Unverpackt Läden

Begonnen von Kuddel, 12:21:05 Mo. 04.Mai 2020

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Kuddel

Plastiktüten und dieser ganze Verpackungsmüll sind die pure Pest.
Die Ozeane wurden in kaum vorstellbarem Maß vermüllt und wir werden an diesem ganzen Dreck verrecken, wenn es so weitergeht.

Ich hasse aber diese "Unverpackt Läden". Das ist purer Lifestyle, dort kauft man gutes Gefühl, ohne sich um die Ursachen des Desasters zu kümmern. Man legt sich nicht mit der Industrie an, die diesen überflüssigen und gefährlichen Scheiß produziert.

Es sind diese überteuerten Läden für die Mittelschicht, wo der ganze Look des Geschäfts an Großmutters Zeiten erinnern soll und auch das Personal ist ans Design angepaßt und redet im Heile-Welt-Ton mit der Kundschaft.

Ich finde diese ganzen Retro-Tendenzen einfach nur furchtbar. Es waren beim besten Willen keine guten Zeiten. Homosexualität war strafbar, Vergewaltigung in der Ehe nicht. Es gab den Kupplerparagraphen, wonach derjenige sich strafbar machte, der unverheirate Menschen verschiedenen Geschlechts eine gemeinsame übernachtung ermöglichte und Frauen durften nur arbeiten, wenn sie eine Genehmigung vom Ehemann hatten.

All dieser Dreck wurde mit zahlreichen und zähen Kämpfen aus dem Weg geräumt. Die Behauptung der "guten alten Zeiten" trampelt auf den Früchten der Kämpfe herum. Ihr Mittelschichtsdödel, ihr habt guten Grund zum schlechten Lebensgefühl, zum schlechten Gewissen, ihr tragt durch euer ewiges Mitspielen in dem beschissenen Spiel dieses Systems mit dazu bei, daß alles so ist, wie es ist. Euer "gutes Gefühl" beruht auf der Erhabenheit über den gemeinen Proll, der sich den Einkauf im Fair-Trade-, Bio- und Unverpackt-Shop nicht leisten kann.

Man sollte Scheißebeutel in eure Wohlfühltempel schmeißen!

Troll

Die gute alte Zeit gab es in der plakativen PR-Form nie, es gab positives an dem viel negatives hing, ökologisch Sinnvolles nicht wegen besseren Wissens sondern Mangels lukrativer Alternativen, da wurde z.Bsp. noch repariert weil Neues im Verhältnis einfach zu teuer war. Bei dem billigst produzierten Massenprodukten ist ein reparieren tatsächlich fragwürdig, es muß nachhaltiger produziert werden, dann macht der Produkterhalt auch Sinn und Spaß, alle paar Wochen ein neueres, vermeintlich besseres (aktualisiertes) Produkt auf den Markt werfen sollte schnell aufhören, vom Rohstoff bis zum Konsument leidet alles daran Beteiligte.

Ohne Verpackung, jaja, das zwanghafte verpacken, bei Lebensmittel möglichst steril ist unseren globalisierten Warenhandelsbestimmungen geschuldet, eine Erdbeere aus China hat die gleichen Verpackungshürden zu nahmen wie die Erdbeere aus Nachbars Feld, alles muß so verpackt werden daß es theoretisch sofort auf Weltreise geschickt werden kann.

"Unverpackt Läden" sind eigentlich ein Marketingprodukt, ein neu erschlossenes Nischenprodukt, ein Duftbäumchen des globalen Marktes, sonst nichts.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Fritz Linow

Wenn man sich mal die Unverpacktläden und die "Mitarbeiter" genauer anschaut,- natürlich online -, dann ergibt sich eine Reproduktionsrate von Faktor mindestens 8. Ist das seuchenrelevant?

Kuddel

Ich war vor kurzem auf einem Treffen von Klimaktivisten. Die hatten erzählt, der lokale Unverpackt-Laden hätte sich geweigert, Infomaterial zum Thema Klimaktivismus auszulegen. Das würde nicht zum Konzept des Ladens und zur Kundschaft passen.

Das Konzept dieser Läden besteht wohl darin, der Mittelschichts-Kundschaft ein Shoppingerlebnis zu bieten, das frei ist von ekligen Prolls und lästigen Umweltschützern ist.

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