Gedanken zur Abwertung Arbeitsloser

Begonnen von BGS, 22:35:45 Sa. 20.Januar 2018

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BGS

Die Plage der Lohnarbeit hat viele Facetten. Doch warum werden Arbeitslose so hemmungs- und schamlos herabgewuerdigt? Woher kommt die fatale Denkweise "hauptsache Arbeit"?

Zitat
...
Gedanken zur Abwertung Arbeitsloser


Arbeitslosigkeit ist ein strukturelles Problem. Dennoch werden insbesondere Langzeitarbeitslose geächtet. Folgendes erörtert, auf welche Privilegien Arbeitende vertrauen können und warum kein Grundeinkommen vor der Diskriminierung rettet.
...

,,Arbeitslose erleiden mit dem Lohnausfall zugleich die Sanktion des Marktes: dass eine unverkäufliche Arbeitskraft, wie jede brachliegende Ware, ihre Bestimmung verfehlt. Durch noch so gutes Zureden kann man ihnen das Gefühl ihrer Minderwertigkeit nicht ganz nehmen. Sie wissen, dass der Markt kein Gott ist – und empfinden doch anders."

... .


Quelle: http://www.untergrund-blättle.ch/gesellschaft/gedanken_zur_abwertung_arbeitsloser_4522.html

Der Text ist etwas länger.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

dagobert

Zitat von: BGS am 22:35:45 Sa. 20.Januar 2018Der Text ist etwas länger.
Was einen nicht vom Lesen desselben abhalten sollte.  :)
"Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln! Wo doch vielleicht der Augenblick nicht fern ist, da dem deutschen Volke das Letzte daran gelegen sein wird, nicht mit ihnen verwechselt zu werden."
Thomas Mann, 1936

Tiefrot

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

CubanNecktie

Passend dazu auch dieser FAZ-Artikel - nun gut, die Kommentare sind noch lesenswerter - da ja FAZ kein linkes Blatt ist.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/langzeitarbeitslose-arbeitsunfaehig-fuer-immer-15321704-p3.html
Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
ZAF Fragebogen
Passwort: chefduzen.de

Tiefrot

Die Kommentare zu lesen, kann ich nur empfehlen.
Einige davon gehen diametral entgegengesetzt zum Artikel -
und haben weit mehr Hand und Fuß.
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ManOfConstantSorrow

Braune Tradition

Zitat Die mit dem schwarzen Winkel
Aktion "Arbeitsscheu Reich" 1938 eröffneten die Nationalsozialisten ihren Feldzug gegen soziale Außenseiter, die im Laufe des Jahres zu Tausenden in Konzentrationslager verschleppt wurden
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-mit-dem-schwarzen-winkel

ZitatVerhaftungsaktion ,,Arbeitsscheu Reich" führt zu mehr als 10.000 Gefangenen

Die Verfolgung ,,Asozialer" erfolgte im Rahmen von Verfügungen und Verordnungen, die lokal ganz unterschiedlich umgesetzt wurden. Federführend waren dabei die Wohlfahrtsämter und die Polizei, die die Verfolgung praktisch übernahm. Ab 1937 konnten Asoziale in die sogenannte Vorbeugungshaft genommen werden. Asozialität stand ab sofort offiziell in Zusammenhang mit Verbrechen. Dieser Entwicklung ging laut Anne Allex die Vorstellung voraus ...
,,dass Asozial in der Kombination mit arbeitsscheu immer bedeutet hatte, nach der Definition der Nazis, diesen Personen würde der Hang zum Verbrechen inne wohnen. Und die haben sozusagen mit diesem Label ,asozial und arbeitsscheu' damit für die Zukunft sozusagen prophezeit, dass diese Art der Überbevölkerung in Zukunft ohnehin irgendwann man kriminell werden würde und dann in anderer Form ihrem Staat zur Last fallen würde."
https://www.deutschlandfunk.de/asoziale-im-nationalsozialismus-die-letzten-vergessenen-100.html

ZitatDie Fremdbezeichnung Asoziale im NS-Sprachgebrauch disqualifiziert Individuen oder soziale Gruppen – in der Regel aus den Unterschichten – als unfähig oder unwillig zur geforderten Einordnung in eine imaginär als ,,Kollektiv" konstruierte soziale Gemeinschaft. In der Zeit des Nationalsozialismus war der Begriff ,,Asoziale" eine übliche Sammelbezeichnung für als ,,minderwertig" bezeichnete Menschen aus den sozialen Unterschichten (,,Ballastexistenzen"), die nach NS-Auffassung sozialen Randgruppen zugehörten oder schwere Leistungs- und Anpassungsdefizite aufzuweisen hätten. Menschen und Menschengruppen wurden so als ressourcenverbrauchende ,,Schädlinge" und ,,unnütze Esser" etikettiert, für die die als ,,gutwillig" und ,,fleißig" bezeichnete Mehrheit der ,,Volksgemeinschaft" zu ihrem Nachteil aufkommen müsse.

,,Verwahrung" und ,,Umerziehung"


Bei der Eröffnung des Konzentrationslagers Dachau im März 1933 wurde noch behauptet, dass dort Personen lediglich in Verwahrung genommen werden, die ,,die Sicherheit des Staates gefährdeten". Kurz danach wurden jedoch die Konzentrationslager als Stätten der ,,Umerziehung" von ,,Verbrechern" immer stärker betont, sodass sämtliche politischen Gegner und wahrgenommenen Feinde des NS-Staates öffentlich und nachhaltig als ,,Kriminelle" diskriminiert wurden. In Bremen wurde 1936 die Wohnungsfürsorgeanstalt Hashude eingerichtet, die die Stadt von Bettlern und ,,Asozialen" freimachen sollte. 1940 wurde sie geschlossen, weil sie nicht den gewünschten Erfolg hatte.

NS-Grunderlass von 1937

Gemäß dem Grunderlass zur ,,Vorbeugenden Verbrechensbekämpfung" vom 14. Dezember 1937 konnte, wer ,,ohne Berufs- und Gewohnheitsverbrecher zu sein, durch sein asoziales Verhalten die Allgemeinheit gefährdet", im Zuge kriminalpolizeilicher ,, Vorbeugehaft" in ein Konzentrationslager eingewiesen werden. Die Entscheidung, ob ein ,,gemeinschaftswidriges Verhalten" vorlag, lag dabei allein bei den Ordnungs- und Polizeibehörden. Im Rahmen der Aktion ,,Arbeitsscheu Reich" kam es im Frühjahr und Sommer 1938 zu Verhaftungswellen. Mehr als 10.000 Juden, Roma und Sinti und ,,deutschblütige Asoziale" wurden in Konzentrationslager verschleppt, davon 6.000 im Juli 1938 in das KZ Sachsenhausen. Sie wurden in den Lagern mit einem schwarzen Winkel auf der Häftlingskleidung markiert. In der Zeit vor dem Krieg stellten die sogenannten Asozialen die größte Opfergruppe in den Konzentrationslagern dar.

,,Vernichtung durch Arbeit"

In der zweiten Jahreshälfte 1942 gewann eine Strömung in der NS-Führung an Einfluss, die in der ,,Asozialenfrage" feinere völkische und rassische Differenzierungen einschließlich der sich daraus ergebenden Vernichtungs- beziehungsweise Schonungsentscheidungen ablehnte. So erklärte Joseph Goebbels dem Reichsjustizminister Otto Thierack im September 1942 zur ,,Vernichtung asozialen Lebens", es seien ,,Juden und Zigeuner schlechthin, Polen, die etwa 3–4 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hätten, Tschechen und Deutsche, die zum Tode, lebenslangem Zuchthaus oder Sicherungsverwahrung verurteilt" seien, zu ,,vernichten". Der ,,Gedanke der Vernichtung durch Arbeit" sei ,,der beste". Einige Tage später vereinbarten Himmler und Thierack die ,,Auslieferung asozialer Elemente aus dem Strafvollzug an den Reichsführer SS zur Vernichtung durch Arbeit". Alle ,,Sicherungsverwahrten, Juden, Zigeuner, Russen und Ukrainer", ferner Polen mit einer Strafe über drei Jahren sollten demnach ,,restlos", ,,Tschechen oder Deutsche über 8 Jahre Strafe nach Entscheidung des Reichsjustizministers" ausgeliefert werden. Thierack teilte dies im Oktober 1942 dem Leiter der Reichskanzlei, Bormann, mit, der seinerseits Hitler informierte, der ausdrücklich zustimmte.

Wirkungsgeschichte

(...)
Auch nach 1945 blieb der Begriff mit den dahinter befindlichen Vorstellungskomplexen (,,gesellschaftsschädigend (...), nicht gewillt(...), sich in die Gesellschaft einzufügen") Bestandteil des stereotypen Alltagsdenkens der deutschen öffentlichen Meinung. ,,Asoziale" wurden als NS-Verfolgte selbst von anderen NS-Verfolgten nicht anerkannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Asoziale_(Nationalsozialismus)

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

ZitatHerr Nonnenmacher, Sie möchten einen Verband gründen, um an eine weitgehend ignorierte NS-Opfergruppe zu erinnern – Männer und Frauen, die in der NS-Zeit als ,,Asoziale" und ,,Berufsverbrecher" bezeichnet wurden. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Mein Onkel Ernst galt den Nazis als eine solche ,,Ballastexistenz". Er wurde in den KZ Flossenbürg und Sachsenhausen gequält. Ich setze mich seit langem dafür ein, dass diese über Jahrzehnte vergessenen Verfolgten als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt werden. Daran, dass der Bundestag am 13. Februar 2020 beschlossen hat, alle Konzentrationslagerhäftlinge – ausdrücklich auch solche mit dem schwarzen und grünen Winkel – als Opfer des NS-Unrechtssystems anzuerkennen, war ich nicht ganz unbeteiligt. Schwarze Winkel mussten die sogenannten Asozialen auf der Häftlingskleidung tragen, grüne Winkel die ,,Berufsverbrecher".
https://www.fr.de/politik/nazis-ns-kz-vergessene-opfer-hoerbare-stimme-der-erinnerung-91996499.html

Tiefrot

Wo der Nonnenmacher selber von "Ballastexistenzen" faselt ?
Der hat doch nicht alle...  >:(
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Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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ManOfConstantSorrow

ZitatDie vergessenen Opfer der Nazis

Wie viele »Asoziale« und »Kriminelle« wurden tatsächlich ermordet?


Seit 2007 beschäftigt sich der Berliner Arbeitskreis »Marginalisierte – gestern und heute!« mit der Problematik der sogenannten Asozialen im deutschen Faschismus. Die deutschen Institutionen und die Kirchen scheinen weiterhin kein Interesse daran zu haben, die Verfolgung von »Asozialen« und »Kriminellen« im Faschismus aufzuarbeiten. Nur wenige Forscher_innen sind seit Jahren innerhalb einzelner KZ-Gedenkstätten und vor allem außerhalb staatlicher Institutionen dazu aktiv
https://www.akweb.de/gesellschaft/die-vergessenen-opfer-der-nazis/

ZitatVom Denken der Nazis noch nicht ganz befreit

Anne Allex fordert gedenkpolitische Standards für bewusst verschwiegene NS-Verfolgte


Diejenigen, die in der Zeit des deutschen Faschismus als »Asoziale« und »Kriminelle« verfolgt wurden, sind weitgehend vergessene Opfer der Nazis. (ak 610) Bis heute ist nicht annähernd geklärt, wie viele von ihnen im Nationalsozialismus ermordet wurden. Zudem wartet noch immer ein Großteil der Überlebenden auf Entschädigung. Auch im öffentlichen Gedenken spielen sie kaum eine Rolle. (...)
https://www.akweb.de/gesellschaft/vom-denken-der-nazis-noch-nicht-ganz-befreit/

Die Beiträge sind schon ein paar Jahre alt.

Ich habe sie ausgebuddelt, in Gedenken an Berliner Erwerbslosenaktivistin Anne Allex, die gestern verstorben ist. Sie war eine Kämpferin für dieses verdrängte Thema.

Die Arbeitsämter, dann Arbeitsagenturen und Jobcenter haben ihre Wurzeln im Nationalsozialismus, selbst im Personal gab es eine Kontinuität. In der gesellschaftlichen Debatte ist auch vieles übernommen worden an Vorurteilen und Haß gegen die Unterschichten, gegen Arme und "Kriminelle". Ein NS-Vergleich ist in diesem Fall keine Relativierung von irgendwas. NS Ideologie gibt es noch in dieser Gesellschaft und muß bekämpft werden.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

Hmm, nicht verkehrt die Ansichten und Bestrebungen von Anne Alex zu vertiefen.
(Herzliches Beileid an die jenigen, die Anne kannten und sie heute vermissen.
Ehrlich, den Namen höre ich heute zum ersten Mal und ziehe mir das später noch
rein)  ;)

Da das Thema JC/NS-Vergleich als Tabu gehandhabt wird und in manchen Dingen
gleich radikal als Verunglimpfung des Holocaust torpediert wird, haben es die
"Amter" es leichter, so zu funktionieren, wie es von Elos erlebt wurde und wohl
auch weiter erleben werden.

Ich fand es zum Kotzen, das in meiner Elo-Ini-Zeit (2006-2013) dieses Thema
soweit tabuisiert, schlimmer noch z.B. von den Antideutschen massiv begegnet
wurden, gar z.B. folgende Frage zu stellen wie :

"Hat das JC-Gefilde was aus der NS-Zeit mit genommen und wenden es heute in der Praxis an ?"

Sofort wurde mit der Holocaust-Verharmlosungs-Keule verfolgt und haben gegen
H4-Aktive agiert.. (Zur Anfangszeit von H4 - 2005)
Weiter tun Gerichte alles daran, solch Fragen gleich im Keim zu ersticken.

"Dafür gibt es keine Entschuldigung, dafür musssst Du bestraft werden !!
Solche Fragen stellt man nicht und Du bist respektlos gegenüber des Amtes.."

Prost für die ehemaligen Studis, die heute in der Lage sind "Asoziale für ihre
Faulheit mal richtig dem Popo zu versohlen."  >:(

Mit der Hand, Teppichklopper oder Peitsche ? Nö, das ist altmodisch, hinterlässt
sogar sichtbare Spuren, die als Schuss nach hinten ausarten könnten.

Da ist das JC-Gefilde "moderner" geworden. Peitsche und so haben sie nicht, bei
denen gibbet aber virtuelle Kloppe mittels Pädagogik/Plüschologie.

Hinterlässt keine blauen Flecken, wirken aber genau so gut, den "Probannten" oder
"ihr Opfer" zu dirigieren und auf "Linie zu bringen" oder auch zu seinem Absturz bis
hin zum "Zerfall".. (Stichwort Vollsanktion, heute Entziehungsbescheid..)

Zusammengefasst via "Sanktion des ALG 2." Abmagern erzeugt auch keine blauen Flecken
aber macht schon von der Grundhaltung der Gesellschaft her "Menschen nicht nur
erwerbsunfähig sondern flott ganz kaputt und so passt die "Plakette" erst recht, was
zuvor ja nur dem einzelnen angedichtet werden konnte.

Da muss ich doch gleich einwerfen, das es nicht um den Vergleich JC/Holocaust geht,
sondern allein das damalige Reichsarbeitsamt zur NS-Zeit vor dem Holocaust.

Ich habe dazu mal ein ausgeborgtes Buch gelesen, in dem genauer auseinander genommen
wurde, was in Hamburg damals das Reicharbeitsamt so machte, Erwerbslose in die Schublade
"Der gehört nicht dazu, ab ins Arbeitslager !" zu befördern.
Scheiße, habe Titel vergessen und war auch nur in geringer Auflage gedruckt.

Zitat von: ManOfConstantSorrow am 13:40:05 Sa. 29.April 2023Ein NS-Vergleich ist in diesem Fall keine Relativierung von irgendwas. NS Ideologie gibt es noch in dieser Gesellschaft und muß bekämpft werden.

Sehe ich auch so, ist jedoch ein sensibles Thema, wo sich gegen jeden Widerwillen
doch Widerholungen aus der Geschichte feststellen lassen.
Anbei sollte auf die Grenze vor und beim Holocaust geachtet werden, die ich an der
Progromnacht sichte, keine Verunglimpfungen zu begehen.. (heiße Kartoffeln)


Hüstel.. Datenhamsterei gabs beim Reicharbeitsamt auch schon und was will ein "Amt"
heute mit Datensammlungen, die so sensibel sind, das in der IT-Sicherheit keine
Fehler passieren dürfen ?
Jo, JC eignet sich nun Kompetenzen an, die auch den Bereich Privatleben und
Privatgeheimnisse des Bürgergeldbeziehers beinhalten. Dessen Handlanger, die
Maßnahmenträgerschaft.

Willkommen in der Hölle in der Vorstellung einer AFD/CDU/CSU Regierung und der
BA-Server dazu benutzt würde Elos zu selektieren und anhand von Daten abwertend
zu behandeln..

Der offizielle Sound des Bürgergeldes a la "Wir wollen doch nur helfen.." steht
bei den Außenstehenden in den Top Ten. Nur erfahrene Elos blicken sofort, das es
Heuchelei ist.

Genau so, wie sich das Blatt körperlicher Gewalt zur schwarz-pädagogischen Gewalt
gewendet hat schaut das bei den Ermordeten zu Selbstmördern ähnlich aus. Alles eine
Frage der Zeit, das gleiche Ziel zu erreichen. Nur die Wege sind andere.

Hautsache es bleibt unsichtbar.. Nur die Folgen sieht man und bekommt dann noch
scheinheilig eine "Plakette" verpasst, die "im Interesse der Allgemeinheit, legitimiert"
sich unter aller Sau behandeln zu lassen..
Lass Dich nicht verhartzen !

ManOfConstantSorrow

Die Antideutschen können nervig sein.
Bei der NS-Tradition handelt es sich um eine Tatsache, die auch belegbar ist.

ZitatDie Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (RAfAuA) war die erste selbständige Behörde in Deutschland, der die öffentliche Arbeitsvermittlung und Berufsberatung oblag und die Träger der Arbeitslosenversicherung war. Sie gilt als Vorläufer der heutigen Bundesagentur für Arbeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsanstalt_f%C3%BCr_Arbeitsvermittlung_und_Arbeitslosenversicherung

ZitatHitlers Zwangsarbeitsamt

Eine Ausstellung in der Berliner "Topographie des Terrors" zeigt die Studie einer Historikerkommission über das Reichsarbeitsministerium. (...)
Das Ministerium diente sowohl der Entrechtungs- und Vernichtungspolitik als auch der Verfolgung "Arbeitsscheuer".

(...) 1940 stellte man die Zahlungen an deportierte deutsche Juden ein. Das Ministerium diente sowohl der Entrechtungs- und Vernichtungspolitik als auch der Verfolgung "Arbeitsscheuer". Mehr als zehntausend Männer wurden 1938 im Zuge der "Aktion Arbeitsscheu Reich" in Konzentrationslager verschleppt. (...)

In der Ukraine führten die Deutschen nach dem Einmarsch unverzüglich "den Arbeitszwang für Juden und eine Arbeitspflicht für die übrige Bevölkerung ein". Die "Werbekommissionen" setzten rasch auf Zwang und glichen, wie es 1942 hieß, "einer zivilen Musterungskommission, die beauftragt ist, unter allen Umständen ihr Soll zu stellen". Das gehe "fast nur noch mit Prügel". Man fange die Menschen, "wie die Schinder früher Hunde gefangen haben", schrieb eine Ukrainerin aus einem Zwangsarbeitslager. (...)

Franz Seldte [Reichsarbeitsminister] sollte als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden, er starb 1947 in Haft. Ein Drittel der Mitarbeiter des neuen Bundesarbeitsministeriums der jungen Bundesrepublik waren bis 1945 unter ihm tätig gewesen.
https://www.sueddeutsche.de/politik/hitler-reichsarbeitsministerium-zwangsarbeit-1.4394639
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Erwerbslose werden fertiggemacht und zermürbt in dieser Gesellschaft.
Es ist der Institutionelle Druck von oben, durch Politiker und ihre herabwürdigenden Aussagen, über die Medien, die diese Hetze multiplizieren und die Jobcenter, die über handfeste Mittel verfügen, die Erwerbslosen einzuschüchtern und ferigzumachen.

Es gibt seit Jahren kaum noch nennenswerten Widerstand von Erwerbslosen.

Den Erwerbslosen werfe ich das nicht vor. Ihr Kampf ist ein Kampf ums tagtägliche Klarkommen.

Ich werfe es aber den Erwerbsloseninis vor, daß sie einfach weitermachen wie bisher.
Die bisherigen Wege sind gescheitert!

Nikita

Es ist wichtig, Menschen zu unterstützen und zu beraten, wenn sie von Behörden gezielt zerstört werden. Egal, ob es Ausländerbehörden, Jobcenter oder andere Einrichtungen sind. Erwerbsloseninis sind oft wenige Leute, die sich ein Bein für andere ausreißen und ihnen damit intensiv helfen. Die theoretische Möglichkeit, dass eine Mobilisierung irgend etwas bringt, hilft den Betroffenen nicht. Die brauchen heute etwas zu essen und Aussicht auf Unterstützung bei dem zermürbenden Kampf, sonst sitzen sie auf der Straße und gehen kaputt. Es hat in der Vergangenheit gerade so funktioniert, Verschlechterungen abzuwehren und die Themen Erwerbsloser dann in die Öffentlichkeit zu bringen durch die immer gleichen Leute.

ManOfConstantSorrow

"Arbeitslos - feines Leben auf fremde Kosten?", fragte der Spiegel schon 1977 und war sich selbst dabei nicht zu fein, die Wörter Schmarotzer und Parasit unterzubringen.

https://www.spiegel.de/politik/arbeitslos-feines-leben-auf-fremde-kosten-a-2ee5ae1a-0002-0001-0000-000040887474
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

götzb

Wenn man den Spiegel Artikel so durchliest, dürfte man zum Schluss kommen, das der Sozialstaat damals auch nicht gemütlicher war. Nebst der Bezeichnung "arbeitsscheu" als wäre das irgendwo ein Vergehen .

Und man kam auch damals schon aus der Diskrepanz zwangsvermittelter Arbeitsloser und Vertragsfreiheit heraus, und die Verminderung der eignen Entscheidungsfreiheit.

Die Erkenntnis das Unternehmer keine Zwangsarbeiter brauchen können im Gegensatz zu deren das diese mehr diese "Unwilligen" an das Arbeitsamt melden sollen.

Und der Begriff "Vermittler" war schon immer und ist immer noch falsch.
Sofern die Vermittlung unter Druck dessen zustande kommt, das man sonst das Geld gekürzt bekommt.
Sabotage als legitimes Mittel gegen Zwangsarbeit und Niedriglohn.

Kuddel

ZitatKommentar zur aktuellen Hetze gegen Arbeiter*innen ohne Arbeit

Die SPD führte 2004 im Rahmen ihrer Agenda 2010 die Hartz Reformen ein und beabsichtigte damals zum einen, die Kosten des Sozialstaats zu senken, zum anderen ging es allerdings darüber hinaus darum den Arbeitsmarkt an sich zu reformieren. Wo zuvor unbefristete Vollzeitarbeit die Grundlage der Existenz bildete, sollten nun Zeit- und Leiharbeit sowie Teilzeit und Befristungen die zukünftigen Rahmenbedingungen von Arbeit darstellen. Seitdem sind nicht nur die Zahlen der Aufstockerinnen enorm gestiegen, also Menschen, die von ihrer Lohnarbeit nicht leben können und zusätzlich staatliche Leistungen empfangen müssen. Die neuen Arbeitsformen sind für Arbeitgeberinnen deshalb so wertvoll, weil sie an ihre Arbeitskräfte weniger gebunden sind, weshalb Arbeitslosigkeit wiederum ein gewollter Aspekt der Arbeitsmarktpolitik seit 2004 ist. Wer aber nun arbeitslos wird, sei kein Resultat dieses Systems, sondern diese Menschen würden gar nicht arbeiten wollen und müssten dafür bestraft werden, so vernimmt man es aus Kreisen der Regierung, z.B. von einem Christian Lindner.

Die Hartz-Reformen führten die Prinzipien von ,,Fordern und Fördern" offiziell ein. Es wurde in diesem Sinne in den vergangenen 20 Jahren von den Arbeitnehmenden sehr viel eingefordert. Zu viel, sagte 2019 das Bundesverfassungsgericht und erklärte existenzbedrohliche Maximalkürzungen als verfassungswidrig. Das war der Ausgangspunkt zum Bürgergeld und nicht der Wille die Arbeitsmarktpolitik ernsthaft sozialstaatlich reformieren zu wollen. Der aktuelle Vorschlag die Ablehnung von Arbeit wieder maximal zu sanktionieren, unterstreicht den nach wie vor vorhandenen Geist der Hartz-Reformen und würde einmal mehr die Gruppe treffen, die Weiterbildungen am meisten braucht: die Menschen im Niedriglohnbereich. In diesem Bereich sind überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationsgeschichte tätig, unter anderem auch weil ausländische Berufsabschlüsse in Deutschland häufig nicht anerkannt werden.

Gerade Menschen im Niedriglohnbereich benötigen jedoch dringend die Möglichkeit für Weiterbildungen, um den unsicheren Arbeitsbedingungen, die in diesem Sektor herrschen, entkommen zu können. Dass Niedriglohnarbeit wie 1€ Jobs in sichere Arbeitsverhältnisse münden würden, hat sich schon kurz nach den Hartz-Reformen als Luftschloss erwiesen. Die Androhung von Sanktionen in einem solch existenzbedrohenden Ausmaß führen einzig dazu, dass diese jegliche Art von Arbeit annehmen müssten und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen umso schutzloser ausgeliefert sind.

Sanktionen sind nie abgeschafft worden und wir können aus unserer Beratungsarbeit berichten, dass auch weiterhin Gelder komplett eingestellt wurden, wenn z.B. vermeintlich der Mitwirkung nicht nachgekommen wurde, obwohl entsprechende Dokumente bereits mehrfach eingereicht wurden (insbesondere im Rahmen von Aufstockung ein verbreitetes Problem). Arbeitsangebote annehmen zu können, ist zudem nicht für alle Menschen gleichermaßen möglich. Besonders bedroht von den aktuell debattierten Sanktionsmöglichkeiten wären Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht oder nur sehr eingeschränkt erwerbstätig sein können.

Hiervon sind zum einen Menschen betroffen, die Care-Arbeit leisten, wie Alleinerziehende und pflegende Angehörige, was statistisch betrachtet vor allem Frauen* betrifft. Aufgrund der fehlenden Anerkennung (sowohl gesamtgesellschaftlich als auch durch Jobcenter) von Care-Arbeit werden auch diese verstärkt zur Annahme von jeglicher Arbeit gedrängt werden. Ebenso betroffen sind Menschen mit Erkrankungen und Behinderungen, da auch hier sehr hart gekämpft werden muss, damit gesundheitliche Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit überhaupt vom Jobcenter anerkannt werden.

Sanktionen treffen also nicht alle gleich, sondern besonders die Menschengruppen, die sowieso schon unter Marginalisierung und Diskriminierungen leiden und verschärfen somit weiter die gesellschaftliche Ungleichheit.Die Forderung nach stärkeren Sanktionen bedient vor allem Ressentiments gegenüber armen Menschen und zeugt vom verbreiteten Bedürfnis nach unten zu treten. Hierbei wird der gesellschaftlicher Wert des Menschen einzig an seiner Produktivität gemessen. Hierbei gilt einzig Erwerbsarbeit als Arbeit, während andere wertvolle Tätigkeiten, wie Care Arbeit oder politisches Engagement weder entlohnt noch wertgeschätzt werden.

Sanktionen werden die Probleme der Menschen nicht lösen. Stattdessen werden sie die Abhängigkeit von prekären Arbeitsverhältnissen und Behördenwillkür weiter verschärfen. Menschen, die bisher schon am absoluten Existenzminimum leben, werden dann zu der Annahme jeglicher Arbeit genötigt werden können, da sonst ihr reines Überleben bedroht ist. Es bleibt hierbei völlig offen, wie Betroffene von Sanktionen ohne Geld in unserem kapitalistischen System überleben sollen. Dieser Vorschlag ist ein weiterer Angriff auf die Menschenwürde und das Leben von Armutsbetroffenen.
https://solidarisch-in-groepelingen.de/kommentar-zur-aktuellen-hetze-gegen-arbeiterinnen-ohne-arbeit/

ManOfConstantSorrow

ZitatSozialrassistisch Verfolgte in NS-Zeit
Ein Leben lang herabgesetzt

Ein Buch versammelt erstmals Biografien von Menschen, die die Nazis als ,,Asoziale" oder ,,Berufsverbrecher" verfolgten. In Hamburg wird es vorgestellt.


...Bis vor vier Jahren wurde dieser Opfergruppe die Anerkennung verwehrt, zu Unrecht inhaftiert, gequält und ermordet worden zu sein. Erst 2020 beschloss der Bundestag, dass niemand ,,zu Recht" in einem Konzentrationslager gesessen haben kann...
https://taz.de/Sozialrassistisch-Verfolgte-in-NS-Zeit/!5996595/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatSPD nach der Europawahl
Der Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes, Maier, warb dafür, den Fokus seiner Partei stärker auf die arbeitende Mitte zu richten. Ähnlich hatte sich der frühere Parteivorsitzende Gabriel geäußert.
https://www.deutschlandfunk.de/co-vorsitzende-esken-zurueckhaltend-gegenueber-forderungen-nach-kurswechsel-104.html

Es findet gerade eine massive Herabwürdigung der Erwerbslosen statt. In der aktuellen Kampagne sind sie nicht mehr Teil der Gesellschaft, sondern eine Last. Unnütze Esser.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

götzb

Was waren das für Zeiten wo sich die SPD auf die arbeitende
Mitte konzentriert hat und in der politischen Mitte kein Platz war,
weil alle dahin wollten.

2005 - es gab kein Mindestlohn, schärferen Zugang zu Sozialleistungen die arbeitende Mitte hatte Angst vor Abstieg in HIV. War auch stärker dadurch erpressbar, vor allen auch das Gas Gerd wohnt im Putin fröhlich vom besten Niedriglohn Markt in Deutschland posaunte.
Sabotage als legitimes Mittel gegen Zwangsarbeit und Niedriglohn.

Kuddel

Die Hetze gegen Erwerbslose und Menschen, die sich in der Schattenwirtschaft (u.a. "Schwarzarbeit) durchschlagen müssen, hat ein erschreckendes Neveau angenommen.

Man kann nicht oft genug wiederholen, in welcher Tradition das steht:

Zitat,,Asoziale" im Nationalsozialismus

Es war ein schwarzer Winkel, der ihre Häftlingsuniform kennzeichnete: Unter anderem im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden zwischen 1936 und 1945 auch zahlreiche sogenannte Asoziale gefangen gehalten, misshandelt und getötet. Die Kategorie galt schnell für all jene, die nicht die nationalsozialistische Weltsicht teilten. (...)

Wer genau als ,,asozial" galt, dafür gab es im Dritten Reich keine genaue Definition. Die Kategorie galt für jene, die eben nicht in die nationalsozialistische Weltsicht passten und wandelte sich ganz nach den Bedürfnissen des Regimes.
,,Man hat ab 1933 mehrere sogenannte Bettlerrazzien gemacht, das heißt zum einen, der größte Teil wahrscheinlich der sogenannten Asozialen setzt sich aus einem Kreis von Wohlfahrtsempfängern, Alkoholikern auch, Menschen, die am Rande der Gesellschaft sozial leben, zusammen, und das ist der Beginn der Asozialenverfolgung 1933. Das verändert sich aber sehr stark."
Später kamen Menschen hinzu, die gegen das Gesetz verstoßen hatten. Gelegenheitsverbrecher, Zuhälter oder auch Frauen, denen man Prostitution vorwarf. Dazu kamen Wanderarbeiter, Sinti und Roma und Erwerbslose, die man als arbeitsscheu bezeichnete. (...)
https://www.deutschlandfunk.de/asoziale-im-nationalsozialismus-die-letzten-vergessenen-100.html

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