfolgt seine eigene Linie“1: „Die Aufrechterhaltung des Regimes in Syrien ist für Russland sehr wichtig. Doch der russische Ansatz geht über das Regime in Syrien und Assad hinaus. Nicht Assad, sondern die Herrschaft und Hegemonie Russlands in Syrien gilt als absolut.“ (…) Während die USA auf der einen Seite Beziehungen mit der YPG aufbaut, droht und erpresst sie auf der anderen Seite, um die YPG auf eine nationalistische und nationalstaatliche Linie zu bringen. (…) Die USA, also eine imperialistische Kraft, die ihr eigenes Weltsystem gründen möchte, versucht die Werte auszunutzen, die durch den Freiheitskampf einer Gesellschaft hervorgebracht wurden. (…)

 

Es wird von uns ein antiimperialistischer Kampf geführt. (…) Die strategischen Partner unserer Linie sind die globalen demokratischen Kräfte, die gesellschaftlichen Kräfte und die antisystemischen Kräfte.“

 

Mit ihrer Stellungnahme fällt die DKP-Führung dem Befreiungskampf in Rojava offen in den Rücken. Das ist nur folge­richtig für eine Partei, die sich an den Rockzipfel des Putin-Regimes hängt. MLPD und die revolutionäre Weltorganisation ICOR stehen dagegen auch in dieser Frage für einen konsequent antiimperialistischen Standpunkt.

Von Peter Weispfenning,  15.02.2018

1 https://anfdeutsch.com (https://anfdeutsch.com) 08.01.2018       

Quelle

https://www.mlpd.de/2018/kw06/dkp-rechtfertigt-russisches-vorgehen-in-efrin (https://www.mlpd.de/2018/kw06/dkp-rechtfertigt-russisches-vorgehen-in-efrin)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 07:44:01 Fr. 16.Februar 2018
KASSEL: SOLIDARITÄT MIT AFRIN

Seit dem 20. Januar 2018 greift der türkische Staat völkerrechtswidrig den Kanton Afrin in Nordsyrien an. Dabei kommen auch deutsche Waffen zum Einsatz, die u.a. bei Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann in Kassel produziert werden.

Laut türkischer Regierung sollen in Afrin „Terroristen“ bekämpft werden. Tatsächlich aber wird das Gesellschaftsmodell bekämpft, das hinter der Demokratischen Föderation Nordsyrien steht: Basisdemokratie, Frauenbefreiung und Ökologie. Diese Alternative ist der autoritären Führung ein Dorn im Auge.

Doch viele Menschen setzen sich dafür ein, diese Alternative zu stärken und gegen Angriffe zu verteidigen: So kämpfen die YPG / YPJ (Volks- / Frauenverteidigungeinheiten) seit Jahren gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ und haben dabei große Erfolge erzielt. Tausende Menschen – darunter die vom IS verfolgten Jesiden – haben Schutz in den befreiten Gebieten Nordsyriens gefunden. Nun sind sie den Angriffen der Türkei ausgesetzt, die mit islamistischen Gruppen zusammenarbeitet und diese Banden mit Waffen ausrüstet.

Dafür ist auch die deutsche Regierung mitverantwortlich: Über Jahrzehnte wurden deutsche Panzer, Gewehre und ganze Produktionsstätten an die Türkei verkauft und Milliarden mit dem Tod verdient. Auch in Deutschland wird der kurdische Widerstand kriminalisiert und so das türkische Regime gestützt. Das nehmen wir nicht länger hin und gehen deshalb am 24. Februar um 14 Uhr am Halitplatz auf die Straße.

Demonstration · 24. Februar · 14 Uhr · Halitplatz

Veranstaltung · 28. Februar · 19 Uhr · Phil.-Scheidemann-Haus



(http://up.picr.de/31841317to.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 11:44:34 Fr. 16.Februar 2018
Zitat
Frei nach über einem Jahr Haft - Deniz Yücel ist frei

Nach mehr als einem Jahr in Haft ist der Journalist Deniz Yücel in der Türkei frei. Die Umstände seiner Freilassung sind noch nicht bekannt.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Deniz-Yuecel-ist-frei-article20289633.html (https://www.n-tv.de/politik/Deniz-Yuecel-ist-frei-article20289633.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:20:20 Fr. 16.Februar 2018
@Rappelkistenidiot:
Wie krank muss man eigentlich im Kopf sein, einerseits (völlig zurecht) Erdogan für seine Angriffe auf kurdische Regionen zu verurteilen, aber gleichzeitig abzufeiern wenn Assad und Putin syrische Kinder bombadieren?
Wieviel Scheiße muss in solchen Köpfen wabern? Wieviel unbegreifliche Dummheit quillt aus solchen Gehirnen? Was für Drogen muss man nehmen, was für Pilze muss man fressen, um den Widerspruch seiner Gedanken nicht mehr erkennen zu müssen? >:(
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 13:36:12 Fr. 16.Februar 2018
Naja, ich bezweifle, dass @Rappel eine eigene Meinung dazu hat. Für mich versteht sich von selbst, dass alle Mächte ihre Hände weg von Syrien nehmen sollen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:30:41 Fr. 16.Februar 2018
Ich habe schon eine Meinung dazu.Der Beitrag vom Rudolg spiegelt diese nicht wieder
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:33:09 Fr. 16.Februar 2018
SYRIEN
Imperialistische Interessen verschärfen den Syrien-Krieg
Nach dem am 20. Januar begonnenen völkerrechtswidrigen faschistischen Angriff der Türkei gegen Efrîn und die Demokratische Föderation Nordsyrien/Rojava kam es in der Nacht vom 7. auf den 8. Februar in Ostsyrien, in der Nähe von Deir al-Zor, zu einer weiteren Eskalation.

(http://up.picr.de/31845417dd.jpg)(http://)
Türkische Soldaten mit deutschen Leopard-II-Panzern in Efrîn (foto: ANF)

Bei einem US-amerikanischen Luftschlag gegen Assad-nahe syrische Milizen und russische Söldner eines privaten Militärunternehmens kamen über 100 Soldaten ums Leben. Diese hatten im Auftrag der Assad-Regierung und der russischen Öl-Firma Evro Polis versucht, ein Ölfeld unter ihre Kontrolle zu bringen, das die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) im September von der Terrororganisation IS befreit hatten. Am 10. Februar schoss die syrische Luftabwehr einen israelischen F16-Jet ab, nachdem Israels Luftwaffe wiederholt Ziele in Syrien attakiert hatte.

(http://up.picr.de/31845422qa.jpg)(http://)
Die Demokratische Föderation Nordsyrien ist die einzige fortschrittliche Konstellation im jetzigen Syrien (foto: ANF)

Wenn US-Außenminister Rex Tillerson ankündigt, dass die USA „eine militärische Präsenz in Syrien aufrecht erhalten, um sicher zu stellen, dass der Islamische Staat nicht wieder erstarken kann“ ist dies ein Vorwand um seine eigenen imperialistischen Machtinteressen in Syrien zu rechtfertigen.

 

Es war gerade das Bestreben des US-Imperialismus, durch Unterstützung der sogenannten "Freien Syrischen Armee" (FSA) und islamistischer Kräfte, Syrien aus dem Einflussbereich des russischen Imperialismus heraus zu lösen. Längst sind neben den USA, Russland und der EU zahlreiche weitere  imperialistische und neuimperialistische Regionalmächte, wie der Iran, die Türkei und Saudi-Arabien in den Krieg verwickelt.

Gefährliche Machtverschiebung in der Region
Der Hintergrund ist die geostrategische Bedeutung des Nahen und Mittleren Osten mit seinen großen Öl- und Gasvorkommen, und seiner Rolle als Knotenpunkt eines Wasserstraßensystems, das das Mittelmeer, das Rote und das Arabische Meer und den Indischen Ozean verbindet. Durch das massive Eingreifen Russlands und des Irans ist eine für die USA gefährliche Machtverschiebung entstanden, die ihre Vorherrschaft in der Region in Frage stellt.

 

Russland, dem Iran und der Türkei geht es mit ihrer zeitweiligen Allianz gegen den US-Imperialismus ebenfalls um knallharte Profit- und Machtinteressen. Die USA wollen ein weiteres Vordringen dieser Kräfte in der Region verhindern. Die zeitweilige taktische Unterstützung der kurdischen Befreiungsbewegung durch die USA ist ein Versuch, diese dafür zu missbrauchen.

 

Allen imperialistischen Kräften ist die demokratische Revolution in der Demokratischen Föderation Nordsyrien/Rojava und die weltweite Solidaritätsbewegung für sie ein Dorn im Auge. Die Tatsache, dass nicht nur Russland, sondern auch die USA grünes Licht für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei auf Efrîn in Nordsyrien gaben, zeigt erneut, dass keine imperialistische Macht ein ehrlicher Verbündeter gerechter Befreiungskämpfe ist und war. Verbündete gerechter Befreiungskämpfe, wie der des kurdischen Volkes, sind die einfachen Menschen, die internationale Arbeiterbewegung und die Völker der Welt, die um Freiheit, Demokratie und für den Sozialismus kämpfen.

Alle Imperialisten und ihre Söldner – raus aus Syrien
Die MLPD lehnt jede imperialistische Aggression in Syrien ab. Alle Imperialisten und ihre Söldner – raus aus Syrien! Der Hauptkriegstreiber und Feind aller Völker ist im globalen Maßstab heute der US-Imperialismus, dessen Rolle als einzige Supermacht zunehmend in Frage gestellt ist. Deshalb muss der Hauptstoß im Kampf um die Erhaltung des Weltfriedens heute gegen den US-Imperialismus und den Imperialismus im eigenen Land gerichtet werden.

 

Wenn das Erdogan-Regime inzwischen die USA ultimativ auffordert, ihre Truppen und Militärstützpunkte aus Manbidsch und Nordsyrien zurückzuziehen, und die taktische Unterstützung der YPG/YPJ zu beenden, ist dies auch ein Ergebnis, der in der gesamten Region eingetretenen Machtverschiebungen.

 

Durch ihre Lage zwischen Europa, Asien und Afrika hat die Türkei auch für den deutschen Imperialismus eine besondere geostrategische, wirtschaftliche und militärstrategische Bedeutung. Das ist gemeint, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern beim Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in Berlin von „gemeinsamen Interessen“ Deutschlands und der Türkei spricht. Deshalb wird von der Bundesregierung immer offener versucht, die kurdische und internationale Solidarität mit dem erbitterten Widerstand gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei in Efrîn zu unterdrücken.

 

Und dieser Widerstand ist stark. Anders als in anderen Bürgerkriegsgebieten flüchtet die Bevölkerung nicht in Scharen, sondern hat sich auf die Verteidigung Efrîns eingestellt.  So bewachten Frauen aller Altersklassen als Wächterinnen die Häuser der Stadt Efrin während der Angriffe der türkischen Armee. Eine gewaltige Massendemonstration mit Zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern zog vor gut zwei Wochen durch die Stadt, und erst in dieser Woche trotzte eine Frauen-Massendemonstration um sie herum einschlagenden Artilleriegranaten und zog ebenfalls durch die Stadt. Die Solidarität in der Demokratischen Föderation Nordsyrien ist sehr stark. Es kommen sogar Menschen aus anderen Kantonen, um bei der Verteidigung zu helfen. Die Menschen vertrauen auf die eigene Kraft und wehren sich. Dazu kommt die große internationale Solidarität. In Europa zogen drei lange Märsche mit 80, 1.000 und 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch Griechenland, nach Genf und nach Hannover. Auf der großen, vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM) organisierten, bundesweiten Solidaritätsdemonstration waren bis zu 50.000 Menschen aktiv. Auf der ruhrgebietsweiten Montagsdemonstration in Gelsenkirchen waren bis zu 1.000 Menschen dabei. All das zeigt: Die Kurdinnen und Kurden – Efrîn ist nicht alleine.

 

Gegen die wachsende Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation imperialistischer Hauptmächte im Nahen und Mittleren Osten ist die Stärkung der internationalen Friedensbewegung und der Solidarität mit Efrîn/Rojava das Gebot der Stunde. Das demokratische Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit der internationalen Solidaritätsbewegung mit Efrîn/Demokratische Föderation Nordsyrien muss gegen den Rechtsruck der Bundesregierung und der bürgerlichen Parteien verteidigt werden.


Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw07/imperialistische-interessen-und-die-wachsende-gefahr-eines-iii-weltkrieges (https://www.rf-news.de/2018/kw07/imperialistische-interessen-und-die-wachsende-gefahr-eines-iii-weltkrieges)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:01:29 Fr. 16.Februar 2018
Ich habe schon eine Meinung dazu.Der Beitrag vom Rudolg spiegelt diese nicht wieder

Aber das hier spiegelt Deine Meinung wieder:

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=23376.msg335751#msg335751 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=23376.msg335751#msg335751)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:20:06 Fr. 16.Februar 2018
Propagandaaccounts der USA um Kriege zu Fördern.Facebook und Twitter sind voll davon.Die moderne Variante der Brutkastenlüge oder auch die Inszenierungen wie das Aleppo Mädel Bana

(http://up.picr.de/31845787nc.jpg)(http://)

oder auch die Märchen von dem Trümmerjungen,der in Idlib,Aleppo,Holms usw immer wieder unter den Trümmern hervorkroch und die USA um Hilfe bat..passend für unsere TV Nachrichten hier...von den Al Nusra "White Helmets" und den "Gemäßigten Rebellen" mit ihren Medienkindern ganz zu schweigen.
Ja,das ist klare Kriegspropaganda der NATO Terroristenbande

Bei FB gibt es einige interessante Seiten,die sich mit Kriegspropaganda beschäftigen.Haste gute Englisch- und Arabischkenntnisse,dann empfehle ich da mal mitzulesen

(http://up.picr.de/31845867dh.jpg)(http://)


Staged Photo Shoot of ‘Wounded Aleppo Children’ and Fake ‘Twitter Girl Bana’ Busted #Aleppo


https://www.youtube.com/watch?v=__EpLx0LGb0 (https://www.youtube.com/watch?v=__EpLx0LGb0)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:44:09 Fr. 16.Februar 2018
Meine Fresse bist Du ein peinlicher Spinner!  >:(
Propagandaaccounts der Russen, wie Deiner hier zum Beispiel sind nicht einen Deut besser!
Komm mal aus Deiner Scheiß Dummbratzen- Facebook- Blase raus und sprich mit syrischen Flüchtlingen, die ihre Kinder bei Bombenangriffen verloren haben!
Aber das sind ja nach Deiner Vollidiotenmeinung alles nur bezahlte USA- Propagandamarionetten!

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:51:15 Fr. 16.Februar 2018
Jau,ich wurde von Jelzin geschult und werde von Putin bezahlt und ich erhalte später im Alter eine Betriebsrente der Freimaurer....

Übrigens,ich habe Kontakt hier zu Syrern und diversen Kurden aus Syrien und Türkei.Ich kenne also verschiedene Sichtweisen zum Thema Syrienkrieg...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:53:32 Fr. 16.Februar 2018
Das Du Dich über dieses Thema auch noch lustig machst, spricht Bände!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 22:28:36 Fr. 16.Februar 2018
Jo. Echt ätzend!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22:33:12 Fr. 16.Februar 2018
Aus: Ausgabe vom 17.02.2018, Seite 4   / Inland

»Berlin spielt unrühmliche Rolle«
Migrantenverbände kritisieren Schweigen der Bundesregierung zum türkischen Angriffskrieg auf die selbstverwaltete Region Afrin in Nordsyrien
Von Peter Schaber


(http://up.picr.de/31847978xl.jpg)(http://)
Eine Provokation: Das Schwenken dieser kurdischer Flaggen auf Demonstrationen ist in der BRD untersagt
Foto: Florian Boillot

Nach dem Treffen zwischen Angela Merkel und ihrem türkischen Amtskollegen Binali Yildirim im Vorfeld der in München tagenden NATO-»Sicherheitskonferenz« zeichnet sich eine »Verbesserung« der Beziehungen zwischen Berlin und Ankara ab. Die Bundesregierung setzt damit ihren Kurs der Tolerierung türkischer Kriegs-, Menschen- und Völkerrechtsverbrechen fort, ebenso den der Kriminalisierung in Deutschland lebender türkischer und kurdischer Oppositioneller.

Auf Ablehnung stößt diese Politik bei den großen türkischen, kurdischen und jesidischen Migrantenverbänden in der Bundesrepublik. Täglich veranstaltet das Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (Nav-Dem) Demonstrationen, Kundgebungen und Diskussionsrunden, um auf Erdogans Attacke gegen Syrien aufmerksam zu machen. »Wir betrachten die Operation der türkischen Armee gegen Afrin ganz klar als völkerrechtswidrigen Besatzungskrieg. Es ist zugleich auch die Fortsetzung einer Kriegspolitik des türkischen Staates, welche sich gegen die Errungenschaften der Kurdinnen und Kurden in- und außerhalb der türkischen Staatsgrenzen richtet«, kommentiert Nav-Dem-Kovorsitzende Ayten Kaplan gegenüber junge Welt.

Die Bundesrepublik habe maßgeblichen Anteil an dem Feldzug, der bislang etwa 200 Zivilisten das Leben kostete: »Klar ist auch, dass die türkische Regierung diesen Krieg nicht ohne die Duldung oder gar Unterstützung internationaler Mächte so führen könnte. Eine besonders unrühmliche Rolle kommt hierbei der deutschen Bundesregierung zu, die nicht nur der Türkei die Waffen für ihre Kriege gegen die kurdische Bevölkerung liefert, sondern zugleich auch Kurdinnen und Kurden in der Bundesrepublik umfassend kriminalisiert.«

Auch Melek Yildiz, stellvertretende Generalsekretärin der Alevitischen Gemeinde Deutschlands, sieht Berlin in der Pflicht: »Unsere Forderung an die Bundesregierung ist klar: Sie muss diesen Krieg als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg anerkennen und ihn nicht noch durch Waffendeals fördern.«

Der Feldzug schüre auch Hass in Deutschland: »Diyanet, die staatliche Religionsbehörde in der Türkei, gibt ja vor, dass auch in den Predigten für diesen Krieg mobil gemacht wird. Der AKP-nahe Moscheenverband DITIB, als verlängerter Arm der Diyanet, befolgt das auch hier in Deutschland.« Auch hier müsse der deutsche Staat eingreifen und die Zusammenarbeit mit DITIB »einfrieren, bis Klarheit geschaffen« ist. »Dass hier für den Sieg in diesem Krieg gebetet wird, impliziert ja, dass dafür Menschen sterben müssen. Das widerspricht den demokratischen Grundprinzipien.«

Die Vertretung der jesidischen Minderheit in Deutschland fühlt sich an die Zeiten des IS-Genozids im irakischen Sengal-Gebiet erinnert: »Viele jesidische Dörfer im Umland von Afrin wurden mittlerweile von der türkischen Armee und mit ihnen verbündeten Milizen besetzt«, beklagt Sahap Dag, Generalsekretär des Zentralrat der Jesiden. »Wir wissen sehr genau, wer diese Milizen sind: Es sind ehemalige Mitglieder des Islamischen Staates.« Dag zeigt sich über die Untätigkeit nicht nur Berlins verwundert: »Die Weltgemeinschaft hat 2014 gesehen, wie der IS mit Jesiden umgeht. Tausende Frauen wurden gefangengenommen, verkauft und vergewaltigt. Es macht uns sehr traurig, dass die Welt, insbesondere die Bundesrepublik, einfach zusieht, wenn sich das jetzt wiederholt.«

Von dem Fahnenverbot, mit dem deutsche Behörden kurdische Demonstrationen in Deutschland belegen, hält der Generalsekretär des jesidischen Zentralrats nichts: »Diejenigen, die unter diesen Fahnen gegen den Islamischen Staat gekämpft haben, haben Menschenleben gerettet. Sie haben der gesamten Menschheit einen Dienst erwiesen. Viele von ihnen haben dabei ihr Leben verloren. Dieses Verbot ist den deutsch-türkischen Beziehungen geschuldet. Dass sich ein Land vor einem Diktator so unterwürfig verhält, ist für mich unverständlich.«

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/327431.berlin-spielt-unr (https://www.jungewelt.de/artikel/327431.berlin-spielt-unr)ühmliche-rolle.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Fritz Linow am 22:56:25 Fr. 16.Februar 2018
@Rappelkistenrebellchen
Kleiner Einwurf zwischendurch:
Lerne mal bitte die sogenannte Zitierfunktion kennen, wenn Du deine sogenannten Beiträge schreibst. Das dient nämlich nicht nur der Übersicht, sondern schont auch ein wenig die Maus, da nicht ganz so dolle weiter heruntergescrollt werden muss.
Zitat
Danke  :-*
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 14:47:56 Sa. 17.Februar 2018
Das mit dem Zitieren wird @Rappel wohl nie kapieren.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 15:09:38 Sa. 17.Februar 2018
Upps, ich dachte, das nur die Öcalan-Fahne in D vom "Anti-Terrorismuswahnsinn"
betroffen sei.. Sorry für mein Irrtum  ;)

Betrifft das alles, was nach einem "freien Kurdistan" riecht oder hinweisen soll ?
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 15:18:49 Sa. 17.Februar 2018
Mittlerweile sind fast alle kurdischen Symbole verboten.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 15:22:40 Sa. 17.Februar 2018
Oh Schock.. Dann bleibt ja nur "illegal - scheißegal" über und kein Wunder, das Bullen
überzogen abgehen. Nehme alles verher von mir bezweifelte zurück  ;)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 12:06:11 So. 18.Februar 2018
Rappelkistenrebell,
was ist denn los mit dir?
Eigentlich würde ich sagen, wir stehen auf der gleichen Seite der Barrikade.
Du redest aber zu dieser Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Terrorstaat und fortschrittlichen kurdischen Kräften einen gefählichen Unsinn, den man nicht hinnehmen kann. Ist es dir so viel wichtiger zu einer Gruppe/Organisation/Bewegung zu gehören, daß du dafür auf dein eigenes Kritisches Denken verzichtest? Wenn es dir reicht, irgendwelchen Rattenfängern hinterherzulaufen, dann ist dir nicht mehr zu helfen.

Wenn du dir aber auch eine radikale Änderung der Verhältnisse vorschwebt, eine Gesellschaft, die nicht länger auf Ungleichheit, Ausbeutung und Gewalt basiert, dann mußt du auch in der Lage sein eigene Vorstellungen und die von Genossen und Mitstreitern kritisch zu hinterfragen. Was du in diesem Thread zum Besten gibst ist teilweise abstoßend und kontraproduktiv.

Es war bereits im Jugoslawienkonflikt standen hinter den Kriegsparteien unterschiedliche Interessen und ausländische Mächte. Die waren natürlich unterschiedlich sympathisch, doch alle haben sie Kriegsverbrechen begangen. Das sollte man auch wahrnehmen und nicht verdrängen und nicht verleugnen. Das gleiche gilt für den Syrienkonflikt. Natürlich kann man nicht den IS, die USA oder die Türkei und deren Rolle in dem Blutbad gut finden, doch haben auch Rußland und Assad keine weiße Weste. Ich finde es schlichtweg ekelhaft, wie du die Verbrechen letzterer verleugnest und als Propaganda abtust. Es ist eine Binsenweisheit, daß in einem Krieg die Wahrheit das erste Opfer ist. Propaganda und Falschmeldungen werden von ALLEN Beteiligten benutzt. Genau deshalb ist kritisches Denken gefragt. Das verweigerst du offensichtlich.

Ich finde es abtörnend, wenn du ständig Bilder von National- und Parteisymbolen zeigst. Bei aller Sympathie, die ich für bewaffnete Gerillakämpfer als Verteidiger der Freiheit haben mag, ich finde Bilder von strammstehenden Uniformierten einfach nur militaristisch und abstoßend.

Und sowas...
(http://up.picr.de/31839490di.jpg)
...guck ich mir mir manchmal in Actionfilmen gern an, will es aber in der realen Welt nicht haben, egal ob da jetzt amerikanische, russische oder andere Nationalsybole an den Uniformen sind...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 14:29:44 So. 18.Februar 2018
Weder Assad, noch Putin haben was mit Demokratie und Freiheit zu tun. Und schon gleich gar nicht mit Kommunismus.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 16:54:59 So. 18.Februar 2018
Lieber Kuddel,das von Dir angeführte Bild mit den Soldaten entstammt folgendem Artikel und findeste auch auf der Internetseite dazu wennde auf den Link klickst

ROTE FAHNE 04/2018
DKP rechtfertigt russisches Vorgehen in Efrîn
Am 30. Januar gab die DKP eine Stellungnahme zum Einmarsch der Türkei in Efrîn heraus

https://www.rf-news.de/rote-fahne/2018/nr04/dkp-rechtfertigt-russisches-vorgehen-in-efrin (https://www.rf-news.de/rote-fahne/2018/nr04/dkp-rechtfertigt-russisches-vorgehen-in-efrin)

Ich habe sicherlich eine andere Haltung zu gewissen politischen und strategischen und taktischen Einschätzungen als Du.Ich halte den Marxismus-Leninismus als notwendig und ebenfalls die dazugehörigen Parteien und Organisation. Das siehste anders.Ist mir bewußt ;D

Ich mag parteipolitische Symboliken,da sie für mich auch mit Inhalten verknüft sind

(http://up.picr.de/31868360tu.jpg)
(http://)

(http://up.picr.de/31868451bi.jpg)(http://)


Natürlich ist weder von Assad noch von Putin oder den USA eine Politik für mehr Freiheit und Demokratie für das werktätige Volk zu erwarten.USA sowie auch Rußland sind imperialistische Länder.Die USA selbst natürlich die aggressivste.

Dazu lesenswert auch dieser Artikel bzw es gibt dazu auch eine Broschüre

Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder


(http://up.picr.de/31868493bx.jpg)(http://)

hier zu Lesen

https://www.rf-news.de/rote-fahne/2017/nr16/ueber-die-herausbildung-der-neuimperialistischen-laender (https://www.rf-news.de/rote-fahne/2017/nr16/ueber-die-herausbildung-der-neuimperialistischen-laender)


grundsätzlich sollten nur die in Syrien lebenden Menschen über die Zukunft ihres Landes entscheiden dürfen und alle Imperialisten sollten umgehend das Land verlassen.


HIER WAS AKTUELLES

Kampf um Afrin 
Assad schickt seine Truppen gegen die Türkei
18.02.2018, 11:09 Uhr | dpa, jmt

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_83249308/nordsyrien-assad-schickt-seine-truppen-gegen-die-tuerkei.html (http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_83249308/nordsyrien-assad-schickt-seine-truppen-gegen-die-tuerkei.html)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 17:55:17 So. 18.Februar 2018
Etwas mehr als das pure Nachplappern der Phrasen deiner politischen Leitfiguren, hätt ich dir schon zugetraut.
Ich finde es auch Panne, daß du dich über die Kollateralschäden der "guten Bomben" lustig gemacht hast und dich weiterhin nicht dazu äußerst.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:50:16 So. 18.Februar 2018
Zitat
Ich mag parteipolitische Symboliken,da sie für mich auch mit Inhalten verknüft sind
Das ist schon verdammt bitter, wenn man sonst nichts anderes mehr hat!
Das traurige "Leben" eines Sekten- Zombies!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:49:41 Di. 20.Februar 2018
Zitat
Die Einführung der Scharia wäre hier nicht mehrheitsfähig

von: Thomas Schmidinger

Abstract:
Nach dem Einmarsch in Afrin: Die türkischen Truppen treffen dort auf einen Lebensstil, der sich fundamental von Erdogans Vorstellungen unterscheidet. Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger

Herr Schmidinger, die Türkei begründet den Einmarsch ihrer Armee in Syrien damit, dass die Region Afrin ein „Terrornest“ sei, vom dem aus kurdische Terroristen in türkisches Territorium einsickern und dort Anschläge verüben. Sie waren in Afrin – hatten Sie den Eindruck, in einem „Terrornest“ zu sein?


So ein Einsickern gab es von irakischem Territorium aus, aber nicht aus Afrin. Die Gebiete der Türkei, in denen es Kämpfe mit kurdischen Einheiten gab, sind Provinzen wie Sirnak und Hakkari im Südosten, nicht aber die Provinzen Hatay und Kilis im äußersten Westen, die auf der anderen Seite der Grenze zu Afrin liegen. Zudem hat die Türkei die gesamte Grenze zu Afrin mit einer hohen Betonmauer abgeriegelt, die stellenweise erst wieder abgebaut werden musste, um mit Panzern hindurchzukommen.

Seit dem Rückzug des Assad-Regimes im Sommer 2012 herrschen in Afrin die „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) und deren bewaffnete „Volksschutzeinheiten“. Welches Gesellschaftsmodell propagiert die PYD – und wie verhält sich das zur Wirklichkeit?

Die PYD propagiert eine auf Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ausgerichtete demokratische Gesellschaft als Teil eines föderal aufgebauten syrischen Staates. Nationalistische Töne werden gemieden, auch eine Unabhängigkeit wird nicht als Ziel angegeben.

Welche Rolle spielt der Islam in Afrin?


Afrin hat in Syrisch-Kurdistan den Ruf, äußerst säkular zu sein. Eine Einführung der Scharia etwa wäre sicher nicht mehrheitsfähig. Das wird auch auf das jesidische Erbe Afrins zurückgeführt. Heute gibt es in der Provinz noch sechsundzwanzig jesidische Dörfer, aber zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts waren nach verschiedenen Quellen mehr als die Hälfte der Einwohner Afrins Jesiden. Unter Druck konvertierten viele von ihnen später zum Islam, ohne jedoch sonderlich überzeugte oder gar fanatische Muslime zu werden. Der Islam spielt in Afrin grundsätzlich keine dominierende Rolle.

Zeigt sich das im Alltag?

Die Stadt Afrin, die vermutlich um die 100 000 Einwohner hat, ist die größte Stadt in Syrien unter ausschließlich kurdischer Verwaltung, und es gab dort bis
zum türkischen Angriff keinerlei Sicherheitsprobleme. Unter diesen Bedingungen hat sich dort so etwas wie ein bürgerliches Leben entwickeln können, ein Alltag des Mittelstands. Man sieht in Afrin Frauen, die nur mit anderen Frauen im Café sitzen – das ist für Syrisch-Kurdistan, aber auch für Syrien insgesamt bemerkenswert. Eine armenische Familie in Afrin hat früher den bekanntesten Anisschnaps Syriens gebrannt. Zwar ist die Produktion nach Belgien verlegt worden, der Schnaps wird aber weiterhin getrunken in Afrin – ebenso wie Bier, das bis zum Kriegsausbruch meist aus der Türkei über die Grenze geschmuggelt wurde. Kurzum: In der urbanen Mittelschicht Afrins hat sich ein säkularer Lebensstil entwickelt, der sich Europa annähert.

Kurdinnen sind trotzdem auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter beschränkt. Der bewaffnete Kampf ist meist der einzige gesellschaftlich akzeptierte andere Weg einer kurdischen Frau. Oder werden Kurdinnen in Syrien außer dem Recht, in eigenen Frauenbataillonen gegen Dschihadisten zu kämpfen, auch individuelle Rechte zugestanden?

Auch im vergleichsweise liberalen Afrin sind Frauen weit davon entfernt, individuelle Entscheidungen für andere Lebenswege treffen zu dürfen. Für die Mehrheit gilt, dass ihnen der Kampf in den „Volksverteidigungseinheiten“ die Möglichkeit zu einem Lebensweg ebnet, der früher nicht bestand. Davon machen Tausende junge Kurdinnen Gebrauch. Die YPJ, die weiblichen Bataillone der Volksverteidigungseinheiten, sind durchaus auch militärisch relevant.

Nehmen kurdische Clanführer es denn so einfach hin, dass ihre Töchter kämpfen wollen, statt zu gebären?


Es gibt Kritik daran, dass sich junge Frauen, teilweise aus wirklich konservativen Familien, auch gegen den Willen der Familien den Volksverteidigungseinheiten anschließen können. Ich habe von konservativ-religiösen Kurden oft gehört, dass man ihre Mädchen „entführe“. Bei genauerem Nachfragen drängte sich aber stets der Schluss auf, dass es sich nicht um Entführungen handelte, sondern dass Mädchen vor einer frühen Verheiratung oder einer Überfülle häuslicher Pflichten geflohen waren.

In den Kurdengebieten des Iraks wird noch die Vielehe praktiziert. Wie ist das in Afrin?


Das ist jedenfalls sehr selten. Ich kenne keinen Fall einer polygamen Ehe in Afrin. Vielleicht gibt es noch einige ältere Großbauern auf dem Lande, die mehrere Frauen haben, aber es ist gesellschaftlich absolut unüblich. Bei den Aleviten, die in dem knapp achttausend Einwohner zählenden Städtchen Mabeta nordwestlich von Afrin leben, gibt es das überhaupt nicht und bei den Jesiden ebenso wenig. Auch bei den Muslimen Afrins habe ich es nie gesehen oder gehört.

Eine kurdische Frauenrechtlerin in Syrien hat sich allerdings beklagt, es sei auch bei Kurden immer noch üblich, dass ein zehnjähriger Bruder seiner doppelt so alten Schwester Befehle erteilen könne.

Vor allem auf dem Land ist das tatsächlich immer noch gesellschaftlicher Alltag. Dort herrschen weiterhin sehr konservativ-patriarchalische Verhältnisse. Propaganda und Maßnahmen der PYD zugunsten von Frauen verändern gesellschaftliche Verhaltensweisen nicht über Nacht.

In Syrien wächst jetzt die erste kurdische Generation heran, die muttersprachlichen Schulunterricht erhält. Wie auch immer der Krieg endet: Ist ein Zurück zum Status quo ante, als nur auf Arabisch unterrichtet wurde, noch realistisch?

Eine Rückkehr zum Arabischen würde zumindest für die Generation, die nun auf Kurmanci unterrichtet wird, der in Afrin vorherrschenden Varietät des Kurdischen, einen massiven schulischen Rückschritt bedeuten. Das Kurmanci wird in Syrien wie in der Türkei mit dem lateinischen Alphabet geschrieben. In den ersten drei Schuljahren lernen Kurden in Afrin kein Arabisch mehr.

Gibt es denn genügend Lehrer, die auf Kurdisch unterrichten können?


Eine Lehrerschaft entsteht erst. Viele Kurden aus Afrin haben früher in Aleppo studiert oder dort an der Universität gelehrt. Das ist jetzt kaum mehr möglich, hat aber dazu beigetragen, dass in Afrin im Herbst 2015 die erste Universität der Kurden in Syrien gegründet werden konnte. Viele Lehrkräfte waren früher Professoren in Aleppo. Nun bilden sie Mediziner, Techniker und Lehrer in Afrin aus – aber noch viel zu wenig, um den Bedarf zu decken.

Gibt es an den Schulen auch kurdischen Geschichtsunterricht?

In den höheren Klassen schon, wobei ich noch kein kurdisches Geschichtsbuch gesehen habe. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass es um die Buchproduktion in den kurdischen Kantonen in Syrien generell schlecht bestellt ist. Es mangelt an Papier und Druckereien. Deshalb gibt es zwar eine Fibel für die Volksschule, aber sonst kaum Bücher.

Erstaunlich, dass Beamte in Afrin weiter vom Assad-Regime bezahlt werden.

Das ändert sich zwar langsam, aber noch gilt tatsächlich: Wer vor dem Bürgerkrieg syrischer Staatsbeamter war, bekommt weiter Geld aus Damaskus. Für das Regime ist das ein Vehikel, um Einfluss auf die Kurdengebiete auszuüben. Daraus entstehen natürlich Loyalitätskonflikte. Aber die PYD kann das nicht einfach unterbinden, da ganze Großfamilien von den Überweisungen aus Damaskus abhängen und diese Mittel noch nicht aus kurdischen Quellen ersetzt werden können.

Wie steht es um die Menschenrechte in Afrin? Es gibt Berichte, dass auch die PYD ihre Gegner foltern lasse.


Dass es in Einzelfällen dazu kommt, halte ich für absolut glaubwürdig. Ich habe selbst die durch Zigaretten verursachten Brandwunden eines Oppositionellen gesehen, der von kurdischen Polizisten verhaftet worden war. Folterungen politischer Gegner sind in der politischen Kultur Syriens tief verwurzelt, und es wäre fast ein Wunder, wenn das bei den Kurden von heute auf morgen völlig verschwunden wäre. Soweit ich es übersehe, lässt die PYD ihre Gegner aber nicht systematisch foltern, so wie es das syrische Regime macht. Angesichts der Umstände in Syrien scheint mir selbst das schon ein Fortschritt zu sein. Die Erwartung, dass mitten im Bürgerkrieg in einem Teil Syriens eine blühende Demokratie entstanden sein könnte, ist unrealistisch. Immerhin hat die PYD Kritik, wie sie etwa von Human Rights Watch geäußert wurde, nicht pauschal zurückgewiesen, sondern Übertretungen eingestanden und Besserung gelobt.

Die PYD hat seit mehr als fünf Jahren die Macht in Afrin, doch da es noch keine regulären Wahlen gab, weiß niemand, wie populär die Partei wirklich ist. Könnte sie sich bei halbwegs demokratischen Wahlen an der Macht halten?

In Afrin gab es im Dezember Regionalwahlen, an denen sich die wichtigsten Oppositionsparteien aber nicht beteiligt haben. Allerdings hätte die PYD auch dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine absolute Mehrheit erhalten. Aus Gesprächen in der Region habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich die PYD durch ihren Kampf gegen den „Islamischen Staat“ und dadurch, dass sie Afrin bis zum türkischen Angriff vollkommen aus dem Kriegsgeschehen heraushalten konnte, selbst bei jenen Kurden eine gewisse Legitimität verschaffen konnte, die sie vorher nicht unbedingt akzeptiert haben. Die innerkurdische Opposition gegen die PYD ist im Osten des kurdischen Gebietes wesentlich stärker als in Afrin. Dort ist die PYD auf jeden Fall die populärste politische Kraft. Das hat auch mit der homogenen Bevölkerung des Kantons zu tun. Zählt man die Jesiden zu den Kurden, dann ist die ursprüngliche Bevölkerung von Afrin, also abgesehen von den Binnenvertriebenen, zu mindestens 98 Prozent kurdisch. Es gibt nur ganz kleine Minderheiten – einige tausend Aleviten und kleine Reste christlicher Gemeinden, auch die halten zur PYD. Der Angriff der Türkei hat zudem zu einer gewissen innerkurdischen Konsolidierung geführt: Der kurdische Nationalrat, in dem sich die härtesten Gegner der PYD zusammengeschlossen haben, hat den türkischen Einmarsch einhellig verurteilt. Sollte die Türkei tatsächlich bin in die Stadt Afrin vorstoßen, wird sie sich sehr schwertun, dort kurdische Kollaborateure zu finden.

Thomas Schmidinger, geboren 1974, ist Politikwissenschaftler und Kulturanthropologe am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.

Das Gespräch führte Michael Martens.
Thomas Schmidinger
https://de.indymedia.org/node/17831
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:57:34 Di. 20.Februar 2018
Zitat
Hausdurchsuchung im Wendland wg YPG/YPJ-Transpi
https://de.indymedia.org/node/18162
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:09:16 Di. 20.Februar 2018
Die deutsche Polizei als Erdogans langer Arm...
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:08:27 Di. 20.Februar 2018
Zitat
Syrische Truppen vorgerückt -  Türkei bombardiert Afrin

Nach der Ankunft syrischer Regierungskräfte in der von Kurden kontrollierten Region Afrin hat die Türkei das Gebiet nach syrischen Regierungsangaben bombardiert. Damit hatte die Türkei vorab gedroht.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-kurden-tuerkei-107.html (https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-kurden-tuerkei-107.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:15:59 Di. 20.Februar 2018
ROJAVA
Aleppo unterstützt Efrîn
Gestern erreichte ein Solidaritätskonvoi mit mehreren Tausend Menschen aus der syrischen Stadt Aleppo die bedrohte Stadt Efrîn in Rojava (Nordsyrien).


Dienstag,  20.02.2018,  16:00 Uhr

(http://up.picr.de/31888559ks.jpg)(http://)
Verbrüderung zwischen den Menschen aus Aleppo und Efrîn (foto: anf)

Tausende Menschen, Männer und Frauen jeden Alters und Kinder, erreichten gestern mit Bussen die Stadt Efrîn. Die Stadt wird seit Wochen von der türkischen Armee bombardiert. Mit einer völkerrechtswidrigen Invasion versucht die faschistische Türkei die Selbstverwaltung von Erfîn zu zerstören.

 

An dem Konvoi beteiligten sich Kurden, Araber, Tscherkessen und Turkmenen aus Aleppo, um den Widerstand gegen den Erdoğan-Faschismus zu unterstützen. Gegenüber der Nachrichtenagentur ANF erklärte eine der Aktivistinnen, eine Mutter aus Aleppo: „Erdoğan ist ein Despot. Sein Ziel sind nicht nur die Kurden, sondern ganz Syrien. Wir werden dagegen Widerstand leisten und Erdoğan besiegen.“

Syrische Armee in Efrîn?
Offenbar steht der Konvoi auch im Zusammenhang mit Meldungen, dass es eine Vereinbarung zwischen Assad und den Verteidigern von Erfîn geben würde. Das verbreiten weiter verschiedene bürgerlichen Medien. Die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete heute Nachmittag vom Eintreffen sogenannter "Volksschutzeinheiten der syrischen Armee" in Efrîn. Im kurdischen Fernsehen sind aktuell Bilder zu sehen, wie Einheiten der syrischen Armee in Efrîn einrücken. Von SDF bzw. YPG/YPJ gibt es noch keine offizielle Erklärung.

 Heute besuchten die Menschen aus Aleppo verschiedene Frontabschnitte, um den Kämpferinnen und Kämpfern ihre Solidarität persönlich zu überbringen - oder um sich dem Kampf anzuschließen. 

Hier gibt es einen Filmbericht über die gestrige Ankunft.

https://www.youtube.com/watch?v=WCbNmh-QNwI (https://www.youtube.com/watch?v=WCbNmh-QNwI)

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw08/aleppo-unterstuetzt-efrin (https://www.rf-news.de/2018/kw08/aleppo-unterstuetzt-efrin)



Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 20:12:04 Fr. 23.Februar 2018
Der Deutsche Staat genehmigt Waffenexporte an die Türkei und läßt Antikriegsdemo verbieten:

Zitat
Insgesamt hat die deutsche Regierung vor der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel, im Zeitraum vom 18. Dezember 2017 bis 24. Januar 2018, 31 Genehmigungen für Rüstungsexporte in die Türkei erteilt.
http://www.dw.com/de/r%C3%BCstungsexporte-in-die-t%C3%BCrkei-vor-y%C3%BCcel-freilassung/a-42717669 (http://www.dw.com/de/r%C3%BCstungsexporte-in-die-t%C3%BCrkei-vor-y%C3%BCcel-freilassung/a-42717669)

Zitat
Die Dortmunder Polizei hat eine für morgen angemeldete Demonstration von rund eintausend Kurden verboten.

Polizeipräsident Lange begründete den Schritt mit Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die Kundgebung sollte sich gegen den Militäreinsatz der Türkei im Norden Syriens richten.
http://www.deutschlandfunk.de/dortmund-polizei-verbietet-kurden-demo.2932.de.html?drn:news_id=854254 (http://www.deutschlandfunk.de/dortmund-polizei-verbietet-kurden-demo.2932.de.html?drn:news_id=854254)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 21:12:49 Fr. 23.Februar 2018
Bei uns in Nürnberg findet eine Afrin-Antikriegsdemo morgen, am 24.2.2018 ab 15 Uhr vom Aufseßplatz durch die Südstadt zum Diehl-Konzernsitz statt. Die Demo wird ca 3 Stunden dauern (brrrr, bei der Kälte).
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:30:42 So. 25.Februar 2018
PRAG
Sofortige Freilassung von Saleh Muslim!
Die MLPD protestiert entschieden gegen die Festnahme des ehemaligen PYD-Kovorsitzenden und Verantwortlichen für Außenbeziehungen von TEV-DEM, Saleh Muslim, in der tschechischen Hauptstadt Prag.

MLPD
Sonntag,  25.02.2018,  17:30 Uhr

(http://up.picr.de/31937766sz.jpg)(http://)
Bei einer Podiumsdiskussion im Jahr 2016: Salih Muslim in der Mitte (rf-foto)

Saleh Muslim wollte dort an einer Konferenz teilnehmen. Er war in seinem Hotel vom türkischen Geheimdienst beobachtet worden. Die Aufnahmen wurden in den türkischen Medien verbreitet. In den Abendstunden nahm die tschechische Polizei Muslim nach eigenen Angaben aufgrund einer Anzeige der Türkei fest.

 Dieses Vorgehen der tschechischen Regierung gegen Vertreter der kurdischen Befreiungsbewegung in Rojava reiht sich ein in eine fortschreitende Kriminalisierung des kurdischen Befreiungskampfes durch verschiedene europäische Regierungen. Auch in Deutschland werden Repressionen gegen Solidaritätsdemonstrationen für Efrîn ausgeübt.

Während öffentlich scheinheilige Erklärungen über demokratische Rechte abgegeben werden, wird die Zusammenarbeit mit dem faschistischen Erdogan-Regime offenbar ausgebaut.

 Das ist eine Reaktion auf die ungebrochene Kampfmoral im Kanton Efrîn und in ganz Rojava selbst sowie auf die wachsende weltweite Solidaritätsbewegung.

 Die MLPD unterstützt die Großdemonstration am 3. März in Berlin zur Solidarität mit Efrîn. Außerdem ruft sie als ICOR-Mitglied dazu auf, sich an einem weltweiten Aktionstag am 21. März, dem Tag des Newroz-Festes, im Rahmen des Solidaritätspaktes der ICOR  mit dem kurdischen Freiheitskampf zu beteiligen (siehe Artikel gestern auf Rote Fahne News).

Der Kampf für Demokratie und Freiheit in Efrin ist unser Kampf!
Für die sofortige Freilassung von Saleh Muslim!


Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw08/sofortige-freilassung-von-salih-muslim (https://www.rf-news.de/2018/kw08/sofortige-freilassung-von-salih-muslim)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 16:58:35 Mo. 26.Februar 2018
BERLIN
Protest gegen die Verhaftung von Saleh Muslim
500 Menschen beteiligten sich am gestrigen Sonntag, dem 25. Februar 2018, an einer Demonstration in Berlin vor der tschechischen Botschaft. Sie protestierten gegen den faschistischen Angriffskrieg der Türkei in Efrîn und gegen die willkürliche Verhaftung von Saleh Muslim in Prag.

Korrespondenz
Montag,  26.02.2018,  15:00 Uhr

(http://up.picr.de/31948162kc.jpg)(http://)
Solidarität ist unsere Stärke (rf-foto)

Saleh Muslim ist der Verantwortliche für Außenbeziehungen der „Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft“ (TEV-DEM). Jetzt will die Türkei einen Auslieferungsantrag stellen, was nicht nur völkerrechtswidrig, sondern auch eine Provokation der weltweit wachsenden Solidaritätsbewegung mit Efrîn ist.

 Treffpunkt für die Demonstration war das Brandenburger Tor. Unübersehbar ein Meer von Fahnen der YPG/YPJ. Neben dem Erdogan-Regime wurde besonders die Bundesregierung wegen der Kriegsbeteiligung Deutschlands angegriffen. Ständig wurden kämpferische Parolen auf deutsch und kurdisch gerufen „Erdogan Terrorist“, „Deutsche Panzer und alle Besatzer raus aus Kurdistan“.

 

Die Demonstration ging auch zur Tschechischen Botschaft, wo für die sofortige Freilassung von Saleh Muslim demonstriert wurde. Aktivisten und Aktivistinnen der Hilfsorganisation „Solidarität International“ und der MLPD sammelten Spenden für „Medizin für Efrîn“, wozu auch von der Demoleitung aufgerufen wurde.

 Außerdem luden wir zu einem Solidaritätskonzert für „Medizin für Efrîn“ am 15.3. in dem stadtbekannten SO36 ein. Es wird gemeinsam vom Internationalistischen Bündnis, Solidarität International, dem Verband kurdischer Ärzte in Deutschland und  dem Solidaritätskomitee Kobanê organisiert.

 Weltweiter Aktionstag für Efrîn
Verteilt wurde auch ein aktueller Rote Fahne-Artikel mit dem Aufruf der ICOR zum weltweiten Efrîn-Aktionstag am 21. März. Den Aufruf der revolutionären Weltorganisation ICOR kann man auf ihrer Homepage lesen. Auch der ILPS, der Internationale Kampfbund der Völker unterstützt diesen weltweiten Aktionstag.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw09/protest-gegen-die-verhaftung-von-saleh-muslim (https://www.rf-news.de/2018/kw09/protest-gegen-die-verhaftung-von-saleh-muslim)

(http://up.picr.de/31948168eq.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:13:27 Di. 27.Februar 2018
Zitat
Salih Muslim: Türkei kritisiert Freilassung von Kurdenpolitiker

Der Ex-Chef der Kurdenpartei PYD wurde zwischenzeitlich in Prag verhaftet, die Türkei forderte seine Auslieferung. Doch die tschechischen Behörden entließen ihn wieder.

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/salih-muslim-kurden-politiker-interpol-fahndung-tuerkei (http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/salih-muslim-kurden-politiker-interpol-fahndung-tuerkei)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:18:35 Di. 27.Februar 2018
Saleh Muslim frei!
Der am Samstag in der tschechischen Hauptstadt Prag auf der Grundlage eines Interpol-Haftbefehls festgenommene Sprecher des Diplomatie-Komitees von TEV-DEM, Saleh Muslim, wurde nach der richterlichen Anhörung heute freigelassen.

weiter im Text

https://www.rf-news.de/2018/kw09/salih-muslim-frei (https://www.rf-news.de/2018/kw09/salih-muslim-frei)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:10:54 Sa. 03.März 2018
BERLIN
Kämpferische Großdemonstration gegen Erdogans Angriffskrieg auf Efrîn
Zehntausende Menschen trugen heute in Berlin ihren Protest gegen die völkerrechtswidrige Invasion des Rojava-Kantons Efrîn durch das faschistische Erdogan-Regime auf die Straße.


(http://up.picr.de/31991653ja.jpg)(http://)
Kämpferische Großdemonstration gegen Erdogans Invasion in Rojava (rf-foto)

Im Rahmen des "Bündnisses für Demokratie und Frieden in Afrin" hatten zahlreiche Einzelpersonen und über 80 Organisationen zu der Demonstration aufgerufen. Aus allen Teilen Deutschlands fuhren Busse. Zu den Unterstützerinnen gehört Esther Bejarano (Auschwitz-Überlebende, Friedensaktivistin). Die MLPD unterstützt den Demo-Aufruf und nimmt mit Delegationen, Transparenten, Rednern und der Werbung für den internationalen Solidaritätstag am Newroztag, dem 21. März, an der Berliner Demonstration teil.

 Solidaritätsdemonstrationen fanden heute auch in Kopenhagen und Stockholm statt. Die Demonstranten protestierten gegen die Kriegsverbrechen des türkischen Regimes. In Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass der türkische Staat die friedlichste Region Syriens angreife, weil in Efrîn Demokratie und Gleichberechtigung herrschten.

 Direkt aus Berlin berichtet ein Korrespondent an Rote Fahne News: "Es sind sehr viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ganz genaue Zahlen kenne ich noch nicht, aber man kann mit Fug und Recht von Zehntausenden sprechen. Dabei war der Zeitraum, in dem für die Demo mobilisiert wurde, ja nicht sehr lang. Man merkt, wie sehr dieser Angriff des faschistischen türkischen Regimes gegen Rojava viele Menschen aufwühlt und empört. Wo gerade dort ein so hoffnungsvoller Kampf der Massen für Freiheit und Demokratie stattfindet.

 Die Demonstration setzt sich für das sofortige Ende des Angriffskriegs auf Efrin ein. Sie ist bunt und lebendig, es herrscht eine sehr kämpferische Stimmung; außerdem ist heute in Berlin Superwetter. Viele Menschen, vor allem Kurden, tragen Fahnen der YPG und YPJ. In der Nähe des Innenministeriums wurde ein riesiges Transparent mit dem Bild von Abdullah Öcalan herabgelassen. Die Polizei - es seien 1800 im Einsatz - hat ein paar wenige von den Fahnen kassiert, ist aber insgesamt nicht aggressiv gegen Demonstranten vorgegangen.

 Wir laufen in einem kämpferischen internationalen Block, viele kurdische, afghanische und palästinensische Freunde. Die ICOR-Parteien MLKP und MLPD sind vertreten, das Internationalistische Bündnis und viele andere. Die Parolen und Plakate für den kurdischen und für den palästinensischen Freiheitskampf werden sehr stark aufgegriffen, ständig rufen Sprechchöre nicht nur Freiheit für Kurdistan, sondern setzen sich auch für den palästinensischen Freiheitskampf ein. Auch ein afghanischer Freund hat gesprochen, über sein Land berichtet und sich entschieden gegen Abschiebungen positioniert.

 Eine zentrale Rolle spielt die Abrechnung mit der deutschen Bundesregierung bzw. die Forderung, dass sie sofort die Waffenlieferungen an die Türkei und die ganze beschämende Zusammenarbeit mit Erdogan stoppt.

 Die angesprochenen Demo-Teilnehmer reagieren positiv auf den Aufruf der ICOR und der MLPD als ICOR-Mitglied, am 21. März einen internationalen Aktionstag für Efrîn durchzuführen."

 Die MLPD verbreitete den Aufruf der ICOR und die Presseerklärung der MLPD, in der die Vorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, erklärt: „In Deutschland wird die ICOR-Organisation MLPD gemeinsam mit vielen kurdischen Freundinnen und Freunden und anderen Bündnispartnern vielfältige Aktivitäten organisieren. Im Mittelpunkt werden dezentrale Aktionen mit Kundgebungen, Demonstrationen, Info-Aktionen, Feiern usw. stehen. Wir gehen davon aus, dass so etwa in 50 Städten in Deutschland Aktivitäten auf die Beine gestellt werden. Natürlich werden wir uns auch an den zentralen Aktivitäten in Hannover beteiligen. Wir richten uns besonders gegen die Kriegsbeteiligung der Bundesregierung und die Kriminalisierung der Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf.“

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw09/kaempferische-grossdemonstration-gegen-erdogans-angriffskrieg-auf-efrin (https://www.rf-news.de/2018/kw09/kaempferische-grossdemonstration-gegen-erdogans-angriffskrieg-auf-efrin)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 11:55:28 Mo. 05.März 2018
Zitat
...
Viele Menschen, vor allem Kurden, tragen Fahnen der YPG und YPJ. In der Nähe des Innenministeriums wurde ein riesiges Transparent mit dem Bild von Abdullah Öcalan herabgelassen. Die Polizei - es seien 1800 im Einsatz - hat ein paar wenige von den Fahnen kassiert, ist aber insgesamt nicht aggressiv gegen Demonstranten vorgegangen.
...

Gibt es Fotos dazu, was in der Nähe des Innenministeriums abging ?
Schön, das die Bullen nicht gleich abgedreht sind.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:46:57 So. 11.März 2018
Gefahr eines Genozids
Türkische Truppen und islamistische Milizen stehen kurz vor der nordsyrischen Stadt Afrin. Antikriegsproteste in ganz Europa
Von Peter Schaber


(http://up.picr.de/32071634pv.jpg)(http://)
Das Schweigen brechen: Demonstrantin im französischen Toulouse (10. März 2018)
Foto: picture alliance / NurPhoto

Die türkische Besatzungsarmee, die seit dem 20. Januar versucht, den nordsyrischen Kanton Afrin einzunehmen, steht unmittelbar vor der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Am Wochenende war es in der näheren Umgebung der Stadt zu schweren Gefechten gekommen, alleine 450 Kämpfer der türkischen Streitmacht und deren islamistischer Verbündeter seien dabei nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ­Anha im Verlauf von zwei Tagen getötet worden. Dennoch steht Afrin kurz vor einer humanitären Katastrophe.

Angesichts der drohenden Massaker wandte sich am Wochenende auch der größte Dachverband kurdischer Institutionen, die Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK), an die Weltöffentlichkeit. Die türkischen Regierungsparteien AKP und MHP »führen eine Invasion durch, deren Motivation die Durchführung eines Genozids ist«. Die Staaten, die »Waffen an die Türkei liefern, sind Komplizen in diesem Verbrechen«. Die erwähnten Staaten – allen voran die USA und die Bundesrepublik – zeigen indes kaum Interesse an den Geschehnissen in Afrin. Trotz vorliegender Beweise für die Ermordung von Zivilisten und den Einsatz deutscher Waffen im Zuge der Militäroffensive schweigt Berlin sich aus.

Die Administration der lokalen Selbstverwaltung in Afrin forderte, Druck auf die Türkei auszuüben, um den Vormarsch auf die immer noch von Hunderttausenden Zivilisten bewohnte Stadt zu stoppen. »Seit 51 Tagen führt der faschistische türkische Staat Luft- und Bodenangriffe gegen die Zivilbevölkerung Afrins durch«, erklärte Osman Sex Isa, Kovorsitzender des Exekutivrats von Afrin, am Sonntag während einer Pressekundgebung in der belagerten Stadt. »Hunderte Zivilisten, darunter Kinder und Frauen, wurden so massakriert.« Man mahne die Vereinten Nationen und den UN-Sicherheitsrat dazu, die Attacken des Erdogan-Regimes zu stoppen.

In der Bundesrepublik nimmt indessen der Druck auf Antimilitaristen und Kriegsgegner zu. Die Bundesregierung und Anhänger der türkischen Regierung scheuen keine Mühen, um Gegner des Einmarsches mundtot zu machen. Erstere intensiviert die Kriminalisierung kurdischer Institutionen und Veranstaltungen. Letztere sekundieren durch die Bedrohung von Menschen, die sich gegen den Angriff auf Afrin wenden. Nach einem Tweet in Solidarität mit den Verteidigern des nordsyrischen Kantons erhielt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Morddrohungen.

Gegen den Angriffskrieg mit deutscher Beihilfe wandten sich am Wochenende Zehntausende Menschen in Dutzenden Städten der BRD. Das »Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland« (Nav-Dem) und linke Gruppen riefen zu »Eildemonstrationen« ob der drohenden Massaker in Afrin auf. In Stuttgart, Berlin, Hannover, Köln, Erfurt und zahlreichen weiteren Städten folgten jeweils hunderte Menschen dem Appell. Am Samstag in Hamburg sowie am Sonntag am Düsseldorfer Flughafen kam es dabei zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden, der Polizei und türkischen Nationalisten. Die Massenproteste sind nicht auf Deutschland begrenzt: In der Schweiz und Italien gab es Kundgebungen, in Manchester blockierten Kriegsgegner die Gleise des Hauptbahnhofes, vor dem türkischen Konsulat im griechischen Thessaloniki lieferten sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328793.gefahr-eines-genozids.html (https://www.jungewelt.de/artikel/328793.gefahr-eines-genozids.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Onkel Tom am 10:18:12 Mo. 12.März 2018
Ah, ok.. Also kein Foto vom Ausrollen des Riesentranspi in Berlin.
Soll ich nun auch an Schnewittchien und die 7 Zwerge glauben ?

 ::)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:55:11 Mo. 12.März 2018
Zitat
Solidarität - Türkisches Militär bereitet Überfall auf die Stadt Efrîn vor

Am 20. Januar überfiel das türkische Militär den Kanton Efrîn in der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava).

Da die imperialistischen Mächte USA, Russland, Iran usw. in der jetzigen Phase des Krieges Syrien unter sich aufteilen wollen, haben sie auf verschiedene Art und Weise der Türkei die völkerrechtswidrige Aggression ermöglicht. Die deutsche Regierung lieferte die bei dem Angriff eingesetzten Leopard-2-Panzer und leistet logistische Hilfe, unter anderem mit Phantom-Aufklärungsflugzeugen der Luftwaffe.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die an ihnen beteiligten kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ leisten seit 51 Tagen heldenhaften Widerstand gegen die militärtechnisch überlegene türkische Armee. Bewaffnete Einheiten der SDF aus anderen Teilen Syriens eilen ihnen zur Hilfe. Zehntausende protestieren in ganz Rojava und Efrîn selbst auf den Straßen und stellen sich der völkerrechtswidrigen Aggression entgegen. Weltweit protestieren in den letzten Tagen Hunderttausende, darunter auch in neun Städten Südkurdistans (Nordirak).

Türkisches Militär setzt berüchtigte Spezialtruppen ein

Das türkische Militär steht mittlerweile unmittelbar vor Efrîn und setzt laut dem Nachrichtendienst Al-Monitor auch Spezialtruppen ein, um "Häuser zu durchsuchen". Diese Einheiten sind durch brutalstes Vorgehen bekannt. Sie haben vor zwei Jahren die historische Altstadt von Diyarbakir in Schutt und Asche gelegt, ebenso fast die ganze Stadt Nusaybin. Sie waren für die „Umsiedlung“ - also Vertreibung - von 300.000 bis 400.000 Menschen verantwortlich. Jetzt droht einer halben Million Menschen in Efrîn der Massenmord.

Kein Wort des Protests aus Berlin

Alles kein Grund für die deutsche Regierung, in irgendeiner Weise zu protestieren. Während über Assads Bombenterror in Ost-Ghouta bei Damaskus Krokodilstränen vergossen werden, kein Wort der Kritik zur Aggression der Türkei. Im Gegenteil!

Staatliche Behördern gehen immer repressiver gegen die seit Wochen anhaltenden Proteste und Solidaritätsaktionen mit Efrîn vor: Verbot von Fahnen, Demonstrationen, sogar der diesjährigen bundesweiten Newrozfeier, Razzien gegen kurdische Einrichtungen, Durchsuchung der Geschäftsräume des Mesopotamien-Verlags in Neuss. Das alles direkt nach dem Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu in Berlin.

Wenn die Bundesregierung in ihren Stellungnahmen zum Vorgehen der Türkei den Charakter als Angriffskrieg ausblendet, jetzt aber Meldungen lanciert, kurdische Organisationen würden "Anschläge" in Deutschland vorbereiten und bei Demonstrationen würden Kurden die Polizei "angreifen", stellt das die Realität vollständig auf den Kopf.

Auf zum Aktionstag "Efrîn wird leben"

Die Entwicklung in Efrîn zeigt: Jede Hoffnung auf eine imperialistische Regierung ist zum Scheitern verurteilt. Wie bei der Verteidigung von Kobanê kommt es entscheidend darauf an, den gemeinsamen Kampf der kurdischen Bewegung mit der weltweiten Arbeiter- und revolutionären Bewegung höherzuentwickeln und eine breite Front des antifaschistischen sowie antiimperialistischen Kampfs zu schaffen.

Dafür steht insbesondere der Solidaritätspakt der revolutionären Weltorganisation ICOR mit dem kurdischen Freiheitskampf. Die ICOR ruft gemeinsam mit dem IPLS (Internationaler Bund des Kampfes der Völker) dazu auf, am 21. März, dem Tag des Newroz-Festes, einen weltweiten Aktionstag „Efrîn wird leben!“ durchzuführen. Die MLPD beteiligt sich aktiv an der Organisierung dezentraler Kundgebungen, Demonstrationen und Feste.

Thema bei den Montagsdemonstrationen

Und die Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo erklärt: "Wir werden bundesweit bei den heutigen Montagsdemonstrationen den Protest gegen die völkerrechtswidrigen Angriffe des faschistischen türkischen Regimes und die Solidarität mit dem Widerstand in Efrîn zum Thema machen."

Türkei raus aus Rojava! Alle Imperialisten raus aus Syrien!
Der Kampf um Demokratie und Freiheit in Efrîn ist auch unser Kampf!
Schluss mit Waffenlieferungen und militärischer Unterstützung der Türkei!
Es lebe der proletarische Internationalismus!
Für Frieden, Freiheit, Sozialismus!

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw11/stoppt-den-faschistischen-angriffskrieg-auf-rojava (https://www.rf-news.de/2018/kw11/stoppt-den-faschistischen-angriffskrieg-auf-rojava)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:22:45 Mo. 12.März 2018
Aus: Ausgabe vom 13.03.2018, Seite 4   / Inland

Kurdische Verbände kriminalisiert
Polizei untersagt das Zeigen von Bildern ermordeter Politikerin. Bücher konfisziert
Von Nick Brauns


(http://up.picr.de/32081470bg.jpg)(http://)
Frauenprotest in Istanbul am 16. Januar 2013 anlässlich der Überführung der Leichname der in Paris ermordeten kurdischen Politikerinnen, unter ihnen Sakine Cansiz
Foto: SEDAT SUNA/EPA/dpa

Im Januar 2013 wurden die Mitbegründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Sakine Cansiz und ihre Genossinnen Fidan Dogan und Leyla Saylemez von einem türkischen Geheimagenten in Paris ermordet. Das Verbrechen blieb bis heute ungesühnt, der Mörder Ömer G. verstarb in Untersuchungshaft kurz vor Prozessbeginn an einer Krankheit. Nun hat die Polizeidirektion Hannover es untersagt, Fahnen mit Bildern der drei Politikerinnen auf Demonstrationen zu zeigen. Zwar seien die lilafarbenen Fahnen mit den »PKK-Märtyrerinnen« im aktuellen Kennzeichenverbot des Bundesinnenministeriums vom 29. Januar noch nicht gelistet, heißt es in einem Auflagenbescheid für geplante Demonstrationen, der dieser Redaktion vorliegt. Die Abbildungen hätten jedoch »aufgrund ihrer Symbolhaftigkeit« einen eindeutigen Bezug zur verbotenen PKK. Dadurch würde der Versammlungscharakter der Kundgebung »Gegen die Militäroffensive in Syrien – Überall ist Afrin – Überall ist Widerstand« unzulässig verändert. In dem seit mehr als 50 Tagen von der türkischen Armee angegriffenen kurdisch verwalteten Kanton Afrin in Nordsyrien wird Cansiz von den Frauenverteidigungseinheiten YPJ als Leitfigur betrachtet. Ihr Bild wird oft gemeinsam mit dem Porträt der vor 99 Jahren von rechten Freikorps in Deutschland ermordeten Kommunistin Rosa Luxemburg gezeigt.

Cansiz dreibändige Memoiren »Mein ganzes Leben war ein Kampf« waren Ende letzter Woche bei einer sich über zwei Tage hinziehenden Polizeirazzia im Mezopotamien-Verlag in Neuss zusammen mit zahlreichen weiteren Büchern beschlagnahmt worden (siehe jW vom 9.3.). Durchsucht wurde neben dem seit 18 Jahren bestehenden Verlag auch das auf kurdische Musik spezialisierte Musikhaus »MIR Multimedia«. Die Polizei konfiszierte mehrere Lastwagenladungen mit Literatur und Musik-CDs. Darunter befinden sich neben den Büchern von Cansiz und denen des seit fast 20 Jahren in der Türkei inhaftierten Vordenkers der kurdischen Freiheitsbewegung, Abdullah Öcalan, nicht nur Wörter- und Sprachlehrbücher, Werke bekannter Autoren aus der Türkei wie Mehmet Uzun, Yasar Kemal, Orhan Pamuk, Asli Erdogan und Elif Safak. Selbst Klassiker der Weltliteratur wie Tolstoi, Dostojewski und Victor Hugo sowie Kinderbücher in kurdischer, türkischer und deutscher Sprache gelten offenbar als verdächtig. Bei »MIR Multimedia« wurden das Studioinventar, Tausende CDs sowie ein Archiv mit 500.000 kurdischen Liedern abtransportiert.

Es bestehe der hinreichende Verdacht dass sich die »Vereine« – gemeint sind der Verlag und die Multimediafirma – »gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung« richteten, heißt es im Durchsuchungsbescheid. Dem Verlag wird vorgeworfen, dass er »einschlägige Bücher und Zeitschriften« verlege sowie »sonstiges PKK-Propagandamaterial« vertreibe. MIR Multimedia wiederum biete »PKK-bezogene Musikprodukte« an und beteilige sich an »diversen Feiern und Festivals mit PKK-Bezug«. Die beiden Unternehmen würden »den organisatorischen Zusammenhalt« der verbotenen PKK unterstützen. Der Rechtshilfefonds Azadi (Kurdisch: Freiheit) sieht in den Razzien ein »Abschiedsgeschenk von Bundesinnenminister Thomas de Maizière an das türkische Regime«. So war der Polizeioperation laut Durchsuchungsbeschluss ein Schriftwechsel zwischen dem Bundesinnenministerium, dem Landeskriminalamt und dem CDU-geführten nordrhein-westfälischen Innenministerium vorausgegangen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf ordnete die Maßnahmen nach dem Deutschlandbesuch des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu Anfang vergangener Woche an. In der Türkei war Mitte Februar bereits der führende kurdische Literatur- und Sachbuchverlag Aram in Diyarbakir von der Polizei gestürmt und leergeräumt worden.

Solidarität mit der Mezopotamien-GmbH zeigte der linke Unrast-Verlag in Münster. Der Vorwurf des Verstoßes gegen den Gedanken der Völkerverständigung sei absurd, heißt es in einer Presseerklärung des Unrast-Kollektivs vom Wochenende. Das »gleichberechtigte friedliche Zusammenleben der Völker« sei eines der »Hauptziele der Idee des Demokratischen Konföderalismus, die von Öcalan seit Mitte der 1990er Jahre« entwickelt worden sei, heißt es darin.


Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328894.kurdische-verb (https://www.jungewelt.de/artikel/328894.kurdische-verb)ände-kriminalisiert.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 15:53:05 Mi. 14.März 2018
Zitat
Erdogan droht Kurden - Ist nach Afrin der Nordirak dran?

In Nordsyrien ist die Offensive der türkische Armee nach eigenen Darstellung erfolgreich - jetzt hat Präsident Erdogan auch militanten Kurden im Nordirak gedroht. In Afrin leiden Hunderttausende Menschen.

Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/erdogan-kurden-101.html (http://www.tagesschau.de/ausland/erdogan-kurden-101.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 17:45:35 Do. 15.März 2018
Zitat
Türkei
Deutschland liefert weiter Rüstungsgüter

Trotz der Offensive in Syrien hat die Bundesregierung Rüstungsexporte in die Türkei genehmigt. Sahra Wagenknecht spricht von "Beihilfe zu einem Angriffskrieg".
http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-03/tuerkei-waffenlieferung-deutschland-nato-partner (http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-03/tuerkei-waffenlieferung-deutschland-nato-partner)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 16:10:42 Fr. 16.März 2018
Zitat
Protest auf Kreta gegen Syrien-Krieg
Vermummte dringen in deutsches Konsulat ein

Eine Gruppe Vermummter hat das deutsche Konsulat in Heraklion gestürmt. Sie kaperten Computer und hängten ein Transparent vom Balkon, um gegen die türkische Militäraktion im syrischen Afrin zu protestieren.


Es waren mehrere Vermummte, die heute früh in das deutsche Konsulat auf Kreta eingedrungen sind. Sie hängten an dem mehrere Stockwerke hohen Gebäude in Heraklion, der Hauptstadt der größten griechischen Insel, ein Transparent auf - darauf stand auf deutsch und griechisch zu lesen: "Solidarität für Afrin - Widerstand ist Leben."

Der Protest wandte sich offensichtlich gegen die türkische Militäraktion im Norden Syriens. Unter den ungefähr zehn Vermummten soll griechisch und auch deutsch gesprochen worden sein. Griechische Reporter vor Ort sagten, die Eindringlinge seien Kurden und Griechen gewesen.
https://www.tagesschau.de/ausland/proteste-heraklion-101.html (https://www.tagesschau.de/ausland/proteste-heraklion-101.html)

(https://abload.de/img/konsulat-heraklion-10d8sfw.jpg) (http://abload.de/image.php?img=konsulat-heraklion-10d8sfw.jpg)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:13:58 Sa. 17.März 2018
FRÎN-SOLIDARITÄT
Mehrere Zehntausend Menschen begehen Newroz in Hannover
Mehrere Zehntausend Menschen beteiligten sich an den heutigen zentralen Feierlichkeiten zum Newroz-Fest, dem kurdischen Neujahr, in Hannover.


Von kl / ffz
Samstag,  17.03.2018,  17:05 Uhr

(http://up.picr.de/32126456rr.jpg)(http://)
Die MLPD inmitten der Demonstranten (rf-foto)

Die Stimmung war kämpferisch geprägt und das Fest stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Kampfs gegen den faschistischen Angriffskrieg der Türkei auf Efrîn (Nordsyrien).

(http://up.picr.de/32126482pa.jpg)(http://)
Abschlusskundgebung in Hannover (rf-foto)

Ein breites Spektrum von Kräften beteiligte sich an den beiden Demonstrationszügen, darunter das Internationalistische Bündnis mit seinen verschiedenen Mitgliedsorganisationen, Migrantenorganisationen wie NAV-DEM, ATIK und Partizan, Kampagne TATORT Kurdistan, MLPD, REBELL, ROTFÜCHSE, die syrisch-kurdische PYD, die Linkspartei sowie viele Einzelpersonen.

Wut und Trauer über türkisches Kriegsverbrechen
Bei den Demonstrationen richteten sich viele Parolen gegen den völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei. Viele Redebeiträge am offenen Mikrofon der MLPD betonten die Berechtigung des kurdischen Freiheitskampfs in Efrîn - aber auch, dass der türkische Angriff die allgemeine Kriegsgefahr verschärft und deshalb eine Herausforderung sowohl an den Friedenskampf, die internationale Solidarität als auch den antiimperialistischen Kampf ist.

 Empört und wütend waren die Rednerinnen und Redner über die Bombardierung des zentralen Krankenhauses in der Stadt Efrîn mit mindestens 16 Toten. „Erdogan ist ein Mörder und Kriegsverbrecher“, „Es lebe der Widerstand von Efrîn“ und „Hoch die internationale Solidarität“ - waren Parolen, die gerufen wurden. Von verschiedenen Rednern wurde aber auch die Bedeutung der internationalen Arbeiterinheit betont.

Großes Interesse an revolutionärer Literatur
Das Programm der MLPD und die Broschüre über die neuimperialistischen Länder fanden reißendes Interesse. Antikommunistische Ausgrenzung gab es nur vereinzelt von Vertretern der Interventionistischen Linken.

 
Die Demonstrantinnen und Demonstranten trotzten der eisigen Kälte. Wo man längere Zeit stehen musste, wurde spontan Halay (Kreistanz) getanzt.

Kumpanei der deutschen Regierung im Visier
Bei der Abschlusskundgebung griffen die Rednerinnen und Redner mehrfach die deutsche Regierung und ihre Unterstützung des faschistischen Erdogan-Regimes an. „Wir werden so lange auf die Straße gehen, bis diese Zusammenarbeit der deutschen Regierung mit dem türkischen Regime beendet wird“, rief ein Redner.

 Bezeichnenderweise hat gestern das Europäischen Parlament in einer Erklärung die Türkei zur Beendigung des Angriffs auf Efrîn und zum Abzug ihrer Soldaten aufgerufen. Das zeigt, dass auch bürgerliche Institutionen immer weniger am wachsenden Protest dagegen vorbeikommen.

Kurden "stehen nicht allein"
Peter Weispfenning vom Zentralkomitee der MLPD überbrachte die Grüße der deutschen Arbeiterbewegung und der MLPD. Er trat gemeinsam mit einer VW-Arbeiterin aus Hannover, die selbst bei den ICOR-Solidaritätsbrigaden in Kobane dabei war, auf die Tribüne.

 Peter Weispfenning widersprach entschieden dem Eindruck, die Kurden würden jetzt in Efrîn wieder "alleine stehen". Zweifellos sei es so, dass die am Syrien-Krieg beteiligten imperialistischen und neuimperialistischen Mächte das ganze Land und insbesondere die Demokratische Föderation Nordsyrien rücksichtslos unter sich aufteilen wollen.

Weltaktionstag der ICOR
Auf der ganzen Welt gebe es aber eine Welle der Solidarität. Die revolutionäre Weltorganisation ICOR ruft gemeinsam mit dem ILPS zum Weltaktionstag am 21. März auf. Ihre 50 Mitgliedsorganisationen werden in allen Teilen der Welt den Protest und den gemeinsamen Kampf organisieren.

 Die Schlussfolgerung aus dem Angriffskrieg der Türkei und seiner faktischen Duldung durch alle Imperialisten könne nur darin bestehen, sich dann eben auch gegen alle Imperialisten zu richten und das imperialistische Weltsystem insgesamt zu bekämpfen. So wie sich die fortschrittlichen und revolutionären Kräfte mit der kurdischen Freiheitsbewegung zusammenschließen, müsse sich diese umgekehrt in die internationale revolutionäre Bewegung einreihen.

 Der Beitrag von Peter Weispfenning erhielt großen Beifall. Die Aktivistin der ICOR-Solidaritätsbrigaden aus Hannover betonte unter anderem, dass die Arbeiter "kein Vaterland" haben und sich international zusammenschließen müssen.

 Auch im Mittelpunkt vieler Diskussionen stand die Mobilisierung zum Weltaktionstag von ICOR und ILPS. Rund 3.500 Flyer dazu wurden verteilt (mehr dazu).

Erfolgreich gegen Verbotsversuche erkämpft
Erneut kam es zu massiven Behinderungen durch die Polizei, nachdem der Staatsapparat bereits im Vorfeld versucht hatte, die Feierlichkeiten zu verbieten. Auf der Hinfahrt wurden nahezu alle Busse kontrolliert, mehrere Wasserwerfer standen bereit und berittene Polizei wurde eingesetzt.

Die Veranstalter, aber auch viele Rednerinnen und Redner an den offenen Mikrofonen, kritisierten dieses provokative Vorgehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich dadurch nicht provozieren und die Newroz-Feierlichkeiten verliefen weitgehend friedlich. Es war ein kämpferisches gemeimsames Fest von Kurden, solidarischen Menschen und Revolutionären der verschiedensten Nationalitäten.

 Es ist ein bedeutender Erfolg, dass es trotz der massiven Verbots- und Kriminalisierungsversuche gelang, eine solch breite Aktion mit zwei riesigen Demonstrationszügen zu erkämpfen. Sogar PYD- und YPG-Fahnen konnten getragen werden, obwohl die Bundesregierung dagegen ebenfalls Verbotserlasse verfügt hat, die zuletzt teilweise rigide durchgesetzt wurden.

Übersicht der Aktivitäten und Termine zum Weltaktionstag

https://www.mlpd.de/aktiv/termine-inhaltsordner/efrin-termine/ (https://www.mlpd.de/aktiv/termine-inhaltsordner/efrin-termine/)

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw11/mehrere-zehntausend-menschen-begehen-newroz-in-hannover (https://www.rf-news.de/2018/kw11/mehrere-zehntausend-menschen-begehen-newroz-in-hannover)
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Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 19:18:41 Sa. 17.März 2018
Zitat
Syrien: Mehr als 150.000 Kurden fliehen aus Afrin

In den vergangenen Tagen haben Zehntausende Menschen die kurdische Enklave im Norden Syriens verlassen. In Ostghuta starben mehr als 30 Menschen bei einem Luftangriff.

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-03/syrien-afrin-kurden-flucht-ost-ghuta-tote (http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-03/syrien-afrin-kurden-flucht-ost-ghuta-tote)

Zitat
Syrien-Krieg im News-Ticker Türkische Armee beschießt Krankenhaus in Afrin – 16 Tote

23.01 Uhr: Mindestens 16 Menschen sind nach Angaben eines Arztes bei einem Beschuss türkischer Truppen des einzigen Krankenhauses in der kurdischen Stadt Afrin in Nordsyrien getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Doktor Joan Schitika am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur per Nachrichtendienst WhatsApp.

Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/syrien-krieg-im-news-ticker-aktivisten-mindestens-18-zivilisten-in-afrin-getoetet_id_8622347.html (https://www.focus.de/politik/ausland/syrien-krieg-im-news-ticker-aktivisten-mindestens-18-zivilisten-in-afrin-getoetet_id_8622347.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 10:05:14 So. 18.März 2018
Zitat
Krieg in Syrien Türkische Armee rückt in Afrin ein

Die türkische Armee und ihre Verbündeten sind in die nordsyrische Stadt Afrin vorgedrungen. Die Einheiten hätten die vollständige Kontrolle des Stadtzentrums übernommen, sagte der türkische Präsident Erdogan.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-afrin-109.html (https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-afrin-109.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:06:42 So. 18.März 2018
Widerstand geht weiter
Türkische Armee und Dschihadisten marschieren in syrischer Stadt Afrin ein. YPG kündigen Übergang zum Guerillakampf an
Von Nick Brauns


weiter im Text

https://www.jungewelt.de/artikel/329207.widerstand-geht-weiter.html (https://www.jungewelt.de/artikel/329207.widerstand-geht-weiter.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:13:05 Mo. 19.März 2018
Salih Muslim: In Efrîn beginnt der Guerillakrieg
Der kurdische Politiker Salih Muslim erklärte, dass eine neue Phase des Widerstands in Efrîn beginne: „Die Bevölkerung ist aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Ab jetzt werden die YPG und YPJ einen Guerillakrieg führen.“

(http://up.picr.de/32143670ud.jpg)(http://)
Salih Muslim, der ehemalige Ko-Vorsitzende der PYD, äußerte sich ANF gegenüber zu der aktuellen Situation in Efrîn und der Lage der Bevölkerung.

Kampagne zur Rettung der Zivilbevölkerung

Muslim erklärte, der Kampf habe eine neue Stufe erreicht: „Heute wurde in Efrîn ein Schritt zur Verteidigung der Zivilbevölkerung unternommen. Der Kampf in Efrîn und der Krieg sind nicht vorbei. Ganz im Gegenteil, er geht weiter. Alleine die Form des Krieges hat sich geändert.“

Kämpfer*innen der YPG und YPJ weiterhin in Efrîn

„Solange die Bevölkerung in der Stadt war, lagen die Bedingungen für einen Kampf, einen Krieg nicht vor. Der türkische Staat greift die Zivilbevölkerung an und verübt Massaker. Die Propaganda des Feindes, dass sich niemand mehr in Efrîn befindet, ist eine Lüge. Niemand sollte ihr Beachtung schenken. Sowohl im Zentrum von Efrîn als auch in der Umgebung sind Kämpfer*innen der YPG/YPJ und sie kämpfen. Dem Volk gegenüber ist ein Versprechen abgelegt worden und dieses Versprechen wird eingehalten werden. Efrîn wird niemals aufgegeben werden.“

Der türkische Staat zielt auf die Vernichtung der Kurd*innen ab

Muslim wies auf den Krieg im Mittleren Osten hin und sagte: „Mit diesem Krieg wurde die Entscheidung zur Vernichtung der Kurd*innen getroffen. Sie wollen Efrîn einnehmen und dann die Kurd*innen in Kobanê, Qamişlo, Kerkûk bis nach Şengal angreifen. Zuerst sollte die Umsetzung über Gruppen wie den IS und al-Nusra erfolgen. Da dies nicht erfolgreich war, machen sie es nun selber. Die Menschen in allen vier Teilen Kurdistans sollten wachsam sein und die Pläne durchschauen. Unsere Befreiung geht nur gemeinsam. Wenn wir keine Einheit schaffen, keine nationale Einheit verwirklichen, werden wir in ganz Kurdistan ähnlichen Angriffen gegenüberstehen. Deshalb dürfen wir keine Zeit verlieren, die kurdischen Organisationen müssen zusammenkommen und mit einer nationalen Haltung gegen diese Angriffe kämpfen.“

Salih Muslim wies auch auf die Rolle der internationalen Mächte bei den Angriffen auf Efrîn hin: „Die internationalen Kräfte, die Staaten der Welt, haben uns alleine gelassen. Mit diesem Schweigen wurde den Angriffen der Türkei eine Basis gegeben und diese unterstützt.“

In Efrîn werden die YPG/YPJ einen Guerillakrieg führen

Zum Widerstand von Efrîn erklärte der kurdische Politiker: „58 Tage lang hat unsere Bevölkerung mit großer Opferbereitschaft gegen Soldaten einer NATO-Armee und Milizen Widerstand geleistet. Diese Kräfte haben ihre Angriffe mit exzessiver Gewalt, Luftangriffen und massivem Einsatz von Technik durchgeführt. Der Widerstand dagegen ist groß und heilig, jeder sollte das wissen.

Der Widerstand hat sich mit großer Entschlossenheit entwickelt und er geht heute weiter. In Efrîn werden die YPG und die YPJ ihren Widerstand auf verschiedene Weise fortsetzen. Ab jetzt werden sie den Schwerpunkt ihres Kampfes auf den Guerillakrieg legen. Durch Hit-and-Run-Methoden werden sie den Widerstand auf das höchste Niveau bringen. Für einen Frontenkrieg haben wir weder die technischen Möglichkeiten noch die Bewaffnung. Wir sind dazu verpflichtet, einen Guerillakampf zu führen. Unsere Jugend, unsere Kämpfer*innen und unsere Kräfte sind dafür bereit.“

Die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Efrîn habe diesen Kampf nun erleichtert, erklärt Muslim. „Die Anwesenheit der Zivilbevölkerung hat die Aufgaben unsere Kämpfer*innen erschwert. Unser Feind ist gnadenlos und grausam. Er erschießt Zivilist*innen, bombardiert Krankenhäuser und Wohnhäuser. Das Ziel des türkischen Staates war von Anfang an die Zivilbevölkerung und so macht er weiter. Die Evakuierung der Zivilbevölkerung hat die Arbeit unserer Kämpfer*innen erleichtert. Deswegen wird der Krieg nun auf eine andere Weise weiter gehen und der Feind wird noch größere Schläge einstecken.“

Salih Muslim appellierte außerdem an die Kurd*innen in Europa und auf der Welt, die Propaganda des türkischen Staates nicht zu beachten und den Kampf für Efrîn zu verstärken.

Quelle

https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/salih-mueslim-in-efrin-beginnt-der-guerillakrieg-3225 (https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/salih-mueslim-in-efrin-beginnt-der-guerillakrieg-3225)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:08:00 Mo. 19.März 2018
EFRÎN-SOLIDARITÄT
Auf zum weltweiten antiimperialistischen Efrîn-Aktionstag von ICOR und ILPS am 21. März
Die Vorbereitungen für den weltweiten antiimperialistischen Efrîn-Aktionstag diese Woche laufen auf Hochtouren. Aus rund 50 deutschen Städten sind Aktivitäten bekannt. Er hat angesichts der Evakuierung der Stadt noch an Bedeutung gewonnen.

(http://up.picr.de/32147601nd.jpg)(http://)
Die Kantonsverwaltung von Efrîn hat die Zivilbevölkerung durch die Evakuierung vor einem Massaker bewahrt (foto: ANF)

Seit 20. Januar führt das türkische Regime zusammen mit Teilen der so genannten „Freien Syrischen Armee“ und verbündeten faschistischen Söldnern der Al-Nusra-Front und Resten des „Islamischen Staats“ einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Demokratische Föderation Nordsyrien. Am kommenden Mittwoch, den 21. März, ruft die revolutionäre Weltorganisation ICOR gemeinsam mit dem Internationalen Kampfbund der Völker (ILPS) zu einem weltweiten Protesttag gegen diesen faschistischen Überfall auf. Zum Teil finden Aktionen auch schon am Vorabend statt.

 Der Aktionstag richtet sich gegen alle imperialistischen Mächte und den Imperialismus als Feind aller Arbeiter und Völker
Gabi Fechtner (MLPD)

Der weltweite Kampftag ist ein internationalistischer Tag. Er richtet sich ausdrücklich nicht gegen das türkische Volk, sondern seine faschistischen Diktatoren. Er ist nicht nationalistisch, sondern schließt die verschiedenen Befreiungskämpfe rund um die Welt zusammen - entsprechend dem ICOR-Motto: kein revolutionärer Kampf darf heute isoliert bleiben.

 Der Krieg in Syrien ist seit einigen Wochen in eine neue Phase getreten. Die verschiedenen "alten" und neuimperialistischen Mächte arbeiten an einer Neuaufteilung Syriens: allen voran die USA, die NATO und auch die Bundesregierung und die neuimperialistischen Kräfte wie Russland, Türkei oder Saudi Arabien. Umso deutlicher wird, dass sich der Kampf gegen alle diese Mächte und den Imperialismus als System richten muss. Dagegen ist es eine Illusion an die UN zu appellieren, die genau von diesen Mächten beherrscht wird.

 Das ist das besondere am ICOR-Kampftag, der über die Solidarität und Appelle hinausgeht. Die ICOR arbeitet daran eine dem Imperialismus überlegene Kraft zu entwickeln. Denn solange der Imperialismus existiert, wird es immer imperialistische Raubkriege geben. Alle friedliebenden Menschen in Deutschland müssen sich in diese neu entstehende Friedensbewegung einreihen - das sind die Zeichen der Zeit!

Über die Scheinheiligkeit der Bundesregierung informieren
Der Aktionstag will in Deutschland noch breiter die Bevölkerung informieren und mobilisieren gegen die Kumpanei der Bundesregierung:  Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte gegen Erdogan keinerlei Protest gegen den völkerrechtswidrigen Angriff auf Efrîn, trotz des brutalen Vorgehens gegen die Bevölkerung. Obwohl das europäische Parlament den Angriff eindeutig verurteilt hat und den Abzug der Türkei fordert.

 Seit Beginn des Angriffs wurden 20 Exportgenehmigungen für deutsche Rüstungsgüter im Wert von 4,4 Millionen Euro erteilt, entgegen den Behauptungen des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) im Februar. Das ist sogar deutlich mehr als der Durchschnittswert des Vorjahres für einen solchen Zeitraum (14 Genehmigungen im Wert von 3,6 Millionen Euro).² Außerdem sitzen deutsche Soldaten in AVACS-Aufklärungsflugzeugen. Die deutsche Luftwaffe fliegt Aufklärung mit Tornados. Die deutschen Imperialisten sind genauso am Krieg beteiligt, wie die anderen EU-Imperialisten. Es ist bekannt, dass die EU seit Beginn des Bürgerkriegs die FSA unterstützt, die jetzt als türkischen Vortrupp auftritt.

(http://up.picr.de/32147612st.jpg)(http://)
Faschistische türkische und arabische Soldateska zerstört die kurdische Kawa-Alhadad-Statue in Efrîn (foto: ANF)

Efrîn evakuiert
Am Wochenende beschloss die demokratische Autonomieverwaltung Efrîn, die Zivilbevölkerung aus der Stadt zu evakuieren, um ein Massaker der vordringenden faschistischen Invasoren an Zivilisten zu verhindern. Das betraf in den letzten Tagen mindestens 200.000 Menschen, die die Stadt schweren Herzens verlassen mussten. Erdogan behauptet gebetsmühlenartig: die Zivilbevölkerung komme nicht zu Schaden. Die Tatsachen sehen anders aus: „Bei der Bombardierung auf zivile Wohngegenden in der Stadt sind viele Menschen ums Leben gekommen. Es wird von der Verschleppung und Ermordung vieler Zivilistinnen und Zivilisten durch die Besatzungsarmee berichtet. ... Die Anzahl der in Efrîn getöteten Zivilistinnen und Zivilisten ist mit den Angriffen der letzten Tage auf über 500 gestiegen“, meldet ANF.

 Der bewaffnete Kampf gegen die Besatzer wird fortgesetzt. Aber aufgrund der türkischen Angriffe musste inzwischen die Offensive der SDF mit den kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten gegen den faschistischen IS im Westen Syriens gestoppt werden - ein Grund mehr am 21. März auf die Straße gehen.

 Die Evakuierung zeigt auch, wie die Verteidiger von Efrîn die Sicherheit der Bevölkerung ins Zentrum stellen. Letzte Woche verbreitete das Nachrichtenmagazin-Spiegel dagegen die Hetze, die Syrisch-demokratischen Kräfte (SDF) würden die Zivilbevölkerung nicht aus der Stadt lassen. Auch andere bürgerliche Medien verbreiten Stimmung gegen die Solidaritätsbewegung - obwohl die Organisatoren ausdrücklich erklärten, dass die Proteste friedlich ablaufen sollen.

Es gibt also mehr den je Gründe, ...
... sich an den Kundgebungen und Demonstrationen zum weltweiten, antiimperialistischen Aktionstag der ICOR und der ILPS „Afrin wird leben“ am 21. März zu beteiligen. Der Befreiungskampf des kurdischen Volkes geht alle an – er ist Teil des Kampfs der Arbeiter- und Volksbewegung und der revolutionären Bewegung weltweit gegen Ausbeutung und Unterdrückung.
 

Hände weg von Efrîn! Türkei raus aus Rojava!

Alle Imperialisten raus aus Syrien!

Schluss mit den Waffenlieferungen und militärischen Unterstützung der Bundesregierung an die Türkei!

Es lebe der proletarische Internationalismus!


Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw12/efrin-wird-niemals-aufgegeben-auf-zum-weltweiten-aktionstag-von-icor-und-ilps-am-21-maerz (https://www.rf-news.de/2018/kw12/efrin-wird-niemals-aufgegeben-auf-zum-weltweiten-aktionstag-von-icor-und-ilps-am-21-maerz)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 21:42:23 Mo. 19.März 2018
Vor einer Woche war ich mit Amazonkollegen unterwegs. Wir sind mehren Afrin Protesten begegnet.
In Hamburg führte sich die Polizei auf, als würde es sich bei den Friedensdemonstranten um einen Haufen Terroristen handeln. Hundertschaften in kompletter Kampfmontur, Helme, Schilder, Knüppel. Wasserwerfer als Begleitung. Hektisch und sehr gereizt.

Am Bremer Hauptbahnhof hingegen ein anderes Bild. Die Beamten waren eher im Hintergrund, trugen Stoffmützen und waren entspannt.
Die folgenden Bilder hab ich auf dem Bremer Hauptbahnhof geknipst.

(https://abload.de/img/ypg9xuas.jpg) (http://abload.de/image.php?img=ypg9xuas.jpg)

Der Informationsstand zu dem Zeitpunkt war folgender:
Die stadt Afrin war militärisch eingekesselt. Anschließend hat man begonnen, die Stadt (die Zivilbevölkerung) zu bombardieren.

(https://abload.de/img/afrinj8ufo.jpg) (http://abload.de/image.php?img=afrinj8ufo.jpg)

Es handelt sich nicht nur um ein humanitäres Verbrechen von schwer vorstellbarer Grausamkeit, es ist auch ein Versuch mit Waffengewalt jeglichen menschlichen Fortschritt zu beenden. Afrin ist ein Symbol, daß man in Selbstverwaltung Frauenrechte und ein friedliches Zusammenleben zwischen verschiedenen Ethnien und Religionen praktizieren kann.

(https://abload.de/img/solidaritaet2puz0.jpg) (http://abload.de/image.php?img=solidaritaet2puz0.jpg)

Der Türkische Staat hat Angst, daß dieses Beispiel Schule machen könnte.

(https://abload.de/img/staatwdu2e.jpg) (http://abload.de/image.php?img=staatwdu2e.jpg)

Auch der deutsche Staat zeigt wenig Interesse an befreiten Menschen, die selbstverwaltet friedlich zusammenleben und unterstützt lieber den Terror des Natopartners Türkei.

(https://abload.de/img/waffen35u5b.jpg) (http://abload.de/image.php?img=waffen35u5b.jpg)

Deshalb fand ich es enttäuschend, daß nur eine Minderheit der Protestierenden keinen kurdischen Hintergrund hatte. Was in Afrin passiert, betrifft Deutsche nicht weniger. Die Türkische und Deutsche Regierung wollen uns zeigen, daß sie freie Gesellschaften nicht hinnehmen.
Wir dürfen sie damit nicht durchkommen lassen!

(https://abload.de/img/menschlichkeithxuot.jpg) (http://abload.de/image.php?img=menschlichkeithxuot.jpg)

Darum geht es. Doch eine Stadt dieser Größe kann der Gewalt (deutscher) Waffen nicht lange standhalten.

(https://abload.de/img/frieden94uff.jpg) (http://abload.de/image.php?img=frieden94uff.jpg)

Wir dürfen nicht länger schweigen.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 22:00:31 Mo. 19.März 2018
Zitat
Der Generalsekretär der kurdischen Gemeinde in Deutschland, Basar, hat Europa vorgeworfen, den Entwicklungen im Norden Syriens untätig zuzusehen.

Europa sollte eine Mediatorenrolle übernehmen und eine demokratische Selbstverwaltung in der Region Afrin einfordern, sagte er im Deutschlandfunk. Basar sprach von einem Demokratieprojekt, das von Europa im Stich gelassen worden sei. Aus Afrin kämen grauenhafte Nachrichten, die an der westlichen Wertegemeinschaft zweifeln ließen. Beobachter vor Ort berichteten der kurdischen Gemeinde in Deutschland von Hinrichtungen und Folterungen auf offener Straße.

Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Rebellen hatten Afrin gestern eingenommen. In den vergangenen Tagen waren zehntausende Menschen aus der Stadt geflohen.

Diese Nachricht wurde am 19.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:12:13 Di. 20.März 2018
Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.
     Antonio Gramsci



Zitat
Der fundamentale Unterschied zwischen der basisdemokratischen kurdischen Selbstverwaltung in Nordsyrien und den sonstigen Kriegspartien wurde am vergangenen Wochenende evident. Während jene islamistischen Mordmilizen, die das türkische Regime bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg als Kanonenfutter nutzte, niemals zögerten, eine Stadt zum Kampffeld und die Zivilbevölkerung zu Geiseln zu machen, entschieden sich die kurdischen Volksverteidigungskräfte für die Evakuierung der Zivilbevölkerung Afrins. Während der Islamismus den Tod sucht, versucht die kurdische Linke, Leben zu retten.

Damit stehen die Kurden Syriens ziemlich allein da in dem geschundenen Bürgerkriegsland, das zum Kampffeld von Monstern wurde, die nun ihre große Zeit gekommen sehen. Eine unheilige regionale Allianz autoritärer Regime sieht in Rojava eine politische Bedrohung entstehen, die ihre theokratischen Regime und Kleptokratien destabilisieren könnte.
Zitat
Das Aufkommen dieser monströsen, unverhüllten Gewaltpolitik nach innen wie außen, die kaum noch ideologisch kaschiert wird, hat seine Ursache einerseits in dem Zerfall der US-Hegemonie, der andere Staatsmonster dazu animiert, die USA imitieren zu wollen(...) Andrerseits ist es - ähnlich den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts - die tiefe sozioökonomische Krise, die die Staatsmonster dazu verleitet, die zunehmenden inneren Widersprüche durch äußere Expansion zu überbrücken.

Die zunehmenden sozioökonomischen Widersprüche der alten, im Sterben liegenden Welt treiben die Staaten, die noch nicht zerfallen sind, in Konflikt - und sie lassen Krisenideologien wie den Faschismus und Islamismus aufkommen. Die krisengeschüttelte kapitalistische Welt befindet sich am Rande eines Großkriegs.
https://www.heise.de/tp/features/Die-Zeit-der-Monster-3998517.html?seite=all (https://www.heise.de/tp/features/Die-Zeit-der-Monster-3998517.html?seite=all)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 12:40:36 Di. 20.März 2018
(http://up.picr.de/32154245tg.jpg)(http://)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:49:00 Do. 22.März 2018
Hunderttausende auf den Straßen für Efrîn
Weltweit protestieren rund um das heutige Newroz-Fest Hunderttausende Menschen gegen den türkischen Übefall auf Efrîn (Nordsyrien). Zahlreiche Aktionen fanden im Rahmen des gemeinsamen Aufrufs der revolutionären Organisationen ICOR und ILPS statt.

Internationale Berichte hier

https://www.rf-news.de/2018/kw12/erste-internationale-berichte-und-meldungen (https://www.rf-news.de/2018/kw12/erste-internationale-berichte-und-meldungen)

Video zur zweiten Aktion in Gelsenkirchen
Gestern erlebte die Gelsenkirchener Innenstadt bereits eine kämpferische Aktion zum Auftakt des weltweiten Efrîn-Aktionstages. Heute folgte eine kurze Kundgebung vor der Horster Mitte.

Um 13 Uhr versammelten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Freunde aus dem Stadtteil vor dem Dienstleistungszentrum Horster Mitte. Hier ist auch die Bundesgeschäftsstelle der MLPD untergebracht. Gemeinsam protestierten rund 50 Menschen gegen den faschistischen Angriffskriegs der türkischen Regierung im nordsyrischen Efrîn.

 Unter anderem sprach Monika Gärtner-Engel, die Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR (siehe Video). Sie hob die Bedeutung der heutigen weltweiten antiimperialistischen Manifestation hervor. Außerdem sprach ein argentinischer Vertreter des ILPS und Suse Bader, eine der beiden Europakoordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen.

https://www.youtube.com/watch?v=hlkJDVzvo2w (https://www.youtube.com/watch?v=hlkJDVzvo2w)

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 19:11:57 Do. 22.März 2018
Zitat
„Nibelungentreue zu Ankara“
Interview Was in Afrin passiert, sei eine historische Schande für die deutsche Außenpolitik, sagt die Linken-Abgeordnete Sevim Dağdelen


US-Präsident Trump und die Bundesregierung wollen die Türkei unbedingt in der NATO halten. Deshalb hat Erdogan de facto für seinen Angriffskrieg in Afrin grünes Licht erhalten. Die mit der Türkei verbündeten FSA-Milizen, die nach der Einnahme von Afrin plündernd und mordend durch die Stadt zogen, sind seit Jahren enge Alliierte des Westens beim Versuch, einen Regime Change in Syrien herbeizuführen. Der politische Arm der FSA unterhält in Berlin sogar ein offizielles Verbindungsbüro und ist von der Bundesregierung ermächtigt, Ersatzpapiere für Syrer auszustellen. Das ist ebenso ungeheuerlich wie die Tatsache, dass selbst nach Beginn des Angriffs auf Afrin weiter deutsche Rüstungslieferungen genehmigt wurden.

Was in Afrin passiert, ist auch eine historische Schande für die deutsche Außenpolitik. Nicht nur weil die Bundesregierung die Türkei gegen die Kurden aufgerüstet hat, sondern weil jetzt sehenden Auges islamistische Monster in Syrien gezüchtet werden. In Afrin wird ähnlich dem IS-Kalifat gerade ein Raum geschaffen für Leute, die das Plündern kurdischer Häuser und die Ermordung religiöser Minderheiten als ihren Gottesdienst verstehen.

Die Mehrheit der Bevölkerung will ein sofortiges Verbot von Rüstungsexporten. Union und SPD fühlen sich dieser Mehrheit nicht verpflichtet, sondern bedienen auf der einen Seite die Profitinteressen der Rüstungsschmieden.
https://www.freitag.de/autoren/katharina-schmitz/nibelungentreue-zu-ankara (https://www.freitag.de/autoren/katharina-schmitz/nibelungentreue-zu-ankara)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:38:21 Do. 22.März 2018
NEWROZ UND ICOR/ILPS-WELTAKTIONSTAG
Millionen feiern Newroz und gehen weltweit für Efrînauf die Straßen

Millionen Menschen beteiligten sich in Dutzenden Ländern an Newroz-Feiern, Demonstrationen, Kundgebungen, Blockaden und Manifestationen gegen den faschistischen Überfall der Türkei auf das nordsyrische Efrîn.

(http://up.picr.de/32175847wg.jpg)(http://)
Gelsenkirchen (Foto: RF)

weiter im Text

https://www.rf-news.de/2018/kw12/hundertausende-weltweit-auf-den-strassen-fuer-efrin (https://www.rf-news.de/2018/kw12/hundertausende-weltweit-auf-den-strassen-fuer-efrin)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:16:13 Mo. 26.März 2018
Aus: Ausgabe vom 26.03.2018, Seite 2   / Ausland

»Die Türkei will ein neues Kalifat errichten«
Nach Einmarsch in der nordsyrischen Stadt drohen Frauen Gewalt und Unterdrückung. Ein Gespräch mit Nilüfer Koc
Interview: Gitta Düperthal

(http://up.picr.de/32210949xg.jpg)(http://)
Afrin nach der Eroberung der Stadt durch die türkische Armee und ihre Verbündeten: Syrische Frauen und Kinder stehen nach Nahrung an
Foto: AP Photo/Lefteris Pitarakis

Vor dem Einmarsch der türkischen Armee und mit ihr verbündeter dschihadistischer Banden in Afrin wurden in dem nordsyrischen Kanton Projekte für Frauenemanzipation und Ökologie gefördert. Wie ist die Lage jetzt?

95 Prozent der Bevölkerung sind aus Afrin geflohen. Am 58. Tag des Widerstands der Stadt haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten sie evakuiert, um die komplette Zerstörung und ein Massaker abzuwenden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, Afrin ethnisch zu »säubern«. Salafistische Banditen und Kriminelle haben die Stadt eingekesselt und rauben sie aus. Wer nicht schnell genug flüchtete, wird als Geisel gehalten. Das türkische Regime plant, in Afrin von ihm finanzierte rassistische Gruppen sowie einen sogenannten Nationalrat zur Verwaltung anzusiedeln. Da es nach den Plünderungen, der Gewalt gegen Flüchtende und der Vertreibung der Bevölkerung international Unruhe gab, will Erdogan nun ein scheindemokratisches Regime aufstellen. Leute, die sich dafür hergeben, gibt es immer, darunter wohl auch Kurden und Frauen.

Die in Afrin lebenden Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religion wollten ihre Stadt bis zuletzt nicht verlassen. Sie hatten erfahren, wie es ist, sich als mündige Bürger demokratisch selbst zu verwalten. Ihre Haupteinnahmequelle war ökologischer Olivenanbau und eine gutfunktionierende Verarbeitung. Nun sind viele in einem nahe gelegenen arabischen Ort untergekommen. Bürger von Afrin hatten einst ihrerseits arabische Familien aufgenommen, die vor dem Krieg aus Aleppo geflohen waren.

Welchen kulturellen und politischen Einbruch bedeutet der türkische Einmarsch?

Zu befürchten ist, dass Frauen unter schwarze Schleier gezwungen werden, keinen Zugang zu Bildung mehr erhalten. Scharia-Regeln werden gelten. Demokratische Gerichtsbarkeit wird abgeschafft und rückständige Männerherrschaft einkehren, wenn die internationale Aufmerksamkeit nachlässt.

Als ich im Dezember 2017 in Afrin zu Besuch war, waren viele arabische Frauen zum ersten Mal zur Wahlurne gegangen, um die beiden Vorsitzenden des Kantons zu wählen. Zuvor hatten ihre Männer für sie abgestimmt. In allen Ortsgruppen hatten die Akzeptanz und die Freiheit der Frauen hohen Stellenwert. An der Universität in Afrin gab es die Akademie der Frauenwissenschaften, der sogenannten Jineologie. Um die Beteiligung von Frauen zu sichern und freie Meinungsäußerung von klein auf zu lehren, wurde an der Reform von Lehrplänen für Schulen und pädagogischen Konzepten für Kindergärten gearbeitet. Neben geschlechtergemischten Lehrerverbänden gab es Verbände nur für Lehrerinnen, um die Emanzipation voranzutreiben. Das galt auch für Wirtschaftsverbände.

Es ist zu hören, dass die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ Guerillaeinsätze planen …

Zunächst ging es darum, die Bevölkerung zu retten. Es ist aber davon auszugehen, dass die im Kampf gegen den IS erfahrenen Einheiten die Besatzer wieder aus Afrin vertreiben. Wir erwarten eine Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft. Anders als die anonyme Terrormiliz IS ließe sich die Türkei vor ein internationales Gericht bringen, wenn sie Völkerrecht bricht. Die Türkei hat einen illegalen Akt der Gewalt begangen und will vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein neues Kalifat errichten. Die deutsche Bundesregierung muss sie deshalb in der UNO und der NATO auffordern, Afrin zu verlassen, den Kanton der vertriebenen Bevölkerung zurückzugeben.

Kanzlerin Angela Merkel, CDU, und Außenminister Heiko Maas, SPD, haben vergangenen Mittwoch erstmals den türkischen Einmarsch in Afrin deutlich kritisiert.

Der verbrecherische, mit deutschen Panzern umgesetzte Einmarsch muss rückgängig gemacht werden. Wir bitten Aktivistinnen und Aktivisten, nicht nachzulassen, Druck auf die Bundesregierung zu machen. Sie muss auf die Türkei einwirken: politisch, rechtlich, diplomatisch und wirtschaftlich. Der völkerrechtswidrige Überfall der Türkei auf Afrin ist kein kurdisches Problem: Erstarkt der IS wieder, wird es auch Anschläge in Europa und den USA geben.

Nilüfer Koc ist Kovorsitzende des Nationalkongresses Kurdistan (KNK)

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/329675.die-t (https://www.jungewelt.de/artikel/329675.die-t)ürkei-will-ein-neues-kalifat-errichten.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:02:20 Mo. 26.März 2018
VIDEO
Peter Weispfenning, Mitglied des Zentralkomitees der MLPD, spricht auf der zentralen deutschen Newroz-Veranstaltung in Hannover

https://www.rf-news.de/2018/kw13/efrin-solidaritaet-1 (https://www.rf-news.de/2018/kw13/efrin-solidaritaet-1)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 20:06:13 Mo. 26.März 2018
Zitat
Der türkische Präsident Erdogan ist auf den Geschmack gekommen. Seine kriegerischen Vorstöße sind bislang erfolgreich und offenbar ist derzeit kein anderer Staat bereit, die Türkei bei ihren völkerrechtswidrigen Invasionen zu geopolitischen und ethnischen Korrekturen im türkischen Interesse zu bremsen. Erdogan pokert hoch mit dem Spiel zwischen den Großmächten Russland und USA sowie der Nato und der EU. Letztere ist gebannt davon, dass die Türkei nicht die Flüchtlingsschleusen Richtung Europa öffnet.
https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-setzt-Expansionskurs-ungehindert-fort-4003551.html (https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-setzt-Expansionskurs-ungehindert-fort-4003551.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:39:51 Do. 29.März 2018
OSTERMARSCH 2018:
Stoppt alle imperialistischen Kriegsbrandstifter! Hände weg von Efrîn! Für Freiheit, Frieden - echten Sozialismus!
Das Zentralkomitee der MLPD hat folgenden Aufruf zum Ostermarsch herausgegeben:


(http://up.picr.de/32240903qy.jpg)(http://)
Die MLPD ist aktiv gegen jede imperialistische Aggression aktiv (rf-foto)

Mit Recht sind viele Menschen heute besorgt: Die Welt ist in Unruhe und die allgemeine Kriegsgefahr wächst, mit Brandherden in Syrien, in Korea oder in der Ukraine. Die Rüstungsspirale dreht sich immer schneller und die atomare Aufrüstung wird vorangetrieben. Die deutsche Bundeswehr ist bereits an Kriegseinsätzen in 19 Ländern beteiligt.

weiter im Text...

https://www.rf-news.de/2018/kw13/stoppt-alle-imperialistischen-kriegsbrandstifter-haende-weg-von-afrin-fuer-freiheit-frieden-und-echten-sozialismus (https://www.rf-news.de/2018/kw13/stoppt-alle-imperialistischen-kriegsbrandstifter-haende-weg-von-afrin-fuer-freiheit-frieden-und-echten-sozialismus)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:54:46 Sa. 31.März 2018
ROJAVA
Saleh Müslim: 1.000 IS-Kämpfer stehen in Efrîn
Auf Einladung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Grünen sprach Saleh Müslim vor dem schwedischen Parlament zur aktuellen Situation in Êfrîn. ...

(http://up.picr.de/32262490bm.jpg)(http://)
Saleh Müslim (mit Mikrophon) 2017 bei einer Podiumsdiskussion des Internationalistischen Bündnisses in der Horster Mitte in Gelsenkirchen. (rf-foto)

Saleh Müslim führte aus: „Gemeinsam mit mehr als 3.000 IS-Kämpfern ist die Türkei in Efrîn einmarschiert. Wir verfügen über Informationen und Dokumente, die das beweisen“, so Müslim. …

Türkei will ethnische Säuberung durchführen
„Gleichzeitig, so fürchte ich, will die Türkei in Efrîn eine ethnische Säuberung durchführen. Die Kurdinnen und Kurden sollen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Stattdessen sollen militante Islamisten und ihre Familien, die sich derzeit zu Zehntausenden in Idlib befinden, nach Efrîn umgesiedelt werden. ...

 Müslim kritisierte in seiner Rede auch die westlichen Imperialisten: „Die europäischen Staaten wollen nicht, dass die in die Türkei geflüchteten Syrer weiter in Richtung Europa fliehen. Und Erdoğan nutzt dieses Faustpfand sehr gut für seine Politik. ‚Wenn ihr uns kritisiert, wenn ihr uns keine Waffen verkauft, dann senden wir Millionen von Geflüchteten in Richtung Europa‘, so die Logik Erdoğans.“

 Müslim führt weiter aus: „Die UN hat einen einmonatigen Waffenstillstand für Syrien beschlossen. Das ging auf eine Initiative Schwedens zurück. Doch in Sachen Efrîn wurde dieser Waffenstillstand nicht umgesetzt, ganz so, als sei Efrîn nicht Teil Syriens. Ich kritisiere hierfür auch Schweden und das schwedische Außenministerium. Sie haben sich nicht hinter die eigene Initiative gestellt. Von schwedischer Seite wurde bis dato der Krieg Erdoğans nicht verurteilt.“

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw13/saleh-mueslim-1-000-is-kaempfer-stehen-in-efrin (https://www.rf-news.de/2018/kw13/saleh-mueslim-1-000-is-kaempfer-stehen-in-efrin)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:51:53 So. 15.April 2018
Proteste in Österreich und Deutschland

Die Proteste gegen die Besetzung von Efrîn und die Isolationshaft des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan reißen nicht ab.

(https://anfdeutsch.com/uploads/de/articles/2018/04/20180415-20180414-dsc-00477587d3-image074d23-image.jpg)
Protestdemonstrationen im Frankreich gegen den Sozialkahlschlag durch die Macron-Regierungund eine Demonstration gegen rassistische Migrationsgesetzgebung mit Forderungen der kämpfenden Kurden.
Sowohl in Gießen wie auch in Dresden, Hamburg und Wien fanden Demonstrationen für die Freilassung von Abdullah Öcalan und gegen die Besatzung von Efrîn statt.

https://anfdeutsch.com/aktuelles/proteste-in-Oesterreich-und-deutschland-3857
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:37:11 Mo. 16.April 2018
Aus: Ausgabe vom 17.04.2018, Seite 2   / Ausland

»Nationalismus ist in der Türkei sehr tief verankert«

Studenten protestierten in Istanbul gegen den Krieg Erdogans in Syrien. Nun werden sie als »Terroristen« verfolgt. Ein Gespräch mit Ekin Kaan
Interview: Peter Schaber

(http://up.picr.de/32417755jf.jpg)(http://)
»Eine Flagge, eine Nation, eine Sprache«: Ankara schürt nationalistische Ressentiments zum eigenen Machterhalt
Foto: Murat Cetinmuhurdar/Presidential Palace/REUTERS

Am 19. März feierten türkische Nationalisten die Besetzung des nordsyrischen, mehrheitlich kurdischen Kantons Afrin an der Istanbuler Bogazici-­Universität. Einige Studenten störten sich daran. Was passierte dann?

An diesem Tag war ich an der Universität, um mit meinem Betreuer einige akademische Projekte zu besprechen, an denen ich arbeitete. Für den Tag darauf war eine Reise in den Iran geplant. Dann sah ich einige Leute, die türkische Süßigkeiten verteilten, um die Invasion in Afrin zu feiern. Ich dachte, man sollte es nicht zulassen, dass ein solches Massaker hier auch noch verherrlicht wird. Ich traf einige Freunde, sprach mit ihnen, und wir beschlossen, eine Gegendemonstration zu machen. Alles war sehr spontan.

Wir malten ein Transparent und stellten uns in der Nähe der Kriegsbefürworter auf. Sie waren 5, 6 Leute, wir zwischen 15 und 20. Wir riefen Slogans und informierten Studenten über die Gründe unseres Protests. Es gab ein paar kleinere Auseinandersetzungen, ein paar Tritte, ein bisschen Geschubse. Der Sicherheitsdienst der Universität kam, auch ein paar Zivilpolizisten, nach einer Stunde lösten sich beide Gruppen auf. Es gab nicht einmal eine große Anspannung.

Dennoch hat die türkische Regierung kurz darauf eine Kampagne begonnen und die am Gegenprotest beteiligten Studenten als »Terroristen« diffamiert.

Es war eine wirklich kleine Aktion. Trotzdem begannen die Massenmedien und Social-Media-Trolls sofort eine Kampagne. Wir dachten nicht, dass das alles so große Kreise ziehen würde. Aber Erdogan hatte die Bogazici-Universität ohnehin im Visier. Die Regierungspartei AKP hat sich fast alle Institutionen des Landes unterworfen, mit der Ausnahme einiger weniger – darunter eben auch die Istanbuler Uni. Sie blieb einer der wenigen Orte, an denen man sich frei äußern konnte.

Wie immer riefen nun Erdogans Kommentare zu unserem Fall Polizei und Justiz auf den Plan, die seine Worte als Befehle sehen. Die Behörden durchsuchten nun Wohnungen von Studenten, machten Identitätsfeststellungen auf dem Gelände der Universität. Zunächst wurden 23 Studierende festgenommen, sieben wurden einen Tag nach der Demonstration wieder freigelassen. Von den übrigen 16 blieben zehn in Haft. Sie werden beschuldigt, eine »organische Beziehung mit der Terrororganisation« zu haben und »Propaganda der PKK« durchzuführen. Als diese Razzien passierten, war ich schon im Iran. Meine Wohnung in Istanbul wurde ebenfalls durchsucht, also musste ich meinen eigentlich kurzen Ausflug verlängern.

Waren Sie vor diesem Vorfall politisch aktiv? Und wie bewerten Sie den Krieg in Afrin?

Seit etwa zwei Jahren bin ich politisch aktiv. Ich nahm an einigen Demonstrationen teil, obwohl es ja nicht mehr so viele gab, seit die Polizei ständig Menschen festnimmt, verletzt oder gleich umbringt. Die meiste Zeit aber verbrachte ich beim Studium in der Bibliothek.

In den letzten Jahren konnten wir eine scharfe Wende in der türkischen Politik beobachten – vor allem gegenüber den Kurden. Zuerst begann das mit den Massakern in kurdischen Städten der Türkei [in den Jahren 2015/2016, d. Red.]. Tausende Menschen wurden getötet. Dann griff die Türkei Afrin an, einen der wenigen Orte in Syrien, an dem Frieden war. Weil die politische Situation in der Türkei so schlecht ist, wurden Afrin und Rojava zu unserer Hoffnung.

Von außen sieht es so aus, als würde eine Mehrheit der Bürger in der Türkei den Kriegskurs der AKP befürworten. Ist das so?

Es ist wirklich schwer zu sagen. Ich denke, dass wirklich viele – darunter auch Menschen, die gegen Erdogan sind – diesen Kurs unterstützen. An der Bogazici-Universität ist das vielleicht wegen ihrer langen liberalen Kultur anders, aber im allgemeinen unterstützt die Mehrheit der Bevölkerung den Krieg. Nationalismus ist sehr tief verankert in der Türkei.

Sie haben die Türkei verlassen. Welche Pläne haben Sie nun? Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Ich wollte vermeiden, verhaftet zu werden. Ich habe das Risiko einer Verhaftung oder von etwas Schlimmeren immer einkalkuliert, aber ich gehe nicht in die Türkei zurück und ergebe mich. Ich will versuchen, den Kampf fortzusetzen, wo immer ich mich aufhalte.

Für die Türkei sehe ich, um ehrlich zu sein, keine Hoffnung in der nahen Zukunft. Am Ende werden die Unterdrücker verlieren, auf die eine oder andere Weise. Aber kurzfristig sehe ich keine Lösung.

Ekin Kaan studiert Physik an der Istanbuler Bogazici ­Universität

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/330888.nationalismus-ist-in-der-t (https://www.jungewelt.de/artikel/330888.nationalismus-ist-in-der-t)ürkei-sehr-tief-verankert.html
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:11:12 Do. 19.April 2018
Aus: Ausgabe vom 14.04.2018, Seite 1   / Ausland

»Weder Putin noch Trump sollten in Syrien etwas zu sagen haben«
Gespräch mit Nilüfer Koc. Über die türkische Besatzung in Afrin, die Achse Moskau–Ankara–Teheran und die Rolle der USA in Syrien
Interview: Peter Schaber


(http://up.picr.de/32437891cp.jpg)(http://)
»Ich bin Afrin« – Kurdische Demonstranten in Paris fordern ein Ende der Besatzung Nordsyriens durch die Türkei (24. März 2018)
Foto: Michel Euler/AP Photo

Wie stellt sich die aktuelle Situation im nordsyrischen, von der Türkei besetzten Kanton Afrin dar?

Die meisten Zivilisten sind am 17. März in benachbarte arabische Regionen evakuiert worden. In der Stadt befinden sich aber noch ungefähr 30.000 Bewohner. Verwaltet wird Afrin derzeit von dschihadistischen Milizen und türkischen Militärs. Auf den Gebäuden jener Institutionen, die vorher die Selbstverwaltung des Kantons ausmachten, wurden überall türkische Flaggen gehisst. Jetzt will Ankara einen »Rat« zusammenstellen, der dann Afrin regieren soll. Er soll aus jenen Kurden und Arabern bestehen, die bereits seit Jahren zur syrischen Opposition gehören, die in Istanbul ihre Zentrale hatte. Wie der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli vergangene Woche betonte, soll dieser »Rat« dann Afrin übernehmen – es soll also eine dauerhafte Besatzung geschaffen werden wie etwa seit 1974 auf Zypern.

Die Türkei hat auch einen eigenen »Gouverneur« für das auf syrischem Territorium liegende, mehrheitlich kurdische Gebiet entsandt.

Genau. Dieser hat gefordert, dass Afrin nach der Regelung für türkische Provinzen der türkischen Stadt Antakya unterstehen soll. Im Grunde will man Afrin annektieren. Die türkische Regierung versucht gerade, ihren »osmanischen Traum« zu realisieren.

Gibt es noch Widerstand in den besetzten Gebieten selbst?

Der Widerstand ist nicht zu Ende. Die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ führen Guerillaaktionen durch. Sie kämpfen gegen die Dschihadisten und die türkischen Spezialeinheiten, die vor Ort sind. Der Guerillakrieg findet statt, aber die Bedingungen für einen solchen sind in Städten schwieriger als zum Beispiel in den Bergen. Dennoch wird gekämpft, und es gibt effektive Aktionen gegen die Besatzungsmacht.

Wie stellt sich die Situation für Zivilisten in Afrin dar? Es werden ja immer wieder Vorwürfe gegen die Türkei wegen Menschenrechtsvergehen laut.

Diejenigen, die sich gegen die neuen Machthaber stellen, kommen ins Gefängnis. Natürlich haben sie keinerlei Rechte, etwa auf einen Anwalt oder dergleichen. Sie verschwinden einfach im Knast – und dort wird Folter angewandt. Es wurden auch junge Frauen entführt, ähnlich wie bei den jesidischen Frauen im Sindschar-Gebirge, die vom »Islamischen Staat« verschleppt worden waren.

Zudem soll ein neues Schulsystem eingeführt werden, die Leute sollen gezwungen werden, Türkisch zu lernen. Die Menschen haben unter diesen Bedingungen natürlich Angst, ihre Meinung zu äußern oder sich in der Stadt frei zu bewegen. Sie leben in Angst und Schrecken. Zum einen vor den Dschihadisten, aber auch vor den türkischen Soldaten. Die Türkei verhält sich als Kolonialmacht und will alle Menschen in Afrin zwingen, sich ihren Regeln unterzuordnen. Die Bürger Afrins sind zu Gefangenen in ihrer eigenen Stadt geworden.

Wie sieht der Plan des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan aus? Er kündigt ja an, auch andere Gebiete im Norden Syriens – Kobani und Kamischli –, die syrische Stadt Manbidsch und die irakische Jesidenregion Sindschar angreifen zu wollen.

Das Schweigen von NATO und Vereinten Nationen, von EU und USA gegenüber Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Türkei bei der Eroberung Afrins versteht die Türkei als Rückendeckung für ihr Vorgehen. Sie sieht sich dadurch legitimiert. Sie will nun diese neoosmanische Expansionspolitik fortsetzen.

Die Planung dürfte so aussehen: die Belagerung in Afrin aufrechterhalten und nach Manbidsch weiterziehen; dann nach Kobani. Und zeitgleich vom irakischen Sindschar aus den anderen nordsyrischen Kanton, Cizire, angreifen. Zur Realisierung dieses Konzepts hat Ankara jetzt schon im Grenzgebiet zwischen Rojava und Irakisch-Kurdistan seine Truppen verstärkt. Auch Spezialeinheiten sind dorthin verlegt worden. Gelegentlich wurde bereits der Grenzübergang Semalka (zwischen Nordsyrien und der Kurdischen Autonomieregion im Nordirak, jW) angegriffen.

Erdogan sieht durch das Ausbleiben internationaler Reaktionen die Möglichkeit, eine systematische Anti-Kurden-Politik durchzusetzen. Alles, was Kurden irgendwo aufgebaut haben, soll zerstört werden – in Nordsyrien ebenso wie in Irakisch-Kurdistan. Die Kurden sollen sich seinem Wunsch nach der türkischen Kolonialmacht fügen.

Er sieht seine Chancen vor allem in der neuen Variante des Konflikts zwischen Russland und den USA. Diesen Konkurrenzkampf nutzt die Türkei, um antikurdische Strategien umzusetzen und frühere osmanische Gebiete wieder zu annektieren. Afrin soll angegliedert werden, aber Erdogan will weiter, auch bis Aleppo. Und auf irakischer Seite über Sindschar bis nach Mossul.

Im Zuge des Konfliktes zwischen USA und Russland hat sich eine neue Koalition herausgebildet: zwischen Moskau, Teheran und Ankara. Wie bewerten Sie dieses Bündnis? Ist das stabil oder angesichts der doch sehr unterschiedlichen Interessen dieser Staaten zum Scheitern verurteilt?

Es entsteht eine Art eurasischer Block. Allerdings ist zu bezweifeln, ob das ein strategisches Bündnis ist. Alle drei Nationen haben historisch Konflikte miteinander gehabt. Und alle drei wollen etwas anderes. Sie kommen nun unter russischer Führung zusammen. Moskau ist der Schirmherr dieser Allianz. Ohne Russlands Zustimmung, das hat auch der Chefberater Erdogans klar gesagt, hätte nicht einmal eine türkische Drohne über Afrin fliegen können.

Wladimir Putin will dieses eurasische gegen das atlantische Bündnis, also die NATO, in Syrien in Stellung bringen. Und die Russen haben ein Interesse, die Türkei aus der NATO zu ziehen.

Es geht nun darum, Gebiete unter Kontrolle zu bekommen. In dieser Hinsicht sind die Türkei und die mit ihr kooperierenden Dschihadisten auch ein Instrument Russlands. Auf der anderen Seite hat aber die Türkei auch eigene Interessen, deswegen wird dieses Bündnis nicht lange halten können.

Außerdem haben wir die US-Präsenz in Syrien. Es wird immer gesagt, die kurdischen Gebiete seien Teil des von den Vereinigten Staaten kontrollierten syrischen Gebiets. Das aber war nie der Fall. Auch Russland war auf dem Gebiet der Demokratischen Konföderation Nordsyrien präsent – genauso wie die USA. Deswegen waren aber die kurdischen Kräfte dennoch weder prorussisch noch proamerikanisch.

Insgesamt geht es all diesen Mächten darum, durch Gewalt Syrien aufzuteilen. Da finden Tauschgeschäfte statt, so dass etwa die Türkei die eine Stadt räumt, um sie dem Assad-Regime zu überlassen, dafür aber von diesem den Zugang zu anderen Städten bekommt.

Genau das, was die kurdische Bewegung in den letzten sieben Jahren verhindern wollte, nämlich die Spaltung des Landes, wird jetzt vollzogen.

Wenn Russland nun die Besatzung eines Teils Syriens durch die Türkei ermöglicht, ist das doch für den wichtigsten Bündnispartner Moskaus in Syrien, die Regierung in Damaskus, ebenso schlecht. Wie reagiert Assad auf diese Politik? Gibt es da Widerspruch?

Assad hat wenig zu sagen. Das hat man auch in Afrin sehr deutlich gesehen. Kurz vor dem Angriff der Türkei hat die lokale Verwaltung in Afrin das Regime aufgefordert, die Grenzen zu schützen – es handelt sich ja schließlich um syrisches Territorium. Assad schickte nur symbolische Milizkräfte, weil Russland kein grünes Licht gegeben hat.

Das Regime hat keine ernstzunehmende Bedeutung mehr. Es untersteht der Kontrolle Russlands, ist abhängig von Moskau und Teheran. Assad ist im Grunde eine Marionette.

Gleichwohl hat der russische Außenminister Lawrow diese Woche die Türkei aufgefordert, die Kontrolle über Afrin an Damaskus zu übergeben. Ist das nur Rhetorik?

Ich glaube, das ist zum einen Gerede. Zum anderen aber könnte es dazu dienen, den Iran zu beschwichtigen. Teheran möchte nicht, dass sich die Türkei allzusehr ausbreitet.

Außerdem könnte es ein verbales Signal an die Kurden sein, um diese wieder mit ins Boot zu holen. Bevor Afrin durch die Türkei belagert wurde, gab es ja Gespräche mit Russland. Moskau forderte, dass die lokale Verwaltung Afrins Kompromisse mit dem Regime eingehen müsse – was diese auch getan hat. Und am nächsten Tag kreisten türkische Kampfjets über Afrin. Russland hat einen absoluten Vertrauensbruch begangen. Jetzt möchte die russische Regierung durch solche Äußerung sich den Kurden wieder annähern, weil die kurdische Bewegung ja nach wie vor ein entscheidender Faktor in Syrien ist.

Aber ich denke auch, dass Russland sehr wohl weiß, dass es die Türkei jetzt da nicht mehr rauskriegt. Erdogan hat bereits bekundet, Lawrow habe da gar nichts zu melden.

Gibt es noch Gespräche zwischen den kurdischen Kräften und Russland?

Die Strategie der kurdischen Bewegung war immer eine des »dritten Weges«, das heißt, man hält die Tür des Dialogs mit allen Seiten immer offen. Dennoch werden nach Afrin alle Gespräche noch sensibler geführt. Was in Afrin passiert ist, hat schon gezeigt, dass selbst diplomatische Verhandlungen und Absprachen keine Bedeutung mehr haben. Dennoch, Dialog wird es weiterhin geben, wir wollen ja nicht zwischen den Großmächten zerquetscht werden.

Kommen wir zu den Vereinigten Staaten. Das Bündnis der kurdischen Kräfte hatte immer auch eine Schutzfunktion gegen die Türkei. Aber sowohl bei dem Bombardement der YPG-Zentrale in Karacok vergangenes Jahr wie auch nun im Falle Afrins ließ Washington die Türkei gewähren. Ist das Bündnis hinfällig?

In bezug auf Afrin behaupten ja viele, die Kurden hätten verloren. Ich würde behaupten, diejenigen, die die kurdische Frage übersehen haben, haben verloren. Denn über die Zukunft Syriens kann man nicht ohne Kurden entscheiden. Zudem hängt die Zukunft Syriens auch mit der des Iraks, des Irans und der Türkei zusammen – und da sind überall Kurden.

Die Bündnispolitik bislang war geprägt von dem Krieg gegen den »Islamischen Staat«. Es war ein militärisches Bündnis, kein strategisches, politisches – weder mit den USA, noch mit Russland.

Unsere Strategie war, dass die Völker Syriens sich selbst etwas aufbauen – was ja in Teilen Syriens geschehen ist. Diese Solidarität der Völker hat sich auch bei dem Angriff auf Afrin gezeigt. Christliche und arabische Kämpfer kamen nach Afrin, jetzt haben die arabischen Menschen in Scheba die kurdischen Flüchtlinge aus Afrin aufgenommen. Das ist der große Erfolg dieser Strategie.

Der diplomatische Dialog wird mit allen Staaten, die hier präsent sind, aufrecht erhalten: ob das Frankreich ist oder die Briten, die USA oder Russland. Wir versuchen sie alle zu überzeugen, dass eine Spaltung Syriens nicht die Lösung sein kann. Wir haben eine andere Alternative: Die Bürger sollen selbst entscheiden, wie die Zukunft des Landes aussieht. Es ist wichtig, dass endlich einmal über eine Lösung von der Basis aus diskutiert wird und die Menschen nicht immer nur als passive Opfer der Großmächte gesehen werden.

Wir beharren auf dieser Zielsetzung, und alle diplomatischen Verhandlungen werden auf dieser Grundlage geführt. Wir wollen ein einheitliches, demokratisches Syrien. Und wir werden alles tun, damit das Land nicht gespalten wird. Wir wollen keinen zweiten Irak, kein weiteres Libyen hier. Das Chaos, das im Mittleren Osten in den vergangenen Jahren erzeugt wurde, wollen wir nicht in Syrien sehen. Dafür setzen wir den Kampf fort.

Die Zerstörung Libyens und des Iraks ist klar das Ergebnis US-imperialistischer Politik. Wie sehen Sie die derzeitige Strategie der USA? Manchmal wirkt es ja geradezu so, als handle Washington konfus. Am einen Tag die Ankündigung eines Truppenabzugs, am nächsten Tag Reden über »Regime-Change«. Haben die Vereinigten Staaten derzeit überhaupt eine Strategie?

Die Strategie der USA ist schon klar. Aber sie können diese in Syrien nicht so umsetzen, wie sie es in Libyen oder im Irak konnten, weil Russland jetzt mit im Spiel ist. Washington verfolgt ein Konzept, Syrien in drei Zonen aufzuteilen, anhand ethnischer Kriterien: eine Zone für Alawiten, eine für Sunniten, eine für Kurden. So ähnlich, wie die USA es im Irak gemacht haben. Dadurch können sie die Region natürlich besser kontrollieren. Ganz nach der klassischen Methode: Teile und herrsche!

Jetzt ist aber noch Russland da und sagt: Gut, wenn ihr das Land aufteilt, dann bekomme ich aber auch ein paar Gebiete. Das erschwert den USA die Umsetzung ihrer Konzepte. Es war auch für sie unerwartet, dass Russland in so kurzer Zeit so stark mitmischen kann. Zugleich entscheidet sich in Syrien die Zukunft Russlands im Mittleren Osten. Dass Russland auf der Bühne des Nahen und Mittleren Ostens eine so zentrale Rolle spielt, ist ja nach dem Wegfall der Sowjetunion eine neue Entwicklung.

Was wir vermeiden müssen, ist, dass Syrien eine Kriegszone zwischen dem eurasischen und dem atlantischen Block wird. Syrien ist immer noch ein eigenständiges Land, und die Besitzer dieses Landes sind die Völker Syriens. Weder Putin noch Donald Trump sollten da etwas zu sagen haben. Sowohl die USA wie Russland sollten aus Syrien verschwinden.

Nilüfer Koc … ist Kovorsitzende des Kongra Netewiya Kurdistan (Nationalkongress Kurdistan, KNK), eines internationalen Zusammenschlusses kurdischer Parteien, Organisationen und Einzelpersonen. Sitz des Dachverbandes ist Brüssel

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/330808.weder-putin-noch-trump-sollten-in-syrien-etwas-zu-sagen-haben.html (https://www.jungewelt.de/artikel/330808.weder-putin-noch-trump-sollten-in-syrien-etwas-zu-sagen-haben.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:10:02 So. 03.Juni 2018
TÜRKEI
Vorgezogene Wahlen: HDP kandidiert gegen den Faschismus
Die AKP-Regierung mit dem faschistischen Präsidenten Erdoğan an der Spitze hat gern mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen geprahlt. Tatsächlich ist die Türkei in den letzten 15 Jahren von einem abhängig kapitalistischen zu einem neuimperialistischen Land geworden.

(http://up.picr.de/32876113rh.jpg)(http://)
Deutschland-Vertretung der Demokratischen Partei der Völker (HDP)

Nicht nur viele internationale Monopole wie Daimler, Bosch, Renault, Ford, Hyundai und andere haben diese Entwicklung mitgeprägt und ausgenutzt, sondern auch türkische Monopole sind in die erste oder zweite Liga des internationalen Monopol-Rankings aufgestiegen.

 Vieles lief über Schulden. Die Türkei hatte vor Erdoğans Amtsantritt im Jahr 2001 ca. 160 Milliarden Auslandsschulden. Jetzt redet man von über 500 Milliarden. In der Zwischenzeit wurden für ca. 70 Milliarden US-Dollar die Staatsbetriebe an die internationalen Monopole verhökert. Privatfirmen sind mit über 200 Milliarden Dollar verschuldet, und jede Abwertung der türkischen Lira steigert ihre Schulden stündlich, sie stehen auf der Kippe. Einige große Firmen wie die Yıldız-Holding, die Doğuş-Holding u.a. wurden durch Umschuldungen (mit staatlichen Stützungsgeldern) vorerst gerettet.

Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen
Am 15. Mai 2018 erschien in der Neuen Zürcher Zeitung ein Interview mit dem Makroökonomen und Wirtschaftshistoriker Russell Napier. Er sagte „Die Insolvenz der Türkei ist keine Frage der Zeit mehr – der Anfang ist schon gemacht“. Das verdeutlicht ein Blick auf die Entwicklung der türkischen Leistungsbilanz. Sie ist seit Jahrzehnten defizitär, aber seit 2006 übertraf das Defizit fast jedes Jahr den Durchschnitt von 1984-2001 (22 Mrd. US-Dollar) und bewegt sich seit 2016 erneut rasant auf den Rekordwert von 2011 zu. Im März 2018 belief es sich, aufs Jahr hochgerechnet, schon auf über 55 Milliarden US-Dollar – bei gleichzeitig fälligen Schuldentilgungen in Höhe von 240 Milliarden US-Dollar.

 Der Wertverlust der Lira im Vergleich zu Dollar und Euro und der Rückgang von ausländischen Investitionen in die Türkei bringen die Wirtschaftspolitik der AKP in große Bedrängnis. Die Inflation liegt bei 10 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf 20 Prozent angestiegen. Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht. Zunehmend spüren die Massen die Abwälzung der Krisenlasten auf ihren Rücken in Form von Reallohnverlust, steigender Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung.

Hemmungsloser Import klimaschädlicher Energieerzeugung
Kapitalimport durch Umwelt und Gesundheit zerstörende Investitionen in die fossile Energiegewinnung und energieintensive Produktionsanlagen spielten eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Türkei als neuimperialistisches Land. Önder Algedik, Energie- und Klimaexperte und Umweltaktivist, weist in einem in der Zeitung GazeteDuvar vom 22. Mai 2018 erschienenen Artikel nach, dass der hemmungslose Import jeder Art von klimaschädlicher Energieerzeugung auch zu der verheerenden Wirtschaftslage beigetragen hat: Kohleförderung, Kohlekraftwerke, Erdgaskraftwerke, Zementwerke, Erdölverbrennung, Aluminiumwerke oder Stahlwerke usw.

Weit entfernt von absoluter Mehrheit
In Umfragen ist der faschistische Staatspräsident Erdogan bei den vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 24. Juni weit von der angestrebten absoluten Mehrheit entfernt. Wahlforschern zufolge kommt Erdogan derzeit auf 42 Prozent. Die Widersprüche zum faschistischen Terror, der brutalen Unterdrückung linker Kräfte und zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Rojava wachsen auch in der Türkei. Trotz des Terrors demonstrierten am 1. Mai Hunderttausende in Istanbul. Demonstranten trugen Bilder inhaftierter HDP-Politiker/-innen und Plakate auf denen stand: „Demirtaş ist unter uns". Tausende riefen „AKP und MHP werden fallen.“

Selahattin Demirtas kandidiert aus dem Gefängnis
Für die Präsidentschaftswahl haben außer der Erdogan-AKP fünf Parteien Kandidaten aufgestellt. Für die Demokratische Partei der Völker (HDP) kandidiert aus dem Gefängnis heraus, wo er wegen seiner Parteinahme für den kurdischen Freiheitskampf sitzt, Selahattin Demirtas. Die HDP kämpft nicht nur für die Rechte der Kurden, sondern gegen die Fortdauer des Notstands in der Türkei, gegen den Erdogan-Faschismus und für Frauenrechte. Eine Wahlkämpferin in Amed sagt: "Amed ist ein besonderer Ort. Hier lebt eine stark politisierte Bevölkerung. Und bei den Frauen erkennen wir eine entschlossene Haltung gegen die Versuche, ihren Willen zu unterdrücken. Die Frauen wollen insbesondere für ihre inhaftierten Freundinnen am Tag der Wahlen ein starkes Zeichen setzen und ihre Stimmen an den Wahlurnen schützen".

Der Wahlkampf der HDP wird in der Türkei von der Regierung zu behindern versucht, wo es nur geht: "Doch innerhalb der Bevölkerung herrscht eine Atmosphäre des Aufbruchs vor, die ihnen niemand nehmen kann. Deshalb zeigen die Einschüchterungsversuche keine Wirkung." Für die Wahlberechtigten in Deutschland (Türken, Kurden und andere mit türkischer Staatsangehörigkeit) ist die HDP eine wählbare Alternative. Der gemeinsame Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und der bürgerlichen Parteien in Deutschland stärkt auch die Kräfte gegen Erdogan in der Türkei.

Quelle

https://www.rf-news.de/2018/kw22/vorgezogene-wahlen-einzig-hdp-kandidiert-gegen-den-faschismus (https://www.rf-news.de/2018/kw22/vorgezogene-wahlen-einzig-hdp-kandidiert-gegen-den-faschismus)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 21:43:51 Di. 05.Juni 2018
Proteste gegen Inhaftierung von Gewerkschaftlern

(https://anfdeutsch.com/uploads/de/articles/2018/06/20180604-20180604-img-460957c69e-image632edd-image.JPG)

Der Gewerkschaftsverband KESK von Istanbul protestierte in Kadıköy gegen die Festnahmen von Gewerkschaftler*innen.

https://anfdeutsch.com/aktuelles/proteste-gegen-inhaftierung-von-gewerkschafter-innen-4855
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 17:21:07 Sa. 09.Juni 2018
Zitat
Türkei - Solidarisch mit dem antifaschistischen Kampf - Wahlempfehlung der MLPD

Die Präsidentschaftswahl in der Türkei wird vorgezogen und gleichzeitig mit den Parlamentswahlen 2018 stattfinden. Die MLPD ruft alle türkischen und kurdischen Kolleginnen und Kollegen auf, von ihrem Wahlrecht auch in Deutschland Gebrauch zu machen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw23/die-mlpd-ruft-zur-unterstuetzung-und-wahl-der-hdp-auf (https://www.rf-news.de/2018/kw23/die-mlpd-ruft-zur-unterstuetzung-und-wahl-der-hdp-auf)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 17:25:59 Di. 26.Juni 2018
Zitat
Wahlen in der Türkei - HDP-Erfolg unterstreicht Bündnispolitik gegen Rechtsentwicklung (neu)imperialistischer Regierungen

Die fortschrittliche Demokratische Partei der Völker (HDP) hat bei dieser Wahl 700.000 Stimmen hinzugewonnen. Für viele demokratische und linke Kräfte waren die Wahlen mit der Hoffnung verbunden, den Übergang zum Präsidialsystem zu verhindern und Recep Tayyip Erdoğan möglichst abwählen zu können.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw26/broeckelnde-massenbasis-der-faschistischen-diktatur-kommt-zum-ausdruck-1 (https://www.rf-news.de/2018/kw26/broeckelnde-massenbasis-der-faschistischen-diktatur-kommt-zum-ausdruck-1)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 19:01:42 Do. 28.Juni 2018
Zitat
Dringender Aufruf - Gesundheitszustand von Turgut Kaya verschlechtert sich - MLPD ruft zu Soliaktionen auf

Die Konföderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Europa (ATIK) richtet einen dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit:

Unter der Überschrift „Schauen wir nicht tatenlos zu, während Turgut Kaya stirbt“ (siehe Rote Fahne News) schreibt die Organisation: „Turgut Kaya begann am 31. Mai 2018 einen Hungerstreik, um gegen den Auslieferungsbeschluss zu protestieren sowie seine politische Identität zu verteidigen und für seine Freilassung zu kämpfen.

Aufgrund des nunmehr kritischen Gesundheitszustands Turgut Kayas ist er in Lebensgefahr und es ist zu fürchten, dass er bleibende Schäden erleiden wird. ...

Wir rufen alle Parteien und Organisationen auf, die sich seit nahezu einem Monat dafür einsetzen, dass Turgut Kaya nicht an die Türkei ausgeliefert wird, ihre Unterstützung anbieten und sich an Aktionen auf der Straße beteiligen, aktiv zu werden, damit Turgut Kaya freigelassen wird ..."

MLPD unterstützt diesen Kampf mit voller Kraft

Dazu schreibt die MLPD: „Die MLPD unterstützt den Kampf gegen die Auslieferung Turgut Kayas an das faschistische Erdoğan-Regime mit voller Kraft! Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der ICOR, hatte bereits am 1. Juni alle ICOR-Organisationen zur Organisierung der Solidarität aufgerufen, denn die Auslieferung kann nur durch eine breite internationale Solidaritätsbewegung verhindert werden.

Die Inhaftierung von Turgut Kaya reiht sich ein in ein konzertiertes Vorgehen verschiedener europäischer Regierungen auf Geheiß des faschistischen Erdogan-Regimes gegen vermeintliche TKP/ML-Mitglieder. Es ist deshalb sehr wichtig, einen europaweiten Widerstand und Zusammenschluss der fortschrittlichen und revolutionären Kräfte zu entwickeln und zu stärken. Keine Auslieferung von Turgut Kaya an das faschistische Erdogan-Regime, Freiheit für Turgut Kaya! Freiheit für alle politischen Gefangenen!"

Kurzfristig organisierte Aktion in Düsseldorf

Eine erste kurzfristig organisierte Protestaktion fand heute von 12 Uhr bis 13 Uhr die zweite Protestkundgung vor dem griechischen Generalkonsulat in Düsseldorf statt - organisiert von Aktivisten der Konföderation der Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Türkei in Deutschland (ATIF) und der MLPD. Die Landesleitung Nordrhein-Westfalen der MLPD berichtet darüber:

"Noch während der Kundgebung erfuhren wir, dass Turgut Kaya inzwischen notärztlich in eine Klinik gebracht werden musste und dort ärztlich behandelt wird. Von der Kundgebung entsandte Genesungswünsche waren mit der Forderung verbunden, Turgut Kaya sofort freizulassen, damit er fachgerecht in einer Klinik, die Erfahrung mit Hungerstreikenden und Folteropfern hat, behandelt werden kann.

Das harte Vorgehen gegen Turgut Kaya, der in der Türkei bereits Jahre in den Foltergefängnissen des Regimes verbracht hat, wurde im Zusammenhang mit der Rechtsentwicklung der Regierungen am offenen Mikrofon verurteilt.

Gespräch mit Botschaftsangehörigen

In einem kurzen Gespräch mit Frau Markozannes und Herrn Mygdalas vom griechischen Generalkonsulat wurde erneut der Ernst der Situation erläutert. Es wurde deutlich gemacht, dass viele Menschen von der Syriza-Regierung erwarten, sich für demokratische Rechte und Freiheiten stark zu machen und sich nicht von einem faschistischen Despoten erpressen zu lassen. Wir sind gespannt, ob wir die in Aussicht gestellte Antwort erhalten.

Wir waren uns einig, dass die Solidarität weitergehen muss, und wir uns - falls erforderlich - wieder vor dem Generalkonsulat treffen."

Protestaktion auch in Frankfurt am Main

Auch in Frankfurt/Main gab es eine Protestaktion vor dem griechischen Konsulat. In einem Bericht der Landesleitung Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland der MLPD heißt es:

"Der Ernst der Situation war den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben. Turgut Kaya ist weiter in türkischer Haft und sein Hungerstreik seit 30 Tagen gefährdet bereits seine Gesundheit. Kaya ist keiner Straftat angeklagt, sondern soll als Revolutionär in die faschistische Türkei ausgeliefert werden, die ihn mit Folter und Tod bedroht.

Offizielle Erklärung der griechischen Regierung verlangt

Die deutsche Regierung und EU rühren keinen Finger gegen seine drohende Abschiebung, was ihren reaktionären imperialistischen Charakter verdeutlicht. Über Lautsprecher wurde gut hörbar informiert. Die Eingangspforte des Konsulats war mit Stahlketten verschlossen, an die sich eine Frau und ein Mann angekettet hatten. Die Polizei kam schnell, hielt sich aber zunächst im Hintergrund bei der spontanen Aktion.

Konsulatsangestellte meinten, die Regierung werde ihrer Meinung nach Kaya nicht an die Türkei ausliefern. Aber das war den Demonstranten zu wenig, sie verlangten eine offizielle Erklärung der Regierung. Immerhin existiert ein gültiger Auslieferungsbeschluss. Das ist eine Frage auf Leben und Tod!

Nach langem Hin und Her sagte das Konsulat zu, das Protestschreiben der Demonstranten an die griechische Regierung zu faxen. Eine Angestellte kam auf Verlangen der Demonstranten erneut an die Pforte, der Ernst der Situation des Gefangenen wurde ihr erneut verdeutlicht und sie versicherte, das Schreiben sei an das griechische Ministerium versandt. Mit dieser Zusage wurde gemeinsam die Protestaktion beendet - nicht ohne klargemacht zu haben: Solange die Abschiebung droht, werden Proteste weitergeführt und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt.
Kommt zu weiteren Protestaktionen in Deutschland!

Berlin: Freitag, 29. Juni, 11.00 Uhr, vor der griechischen Botschaft, Kurfürstendamm 185.
Hamburg: Freitag, 29. Juni, 16.00 Uhr, beim „Methfesselfest“, Else-Rauch-Platz, HH-Eimsbüttel.
Weitere Aktionen in anderen Städten sind willkommen!

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw26/gesundheitszustand-von-turgut-kaya-verschlechtert-sich-mlpd-ruft-zu-soliaktionen-auf (https://www.rf-news.de/2018/kw26/gesundheitszustand-von-turgut-kaya-verschlechtert-sich-mlpd-ruft-zu-soliaktionen-auf)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 20:48:42 Fr. 13.Juli 2018
Zitat
Türkei - Zunehmend labile Entwicklung nach Erdoğans „Wahlsieg"

Unmittelbar nach seinem - mithilfe massiver Manipulationen und Repression erzielten - Wahlsieg, und der damit erlangten praktischen Befugnis zur Alleinherrschaft, hat das Regime des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan den Kurs der faschistischen Unterdrückung verschärft.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw28/zunehmend-labile-entwicklung-nach-erdogans-wahlsieg (https://www.rf-news.de/2018/kw28/zunehmend-labile-entwicklung-nach-erdogans-wahlsieg)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:52:33 Do. 13.September 2018
Zitat
Türkei - Erdogan macht sich selbst zum Verwalter des Staatsschatzes

In einem Überraschungscoup hat der türkische Präsident die komplette Führung des Staatsfonds abgesetzt. Dessen Besitztümer sind rund 200 Milliarden Dollar wert. Über sie bestimmen nun Erdogan – und sein Schwiegersohn.

Quelle: https://www.welt.de/finanzen/article181506148/Tuerkei-Recep-Tayyip-Erdogan-macht-sich-selbst-zum-Verwalter-des-Staatsschatzes.html (https://www.welt.de/finanzen/article181506148/Tuerkei-Recep-Tayyip-Erdogan-macht-sich-selbst-zum-Verwalter-des-Staatsschatzes.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:55:06 Di. 18.September 2018
Zitat
Türkei - Hunderte Arbeiter bei Streik an Flughafen-Baustelle in Istanbul festgenommen

Mehrere tausend Arbeiter demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen auf der Baustelle von Istanbuls neuem Airport. Sie beklagen Todesfälle, schlechtes Essen, schlechte Unterbringung und Probleme mit der Bezahlung.

Quelle: https://www.dw.com/de/hunderte-arbeiter-bei-streik-an-flughafen-baustelle-in-istanbul-festgenommen/a-45499915 (https://www.dw.com/de/hunderte-arbeiter-bei-streik-an-flughafen-baustelle-in-istanbul-festgenommen/a-45499915)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:54:54 Mi. 19.September 2018
Im letzten Jahr war ich auf einer Veranstaltung, bei der es um möglichen Widerstand gegen Erdogan und das AKP Regime ging.
Libertäre Gruppen hatten sich zum Ziel gesetzt, Arbeiter zum Kämpfen bewegen. Man betrachtete Flugblattaktionen vor den großen Fabriken als extrem schwierig, denn die sind zumeinst unter AKP Kontrolle. Man erhält dort nur einen Job, wenn man nach Überprüfung nicht als politischer Gegner aufgefallen ist. Unruhestifter können es mit den Schlägertrupps der Grauen Wölfe zu tun bekommen. Deshalb hat man sich entschieden, Baustellen in Angriff zu nehmen. Dort seien Flugblattaktionen noch möglich.

Ich kann nicht beurteilen, ob der Streik an der Flughafenbaustelle Istanbul eine Frucht dieser Arbeit ist. Vielleicht waren die Arbeitsbedingungen einfach so schrecklich, daß der Streik spontan aus Verzweiflung entstanden ist.
Zitat
Bauarbeiter, die nach dem „Unfalltod“ zweier Kollegen in der Nacht zuvor, dann am  Freitag, 14. September, in den Streik getreten waren gegen ihre unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Wenn Bauarbeiter in der Türkei ohnehin bereits ein extrem gefährlicher Job ist, dann ist es noch eine Steigerung davon, an Erdogans Renommierprojekt arbeiten zu müssen.
http://www.labournet.de/?p=137494 (http://www.labournet.de/?p=137494)

Zitat
Streik am Istanbuler Flughafen
Polizei nimmt 500 Arbeiter fest

Nach tödlichen Unfällen auf der Baustelle des Istanbuler Flughafens streiken die Arbeiter. Die Polizei versucht, den Ausstand niedergeschlagen.


(http://www.taz.de/picture/2959126/624/istanbul.jpeg)

In der Nacht auf Samstag hat die Polizei in Istanbul Hunderte streikende Arbeiter festgenommen. Nach Angaben der regierungskritischen Gewerkschaft Insaat-Yapi-Is drang die Polizei in den frühen Morgenstunden in die Unterkünfte der Arbeiter ein, die auf der Großbaustelle für den neuen Flughafen von Istanbul beschäftigt sind, und nahm rund 500 von ihnen in Gewahrsam. Damit sollte ein Streik, den die Arbeiter Freitag früh begonnen hatten, niedergeschlagen werden. Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Özgür Karabulut, der Streik sei damit aber nicht beendet. „Die Wut der Arbeiter wird nicht so leicht nachlassen.“

Seit vier Jahren wird unter Hochdruck am Bau des dritten Flughafens für Istanbul gearbeitet. Er soll am 29. Oktober, zum Jahrestag der Republikgründung, von Präsident Recep Tayyip Erdoğan eröffnet werden. Der Flughafen ist das größte und wichtigste Infrastrukturprojekt der Regierung Erdoğan. Er soll mit einer Kapazität von 90 Millionen Reisenden im Jahr eröffnet werden, später für 200 Millionen jährlich ausgebaut werden. Damit hätte Istanbul den größten Flughafen der Welt.

Laut Medienberichten sind die Arbeitsbedingungen auf dem Großprojekt katastrophal. Wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen soll es nach Recherchen regierungskritischer Medien in den bisher vier Jahren Bauzeit zu rund 300 tödlichen Unfällen gekommen sein. Offiziell räumt die Regierung 27 Todesfälle ein.

Anlass für den aktuellen Streik war der Unfall eines Servicebusses, der die Arbeiter von ihrem Schlaflager zur Baustelle bringen sollte. Dieser Busshuttle wird seit Langem kritisiert. In den provisorischen Unterkünften sind rund 15.000 Arbeiter untergebracht. Die Streikenden beklagen aber auch Hetze, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Bezahlung durch zwischengeschaltete Subunternehmen.

Wasserwerfer und Tränengas

Die Regierung will unter allen Umständen den Eröffnungstermin sichern. Sie hatte deshalb bereits am Freitag ein massives Polizeiaufgebot mit Wasserwerfern und Tränengas auf die Baustelle geschickt. Auch eine Solidaritätsdemonstration am Samstag im Stadtteil Kadiköy wurde von der Polizei gewaltsam aufgelöst.

In regierungsnahen Medien, allen voran dem Fernsehkanal A-Haber, wird der Streik als vom Ausland gesteuerte Provokation dargestellt, der die Eröffnung behindern soll. A-Haber sagte, nachdem die USA die Türkei mit wirtschaftlicher Erpressung nicht auf Linie bringen konnte, habe man nun den Streik gegen das wichtigste türkische Projekt initiiert. Auch Deutschland sei gegen den Bau, weil man die Konkurrenz für den Frankfurter Flughafen fürchten würde.

Das für den Bau zuständige Unternehmen IGA hatte erklärt, man werde so schnell wie möglich Maßnahmen ergreifen, um etwaige Missstände zu beseitigen. Laut Gewerkschaft gibt es aber keinerlei konkrete Zusagen.
http://www.taz.de/Streik-am-Istanbuler-Flughafen/ (http://www.taz.de/Streik-am-Istanbuler-Flughafen/)!5533160/
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 13:47:47 Do. 20.September 2018
35.000 Arbeiter_innen bauen derzeit den dritten Flughafen Istanbuls, der der größte der Welt werden soll. Dem Arbeitsministerium  zufolge sind 27 Arbeiter auf der Baustelle gestorben, andere Quellen sprechen von 400 Toten seit Beginn der Bauarbeiten, unter ihnen auch Kinder.

Ein zweiminütiges Video bei Labournet TV

https://de.labournet.tv/flughafenarbeiter-wehren-sich-gegen-todliche-arbeitsberdingungen
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 19:01:38 Di. 11.Dezember 2018
Zitat
Afrin: Exzessive Gewalt durch türkische Besatzung

Seit der türkischen Militäroperation "Olivenzweig" sind Terror, ethnische Säuberungen und demografische Veränderungen große Probleme in einer der zuvor friedlichsten Zonen Syriens

Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Afrin-Exzessive-Gewalt-durch-tuerkische-Besatzung-4246160.html (https://www.heise.de/tp/features/Afrin-Exzessive-Gewalt-durch-tuerkische-Besatzung-4246160.html)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kunta am 22:01:02 Di. 11.Dezember 2018
@Counselor

Und Erdogan ist auch kein Heiliger was den Umgang mit seinen Kritikern angeht. Gerade habe ich gelesen, was für eine Überraschung *sarkasmus* - in türkischen (Geheim-)gefängnissen wird zu Tode gefoltert. Tja, soviel zum Fall Kashoggi, ein furchtbarer Mord in einer saudischen Botschaft auf türkischem Boden.

Fazit schon damals: Erdogan ist ebensowenig wie die angeblich so gute westliche Wertegemeinschaft ohne Blut an den Händen.

Gruß
Kunta
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:28:45 Mi. 12.Dezember 2018
Ganz klar, dass Erdogan Blut an den Händen hat. Und mit sowas arbeitet die Bundesregierung zusammen. Pfui Deibel!
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 05:34:23 Do. 13.Dezember 2018
Zitat
Militärbewegungen an türkischer Grenze

Nach den Angriffsdrohungen des türkischen Präsidenten Erdoğan finden Militärbewegungen bei Serêkaniyê auf türkischer Seite der Grenze statt.

Quelle: https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/militaerbewegungen-an-tuerkischer-grenze-8314
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:47:43 Sa. 15.Dezember 2018
Zitat
Türkei / Rojava - Sofortige Beendigung der türkischen Aggressionen in Nordsyrien!

Am Donnerstagabend haben Kampfjets des faschistischen türkischen Regimes das Flüchtlingscamp Mexmûr und das ezidische Siedlungsgebiet Şengal bombardiert.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw50/sofortige-beendigung-des-aggressionskriegs (https://www.rf-news.de/2018/kw50/sofortige-beendigung-des-aggressionskriegs)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:39:58 Do. 20.Dezember 2018
Zitat
Machtpoker - Trump will US-Truppen aus Nord- und Ostsyrien abziehen - eiskalte Auslieferung von Rojava

Am Mittwoch, 19. Dezember, kündigte US-Präsident Donald Trump den sofortigen und kompletten Rückzug der ca. 2.000 US-Soldaten aus der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien (Rojava) an.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw51/trump-zieht-seine-truppen-aus-rojava-ab-und-laesst-verbuendete-im-stich (https://www.rf-news.de/2018/kw51/trump-zieht-seine-truppen-aus-rojava-ab-und-laesst-verbuendete-im-stich)
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 17:30:20 Sa. 22.Dezember 2018
Zitat
NAV-DEM: Bildet internationalistische Widerstandskomitees!

Der kurdische Dachverband NAV-DEM ruft zur gemeinsamen Koordinierung von Protestaktionen gegen die drohende Militärinvasion der Türkei in Nordsyrien auf. In Berlin findet heute eine Demonstration zur Verteidigung von Rojava statt.

Quelle: https://anfdeutsch.com/aktuelles/nav-dem-bildet-internationalistische-widerstandskomitees-8453
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:57:32 Sa. 22.Dezember 2018
Die Kurden wurden immer wieder von den USA hängengelassen, verraten und verkauft, ans Messer geliefert.
Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:22:20 So. 23.Dezember 2018
Die Rücktritte im US Verteidigungsministerium (McGurk ist bereits der dritte) lassen darauf schließen, das diese Entscheidung von Trump alleine gefällt wurde.
Aber es war klar, das etwas in der Art passieren würde.
Die Kurden haben im Kampf gegen den IS die größten Opfer gebracht und entscheident dazu beigetragen, den IS zu schwächen.
Als dank dafür sollte man ihnen jetzt ihr eigenes Land zusprechen und sie vor den Türken beschützen und nicht hängen lassen.

Titel: Re:Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kunta am 19:18:44 Mi. 26.Dezember 2018
Als dank dafür sollte man ihnen jetzt ihr eigenes Land zusprechen und sie vor den Türken beschützen und nicht hängen lassen.


Bei aller Zustimmung als Kurde, oder Kurdin, würde ich die Sache wohl als x-ten Verrat nach 1918 ansehen.

Ob du dich ein bißchen in der Geschichte Kurdistans auskennst?

Denen wird schon seit 100 Jahren, dem Ende des 1. Weltkrieges, ein eigenes Land versprochen, und das Versprechen wurde - eben wegen, auch damals schon  ::) der Türkei - dem Osmanischen Reich und anderen Staaten nie eingelöst - diese Art des Verrats kennen die Kurden, ebenso wie andere Völker die von ihren Allierten verraten worden sind schon zur Genüge.

Übrigens die Türkei läßt ja schon an der syrischen Grenze zu den Gebieten der YPG islamistische Milizen und türkische Panzer aufrollen.

Man wartet nur noch das Ok von Erdogan ab, bzw. den erneuten Verrat an den Kurden - diesmal durch die USA Donald Trumps - und dann geht das Blutfest bzw. Mörderfest von Neuem los wie anno 1918  kotz

Gruß
Kunta
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 10:40:04 So. 30.Dezember 2018
Zitat
Wir haben Revolutionen in der Revolution gemacht

Hesen Mihemed Elî vom Vorstandskomitee des Demokratischen Syrienrats und Verantwortlicher für die Arbeit in den Regionen Raqqa und Deir ez-Zor berichtet vom gleichzeitigen Abwehrkampf gegen die Türkei und den IS und dem Aufbau eines neuen Systems.

Quelle: https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/wir-haben-revolutionen-in-der-revolution-gemacht-8647
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 19:47:58 Mo. 04.März 2019
Zitat
Rede in Ankara - Türkei will mutmaßliche Regierungsgegner aus Deutschland bei Einreise festnehmen

Innenminister Soylu deutet an, politische Gegner in Deutschland zu beobachten - und will sie festnehmen lassen, wenn sie zum Urlaub in die Türkei kommen.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/rede-in-ankara-tuerkei-will-mutmassliche-regierungsgegner-aus-deutschland-bei-einreise-festnehmen/24063232.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 18:28:45 Mo. 01.April 2019
Zitat
Türkei - Schwere Niederlage für Erdoğans faschistische Allianz bei Kommunalwahlen

Bei den landesweiten Kommunalwahlen in der Türkei waren am Sonntag, 31. März, rund 57 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Erdoğans faschistische Allianz erlitt dabei eine schwere Niederlage.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw14/ein-desaster-fuer-die-faschistische-akp-regierung-erdogans
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 04:46:28 Di. 08.Oktober 2019
Zitat
Militäreinmarsch der Türkei - US-Truppen verlassen Nordsyrien

Das türkische Militär steht laut Weißem Haus kurz davor, in Nordsyrien einzumarschieren. Die dort anwesenden US-Truppen würden die Region verlassen. Damit verliert die kurdische Miliz ihren einstigen Partner.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-us-101.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 19:14:39 Di. 08.Oktober 2019
Zitat
Kommunalpolitikerin aus Nürnberg in Türkei verhaftet

ISTANBUL/NÜRNBERG - Die aus Nürnberg stammende Kommunalpolitikerin Senem Kartal (Linke Liste) ist in der Türkei verhaftet worden. Damit gehört sie zu einer Reihe von Bundesbürgern, die derzeit in der Türkei festgehalten werden. Anderen Deutschen wird dort demnächst der Prozess gemacht, etwa den beiden Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu.

Quelle: https://www.nordbayern.de/kommunalpolitikerin-aus-nurnberg-in-turkei-verhaftet-1.9401829
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:54:32 Mi. 09.Oktober 2019
Zitat
Türkische Truppen überqueren offenbar syrische Grenze

Nach acht Jahren Bürgerkrieg steht der syrische Diktator Baschar al-Assad kurz vor dem Sieg. Mehrere hunderttausend Menschen befinden sich auf der Flucht. Die US-Regierung lässt die türkische Armee währenddessen in einem umkämpften Gebiet gewähren. Alle Informationen zum Syrien-Krieg im News-Ticker von FOCUS Online.

Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/news-ticker-zum-syrien-krieg-eindeutige-truppenbewegungen-die-tuerkische-offensive-in-syrien-steht-kurz-bevor_id_11215840.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:35:52 Sa. 30.November 2019
Zitat
Selbstmord-Serie in der Türkei
Suizid als letzter Ausweg
Eine Selbstmord-Serie hält die Türkei in Atem. Drei Familien nahmen sich mit Gift das Leben - der Grund: wirtschaftliche Probleme. Die anhaltende ökonomische Krise in der Türkei treibe die Menschen in den Tod, meint die Opposition.
https://de.qantara.de/inhalt/selbstmord-serie-in-der-tuerkei-suizid-als-letzter-ausweg
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 23:27:16 Sa. 30.November 2019
Der Prozess gegen Peter Steudtner geht in der Türkei auch weiter
https://www.tagesspiegel.de/politik/prozess-in-der-tuerkei-staatsanwalt-fordert-freispruch-fuer-peter-steudtner/25273962.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:57:33 Sa. 29.Februar 2020
Zitat
Türkei geht über alle Grenzen - Erdoğan lässt Flüchtlinge laufen

Tausende Flüchtlinge gelangen ungehindert an die Grenzen zwischen der Türkei und der EU. Zugleich verkündet Präsident Erdoğan Militärangriffe in Syrien.

Quelle: https://taz.de/Tuerkei-geht-ueber-alle-Grenzen/!5667983/
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 20:07:10 Sa. 29.Februar 2020
Der Krieg in Syrien wurde nicht nur von der Gesellschaft verdrängt, sondern auch von einem Großteil der Linken. Ich will es niemandem vorwerfen, denn es ist schwer darauf eine Antwort im Sinne von angemessenem Handeln zu finden. Ein "schlimm, wirklich schlimm" bleibt folgenlos.

Die Proteste gegen die Masse an Flüchtlingen und deren Unterbringungsbedingungen auf den griechischen Inseln, waren wirklich angebracht. Die Forderungen, die Lager aufzulösen und die Geflüchteten aufs Festland zu bringen und in andere europäische Staaten, sind völlig richtig. Es mischen sich aber auch griechische Faschisten in die Proteste ein.

Jetzt benutzt Erdogan die Geflüchteten aus politisches Druckmittel. Er läßt sie aus politischem Kalkül nach Westeuropa kommen. Dieses Druckmittel funktioniert nur, weil wir das rassistische Klima im Land haben und es den facebook-Faschomob gibt. Wir können uns auf was gefaßt machen. Da werden Menschenketten und Kerzenproteste wenig nützen. 
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 09:46:57 Mo. 23.März 2020
https://www.dielinke-europa.eu/de/article/12636.abschottung-ist-unmenschlich-entsetzliche-szenen-an-der-t%C3%BCrkisch-griechischen-grenze.html
Zitat
Özlem Alev Demirel, Europaabgeordnete der LINKEN und stellvertretende Vorsitzende der EP-Delegation für die Beziehungen zur Türkei und Michel Brandt, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für Menschenrechte des Deutschen Bundestags, befinden sich aktuell im griechisch-türkischen Grenzgebiet, um auf die dramatische Situation der geflüchteten Menschen und die massive Missachtung der Menschenrechte aufmerksam zu machen. Aktuell sind die beiden Abgeordneten auf der türkischen Seite der Grenze auf dem Weg nach Pazarkule.


Zitat
Prozessbeobachtung in der Türkei
13. MÄRZ 2020
https://die-linke-ortenau.de/prozessbeobachtung-in-der-tuerkei/

Corona - Quarantäne - Zeit für Bücher, Bildung, Zeitungen, Dokus, Reportagen, Internet 24/7 ohne schlechtes Gewissen, Musik ..

ich guckte das letztens auf ZDF info (google copy & paste)

Zitat
Erdogans Türkei – Von der Demokratie zur Diktatur ... - ZDFwww.zdf.de › Doku › ZDFinfo Doku
14.07.2017 - zdf.de · Doku · ZDFinfo Doku; Erdogans Türkei – Von der Demokratie ... Recep Tayyip Erdogans politischer Werdegang zeigt nun die völlige ...

Erdogans AKP - Eine Partei verändert die Türkei ... - ZDFwww.zdf.de › Doku › ZDFinfo Doku
07.11.2019 - Doku | ZDFinfo Doku - Erdogans Türkei. Die Türkei galt lange als letzte Bastion der Demokratie im Mittleren Osten, trotz aller politischer …

Die Verschleppten - Kidnapping im Auftrag Erdogans - ZDFwww.zdf.de › Doku › ZDFinfo Doku
12.12.2018 - Doku | ZDFinfo Doku - Erdogans Türkei. Die Türkei galt lange als letzte Bastion der Demokratie im Mittleren Osten, trotz aller politischer …

Erdogan und die AKP – wie sich die Türkei verändert ... - ZDF

auch die Türkei ist betroffen von Corona ..


Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: FrankWhite am 15:48:06 Di. 24.März 2020
Manchmal denke ich mir wie es wäre wenn die Türkei nicht dort wäre wo sie ist. Die geopolitische Lage der Türkei macht das Land zu einem Spielball. Die Leidtragenden sind natürlich die Bevölkerung.
Zwar heißt es dann, die haben ja ihre eigenen Stimmen Erdogan gegeben. Erdogan war aber nicht immer ein Arsch. Erst mit zunehmender Macht hat sich seine wahre Hackfresse gezeigt.
Das Land ist wirtschaftlich geschwächt, versucht 4 Millionen Flüchtlinge unterzubringen, an der Grenze herrscht Krieg und Corona ist am kommen. Hoffe es nimmt ein gimpfliches Ende. Ist an und für sich ein tolles Land.
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 12:55:14 Mi. 25.März 2020
Zitat
Verzweifelter Appell
Unterstützer der türkischen linken Band Grup Yorum sprechen von schwerer Folter

(https://abload.de/img/1356774ojfv.jpg) (https://abload.de/image.php?img=1356774ojfv.jpg)

Unterstützer der türkischen linken Band Grup Yorum erheben Foltervorwürfe gegen den türkischen Staat. Der politische Gefangene Mustafa Kocak sei im Zusammenhang mit Zwangsernährungsversuchen schwer misshandelt worden, sagte eine Sprecherin des Kölner Solidaritätskomitees für die Gruppe, deren Musiker zum Teil seit mehr als 270 Tagen mit einem Todesfasten gegen die Haftbedingungen und weitere Repressalien gegen politische Künstler protestieren
https://www.jungewelt.de/artikel/375170.zwangsern%C3%A4hrt-und-misshandelt-verzweifelter-appell.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: admin am 09:52:47 Sa. 04.April 2020
Zitat
Die türkische Band Grup Yorum ist für ihre regierungskritischen Texte bekannt und wurde dafür verfolgt. Jetzt ist ein Bandmitglied nach 288 Tagen Hungerstreik gestorben.
https://www.zeit.de/kultur/musik/2020-04/tuerkei-grup-yorum-band-todesfasten-restriktionen-regierung
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:26:45 Mi. 29.April 2020
Zitat
Türkei: Syrischer Flüchtling von Polizei erschossen

In Adana ist ein 19-jähriger syrischer Flüchtling auf dem Weg zur Arbeit von einem Polizisten erschossen worden. In der Türkei gelten Ausgangssperren für unter 20-Jährige. Die tödliche Kugel traf das Opfer ins Herz.


(https://anfdeutsch.com/uploads/de/articles/2020/04/20200428-adana-fluechtling-erschossen-jpg469a51-image.jpg)
https://anfdeutsch.com/aktuelles/tuerkei-syrischer-fluechtling-von-polizei-erschossen-18802
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:14:34 Di. 06.Oktober 2020
Nato-Staat Türkei:

Zitat
Kurdische Bauern aus Hubschrauber geworfen? Regierung bestreitet Vorwürfe

Das türkische Militär soll nach einer PKK-Aktion zwei kurdische Bauern gefoltert haben. Die Regierung bestreitet das. Die prokurdische HDP verlangt Gerechtigkeit.
https://www.fr.de/politik/tuerkei-militaer-kurden-bauern-hdp-hubschrauber-geworfen-90061616.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 18:26:42 Fr. 23.April 2021
Die Bundestagsabgeordnete Heike Haensel Die Linke, hat laut fb eine interessante Zoom Konferenz durchgefuehrt was die Solidaritaet mit den polit Gefangenen in der Tuerkei betrifft. Steudtner, Mesale Tolu und anderen waren dabei sowie Interessierte.
https://www.facebook.com/HeikeHaenselMdB/
am 20. April 21
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 18:30:38 Fr. 23.April 2021
Das ist löblich. Das autoritäre Vorgehen Erdogans wird einfach hingenommen von Politik und Mainstreammedien. Es geht ja nicht um Putin.

Weltweit wird das antidemokratische und repressive Vorgehen zur Normalität. Wir sollten uns nicht daran gewöhnen.
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 20:37:57 Fr. 23.April 2021
ja, Die Linke erklaert sich auch solidarisch mit der HDP die sie auch ihre tuerkische Schwesterpartei nennt.
https://www.dielinke-brandenburg.de/nc/politik/aktuell/detail/news/solidaritaet-mit-der-hdp-fuer-freiheit-und-demokratie-in-der-tuerkei/

Erdogan beantrage Verbot von prokurdischer Partei
https://www.fr.de/politik/recep-tayyip-erdogan-tuerkei-kurden-hdp-putsch-kritik-usa-90250628.html

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1149717.tuerkei-schwerer-schlag-gegen-die-hdp.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 15:31:38 So. 13.Juni 2021
Die Türkei ist so nah und eines der Lieblingziele deutscher Touristen. Menschen mit türkischen Hintergrund sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitschüler oder Kommilitonen. Und wir haben so wenig Ahnung, was in der Türkei los ist, welche Schweinereien das Erdogan Regime gerade verzapft und wie die Bundesregierung darin verwickelt ist.

Perspektive-online hat einen guten Kommentar verfaßt:

Zitat
Der türkische Faschismus in deutscher Uniform

Die Bundesrepublik Deutschland ist die wichtigste Komplizin dieses panturkischen Terrors. In Düsseldorf verweigerte sie zuletzt parlamentarischen Beobachter:innen der Linkspartei, die die Lage in den umkämpften Gebieten dokumentieren wollten, ihrer Arbeit nachzugehen und erteilte Ausreiseverbote.
https://perspektive-online.net/2021/06/der-tuerkische-faschismus-in-deutscher-uniform/
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:58:53 Fr. 18.Juni 2021
Zitat
Organisierter Anschlag: Wut und Trauer um Deniz Poyraz

(https://abload.de/img/20210617-deniz-pyraz2lljsl.jpg) (https://abload.de/image.php?img=20210617-deniz-pyraz2lljsl.jpg)

Deniz Poyraz ist in der HDP-Zentrale in Izmir von einem türkischen Faschisten ermordet worden. Die HDP geht von einem organisierten Anschlag aus, der kurdische Europaverband KCDK-E ruft zu Protesten auf.


(https://abload.de/img/onur-gencer17k0p.jpg) (https://abload.de/image.php?img=onur-gencer17k0p.jpg)
Bei dem festgenommenen Täter handelt es sich um einen offenkundigen Faschisten, der im Internet Fotos von sich aus Minbic und Aleppo in Nordsyrien gepostet hat.
https://anfdeutsch.com/aktuelles/organisierter-anschlag-wut-und-trauer-um-deniz-poyraz-26806

Zitat
Proteste in Hessen gegen tödlichen Anschlag auf HDP-Izmir

Innerhalb der kurdischen Gesellschaft herrscht Wut und Entsetzen nach der Tötung einer HDP-Aktivistin duch einen bekennenden Faschisten im westtürkischen Izmir. Vielerorts finden Proteste gegen den Mord statt, auch in Deutschland.


(https://abload.de/img/idj57.jpg) (https://abload.de/image.php?img=idj57.jpg)
https://anfdeutsch.com/aktuelles/proteste-in-hessen-gegen-todlichen-anschlag-auf-hdp-izmir-26812

Graue Wölfe verbieten!

Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 17:16:45 Fr. 18.Juni 2021
Sehe ich auch so!
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 20:52:59 Fr. 18.Juni 2021
Es wäre in D schon ein Fortschritt, wenn die Symbole der Grauen Wölfe verboten wären.
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:10:11 Di. 12.Oktober 2021
Zitat
Jetzt gerade: de facto Fabrikbesetzung bei MITSUBA in Gebze/İstanbul als Protest gegen die Entlassung von Kolleg*innen und Gewerkschafter*innen.
https://twitter.com/svendscha/status/1447650017737576449?s=20
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:49:57 Sa. 04.Dezember 2021
Das Handelsblatt schreibt:

Zitat
Erdogan wankt von einer Krise zur nächsten – Die letzten Monate des ewigen Präsidenten haben begonnen
Anderthalb Jahre vor der Präsidentschaftswahl deutet alles auf einen Machtwechsel in der Türkei. Die Opposition wittert Morgenluft. Ihre größte Gefahr: Erdogans vorzeitiger Abgang.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/tuerkei-im-umbruch-erdogan-wankt-von-einer-krise-zur-naechsten-die-letzten-monate-des-ewigen-praesidenten-haben-begonnen/27855444.html

Das würde enorme politische Veränderungen bedeuten, die weit über die Türkei hinausreichen. Ich kann es nicht wirklich beurteilen. Wir sollten diese Entwicklungen im Blick behalten.

Es bedeutet aber auch etwas anderes sehr wichtiges: Jeder Autokrat und jedes totalitäre System kann stürzen.

(Ein Hauptargument der Querdenker ist ja, wenn wir nicht sofort die "Coronadiktatur" stoppen, werden wir uns nie wieder wehren/erheben können. Wer jetzt nicht bei den Querdenkern mitläuft, erlaubt die Dikatur und wird nie wieder kämpfen können. Das ist schlicht und ergreifend unwahr. Man kann immer kämpfen, nur die Bedingungen sind unterschiedlich. Es gab Widerstand auch in Hochsicherheitsknästen und im KZ.)

Die Entwicklungen in der Türkei sind überregional wichtig, die im Iran mindestens genauso. Das reaktionäre Mullahregime muß weg. Es hat seine schmutzigen Finger in Konflikten in vielen Ländern.
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Fritz Linow am 22:00:11 So. 05.Dezember 2021
Zitat
5.12.21
Gewerkschaften rufen zu Streiks in Gesundheitsberufen auf

In der Türkei haben Gewerkschaften für die nächsten Tage rund 250.000 Beschäftigte in Gesundheitsberufen zum Streik aufgerufen.
Die Gewerkschaft SES kündigte Arbeitsniederlegungen bereits für morgen an. Damit solle gegen geringe Bezahlung, lange Arbeitszeiten und schlechte Arbeitsbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie protestiert werden. Die Gewerkschaft für Gesundheits- und Sozialberufe rief zu landesweiten Streiks am Dienstag und Donnerstag auf. Sie begründete dies auch damit, dass zuletzt zwar Lohnanhebungen und höhere Renten für Ärzte beschlossen worden seien, für zahlreiche andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen aber nicht. Dies sei diskriminierend.
In den vergangenen Wochen hat die türkische Lira 27 Prozent an Wert verloren, die Inflationsrate überschritt die Marke von 21 Prozent.
https://www.deutschlandfunk.de/gewerkschaften-rufen-zu-streiks-in-gesundheitsberufen-auf-100.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 17:17:58 Mo. 06.Dezember 2021
Zitat
(https://de.qantara.de/sites/default/files/styles/slideshow_wide/public/uploads/2020-12/sankt_nikolaus_0.jpg?itok=8O1ScANw)

Noel Baba: Weihnachtszeit in der Türkei
Nikolaus auf Türkisch

Auch in der Türkei zieren mittlerweile rotweiß verkleidete Weihnachtsmänner die Einkaufspassagen. Der Noel Baba, so der türkische Name des Nikolaus, soll der Legende nach in der Nähe von Antalya geboren worden sein.
https://de.qantara.de/inhalt/noel-baba-weihnachtszeit-in-der-tuerkei-nikolaus-auf-tuerkisch
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:22:09 Mo. 03.Januar 2022
Zitat
Türkische Inflation steigt auf 36 Prozent

Die Geldentwertung in der Türkei hat sich beschleunigt: Im Dezember stieg die Inflationsrate sprunghaft auf mehr als 36 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit knapp 20 Jahren. Mitverantwortlich ist die Politik der Zentralbank.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/tuerkei-inflation-20-jahres-hoch-101.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 14:02:22 Mo. 17.Januar 2022
Yeah! Mesale Tolu und ihr Mann  nach ueber vier Jahren freigesprochen :)
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:41:53 Mo. 17.Januar 2022
Zitat
Spontane Streiks und Fabrik-Besetzung gegen Ausverkauf der Metallgewerkschaften in der Auto- und Elektrobranche – von der Polizei angegriffen
https://www.labournet.de/?p=196981
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:22:25 Sa. 05.Februar 2022
Arbeiter haben das Migros-Lagerhaus in Esenyurt, Istanbul, besetzt. Sie fordern faire Löhne und fürchten, dass jeden Moment die Polizei den Streik durch Gewaltanwendung brechen wird.

https://twitter.com/hussedogru/status/1489612120811622410?s=20&t=OMM-drrINDb0Hh_3d31MTg

Parallel dazu sind Doğubeyazıt tausende von Menschen auf der Straße & protestieren gegen die unbezahlbaren Preiserhöhungen. Die Inflationsrate i.d. Türkei beträgt zurzeit bei 48,7 % & die Lira ist erneut im Sinkflug.

https://twitter.com/hussedogru/status/1489612123395264512?s=20&t=OMM-drrINDb0Hh_3d31MTg

Beeindruckende Filmbilder.
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 11:49:18 Mo. 07.Februar 2022
Zitat
Nur einen Monat nach Jahresbeginn 2022 erlebt die Türkei eine Welle spontaner Streiks, die die Streikaktivität in einem ganzen Jahr übertrifft. Diese Streiks zeichnen sich dadurch aus, dass sie größtenteils unabhängig von den Gewerkschaften, als Initiativen von Arbeitern entstehen, die keine Gewerkschaftsmitglieder sind.
  • In der ersten Woche des neuen Jahres streikten rund 200 Arbeiterinnen auf dem Obst- und Gemüsemarkt Tarsus in der Stadt Mersin (türkische Mittelmeerküste), um eine Lohnerhöhung zu bekommen.
  • Am 12. Januar streikten die Metallarbeiter der Çimsataş-Fabrik in Mersin gegen einen schlechten Vertrag, den der türkische Metall-Arbeitgeberverband (MESS) mit drei Gewerkschaften abgeschlossen hatte, und der für rund 150.000 Arbeiter gelten soll. Der spontane Streik von über 700 Beschäftigten wurde beendet, als die Unternehmensleitung sich mit der Gewerkschaft Birleşik Metal-İş einigte, die der „linken“ DİSK angehört. 13 Beschäftigte wurden entlassen.
  • Am 17. Januar legten rund 700 Beschäftigte der Eisenerzminen in Divriği (zentraltürkischen Provinz Sivas) die Arbeit nieder, nachdem das Unternehmen Forderungen nach Lohnerhöhungen und Sozialleistungen abgelehnt hatte. Die fast dreitägige Arbeitsniederlegung endete, als die Unternehmensleitung einige Zugeständnisse machte, während sie jedoch wichtige Forderungen weiterhin ablehnt.
  • Am 19. Januar legten mehr als 2.300 Beschäftigte der Autokomponentenfabrik Farplas Otomotiv in Gebze, Provinz Kocaeli, die Arbeit nieder, um gegen zu geringe Lohnerhöhungen zu protestieren. Der Farplas-Konzern unterhält Fabriken in sieben Ländern und beliefert Autokonzerne wie Ford, Mercedes, Renault, Volvo und Tesla. Das Farplas-Management versprach bei einem Treffen mit Arbeitervertretern, dass die Löhne erhöht und keine Arbeiter entlassen würden. Dennoch wurden fast 150 Beschäftigte, die im Streikverlauf Mitglied von Birleşik Metal-İş geworden waren, entlassen. Daraufhin besetzten die Arbeiter Ende Januar das Werk. Bei einer massiven Polizeirazzia am frühen Morgen wurden mehr als 100 Beschäftigte und mehrere Gewerkschaftsfunktionäre verprügelt und festgenommen. Arbeiter aus nahe gelegenen Fabriken eilten herbei, um ihren Kollegen beizustehen.
  • Ende Januar legten 40 Bergarbeiter in der südöstlichen Stadt Şırnak die Arbeit nieder und forderten eine Lohnerhöhung. Nach Angaben der Agentur Mezopotamya begründeten die Arbeiter ihren Streik damit, dass ihre Löhne nicht erhöht worden seien und sie faktisch unter Lohnverlust arbeiteten.
  • Spontane Streiks breiten sich vor allem unter den Kurierdiensten aus. Am 25. Januar schlugen Tausende von Autokurieren von Trendyol das Angebot einer Lohnerhöhung von 11 Prozent aus und legten landesweit die Arbeit nieder. Diese Kuriere arbeiten als unabhängige Zusteller für Trendyol, die größte türkische E-Commerce-Plattform. Die Kuriere hatten eine 50-prozentige Erhöhung gefordert, erhielten jedoch auch nach dem Streik nur 38 Prozent. Das Ergebnis hat dennoch auch Beschäftigte anderer Frachtunternehmen veranlasst, die Arbeit niederzulegen, weil sie noch weniger verdienen.
  • Am selben Tag protestierten fast 60 unabhängige Kuriere bei Aras Kargo in der westlichen Stadt Denizli gegen eine Lohnerhöhung von nur 10 Prozent.
  • Tausende von Kurieren bei Yemek Sepeti setzen ihren spontanen Streik seit Tagen fort. Sie fordern ein Mindestgehalt von 5.500 TL (354 Euro) plus Sozialleistungen und die Anerkennung einer Gewerkschaft. Die Kuriere hielten am Donnerstag eine Massenkundgebung vor dem Hauptsitz des Unternehmens in Istanbul ab.
  • Die Kuriere von Hepsijet lehnten ebenfalls eine 28-prozentige Gehaltserhöhung ab und legten in Istanbul, Ankara und andern Städten die Arbeit nieder. Sie fordern den gleichen Lohn wie die Kuriere von Trendyol.
  • Die Kuriere von Scotty lehnten ebenfalls eine Gehaltserhöhung von 22 Prozent ab und brachen Lohnverhandlungen ab. Sie organisierten einen Protest vor der Unternehmenszentrale in Istanbul und forderten eine Gehaltserhöhung von 40 Prozent.
  • Auch die Kuriere von Yurtiçi Kargo, einem der größten Frachtunternehmen der Türkei, brachen am Dienstag Lohnverhandlungen ab. Die Beschäftigten lehnten das Angebot einer Lohnerhöhung von 17 Prozent ab und forderten stattdessen 40 Prozent, außerdem die Wiedereinstellung der entlassenen Streikenden.
  • Die Beschäftigten der Fabrik Alpin Socks im Istanbuler Stadtteil Beylikdüzü, die für Adidas, Decathlon, Carrefour und H&M produziert, legten die Arbeit nach einem unzureichenden Lohn-Angebot nieder. Nach einem Treffen zwischen Arbeitervertretern und dem Firmenchef am Mittwochmorgen akzeptierte das Unternehmen eine Lohnerhöhung von 2.500 TL (160 Euro) und den Verzicht auf alle Entlassungen. Dies löste spontane Streiks in mehreren anderen Sockenfabriken von Istanbul aus.
  • Am Dienstag lehnten die Beschäftigten der Kızılay-Fabrik für Getränkeprodukte in der osttürkischen Stadt Erzincan eine 22-prozentige Lohnerhöhung ab und stellten die Produktion ein. Darauf traten auch 150 Beschäftigte der Kızılay-Mineralwasserfabrik im westanatolischen Afyonkarahisar in den spontanen Streik und forderten eine angemessene Lohnerhöhung, die Rücknahme aller Kürzungen und die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Berichten zufolge rief die Betriebsleitung Polizei zu Hilfe, um ihre Kontrolle über die Fabrik zu sichern.
  • Bei dem Folienhersteller Polibak, einem der 500 größten Industrienternehmen der Türkei, stoppten 80 Beschäftigte der Verpackungsabteilung am Dienstag die Produktion im Werk Çiğli in İzmir und forderten mehr Lohn. Wie die Wochenzeitung Kızıl Bayrak berichtet, kehrten die Beschäftigten nach einem zweistündigen Protest an ihren Arbeitsplatz zurück und gaben der Unternehmensleitung eine Woche Zeit, um ihre Forderungen zu erfüllen.
  • Am Kernkraftwerks Akkuyu, das der russische Staatsbetrieb Rosatom errichtet, legten 250 Bauarbeiter die Arbeit nieder, nachdem sie zwei Monate lang ohne Lohn gearbeitet hatten. Berichten zufolge wurden Polizeieinheiten auf die Baustelle geschickt. Ein Arbeiter sagte gestern gegenüber der Tageszeitung Sözcü: „Wir haben seit zwei Monaten keinen Lohn mehr bekommen, und wir sind seit vier Tagen im Streik. Morgen wird es Massenentlassungen geben, weil wir gehandelt haben. Sie werden uns gnadenlos entlassen.“ Mehrere tausend Arbeiter sind dort beschäftigt, und obwohl sie in zahlreiche Subunternehmer aufgespalten sind, haben sehr viele von ihnen auch früher schon gegen die Verschleppung von Lohnzahlungen und die miserablen Arbeits- und Wohnbedingungen protestiert.
  • Der Widerstand gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die tödliche Pandemiepolitik wächst auch unter Ärzten und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Am 21. Januar traten mehrere tausend Ärzte in einen eintägigen Streik, und für den 8. Februar bereiten sich die Pflegekräfte auf einen landesweiten Streik vor. Auch Hausärzte haben für den 17. und 18. Februar eine zweitägige Arbeitsniederlegung angekündigt.
https://www.wsws.org/de/articles/2022/02/05/turk-f05.html
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:07:18 Mo. 07.Februar 2022
Am 31. Januar inhaftierte die türkische Polizei ca. 200 Arbeiter*innen des Autoteile Herstellers Farplas.
Diese hatten die Fabrik  besetzt, aus Protest gegen zu geringe Gehälter und den Versuch des Unternehmens, die gewerkschaftliche Organisierung zu unterbinden.
Die Proteste begannen bereits am 19. Januar 2022 mit einer ersten Arbeitsniederlegung.

Video: https://de.labournet.tv/farplas-arbeiterinnen-protestieren
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: counselor am 16:53:51 Mo. 25.April 2022
https://youtu.be/Z0WfgzzizUc
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:49:34 Sa. 04.Juni 2022
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»We Will Stop Femicide«
Proteste in der Türkei gegen drohendes Verbot einer Frauenrechtsorganisation

Der Staatsanwalt klagte gegen »We Will Stop Femicide«, nun regt sich Widerstand in Istanbul. Hunderte Frauen demonstrierten vor dem Gericht. Die Organisation nennt das Verfahren »politisch motiviert«.
https://www.spiegel.de/ausland/tuerkei-proteste-gegen-moegliches-verbot-von-we-will-stop-femicide-a-f34af44f-fe1b-40ad-93c0-da0578844440
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Frauenpower am 17:14:48 Mo. 06.Juni 2022
Türkei soll 16 YPG Mitglieder bei einem Angriff in Nordsyrien
"neutralisiert" haben.
https://www.swissinfo.ch/ger/alle-news-in-kuerze/tuerkei--16-terroristen-in-nordsyrien--neutralisiert-/47650110
Titel: Re: Neues aus der Türkei...
Beitrag von: Kuddel am 14:13:28 Sa. 25.Juni 2022
https://twitter.com/RiotPrime2022/status/1540646721461649415