Journalismus als Affront

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 19:50:19 Sa. 27.August 2016

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ManOfConstantSorrow

Die Medien schlagen durchweg den gleichen Kurs ein und egal ob TV, Radio oder Onlinemedium, die Unterschiede sind gering und man scheint im Wettstreit zu stehen im Unterbieten journalistischer Standards, falls man diesen Begriff in dem Zusammenhang überhaupt noch benutzen kann.

Ich empfinde es als persönliche Beleidigung, wenn man an der Stelle von Informationen über das gesellschaftliche Geschehen, folgendes findet:


  • Sport
  • Kochrezepte
  • Quiz
  • Das Privatleben von Promis
  • Reiseberichte und Hotelrezensionen
  • Alles über Autos
  • Alles über jegliche Konsumprodukte
  • Selbstrefenrenzielles der Medien (Tatort im Schnellcheck, was wurde bei Anne Will diskutiert)

Ich erwarte eigene Recherchen, statt Cut-n-paste-Journalismus (von Presseargenturen und Werbung getarnt als redaktioneller Beitrag).
Ich erwarte eine Überprüfung dessen, was herausgegeben wird, sowohl auf Wahrheitsgehalt, alsauch auf die Form (Rechtschreibfehler bereits in der Überschrift!).
Ich verbitte mir Dummdeutsch. Was im Hausgebrauch, auf der Straße, im Büro, im Internetforum oder der SMS normal ist und auch seine Berechtigung hat, hat im Journalismus nichts zu suchen!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Rudolf Rocker

Die meisten Berichte, grade im Online- Bereich, scheinen eh nur noch aus dem verlinken von Twitter- Meldungen zu bestehen!
Mit Journalismus hat das alles nichts mehr zu tun!

Kuddel

Ach ja, das was sich "Bürgerjournalismus" nennt oder der Zugriff auf die "sozialen Medien", all das ist schnöder unbezahlter Journalismus. Nem Geschenkten Gaul... ach, scheiß auf die Qualität!

Gleichzeitig wird abgegriffen, was man online konsumiert.
Die kennen unseren Musikgeschmack, die politische Ausrichtung und die sexuellen Vorlieben.
Und es mußte kein Schlapphut zum Spitzeln losgeschickt werden.

ManOfConstantSorrow

Die große Lüge der Medien ist, diese Welt kann nicht verändert werden.

Peter Hacks



http://www.peter-hacks-gesellschaft.de/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Medien und Journalismus sind notwendig, damit eine Gesellschaft funktioniert und der Einzelne sich orientieren kann.

Journalismus ist ein Handwerk, das man lernt und das macht Sinn. Ich mag guten Journalismus, finde ihn nur immer weniger. Es geht nicht mehr darum, die Verhältnisse zu beschreiben, es werden nur noch Emotionen vermittelt. Locker, flockig, bebildert.

Ja, ich empfinde es als Affront. Das klaut einem die Zeit und verklebt die Hirnwindungen. Der Kolumnist und Ex-Richter Thomas Fischer sieht es ähnlich:

ZitatExperten der Betroffenheit

Journalismus soll nicht Bekenntnis sein, Wahrhaftigkeit nicht Identifikation mit einer Seite: Diese Regel klingt zunehmend exotisch. In Bezug auf den Ukrainekrieg hat sie offenbar ausgedient.
https://www.spiegel.de/kultur/medienkritik-experten-der-betroffenheit-kolumne-a-1a428a83-da0e-405c-95bf-c5c4fd7c5d77 (Schranke)

Kuddel

Heute am Krönungstag von Charles wird uns wieder demonstriert, wie verkommen der Journalismus und die Medien hierzulande sind.

dagobert

Radio und Fernsehen aus lassen.
Schont die Nerven.
"Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln! Wo doch vielleicht der Augenblick nicht fern ist, da dem deutschen Volke das Letzte daran gelegen sein wird, nicht mit ihnen verwechselt zu werden."
Thomas Mann, 1936

ManOfConstantSorrow

Medienkritik anhand praktischer Beispiele von der Aktion gegen Arbeitsunrecht:

ZitatDie Art und Weise wie der Tod des italienischen Oligarchen und Mafia-Zöglings in deutschen Medien verarbeitet wurde ist erschreckend und verheißt nichts Gutes.
https://arbeitsunrecht.de/kapital-mafia-und-der-tiefe-staat-nachtrag-zu-berlusconis-tod/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Medien sind nicht nur Begleiter politischer Entwicklungen, sie sind treibende Kräfte.

https://twitter.com/TinoPfaff/status/1692394026324935044

Es ist schlichtweg nicht auszuhalten.

Onkel Tom

So euphorisch, wie die angebliche Zustimmung zur AFD in den Medien
zellebriert wurde, gehe ich davon aus, das die meisten Medien die
Ampel-Regierung durch Schwarz-blau-gelb abgelöst wissen wollen.

Diese Provokation eröffnet der reißerischen Press neue Flächen des
"immer schön drauf hauen".. Mit Jornalismus hat es m.E. nichts mehr
zu tun. Geht nur noch ums fetzen und daraus Knete zu scheffeln.
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Es ist schlimm, welche politischen Entwicklungen von den Medien gepusht werden.

Bei dem konkreten Beispiel aus UK macht es mich fassungslos, welche menschlichen Abgründe sich bei TV Journalisten auftun.

Die lachen sich halbtot, als sie davon hören, daß bereits jetzt Menschen am Klimawandel sterben. So etwas treibt mir die Tränen in die Äugen.

Onkel Tom

Meine Glaskugel moppert dazu "Glotze nicht so fragend oder willst Du dir mit
meiner Vorausschau noch ein Herzkasper einfangen ??"

Ich kann z.B. nur noch mit dem Kopf schütteln, das die US-Appelsiene Trump nicht
in U-Haft sitzt.. Stattdessen gibt es ihm neue Spielflächen seinen Narzissmuss
aus zu toben, von fast allen Medien schön ins Bürgertum transferiert.

Leeve Jott, lass Hirn regnen
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Wie heißt es nochmal? Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer?

Ich halte es im Moment kaum aus. Es gibt scheinbar nicht ein Fünkchen Anstand oder den Versuch einer Neutralität. Man will es nur den Herrschenden recht machen.

Alles zum Thema "Nato" ist reine Propaganda. Die Berichterstattung und die Themenauswahl zum Gemetzel in der Ukraine und in Gaza ist propagandistisch. In allen Medien.


BGS

Es ist in der Tat unausstehlich.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

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