Was wird sein in sieben Jahren...

Begonnen von Strombolli, 15:51:57 So. 25.November 2012

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Strombolli

Zunächst, ich habe nicht getrunken oder stehe anderweitig unter Dogen. - Ich mache mir Sorgen. Angesichts der Schlagzeilen, die uns die bürgerlichen Hofschranzen in ihrer unbedarften Selbstverliebtheit täglich herzaubern, habe ich wirklich schlimme Sorgen um die Zukunft. Opfert die Finanzwelt wirklich in ihrer Gier nach global optimiertem Profit die Mehrheit der Menschen in den ehemaligen Kerngebieten Europa und USA?

Lassen sich wirklich alle industriellen Prozesse in Länder exportieren, die höhere Wachstumsraten als die USA oder Europa haben? Wenn dann im Expansionswahn bestimmte Rechnungen nicht aufgehen (Stahlwerk in Brasilien o.a.) Weiterziehen oder "Gesundschrumpfen". Die Umwelt ist dort kaputt. Verbrannte Erde überall da wo der Kapitalismus wütete.

Ist China nicht irgendwann überfordert, Werkbank der Welt zu sein? Wie lange ist China noch profitabel? Wie soll man die neuen Abhängigkeiten bewerten? Was passiert mit den Menschen in den vormaligen Zentren des Kapitalismus? "Unternehmen wie Renault sind international nicht wettbewerbsfähig." vermeldet die ARD. Der Dacia Sandero aus Rumänien stärkt die Konzernbilanz. Und die Franzosen gehen stempeln? Das kann es doch nicht sein. Nur ein Beispiel von vielen.

Sind wir wirklich in einer Situation des großen Umbruchs und wenn ja, wie lange dauert er? Verkraften die Europäer, die europäischen Arbeiter ihren Abstieg? Und wie passen da die Einwanderungszahlen nach Kern-Europa dazu, also der Menschen aus den geschundeten europäischen Balkanregionen oder gar vom afrikanischen Kontinent?

Natürlich weiß ich, dass das Schüren von Ängsten wesentlicher Bestandteil des Machterhalts ist. In dieses Horn will ich aber gar nicht tuten. Es geht mir darum Zusammenhänge aufzuzeigen, Konsequenzen die entstehen, wenn die eine oder andere Entwicklung so oder so verläuft.

Meine Frage nun: Treiben euch ähnliche Befürchtungen, komplexe Gedanken um, oder sollte ich mich mal wieder gründlich untersuchen lassen?
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

Tiefrot

Na schön, laß mich mal *versuchen*, darauf ein paar halbwegs sortierte Antworten zu geben:
ZitatOpfert die Finanzwelt wirklich in ihrer Gier nach global optimiertem Profit die Mehrheit der Menschen in den ehemaligen Kerngebieten Europa und USA?
Eindeutig ja.
Am liebsten hätten die Unternehmen natürlich ihre Leute zum Nulltarif.
Da es diesen aber nicht gibt, gehen die da hin, wo es am billigsten ist.
Die Erde ist jedoch endlich. Jeder will sein Stück vom Kuchen haben,
da machen auch Näherinnen in Bangladesh keine Ausnahme.
Dieser Prozess geht allerdings für mein Gefühl eine Ecke zu langsam.

ZitatLassen sich wirklich alle industriellen Prozesse in Länder exportieren,
die höhere Wachstumsraten als die USA oder Europa haben?
Ja. Kostet die nur ein paar müde Mausklicks.

ZitatIst China nicht irgendwann überfordert, Werkbank der Welt zu sein?
China hat jede Menge Platz und Menschen. Die haben noch lange nicht fertig.

ZitatWie lange ist China noch profitabel?
An China kann man schon das beobachten, was ich oben bereits gesagt habe.
Die dortigen Arbeiter wollen ihr Stück vom Kuchen, streiten auch dafür.
Die Unternehmen stimmen jetzt schon ein Riesengeheul darüber an, daß die
Profite in China schmaler werden. Marx läßt grüßen !  ;D
Zitat
Wie soll man die neuen Abhängigkeiten bewerten? Was passiert mit den Menschen in den vormaligen Zentren des Kapitalismus?
Du hast einen Vorgeschmack vor der Haustür.
Armut, Lohndumping, künftig noch sämtliche Varianten der Agenda 2010 weltweit verteilt..............
Zitat
"Unternehmen wie Renault sind international nicht wettbewerbsfähig." vermeldet die ARD.
Der Dacia Sandero aus Rumänien stärkt die Konzernbilanz.
Und die Franzosen gehen stempeln? Das kann es doch nicht sein. Nur ein Beispiel von vielen.
Siehe oben, zum Thema Arbeit zum Nulltarif.  ::)

Am Ende wird es den Geldsäcken nichts mehr nützen, wenn die billig produzieren können,
aber keiner mehr kaufen kann.
So wird sich die Geldwirtschaft immer weiter in den virtuellen Bereich verlagern.
Anfänge sind ja schon zu sehen. Das Ganze hat nur einen Nachteil: Geld kann man nicht essen.  >:D
Die Frage, ob es einen Gegenwert für diese Massen an Geld gibt, stellt sich ohnehin keiner.
Das Casino kann auf diese Art noch lange funktionieren.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Strombolli

Zitat von: Tiefrot am 16:22:02 So. 25.November 2012
Na schön, ...

Danke, dass Du dich erbarmst. Ja, in der realen Welt will sowas (ausser meine Frau und Teile meiner Familie) keiner diskutieren. Verschliessen lieber die Augen und leben den Moment.

Zitat von: Tiefrot am 16:22:02 So. 25.November 2012
Das Casino kann auf diese Art noch lange funktionieren.

Das hoffe ich angesichts der vielen Menschen, die hinten runterfallen eben nicht.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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Tiefrot

ZitatDanke, dass Du dich erbarmst. Ja, in der realen Welt will sowas (ausser meine Frau und Teile meiner Familie) keiner diskutieren. Verschliessen lieber die Augen und leben den Moment.
Mensch lebt nicht ewig. Ist also naheliegend.  ;)
ZitatDas hoffe ich angesichts der vielen Menschen, die hinten runterfallen eben nicht.
Leider falsch gehofft.
Das Casino lebt von Zahlen, nicht von Menschen.
Je weniger Menschen da sind, desto leichter lebt es sich fürs Casino.
Bis am Ende einer alles hat. So funzt Kapitalismus.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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Strombolli

Entschuldigung, aber jetzt muß ich wieder drastisch werden: Dann kann derjenige sich dann selber f****! Was für eine armselige Perspektive.
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Tiefrot

Diese Perspektive ist nur deshalb so armselig, weil sich
keine nennenswerte Gegenkraft bildet.  kotz
Was eine Alternative bieten kann, ist unter sich völlig zerstritten,
bzw. findet keinen Weg in die Masse. Schon bedingt durch dumme Vorurteile nicht !
Erschwerend kommt hinzu, daß praktisch nur noch übers Net kommuniziert wird.
Und wer außer wirklich Interessierten sucht in den Untiefen des Netzes nach Info ?

Keine Menschenseele !


Fressenbuch ist ja wichtiger.    kotz
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Rudolf Rocker

Zitat von: Tiefrot am 17:27:55 So. 25.November 2012
Diese Perspektive ist nur deshalb so armselig, weil sich
keine nennenswerte Gegenkraft bildet.  kotz
Was eine Alternative bieten kann, ist unter sich völlig zerstritten,
bzw. findet keinen Weg in die Masse. Schon bedingt durch dumme Vorurteile nicht !
Erschwerend kommt hinzu, daß praktisch nur noch übers Net kommuniziert wird.
Und wer außer wirklich Interessierten sucht in den Untiefen des Netzes nach Info ?

Keine Menschenseele !


Fressenbuch ist ja wichtiger.    kotz

Ja, das mag ja hier so sein!
In anderen Ländern gibt es da vielleicht ein bißchen mehr Hoffnung!

Strombolli

Mich durchfährt gerade der Gedanke, dass, wenn ich bei meinen Gelegenheiten zu real-life-Begegnungen mehr Zeit für Menschen aufbringen könnte, durchaus nette und konstruktive Gespräche herauskommen könnten. Allein diese Begegnungen beschränken sich aufgrund meiner HartzIV Finanzsituation
auf wenige Tage im Monat.

Schon zahlreiche fremde Menschen habe ich kennengelernt und wiedergesehen. Mit ihnen konnte ich mich prächtig und konstruktiv unterhalten und ich muss sagen, diese Kommunikation fehlt mir in meiner eingeigelten ALGII-Welt. Mir wird immer klarer, dass dies eine gewollte Situation der Entsolidarisierung ist und das das Netz keine wirkliche Alternative ist.
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Tiefrot

Natürlich ist es das nicht.
Aber ich beobachte auch, daß Leute (oder eher Parteien),
die Alternativen zum Thema haben, sich auch verkriechen.
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ProgressiveProletarian

Zitat von: Tiefrot am 18:49:53 So. 25.November 2012
Natürlich ist es das nicht.
Aber ich beobachte auch, daß Leute (oder eher Parteien),
die Alternativen zum Thema haben, sich auch verkriechen.

Ist das ein Wunder? Schließlich hängt die Organisation und die Arbeit immer an sehr Wenigen. Wenn dann mehr Skepsis als Unterstützung selbst von sich links definierenden Personen, Parteien und Institutionen, oder gar keine Antwort kommt, kann Mensch auch seinen Hobbies nachgehen, ist entspannter und weniger frustrierend.

Ich habe die Erfahrung gerade erst hinter mir, sicherlich werde ich "dumm" genug sein, wieder aufzustehen und weiter zu machen, gerade auch im Wahljahr. Dennoch ist es schlicht traurig, wenn so wenige so viel stemmen müsse und auch gegenseitig kaum Solidarität da ist.   
IOPS ist eine klassenlose, globale Graswurzelbewegung auf Basis selbstverwalteter, lokaler Gruppen.

http://www.iopsociety.org/de

Strombolli

Die Grenzen des Wachstums... ... ein lesenswerter Artikel im SPON. Und sie haben nichts begriffen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Was ich in meinem bürgerlichen Elfenbeinturm des Gutverdienens nicht erlebe, das gibt es nicht.

Wenn ich die Kommentare meiner Mitmenschen zu diesem Thema lese (Tenor: Nach mir die Sintflut!; passend zur CDU-Denke!) kann ich nur noch kotzen, mich angewidert abwenden oder eben zur Freundin Kalashnikow greifen. Jetzt bekennen sich sogar einige auf französisch zu "Nach mir die Sintflut": apres moi le deluge

Scheissegal was nach uns kommt, die früher haben auch nicht an uns gedacht, lasst uns feiern, saufen, fi****, die Synapsen zu unserem Wohlergehn knapsen ... egal ob es jemand andern schlecht geht oder er gerade ermordet oder verhungert wird. - Bäh, zu was für einer gewissenlose Bande viele Menschen doch verkommen sind.

Dabei frage ich mich dann ob nicht genau das mit solchen Artikel bezweckt werden soll:

Depression und Lähmung der Bevölkerung
Entsoldidarisierung und Isolation
Eskalation, Terror den man dann maßregeln kann und zur Abschreckung, Schüren von Ängsten nutzen kann (um das System zu stabilisieren)

Auf subtile Form "Fresse halten, mitmachen" durchsetzen, wozu noch SS brutale Gewalt und Stasi Gefängnisschikane gebraucht haben.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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admin

Ich habe diesen Strang ausgebuddelt, da Strombi vor 7 Jahren gefragt hat, wie es wohl in 7 Jahren aussehen würde.

Tiefrot

Danke dir fürs Ausbuddeln.

Tscha, was hat sich getan ? Wenig Gutes, würde ich aus dem Stand sagen.
Aber es regt sich Protest. Daraus kann immer was werden.
Dies wird aber -wie immer- die Zukunft zeigen.  ::)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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Troll

Alles angestoßene ist weiter seinen destruktiven Gang gegangen, so gesehen 7+ Jahre erfolgreich auf der Überholspur.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

BGS

Für uns Ausgebeutete hat sich höchstens in Einzelfällen etwas verbessert, leider.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

Der Glaube, daß dieses System es schon richten wird und daß es immerwährend ist, ist derweil futsch.
Das ist gut so.

Troll

Schon, die Aggression mit der dieses kaputte System politisch trotzdem verteidigt und weiter vorangetrieben wird ist unbegreiflich, sie reiten tatsächlich das erwiesenermaßen tote Pferd.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Onkel Tom

Jo, die letzen 7 Jahre habe ich so erlebt, das der Druck und Entsolidarisierung sowie der
Vereinzelung massiv voran getrieben wurde. Um diese Einwirkungen zu zementieren,
beziehungsweise zu festigen, runden die verschärfungen zu Polizeigesetzen, Anti-Terrorwahn
und Hetzereien auf Minderheiten, die Bevölkerung unter Angst und Kontrolle zu halten ab.

Dies führt bei mir zur Erkenntnis, das Machthabende vor nix größeres Schiss haben als Aufruhr.

Unmut und Vertrauensverlusste vor der Regierung in D von Seiten der Wählerschaft machen es ja
deutlich.. Popolistischer Nutznießer daraus die AfD, die noch viel bösartigere Pläne in ihren
Schubladen haben und den Wähler wie bald zu schlachtende Schafe derzeitig um den Finger
wickeln..

Das derzeitig berittene "Systempferd" ist noch nicht tot.. Schaut aber so aus, das es nach einem
Regierungswechsel und damit verbundender aufstandsähnlicher Proteste stirbt und daraus
möglicherweise der 3.Weltkrieg entflammt.. In diesen globalisierten Zeiten, müssen wir uns wohl
auf den ganz großen Knall einstellen.. Der nächste Krieg zwichen arm und reich hat in der Meinungs-
mache der Medien und Politscene schon begonnen. Wann die Waffen anfangen zu sprechen, kann
ich noch nicht einschätzen, glaube jedoch, das die "Türkei-Problematik" und das erstarken faschistoider
Gruppen und Parteien dies auslösen..

Scheiß Gefühl, was ich anbei schiebe, das der nächste Krieg immer rasannter auf uns zukommt..  :(
Ob das "Systempferd" weitere 7 Jahre überlebt, da habe ich große Zweifel.. Könnte also schon in
einer Handvoll Jahren schon passieren, das Europaweit Krigszustand herrscht.

Mir wäre Systemwechsel in eine Richtung zu mehr Menschlichkeit statt Geld Geld und nochmals Geld
auch lieber aber habe jegliche Hoffnung darin verloren, das es auf friedlicher Weise möglich ist.
Die Menscheit deziniert sich anbei selbst und dann käme eine erneute Runde des Kapitalismus, so wie
es nach dem Ende des 2.Weltkrieg geschah.. Kapitalismus lebt von dem Wechsel von Zerstörung und
Wiederaufbau..

Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Anfang der 80er war ich überzeugt davon, daß es maximal 10 Jahre dauert, bis das Land vollständig totalitär regiert wird und nochmal rund ein Jahrzeht, bis die Erde weitgehend unbewohnbar geworden ist, sei es durch einen ökoligische Kollaps oder einen globalen Krieg (bzw. beides).

Man ahnte ja nicht, daß die Mauer fallen würde und der Kapitalismus sich weiter in Richtung Osten ausdehnen könnte und damit das Lebenselixier "Wachstum" behielt. Nun ist er bis zum Chinesischen Meer durchmarschiert. Jetzt schwappen sie von dort zurück, die Krisen und die Aufstände.

Der Kapitalismus weiß, daß jetzt nichts mehr mit Sozialarbeit, sozialen Wohltaten und Konsum befriedet werden kann. Man kehrt zurück zu den altbekannten Mitteln. Überwachung und Repression. Polizeistaat und Krieg.

Wir sollten es aber auch als Chance sehen: Die herrschende Klasse weiß, daß sie die ideologische Schlacht verlorenen hat. Sie weiß, daß nichts für ewig besteht, daß die eigene Macht auf tönernen Füßen steht.

Ich bin ziemlich genervt, daß wir uns weigern, allein an die Möglichkeit zu denken, daß diese Herrschaftssysteme nicht aufrechtzuerhalten sind.

In der halben arabischen Welt boxt der Papst. In Hongkong geht die Wutz ab. Frankreich steht vor den nächsten Massenprotesten. In Lateinamerika brodelt es.

Warum fangen wir nicht mal an, uns Gedanken zu machen, wie eine Welt ohne Kapitalismus aussehen könnte. Warum machen wir uns nicht Gedanken, wie man eine Konterrevolution zurückschlägt? Warum sind wir so denkfaul und reden uns ein, die herrschenden Verhältnisse blieben für immer? Das bleiben sie nicht!

Warum sind wir so feige und nicht einmal mehr in der Lage zu träumen, herumzuspinnen? Nichts wird so bleiben wie es war!

Die Herrschenden machen sich Gedanken, sie waren vorbereitet, als die Mauer fiel, bei der Erstürmung der Stasizentrale war bereits die CIA an vorderster Front dabei und ließ die Akten gleich in die USA schaffen.

Wir leben in bewegten Zeiten. Wir sollten auch mal unsere Gedanken bewegen und uns anderes vorstellen, als das was ist. Wir sollten keine Angst haben vor unserer Phantasie und vor Alternativen zur herrschenden Scheiße.

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