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#1
Andere Randbereiche / Aw: [Knastarbeit] same shit
Letzter Beitrag von Kuddel - Heute um 18:54:19
ZitatUSA: Wettlauf nach unten: Ausbeutung von Gefängnisarbeitern im Süden

Im November 2025 reichte die gemeinnützige Organisation ,,Jobs to Move America" (JMA) vor einem kalifornischen Staatsgericht Klage gegen die koreanischen Automobilhersteller Hyundai und Kia ein, da diese trotz angeblich unsicherer und ausbeuterischer Arbeitsbedingungen auf die Arbeitskraft von Strafgefangenen zurückgreifen. JMA machte geltend, dass der Einsatz von Arbeitskräften aus dem Strafvollzug in Alabama und Georgia durch die Unternehmen gegen kalifornische Landesgesetze und die öffentlichen Beschaffungsstandards Kaliforniens verstoße, dass die inhaftierten Arbeitskräfte unter Zwangsarbeitsbedingungen arbeiteten und dass die angebliche Unterbezahlung und Misshandlung der Arbeitskräfte Hyundai und Kia einen ,,unfairen Wettbewerbsvorteil auf dem kalifornischen Automobilmarkt" verschaffe. Dieser rechtliche Ansatz, der sich auf den wirtschaftlichen Wettbewerb stützt, spiegelt auch ein zentrales Konzept der Arbeiterbewegung wider: Die Unterdrückung der Löhne und Arbeitsbedingungen der am stärksten marginalisierten Arbeiter betrifft uns alle und ist grundlegend ungerecht.

Inhaftierte Arbeitskräfte und das Erbe der Ausbeutung von Arbeitskräften im Süden

Die ursprüngliche Klageschrift ist in ihrer Gesamtheit lesenswert, da sie Einblicke darin gewährt, wie diese Unternehmen – multinationale, börsennotierte Konzerne mit einem Wert von mehreren Milliarden Dollar – möglicherweise Kontrolle über Gefangene und andere marginalisierte Arbeitskräfte in ihren Lieferketten ausüben, und zwar unter Bedingungen, die laut JMA ,,zwanghaft" und möglicherweise sogar ,,verfassungswidrig" sind. Zwar mögen die Lieferketten der Unternehmen weitverzweigt und komplex sein – sie erstrecken sich über den gesamten Globus und erfordern Materialien und Fertigung in mehreren komplexen Stufen –, doch wird in der Klage behauptet, dass die Unternehmen eine sehr enge ,,Integration mit und Kontrolle über" die Zulieferfabriken im Süden der USA haben, die Gefangene als Arbeitskräfte beschäftigen. Die Automobilkonzerne wüssten daher nicht nur von den schlechten Bedingungen, denen marginalisierte Arbeitskräfte ausgesetzt sind, sondern profitierten auch bereitwillig von diesen Bedingungen und trügen zu deren Fortbestehen bei, so die Klage.

Darüber hinaus liefert sie Informationen über diese Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben, die angeblich wiederholte und ,,systemische" Probleme im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beinhalten, die hätten verhindert werden können (darunter ,,fünf separate Amputationen und ein Todesfall"), ,,unterdrückende" Kinderarbeit unter Verstoß gegen Bundes- und Landesgesetze, die Ausbeutung von Arbeitnehmern ohne Staatsbürgerschaft sowie ,,zwangsweise" oder ,,erzwungene" Gefängnisarbeit, bei der inhaftierte Arbeitnehmer im Vergleich zu nicht inhaftierten Arbeitnehmern ,,häufiger von negativen Erfahrungen berichteten, darunter Lohndiebstahl, erzwungene Überstunden, Belästigung, Sicherheitsrisiken und fehlende Pausen".

Insbesondere inhaftierte Arbeiter behaupteten, ihnen könnten längere Haftstrafen, die Verlegung in gefährlichere Gefängnisse oder andere Konsequenzen drohen, wenn sie sich weigern zu arbeiten oder Alarm schlagen. (Maschinenüberrsetzt, zu wenig Korrektur, sorry.)
https://scalawagmagazine.org/2026/05/race-to-the-bottom-prison-labor-exploitation-in-the-south/
#2
(Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen / Aw: Die Grünen
Letzter Beitrag von Kuddel - Heute um 18:30:36
Politische Organisationen und Parteien verändern sich mit der Zeit und nicht nur die Aussagen, sondern auch politische Entscheidungen belegen Kursänderungen. Einige sind so krass, daß sie nicht mehr wiederzuerkennen sind, wenn man sie mit ihrer ursprünglichen Version vergleicht.

Ich komme mir manchmal wie ein Alien vor. Ich finde die politischen Entwicklungen so offensichtlich, so klar und deutlich. Doch Leute aus meinem Bekanntenkreis wollen von diesen Änderungen nichts wissen, wollen sie nicht wahrhaben. Sie halten mich für einen Spinner, der sich in irgendwas reinsteigert. Sie halten sich fest an netten Gesichtern und wohlklingenden Worten. Auch an der einen oder anderen Aktion, die man gut findet, eher in der Lokalpolitik. Ja, es mag nette Einzelpersonen in einer Organisation geben und auch positive Aktionen, ohne daß es am Gesamtkurs der Partei oder Gruppe etwas ändert.

Wie gesagt, Menschen, die mir nah sind und die kein verkehrtes Weltbild haben, können in der Beziehung mit mir nicht klarkommen. Sie halten mich für duchgeknallt, wollen meine Einschätzungen nicht verstehen.

Ich finde es doch nicht so sonderlich kompliziert. Die Grünen sind spätestens mit der Schröder/Fischer Bundesregierung umgefallen und haben all ihre Werte aufgegeben, bzw. verraten. Hartz IV, Niedriglohnsektor per Agenda 2010, Grundgesetzänderung, um Kriege in aller Welt zu führen. Der Jugoslawienkrieg.

An diesen Grünen war nichts mehr zu retten.

Aber schlimmer geht immer.

Im Laufe des Bandestags-Wahlkampfes rückte die Partei noch weiter nach rechts, wurde in ihren Parolen noch antisozialer, noch migrantenfeindlicher und noch kriegsbegeisterter, weshalb 2024 der gesamte Bundesvorstand der Grünen Jugend (GJ) den Parteiaustritt erkärte.

Was soll denn jetzt noch an dieser Partei akzeptabel sein?

Ich habe die Entstehung der Grünen mit Wohlwollen beobachtet, ich habe mich für sie begeistern können, auch wenn es schon in der Anfangszeit Dinge gab, die kritisierenswert waren, doch insgesamt fand ich sie sympathischer als die kommunistischen Gruppen, die so hölzern und arbeitertümelnd rüberkamen.

Aber Anfang der 90er war ich mit der Partei durch. Bildungsbürgerpartei, die sich für den Pöbel nicht interessierte und die den weltweiten Bundeswehreinsatz für ihre Interesse in Kauf nahm, bzw. notwendig fand.

Wie man in Zeiten einer Annelena Baerbock und eines Volker Beck die Grünen noch für akzeptabel halten kann, ist mir ein Rätsel. Sie fanden Scholz zu zögerlich bei den Waffenlieferungen in die Ukraine, und die mörderische und expansive Politik Israels wurde verbal und mit Waffenlieferungen unterstützt.

Sorry, ich halte diese Partei nicht für einfach daneben, sondern für ernsthaft hassenswert.

Mit dieser Haltung stehe ich manchmal allein da, weil man sich einfach nicht traut die herrschenden Entwicklungen weiterzudenken. Diese bürgerliche Nettigkeit endet gern mal dort, wo auch die Politik der AfD endet.

Fabian Lehr weiß das, was ich in Bezug auf den Grünen denke, wohlformuliert zu begründen.

"Haß von links auf die Grünen - richtig und wichtig"

und

"Wie rechtsradikal sind die Grünen?"

Einfach mal zu den Youtube Beiträgen hochscrollen und hinhören!
#3
Im sächsischem Landtag:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-05/sachsen-landtag-gruenen-antrag-mehrheit-afd
ZitatAfD und BSW verhelfen Grünenantrag zur Mehrheit

mithilfe der AfD eine Mehrheit bekommen – allerdings unbeabsichtigt, wie die Grünen versichern. Im Antrag beklagte die Partei unter anderem, dass kleine Schlachtbetriebe durch die Gebühren für Fleischuntersuchungen gegenüber Großbetrieben übermäßig belastet seien, und forderte, dass diese sinken sollten. Die schwarz-rote Koalition, die keine eigene Mehrheit hat und mithilfe wechselnder Unterstützer regiert, stimmte dagegen.

Rot hätte eigentlich dafür stimmen müssen....

#4
Theoriebereich / Aw: Gedanken zur Abwertung Arb...
Letzter Beitrag von dagobert - Heute um 18:11:58
Den Text von Fabian Lehr gibt's auch zum Nachlesen:
https://forum.chefduzen.de/index.php?msg=385996
#5
Praxisbereich / Aw: Stadtteilarbeit
Letzter Beitrag von Kuddel - Heute um 17:05:43
So, jetzt noch ein paar Zeilen zur letzten Vollversammlung am 29.3..

Es sind etwa 70 Leute aufgeschlagen, ich denke, 80% migrantisch. Es ging darum, die Demo am 25.4. vorzubereiten. Das Ganze fand in einer Art Bürgerzentrum statt, weil der Laden der Ini nicht so viele Leute fassen kann. Es die Vollversammlung schon mehrfach in einem großen Zelt vor dem Laden veranstaltet worden.

An einer Seite des Raums wurden Tische aufgereiht. Dahinter setzten sich Leute mit Headsets, um das Gesagte in 7 verschiedene Sprachen zu übersetzen. Die Übersetzungen konnte man mit Kopfhörern per Funkstrecke hören. Alle Sachen, die gesagt wurden, mußten langsam gesagt werden und dann immer eine kleine Pause machen, damit die Übersetzer Zeit für die Übersetzung haben.

Es wurde zuerst ein selbstgeschriebener Song vorgespielt und dann eingeübt. Ich fand ihn etwas kitschig, aber die Leute fuhren drauf ab und sangen mit.

Dann ging es um die Demovorbereitung. Es ging um mehrere Aktionstage, an denen ein Infotisch aufgebaut wird und Flyer verteilt werden. Es sollten jeweils ausreichend Leute mit verschiedenen Sprachkenntnissen dabei sein.

Dann sollten Forderungen und Parolen, die man auf der Demo ruft, erdacht werden. Dazu zogen sich Leute ja nach Sprache in verschiedene Ecken zurück. Ich ging in die Kartoffelecke. Da haben sich recht unterschiedliche Leute zusammengefunden. Einer wollte ein paar Zeilen eines Brechtgedichts vortragen, das er aber nur auf türkisch konnte wir haben versucht, es phonetisch nachzusprechen. Es war lustig. Derweil wuselten Kinder verschiedener Hautfarben durch den Raum.

Dann ging aus jeder Gruppe jeweils einer in die Saalmitte und trug die eigenen Parolen (meist nicht auf deutsch) vor. Eine Frau mit Kopfduch schmetterte ihre Slogans mit geballert Faust in den Saal, als würde sie vor den Massen auf dem Tahirplatz stehen. Ich war begeistert.

Das Ziel für die Demo war, die 250 Teilnehmer vom letzten Mal zu verdoppeln. 500 wollte man auf die Straße bringen.
#6
Theoriebereich / Aw: Gedanken zur Abwertung Arb...
Letzter Beitrag von Kuddel - Heute um 16:10:39
Ich bin über einen 2 Jahre alten Beitrag von Fabian Lehr gestolpert. Ein passender Beitrag für diese Rubrik und darüber, wie die Hetze gegen Erwerbslose professionell geschürt wird .


https://www.youtube.com/watch?v=uwneYrmNu-M

Zur Aktualisierung des Videos müßte man "FDP" durch "AfD" ersetzen, ansonsten brandaktuell.
#7
Jo, ein Bekannter meinte dazu, da fehlten Eier, Tomaten und Bierflaschen..

https://youtube.com/shorts/eTaactuq3tE?si=Mf0ivjDmm0obSL9U
#8
Globalisiert / Aw: Generalstreik in Belgien
Letzter Beitrag von ManOfConstantSorrow - Heute um 14:06:46
Das kämpferische Klima in Belgien ist beeindruckend.
Warum erfahren wir so wenig darüber?

ZitatBrüssel
,,Schon genug beigetragen": In Belgien wird erneut gestreikt
Flugausfälle, volle Züge und Einschränkungen im Nahverkehr: In Belgien kommt es am Dienstag erneut zu einem landesweiten Streik. Gewerkschaften mobilisieren erneut gegen die Reformpläne der Regierung.


Es wird wieder gestreikt: In Belgien kommt es am Dienstag erneut zu einem landesweiten Aktionstag mit Streiks und einer Großdemonstration in Brüssel. Mehrere Gewerkschaften haben Beschäftigte dazu aufgerufen, gegen die umfangreichen Reformen der sogenannten Arizona-Regierung auf die Straße zu gehen.
https://www.aachener-zeitung.de/region-nrw/belgien/schon-genug-beigetragen-in-belgien-wird-erneut-gestreikt/151361673.html

ZitatZwischen 40.000 und 70.000 Menschen sind am Tag des Generalstreiks in Belgien durch die Straßen von Brüssel gezogen. Sie waren dem Aufruf der drei größten Gewerkschaften des Landes gefolgt, um die Reformen der Koalitionsregierung von Bart de Wever anzuprangern. Die Gewerkschaften bezeichnen die Reformpläne als "unsozial".

Die wichtigsten Themen der Demonstration betreffen die Renten, die Kaufkraft und die automatische Lohnindexierung. Aktuell liegt das Renteneintrittsalter in Belgien bei 66 Jahren, bis 2020 soll es auf 67 Jahre angehoben werden. Wer früher in Rente gehen will, muss finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. In der Praxis gehen allerdings die Menschen in Belgien im Durchschnitt schon mit 61 Jahren in Rente - wenn jemand 43 Jahre lang gearbeitet hat, ist dies auch weiterhin möglich. Die Regierung will nun aber auch Sonderregelungen für Bahnbeschäftigte einschränken.

Verschärft wird der Unmut durch die steigenden Energiepreise, die durch den Krieg im Nahen Osten verursacht werden. In Frankreich hatten am Vortag Landwirte gegen die hohen Spritpreise demonstriert und Gülle vor eine Raffinerie gekippt.

Der landesweite Protesttag in Belgien ist Teil einer Gewerkschaftskampagne, die seit 18 Monaten von Arbeitnehmervertretern gegen die Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Bart De Wever geführt wird.

Der öffentliche Nahverkehr war in ganz Belgien eingeschränkt. Der Flughafen Charleroi sagte alle geplanten Flüge ab, in Brüssel fiel die Hälfte aller Flugverbindungen aus.

Die letzte landesweite Demonstration am 12. März hatte zwischen 80.000 und 100.000 Menschen zum dem Protestmarsch nach Brüssel gelockt.
https://de.euronews.com/my-europe/2026/05/12/bruessel-generalstreik
#9
Globalisiert / Aw: Osteuropa
Letzter Beitrag von ManOfConstantSorrow - Heute um 13:49:26
P.S.: Die Leserbriefe in der Zeit sind interessant. Da fragt man sich, warum genau der Verteidigungsminister zurückgetreten ist.

Man zweifelt auch an der These, daß Rußland ukrainische Drohnen "umgeleitet" hat. Da sind ja vielleicht ein paar KI-gesteuerte Drohnen, die die russische Öl-Infrastruktur treffen sollen, in der Öl-Infrastruktur Lettlands gelandet.

Solche Fragen kann man sich durchaus stellen.
#10
Globalisiert / Aw: Osteuropa
Letzter Beitrag von ManOfConstantSorrow - Heute um 12:40:31
Die Baltischen Staaten sind aus der Sicht des Westens militärisches Aufmarschgebiet und in der politischen Bewertung ist es zentral, wie gehorsam man der Nato gegenüber ist.

ZitatDie lettische Ministerpräsidentin Siliņa hat ihren Rücktritt verkündet, zuvor war der Verteidigungsminister abgetreten. Auslöser sind abgestürzte ukrainische Drohnen.

Im Zuge des Ukrainekriegs sind bereits mehrere Drohnen aus Russland und der Ukraine in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen abgestürzt. Die drei Staaten gehören zu den stärksten Unterstützern der Ukraine.

Nach lettischer Verfassung zieht der Rücktritt der Regierungschefin automatisch den des gesamten Kabinetts nach sich.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-05/lettland-regierungschefin-evika-silina-ruecktritt-drohnenvorfaelle-gxe

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