Hirnwäsche, Propaganda & Zensur - Das Abrutschen des jounalistischen Mainstreams

Begonnen von Kuddel, 13:31:07 Mi. 22.Dezember 2010

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Onkel Tom

Zitat von: Kuddel am 14:01:36 Di. 22.Juli 2025Die Aktion vom Zentrum für Politische Schönheit zum TV Interview von Alice Weidel dürfte jeder mitbekommen haben.
Ja, das war doch ein Genuss. Deren Lautsprecher-Bus ist ja cool  :)

Zu den Reaktionen der Medien frage ich mich, ob da der Virus "Göbbelschnauzenverhalten" ausgebrochen ist ?
"Herr Jornalist ! Ihr Auftrag ist, jeglichen Protest zum Ereignis in ihren Zeilen zu diffamieren!"

Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Entpolitisierung und Vereinzelung passieren nicht einfach so, sondern sind ein politisches Programm.

Margret Thatcher hat es klar formuliert:
"So etwas wie die Gesellschaft gibt es nicht. Es gibt nur einzelne Männer und Frauen und es gibt Familen."

Es werden Klassenverhältnisse verschwiegen. Es wird nur noch der Einzelne gesehen und das Oben und Unten ignoriert. Es wird nicht nur ignoriert, sondern es werden alle kollektiven Strukturen, die der sozialen Notwehr oder einem Kampf dienen können, zerschlagen.

Die heutigen Medien, egal zu welchem Medienhaus/Medienmogul sie gehören mögen, haben ihre Beiträge auf eine totale Individualistische Sichtweise gepolt. Man horcht in sich hinein, sieht noch bestenfalls familiäre und partnerschaftliche Strukturen, es geht um individuelles Glück und um Seelenpein, Ernährung, Krankheit, Freizeitbeschäftigung. Karriere und Ängste. Was bleibt, sind die Verlorenheit des Einzelnen und die Angst in der Welt, in der Gesellschaft. Da werden Therapeuten nur wenig ausrichten können.

Daß wirklich alle großen Medien so stark auf die Individualisierung geschwenkt haben, ist überdeutlich und meiner Meinung nach zu wenig diskutiert.

Nur mal kurz und zufällig zusammengestellt:

Kontaktabbruch zu den Eltern: Was Sie jetzt tun können - Stern
,,Mentale Gesundheit entscheidet sich im Kindes- und Jugendalter" - Süddeutsche
"Wir haben kaum Einfluss darauf, wie viele Kalorien wir verbrennen" - Zeit
»Klettern ist wie Yoga am Berg« - Stern
7 magische Dinge, die mit uns passieren, wenn wir uns öffnen - Brigitte
Sauer auf die Kollegen? Gut so! - Manager Magazin
Wie man einen Ort zu seinem Zuhause macht - Süddeutsche
Sind Mütter mit Jungen nachsichtiger? - Süddeutsche
Warum wir so gerne lästern – und es uns sogar guttut - Brigitte
Erholungsurlaub: Na, erholt? - Zeit
Belastende Gefühle zulassen: Alles fühlen, was da ist - Psycholgie Heute
Zwischen Daten und Bauchgefühl: Wie Führungskräfte ihre Intuition stärken - Manager Magazin
4 Fragen, die bei einer Sinnkrise helfen können - Brigitte
Mama, bin ich ein Klotz an deinem Bein? - Zeit

Und so weiter.

Komme mir vor wie bei Dr.Sommer von der Bravo.

Ich halte das eben nicht nur für Füllstoff schlechtgemachter Medienprodukte, sondern man begleitet gesellschaftliche Trends und treibt sie bewußt voran.

Kuddel

Der Sport der Rechten ist ja, die politischen Grenzen zu verschieben und die politische Orientierung auf den Kopf zu stellen.

Rechte bis rechtsradikale Medien nennen sie "konservativ" und den politisch verblödeten bis nach rechts tendierenden Mainstreammedien attestieren sie eine "linke" bis "linksradikale" Haltung.

Eine andere Einordnung:

https://x.com/NurderK/status/1980938156271939631

Nikita

Es ist einfach die Medienlandschaft insgesamt zu verteufeln. Sie hat auch gute Redaktionen, die reflektiert sind und sich fortlaufend Gedanken darüber machen, wie sie berichten. Diese redaktionen haben Unterstützung verdient.
Ein Beispiel sei hier gezeigt. Ich würde es nicht als Interview des Jahres bezeichen. Aber es ist ein gutes Interview.

https://www.ardmediathek.de/tv-programm/69021e204be0aa071380586b

Wolfram Weimer bei ttt
Das Interview des Jahres 2025

In der ersten Sendung des neuen ARD-Formats ,,ttt-talk" stellte die Moderatorin Siham El-Maimouni dem Medienminister Weimer Fragen. Und zwar die richtigen!

https://taz.de/Wolfram-Weimer-bei-ttt/!6134500/


Kuddel

Ich denke, wir sind uns da einig.
Ich schätze guten Journalismus, doch ich finde ihn kaum.
Hin und wieder findet man ihn auch bei den Öffentlich Rechtlichen.
Daß Wolfram Weimer bei ttt war so ein Fall. Das war solider Journalismus. Siham El-Maimouni hat völlig entspannt die richtigen Fragen gestellt und ließ sich nicht aufs Glatteis führen. Da nützte es nichts, daß der Bundeskulturminister ein Medienprofi und gut vorbereitet war. Er wollte sich einfach damit herausreden, er könne ja gar nicht rechts sein, da er von der AfD angefeindet wurde. Sie legte nach und sprach ihn darauf an, daß er mit den klassich anti-woken Ressentiments an die Öffentlichkeit gegangen ist. Sie hat auch nachgehakt, bei seinem Geschäftsmodell, mit Ludwig-Erhard-Gipfel gegen Geld Kontakte mit hochrangigen Politikern zu vermitteln ein fragwürdiges Geschäftsmodell zu betreiben. Er sah das Problem damit erledigt, das Unternehmen abgegeben zu haben, er habe da jetzt keinerlei Einfluß mehr drauf. Die Moderatorin wies darauf hin, daß es jetzt von seiner Frau geleitet werde. Seine Antwort, "Wollen sie ihr jetzt ein Berufsverbot erteilen?" ließ ihn nicht gut dastehen. Es hat Spaß gemacht, einer gut vorbereiteten Journalistin bei der Arbeit zuzusehen.

So sollte Fernsehen immer sein. Da sagtest selbst, du würdest es nicht als Interview des Jahres bezeichen, aber es war schon eine Ausnahme.

Ich halte es für problematisch, daß viele Sendungen einfach so lieblos und schlecht vorbereitet produziert werden und in den Zeiten des politischen Rechtsrucks halte ich den rechtsoffenen Journalismus, der nicht selten anzutreffen ist, für eine absolute Katastrophe.

https://bsky.app/profile/ardenthistorian.bsky.social/post/3ma3zldfz5k2e

Kuddel

Eine Anmerkung zum Posting der Journalistin Annika Brockschmidt.

Nicht jedem wird der Name Constantin Schreiber ein Begriff sein. Er ist ein weiteres Beispiel dafür, nach welchen politischen Kriterien Moderatorenposten beim Öffentlich Rechtlichen Fernsehen besetzt werden. Paßt zu folgenden Neueinstellungen:

Titel Tesen Temperamente ttt war mal ein halbwegs vernünftiges Kulturmagazin. Man wollte es mit einem neuen Moderatorer verjüngen mit einem optisch irgendwie hippen Social Media Typen, Thilo Mischke, da sind die weniger glanzvollen Stufen auf seiner Karriereleiter mit Bild am Sonntag, Stern und Focus auch egal. Sein Markenzeichen ist eher seine knackige zeitgeistige Männlichkeit, die ihm bereits Jobs bei GQ, Playboy, NEON, Penthouse einbrachte und eine monatliche Sexkolumne für den Deutschlandteil des Magazins Prinz. Ein besonderer Knaller: sein Buch In 80 Frauen um die Welt – nachdem er angeblich mit Freunden eine Wette abgeschlossen hatte, auf einer Weltreise mit 80 Frauen zu schlafen. 2012 wurde auf ProSieben die Dokumentation Unter fremden Decken – Auf der Suche nach dem besten Sex der Welt mit ihm ausgestrahlt. Im November 2013 folgte die Fortsetzung Unter fremden Decken 2 – Auf der Suche nach dem besten Sex der Welt.
Es kommt noch schlimmer: Er behauptete, der Urmensch sei ausgestorben, weil er ,,zu zärtlich" zu Frauen gewesen sei, und der heutige Homo sapiens habe im Gegensatz zum Urmenschen überlebt, weil er Frauen vergewaltigt habe.

Es folgte ein derartiger Sturm der Entrüstung, daß der Sender sich gezwungen sah, diese Besetzung rückgängig zu machen. Man blieb ansonsten auf Kurs, auf Rechtskurs.

Mit Julia Ruhs "Klar" hat man es gleich mit einem komplett rechten Format versucht und hat es da auch übertrieben. Die Sendung "Migration: Was falsch läuft" war Klartext, die Panoramajournalistin erklärte, die Sendung Klar sei ,,ein bisschen rechtsextrem", die NGO Neue deutsche Medienmacher*innen erhob den Vorwurf, dass Klar keine faktenbasierte, differenzierte und lösungsorientierte Berichterstattung biete und Böhmermann nannte es schlicht "rechtspopulistischen Quatsch".
Etwa 250 NDR-Mitarbeiter distanzierten sich in einem internen Brief vom Inhalt der Sendung, die ,,zu einem Generalverdacht gegenüber migrantisch gelesenen Menschen beitrage". Weiter hieß es: ,,[ I]n unseren Augen [verletzte die Sendung] eine Reihe von Grundsätzen unserer journalistischen Arbeit und kommt unserem öffentlich-rechtlichen Auftrag gemäß NDR-Staatsvertrag nicht nach."

NDR verzichtet künftig auf Julia Ruhs als Moderatorin von "Klar", doch beim BR kann sie weitermachen wie bisher. Dieser kleine Sieg kann nicht wirklich genossen werden, denn der NDR nominierte Ex-"Bild"-Chefin Tanit Koch als Nachfolgerin.

Und dann noch dieser Constantin Schreiber, der aussieht wie aus einem Castingkatalog von Fox-News. Sowas soll er wohl auch darstellen, Moderator, äh, Anchorman der großen, seriösen Nachrichten. Er war überall dabei, die Tagesschau, Tagesthemen, Zapp, er mimt auch den Kenner der Arabischen Welt und war Medienberater zum Thema Naher Osten im Auswärtigen Amt.

Ich denke, man kann ihn anhand seiner Bücher ,,Inside Islam", ,,Moscheereport",,,Kinder des Koran" und ,,Die Kandidatin" guten Gewissens als islamhassenden, rechten Hetzer bezeichnen. Hier noch ein paar kurze Infos zu besagten Schriften: ,,Inside Islam": Der Journalist Daniel wirft Bax Schreiber vor, sich seinem Gegenstand wie ein ,,Ethnologe aus der Kolonialzeit [zu nähern], der einem vermeintlich wilden und gefährlichen Indianerstamm nachspürt", und nannte seine Beschreibung der Moscheen und des Islam ,,exotisierend". Schreiber zeige zudem fehlende Sorgfalt und Sachkenntnis. Ein früherer Mitarbeiter des Hamburger Verfassungsschutzes kritisierte öffentlich, dass in Inside Islam die Gefahr übertrieben werde, die von Moscheen ausginge. "Moscheereport": Johanna Pink, Professorin an der Universität Freiburg, kritisiert in einem Brief an die zuständigen Chefredakteure die Sendung Moscheereport. Diese sei verzerrend, einseitig, fehlerhaft und enthalte Übersetzungsfehler. "Kinder des Islam": Das Online-Nachrichtenmagazin dis:orient  warf dem Autor unter anderem methodische Schwächen bei der Auswahl und Übersetzung der Schulbücher, unzutreffende Verallgemeinerungen der unterschiedlichen muslimischen Gesellschaften in den Herkunftsländern und in Europa sowie Argumentationshilfe für rechtsextreme Diskurse vor. "Die Kandidatin": Stefan Weidner, Übersetzer und Islamwissenschaftler, ist der Meinung, der Roman Die Kandidatin könne nur als ein ,,reaktionäres Manifest" verstanden werden. ,,[H]inter der Fiktion verbirgt sich wenig mehr als ein rechtspopulistisches Pamphlet mit altbekannten Feindbildern: dem Islam und den Muslimen, den ,Linken' sowie allen, die mit ethnischer, religiöser oder sexueller Vielfalt kein Problem haben und diese verteidigen möchten."

Dieser Typ hat mit seiner rechtsradikalen Haltung Karriere gemacht und hat damit seinen Job beim öffentlich rechtlichen Fernsehen bekommen. Er ist nicht wegen eines öffentlichen Proteststurms gefeuert worden, sondern er wurde vom Springer Konzern abgeworben. Da verdient er jetzt noch besser.

dagobert

ZitatDer Deutsche Presserat hat die Springer-Zeitung DIE WELT für ihre Berichterstattung über Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gerügt. Damit reagierte er auf eine Beschwerde von uns. Da es ständig Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen gibt, ist das ein wichtiges politisches Signal.
weiterlesen:
https://www.lobbycontrol.de/aus-der-lobbywelt/presserat-ruege-irrefuehrende-berichterstattung-der-welt-ueber-ngos-123791/

siehe auch:
https://www.presserat.de/presse-nachrichten-details/mehrere-ruegen-fuer-nahost-berichterstattung.html
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

Kuddel

Jetzt mal ehrlich, die Rügen durch den Presserat sind doch komplett für'n Arsch. Sie bewirken nichts. Sie erzeugen null wirkungsvollen Druck.

Für schwere Verstöße gegen den vom Presserat festgelegten ,,Pressekodex" sollte es schmerzhafte Sanktionen, wie saftige Geldstrafen, geben.

Wenn es dreimal ernste Brüche des Kodexes, bzw. journalistischer Standards, gibt, muß der Laden dichtgemacht werden.

Der Springerkonzern sammelt die Rügen wie Trophäen und macht weiter wie gehabt.

Kuddel

Ich möchte Medien nicht pauschal bashen.

Es gibt immernoch gute Journalisten und hier und da die Möglichkeit, guten Journalismus zu verlöffentlichen.

Insgesamt muß aber alles schneller und billiger produziert werden. Beiträge sollen auch nicht mehr so ausführlich sein, Fastfoodjournalismus ist angesagt.

Es gibt aber auch einen Haufen Journalismus, der ist nicht auf einem Zeit- und Preisdruck heraus schlecht geworden, sondern absichtlich. Dieser Journalismus erfüllt eine Aufgabe. Ich meine nicht die dauerbösartigen Medien wie BILD, NIUS oder WELT, ich meine Medien, die noch einen guten Ruf genießen wie die Tagesschau oder die Süddeutsche.

Wenn es um den Ukrainekrieg oder den Israel-Palästinakonflikt geht, dann ist Schluß mit der Seriosität. Es ist wichtig, das zu wissen.

Der Journalist Fabian Goldmann hat sich mit der Berichterstattung zum Nahostkonflikt beschäftigt:
ZitatWie in kaum einem anderen Land haben Medien in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 die tödliche Realität in der Region verharmlost, gerechtfertigt oder gleich ganz verschwiegen. Welche Methoden Tagesschau, BILD, Spiegel, taz und Co. dabei angewandt haben und wie aus gut ausgebildeten Journalisten Propagandisten eines Genozids werden konnten, zeigt diese Untersuchung. Anhand eigens erhobener Daten und sorgsamer Recherchen liefert das Buch die Anatomie eines Systemversagens irgendwo zwischen Stereotypen, Selbstzensur und Staatsräson.

Als Journalist hat Fabian Goldmann aus dem und über den Nahen Osten berichtet, als Islamwissenschaftler die Wirkung orientalistischer und rassistischer Weltbilder untersucht und als Medienkritiker stereotype und diskriminierende Berichterstattung offengelegt. Mit diesem Buch bringt er all das zusammen.
https://manifest-buecher.de/produkt/staatsraesonfunk/

https://x.com/goldi/status/2021661326163227093?s=20

Kuddel

Manchmal habe ich das Gefühl, man hält meine Medienkritik für überzogen.
Ich bin aber überzeugt davon, daß die allgemeine politische Verwirrung und der Rechtsruck in einem direkten Zusammenhang mit dem Zustand der Medien stehen.

Ich freue mich, wenn meine Sichtweise Bestätigung findet.

Zitatappell2026.
Appell für einen demokratischen und humanistischen Diskurs in den Medien

Mit Unverständnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Redaktion der Talkshow ,,Caren Miosga" ihre aktuelle Ausgabe in der vergangenen Woche unter dem Titel ,,Ist Trump ein Vorbild für Deutschland, Herr Chrupalla?" ankündigte.

Die Fragestellung und die Wahl des Gesprächspartners sind Ausdruck einer weiteren Normalisierung extrem rechter, autoritärer, demokratie- und menschenfeindlicher Positionen, die derzeit nicht nur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stattfindet.

(...)
Bedrohung der Pressefreiheit

Caren Miosga nutzt mit der Fragestellung und der Wahl ihres Gastes eine von Rundfunkbeiträgen finanzierte Plattform, um Akteuren und Ideologien eine Bühne zu bieten, die im Falle eines Wahlsieges nicht zögern dürften, die Pressefreiheit erheblich einzuschränken oder abzuschaffen. Die AfD Sachsen-Anhalt fordert in ihrem Entwurf für ein Regierungsprogramm zur Landtagswahl in diesem Jahr unter anderem die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge und das Ende der Förderung des Freien Radiosenders Corax , letzteres wegen der angeblichen "perversen [...] Regenbogenideologie" in deren Programm. Entsprechende Angriffe sind in den USA bereits zu beobachten. Die Trump-Regierung diffamiert Journalist*Innen, verweigert unliebsamen Medien die Akkreditierung, ersetzt diese durch der MAGA-Bewegung nahe stehende rechte Propagandakanäle und streicht NPR und PBS staatliche Gelder, wodurch wichtige Lokalprogramme in ihrer Existenz bedroht werden.

Einschüchterung und Angriffe auf Journalist*Innen

Donald Trump ist ein verurteilter Sexualstraftäter, gegen den es eine Reihe weiterer Vorwürfe gibt und der immer wieder insbesondere durch herabwürdigende und entmenschlichende sexistische Angriffe auf Politiker*Innen und Journalist*Innen auffällt. Beispielsweise bezeichnete Trump die Bloomberg-Journalistin Catherine Lucey als "Piggy" sowie die CNN-Journalistin Kaitlan Collins als "stupid and nasty" – gezielte Einschüchterungsversuche, um insbesondere kritische Frauen verstummen zu lassen. Donald Trump bezeichnet kritische Medien als "Feinde des Volkes".

Fehlendes Problembewusstsein

Die Reaktion der "Caren Miosga"-Redaktion auf kritische Mails verdeutlicht noch einmal das fehlende Problembewusstsein. In Antwortmails an das Publikum heißt es, bei der AfD handele es sich um eine "Partei mit umstrittenen Positionen", es gehöre jedoch zum Programmauftrag, alle Positionen einem breiten Publikum zugänglich zu machen . Die Umschreibung "umstrittene Positionen" verharmlost jedoch den völkisch-autoritären und damit grundgesetzwidrigen Charakter der AfD.
(...)

Medien benötigen klare, verbindliche Leitlinien für den Umgang mit der extremen Rechten. Es braucht klare Kodizes zum Schutz demokratischer Grundwerte. Diese müssen deutlich machen, wo die Grenze der Toleranz gegenüber Intoleranz verläuft - und diese Grenze konsequent verteidigen, bevor sie überschritten wird.
https://appell2026.de/

Die Liste der Unterzeichner ist beeindruckend.


Kuddel

ZitatJavier Bardem, Tilda Swinton und Adam McKay sind unter 81 Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem die Berlinale für ihr ,,Schweigen" zu Gaza kritisiert wird: ,,Wir sind bestürzt"

Wir schreiben als Filmschaffende, die alle bereits an der Berlinale teilgenommen haben oder derzeit daran teilnehmen, und erwarten von den Institutionen unserer Branche, dass sie sich weigern, sich an der schrecklichen Gewalt zu beteiligen, die weiterhin gegen die Palästinenser ausgeübt wird. Wir sind bestürzt über die Beteiligung der Berlinale an der Zensur von Künstlern, die sich gegen den anhaltenden Völkermord Israels an den Palästinensern in Gaza und die Schlüsselrolle des deutschen Staates bei dessen Ermöglichen aussprechen. Wie das Palestine Film Institute festgestellt hat, hat das Festival ,,Filmemacher überwacht und sich gleichzeitig weiterhin zur Zusammenarbeit mit der Bundespolizei bei deren Ermittlungen verpflichtet".

Wir widersprechen entschieden der Aussage des Jurypräsidenten der Berlinale 2026, Wim Wenders, dass Filmemachen ,,das Gegenteil von Politik" sei. Man kann das eine nicht vom anderen trennen. Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass die vom deutschen Staat finanzierte Berlinale dazu beiträgt, das umzusetzen, was Irene Khan, die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung, kürzlich als Missbrauch drakonischer Gesetze durch Deutschland verurteilt hat, ,,um das Eintreten für palästinensische Rechte einzuschränken, die Beteiligung der Öffentlichkeit zu unterbinden und den Diskurs in Wissenschaft und Kunst einzuschränken".
https://variety.com/2026/film/global/javier-bardem-tilda-swinton-letter-berlinale-gaza-silence-1236665382/


Kuddel

Es wird gern argumentiert, man solle den Faschos von der AfD ruhig eine mediale Plattform geben, man könne sie dort ja journalistisch "entzaubern", argumentatitiv auseinandernehmen.

Wenn man dieses Argument ernst nimmt, bräuchte man jedoch Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und informiert sind. Doch solche Journalisten sind immer schwerer zu finden, egal ob bei den Öffentlich-Rechtlichen oder den großen Medienhäusern.

Egal ob die Atomkraft Propagandisten von der AfD oder von der CDU (von der Leyen) oder CSU (Söder) kommen, sie können unwidersprochen ihre Lügen in die Mikrophone blöken, die Atomenergie sei die billigste Energie und ihre Abschaffung hätte allein ideologische Gründe. Die Journalisten haben keinen blassen Schimmer und könnten es so einfach als Unwahrheit entlarven, wenn sie sich nur ein wenig vorbereitet und informiert hätten.

Es war auch vor kurzem ein israelischer Propagandist im DLF Studio. Er konnte die ganze Zeit dreist behaupten, der Angriff auf den Iran sei ein Akt israelischer Selbstverteidigung, da der Iran den israelischen Staat vernichten wolle. Es ist genauso die Unwahrheit, wie seinerzeit die Massenvernichtungswaffen des Iraks. Auch hier wäre es leicht gewesen, diese Propagandalüge (das Video ist 17 Jahre alt) zu widerlegen, wenn man sich nur die Mühe gemacht hätte, sich vorher zu informieren.

Journalisten haben eigentlich die Aufgabe, die Menschen zu informieren und sollten dabei eine kritische Distanz zu Staat und Wirtschaft haben.

Davon kann in diesen Zeiten nur träumen. Insbesondere in Kriegszeiten wird jeglicher journalistischer Ethos über Bord geworfen. Wes' Brot ich eß', des Lied ich sing.

Tiefrot

ZitatEs wird gern argumentiert, man solle den Faschos von der AfD ruhig eine mediale Plattform geben, man könne sie dort ja journalistisch "entzaubern", argumentatitiv auseinandernehmen.
Völligen Blödsinn argumentativ zerlegen? Das hat bisher keiner gebacken gekriegt.
Mit Dumm gegen Dümmer wird das auch nix.

ZitatWenn man dieses Argument ernst nimmt, bräuchte man jedoch Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und informiert sind. Doch solche Journalisten sind immer schwerer zu finden, egal ob bei den Öffentlich-Rechtlichen oder den großen Medienhäusern.
Du sagst es. Außerdem wirst du eine sinnvolle Diskussion (so die mit diesen AfD Birnen
überhaupt möglich ist) keinem hirnfrittierten TokTok-Publikum anbieten können.
Erstens, weil länger als 15 Sekunden und weils eine gewisse Bildung voraussetzt.

ZitatDie Journalisten haben keinen blassen Schimmer und könnten es so einfach als Unwahrheit entlarven, wenn sie sich nur ein wenig vorbereitet und informiert hätten.
Lässt sich wohl kaum bewerkstelligen, wenn alles schnell schnell, billig billig sein muß.

ZitatJournalisten haben eigentlich die Aufgabe, die Menschen zu informieren und sollten dabei eine kritische Distanz zu Staat und Wirtschaft haben.
Eigentlich. Ja. Journalisten haben in der Realität aber Profit einzutragen,
Spekulanten zu füttern und Propaganda zu verbreiten. Mehr nicht.  :Q
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

counselor

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

ZitatDie Lügengeschichte hinter dem dreisten "Bürgergeldinfluencer"
Yannis B. (26) aus Hannover inxzeniert sich auf Tiktok als fröhlicher Sozialschmarotzer. Mehrere Medien berichteten über ihn, zuletzt besuchte ihn Paul Ronzheimer für eine Sat.1-Doku. Doch dann kam heraus: B. hat nie Bürgergeld empfangen.
https://www.kn-online.de/panorama/vorbild-arno-duebel-der-abstruse-fall-des-yannis-b-warum-erfand-der-falsche-arbeitslose-eine-UPS3I6L24FGZJF52PEZCOMSLT4.html

Die BILD berichtete folgendes:
ZitatAuf TikTok protzt er damit, Deutschlands ,,Arbeitsloser des Jahres" zu sein. Seine Videos haben bis zu 400.000 Abrufe. Auf ARD und ZDF erzählte Yannis B. bereits 2025, wie er auf Staatskosten vom Bürgergeld lebt – und vor kurzem auch in der Sat.1-Reportage ,,Ronzheimer – Wie geht's, Deutschland?". Jetzt sind Sat.1 und die verantwortliche Produktionsfirma i&u mit einem Statement an die Öffentlichkeit gegangen, dem zufolge Yannis B. die Unwahrheit gesagt habe. Gemeinsam prüfe man rechtliche Schritte.
https://www.bild.de/politik/er-sagte-die-unwahrheit-bei-ard-zdf-und-sat-1-sender-prueft-rechtliche-schritte-gegen-yannis-b-69a97cabcd44b1ca5e1b94f2

Nicht nur der Dreckssender Sat 1 hat diese Lügen verbreitet, sondern auch ARD und ZDF. Und man überlegt sich rechtliche Schritte einzuleiten? Gegen sich selbst?? Diese Qualitätsmedien halten nicht einmal die simpelsten journalistischen Standards ein. Wenn jemand Lügen erzählt veröffentlicht man sie ungeprüft, so lange sie das beinhalten, was man hören will.

Man sollte ihnen die Sendelizenzen entziehen!

BGS

Es scheint ein grosses Interesse daran zu bestehen die ganzen Ausgebeuteten pausenlos zu verwirren, irgendwie beschäftigt zu halten und zu noch weiter entzweien. Mit allen Mitteln.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

Jeden morgen, bei meiner ersten Tasse Kaffee, besuche ich eine Reihe Mainstreammedien, um mitzubekommen, was in der Welt los ist. Dazu gehören Spiegel, Süddeutsche, Handelsblatt und Zeit.

Ich erwarte ja nicht, daß sie außerordentlich investigativ oder gar systemkritisch sind. Ich möchte nur über wichtige Entwicklungen informiert sein. Doch diese Medien werden immer trashiger und ekliger.

Sie folgen ständig bekloppteren Trends, selbst die Überschriften werden immer döfer. Clickbaitscheiß. Am Ende einer Artikeleinleitung steht sowas wie "Kann das funktionieren?", "Was dehinter steckt." oder "Das hat einen Grund.". Auch beliebt, der überflüssige Einsatz der Worte "wirklich" und "richtig". "Was kostet eine Hochzeit wirklich?", "Was bei einer Panikattacke wirklich hilft." oder "Was richtig gut schmeckt."

Mir geht auch die Bebilderung auf den Sack. Jede Menge "Symbolbilder", also Bilder, die nicht zum Text gehören. Die anderen Fotos sind meist nicht journalistisch, sie transportieren Inhalte mit Mitteln der künstlerischen- oder der Werbefotografie.

Artikel und Themen sind auf Spektakel, Trends und Persönlichkeitsbezug getrimmt. Bei Politikern geht es nicht um politische Ausrichtung und Inhalte, es geht um Durchsetzungsfähigkeit, Auftritte und Lifestyle und man menschelt, wenn man über Depressionen spricht.

Und wenn es um Putin oder Israel geht, gibt es keinen Journalismus mehr, da geht es um gut und böse und man darf nicht zweifeln, sondern hat sich zu entscheiden.

Früher hat man gesagt, die Menschen im Ostblock hätten gelernt, ihre unfreien Medien kritisch und zwischen den Zeilen zu lesen. Das müssen wir wohl auch lernen. Falls es zwischen den Zeilen noch etwas zu finden gibt.

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