Feminismus

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 19:27:53 So. 25.September 2011

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Hartzhetzer

Wenn alles in der Tabelle 50 / 50 wäre dann müsste man nichts mehr ändern dann wäre das Leben aller Menschen im Kapitalismus schön.
Kennt jemand noch Margaret Thatcher sie ist der Beweis das Kapitalismus nicht das Problem ist sondern nur das es zu wenig Frauen gibt die mitbestimmen dürfen.
Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

Kuddel

Nee, Hartzhetzer, deiner Argumentation mag ich nicht folgen.

Früher (60er, 70er Jahre) nannte man das verächtlich "Nebenwiderspruch". Man meinte, man müsse einfach nur ne Revolution machen, dann regle sich alles andere von selbst, auch so ein Pillepalle wie Frauenrechte.

1968 warfen Frauen Tomaten auf die männlich dominierte Revolte.
ZitatAuf der 23. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) in Frankfurt fordert Helke Sander, Filmemacherin und Aktivistin im Berliner Aktionsrat zur Befreiung der Frauen, in ihrer Rede: ,,Wir können mit der Lösung der gesellschaftlichen Unterdrückung der Frauen nicht auf Zeiten nach der Revolution warten, da eine nur politisch-ökonomische Revolution die Verdrängung des Privatlebens nicht aufhebt."

Erbost über die Ignoranz und Arroganz, mit der die SDS-Genossen auf Helke Sanders Rede reagieren, wirft die Romanistik-Studentin Sigrid Rüger drei Tomaten – und trifft auf dem Podium den SDS-Cheftheoretiker Hans-Jürgen Krahl.
https://frauenmediaturm.de/neue-frauenbewegung/tomatenwurf-1968/

ZitatAls Helke Sander 1968 diesen Geschlechterkonflikt auf der SDS-Konferenz erstmals offen ansprach, sagte sie: "Die Hilflosigkeit und Arroganz, mit der wir hier auftreten müssen, macht keinen besonderen Spaß." Hilflos seien die Frauen deshalb, "weil wir von progressiven Männern eigentlich erwarten, dass sie die Brisanz unseres Konflikts einsehen. Die Arroganz kommt daher, dass wir sehen, welche Bretter ihr vor den Köpfen habt". Abschließend warnte Sander ihre Genossen: Wenn diese nicht bereit seien, die Frauenfrage zu diskutieren, sei der SDS nichts weiter "als ein aufgeblasener konterrevolutionärer Hefeteig".
...
Im Gegensatz zur Studentenbewegung und den aus ihr entstandenden kommunistischen Parteien hatten die Feministinnen ein populäres Anliegen, das Frauen sofort einleuchtete: Gleichheit und Gerechtigkeit. Millionen Frauen begannen in den Familien und in der Arbeitswelt den Kampf für gleiche Rechte und gegen die Privilegien der Männer.
https://www.spiegel.de/spiegel/feministinnen-beim-studentenaufstand-1968-spielten-frauen-eine-grosse-rolle-a-1201890.html

Ich möchte auch an die frühe Feministin Emma Goldman (geboren 1869, gestorben 1940) erinnern:
ZitatGoldman verknüpfte anarchistische mit feministischen Positionen, indem sie die Missstände, die zur Unterdrückung des weiblichen Geschlechts führten, als gesamtgesellschaftliches Problem begriff. Die Unterdrückung der Frau setzt sie mit der Unterdrückung der Bevölkerung gleich und fordert danach einen gleichzeitigen Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frau mit dem für eine befreite Gesellschaft. Die wahre Emanzipation schließt für sie die Männer ein.

Goldman lehnte die reine Gleichstellung der Frau mit dem Mann in einem hierarchischen System ab und vertrat in ihren Vorstellungen die Idee starker, selbstbewusster, selbstbestimmter Frauen, die sich ihrer Fähigkeiten, ihres Körpers und ihrer Sexualität bewusst sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Emma_Goldman#

Der Kapitalismus bedient sich diverser vorhandener Spaltungen der Klasse wie Rassismus oder Diskrimierung der Frau.

Kapitalismus schafft man nicht einfach ab, indem man Bonzen umlegt oder auf die Spargelfelder schickt. Er wird erst in einem anderen Umgang miteinander abgeschafft und der Umbruch im Verhalten entsteht in kollektiven Kämpfen. Dazu gehören Alltagskämpfe und Widerstand gegen Diskriminierung von Minderheiten. Eine Revolution ist ein schwieriger Prozeß, in dem die Menschen lernen müssen, daß das gemeinsame Handeln nicht von Profitinteressen gesteuert werden darf, sondern von menschlichen Bedürfnissen in Respekt voreinander und vor der Natur. Diese Kämpfe müssen hier und jetzt begonnen werden und man darf nicht darauf warten, daß der ideale Zeitpunkt für eine Revolution gekommen ist.

Hartzhetzer

LaberReaction: Liberaler Aktivismus mit Raoul und Lena - 99ZUEINS - Ep. 535

ZitatWir reagieren auf verschiedene Social Media Beiträge rund um #girlboss, #feminismus, #demokratie, #acab und mehr. Stellt euch 1 bis 5 Bier kalt und seid dabei!

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

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