Gegen Privatisierung!

Begonnen von backup, 13:29:07 So. 05.Dezember 2004

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Eivisskat

Privatisierung: Ein hochentwickeltes Land entwickelt sich zurück


ZitatDer erstarrte Hauptbahnhof

Ossietzky ist nicht gekommen. Irgendwo auf dem Postweg von der Druckerei zu mir muß das Heft steckengeblieben sein. Der Verlag hat mit der Post einen Vertrag: Am Donnerstag wird das druckfrische Heft aufgegeben, am Freitag, spätestens Samstag den Abonnenten zugestellt. Am Wochenende möchte man es lesen. Aber es ist weder Freitag noch Samstag gekommen. Das ärgert mich.

Das Problem bei der Post scheint das gleiche zu sein wie bei der Bahn, die auf dem Hauptbahnhof Mainz und anderen Bahnhöfen den Zugverkehr eingestellt hat: Es fehlt an Personal.

Die Kanzler Kohl, Schröder und Merkel waren und sind sich einig: Die großen Staatsbetriebe sollen privatisiert werden. Damit sie den Börsianern attraktiv erscheinen, sollen erst einmal die Betriebskosten sinken:

durch Personalabbau, der zwangsläufig zur Reduzierung des Leistungsangebots führt. Je weniger Bahnstrecken, je weniger Wartung der Lokomotiven und Gleisanlagen, je weniger Postämter, je weniger Briefkästen, je weniger Leerungstermine, desto geringer der Kostenaufwand. Und desto größer erscheinen die Profitmöglichkeiten.

weiter: http://www.sopos.org/aufsaetze/52258abaf22de/1.phtml

Eivisskat

Zitat von: Eivisskat am 15:51:33 Fr. 13.September 2013
Privatisierte KH sind gemein-gefährlich!

Inzwischen muss man tatsächlich raten, sich NICHT mehr in privatisierte KH zu legen, soweit dies möglich ist.
Jeder kennt doch schon mehrere Leute, denen die schlimmsten Dinge in den privatisierten Klitschen passiert sind. Und die kennen wiederum Andere, die auch ein trauriges Lied davon singen können.

Die wenigen verbliebenen "öffentlichen"  - oft kirchlichen KH - sind tatsächlich wesentlich sicherer für Leib und Seele des Patienten.

Unfaßbare Entwicklung  :o


"Mit den Füßen abstimmen"...



Reportage - Doku - Profit statt Patientenwohl - 15.10.2013

Kuddel

ZitatIn keinem anderen Land werden derzeit mehr Krankenhäuser privatisiert als in Deutschland. Lange Zeit waren Krankenhäuser Orte, an denen Menschen je nach Leiden behandelt wurden und die dafür aus öffentlicher Hand finanziert wurden. Seit 2004 – mit der Einführung der ,,Fallpauschalen"– sind Krankenhäuser zu Unternehmen geworden. Sie machen Gewinn, wenn sie die Kosten dieser Pauschale unterschreiten, also möglichst viele rentable Diagnosen zu möglichst geringen Kosten durch die Klinik schleusen. Und seit 2000 ist die Zahl der Patienten um 5,8 Prozent gestiegen, im selben Zeitraum wurde aber zehn Prozent des Personals eingespart. Laut der Gewerkschaft Verdi fehlen in Deutschland derzeit 162.000 Stellen in den Kliniken.
http://www.freitag.de/autoren/liebernichts/sie-nennen-es-nicht-arbeit

Kuddel

Die Bevölkerung, die (zukünftigen) Patienten sind mehrheitlich gegen die Privatisierung.
Das spiegelt sich bei den "Volksvertretern" nicht wieder.

ZitatBreite Mehrheit für Klinikfusion

...appellierte Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) an die Fraktionen, den Beschluss einmütig zu fassen, um ,,mit starker Stimme auf Augenhöhe mit Frankfurt in die Verhandlungen zu gehen".

,,Wir wollen leistungsfähige und kostengünstige Kliniken in kommunaler Trägerschaft", assistierte Dirk Westedt vom Koalitionspartner FDP. ,,Wenn die Fusion klappt, werden sich vielleicht noch andere anschließen."

Zustimmung für weitere Verhandlungen mit Höchst gab's auch von der Oppositionsbank. Die SPD votierte geschlossen für die Vorlage. Die wohnortnahe medizinische Versorgung stehe für seine Fraktion im Mittelpunkt, sagte Harald Schindler. Die vielen offenen Fragen zur Fusion sollten im Detail geprüft werden, forderten die Sozialdemokraten und setzten durch, dass dem Haupt- und Finanzausschuss laufend darüber berichtet wird. Bis auf einen Abgeordneten stimmten auch die Grünen zu. Bis zu 200 Millionen Euro müsse der Kreis noch zuschießen, ehe eine schwarze Null in Aussicht sei, rechnete Wolfgang Sietzy (Grüne) vor.

Mit Nein stimmten gestern nur die vier Abgeordneten der Links-Fraktion. Die Kliniken wie ein privates Unternehmen zu betrachten, das Rendite erwirtschaften müsse, sei falsch, sagte Fritz-Walter Hornung.
http://www.fr-online.de/main-taunus/klinikfusion-breite-mehrheit-fuer-klinikfusion,1472862,26047898.html

Troll

ZitatDie Bevölkerung, die (zukünftigen) Patienten sind mehrheitlich gegen die Privatisierung.
Das spiegelt sich bei den "Volksvertretern" nicht wieder.

Was spiegelt sich bei den Wirtschaftshampelmännern Volksvertretern überhaupt noch wieder, Genfood, Atomausstieg, Mindestlohn, Klimawandel, ....endlos fortführbar, oberflächlich wird der Bevölkerung in Sonntagsreden nach dem Mund geredet, kaum abgewendet steckt das Messer im Rücken der Bevölkerung.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Eivisskat

Zitat von: Troll am 09:38:36 Sa. 01.Februar 2014
ZitatDie Bevölkerung, die (zukünftigen) Patienten sind mehrheitlich gegen die Privatisierung.
Das spiegelt sich bei den "Volksvertretern" nicht wieder.

Was spiegelt sich bei den Wirtschaftshampelmännern Volksvertretern überhaupt noch wieder, Genfood, Atomausstieg, Mindestlohn, Klimawandel, ....endlos fortführbar, oberflächlich wird der Bevölkerung in Sonntagsreden nach dem Mund geredet, kaum abgewendet steckt das Messer im Rücken der Bevölkerung.


Seht ihr: Das ist der "Kommunismus", vor dem die Wähler so viel Angst haben. Weil sie bei den LINKEN ja plötzlich einen Rente bekämen, die vor Armut schützt und den Lebensstandard sichert.
UNWÄHLBAR! Dann doch lieber CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE ankreuzen und anschliessend schimpfen  
Und was genau könnte das Bildungsniveau in unserer Bevölkerung besser auf den Punkt bringen, als dieses Verhalten?



Quelle: http://www.duckhome.de/tb/archives/11765-Aufgelesen-und-kommentiert-2014-01-31.html
hier zum Thema "Nahles-Rentenpaket mit Gerechtigkeitslücken", passt aber auf die o.g. Themen ebenso....

Unfassbar!  ::)



Kuddel

Zitat von: Eivisskat am 10:29:21 Sa. 01.Februar 2014
Seht ihr: Das ist der "Kommunismus", vor dem die Wähler so viel Angst haben. Weil sie bei den LINKEN ja plötzlich einen Rente bekämen, die vor Armut schützt und den Lebensstandard sichert.
UNWÄHLBAR! Dann doch lieber CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE ankreuzen und anschliessend schimpfen  
Und was genau könnte das Bildungsniveau in unserer Bevölkerung besser auf den Punkt bringen, als dieses Verhalten?


Danke.

Troll

ZitatDie Krankenhausprivatisierung

Wer heutzutage ins Krankenhaus muss, kommt immer öfter in private Kliniken, die früher Städten oder Kommunen gehörten. Was hat sich für Patienten und Personal verändert?

Quelle: NDR


http://media.ndr.de/progressive/2014/0506/TV-20140506-0832-0942.hq.mp4
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

ZitatUnd alle machen mit
Von Dr. Bernd Hontschik


Wurde 2013 für einen Euro verkauft: das Klinikum Offenbach.

Immer mehr Krankenhäuser und Kliniken werden privatisiert. Und der ärztliche Arbeitsalltag ist nur noch auf das ökonomische Überleben des Krankenhauses ausgerichtet. Wo aber bleibt der Widerstand, wer stellt sich dem entgegen?
http://www.fr-online.de/panorama/dr--hontschiks--diagnose-und-alle-machen-mit,1472782,34035030.html

Einen wirksamen Widerstand wird es dann geben, wenn etwas außerhalb von verdi organisiert wird.
Der DGB sieht es als seine Aufgabe, den Betriebsfrieden zu garantieren.

Kuddel

Klinik-Privatisierung in Hamburg:
Hamburg übern Tisch gezogen


Der Spiegel wühlt den Konflikt um die 2004 privatisierten Hamburger Kliniken neu auf. Im aktuellen Heft berichtet das Magazin nicht nur über Zustände in den Klinken, sondern auch über das Vertragswerk, mit dem der damalige CDU-Senat die Krankenhäuser an Asklepios verkauft hat.
https://www.taz.de/Klinik-Privatisierung-in-Hamburg/!5366274/

Der Asklepios-Deal:
Die CDU hat Hamburgs Vermögen veruntreut


Im Jahr 2004 stimmte die große Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger gegen den Verkauf des größten Teils des Landesbetriebes Krankenhäuser an die Klinikkette Asklepios. Die CDU machte es trotzdem. Sie behauptete wahrheitswidrig, die Stadt würde mit den verbleibenden 25,1 Prozent der Anteile weiter die Kontrolle über die Gesundheitsversorgung sicherstellen, stimmte aber einer völligen Entrechtung der städtischen Vertreter in den Aufsichtsgremien zu.

Vor einigen Monaten traf sich der EU-Abgeordnete Fabio De Masi mit Ärzten und Pflegekräften der Asklepios-Klinik Altona. Sie alle waren sich einig: Die Gesundheitseinrichtung gehört wieder in öffentliche Hand, die Renditemedizin sei nicht mehr mit dem hippokratischen Eid vereinbar. Deren Folge: zu wenig Personal und zu viele Fehler bei Medizin und Pflege.

Gleichzeitig gehen die Asklepios-Eigentümer – ein Familienclan um den Gründer Bernard große Broermann – auf Shoppingtour, kaufen das legendäre Hamburger Hotel »Atlantic« (bekannt über seinen Dauergast, den Altrocker Udo Lindenberg) an der Alster und wollen es zu einer Nobelabsteige für internationale Privatpatienten und deren Angehörige ausbauen.

Das Magazin Der Spiegel enthüllte in seiner aktuellen Printausgabe Vereinbarungen aus den Geheimverträgen zur Beteiligung und wie die CDU unser Vermögen und unsere Gesundheit verramscht hat. Als nächster Schritt droht ein Börsengang. Dann macht der große Broermann richtig Kasse und dürfte auf der Liste der reichsten Deutschen des US-Wirtschaftsmagazins Forbes (ein weltweit verbreitetes Ranking der »Wichtigen, Schönen und Reichen«; jW) weiter aufsteigen.

Nur ein paar Highlights aus diesen vom Spiegel veröffentlichten Machenschaften: Die drei Hamburger Senatsvertreter müssten demnach den von Asklepios vorgeschlagenen Geschäftsführer bestätigen – oder würden anderenfalls aus dem Aufsichtsrat fliegen, ginge aus einer der geheimen Abmachungen hervor. Bei Entscheidungen über Wirtschaftsplan und Gewinnziele reichten einfache Mehrheiten im Aufsichtsrat. Fazit: Auf die drei Handpuppen vom Senat kommt es daher schlichtweg nicht an. Der Verkauf der Krankenhäuser entpuppte sich ebenfalls als einziges Desaster: Hamburg hat über 300 Millionen Euro – mehr als die Hälfte der Schulden des Landesbetriebes – übernommen. Der Kaufpreis betrug 318 Millionen Euro. Davon wurden aber 75 Millionen Euro erlassen, weil die Kliniken in den ersten fünf Jahren weniger als die im Kaufvertrag fixierte Zielsumme von 408 Millionen Euro operativen Gewinn (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) erzielten. Asklepios erhielt die Grundstücke der Kliniken zudem für 60 Jahre pacht- und mietfrei. Unter dem Strich ein fettes Minus für die Stadt, während Asklepios mutmaßlich hohe Gewinne mit den Krankenhäusern erwirtschaftet, diese aber nicht offenlegt.

Die Fraktion der Partei Die Linke in der Bürgerschaft hat daher einen Untersuchungsausschuss zum Verkauf der Krankenhäuser angeregt und eine Debatte über die Rekommunalisierung der Krankenhäuser eingefordert. Ein wichtiger Schritt. Denn die niedrigen Zinsen helfen Kommunen beim Rückkauf ihres Eigentums. Das EU-Recht und die geplanten internationalen Konzernabkommen wie CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement zum »Freihandel« EU–Kanada) oder TISA (Trade in Services Agreement, ein globales Dienstleistungsabkommen) erschweren jedoch die Umkehr von Privatisierungen. Notfalls muss Recht erweitert werden.

Gleichwohl brauchen wir auch eine hinreichende Krankenhausfinanzierung und Ausstattung mit Personal (Mindestpersonalbemessung). Eine Vermögenssteuer für Pfeffersäcke wäre Ländersteuer und würde den Investitionsstau bei Krankenhäusern auflösen. Die Arbeitsdichte schadet Personal und Patienten: In Deutschland kamen im Jahr 2010 12,3 Pflegekräfte auf 100 Krankenhauspatienten. In Großbritannien waren es 22,5, in der Schweiz 29,5, in den Niederlanden 29,8 und in Norwegen 42,9. Sicher ist: Gesundheit ist wichtiger als private Rendite und kriminelle Verträge.
http://www.jungewelt.de/2016/12-21/039.php

Fritz Linow

Poliklinik Hamburg-Veddel:

Zitat(...)
Die Poliklinik Veddel ist ein Stadtteilgesundheitszentrum mit einer Allgemeinarztpraxis und Sozial- und Gesundheitsberatung und ein Treffpunkt für alle, die sich um ihre Gesundheit und um ein gutes Leben auf der Veddel kümmern wollen. Reiche Menschen in Hamburg leben durchschnittlich zehn Jahre länger als arme Menschen in Hamburg. Je ärmer man ist, desto schwieriger sind die Lebensbedingungen. Steigende Mieten, geringes Einkommen und Armut, unsichere Jobs und Arbeitslosigkeit, Rassismus und Diskriminierung machen krank; dagegen helfen auch keine gesunde Ernährung oder viel Sport. Gesundheit ist eine soziale Frage.
Gegen Ungerechtigkeit kann man nur gemeinsam etwas ausrichten. Die Poliklinik Veddel ist ein Ort des Gemeinsamen: Hier entwickeln wir Strategien zur Verbesserung der Gesundheit und gegen die organisierte Traurigkeit der Verhältnisse.
(...)
Mit der Poliklinik als Stadtteilgesundheitszentrum streben wir eine interdisziplinäre, wohnortnahe Versorgung mit Fokus auf gesellschaftlich krankmachende Faktoren an. Im Gegensatz zu Einzelpraxen und privatwirtschaftlich geführten MVZs streben wir eine gemeinnützige Trägerschaft an, die im besten Fall und bei Verbreitung der Idee großflächig einer Ökonomisierung des ambulanten Bereichs entgegen wirkt.
http://www.poliklinik1.org/start


Fritz Linow

Zitat12.12.18
Gewinne statt Gemeinwohl
Der Profit mit der Pflege

Uringeruch, Schimmel, überfordertes Personal: Immer wieder werden unzumutbare Zustände in deutschen Pflegeheimen bekannt. Bei zwei Häusern der Alloheim-Gruppe beispielsweise wurde vor einiger Zeit wegen massiver Pflegemängel die Schließung angeordnet. Sie konnten nur weiterbetrieben werden, weil ein anderer Betreiber sie übernahm. In weiteren Heimen der Gruppe wurden ähnliche Missstände öffentlich. Auch wenn Alloheim diese teilweise bestreitet.

Alloheim ist mit rund 170 Einrichtungen einer der größten Anbieter auf dem privaten Pflegemarkt. Zumindest in einigen dieser Einrichtungen scheint Profitmaximierung offenbar Priorität zu haben. Innerhalb weniger Jahre wechselte das Unternehmen mehrfach den Eigentümer. Inzwischen gehört es dem schwedischen Finanzinvestor Nordic Capital. (...)
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/profite-pflege-101.html

Die traurige Welt der Profite in der Pflege lässt sich hier im Original bestaunen: http://www.careinvest-online.net/

Troll

ZitatWallraff setzt Berliner Vivantes-Konzern unter Druck

...
Das Team um den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff greift die Berliner Vivantes-Kliniken an. In der RTL-Sendung "Team Wallraff – Reporter undercover" am Montagabend ging es um die Lage von Psychiatrie-Patienten. Dazu haben sich "Team Wallraff"-Mitarbeiter als Praktikanten getarnt in den Psychiatriestationen der Vivantes-Kliniken einsetzen lassen. Aufgedeckt werden soll so, dass einzelne Patienten zu lange allein gelassen, unzureichend betreut oder sediert werden. Vivantes bestreitet die Vorwürfe.

...
...

... Die Vivantes-Krankenhäuser versorgen jeden dritten Berliner Klinikpatienten.

Quelle: tagesspiegel

RTL ist trotzdem Scheiße, die sind selbst für sehr viel prekäres bei sich und im Land Verantwortlich.
Sollen sich doch die ganzen Verbrechersyndikate gegenseitig anpissen, wir können da nur gewinnen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Fritz Linow

Zitat13.2.20
Pflegemissstände mit System

Big Business auf Kosten der Kranken

Immer mehr Investoren drängen ins Gesundheitswesen. Kliniken und Pflegeheime werden aufgekauft, auf Gewinn getrimmt und dann veräußert. Um die Patientinnen und Patienten gehe es kaum noch, klagen Ärzteschaft und Pflegepersonal. (...)
https://www.deutschlandfunkkultur.de/pflegemissstaende-mit-system-big-business-auf-kosten-der.976.de.html?dram:article_id=470173

Kuddel

ZitatHolt unsere Krankenhäuser zurück!

In Crivitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein Krankenhaus. Dieses Krankenhaus wird von einem Konzern namens Mediclin betrieben, einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Offenburg und einem Umsatz von 645 Millionen Euro im Jahr 2018. Mediclin unterhält 16 Krankenhäuser in Deutschland, außerdem Reha-Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Pflegeheime mit über 7000 Mitarbeiter*innen. Der Mediclin-Konzern wollte nun in Crivitz die Frauenklinik einschließlich der Geburtenstation schließen. Dem Sturm der Entrüstung vor Ort schlossen sich der Landkreis, später auch der Landtag einstimmig an.

In diesem Dilemma beschloss der Konzern, das Krankenhaus in Crivitz kurzerhand dem Landkreis zum Kauf anzubieten. Das hat es noch nie gegeben.
(...)
Ortswechsel: Auf den hessischen Lahnbergen in Marburg und in Gießen findet seit Jahren ein kriegerischer Showdown dreier alter weißer Männer um die Herrschaft über zwei Universitätskliniken statt. Die hessische Landesregierung hatte den drei Multimillionären mit einer Mischung aus neoliberalem Furor, gesundheitspolitischem Unverstand und skandalöser Schlafmützigkeit zu dieser Spielwiese verholfen. Alle drei haben sie große unternehmerische Lebensleistungen vorzuweisen. Der eine (75) ist gelernter Müller, arbeitete Jahre später bei einem Steuerberater erfolgreich an der Sanierung einer Kurklinik und fand dabei so großen Gefallen am Gesundheitswesen, dass er Kliniken aufkaufte und eine Aktiengesellschaft aufbaute, mit einem Umsatz von inzwischen über einer Milliarde Euro und knapp 18 000 Mitarbeiter*innen. Im Jahr 2006 kaufte er dem Land Hessen die Universitätskliniken Marburg und Gießen ab. Der zweite (77) ist gelernter Bankkaufmann und wurde 1977 Nachfolger seines Vaters als Vorstandsvorsitzender eines großen medizinischen Familienunternehmens. Dieser hessische Konzern hat heute einen Jahresumsatz von weit über sieben Milliarden Euro und knapp 65 000 Mitarbeiter*innen. Der dritte im Stellungskrieg hat wenigstens kurz Medizin studiert, dann aber Jura und Betriebswirtschaft, und gründete nach einer beeindruckenden Wirtschaftskarriere den heutigen Klinikkonzern Asklepios, der mit knapp 35 000 Mitarbeiter*innen einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro im Jahr erwirtschaftet. Jeder hat inzwischen ein mehr oder weniger großes Aktienpaket vom Konzern des Anderen zusammengekauft, um mit Sperrminoritäten, Sondervoten und anderen Winkelzügen dem Konkurrenten ein Bein zu stellen, oder besser noch: Filetstücke abzujagen. In diesem Kampf um die Universitätskliniken Marburg und Gießen fliegen die Fetzen. Die hessische Landesregierung aber hat den Zeitpunkt zum Eingreifen verschlafen und muss dem wilden Treiben tatenlos zusehen. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung spielt dabei gar keine Rolle.
(...)
https://www.fr.de/panorama/drei-alte-maenner-13746923.html

Kuddel

Hamburg:
ZitatDas Krankenhaus Groß-Sand wird privatisiert
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Das-Krankenhaus-Gross-Sand-wird-privatisiert,krankenhaus772.html

Aus dem Marktversagen bei Corona nichts gelernt: In Hamburg werden weiter Krankenhäuser privatisiert. Unsere Gesundheit gehört weder in die Hände der Tarifvertrags-Verhinderer der katholischen Kirche noch privater Konzerne.

Vergesellschaften!

Onkel Tom

Na, hätten anbei mal ruhig erwähnen können, wer die Interessenten sind..

Blos nicht noch mehr Asklepius-Gruppe.. Haben die Stadtkasse ja anbei genug beschissen
und kamen mit der Übernahmestrategie, auf die 51% Anteil (amerikanischer Gangart)
zu kommen, durch  :(
Lass Dich nicht verhartzen !

Fritz Linow

Zitat28.4.21
Entlassungswelle rollt an

Bei Tochtergesellschaft des Klinikkonzerns Sana werden über 1.000 Beschäftigte auf die Straße gesetzt – mehr als ein Drittel des Personals

Alle Geschäftsbereiche der DGS Pro-Service GmbH, mit Ausnahme des Reinigungssektors, sollen bis zum Jahresende geschlossen werden. Von derzeit rund 3.000 Beschäftigten des Tochterunternehmens des Krankenhauskonzerns Sana verlieren mehr als 1.000 ihren Job. Die Massenentlassungen betreffen Menschen, die in der Stationsassistenz, im Hol- und Bringdienst, an den Eingangspforten sowie im Sicherheitsdienst arbeiten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi reagierte auf diese Ankündigung mit heftiger Kritik.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/401378.gesundheitswesen-entlassungswelle-rollt-an.html

dagobert

ZitatIntensivpfleger Ricardo Lange soll nicht mehr in Klinik arbeiten dürfen

Eine Klinik, für die er seit Jahren tätig ist, habe ihn gesperrt, twitterte Lange - weil der Pfleger öffentlich Missstände des Gesundheitssystems anprangere.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/aufgrund-meiner-medialen-praesenz-intensivpfleger-ricardo-lange-soll-nicht-mehr-in-klinik-arbeiten-duerfen/27671586.html
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Frauenpower

Vortrag zum "betriebswirtschaftlichem Imperialismus" wie Privatisierung  von einer vordenkenden Person genannt wurde, deren Namen in dem Vortrag genannt wird, ich im ersten Anlauf aber nicht verstand.
"Staat im Ausverkauf - Privatisierungen in Schland"
https://www.ardmediathek.de/video/tele-akademie/prof-dr-tim-engartner-staat-im-ausverkauf-privatisierung-in-deutschland/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEwNzIxNjE

Älterer Thread aber die Überschrift ist treffend für mich. Den Rekommunalisierungs-Thread von mir fand ich auf die Schnelle nicht.

Frauenpower

Plötzlich will die Spd kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum erhalten. (Außerdem Hartz IV erhöhen und Energiepauschaule nicht für Wohlhabende zahlen - sind bald Wahlen?)
https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-_arid,926128.html

Dennoch ist der Grüne Lucha in BaWü weiter gegen den Erhalt von Krankenhäuser und für den Ausbau von Med Versorgungszentren!

Nun sind MVZ aber Heuschrecken gefährdet , da sie von Investoren gekauft werden. Die Linke forderte schon 2019 ein Melderegister, was aber unbeantworter blieb. Angeblich sollen Politiker-innen jetzt doch besorgt sein wegen der vielen Verkäufe an Investoren.

Wenigstens eine Beschränkung der Investorenübernahmen soll es geben.
https://www.hr-inforadio.de/programm/das-thema/wenn-finanzinvestoren-arztpraxen-kaufen-,finanzinvestoren-arztpraxen-100.html

Und das Schwarzwakd-Baar-Klinikum in BaWü Villingen-Schwenningen vermeldet  ein Minus von über 6 Mio Euro (ohne den Zuschuss vom Land elf Mio Euro!!!)
Gab es zu wenig Hüft-OPs oder woher kommt das Minus? (Infos im Link) 
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/schwarzwald-baar-klinikum-macht-minus-100.html

ManOfConstantSorrow

ZitatEin Skandal und kein Ende: Die Privatisierung der Unikliniken und ihre Folgen

Über den Verkauf der Universitätskliniken Marburg und Gießen an einen börsennotierten Konzern ist in den vergangenen sechzehn Jahren eigentlich schon alles gesagt worden. Die Hessische Landesregierung hatte ihre gesetzlichen Verpflichtungen der Krankenhausfinanzierung so lange ignoriert, bis die Kliniken in ihrer Bausubstanz soweit heruntergekommen waren, dass CDU und FDP sie für den Spottpreis von 116 Millionen Euro an den Rhön-Konzern verkaufen konnten, der seinen Aktionären seitdem zehn Prozent Rendite zukommen lässt.

Die Landesregierung unter Roland Koch brüstete sich lauthals, den Landeshaushalt von der millionenschweren Last notwendiger Investitionen und Unterhaltskosten befreit zu haben. Was dem ärztlichen und pflegerischen Personal damit angetan wurde, interessierte nicht. Was das für die Medizin bedeutete, interessierte auch nicht. Heute wissen wir aber, dass alles sowieso ganz anders gekommen ist. Denn es weiß ja niemand, was in dem Kaufvertrag von 2006 eigentlich vereinbart worden ist. Der Vertragstext ist nach wie vor geheim. Warum ist dieser Vertrag wohl geheim? (...)
https://www.fr.de/meinung/kolumnen/ein-skandal-und-kein-ende-91722330.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

Privatisiert:

"Die Goldberg-Klinik in Kehlheim ist Geschichte"
https://www.regensburg-digital.de/krankenhaus-kelheim-geschaeftsfuehrung-jetzt-in-oberender-hand/05072022/
"Die Goldberg-Klinik in Kelheim ist Geschichte. Der Caritasverband Regensburg hat nun offiziell die Mehrheit an dem Haus übernommen, das künftig unter dem Namen Caritas-Krankenhaus St. Lukas GmbH firmiert. Dauerhaft involviert sein wird dabei die Bayreuther Oberender AG, deren Vorstandsvorsitzender Jan Hacker in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Landkreis und Caritas die gefundene Lösung denn auch als ,,richtige Weichenstellung für die Zukunft" bezeichnet."

https://www.regensburg-digital.de/oberender-caritas-kelheim-uebernahme-der-goldberg-klinik-ein-landkreis-wird-knecht-am-eigenen-hof/11042022/


Frauenpower

https://www.dielinke-nds.de/start/aktuell/detail/news/krankenhaeuser-spd-hat-wahlverprechungen-gebrochen/

"Biszu drei Viertel der Kliniken im Land sieht die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) in ihrer Existenz gefährdet. Es gibt deshalb zunehmend Proteste, so zum Beispiel am 02. September 2022 in Oldenburg. Die Situation der Krankenhäuser sei so angespannt wie nie, erklärte Dr. Alexander Poppinga, Leiter des Evangelischen Krankenhauses in Oldenburg. Durch starke Kostensteigerungen für Energie, Medikamente und Lebensmittel gerieten immer mehr Kliniken in eine bedrohliche Schieflage. Die Zahlungen des Landes, das für die Investitionen zuständig ist, seien der Lage nicht angemessen. Seit Jahren habe... "

SPD, was ist mit den Krankenhäusern?

Frauenpower

@ #111:

Lauterbach hatte mit dem Rhön Klinikum AG  zu tun, saß im Aufsichtsrat, ebenso wie die Bertelsmann Kozernerbin und Milliardärin!

https://jacobin.de/artikel/karl-lauterbach-der-privatisierer-corona-gesundheitsminister-ampel-pflegekrise-pflegenotstand-ulla-schmidt-fallpauschale-lipobay

" während Lauterbach auf politischer Ebene den tiefen Einschnitt in das Finanzierungssystem der Krankenhäuser vorbereitete, übernahm er einen Sitz im Aufsichtsrat des privaten Krankenhauskonzerns Rhön Klinikum AG. Ebenfalls im Aufsichtsrat: die Milliardärin und Erbin des Bertelsmann-Konzerns Liz Mohn. Private Krankenhäuser profitierten lange von guten Kontakten in die Politik. Aufgrund der Finanzknappheit deutscher Kommunen wurden zahlreiche Krankenhäuser privatisiert. Die privaten Betreiber waren dankbar für jede Hilfe bei den oft schwieri.. "

"... Erst  2013 zog sich Lauterbach aus dem Gremium der Röhn Klinikum AG zurück, nachdem er in das Kompetenzteam des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück berufen wurde. Im selben Jahr wurde bekannt, dass in den Kliniken des Konzerns jahrlang Reinigungskräfte »gemobbt und ausgebeutet« wurden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Lauterbach, der als Kontrolleur im Aufsichtsrat gut dazu verdiente, wollte sich nie zu seiner Rolle in diesem Skandal äußern. Die Höhe seiner eigenen Einkünfte in jener Zeit verschweigt er bis heute."


Derweil die Landesärztekammer eine schnellstmögliche Einigung beim UKGM (Asklepios-Rhön) fordert aufgrund der noch immer ungekkärten Verhältnisse
https://www.hessenschau.de/wirtschaft/streit-um-zukunft-des-ukgm-landesaerztekammer-fordert-schnellstmoegliche-einigung-v1,ukgm-streik-verkauf-landesaerztekammer-100.html

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