Drogenpolitik

Begonnen von Kuddel, 14:59:08 So. 09.Mai 2010

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Kuddel

Tja, das Kiffen war mal sowas wie Gegenkultur. Bei den Freaks gehörte es zum Livestyle, zusammen mit dazugehöriger Mucke, Haartracht und Klamotten. Man wollte sich möglichst von den Eltern, dem spießigen Mainstream und dem Eckkneipensuff abheben.

Jetzt ist Kiffen Mainstream. Es gibt noch ein paar Schwierigkeiten bei der Integration in den neoliberalen Alltag, es rumpelt ein wenig bei einer staatlichen Umorientierung und der Neuordnung des Marktes.

Der Minister macht sich Gedanken über Formen der Registrierung und Überwachung und der Hanfverband hat Dollarzeichen in den Augen bei den neuen Marktmöglichkeiten des Anbaus, Vertriebs und Verkaufs von Cannabisprodukten. Der schlägt allen Ernstes vor, man solle am 1.Mai  für seine Branche demonstrieren.

Was diese marktwirtschaftlich Scheiße bedeutet, wird nicht diskutiert. Es gibt einerseits den mafiös organisierten Hintergrund der Branche, gleichzeitig ist es ein wichtiger Nebenverdienst vieler Armer Menschen. Für einige Migranten ohne legalen Aufenhaltsstatus ist es die wichtigste Einkommensmöglichkeit. Nun soll die Kohle in andere Taschen fließen.

Es wird ja zurecht diskutiert, wie Landwirtschaft läuft und welche Qualität Lebensmittel haben. Es gab riesige Proteste gegen Genfood, Pestizide, Überdüngung etc. und das zurecht. Daß Cannabis heutzutage irre überzüchtet ist (über genetische Veränderungen würde ich mich auch nicht wundern) und in den letzten Jahrzenten hat sich der THC-Gehalt vermehrfacht. "Gras" ist ein völlig anderes Produkt geworden und auch der Rausch ist nicht mehr der Selbe.

Um Qualität und Genuß geht es scheinbar immer weniger. Die Dabatte wird vom Markt und dem Hanfverband dominiert.

Onkel Tom

Mein Ersteindruck zu den Neuigkeiten ist etwas anders. Mir geht es hier nicht
um Veherrlichung einer Droge und das nun in manchen Gesichtern die Dollerzeichen
in den Augen klimpern finde ich auch nicht ok. Das Spaming um CBD-Öle etc. nervt.

Da bin ich eher froh, wenn ich eines Tages bis zu 3 Graspflanzen selbst gärtnern
darf, solange es auch nur für mich ist.

Gegenwärtig ist es ja ein "Modell" für die nächsten 5 Jahre, soweit ich verstanden
habe und wie die Feinheiten dazu aussehen, ist ja noch nicht ganz klar.

Dank der Reaktion der EU auf den ersten Gesetzentwurf bleibt da viel "kompliziert"
zurück. Von daher ist es nicht der große Wurf. Und eventuell kippt alles noch, weil
sich die politische Lage ändert ?

Das der Hanfverband tendenziös drauf ist, ist nachvollziehbar aber glaube, das davon
abgesehen im Privatbereich eine neue "Kiffer-Kultur" entstehen kann, die nicht auf
Commerz und Hype basiert.

Wie das mit den "Cannabis-Clubs" laufen soll/könnte ist ja scheinbar noch nicht
aus gegoren. Vor allen Dingen wie anbei Kontrollmechanismen umgesetzt werden sollen.

Für den Schwarzmarkt tut es wegen der Regelungen vermutlich kaum ein Abbruch, da der
Dealer, egal in welcher Lage, sich darauf anpassen müsste, nur mit sauberen Stoff zu
handeln. Ja, was Lauterbach da erwähnt was Reinheiten betrifft ist leider Realität.

In wie weit Hanf hoch gezüchtet wurde, hat man heute meines Erachtens ca. das doppelte
an THC in den Pflanzen wie in den 80zigern, sofern der Anbau korrekt durchgeführt wird.
Die Angaben auf Samen und Sorten werden im Handel auch gern höher bewertet, um ein
höheren Preis veranschlagen zu können.

Letztendlich wird der Kleingärtner wohl mehrere Jahre brauchen sein Optimum an Anbau
vs. Genuss zu finden. Zwischen "Gerüchte" und "Praxiserfolg" liegen teils Phantasievolle
Welten.. Eine Hanfkultur, wo sich die Kiffer_innen untereinander selbst beschummeln a la
"Ich kenne da noch ein besseres Kraut, wie das beste, was man so kennt.." ist nicht neu.

Dafür den 1.Mai den Tach der Arbeit mit "Tach des Kiffers" zu tauschen kommt mir anbei
nicht in die Tüte.

Naja, bin gespannt, was da noch kommt..  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Hartzhetzer

Drogenpolitik ist in erster Linie der Sichtbare Eisberg bürgerlicher Doppelmoral.

ZitatWas diese marktwirtschaftlich Scheiße bedeutet, wird nicht diskutiert. Es gibt einerseits den mafiös organisierten Hintergrund der Branche, gleichzeitig ist es ein wichtiger Nebenverdienst vieler Armer Menschen. Für einige Migranten ohne legalen Aufenhaltsstatus ist es die wichtigste Einkommensmöglichkeit. Nun soll die Kohle in andere Taschen fließen.

Typisch Kapitalismus halt, alle Gegen- und Nischenkultur wird aufgesaugt und zu einem Geschäft der schon am Markt etablierten Konzerne. Wenn Cannabis ein paar Jahre legal ist werden auch die mafiösen Hintergründe der Cannabis Geschäfte verschwinden und der Markt dafür wird dann vollständig in der Hand der Pharmakonzerne sein. Ein gutes Beispiel für so eine Entwicklung ist Las Vegas:

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-353724.html

Cannabis ist in den USA erst nach Ende der Prohibition verboten wurden und der Verbotsdruck verbreitete sich von dort aus auf den Rest der Welt:

https://www.businessinsider.de/wissenschaft/warum-wurde-cannabis-verboten-der-echte-grund-ist-viel-schlimmer-2018-3/

Hier mal eine gute Doku über die Wahrheit und Verlogenheit von Drogenpolitik:

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

Kuddel

Ich halte das Thema der Drogenpolitik für hochpolitisch und völlig unterschätzt.

Ich bin für eine Entkriminalisierung von Drogen, nicht nur Cannabis. Mir ist schon klar, daß es ein vielschichtiges Thema ist. Drogen können schwerwiegende Folgen haben, gesundheitlich, wirtschaftlich und sozial.

Cannabis war hierzulande eine normale Kulturpflanze (in seiner THC-armen Form), es wurden z.B. Hanfseile daraus hergestellt. Die Amis haben den europäischen Staaten eine Drogenpolitik auferlegt, die nichts mit der Gesundheit der Bevölkerung oder dem Wohl der Bauern zu tun hat. Es ging um globale wirtschaftliche Interessen und den Ausbau des Überwachungs- und Repressionsapparates.

Mit ihrem "war against drugs" meinten die Amis "Krieg" im Wortsinne. Mit dem Vorwand des Kampfes gegen Drogen, schickten sie Bomber und Truppen in lateinamerikanische Staaten. Sie machten selbst Geschäfte mit den Drogenbaronen und füllten mit den Gewinnen schwarze Kassen, mit denen geheime Geheimdienst- und Militäroperationen finanziert wurden.

Seit die Amis dem Drogenanbau in Afghanistan den Krieg erklärt haben, ist der Drogenanbau und -Export um mehrere hundert Prozent angestiegen.

Es ist alles eine verlogene Scheiße. Teile der Öffentlichkeit glauben immernoch, daß illegale Drogen böse sind und die Kämpfer gegen die Drogen gut. Dabei ist der größte Teil der Drogentoten nicht auf die Drogen selbst zurückzuführen, sondern darauf, daß sie illegal sind, die Reinheit, die Streckmittel und die Bedingungen des Konsums (gemeinsamer Spritzengebrauch) unkontolliert, unbekannt und lebensgefährlich sind.

Die Aussage, daß der Krieg gegen Drogen in Wirklichkeit ein Krieg gegen die Armen ist, halte ich für Zentral. Auch unter den Reichen gibt es einen erheblichen Drogenkonsum. Sie sind nicht von Repression betroffen, haben die Möglichkeit Drogen bester Qualität zu beziehen und haben völlig andere Angebote für einen Entzug.

Drogen gegen politische Gegner, gegen rebellische Stadtteile und Wohngegenden der Armen sind mindesten seit den 60er Jahren Normalität. Erst kommen die Drogen, dann die Bullen, dann der Knast.

Ich habe hier die verschiedenen Drogen in einen Topf geworfen. Vielleicht zu vereinfachend, aber es gehört zusammen. Zum Thema der politischen Moralapostel kann ich nur sagen, daß auf allen Klos des Bundestags Koksspuren gefunden wurden. Hier noch ein schöner Artikel aus der Süddeutschen: »Grüner mit Hitlerdroge erwischt« https://sz-magazin.sueddeutsche.de/politik/becks-comeback-83365

Hat dieser Journalistin auch die Hitlerdroge das Hirn vernebelt? Wie kann man nur so bescheuert fragen?
ZitatEin Jahr später ist der Politiker rehabilitiert. Wie hat er das geschafft?
Es waren nicht dieser tolle Politiker und seine starke Persönlichkeit, die es geschaft haben, es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie die Machtverhältnisse in den Medien sind und wie die Klassenjustiz funktioniert.

Zurück zum Hanf. Ich finde es gut, wenn man jetzt 3 Hanfpfanzen straffrei besitzen darf. Ich weiß auch, daß es Menschen gibt, denen das Kiffen nicht gut tut. Einige sind nicht nur nervig, wenn sie bekifft sind, es gibt auch welche, die sich bleibende Schäden zuziehen.

Drogen sollten diskutiert werden. Man sollte die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen betrachten, die Gesundheit und das Recht auf Rausch. Die Qualität von Drogen, Alternativen, Ausstieg. Man sollte gesellschaftliche Folgen sehen, wer verdient daran, welchen Einfluß hat es aufs Zusammenleben.

Organiationen, wie den Hanfverband, finde ich etwa so sympahtisch, wie den Verband der Zuckerindustrie.

Daß diverse verbödete Freaks bei Kundgebungen nach der Pfeife dieses Verbands tanzen, find ich deprimierend.

Kuddel

Zitat

Welcher Krieg war der längste Krieg der USA? Nein, es ist nicht der 21-jährige Krieg gegen den Terror. Es ist der 51 Jahre alte Krieg gegen Drogen, der während der Präsidentschaft von Richard Nixon begann.

Natürlich mag sich dieser große Führer über die zunehmende Drogensucht aufgeregt haben, aber war der Krieg gegen die Drogen in erster Linie dadurch motiviert? Nicht wirklich, wie Aussagen seiner eigenen wichtigsten Helfer zeigen. Das eigentliche Motiv war, gegen die jungen Leute vorzugehen, einschließlich der Hippies und der Schwarzen, die an der Spitze der Antikriegsbewegung standen, und die Antidrogenkampagnen erwiesen sich als bequemer Deckmantel, um gegen diese Kriegsgegner vorzugehen und sie sogar wegen überzogener Anschuldigungen ins Gefängnis zu bringen.

Dies bringt uns zur zweiten Frage, nämlich der nach den Auswirkungen des Drogenkriegs auf die bürgerlichen Freiheiten. Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass der Krieg gegen die Drogen dazu führte, dass eine sehr große Zahl von Personen wegen gewaltfreier Drogendelikte ins Gefängnis kam. Diese Entwicklung erreichte in den Jahren der Präsidentschaft von Ronald Reagan ihren Höhepunkt. Die Zahl der Häftlinge, die wegen gewaltfreier Drogendelikte angeklagt wurden, stieg rasch von 50 000 im Jahr 1980 auf 400 000 im Jahr 1997. Der Anteil von Schwarzen und Latinos unter diesen Gefangenen war sehr hoch. In anderen Ländern, die mit dem von den USA geführten Krieg gegen Drogen in Verbindung stehen, könnte die Situation noch schlimmer sein. Im Falle des Drogenkriegs, der während der Amtszeit von Präsident R. Duterte auf den Philippinen geführt wurde, starben beispielsweise schätzungsweise 12.000 Filipinos im Krieg gegen die Drogen, die meisten von ihnen arme Städter.

Die vielleicht beunruhigendste Frage ist, ob zur gleichen Zeit, als der Krieg gegen die Drogen fortgesetzt wurde und manchmal damit zusammenhing, verschiedene Maßnahmen der US-Regierung und ihrer Behörden tatsächlich zu einem starken Anstieg der illegalen Produktion und des Handels mit Drogen, einschließlich Opium und Heroin (unter anderem), beigetragen haben.

Etwa in den 1980er Jahren führten die Regierung der USA und insbesondere die CIA unter enger Beteiligung der pakistanischen Regierung eine groß angelegte Operation durch, um fundamentalistische/fanatische Kämpfer, die so genannten Mudschaheddin, aus vielen Ländern für den Kampf gegen die sowjetische Armee und das kommunistische Regime in Afghanistan zusammenzustellen. (...)
https://countercurrents.org/2023/05/five-questions-the-war-on-drugs-should-answer/

krapotke

Als weiteres Beispiel:

Im Zuge des Indochinakonfliktes unterstütze die USA innerhalb des laotischen Bürgerkriegs die rechten Militärs. Deren Anführer waren maßgeblich im Opium- und Heroingeschäft tätig. Geriet der Verbündete hier in Schwierigkeiten, waren z.B. die CIA gerne bereit auszuhelfen und Transportmittel bereitzustellen.

https://www.deutschlandfunk.de/usa-drogenkrieg-a-la-cia-100.html

Das die Briten in China Opiumkriege führten, um sich den lukrativen Markt offenzuhalten, ist angesichts des aktuellen "war on drugs" ein zynischer Treppenwitz der Geschichte.
,,Das habe ich getan" sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben" sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach.        Friedrich Nietzsche

BGS

Verantwortlich für den sog. "Krieg gegen die Drogen" ist ein gewisser Harry J. Anslinger, der zeitlebens als entschiedener Gegner von Drogen auftrat.

Am Lebensende liess er sich durchaus gerne solche verabreichen.

Anslinger kämpfte in den 60-ern für ein weltweites Verbot von Cannabis. Er war m. E. u.a. ein Rassist.

MfG

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

ZitatEine »Krise der toxischen Drogen«
Alle Staaten auf der Welt illegalisieren bestimmte Substanzen. Für die Konsumenten hat das harte Konsequenzen, von Gefängnisstrafen bis zum Tod durch Überdosis.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1175963.drogenpolitik-eine-krise-der-toxischen-drogen.html

Kuddel

Es gibt eine Crackwelle. Es ist enorm viel zu günstigem Preis auf dem Markt. Es schlägt ein unter armen und verzweifelten Menschen.

Ich habe den Eindruck, daß es eine Möglichkeit ist, sich der Unterschichten zu entledigen, wenn man sie nicht in den Arbeitsmarkt bekommt. Kill the poor. Es werden die Armen vergiftet.

Wie könnte eine linke Politik dagegen aussehen?
Repression gegen Drogennutzer kann es nicht sein.

Onkel Tom

Kann die Legalisierung von Cannabis nur aus linksgerichteter Politik
voran getrieben werden ? Offenbar hat das noch nie gefunzt.

Zur Praxis draußen auf der Straße auf dem Schwarzmarkt lässt die Jagt
nach Kleindealer und Cannabiskonsumennten keineswegs nach.
Mein Eindruck geht eher in die andere Richtung, das die Drogenverhandung
vorsorglich ihre Datenbank "Droge" noch mal richtig befüllen wollen und
falls die Legalisierung scheitert, gibbet ja noch ordendlich zu tun..

Gegenwärtiges Handeln halten die Cannabispreise künstlich hoch und da
wundert es mich nicht, das jemand, der Bock auf kiffen hat, aber am Ort
des Handelns nur Cops sichtet und sich dann doch paar hundert Meter weiter
sich darauf einlässt "Ich habe nur das hier (harte Drogen)"zu kaufen und
konsumieren mit der falschen Hoffnung, Suchtgefahren zu entkommen..

Die "Anti-Drogen-Politik" heizt dieses Verlaufen von Drogenkonsumennten
in den eigenen Ruin obendrein nur an.. Beste Beichspiel ist ja in den
USA, wo der Erwerb von syntehtischen Opiaten a la Fentanyl viel leichter
war, wie an einer Cannabisdolde heran zu kommen. Hat dies zum Umdenken
geführt ? Vermutlich ja und dürfte nun spannend werden, wie sich die
Lage dort nun anpasst.. Ganz gewiss mit weniger Drogentoten etc..

Die Natur hat uns nun mal die Möglichkeit gegeben, sich durch Rausch vom
Alltag ablenken zu können. Diese Gegebenheit wird Repression niemals
abschaffen oder unterdrücken können.
Konsumenten werden sich anbei nur besser verstecken müssen..

Rein Bauchgefühlmäßig sehe ich kaum noch Hoffnung, das in D sich in der
Beziehung was verbessert.. Ich hoffe, das sich dieses Gefühl zum Jahreswechsel
als Täuschung entpuppt.

Naja, dann sollen sich die Kontras a la Psychiatrieverband sich weiter mit
Patienten befassen, die zu harten Drogen greifen und durchaus viel schwerer
aus ihrer Lage zu helfen ist, wie des eines Kiffers.

Das sich ca. 3-5% daran eine Psychose einfangen kann allein nicht der Grund
sein,Cannabis unter Verbot wissen zu wollen..

Jo, am Cannabisendzug kann Doc nicht so viel Kohle verdienen, wie z.B.an
einem Crack- oder Kokainsüchtigen.. Von Heroin mal ganz zu schweigen..

Meine Kritik richtet sich an.. Upps, warum kann ich von dem energischen
Anti-Cannabis-Getöse im Web nichts davon finden ?

In Berlin wurde im Sommer auf einer Fachtagung die Befürwortung von Cannabis
von Lobbisten des Psychiatriewesens massiv kritisiert.

Lass Dich nicht verhartzen !

krapotke

Zitat von: Kuddel am 11:16:03 Mo. 09.Oktober 2023Es gibt eine Crackwelle. Es ist enorm viel zu günstigem Preis auf dem Markt. Es schlägt ein unter armen und verzweifelten Menschen.

Ich habe den Eindruck, daß es eine Möglichkeit ist, sich der Unterschichten zu entledigen, wenn man sie nicht in den Arbeitsmarkt bekommt. Kill the poor. Es werden die Armen vergiftet.

Wie könnte eine linke Politik dagegen aussehen?
Repression gegen Drogennutzer kann es nicht sein.

Schwierig. Rauschmittelmissbrauch folgt mMn gesellschaftlichen Missständen auf dem Fuß. Suchtkranke Menschen sind für ihr (familiäres) Umfeld eine zusätzliche Herausforderung oder auch für z.B. Kinder Hypothek. Dabei spielt es vmtl. keine große Rolle, ob Alkohol-, Medikamenten- oder BtM-Abhängigkeit vorliegt. Einige Formen sind für die Öffentlichkeit einfach sichtbarer. Die vereinsamte Seniorin, die sich in den Alkogol flüchtet fällt halt zunächst weniger auf als der abgemagerte und verdreckte Crackkonsument im Stadtpark.  Linke Politik muss sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientieren. Die Sucht ist mit Sicherheit dysfunktionales Bewältigungshandeln, aber sie ist halt erstmal Bewältigungshandeln. Das muss akzeptiert werden, dem sollte Raum gegeben werden. Süchtige sind kein sinnvolles Ziel für Repression. Linke Politik sollte süchtige Menschen als vulnerable Gruppe begreifen und die Ursachen der Suchtproblematik in den Blick nehmen.
Auf der anderen Seite gibt es Räume, bei denen die Interessen mehrerer Bevölkerungsgruppen kollidieren zu scheinen. Der Garten im Kieler Steinmarderweg wäre so ein Beispiel. Ich selbst fand es auch nur semiklasse  morgens den Spielplatz erstmal nach Spritzen etc. abzusuchen zu müssen, bevor mein Enkel loslegen konnte. Es fällt nur auf, dass bei Süchtigen schnell die Kinder als Argument dienen. Aber Spiel- statt Parkplätze?

Edit: Crack ist doch Kokain, oder? Wie kommt es, dass die Droge der Besserverdienenden und Leistungsträger*innen auf Elendskonsumplätzen verramscht wird?
,,Das habe ich getan" sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben" sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach.        Friedrich Nietzsche

Kuddel

ZitatEs fällt nur auf, dass bei Süchtigen schnell die Kinder als Argument dienen. Aber Spiel- statt Parkplätze?

Die Angst vor Spritzen, bzw. Nadeln führt zu Angst vor Süchtigen, bzw. zu Wut auf sie.

Wenn man bei der Problemlösung die Betroffenen einbezieht und nicht als Bedrohung sieht, wäre eine Minimallösung eine Spritzen/Nadel Entsorgungsbox.



Wenn man aus Angst vor Obdachlosen und Trinkern überall nette Sitzecken abbaut oder Sitzgelegenheiten so ungemütlich wie möglich macht, sollte man sich nicht wundern, wenn die Gestrandeten sich ein Plätzchen auf Spielplätzen suchen.


Kuddel

Ich finde das Konzept Drugchecking (anonyme Drogentests) sehr gut.
Seit Juni wird in Berlin Drugchecking angeboten, beim Test auf Reinheit finden sich häufig Streckmittel. Die Nachfrage übersteigt die Laborkapazitäten, doch auch kommendes Jahr werden die Mittel nicht aufgestockt.


Kuddel

Wir kommen an diesem Thema nicht vorbei.
Mehr und mehr Leute kacken an Drogen ab.
Ich habe manchmal das Gefühl, man will sich der Unterschichten entledigen. Wenn Tausende verrecken, ist man sie als unnütze Esser los. Neoliberales Denken in Reinkultur.

Zitat,,Crack verändert alles"

Kiel soll dieses Jahr einen Drogenkonsumraum bekommen, den ersten in Schleswig-Holstein.
(...)

(...)In Kiel gibt es im Verhältnis zur Einwohner*innenzahl mehr Substituierte als etwa in Hamburg oder Berlin.(...)

Wie viele andere Städten in Deutschland erlebt auch Kiel eine Crackwelle. ,,Konsumierende sind aufgekratzt, nehmen schnell viel ab und sind körperlich nach kurzer Zeit richtig runter", sagt Andreas Dehnke vom Verein Odyssee. (...)

Eigentlich hat die Stadt Kiel schon Anfang 2021 beschlossen, dass der Drogenkonsumraum kommen soll. Das Land hat daraufhin die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, dann wurde die Realisierung Jahr für Jahr nach hinten verschoben.

Florian Wrobel, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke/Die Partei in der Kieler Ratsversammlung wirft der Stadt vor, die Sache verschleppt zu haben. ,,Wir haben von Anfang an das Gefühl, dass die Stadt und das Sozialdezernat den Konsumraum nicht so richtig wollen" sagt Wrobel. In seinen Augen bremst vor allem die SPD. (...)

Ein Garten neben einem leer stehenden Haus am Steinmarderweg 34 hatte als alternatives Gartenprojekt angefangen und sich über Jahre zu einem Aufenthaltsort konsumierender Menschen entwickelt. ,,Am Ende war das ein selbst gebauter Konsumraum, ein Safe Space", sagt Arwan.  (...)

,,Der Bürgermeister hat sich das angeguckt und direkt die Räumung angeordnet, wollte wohl die Sache in die Hand nehmen", sagt Arwan. Sie und ihre Kollegin kritisieren, dass die Räumung des Gartens überstürzt geschehen sei. ,,Das große Problem ist, dass die Stadt keine Alternative geschaffen hat. Wo sollen die Leute hin?", sagt Arwan.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) kennt die Kritik am Vorgehen im Steinmarderweg. Trotzdem hält er an der Entscheidung fest. ,,Die Zustände waren nicht mehr vertretbar" sagt er.

Gaarden liege ihm am Herzen, betont Kämpfer. Er weist auf den Neubau einer Grundschule und die Förderung von Kulturprojekten hin. Ihm schwebe eine ,,sanfte Gentrifizierung" vor, Aufwertung ohne rasant steigende Mieten und Verdrängung. (...)

Nicht zum Plan für Gaarden gehört dagegen ein Drogenkonsumraum. ,,Wir glauben nicht, dass Gaarden das stemmen kann", sagt Bürgermeister Kämpfer. Man wolle den ohnehin belasteten Stadtteil nicht überfordern. (...)
https://taz.de/Kiels-erster-Drogenkonsumraum/!5979505/

"sanfte Gentrifizierung ... ohne rasant steigende Mieten und Verdrängung", ich glaub mein Schwein pfeift. Der Typ will nichts anderes als Gentrifizierung mit Verdrängung und explodierenden Mieten. Das ist die sozialdemokratische Wohnungspolitik für Kiel-Gaarden und wenn das Schmierblatt KN und die Probleme von Drogennutzern hilfreich sind, sagt man nicht nein.

In dem Artikel wird auch Gorm Grimm genannt. Mit diesem prominenten Drogenarzt sollte man sich auch mal befassen. (Er war die Speerspitze einer neuen Drogenpolitik. Er ist schon lange Geschichte.)


BGS

[OT]


ZitatElon Musk nimmt angeblich in größerem Stil Drogen

Der reichste Mann der Welt, Kopf der US-Unternehmen Tesla und SpaceX, konsumiert offenbar Ketamin, Magic Mushrooms und Acid. Das berichtet das ,,Wall Street Journal" und beruft sich auf das ,,besorgte Umfeld" des Unternehmers.

08.01.2024, 07.29 Uhr
... .

Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/elon-musk-nimmt-angeblich-in-groesserem-stil-drogen-a-016d1ed0-9731-4e6a-9177-651c82b5bd04?dicbo=v2-Gl3DBu5


MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Onkel Tom

Zitat von: Kuddel am 19:35:13 Sa. 13.Januar 2024Ich habe manchmal das Gefühl, man will sich der Unterschichten entledigen. Wenn Tausende verrecken, ist man sie als unnütze Esser los. Neoliberales Denken in Reinkultur.

Hüstel.. Haben sich die Denker_innen beim Bertelsmann-Forum nicht das gleiche im Sinn
bekommen, wie sie an die Harz-Odysee pfeilten, aber es keiner wagen durfte, dies aus
zu sprchen ?

Zitat von: Kuddel am 19:35:13 Sa. 13.Januar 2024Gaarden liege ihm am Herzen, betont Kämpfer. Er weist auf den Neubau einer Grundschule und die Förderung von Kulturprojekten hin. Ihm schwebe eine ,,sanfte Gentrifizierung" vor, Aufwertung ohne rasant steigende Mieten und Verdrängung.

Und mit solchen Glaubensbekenntnissen, an den Weihnachtsmann zu glauben,
kommt er damit wirklich durch ?

Zitat aus dem Artikel:
Zitat..
2024 will Kiel den ersten Drogenkonsumraum im Land eröffnen. Schleswig-Holstein wäre damit das neunte Bundesland mit Konsumraum.

Na, das klingt aber verschlafen.. Von 16 Bundesländern gibt es nur 8 davon,
in den Druckräume zu finden sind ? Upps, das konnte ich mir so nicht vorstellen.
Ich glaubte daran, das sich das abmildernde Thema "Drogenberatungsstelle & Druckraum"
in allen Bundesländern durchgesetzt hätte.
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

ZitatElon Musk nimmt...

Der Drogengebrauch wurde schon immer unterschiedlich gehandhabt, je nach Angehörigkeit einer sozialen Schicht oder Klasse. Es sind immer nur die Armen, die Repression zu fürchten haben.

Auch die Angebote für einen Entzug unterscheiden sich radikal, falls Arme überhaupt ein solches Angebot bekommen.

Drogen und Spekulanten, auch da gibt es einschlägige Erfahrungen. In den USA gab es Hauseigentümer, die sich den komplizierten und zeitintensiven Rechtsweg sparen wollten und ließen Crackdealer das Problem der Entmietung schnell und unbüorkratisch lösen.

In Kiel-Gaarden gibt es ernste Drogenprobleme (angeblich bundesweit überdurchschnittlich/bzw. führend), doch da man will den Arme-Leute-Stadtteil in einen bunten Kreativstadtteil verändern, um Kohle zu machen und dazu muß man die Armen loswerden. Ganz bewußt gibt man den Abhängigen keine Hilfe
Zitat"Wir glauben nicht, dass Gaarden das stemmen kann", sagt Bürgermeister Kämpfer.
...stattdessen jagt man ihnen die Bullen auf den Hals und läßt sich dafür von den Kieler Nachrichten abfeiern.

Kuddel

Eine 48min Doku zum Thema Drogenpolitik. Gut recherchiert, spannend, mit Hintergründen, historisch, ökonomisch, kulturell, machtpolitisch.


https://www.youtube.com/watch?v=Owdcdub2sf0&t=208s

Die Argumente für eine Dekriminalisierung sind mir nicht neu, deshalb fand ich den Beitrag gegen Ende langweiliger.

ManOfConstantSorrow

Man will es manchmal nicht so genau wissen.

Drogenwirtschaft ist keine schöne Sache. Die Politik der Pharmakonzerne ist der Horror.

Die Realität der Kartelle der illegalen Drogen sind auch nur auf der Leinwand romantisch. Die Wirklichkeit ist grausam und furchtbar. Wenn Drogenkartelle die Macht des Staates ersetzen, ist es keine Verbesserung.

Wenn wir uns für Politik interessieren, müssen wir uns auch für Drogenpolitik interessieren.

ZitatDie Regierung Noboa versucht, die angespannte Lage in Ecuador durch Militarisierung in den Griff zu bekommen. Doch ein Blick nach Mexiko zeigt, dass die Drogenkartelle auf diese Weise kaum zu stoppen sein werden. Vielmehr droht eine Gewaltspirale, weil auch die Kartelle aufrüsten und um Einflussgebiete ringen. Die Basis der weitreichenden Verankerung der Drogenkartelle liegt in der sozialen Ungleichheit und der Armut eines immensen Teils der Bevölkerung in der Region. In Lateinamerika arbeiten viele Menschen im informellen Sektor und es gibt kaum Auffangstrukturen für so viel soziales Elend – Drogenkartelle fungieren hier als willkommene Arbeitgeber.  (...)

An wen kann man sich also wenden, wenn Staat, Kapital und Kartelle den Menschen das Leben zur Hölle machen? Effektiver Selbstschutz entsteht vor allem durch selbstorganisierte, kämpferische und solidarische Communitys. (...)

Nebst den Zapatist:innen in Südmexiko oder den ,,Rondas Campesinas" in Cajamarca (Peru) ist die ,,Guardia Indígena" in Pioyá im Nordosten der Provinz Cauca (Kolumbien) ein interessantes Beispiel einer funktionierenden Selbstorganisation gegen die Gewalt der Drogenkartelle. (...)

,,Die Narcos waren bewaffnet, aber sie konnten uns nicht töten. Wir waren zu viele. Und wenn eine Community zusammenhält, kennt sie keine Angst. Wir haben ihre Koka-Plantagen und ihre Labore verbrannt. Wir fanden alles Mögliche. Es sah aus wie ein Chemielabor. Das hat uns damals viele Drohungen gebracht, weil wir einem Geschäft schadeten, das viel Geld einbrachte."

Der selbstorganisierte und kollektive Widerstand gegen die Gewalt der Narcos sollte nicht romantisiert werden, aber er kann Perspektiven aufzeigen. Leider gibt es diesen Widerstand nicht ohne Tote und es gibt auch viele Beispiele in Lateinamerika, in der die brutale Gewalt der Kartelle ganze Communitys eingeschüchtert hat. An vielen Orten konnten sich Drogenkartelle dadurch ganzer Territorien bemächtigen und den Staat verdrängen. Doch trotz der Widersprüche und Schwierigkeiten, die mit Selbstorganisationsversuchen gegen das Drogengeschäft einhergehen, zeigt gerade die aktuelle Situation in Ecuador auf, dass Selbstorganisation unumgänglich ist, denn es ist aussichtslos, auf den Staat zu vertrauen (...)
https://communaut.org/de/narco-kapitalismus-militarisierung-und-extraktivismus

Wenn ich mir vorstelle, wir würden versuchen, uns hier mit den Mafiastrukturen anzulegegen, die als Vermieter (Slum Landlords) oder Menschenhändler (für u.a. die Bauwirtschaft) anlegen wollten, würden wir alt aussehen.

Man sollte sich trotzdem mal mit solchen Gedanken auseinandersetzen.

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatKaffee statt Koka: Kirche hilft Bauern weg von Drogen-Pflanze

Für Kleinbauern in Kolumbien ist es ein Teufelskreis: Der Anbau der Drogen-Pflanze Koka endet für sie immer wieder tödlich. Gleichzeitig ist es der einzige Weg aus der Armut. Das kirchliche Hilfswerk Misereor will dies ändern – mit Bio-Kaffee.
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/kaffee-statt-koka-kirche-hilft-bauern-weg-von-drogen-pflanze,U445wLZ

Grundsätzlich ist der Gedanke richtig und wichtig: Repression löst das Problem nicht, es müssen Alternativen her! Das gilt für den Drogenanbau, es gilt auch für Kleindealer.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

Soo, das Wochenende zum Feiern ist nun vorbei.. 2 Gramm sind in Rauch aufgegangen und
die Innerliche Hochspannung auf die Abstimmung im Bundestag zur Legalisierung von Cannabis
ist endlich verflogen.

Die Debatte im Bundestag war sehr lebhaft und Richter Andreas Müller holt mal nach dem
Ereignis tief Luft und erzählt, was die letzten 30 Jahre zum Kampf der Cannabis-legalisierung
so lief. Annekdoten, die nicht nur konserative Köpfe kritisiert.

Richter Andreas Müller: Es wird überall GEKIFFT!

https://www.youtube.com/watch?v=G0VxcUGbts4


Und hier noch mal die ungekürzte Debatte im Bundestag inklusiver Kalauer.. FDP vs. CDU :D

155. Sitzung des Bundestages am 23. Februar 2024 - Cannabisgesetz

https://www.youtube.com/watch?v=wJ4_PArHXIo
Lass Dich nicht verhartzen !

krapotke

Die Cannabislegalisierung kommt ohne Frage. Aber kann jetzt jede*r Volljährige sich entspannt den Feierabendjoint gönnen? Obacht, für viele gibt es ein Verbot durch die Hintertür. Wer einen Führerschein hat und diesen behalten will, bewegt sich auch nach der Legalisierung auf sehr dünnem Eis. Es gilt erstmal weiterhin der strenge Grenzwert von 1mg/ml Blutseurm. Ein Wert den schon Gelegenheitsnutzer*innen reißen und Dauerkiffer*innen praktisch nie unterschreiten. Verkehrsminister Wissing hat zwar eine Neubewertung angekündigt, aber die Meinungen der Gremien gehen weit auseinander. Ich fahre beruflich täglich Auto. Abgesehen davon, dass ich Rauschmittel für mich persönlich als wenig hilfreich ansehe, würde ich schon aus Angst um den Lappen die Finger von dem Zeug lassen.

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/cannabis-kiffen-auto-fahren-wie-viel-thc-legal-102.html

https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/cannabiskonsum-kiffen-autofahren-recht-regelungen-v3/
,,Das habe ich getan" sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben" sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach.        Friedrich Nietzsche

Kuddel

ZitatFentanyl in Deutschland angekommen – gefährlicher als Heroin

Die Gefahr einer Überdosierung ist groß: Bereits zwei Milligramm Fentanyl können eine tödliche Dosis darstellen – das entspricht gerade einmal einer Bleistiftspitze. Drogen- und Suchtexperten warnen: Wird Heroin mit hochpotenten Opioiden wie Fentanyl gestreckt, könnte die Zahl der Drogennotfälle in Deutschland und Europa massiv zunehmen.
https://www.morgenpost.de/web-wissen/gesundheit/article241803468/Fentanyl-in-Deutschland-angekommen-gefaehrlicher-als-Heroin.html?utm_source=pocket-newtab-de-de

Früher gab es mal aus linksradikaler Ecke Aufkleber mit der Aufschrift "Dealer verpißt euch!". Irgendwann kam man auf die Idee, daß das nur verlängerte Polizeiarbeit war. Für Migranten ohne Papiere war es das einzige Einkommen, zu ticken. Die Kaufer sind meist weiß, teilweise wohlbetucht...

Ich habe bei mir um die Ecke einen aktuellen Aufkleber gesehen zum Thema Drogen. Es war immerhin ein Versuch sich mit einem politischen Hintergrund mit Drogenkonsum auseinanderzusetzen. Als ich mit meinem Fotoapparat den Sticker knipsen wollte, war er nicht mehr da.

Der Wandel im Drogenkonsum ist ein Teil der kapitalistischen Entwicklungen. Es geht einerseits um Profit, andererseits auch um Macht und Kontrolle. Ich wünschte mir mehr Diskussionen von links zu dieser Thematik.

ManOfConstantSorrow

ZitatStrafverfolgung von Kleindealern
Hamburgs ,,Taskforce Drogen" muss weg

polizei_1.JPG

Mit der Legalisierung von Marihuana hat die Sondereinheit der Hamburger Polizei jede Existenzberechtigung verloren. Höchste Zeit, sie aufzulösen.


... Gras und andere Substanzen an Partytourist*innen zu verticken, ist dann leider oft die einzige Option für jene, die es nicht aushalten, tatenlos herumzusitzen und auf Post von der Ausländerbehörde zu warten. Doch der Preis für den prekären Scheißjob ist hoch. Zu den ohnehin schlechten Arbeitsbedingungen kommt die Repression: die körperliche Gewalt durch die Beamt*innen und nicht selten die Haft.

Es ist höchste Zeit, die Verfolgung der Schwarzen Straßendealer zu beenden

In der Regel geht es dabei immer nur um Kleinstmengen Marihuana, die anderenorts auch vor der Teillegalisierung als Eigenbedarf eingestuft wurden. Bei Geflüchteten hingegen, die ja sonst kein Geld verdienen dürfen, geht die Justiz automatisch davon aus, dass sie die 0,5 oder 1,5 Gramm Gras, die die Polizei bei ihnen findet, zum Verkaufen mit sich führen. Auch wenn das in vielen Fällen so sein mag, ist es falsch, hier mit zweierlei Maß zu messen: Für Schwarze Flüchtlinge gilt dies, für weiße Hiergeborene das. Das ist rassistische Scheiße, Punkt. ...
https://taz.de/Strafverfolgung-von-Kleindealern/!5998990/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

Ist mir auch schon aufgefallen, das immer mehr Bullen die bekannten
Treffpunkte des Kleindealertums durchforsten und stören.
Anbei habe ich schon befürchtet, das durch die Teillegalisierung von
Cannabis dem Schwarzmarkt auf dem Putz gehauen wird, zumal der Erwerb
von Canabis auf "illegalen Wegen" für den Käufer nun auch strafbar ist.

Ich dachte Justizia wollte sich durch das CanG von kleinen Vergehen
entlasten.. Gothe und Bullenpräsident macht da nun ein Schuh draus,
das das CanG nun dazu ausgenutzt wird, alles was Hasch auf Tasche
hat und bei Razzien nicht schnell genug in die Büsche verschwindet, mit
Verfolgung rechen muss. Diese Gefahr sind nicht nur afrikanische
Flüchtlinge ausgesetzt.

Man könnte dies als rassichtisch bewerten, ist jedoch nur verschleiernt,
das den Bullen das völlig schnuppe ist, welche Nationallität denen ins
Netz geht. Das Getöse nur auf Rassismus zu beurteilen entspricht nicht
der Realität.. Dies hat auch nichts mit Befürwortung oder Verteidigung
des Bullenapparat zu tun. Deswegen ist "Punkt" fehl am Platze..

Hauptsache Identitäten erfassen, die LKA-Datenbank "Droge" befüllen und
vieleicht auch darauf spkkulieren, das das CanG nach Machtergreifung
von CDU/AfD wieder ab zu schaffen und dann die große Hatz nach Kiffern
und Kleindealern, sofern sie nicht schon abgeschoben wurden, austoben..

Auch Einheimische empfehle ich, erst ab den Juli draußen zu konsumieren,
weil sonst die Unterstellung folgen kann, sein Kraut auf illegalem Wege
besorgt zu haben.
Ab Juli dürfte die erste Home-Growing-Runde durch sein, das Kiffer
glaubhaft machen kann, es selbst angebaut zu haben.

Ach ja und nimm den Ratschlag von Richter Müller an, wie nun damit umgegangen
werden kann. A bissel Unterhaltung im Bezug Annekdoten ist auch dabei..


https://www.youtube.com/watch?v=tPh_ClwzSaE
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

DSC02649.JPG

Ein Kommentar zum Drogenkonsum von links.

ManOfConstantSorrow

Die USA hatten schon immer weltweit auf die Drogenpolitik Einfluß genommen und damit viel Unheil angerichtet. Drogenpolitik ist auch Machtpolitik. Jetzt gib es eine leichte Lockerung. Immerhin.

ZitatUS-Regierung macht Weg für Lockerung der Cannabis-Vorschriften

Die US-Regierung hat Cannabis wie angekündigt als weniger gefährliche Droge eingestuft.


Das Justizministerium reichte eine entsprechende Empfehlung bei den zuständigen Behörden ein. Demnach soll die Droge künftig auf Bundesebene nicht mehr in einer Kategorie mit Heroin, Ecstasy und LSD geführt werden, sondern mit codeinhaltigen Schmerzmitteln und Steroiden. Bei diesen Drogen gilt die Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit als moderat bis gering. Zudem wird die medizinische Verwendung von Cannabis anerkannt.

Die Initiative zu der Neuregelung war vor rund zwei Jahren von US-Präsident Biden ausgegangen. Er hatte zudem Tausende Personen begnadigt, die nach Bundesrecht für den Besitz von Cannabis verurteilt worden waren. Fast die Hälfte der US-Bundesstaaten hat Cannabis bereits legalisiert.
https://www.deutschlandfunk.de/us-regierung-macht-weg-fuer-lockerung-der-cannabis-vorschriften-104.html

Es sind Tausende Einzelschicksale, für die es einen großen Unterschied macht, aus dem Knast herauszukommen. Arme Leute wurden massenhaft eingefangen und für ein Tütchen Gras in Arbeitshäuser gesperrt. Knäste sind privatwirtschaftlich betriebene Ausbeutungshöllen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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