Persönliche Berichte: Bundesweite Sozialproteste

Begonnen von Wanderratte, 21:30:19 Mo. 01.Juni 2026

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Wanderratte

Wir haben jetzt den 1. Juni 2026. Die bundesweiten Sozialproteste haben nun begonnen: https://www.die-linke.de/mitmachen/kampagnen/es-reicht-das-leben-bezahlbar-machen/ .

Jeder Ort ist anders. In einer Großstadt sehen die Proteste bestimmt ganz anders aus als dies in der Kleinstadt der Fall ist. Und auch in einer Hochschulstadt findet man andere Bedingungen. Oder an einem Standort mit einer besonders hohen Arbeitslosenquote. Oder, oder. Von daher fände ich es gut, wenn wir uns hier dazu austauschen.

Somit schlage ich vor, daß jeder, der seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse mitteilen möchte, hier eine Plattform dafür findet. Doch auch eine rein sachliche Berichterstattung sollte selbstverständlich willkommen sein.

Mein Bericht aus Gießen ist noch in Arbeit.

Doch schonmal vorab: Es war richtig cool. Ich habe 37 Fotos gemacht. Das ist selbstverständlich viel zu viel. Da muß ich jetzt erstmal eine Auswahl treffen. Puh.

counselor

Ich habe gerade im Internet recherchiert: Am 1. Juni 2026 sollen an 14 Orten etwa 4000 Menschen an den Protesten der Linkspartei gegen den Sozialabbau teilgenommen haben.

Das ist ausbaufähig...
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Wanderratte

Montag, 01.06.2026, 18 Uhr, Berliner Platz

Teil 1:


Ich war dort.

Auch in Gießen gab es eine Auftaktdemonstration gegen den Sozialabbau. In etwa zeitgleich mit mehreren anderen Städten. Es sollte hierbei in erster Linie gegen die sozialen Kürzungspläne der Bundesregierung gehen:

ZitatAuch die Gießener Linkspartei hatte binnen kürzester Zeit ein Protestbündnis ,,gegen den sozialen Kahlschlag" aus verschiedenen politischen Akteuren in der Stadt zusammengestellt. Dazu gehörten unter anderem ,,Gießen bleibt bunt", der GEW-Kreisverband, das Friedensnetzwerk, die Arbeitsloseninitiative, die Seebrücke Gießen und das No-Cuts-Bündnis gegen Hochschulkürzungen. Doch auch weitere Akteure wie die Gießener DKP oder die Grüne Jugend zeigten sich auf der Demo, an der in der Höhe über 150 Menschen teilnahmen, solidarisch.
Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/150-menschen-demonstrieren-gegen-merz-regierung-und-sozialkuerzungen-94334123.html .

Treffpunkt war um 18 Uhr am Berliner Platz, direkt vor dem Rathaus:

20260601_180854.jpg

Also ein recht zentraler Platz. Aber auch, weil hier die allermeisten Gießener Stadtbusse ihren Haltepunkt haben. Die Chance stand somit sehr gut, daß wir von vielen Passanten wahrgenommen werden. Aber auch wegen des Berufsverkehrs. Und überhaupt, 18 Uhr ist eine sehr gute Zeit. Somit hatten auch viele Berufstätige die Möglichkeit, an der Demo teilzunehmen. Soweit zu den Rahmenbedingungen.

Ab 18 Uhr versammelten sich also ca. 150 (?, ich kann nicht gut schätzen) Personen am Berliner Platz. Die beiden Gießener Tageszeitungen kommen jedoch zum selben Ergebnis wie ich.

Die Altersstruktur war meiner Meinung nach (soweit ich das beurteilen kann) ziemlich gemischt. Wie gesagt, ich kann nicht gut schätzen. Ich weiß aber definitiv, daß eine Frau in ihren 80ern war. Und, daß einige Studierende mit dabei waren.

Auffällig war indes, daß an dem Protest nur sehr wenige Schüler teilnahmen. So zumindest mein Eindruck. Lag es daran, daß die Zeitspanne für die Mobilisierung sehr kurz war? Und man somit die Schüler nicht rechtzeitig erreichen konnte?

Denn sonst kenne ich das ganz anders und nehme sie als sehr engagiert und kämpferisch wahr. Denn auffällig ist schon, daß bei anderen Demos oftmals eher die Jüngeren (Schüler und Studenten) aktiv sind. Wie z.B. bei den Protesten gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation.

Es scheint möglicherweise aber auch so zu sein, daß die Jüngeren vom Sozialabbau noch nicht so sehr betroffen sind. Auch wenn ich daran zurückdenke, wie es bei mir früher war. Diese diesbezüglichen sozialen Probleme begannen bei mir ja auch erst nach dem Studium. Ich hätte doch niemals damit gerechnet, daß ich mit meinem guten Master Abschluß im Hartz 4 System landen könnte.

Doch jetzt zurück zur Demo: Direkt am Berliner Platz ging es also los mit einigen Redebeiträgen.

(Anmerkung: Ich werde jetzt hier und auch im Rahmen späterer Berichte nicht auf jeden einzelnen Redebeitrag eingehen. Sondern es soll eher um einen kurzen Überblick gehen. Was jedoch nicht als Wertung zu verstehen ist.)

Die Bundestagsabgeordnete Desiree Becker hielt eine sehr kämpferische Rede, die direkt klarstellt, worum es hier geht:

Zitat[...]. ,,Sozialabbau und grenzenlose Aufrüstung sind zwei Seiten derselben Medaille", so Becker.
Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/150-menschen-demonstrieren-gegen-merz-regierung-und-sozialkuerzungen-94334123.html .

Martina Bodenmüller, von der Arbeitsloseninitiative Gießen vermeldete Kritik an der sogenannten neuen "Grundsicherung für Arbeitsuchende". Und überhaupt, das Geld reicht nicht. Auch das war Thema ihres Redebeitrags.

Doch ehrlich gesagt, ich halte nicht allzu viel von der Gießener Arbeitsloseninitiative. Auch wenn ihre Freizeitangebote schon sehr interessant sind. Denn sie bieten selbst "Ein-Euro-Jobs" an und unterstützen somit das System. Was ich äußerst kritisch sehe. Solcherlei "Arbeitsgelegenheiten" gehören nämlich meiner Meinung nach unbedingt "bekämpft". Wer arbeitet, muß auch angemessen bezahlt werden. Zudem existieren diesbezüglich noch weitere Kritikpunkte.

Ich halte "Ein-Euro-Jobs" für die vielleicht schlimmste Form der Ausbeutung, welche in Deutschland existiert. Na gut, Menschen, die in Behindertenwerkstätten arbeiten "müssen", sind bestimmt auch nicht besser dran. Mit dem einen Unterschied, daß die Arbeit dort zumindest freiwillig ist. Jetzt hier näher auf das Thema "Ein-Euro-Jobs" einzugehen, würde jedoch definitiv den Rahmen sprengen. Wer sich für das Thema interessiert, man findet in diesem Forum eine Vielzahl von Beiträgen zu dieser Problematik. Auch von mir.

Ich sehe bei der Gießener Arbeitsloseninitiative somit sehr große Widersprüche. Da passt was nicht zusammen. Einerseits so kämpferisch und dann sowas. Ich kann das echt nicht nachvollziehen. Denn ihr Redebeitrag gefiel mir sehr gut. Doch diesen Widerspruch verstehe ich überhaupt nicht.

Doch auch Betroffene kamen im Rahmen der Auftaktkundgebung zu Wort. Da war z.B. die Pflegekraft, der die schwierige Situation an den Krankenhäusern schilderte. Oder jemand aus der Industrie (IG Metall), der ebenfalls eine äußerst kämpferische Rede hielt.

Wie kann es auch sein, daß für Aufrüstung und Militarisierung immer mehr als genug Geld zur Verfügung steht (hier mangelt es nie), jedoch bei den Arbeitern, Rentnern und Bürgergeldempfängern immer nur gespart wird. Hier passt was definitiv nicht zusammen. Schon seltsam, oder?

Anbei ging es während der Kundgebung auch um den 8-Stunden-Tag, den frühere Generationen hart erkämpft haben. Und den die aktuelle Bundesregierung jetzt einfach so wieder abschaffen möchte.

Bezüglich der Fahnen, so war die Linkspartei ganz klar in der Mehrheit. Doch auch andere Organisationen und Initiativen zeigten hier eindeutig Flagge.

Da war z.B. die Linksjugend ['solid], die Jugendorganisation der Linkspartei. Aber auch andere: DKP, Antifaschistische Aktion oder der Internationale Jugendverband. Doch selbst die Jugendorganisation der "Grünen", die "Grüne Jugend" war hier vertreten. Um nur einige zu nennen.

Im Anschluß an die Redebeiträge begab man sich dann auf den Weg in Richtung Marktplatz, wo weitere Redebeiträge vorgesehen waren. Links auf dem Foto sieht man das "Stadttheater Gießen":

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Und weiter geht's. Immer wieder riefen wir lautstark kämpferische Parolen:

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Was ich sehr gut fand, war, daß Mitglieder der Linkspartei Zettel mit den Demo-Parolen und weiteren Terminen an uns verteilt haben. Somit war man nicht nur bestens informiert, sondern manchmal ist es einfach auch schön, trotz digitaler Welt, doch mal wieder einen analogen Zettel in der Hand zu halten.

Wanderratte

Montag, 01.06.2026, 18 Uhr, Berliner Platz

Teil 2:


Mittlerweile hat man den Marktplatz nahezu erreicht. Rechts befindet sich die Engel Apotheke, mit dem goldenen Engel auf dem Dach. Sie gibt es bereits seit dem Jahr 1650. Und im Hintergrund sieht man den Stadtkirchenturm mit der Uhr:

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Am Marktplatz folgten dann weitere Redebeiträge, wie z.B. von den "Studis gegen Rechts".

Oder auch Martina Lennartz vom Wahlbündnis ,,Gießen – sozial und friedenstüchtig" (GSF): https://gsf-gi.de/ . Klingt sehr interessant. Einige von ihnen kenne ich noch von früher. Als ich mich in der DKP engagiert habe.

Schließlich ging es weiter zum Kirchenplatz. Dort, wo auch der besagte Stadtkirchenturm steht. Hier fand dann die Abschlußkundgebung statt, mit weiteren interessanten Redebeiträgen:

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Hier gab es u.a. einen Redebeitrag vom Friedensnetzwerk Gießen.

Oder auch jemand vom "No-Cuts-Bündnis" gegen Hochschulkürzungen, der eine besonders powervolle Rede hielt.

Nach einer kurzen Verabschiedung seitens der Linkspartei war somit die erste Gießener Demonstration gegen den Sozialabbau beendet. Doch weitere Proteste werden folgen.

Insgesamt lässt sich sagen, daß es thematisch nicht nur gegen den Sozialabbau ging. Sondern auch um andere Themen, die jedoch damit explizit im Zusammenhang stehen.

Es ging nämlich auch gegen die Aufrüstung und Militarisierung unserer Gesellschaft. Und der Schulstreik gegen die Wehrpflicht war ebenfalls ein Thema. Denn das alles gehört auch dazu.

Man sollte nämlich meiner Meinung nach generell nichts isoliert voneinander betrachten. Das eine bedingt das andere. Denn schließlich muß der ganze Mist (Aufrüstung und Militarisierung) ja irgendwie finanziert werden. Von nichts kommt nichts.

Abschließend läßt sich resümieren, daß dies eine sehr vielversprechende Auftaktveranstaltung war.

Ich muß sagen, ich bin fasziniert. Die Redebeiträge waren allesamt durchweg sehr kämpferisch. Voller Überzeugung und Engagement trug man sein Anliegen vor. Man scheute sich auch nicht davor, am Kapitalismus, dem Verursacher dieses ganzen Mists, berechtigte Kritik zu üben. Genau so muß es sein.

Und immer wieder hat man klargestellt, daß zwar Geld für Aufrüstung und Militarisierung, doch dafür immer weniger für den Sozialstaat "vorhanden" ist. Stattdessen kommt es zum Sozialabbau. Eine Alternative wäre der Klassenkampf von unten. Denn was wir zur Zeit erleben, das ist ein Klassenkampf von oben. Und den dürfen wir uns keineswegs gefallen lassen.

Und immer wieder hat man betont, daß unsere Kämpfe unbedingt zusammengehören. Denn wir haben denselben Feind.

Und das ist auch genau der Punkt, bei dem wir uns bei "chefduzen" (weitestgehend?) einig sind.

Gesellschaftliche Gruppen sollten sich niemals gegeneinander ausspielen lassen. Und überhaupt, sehr vieles von dem, was ich hier hörte, kannte ich bereits aus dem "chefduzen" Forum. Ich finde es gut, daß andere auch so denken. Das war sehr interessant.

Und ja, eines ist mir mittlerweile klar: Die Proteste von Arbeitern und Erwerbslosen gehören unbedingt zusammen. Denn: Erwerbslosigkeit einerseits sowie miese Arbeitsbedingungen andererseits sind nunmal nichts anderes als zwei Seiten einer Medaille.

Also, ich muß sagen, die Gießener Auftaktveranstaltung gegen den Sozialabbau war richtig cool. Und ja, sie war richtig spontan.

Wenn man bedenkt, daß die Linkspartei (gemeinsam mit den Bündnispartnern?) für die Vorbereitung dieser Auftaktdemonstration nur drei Tage Zeit hatte. Dann ist das Ergebnis schon mehr als erstaunlich. Respekt für die Linkspartei, es in so kurzer Zeit geschafft zu haben, dann doch relativ viele Menschen zu mobilisieren.

@counselor schrieb:

Zitat von: counselor am 14:14:27 Mi. 03.Juni 2026Ich habe gerade im Internet recherchiert: Am 1. Juni 2026 sollen an 14 Orten etwa 4000 Menschen an den Protesten der Linkspartei gegen den Sozialabbau teilgenommen haben.

Das ist ausbaufähig...
Ja, durchaus. Da gebe ich Dir recht.

Es könnte jedoch schlichtweg daran gelegen haben, daß alles wohl doch recht spontan war. Möglicherweise hat man es an einigen Orten einfach nicht geschafft, die Proteste zeitnah zu organisieren. Für die Mobilisierung benötigt man halt auch Zeit.

Wenn man jedoch mit den Protesten tatsächlich was erreichen möchte, dann müssen selbstverständlich noch sehr viel mehr Menschen auf die Straße. Und zwar überall im Land. In nahezu jeder Stadt. Und so lange bis diese Bundesregierung endlich nachgibt.

Es gab dann abschließend noch einen Aufruf, weitere Menschen zu den Protesten einzuladen. Nachbarn und so. Auch jene, mit denen man sich normalerweise noch nicht unterhält. Damit wir zukünftig noch sehr viel mehr werden.

Denn darum geht es letztendlich:

ZitatDoch wir sind nicht machtlos. Wenn wir uns zusammenschließen, können wir uns wehren. Die Demonstration soll deshalb ein Auftakt sein: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich vernetzen und gemeinsam aktiv werden können. Ob im Betrieb, im Stadtteil, an der Hochschule oder im Alltag wir wollen den Widerstand gegen Sozialabbau gemeinsam organisieren. Wir sind nicht handlungsunfähig, wir wehren uns jetzt.

Wir sagen: Es reicht! Die Mehrheit dieser Gesellschaft sind nicht die Milliardäre und Lobbyverbände, sondern die arbeitenden Menschen, Mieter*innen, Rentner*innen, und Eltern, Erwerbslose und junge Menschen. Wenn wir gemeinsam handeln, können wir diese Politik stoppen.
Quelle: https://www.dielinke-giessen.de/detail/news/es-reicht-giessen-wehrt-sich-montag-01062026-18-uhr-berliner-platz .

Was mir persönlich (nicht nur aus egoistischen Gründen) besonders wichtig ist, die Linkspartei macht auch sehr viel für die Erwerbslosen. Sie sind definitiv nicht vergessen.

Generell finde ich es sehr gut, daß die Linkspartei bereit ist, direkt was für die Menschen zu tun. Und sich gerade nicht in den Parlamenten verschanzt. Sie ist dort, wo man sie braucht.

Welche Partei kann das schon von sich behaupten!?!

Selbstverständlich werden noch weitere Demonstrationen folgen. Auch hier in Gießen. Denn das war noch längst nicht alles.

Abschließend hier nochmals der Link zur Linkspartei Gießen mit dem Protestaufruf sowie jeweils ein Artikel der beiden Gießener Tageszeitungen Gießener Anzeiger und Gießener Allgemeine Zeitung, welche die "Auftaktdemonstration gegen Sozialabbau" jeweils kurz zusammenfassen.

Kuddel

Der Aufruf zu Sozialprotesten am 18.6. liegt in Kiel in den Händen der Gewerkschaften.

https://www.verdi.de/kiel-ploen/aktive-im-bezirk/aufruf-zur-demo

Im Aufruf heißt es:

Der Sozialstaat steht unter Beschuss.

Längere Arbeitszeiten. Karenztage. Höhere Zuzahlungen. Renteneintritt mit 70. Weniger Leistungen. Mehr Belastungen.

Während Milliardenvermögen wachsen, sollen Beschäftigte, Familien, Rentnerinnen und Rentner die Rechnung bezahlen.

Wir sagen: NICHT MIT UNS!

Gemeinsam ziehen wir zum Landtag Schleswig-Holstein und zeigen: Wir lassen nicht zu, dass soziale Sicherheit, gute Arbeit und Solidarität Stück für Stück abgebaut werden.Ob im Krankenhaus, in der Kita, in der Verwaltung, im Nahverkehr, in der Industrie oder im Handel:

Dieser Angriff trifft uns alle.

✊ Rote Karte dem Kahlschlag!
✊ Rote Karte dem Sozialabbau!
✊ Rote Karte einer Politik auf dem Rücken der Beschäftigten!


Auf dem Plakat ist man noch detaillierter:

  • WIR SAGEN NEIN ZU:
  • der Abschaffung des 8-Stunden-Tages
  • der "Reform" der Krankenversicherung, Karenztage
  • höhere Zuzahlung zu Medikamenten
  • gegen eine Basisgrenze erst ab 70 Jahren
  • gegen die Abschaffung von Feiertagen
  • gegen eine Politik auf dem Rücken der Beschäftigten

Neben den Sprüchen von "guter Arbeit" ist mir folgendes aufgestoßen:

Es wird nur ein Status Quo der beschissenen Verhältnisse gefordert. Ein 8 Stunden Arbeitstag ist bereits zu lang. Das Renteneintrittalter wurde bereits erhöht. Statt eine Rücknahme zu fordern, gibt man sich mit dem bestehende Scheiß zufrieden. Warum hat man aufgegeben, ein besseres Leben einzufordern?

Angesprochen werden "Beschäftigte, Familien, Rentnerinnen und Rentner". Geflüchtete, Arbeitsmigranten und Erwerbslose kommen in diesem Aufruf nicht vor.

Von Gewerkschaftern, die an den Vorbereitungstreffen teilgenommen haben, habe ich gehört, daß es eine dubiose Politik von Ein- und Ausladungen gäbe, wer zur Liste der Unterstützer dieses Aufrufs gehört und wer nicht.

Wanderratte

In Kiel-Gaarden soll es aber neben der Gewerkschaftsdemo zumindest noch ein Sommerfest geben. Von der Linkspartei (oder Bündnis?) organisiert:

ZitatKiel: 3. Juli, 15 Uhr Sommerfest gegen Sozialabbau, Kaiserstraße 38 Kiel-Gaarden
Quelle: https://www.die-linke.de/mitmachen/kampagnen/es-reicht-das-leben-bezahlbar-machen/ .

Das mit dem Sommerfest klingt auf jeden Fall schonmal sehr gut. Sehr viel besser als die DGB-Demo.

Noch sehr viel besser wäre es indes, zuerst eine Demo. Und im Anschluß daran das Sommerfest. Somit hätte man beides.

Bezüglich der Gewerkschaftsdemo in Kiel: Es ist schon alles recht merkwürdig.

Das mit der Arbeitszeit sehe ich nämlich auch so. Ein 8-Stunden-Tag ist definitiv viel zu lang. Man möchte ja auch noch Zeit für was anderes haben.

Und was soll das sein, "gute Arbeit"? Gab es jemals "gute Arbeit"? Ich denke, für die meisten Menschen eher nicht.

Und was ist mit der 35-Stunden-Woche, die man einst gefordert hat? Und: "Warum hat man aufgegeben, ein besseres Leben einzufordern?" Ich finde, das ist eine sehr gute und wichtige Frage.

Und, gehöre ich überhaupt zur Zielgruppe, als Erwerbsloser? "Beschäftigte, Familien, Rentnerinnen und Rentner", da fühle ich mich aber überhaupt nicht gemeint.

Ich weiß nicht so recht, wie man damit am besten umgehen sollte. Anbei frage ich mich schon, ob es überhaupt Sinn macht, bei solch einer Demo mitzumachen.

Die Frage ist halt auch, ob man bestimmte gesellschaftliche Gruppen schlichtweg übersehen hat oder ob noch sehr viel mehr dahintersteckt. Und überhaupt, warum nur Familie? Was ist denn dann mit den Singles? Oder, wer keine Kinder hat? Sind sie somit weniger relevant? Verstehen kann man das alles jedenfalls nicht.

Doch wie dem auch sei, jetzt freue ich mich erstmal auf die nächste Demo in Gießen. Sobald ein Termin feststeht, werde ich ihn hier ankündigen.

Und noch was:

Ich habe mir bezüglich meiner (rhetorischen) Frage nochmals Gedanken gemacht, die ich vor kurzem in einem anderen Thread gestellt habe.

Es handelt sich zwar eher um eine theoretische Frage, doch ich finde, sie steht in direktem Zusammenhang mit den bundesweiten Sozialprotesten.

Aus einem anderen Beitrag:

Zitat von: Wanderratte am 14:45:53 So. 31.Mai 2026Noch besser wäre es indes, die gesamte bürgerliche parlamentarische Demokratie in Frage zu stellen. Kann man das erwarten?
Ich denke, man kann das nicht erwarten. Zumindest vorerst nicht.

Die Linkspartei ist nunmal Teil der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie. Man kann das selbstverständlich kritisieren. Oder auch nicht. Wobei ich mich schon frage, was wäre, wenn sämtliche politisch linken Parteien insgesamt auf einmal mehr als 80% der Stimmen bekämen.

Auf der anderen Seite sehe ich die bürgerliche parlamentarische Demokratie schon recht kritisch. Die Frage ist doch, was kann man mit ihr langfristig erreichen. Welches Potential haben Reformen? Langfristig gesehen?

Und ja, die Kleinstparteien. Anbei denke ich besonders an die DKP und die MLPD. Sie wollen ganz klar den Kapitalismus abschaffen. Ich frage mich, geht das überhaupt, im Rahmen der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie.

Und wie sieht es bezüglich der Anarchie aus, geht hier irgendwas? Die Anarchie, der ich doch schon recht nahe stehe. Ich weiß es nicht. Ich mache mir jedoch zu dem Thema sehr viele Gedanken.

Letztendlich muß ich zugeben, daß ich keine Antwort auf meine (rhetorische) Frage habe. Es kann so sein oder auch so.

Die Linkspartei macht jedoch meiner Meinung nach zumindest sehr viel, was im Rahmen der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie möglich ist. Und das ist eine ganze Menge.

Und da man den Kapitalismus nicht einfach so abschaffen kann, sind sie auf dem richtigen Weg, wie ich finde.

Daß man sie dennoch kritisieren kann und auch sollte, steht selbstverständlich nicht zur Debatte. Auch ich finde nicht alles toll. Doch das Positive überwiegt. So sehe ich sie jedenfalls.

Doch jetzt wieder zurück zur Praxis:

Aufgrund meiner Überlegungen halte ich es nämlich für unabdingbar, bei den bundesweiten Sozialprotesten unbedingt mitzumachen. Und genau deswegen bin ich dabei.

counselor

ZitatSie wollen ganz klar den Kapitalismus abschaffen. Ich frage mich, geht das überhaupt, im Rahmen der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie.

Ich denke, nein das geht nicht im Rahmen der bürgerlichen Demokratie. In der bürgerlichen Demokratie hat das internationale Finanzkapital sich den Staat und seine Institutionen untergeordnet. Daher müssen wir das internationale Finanzkapital durch seine Enteignung entmachten. Dazu muss der bürgerliche Staat, der das internationale Finanzkapital schützt, samt seiner Institutionen zerschlagen werden und an seiner Stelle eine Rätedemokratie etabliert werden. Ich denke dabei immer an den "Demokratischen Konföderalismus" in Rojava in Nordsyrien als Vorbild einer rätedemokratischen Struktur.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

Heute war in Nürnberg die #Unkürzbar Demo gegen den Sozialabbau der Bundesregierung. Gekommen waren ca. 400 Menschen. Die Redner machten nochmal die ganze Tragweite des Generalangriffs auf die Rechte der Menschen im Land deutlich. Jeder hier lebende Mensch ist betroffen. Redner sprachen auch von Menschenverachtung.

Die Demo selbst war kämpferisch und es kamen Sprechchöre auf, die einen politischen Streik bzw. Generalstreik forderten.

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Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Wanderratte

@counselor, ich danke Dir für Deinen informativen Bericht mit den sehr schönen Fotos. Es ist immer interessant, zu erfahren, wie es in anderen Städten war. Und ja, kämpferisch ist sowieso immer gut. Somit hier meine Ankündigung:

Der nächste Termin für die Gießener Demo gegen den Sozialabbau steht nun fest:

ZitatGießen: 13. Juni, 15 Uhr Berliner Platz
Quelle: https://www.die-linke.de/mitmachen/kampagnen/es-reicht-das-leben-bezahlbar-machen/ .

Ich bin schon sehr gespannt, wie viele Menschen am 13. Juni um 15 Uhr dabei sein werden. Ich hoffe so sehr, daß wir dann noch sehr viel mehr sind. Im Vergleich zum 1. Juni.

Doch die Demo am 1. Juni (siehe meine beiden Beiträge #2 und #3) war zumindest schonmal ein sehr guter Anfang.

Also, wer in Gießen und Umgebung wohnt (oder auch weiter weg), bitte kommt alle vorbei. Wenn irgendwie möglich.

counselor

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

Weitere Termine in unserer Nachbarstadt Fürth (Bayern):
20.06. 10:30 Treffen Fürther Bündnis gegen Sozialabbau, Die Linke-Büro Fürth, Königstraße 95
27.06 Aktionstag in Fürth
03.07. Kundgebung in Fürth
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counselor

,,Das müssen wir stoppen!" - Proteste gegen Spargesetze - Klinikkürzungen und Pflegereform verhindern

Das Kürzungspaket der Gesundheitsministerin Nina Warken i(CDU) st eine Kampfansage an alle Versicherte und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Mehr als 8.000 Menschen sind am 10. Juni 2026 dem ver.di-Aufruf zur Demonstration bei der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover gefolgt, um dagegen zu protestieren. ver.di fordert: Der Bundestag muss die Notbremse ziehen – gegen Klinikkürzungen, Tarifaushöhlung und die geplante Pflegereform.
,,Diese Gesetze dürfen nicht auf Teufel komm raus durchs Parlament gepeitscht werden. Die Abgeordneten des Bundestags müssen jetzt die Notbremse ziehen", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Der Druck wächst: Auch der amtierende GMK-Vorsitzende und niedersächsische Sozialminister Andreas Philippi kritisierte das Gesetz offen und kündigte eine gemeinsame Länderpositionierung gegenüber der Bundesregierung an.
Das geplante Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Bundesregierung bedroht Kliniken, Pflegekräfte und Versicherte – und nun folgt der nächste Schlag: Ein Referentenentwurf zur Pflegereform setzt die Tariflohnpflicht in der Altenpflege aus. Das muss gestoppt werden.

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatDas ist erst der Anfang"

Kraftvolle Demo vor dem Gesundheitsministerium als Auftakt für weitere Proteste

Während in Hannover die Gesundheitsminister tagten, protestierten bundesweit mehr als 10000 Menschen gegen die Sparpläne der Bundesgesunheitsministerin Warken. In Nürnberg hatte die Gewerkschaft ver.di zu Kundgebung und Demo vor dem bayerischen Gesundheitsministerium am Rosa-Luxemburg-Platz aufgerufen.

Quelle: https://gesundheit-statt-profit.de/das-ist-erst-der-anfang/?v=1
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counselor

ZitatHannover und weitere Städte - Kämpferische Aktionen gegen die gesundheitspolitischen Angriffe

"Nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen im Kapitalismus!" Das war eine gelungene Ansprache an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der der gestrigen Kundgebung anlässlich der Konferenz der Länder-Gesundheitsminister in Hannover.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw24/kaempferische-aktionen-gegen-die-gesundheitspolitischen-angriffe
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Kuddel

Bundesweit passiert einiges, bei den Sozialprotesten würde ich auch die Proteste gegen den Kahlschlag im Gesundheitswesen mit hinzuzählen.

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Letztendlich halte ich auch die betrieblichen Kämpfe für dazugehörig. Da kommt es auch etwas darauf an, ob die Beteiligten die Verbindung sehen oder den Schulterschluß suchen. Jedenfalls sollten wir uns um eine solche Diskussion kümmern.

Gleichzeitig versucht man gerade mit dem Projekt "Projekt 1 Million Demo" eine Art Sozialprotest von rechts zu organisieren. Eine Pegida gegen Merz. Die Steuern sind zu hoch, Merz muß weg! Merz wird abgetan, als jemand, "der es einfach nicht kann", oder gar als zu links, also "rechts blinken und links abbiegen". Kein Scheiß, so wird argumentiert.

In den Asozialen Medien ist das so derart aufgeblasen, als sei dieser Aufmarsch der zur Zeit wichtigste Protest hinter dem all die regionalen Sozialproteste bedeutungslos werden. Der Youtuber Fascho Weichreite hat gleich ein halbes Dutzend Beiträge gepostet.

Es ist eine gruselige Veranstaltung.


https://www.youtube.com/watch?v=PFvIIm_ODo0

Wanderratte

Mein Bericht aus Gießen ist noch in Arbeit.

Doch schonmal vorab: Wir hatten gestern eine super gute Stimmung und eine richtig tolle Atmosphäre. Sehr kämpferisch. Auch wenn wir noch immer relativ wenige waren.

Und jetzt nochmal kurz zurück nach Nürnberg: Dort war doch eine DGB-Gewerkschaften-Demo, wenn ich mich korrekt erinnere? Und ja, ich muß ehrlich gesagt zugeben, daß ich die DGB-Gewerkschaften normalerweise eher kritisch sehe. Zu wenig kämpferisch und so. Jedoch fand ich besonders das hier sehr interessant:

Zitat von: counselor am 20:13:58 Mi. 10.Juni 2026[...] Redner sprachen auch von Menschenverachtung.

Die Demo selbst war kämpferisch und es kamen Sprechchöre auf, die einen politischen Streik bzw. Generalstreik forderten.
So cool. Denn damit hätte ich jetzt echt nicht gerechnet. Im Rahmen einer DGB-Gewerkschaften-Demo.

Ich hoffe so sehr, daß sich was tut. Daß wir diese absurden Regierungspläne irgendwie stoppen können. Wir wollen und benötigen nämlich keine Aufrüstung. Und erst recht keinen Krieg. Denn so, wie es jetzt ist, darf es definitiv nicht weitergehen.

Insgesamt gesehen finde ich schon, daß in Nürnberg doch recht viel los ist. Damit hätte ich in Bayern, was meiner Meinung nach ein eher konservatives Bundesland ist, nicht unbedingt gerechnet. Oder, vielleicht gerade deswegen? Wer weiß. Möglicherweise sind es aber auch einfach nur Vorurteile meinerseits.

In Gießen scheint das mit dem DGB ähnlich zu sein. Sehr viel positiver als das, was ich sonst so mitbekomme. So zumindest mein (subjektiver) Eindruck.

Zitat von: Kuddel am 12:33:47 Sa. 13.Juni 2026Letztendlich halte ich auch die betrieblichen Kämpfe für dazugehörig. Da kommt es auch etwas darauf an, ob die Beteiligten die Verbindung sehen oder den Schulterschluß suchen. Jedenfalls sollten wir uns um eine solche Diskussion kümmern.
Die Kämpfe in den Betrieben gehören unbedingt dazu. Wenn man erfolgreich sein möchte. Und es betrifft die Menschen dort ja auch.

Diese Merz-Regierung will ja auch gegen die Errungenschaften vorgehen, für die die Menschen früher hart gekämpft haben. Doch nicht mit uns. Das dürfen wir uns auf gar keinen Fall gefallen lassen.

Hinzu kommt: Nicht jeder kann bzw. möchte bei einer Demo mitmachen. Die freie Zeit, die man hat, ist ja auch begrenzt. Erst recht dann, wenn jemand Familie hat oder sich als Alleinerziehender um kleine Kinder kümmern muß. Oder wenn man Angehörige pflegt. Schon allein aus diesem Grunde machen betriebliche Kämpfe unbedingt Sinn. Man kämpft dort, wo man sowieso schon ist.

Zitat von: Kuddel am 12:33:47 Sa. 13.Juni 2026Gleichzeitig versucht man gerade mit dem Projekt "Projekt 1 Million Demo" eine Art Sozialprotest von rechts zu organisieren. Eine Pegida gegen Merz. [...].
Ich habe mir das kurze Video angeschaut. Das ist doch der Horror. So schlimm, daß die Rechten mittlerweile meinen, sich unbedingt unsere Proteste für ihre Interessen aneignen zu müssen. Als wäre das, was sie wollen, besser.



Kuddel

Hier mal was zur problematischen Haltung zu den DGB Gewerkschaften.

Die Initiative Sozial- und Erziehungsdienst am Limit geht einen interessanten Weg. Man ist nicht nur Gewerkschaftsmitglied, sondern versucht auch, in dem Rahmen aktiv zu sein und die gewerkschaftlichen Strukturen zu nutzen. Man diskutiert und handelt gleichzeitig unabhängig von den Gewerkschaften.

So klingt ein Aufruf, der nicht von Funktionären, sondern von den Betroffenen formuliert worden ist.

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Kuddel

Hier ein Beispiel (aus Aschaffenburg), andere Wege der Mobilisierung auszuprobieren:

ZitatAm Sonntag fand der Sozialratschlag der Initiative ,,Sozialer Aufstand" in Aschaffenburg statt, welcher zur Vorbereitung der ersten großen Demonstration der Initiative, am 27.06.

Zuvor hatten die Initiatoren durch Ansprachen von Beschäftigten an den Werkstoren dafür geworben, sich an der Forderungsfindung der Kampagne gegen den Abbau des Sozialstaates und die Angriffe auf die Arbeiterschaft zu beteiligen. Diese Strategie scheint nun aufgegangen zu sein, denn rund 40 Personen folgten diesem Aufruf und beteiligten sich am Sotzialratschlag.An drei Thementischen erarbeiteten die Teilnehmenden Forderungen zu den Themen Arbeit, Rente, Wohnen, Inflation, Gesundheit und Militarisierung. (...)

Bis zur Demonstration wollen die Organisatoren weiterhin vor die Werkstore ziehen und die Beschäftigten aus den Betrieben zur Teilnahme motivieren.

,,Wir sind kein Dienstleister, der eine Demonstration organisiert zu der alle hin gehen, sich gut fühlen und dann wieder verschwinden. Wir wollen eine nachhaltige Kampagne aufbauen, die Arbeiterinnen und Arbeiter einbezieht und die von ihnen getragen wird."
https://www.meine-news.de/aschaffenburg/c-politik/sozialprotest-in-aschaffenburg-startet-mit-starkem-signal_a237391#gallery=null

In den letzten Jahrzehnten ist die Tradition, Flugblätter vor Betrieben zu verteilen, weitgehend verschwunden. Ich finde es erfreulich, wenn man diese Tradition wieder aufnimmt und nicht nur Flyer verteilen, sondern die Beschäftigten selbst in die Organisierung von Protesten und Kämpfen einbeziehen will

counselor

Warum Sozialstaat? - Was tut der Sozialstaat für dich und warum ist er für uns alle unverzichtbar?

,,Der Sozialstaat ist zu groß, zu teuer, nicht mehr bezahlbar." Das hören wir gerade täglich – von Arbeitgeberverbänden, Wirtschaftslobbyisten und Politikern wie Friedrich Merz. Aber stimmt das eigentlich?
In diesem Video checken wir die Fakten: Was ist der Sozialstaat überhaupt – und was tut er konkret für dich? Warum ist er keine Belastung für die Wirtschaft, sondern eine ihrer Grundlagen? Warum ist Sozialabbau gefährlich? Und wessen Interessen stecken hinter den Angriffen auf ihn?
Die Kurzversion: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Die Mittel für einen starken Sozialstaat sind da – sie müssen nur gerechter verteilt werden.

Das erwartet dich:
0:28 Was ist eigentlich ein Sozialstaat? Warum brauche ich ihn? Was tut er für dich und mich? Und was hat das Grundgesetz damit zu tun?
1:40 Sozialstaat und Glück — warum die glücklichsten Länder der Welt einen starken Sozialstaat haben - was Finnland uns lehrt.
2:52 Faktencheck: Vier Behauptungen – vier Widerlegungen und wer wirklich profitiert, wenn der Sozialstaat abgebaut wird
5:25 Sozialstaat und Wirtschaft - Warum soziale Sicherheit die Wirtschaft stärkt
6:25 Was ver.di und 20 Millionen Menschen gemeinsam fordern - Bündnis ,,Stabil bleiben — sozial gestalten"

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

Zitat"Ruhrpott Rebellion" - Rebellion gegen Regierungspolitik: ,,Für Würde! Für Solidarität! Für Zukunft!" - mit Terminen

Inzwischen rufen immer mehr Verwaltungsstellen der IG Metall in NRW zu Kundgebungen und Demonstrationen der ,,Ruhrpott Rebellion" auf. Die Mobilisierung gegen den Generalangriff der Regierung auf die sozialen Leistungen und Arbeiterrechte verbreitet sich auch außerhalb des Reviers.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw25/rebellion-gegen-regierungspolitik-fuer-wuerde-fuer-solidaritaet-fuer-zukunft
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Wanderratte

Samstag, 13.06.2026, 15 Uhr, Berliner Platz

Teil 1:

In Gießen fand nun die zweite Demonstration gegen den Sozialabbau statt.

Doch auch in sehr vielen anderen Städten finden (weiterhin) Proteste statt. Und es werden immer mehr: https://www.die-linke.de/mitmachen/kampagnen/es-reicht-das-leben-bezahlbar-machen/ .

Mittlerweile habe ich gehört, daß es ein breites Bündnis ist, was diese unbedingt notwendigen Demos und Proteste organisiert. Es ist also nicht die Linkspartei allein. Zumindest in Gießen scheint es so zu sein.

Zu diesem Bündnis gehören neben der Linkspartei diverse andere Initiativen und Organisationen, wie z.B. die Omas gegen rechts oder der DGB.

Auch diesmal war es so, daß es vorrangig gegen die sozialen Kürzungspläne der Bundesregierung ging.

Treffpunkt war wieder der Berliner Platz, direkt vor dem Rathaus:

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Samstag Nachmittag, das ist doch perfekt, wie ich finde. Sehr viele Menschen haben frei, da Wochenende. Ich denke, besser geht es nicht. Das einzige Manko ist vielleicht, daß einige Studierende am Wochenende zu ihren Eltern fahren. Doch das betrifft längst nicht alle, wie man auf der Demo sehr gut sehen konnte.

Ab 15 Uhr versammelten sich also ca. 100-150 Menschen am Berliner Platz. Ich fand es sehr schade, daß es nicht mehr waren.

Die Altersstruktur war meiner Meinung nach (soweit ich das beurteilen kann) wieder ziemlich gemischt. Doch ich hatte den Eindruck, daß diesmal sehr viel mehr jüngere Menschen mit dabei waren. Auch Schüler gehörten definitiv dazu. Und Studierende selbstverständlich auch.

Ich schaute mich erstmal um.

Dieses Transparent gefiel mir am besten. So cool und super schön gestaltet. Ich mußte schmunzeln, als ich es sah:

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Doch auch das folgende Transparent gefiel mir sehr gut:

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Ich liebe es, wenn Transparente kreativ gestaltet und originell sind.

Direkt am Berliner Platz ging es also los. Auf zwei kurze Begrüßungsreden seitens der "Grünen Jugend" sowie der Linkspartei folgten dann noch weitere Redebeiträge.

Klaus Zecher vom DGB hielt die erste Rede. Er wies darauf hin, daß Sozialleistungen keine Almosen seien, sondern erkämpft. Dasselbe gelte für den 8-Stunden-Tag. Ich fand seinen Redebeitrag sehr kämpferisch. Obwohl ich normalerweise dem DGB eher kritisch gegenüberstehe.

Bezüglich der Fahnen, so war auch diesmal die Linkspartei wieder ganz klar in der Mehrheit.

Es lässt sich jedoch sehr gut erkennen, daß auch andere Initiativen und Organisationen am Protest beteiligt waren.

Im Anschluß an die Redebeiträge begab man sich nun auf den Weg in Richtung Johanneskirche, wo weitere Redebeiträge vorgesehen waren:

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Über die Kreuzung am Anlagenring, am Stadttheater vorbei, in Richtung Johanneskirche:

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Mittlerweile haben wir die Johanneskirche nahezu erreicht:

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An der Johanneskirche, wo es zwei weitere super coole Redebeiträge gab:

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Ein Redner von den "Studis gegen Rechts" machte z.B. darauf aufmerksam, daß sehr viele Studierende armutsgefährdet seien. Zudem hat man die mögliche Rücknahme der BAföG-Reform kritisiert.

Im Redebeitrag der Jugend gegen Krieg ging es u.a. darum, daß Milliarden in die Rüstung gesteckt werden, jedoch für die Schulen kaum noch Geld da ist. Zudem gab es u.a. noch die folgenden Forderungen: "Eure Kriege ohne uns", "Keine neue Wehrpflicht" sowie "Bundeswehr raus aus den Schulen". Ich halte auch überhaupt nichts davon, daß die Bundeswehr in die Schulen kommt, um dort Werbung für sich zu machen. Meiner Meinung nach haben sie dort definitiv nichts zu suchen.

Wanderratte

Samstag, 13.06.2026, 15 Uhr, Berliner Platz

Teil 2:

Unsere Demonstration führte auch durch die
Einkaufsmeile (Fußgängerzone). Hier ist besonders am Samstag sehr viel los.

Direkt am Kugelbrunnen vorbei:

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Am Marktplatz mit der Engel Apotheke:

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Der Name "Marktplatz" scheint jedoch ein wenig irreführend zu sein. Denn hier findet gerade nicht der Wochenmarkt statt, sondern einige Meter weiter. Da hier jedoch die meisten Stadtbusse halten, sind immer sehr viele Menschen unterwegs.

Am Kirchenplatz fand dann wieder die Abschlußkundgebung statt, mit weiteren sehr interessanten Redebeiträgen:

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Hier gab es einen tollen Redebeitrag von einer "Oma gegen rechts". Oder auch jemand, der dem Bündnis Gießen bleibt bunt angehört, war sehr engagiert dabei.

Allgemeiner Konsens schien zu sein, daß der Reichtum ungleich verteilt sei. Es ginge um Verteilungskämpfe. Reich gegen arm. Sozusagen ein Klassenkampf von oben. Jedoch sollte stattdessen der Klassenkampf von unten angestrebt werden. Seit Jahren hört man immer nur, es sei kein Geld da. Für Rüstung und Krieg dann aber auf einmal doch. Einerseits sollen wir immer mehr arbeiten, andererseits bekommen Bürgergeldempfänger immer mehr Druck, obwohl sie sich schon am Existenzminimum befinden.

Nach einer kurzen Schlußrede seitens des Mitorganisators Nico Müller, war somit auch die zweite Gießener Demo gegen den Sozialabbau beendet. Abschließend rief man dann noch im Sprechchor: "Merz leck Eier".

Insgesamt lässt sich sagen, daß es auch bei dieser zweiten Protestveranstaltung nicht allein gegen den Sozialabbau an sich ging. Sondern wiederum auch um Themen, die damit direkt im Zusammenhang stehen. Wie z.B. Aufrüstung und Krieg.

Nunja, wie soll es auch anders sein, wenn die "Politik" diesen ganzen Mist (Aufrüstung und Militarisierung unserer Gesellschaft) irgendwie finanzieren "muß". Wofür ich null Verständnis habe. Den Politikern von SPD und CDU/CSU scheint es doch mehrheitlich sowieso egal zu sein, was die Mehrheit der Bevölkerung will. Somit sollte meiner Meinung nach die aktuelle Bundesregierung einfach nur noch abgewählt werden. Wir benötigen also unbedingt Neuwahlen. Oder, am besten ganz weg mit dem Kapitalismus. So schnell wie möglich. Der Kapitalismus, der sowieso nur für die finanziell Reichen da ist. So sehe ich das zumindest.

Und ja, was soll ich sagen, ich fand auch diese Demo richtig gut. Sämtliche Redebeiträge waren, wie nicht anders zu erwarten war, wieder sehr kämpferisch. Die Redner verstanden es durchweg, verständlich zu machen, worum es hier aktuell geht. Und das alles in voller Tragweite.

Von großer Bedeutung sei es, sich nicht spalten zu lassen. Und es fand auch wieder Erwähnung, daß unsere Kämpfe unbedingt zusammengehören.

Zudem sagte man, wir stehen solidarisch mit den Geflüchteten, den "Behinderten" sowie all jenen Menschen, die sich nicht wehren können. Die keine Kraft mehr haben, sich an einem Protest zu beteiligen.

Man hat auch klargestellt, daß wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Mit anderen Menschen reden. Im Sportverein, in den Betrieben, am Stammtisch usw.

Mir ist schon klar, daß das nicht unbedingt so einfach ist. Ich schaffe es ja zumeist auch nicht, mit den Menschen in meiner Nachbarschaft zu reden. Die zumeist ganz anders drauf sind als ich.

Doch wenn wir mehr wollen, dann geht nunmal kein Weg daran vorbei, mit den Menschen außerhalb der eigenen Komfortzone zu reden. Zu zweit wäre das aber bestimmt auch einfacher, denke ich.

Denn es ist noch immer nicht so, wie es sein sollte. Da geht noch sehr viel mehr.

Ich hatte sogar den Eindruck, daß wir ein wenig weniger waren, im Vergleich zur ersten Demo am 1. Juni.

Auch jetzt war es nämlich so, daß die Zeitspanne von der Bekanntgabe der Demo bis zu ihrem Stattfinden wieder sehr kurz war. Und somit vermutlich auch keine Zeit mehr war, genügend Menschen zu mobilisieren.

Doch ich möchte nicht kritisieren. Denn die Gegebenheiten vor Ort kenne ich nicht. Vielleicht ist es schlichtweg "Personalmangel". Es geht mir lediglich darum, eine Vermutung zu äußern, warum so wenige Menschen bei den Demos in Gießen mitmachen.

Bezüglich des aktuellen Protests könnte es jedoch auch hiermit im Zusammenhang stehen:

Zitat[...]. Zu tun haben könnte das auch mit dem gleichzeitig stattfindenden Protest gegen die Präsenz der Bundeswehr am Hessentag in Fulda. Zu diesem hatten einige der Bündnispartner – darunter das Friedensnetzwerk und die DKP – mobilisiert, die in der Woche zuvor noch mit der Linken auf der Straße gestanden hatten. [...].
Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/100-menschen-demonstrieren-gegen-merz-doch-organisator-ist-enttaeuscht-94352681.html .

Doch trotz alledem: Es war eine richtig tolle und kämpferische Demo. Und irgendwie ist es auch schön, mal wieder offline, außerhalb des Internets, mit anderen Menschen was gemeinsam zu machen. Von Menschen umgeben zu sein, die ähnlich denken und fühlen wie ich. Und nicht wie sonst immer, "nur" im Internet. Was ich jedoch auch sehr zu schätzen weiß.

Und eines steht fest: Auch in Gießen werden noch weitere Proteste folgen. Unabdingbar und somit definitiv notwendig für uns alle, die von all dem Scheiß betroffen sind. Denn, wir sind nicht machtlos.

Das einzige, was ich halt ein wenig deprimierend fand, ist die Tatsache, daß wir wieder nur so wenige waren. Es sollten doch vielmehr Tausende auf der Straße sein. Eigentlich.

Abschließend auch hier nochmals der Link zum aktuellen Artikel des Gießener Anzeigers, welcher die zweite Protestveranstaltung kurz zusammenfasst.

Schade, ich hätte sehr gerne noch ein kurzes Video gepostet. Doch leider war es zu groß. Da muß ich wohl zukünftig gegebenenfalls drauf achten.

counselor

Danke für den interessanten Bericht. Wir müssen mehr werden. Die Regierung will 1/3 der Wohngeldempfänger aus dem Wohngeld drängen und greift den Regelsatz vom Bürgergeld an. Damit dürfen sie nicht durchkommen!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Das Transparent von "Sozial- und Erziehungsdienst am Limit" auf der Gewerkschaftsdemo am 18.6. in Kiel.

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Laut NDR hatte die Demo 1500 Teilnehmer.

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Insgesamt mag die Beteiligung ok sein. Ich finde den Zulauf noch zu gering. Es kommt zwar nicht nur die linke Szene, es sind auch viele aus Betrieben unterwegs. Das gemischte Alter und  jüngere Demonstranten sind positive Eindrücke. Es sind aber meist Anpolitisierte unterwegs, es fehlten die migrantischen Communities und die von echter Armut (mir fiel kein besserer Ausdruck ein) Betroffenen sind scheinbar auch nicht auf die Straße zu kriegen.

Im ganzen Land finden solche Proteste statt, aber irgendwie fehlt das Gefühl, daß es eine Bewegung ist, eine massenhafte Reaktion auf die sozialen Angriffe und politischen Dammbrüche.

counselor

ZitatEs sind aber meist Anpolitisierte unterwegs, es fehlten die migrantischen Communities und die von echter Armut (mir fiel kein besserer Ausdruck ein) Betroffenen sind scheinbar auch nicht auf die Straße zu kriegen.

In Nürnberg ist geplant, mit Infoständen und einer Art Agit-Prop-Trupps vor den Einkaufszentren die Menschen für eine Großdemo am 11.7.26 zu mobilisieren. Vielleicht bringt das die Massen auf die Straße?
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Wanderratte

Zitat von: Kuddel am 09:35:36 Sa. 20.Juni 2026Insgesamt mag die Beteiligung ok sein. Ich finde den Zulauf noch zu gering. Es kommt zwar nicht nur die linke Szene, es sind auch viele aus Betrieben unterwegs. Das gemischte Alter und  jüngere Demonstranten sind positive Eindrücke. Es sind aber meist Anpolitisierte unterwegs, es fehlten die migrantischen Communities und die von echter Armut (mir fiel kein besserer Ausdruck ein) Betroffenen sind scheinbar auch nicht auf die Straße zu kriegen.

Im ganzen Land finden solche Proteste statt, aber irgendwie fehlt das Gefühl, daß es eine Bewegung ist, eine massenhafte Reaktion auf die sozialen Angriffe und politischen Dammbrüche.
Ja, mir fällt das auch auf.

Da ich es jedoch nicht so einfach finde, eine Einschätzung vorzunehmen, wer zu den migrantischen Communities gehört und wer nicht. Und es für mich noch sehr viel schwieriger ist, zu erkennen, wer zu den von echter Armut Betroffenen gehört, habe ich mich bisher noch nicht dazu geäußert. Aber, es stimmt schon, ich sehe das auch so. Es sind auch meine Beobachtungen.

Doch ist das nicht ein generelles Problem? Ist genau diese Situation nicht bei nahezu jedem Protest der Fall? Zumindest hier in Deutschland?

Ich habe es nicht mitbekommen, doch wie war es denn damals, bei den Protesten gegen die Neueinführung von Hartz 4? Denn Situation und Ausgangslagen sind ja schon irgendwie ähnlich. Mit dem einen gravierenden Unterschied, daß jetzt noch sehr viel mehr Menschen von dem geplanten Sozialabbau betroffen wären.

Und überhaupt, ich kann mich zumindest nicht erinnern, daß es in diesem Jahrtausend schonmal eine Massenbewegung gab.

Möglicherweise hat die Mehrzahl der Menschen schlichtweg resigniert. Oder sind es die Massenmedien, die immer stärker dazu beitragen, daß sich die Menschen derart spalten lassen, daß kaum noch was geschieht? Es findet mittlerweile wohl eher ein Kampf innerhalb der Klasse statt. Statt eines Klassenkampfes von unten nach oben.

Ich stelle mir schon immer wieder die Frage, was könnte man tun, um vermehrt die marginalisierten Gruppen zu erreichen.

Vielleicht könnte man in den sogenannten sozialen Brennpunkten Flyer in die Briefkästen einwerfen. Doch, ob das was nutzt? Ich habe Bedenken. Weil der persönliche Kontakt zu den Menschen fehlt?

Die Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen schafft es irgendwie, die am meisten vom Sozialabbau betroffenen Menschen zu mobilisieren. Aber, eine Massenbewegung entsteht dadurch ja auch nicht.

Wobei ich schon finde, 1.500 Teilnehmer in Kiel, das ist doch schonmal was. Denn so groß ist die Stadt ja nun auch nicht. Mit so vielen Menschen hätte ich zumindest nicht gerechnet.

Kuddel

Zitat von: Wanderratte am 15:48:25 Sa. 20.Juni 2026ich kann mich zumindest nicht erinnern, daß es in diesem Jahrtausend schonmal eine Massenbewegung gab.

"I can't breathe"
- George Floyd Proteste
ZitatAm 6. Juni 2020 demonstrierten auch in vielen deutschen Städten Menschen gegen Rassismus, in München nach Polizeiangaben bis zu 25.000, in Berlin etwa 15.000 Menschen. Am 7. Juni 2020 gab es erneut viele Demonstrationen gegen Rassismus und Gewalt weltweit und auch in mehreren deutschen Städten. In Hamburg kamen bei zwei Demonstrationen bis zu 14.000 Menschen zusammen. In Düsseldorf nahmen rund 20.000 Teilnehmer an den Demonstrationen teil. In Leipzig demonstrierten etwa 15.000 Menschen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_infolge_des_Todes_von_George_Floyd

ZitatAm Wochenende des 20. und 21. Januar 2024 fanden mehrere Großdemonstrationen mit mehr als 100.000 Teilnehmern statt. Auch in vielen mittleren und kleineren Städten gab es deutschlandweit Demonstrationen, sodass an jenem Wochenende über 900.000 Menschen gegen Rechtsextremismus in Deutschland demonstrierten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_gegen_Rechtsextremismus_in_Deutschland_und_%C3%96sterreich_2024

Zitat von: Wanderratte am 15:48:25 Sa. 20.Juni 2026Vielleicht könnte man...

Es geht mir am Arsch vorbei, was man könnte. Entweder man macht etwas oder läßt es bleiben.

counselor

ZitatVielleicht könnte man in den sogenannten sozialen Brennpunkten Flyer in die Briefkästen einwerfen. Doch, ob das was nutzt? Ich habe Bedenken. Weil der persönliche Kontakt zu den Menschen fehlt?

Man kann auch an der Wohnungstür klingeln und die Flyer persönlich übergeben und mit den Menschen über ihre Probleme reden.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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