Die Wohnungsmieten sind zu teuer

Begonnen von humanworld, 23:31:03 Di. 16.März 2010

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counselor

ZitatMietenstopp statt Superblock

Am 1. Juli ist es soweit: ein paar Straßenzüge im Nürnberger Stadtteil Gostenhof werden zu sogenannten Superblocks. Warum das für uns Mieter*innen nichts gutes ist könnt ihr hier lesen. Wir sagen Mietenstopp statt Superblock.

Am 1. Juli (Update: die Stadt Nürnberg hat die Eröffnung noch einmal verschoben und nun ist unseres Wissens der 14.7. geplant) ist es soweit: ein paar Straßenzüge im Nürnberger Stadtteil Gostenhof werden zu sogenannten Superblocks. Das bedeutet, dass diese für Autos tabu werden. Zudem sollen diese Straßenzüge Orte der Begegnung werden. Was als nette Idee zur Verbesserung der Lebensqualität daherkommt ist bei genauerer Betrachtung das Gegenteil. Seit der Superblock in der Debatte ist, gibt es verschiedene Kritikpunkte: knapp 60 Parkplätze fallen weg. Das reduziert jedoch nicht die Anzahl der Autos. Diese werden in Zukunft einfach nur länger in Gostenhof rumkurven müssen, um einen Parkplatz zu ergattern.  Damit steigt das Verkehrs- und Parkaufkommen in den umliegenden Straßen der Verkehrsberuhigung auf Kosten der Bewohner:innen dort zusätzlich. Nach wie vor ist ein Großteil der Menschen unabhängig davon, ob sie es wollen oder nicht, auf ein Auto angewiesen, um beispielsweise zur Arbeit zu kommen oder aufgrund von Alter oder Behinderung. Während die öffentliche Verkehrsinfrastruktur sowohl in Nürnberg als auch ins Umland teils sogar abgebaut wurde, soll nun der einzelne in moralistischer Manier verantwortlich gemacht werden für das verkehrspolitische und ökologische Versagen das durch individuelles Handeln gar nicht lösbar ist. Wirklich Abhilfe schaffen könnte ein radikaler Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel verbunden mit einem Nulltarif. Und anstatt die wohnortnahe Infrastruktur zu fördern, schaut die Stadt dabei zu, wie vom kleinen Laden bis hin zum Drogeriemarkt Müller alles mögliche in Gostenhof schließen muss, um Platz für gewinnbringendere Immobilienprojekte zu schaffen. Anstatt die Preise im öffentlichen Nahverkehr niedrig zu halten, kostet eine Einzelfahrt so viel wie in fast keiner anderen deutschen Stadt. Entschieden hat sich die Stadt Nürnberg letzten Endes für günstige Symbolpolitik anstatt für echte Verbesserungen für die Mehrheit der Menschen.

Quelle: https://www.red-side.net/2025/06/30/mietenstopp-statt-superblock/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

ZitatZur Not auf den Campingplatz

Bundeskanzler Merz findet, die Jobcenter zahlen vielerorts zu hohe Wohnkosten. Wie sieht die Wirklichkeit aus?
https://taz.de/Wohnen-und-Buergergeld/!6101127/

ZitatIm Schnitt verfügt die typische Bewohner:in einer Bedarfsgemeinschaft über gut 35 Quadratmeter Wohnfläche. Dieser Wert ist seit Jahren sehr stabil, mit sogar einer leichten Tendenz nach unten.

Zwar gab es im März auch 180.000 Bedarfsgemeinschaften, die auf mehr als 100 Quadratmetern lebten. Darunter waren sogar 15.000 Ein-Personen-Haushalte, also Menschen, die ganz allein in einer vom Staat finanzierte großen Wohnung lebten. In den meisten Fällen dürften dies aber ältere Menschen sein, deren Kinder ausgezogen und deren Partner verstorben sind, bei denen ein Umzug in eine kleinere Wohnung wegen der rasant gestiegen Mieten keine Kostenersparnis bringen würde.

Insgesamt ist aber zu erkennen, dass Menschen in den Bedarfsgemeinschaften immer mehr zusammenrücken. Oder zusammenrücken müssen. So sank die Zahl der geförderten 40 bis 60 Quadratmeter großen Wohnungen in den letzten 10 Jahren um fast 20 Prozent, die der 60 bis 80 Quadratmeter großen gar um fast 25 Prozent.

Einen Zuwachs gibt es nur bei den Bedarfsgemeinschaften, die auf engstem Raum leben – auf weniger als 20 Quadratmetern. Ihr Zahl ist seit 2015 um 64 Prozent auf über 70.000 gestiegen.

Überwiegend hausen in diesen Miniunterkünften einzelne Personen, aber nicht nur. Laut Bundesagentur gab es im März 7.000 Bedarfsgemeinschaften mit 3 oder mehr Personen, die weniger als 20 Quadratmeter zur Verfügung hatten. Darunter sogar 1.183, die sich mit 6 oder mehr Menschen auf diesem Miniraum quetschen mussten. Da bleiben kaum 3 Quadratmeter pro Person.

Wieso steigen dann dennoch die Kosten für den Staat? Die Zahlen der Bundesagentur lassen nur einen Schluss zu: Schuld ist der extreme Anstieg der Mieten in den letzten Jahren.

Im März 2015 lag die anerkannte Miete je Quadratmeter noch bei 5,53 Euro. Fünf Jahre später war sie schon 6,84 Euro gestiegen. Und im März dieses Jahres lag sie bei 8,19 Euro. Mithin ein Anstieg um fast 50 Prozent in den letzten 10 Jahren.

Hinzu kommen die ebenfalls stark gestiegenen Nebenkosten. Die Betriebskosten stiegen seit 2015 um mehr als 35 Prozent. Bei den Heizkosten gab es einen extremen Anstieg um fast 45 Prozent, der zudem nahezu ausschließlich in den letzten drei Jahren zu Buche schlug – also seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine.
https://taz.de/Steigende-Staatsausgaben-fuer-Wohnkosten/!6101381/
Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch.
Karl May

counselor

Der Grund für die steigenden Mieten dürfte die Spekulation sein.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

ManOfConstantSorrow

ZitatFünf Millionen Menschen wegen hoher Wohnkosten in die Armut gerutscht

Insgesamt gibt es somit 18 Millionen Arme in Deutschland. In Sachsen-Anhalt sind 28 Prozent der Menschen von Wohnarmut betroffen.
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/armut-wohnkosten-mitteldeutschland-100.html

ZitatBesonders dramatische Entwicklung in Berlin

Während im Vorjahr noch etwas mehr als 20 Prozent der Berliner Haushalte als wohnarmutsbetroffen galten, sind es laut Paritätischem Gesamtverband inzwischen knapp 25 Prozent. Das bedeutet: Rund 300.000 Menschen mehr gelten als arm, als es die konventionelle Armutsstatistik ausweist. Nach den neuen Daten lebt in Berlin jeder vierte Haushalt in Wohnarmut. Das ist mehr als ein statistischer Befund – sondern Ausdruck des politischen Versagens!

Besonders häufig betroffen sind junge Erwachsene, Alleinerziehende und Rentner:innen. Existenzängste und die Sorge vor dem eigenen sozialen Abstieg reichen längst bis tief in die mittleren Einkommensschichten hinein. Zugleich steigt die Zahl der wohnungslosen Menschen – der Senat selbst prognostiziert bis 2030 rund 30.000 zusätzliche Wohnungslose.
https://www.berliner-mieterverein.de/aktuelles/newsletter/wohnarmut-wohnen-bedeutet-armut-fuer-ein-viertel-der-berliner-haushalte.htm
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower


dagobert

Tja, die Berater in den Mietervereinen haben auch nur 24h-Tage, und ein Leben außerhalb ihres Jobs.
Und neue fachkundige Berater können die Mietervereine nicht einfach so herbeizaubern.
Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch.
Karl May

Frauenpower

So habe ich das auch verstanden. Der aufkommenden Mietennot stehen begrenzte Möglichkeiten gegenüber.

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