Corporate Killers

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 18:18:07 Do. 11.Dezember 2003

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Kuddel

ZitatUmstrittene Söldner
Blackwater-Gründer baut geheime ArmeeBlackwater-Gründer baut geheime Armee


In Abu Dhabi am arabischen Golf soll Blackwater-Gründer Erik Prince eine geheime Söldner-Armee in der Wüste aufstellen. Diese soll Revolten niederschlagen und Terrorangriffe abwehren.

....Die Geheim-Armee soll Kommandoaktionen im In- und Ausland ausführen, Öl-Pipelines und Wolkenkratzer vor Terrorangriffen schützen und Bürger- und Gastarbeiter-Revolten niederschlagen...

Äusserste Brutalität


Prince selbst taucht in offiziellen Verträgen und anderen Dokumenten nicht auf, sei aber eindeutig die treibende Kraft hinter dem im Vorjahr begonnenen, 529 Millionen Dollar schweren Projekt. Seine Sicherheitsfirma Blackwater hatte sich als Vertragspartner der US-Armee im besetzten Irak einen zweifelhaften Ruhm erworben.

Ihre Söldner gingen häufig mit äusserster Brutalität vor. Ihre Aktionen schienen sich auch jeglicher Kontrolle und juristischer Ahndung zu entziehen. Beim schlimmsten Zwischenfall dieser Art erschossen Blackwater-Männer im Jahr 2007 in Bagdad 17 irakische Zivilisten. Prince verkaufte in der Folge das Unternehmen, das sich in Xe umbenannte.
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Blackwater-Gruender-baut-geheime-Armee-23424107

Aloysius

http://latimesblogs.latimes.com/babylonbeyond/2011/05/uae-armed-forces-acknowledges-relationship-with-contractor.html

(In Englisch verfasster Artikel)

Fazit:

Es scheint nicht direkt der Blackwatergründer Prince zu sein, der die Söldnertruppe managed, sondern ein Zwischenmann.

Es ist für die Scheichs ein geniales Konzept:

Die Aufstände werden professionell niedergeschlagen, sie können ohne zu lügen sagen, "Wir hetzen unsere Truppen und unsere Polizei nicht auf Aufständler." (In Zeiten von Wikileaks ja wichtig, das da keine anderen Dokumente auftauchen) - und wenn die Aufstände durch sind, schicken sie die Söldner nach Hause, und alles ist gut
Reden wir drüber

Kuddel

ZitatIllegale Waffenexporte
Blackwater-Nachfolger kauft sich frei



Blackwater-Helikopter in Bagdad: Kein Eingeständnis von Schuld

Unter ihrem früheren Namen Blackwater wurde die US-Sicherheitsfirma Academi weltweit bekannt, weil Mitarbeiter im Irak Zivilisten erschossen. Jetzt zahlt das Unternehmen eine Millionenstrafe, um einem Prozess wegen illegaler Waffenexporte zu entgehen - die US-Justiz lässt die Anklage fallen.


Washington - Fünf Jahre hatten US-Behörden gegen die US-Sicherheitsfirma Blackwater ermittelt und reichlich Material gesammelt. Der US-Staatsanwaltschaft zufolge hat das Unternehmen jahrelang immer wieder gegen US-Gesetze verstoßen, die Anklage umfasste insgesamt 17 Punkte - aber jetzt wird sie fallengelassen. Das teilte am Dienstag das Justizministerium in Washington mit.

Die seit vergangenem Jahr unter dem Namen Academi auftretende Firma zahlt 7,5 Millionen Dollar Strafe, um einen Prozess zu vermeiden, in dem es unter anderem um illegale Waffenexporte gehen sollte. Im Rahmen der Einigung übernahm Academi "Verantwortung für das Verhalten" in den 17 Anklagepunkten.

Nach Veröffentlichung der Einigung erklärten Vertreter von Academi allerdings, dies sei kein Eingeständnis von Schuld. In der Anklage warfen die Ermittler dem Unternehmen unter anderem den Besitz automatischer Waffen in den USA ohne Registrierung vor, Falschaussagen über Waffenlieferungen an den König von Jordanien, die Weitergabe von geheimen Plänen für Panzerwagen an Schweden und Dänemark und illegale Lieferung von Körperpanzerung ins Ausland.

Schon im Jahr 2010 stand Ex-Blackwater vor Gericht: Die Firma sollte wegen Verletzung der Gesetze für Waffenexporte in den Irak und Sudan angeklagt werden - einigte sich aber gütlich mit dem US-Außenministerium: Gegen eine Strafzahlung in Höhe von 42 Millionen Dollar wurden die Anschuldigungen fallengelassen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/illegale-waffenexporte-ex-blackwater-zahlt-millionenstrafe-a-848805.html

Kuddel

Zitat Neues Geschäftsfeld
Schiffsversicherer prüft Privatarmeen gegen Piraten

Der Bremer Versicherungsmakler und Transportversicherer Lampe & Schwartze will Reedern dabei helfen, die richtige Sicherheitsfirma zur Piratenabwehr zu finden. Dafür hat er ein neues Tochterunternehmen gegründet
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:neues-geschaeftsfeld-schiffsversicherer-prueft-privatarmeen-gegen-piraten/70078925.html

counselor

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Rudolf Rocker

Schon wieder so eine komische Seite, die Panik schürt, um ihr Gold besser verkaufen zu können!
Außerdem noch schlecht recherchiert! Blackwater gibt es nicht mehr, die heißen jetzt Academi.
Bleib doch lieber bei der RF! ;)

counselor

Zitat von: Rudolf Rocker am 19:33:46 Mi. 19.September 2012Schon wieder so eine komische Seite, die Panik schürt, um ihr Gold besser verkaufen zu können!
Danke ... da ist mir wohl so eine reaktionäre Goldhändlerseite untergekommen. Diese Typen muß man nicht unterstützen. Habs gelöscht!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Rudolf Rocker

War auch erst auf den zweiten Blick zu erkennen!
Sonst war die aufgemacht, wie eine "seriöse" Finanzbrancenseite á la Handelsblatt oder Financial Times.

Kuddel

ZitatBlackwater, Halliburton und Co.: Profiteure des Krieges

Der Irak-Krieg hat die US-Regierung Billionen Dollar gekostet. Besonders viel Geld zahlte sie an Privatunternehmen: 138 Milliarden Dollar flossen laut "Financial Times" an Bau-, Technik- und Sicherheitsfirmen. Die Dienstleister hätten wenig zur militärischen Mission beigetragen, monieren Kritiker.


London - Es sind Konzerne wie Blackwater, die die US-Truppen im Irak unterstützt haben. Spezialunternehmen, die für Sicherheit, Logistik und Wiederaufbau zuständig waren - und dabei noch mehr verdienten als bislang bekannt. 138 Milliarden Dollar flossen an diese Dienstleister, geht aus einer Analyse der "Financial Times" hervor. Ein teurer, privatisierter Krieg.

Zu Beginn der Irak-Invasion am 20. März 2003 war die US-Regierung unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush noch von deutlich niedrigeren Kosten ausgegangen: Sie veranschlagte für Militär und Wiederaufbau Gesamtkosten in Höhe von 50 bis 60 Milliarden Dollar. Doch die Ausgaben explodierten. Insgesamt hat der Krieg der Studie "Costs of War Project" zufolge rund 2,2 Billionen Dollar gekostet.

Davon profitierten besonders die Spezialfirmen wie Kellogg Brown and Root, Aegis, Ecolog und auch Blackwater, das sich später umbenannte. Die USA haben mehr private Anbieter als in irgendeinem anderen Konflikt zuvor engagiert, teilweise waren fast genau so viele Angestellte von Service- und Sicherheitsunternehmen vor Ort wie Soldaten. Zurzeit sind laut "Financial Times" noch 14.000 Firmenmitarbeiter im Irak, davon 5500 Sicherheitsleute. Das Pentagon spricht von rund 8500 Mitarbeitern und rund 2300 Sicherheitsleuten.

Die Subunternehmer haben im letzten Jahrzehnt in dem Land vielfältige Tätigkeiten übernommen: Einige bewachten Botschaften, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen, andere bekochten die Soldaten. In den Irak kamen amerikanische Gabelstaplerfahrer, Elektriker, Ersatzteillieferanten, Öl-Leute - ein ebenso lukratives wie gefährliches Geschäft. Die Männer und Frauen verdienten im Irak in einem Jahr so viel Geld wie zu Hause in einem ganzen Jahrzehnt.

"Unter die Uniformierten mischen sich die Marketender des Krieges, Geschäftemacher von wilder Erscheinung, tätowierte Abenteurer, gekleidet oft wie verwegene Comic-Figuren, mit aufgeschnallten Flinten, alten Weltkriegshelmen, Lederwesten, Cowboystiefeln", beschrieb SPIEGEL-Reporter Ullrich Fichtner die Mitarbeiter dieser Firmen in einer Reportage aus dem Jahr 2007.
(...)
Unter den Top-Verdienern ist laut "Financial Times" Kellogg Brown and Root (KBR), eine Tochtergesellschaft des Mischkonzerns Halliburton. Fast 40 Milliarden Dollar habe KBR eingenommen - eine Sprecherin sagte, die Firma habe die Aufgaben "in einer feindlichen, komplexen, unsicheren" Umgebung "ehrenvoll und aufopferungsvoll" ausgeführt.
(...)
Immer wieder gab es Vorwürfe wegen unsauberer Finanzen der Dienstleister - auch KBR war 2004 in einen Abrechnungsskandal verwickelt. Eine US-Kommission kam 2011 zu dem Schluss, dass sowohl im Irak als auch in Afghanistan Milliarden an Steuergeldern verschwendet oder veruntreut wurden, weil die Firmen nicht richtig geprüft, Aufträge schlecht geplant wurden oder Korruption um sich griff.
(...)
Doch die Ära der Subunternehmer ist noch immer nicht vorbei. Besonders im expandierenden Ölsektor in der Region um Basra im Süden können sie jetzt Geld verdienen, berichtet die "Financial Times". Für die Jahre 2011 bis 2016 habe zudem das US-Außenministerium allein für den Schutz der Botschaft in Bagdad drei Milliarden Dollar für private Sicherheitsarmeen veranschlagt.
....
http://www.spiegel.de/politik/ausland/wer-wirklich-am-irak-krieg-verdient-hat-a-889675.html

Eivisskat

Zitat
Viele deutsche Soldaten haben illegale Nebentätigkeiten- "FAS": Dutzende arbeiten für private Sicherheitsfirmen

Dutzende deutsche Soldaten und Polizisten haben einem Zeitungsbericht zufolge unerlaubt für private Sicherheitsfirmen gearbeitet. In den vergangenen Jahren seien mehrere aktive Bundeswehrsoldaten für deutsche und ausländische Firmen in Afghanistan, in anderen Kriegsgebieten oder auf Handelsschiffen am Horn von Afrika im Einsatz gewesen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Damit hätten sie gegen das Soldaten- und Beamtengesetz verstoßen.

Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen berichteten laut "FAS" unabhängig voneinander, sie hätten wiederholt mit aktiven Soldaten und Polizisten zusammengearbeitet. Bestätigt hätten dies mehrere Soldaten, davon einer im aktiven Dienst.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne diesen Verdacht derzeit nicht bestätigen. "Im Ausnahmefall dürfen Soldaten genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten durchführen", sagte der Sprecher.

Sollten sie ohne Genehmigung für private Sicherheitsunternehmen arbeiten, hätten sie "bereits durch die Nichtanzeige und ein unterlassenes Genehmigungsersuchen gegen ihre Dienstpflichten verstoßen".


http://de.nachrichten.yahoo.com/viele-deutsche-soldaten-haben-illegale-nebentätigkeiten-135637815.html

Widerlich, wie sie gar nicht genug bekommen können vom Krieg machen & Leute drangsalieren... kotz

Kuddel

ZitatBundeswehr
Im Beruf Soldat, in der Freizeit Söldner

Von Thomas Kröter


Nach ihrem Abschied sind ehemalige Soldaten fünf Jahre lang verpflichtet,
Tätigkeiten in Sicherheits- und Wachdienst zu melden.


Deutsche Soldaten sollen illegal bei Firmen tätig sein, die Sicherheitsleistungen in Krisengebieten und auf Frachtschiffen anbieten. Das Verteidigungsministerium weiß von keinem Bediensteten mit "Nebengewerbe" - und fragt auch nicht explizit danach.

Ihre Arbeit ist offenbar effektiv: ,,Bisher wurde noch kein Schiff, das bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord hatte, entführt", heißt es in der Begründung des ,,Gesetzes zur Einführung eines Zulassungsverfahrens für Bewachungsunternehmen auf Seeschiffen", das der Bundestag 2012 beschlossen hat. An dem Befund hat sich seither nichts geändert. Neu ist jedoch der Verdacht, dass bei den so effektiv arbeitenden privaten Sheriffs zur See nicht alles mit rechten Dingen zu geht.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung behauptet nach einer umfangreichen Recherche, dass ,,in den vergangenen Jahren mehrere Dutzend aktive Soldaten für deutsche und ausländische Firmen in Afghanistan und anderen Kriegsgebieten oder auf Handelsschiffen am Horn von Afrika tätig" gewesen seien. Dabei hätten sie auch mit Soldaten zusammen gearbeitet, die noch im Dienst seien. Das Blatt beruft sich auf mehrere Zeugenaussagen. Eine davon soll von einem aktiven Soldaten stammen.

Beliebt bei Sicherheitsfirmen


Auch ehemalige Soldaten erfreuen sich dem Bericht zufolge hoher Beliebtheit bei den Sicherheitsfirmen – und die Firmen bei den Soldaten. Die Zeitung berichtet im Kommando Spezialkräfte, der Eliteeinheit der Bundeswehr, kursierten Listen mit den Kontaktdaten in- und ausländischer Sicherheitsfirmen.

Aktive Soldaten brauchen für Nebentätigkeiten eine Genehmigung ihres Dienstherren. Nach ihrem Abschied sind sie fünf Jahre lang verpflichtet, Tätigkeiten in Sicherheits- und Wachdienst zu melden. Bei Verstößen droht nur eine Herabstufung in ihrem Reservistendienstgrad. Im Jahr 2008 war eine Hauptfeldwebel degradiert worden, weil er versucht hatte, Soldaten für eine Sicherheitsfirma zu werben.

Das Verteidigungsministerium weiß von derlei Neben- oder nachdienstlichen Tätigkeiten offiziell nichts. Ihm seien ,,keine aktiven Soldaten bekannt, die für Private Military Companies Nebentätigkeiten ausüben oder ausgeübt haben", teilte ein Sprecher mit. Folgt man der Darstellung des Ministeriums, hat es sich jedoch auch nicht bemüht, darüber etwas herauszubekommen. Die Soldaten würden über ihre Rechten und Pflichte bei Auslandsaufenthalten belehrt, sagte der Sprecher weiter, aber nicht in ihrer Freizeit oder ihrem Urlaub überwacht. Richtig sei aber, dass Soldaten, die solche Tätigkeiten nicht meldeten, ,,gegen ihre Dienstpflichten verstoßen".

In der Stellungnahme fällt auf, dass sich das Ministerium nicht äußert, ob es Soldaten eine Nebentätigkeitsgenehmigung erteilt hat.

Härtere Sanktionen


Bei der Opposition löste der Bericht Kritik aus. Der Verteidigungsexperte der SPD im Bundestag, Rainer Arnold will die Vorwürfe in der nächsten Sitzung des Verteidigungsausschusses Mitte Mai zur Sprache bringen und erwartet eine ,,ausführliche Stellungnahme" des Ministers. Derartige Nebentätigkeiten dürften nicht geduldet werden, meint auch Omid Nouripour, sein Kollege von den Grünen. Härtere Sanktionen bei Verstößen als bisher fordern beide jedoch nicht.

Der Verteidigungsexperte der Linken, Paul Schäfer meint, mit ihrem Lizensierungsverfahren für Sicherheitsfirmen auf See habe die Bundesregierung den Söldnermarkt geöffnet.
http://www.fr-online.de/politik/bundeswehr-im-beruf-soldat--in-der-freizeit-soeldner,1472596,22607938.html


ZitatEntweder Soldat oder Söldner

Ehemalige deutsche Soldaten arbeiten in gefährlichen Gewässern als Söldner. Es gibt Aufklärungsbedarf, Herr de Maizière!


Frühere deutsche Soldaten verdingen sich als Sicherheitspersonal auf Schiffen, die durch Gewässer fahren, in denen Piraten operieren. Angeblich. Eine angesehene Zeitung berichtet das. Das zuständige Verteidigungsministerium weiß von nichts. Angeblich. Nun wäre es höchst verwunderlich, wenn deutsche Soldaten nicht versuchten, mit ihren dienstlich erworbenen Fähigkeiten Geld zu verdienen – auch wenn ihr Dienst für's Vaterland beendet ist. Soldaten in aller Welt tun das. Polizisten auch.

Nach Angaben der Bundesregierung ist die private Bewachung von Schiffen durch Personal welcher Nationalität auch immer erfolgreich. Solche Schiffe werden nicht gekapert. Im vorigen Jahr hat der Bundestag ein Gesetz zur Lizenzierung von Sicherheitsfirmen beschlossen, die nach diesem Geschäftsprinzip arbeiten. Für Polizisten und Soldaten gibt es klare Regeln, was sie wann nach ihrem Staatsdienst dürfen.

Das Problem beginnt beim Dienstherrn


Klar ist jedoch auch: Sie dürfen nicht während ihrer Dienstzeit den maritimen Hilfssheriff spielen. Das Problem beginnt dort, wo das Verteidigungsministerium den Eindruck erweckt, es interessiere sich nicht sonderlich dafür, was seine aktuellen und ehemaligen Beschäftigten so treiben. Im Volksmund gibt es für die für derlei Tätigkeit einen eingeführten Begriff: Söldner. Die mögen ja effektiv sein. Aber ist das der einzige Maßstab für deutsches Militär? Es gibt Aufklärungsbedarf, Herr de Maizière!
http://www.fr-online.de/meinung/kommentar-entweder-soldat-oder-soeldner,1472602,22607156.html

Eivisskat

ZitatDas Problem beginnt beim Dienstherrn

::)


Ich bin ja der Meinung, das Problem beginnt eindeutig im Kopf der Soldaten und in dem des Dienst"herrn", liebe Frankfurter Rundschau!

Kuddel

ZitatBlackwater-Manager bedrohte US-Ermittler offenbar mit dem Tod

Um die umstrittene Söldnerfirma Blackwater zu überprüfen, ermittelten im Jahr 2007 zwei US-Beamte im Irak. Sie stellten krasse Verfehlungen fest. Kurz darauf erhielt einer der Ermittler Morddrohungen, berichtet nun die "New York Times".
http://www.sueddeutsche.de/politik/vorwuerfe-gegen-soeldner-im-irak-blackwater-manager-bedrohte-us-ermittler-offenbar-mit-dem-tod-1.2023769

Kuddel

Man sollte sich diese Killerorganisation näher ansehen. Sie ist nicht nur an Kriegsschauplätzen aktiv, sondern läßt sich von Großunternehmen wie die Deutsche Bank oder Monsanto anheuern.

ZitatZusammenarbeit mit verschiedenen Konzernen und Regierungen

Laut einem Bericht in The Nation vom September 2010, leisteten Total Intelligence Solutions (Blackwater Subunternehmen) und das Terrorism Research Center Überwachungs-, Ausbildungs- und Sicherheits-Dienstleistungen für verschiedene Regierungen und Konzerne wie Monsanto, Chevron Corporation, The Walt Disney Company, Royal Caribbean Cruises Ltd., Deutsche Bank und Barclays. Ein Sprecher von Monsanto gab an, dass über die Aktivitäten von Gruppen oder Einzelpersonen, die eine Gefahr für die Mitarbeiter oder Operationen von Monsanto darstellen könnten, mittels Überwachung von Medienberichten und anderen öffentlich zugänglichen Quellen Informationen gesammelt wurden. Dies reichte von Informationen über terroristische Vorfälle in Asien und Entführungen in Zentralamerika bis zur Überwachung des Inhalts von Aktivisten-Blogs und Webseiten. Den vorliegenden Dokumenten und internen E-Mails zufolge fand ein Treffen zwischen Cofer Black und Monsantos Sicherheitschef Kevin Wilson in Zürich statt, bei dem Pläne für die Entwicklung einer gemeinsamen Zusammenarbeit erarbeitet wurden. Total Intelligence Solutions sollte nach diesen Plänen als "intel arm of Monsanto" handeln, also als privater Geheimdienst für das globale Unternehmen. Monsanto soll bereit gewesen sein, bis zu 500.000 Dollar an Total Intelligence Solutions zu zahlen, um Anti-Monsanto-Initiativen zu infiltrieren. Cofer Black bestätigte "The Nation" gegenüber die Zusammenarbeit, dementierte jedoch die durch E-Mails belegte Erwägung solcher Infiltrierungsmaßnahmen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Academi

Kuddel

ZitatFremde Legion

Die deutsche Firma Asgaard schickt Söldner in den Nordirak und pflegt enge Kontakte zu rechten Parteien. Nach außen gibt sie sich verschlossen


Ist die Bundeswehr im Nordirak aktiv? Auf den Bildern im Internet sieht es fast so aus. Kräftige Männer tragen beigefarbene Schutzwesten mit Deutschlandfahne auf Brust und Schulter. Doch in Wirklichkeit sind das keine deutschen Soldaten, sondern deutsche Söldner. Einer von ihnen ist Petja Stoy. Der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Asgaard stellt sich bei Facebook gern öffentlich zur Schau. Ein Foto zeigt ihn bei bestem Wetter mit Sonnenbrille in einer kargen, hügeligen Landschaft. Quer durch das Bild zieht sich der Lauf eines schweren Maschinengewehrs. Die Aufnahme entstand Ende September in einer Stellung der kurdischen Peschmerga in Makhmur, 50 Kilometer südwestlich der irakischen Stadt Erbil. Makhmur wurde Anfang August nach heftigen Kämpfen vom Islamischen Staat erobert. Nach US-Luftschlägen konnten die Kurden die Stadt zurückerobern. Noch heute ist Makhmur eine Frontstadt.

Stoy war dort nicht allein. Auch der Asgaard-Manager und ehemalige Bundeswehrsoldat Dirk Gaßmann ist auf den Fotos zu sehen. Ende August landeten die beiden auf dem Flughafen in Erbil, fuhren dann zusammen mit anderen Söldnern in gepanzerten Zivilfahrzeugen als Konvoi durch das Land, ausgerüstet mit Gewehren aus US-Produktion. Anfang Oktober war zumindest Stoy wieder zurück in Deutschland. Was die Asgaard-Leute im Irak gemacht haben, darüber wollen sie keine Auskunft geben. Angeblich sollen sie Journalisten begleitet haben, das ist jedenfalls einem Facebook-Eintrag von Stoy zu entnehmen. Ob das stimmt, ob sie weitere Auftraggeber hatten? Kein Kommentar.

Bürgerkrieg in Somalia

Es könnte schließlich negative Schlagzeilen geben. Ohnehin ist die Firma dubios. Sie sucht Drohnenpiloten, die eine Praxisausbildung in der Ukraine durchlaufen sollen. Zudem hat das Management enge Kontakte zu rechten Parteien. Nach außen jedoch gibt man sich verschlossen. Die Fragen des Freitag werden nicht beantwortet. Man hat gelernt aus dem Skandal vor wenigen Jahren.

Im Frühjahr 2010 wurde bekannt, dass Asgaard mehr als 100 deutsche Söldner in den somalischen Bürgerkrieg schicken wollte. Dort sollten sie den Politiker Galadid Abdinur Ahmad Darman im Kampf gegen andere politische Gruppen unterstützen. Darman bezeichnete sich selbst als gewählter Präsident des Landes und sprach der international anerkannten Übergangsregierung jegliche Legitimation ab. Nun schaltete sich auch die Staatsanwaltschaft Münster ein und ermittelte wegen Verdachts auf Verstöße gegen das Strafgesetzbuch sowie gegen ein für Somalia geltendes Waffenembargo. Im August durchsuchten Zollfahnder und Spezialkräfte der Polizei verschiedene Räumlichkeiten von Asgaard in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dabei fanden sie unter anderem mehrere tausend Schuss Munition. Gegen zwei Beschuldigte – einer ist der damalige Geschäftsführer – wurde Strafbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft fordert 12 und 22 Monate Haft auf Bewährung. Inzwischen ist das Verfahren beim Gericht anhängig.

Was Asgaard heute so treibt, lässt sich lediglich erahnen. Im August und September suchte das Unternehmen mindestens drei Hubschrauberpiloten zur Umschulung auf die Helikopter-Aufklärungsdrohne Camcopter S-100, die gestochen scharfe Bilder liefert. Die Piloten sollen zwei Monate bei Boeing in den USA und anschließend in der umkämpften Ukraine ausgebildet werden. Laut Stellenausschreibung sind Einsätze ,,im Irak und anderen Krisengebieten" möglich. Darüber hinaus sucht die Söldnerfirma auch neues Personal für ,,Objektschutz, Personenschutz und Konvoi (Land) im Mittleren Osten, Westafrika und Südamerika". Für die Stelle müsse man die ,,Bereitschaft, längere Zeit in Spannungsgebieten zu arbeiten" mitbringen und ,,geistig flexibel" sein, heißt es in der Ausschreibung. Was auch immer das bedeutet.

Ob damit die rechte Gesinnung des Asgaard-Managements gemeint ist? Dirk Gaßmann, zuständig für das Tagesgeschäft, veröffentlichte im Jahr 2012 ein Foto aus dem Irak bei Facebook. Darauf sind zwei deutsche Söldner in voller Montur zu sehen, mit Maschinenpistole und Kalaschnikow. Dazu schrieb Gaßmann, offenbar der deutschen Rechtschreibung nicht mächtig: ,,Hura, Hura die Deutschen die sind da!!!" Laut Facebook-Profil gefallen Gaßmann die rechten Anti-Islam-Parteien Pro NRW, Die Freiheit, Bürger in Wut sowie die Alternative für Deutschland, AfD. Auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat von dem deutschen Söldner ein ,,Gefällt mir" bekommen. Der Asgaard-Chef Petja Stoy ist bei der AfD sogar selbst aktiv und trat bei den Aachener Kommunalwahlen im vergangenen Mai für die Partei an – bekam in seinem Bezirk aber nur 43 Stimmen, das entspricht 1,52 Prozent.

Handelt es sich bloß um Privatmeinungen, die mit dem Unternehmen nichts zu tun haben? Nein, schon die Selbstdarstellung von Asgaard lässt den Geist der deutschen Söldnerfirma erahnen. Das Logo ist ein Wikingerschiff, eingerahmt von den Worten Treue, Loyalität, Disziplin, Ehre, Tapferkeit und Pflicht in Runenschrift. Bis vor kurzem war auf der Webseite ein martialischer Animationsfilm zu sehen, der das Wikingerschiff zu den Klängen von Richard Wagners Walkürenritt über eine Weltkarte schweben ließ. Ob das bei den Einsätzen im muslimischen Ausland so gut ankäme?

Auch die Fragen nach der politischen Einstellung der Vorstandsmitglieder ließ Asgaard wochenlang unbeantwortet. Später teilte das Unternehmen in einer E-Mail mit, dass die Fragen des Freitag nicht beantwortet würden. Man sei ,,nicht davon überzeugt, dass das deutsche Sicherheitsgewerbe neutral und sachlich dargestellt" wird. In einem Telefonat sagte Geschäftsführer Stoy, er habe in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht.

Und so bleibt auch die Firmenstruktur intransparent. Das Unternehmen gibt es in verschiedenen Formen seit mindestens 2004, die Adresse wechselte ebenso häufig wie die Geschäftsführung. Kurz nach dem Skandal 2010 unterhielt Asgaard kurzzeitig ein Büro in Leipzig, außerdem tauchte ein Ableger von Asgaard im irischen Handelsregister auf. Die Söldnerfirma hat laut Focus ein Büro in Los Angeles eröffnet, um Aufträge von der US-Regierung zu erhalten. Zeitweise war der Firmensitz auch an der Wohnsitz von Dirk Gaßmann, in einer Reihenhaussiedlung im westfälischen Ahlen. Heute ist die Zentrale in Aachen. Laut Webseite gibt es eine Generalvertretung im nigerianischen Lagos und ein Büro im portugiesischen Estoril.

Ex-Bundeswehrsoldaten

Nur einige hundert Meter vom Firmensitz entfernt hat der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko sein Wahlkreisbüro. Der Linken-Politiker fordert, dass Staaten militärische und polizeiliche Aufgaben selbst wahrnehmen und solche Geschäfte in Deutschland verboten werden. ,,Die Bundesregierung scheint sich bis jetzt nicht um das Problem von privaten Firmen zu kümmern, die weltweit Söldner und Sicherheitsdienstleistungen anbieten."

Es ist nicht mal bekannt, wie groß genau Asgaard ist. Im Jahr 2010 hatte das Unternehmen angeblich 100 Angestellte. Allein aufgrund der Öffentlichkeit durch den Somalia-Skandal habe man innerhalb kurzer Zeit 800 Jobanfragen bekommen, prahlte der damalige Geschäftsführer. Wer sich jedoch mit dem Unternehmen näher beschäftigt, bekommt den Eindruck, dass dort höchstens eine Handvoll Menschen arbeitet. Man stößt immer wieder auf dieselben Namen und Gesichter, hauptsächlich auf ehemalige Bundeswehrsoldaten. Stoy und Gaßmann haben jedenfalls keine Bedenken, ihre Fotos bei Facebook einzustellen. Wahrscheinlich sind sie auf ihre Firma einfach wahnsinnig stolz.
https://www.freitag.de/autoren/michael-schulze-von-glasser/fremde-legion

Kuddel

ZitatPrivate Christenmiliz kämpft gegen IS

Ein US-Bürger liefert sich einen Privatkrieg mit Dschihadisten. Der 35-Jährige bildet christliche Freiwillige als Kämpfer gegen die IS aus. Im Irak und in Syrien soll sich die Einheit gegen radikale Islamisten beweisen.


Gesponsert von christlichen Gruppen im Ausland, vor allem in den USA, soll die sogenannte Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene (NPU) den Kampf gegen den IS aufnehmen. Dutzende Christen machen bereits mit. In dem immer komplexer werdenden Geflecht aus ausländischen Kämpfern, Organisationen und Sponsoren, die sich in einen privaten Krieg mit den Dschihadisten im Irak und in Syrien stürzen, ist VanDyke eine der bekanntesten - wenn auch umstrittensten - Figuren.

Tatsächlich ist die Ausbildung einer privaten Truppe auf ausländischem Boden hoch umstritten, und auch VanDykes Rolle sorgt für Diskussionen. Kürzlich teilte Restore Ninive Now mit, dass VanDyke in die Ausbildungsmission involviert gewesen sei, jedoch sein Vertrag gekündigt worden sei. Ihm wurde vorgeworfen, versucht zu haben, die NPU zur Selbstvermarktung zu missbrauchen.

VanDyke selbst gibt zu, dass sein Unternehmen im Nordirak "in einer Grauzone" agiert. "Wir sind rechtlich als Unternehmen registriert", sagt er. "Momentan sind wir als nichts anderes registriert." Nach Angaben des US-Außenministeriums wird für Verteidigungsdienste, darunter militärisches Training, eine Genehmigung benötigt. Solche Einwände schlägt VanDyke in den Wind: "Die Haltung der USA ist im Allgemeinen, dass ihnen alles egal ist, solange man in die richtige Richtung schießt."
http://www.fr-online.de/terrorgruppe-islamischer-staat/is-terror-private-christenmiliz-kaempft-gegen-is,28501302,30007984.html

ManOfConstantSorrow

ZitatPentagon setzt auch in Syrien private Dienstleister ein

Florian Rötzer
Wie im Irak verstärkt das Pentagon auch in Syrien die Militärpräsenz am Boden, um die Interessen der USA zu wahren

Mit der Wiederannäherung zwischen Moskau und der Türkei könnten sich die Machtkonstellationen in Syrien verschieben. Allerdings verfolgen Erdogan und Putin dort bislang konfligierende Interessen, so dass kaum abzusehen ist, ob sie sich auf eine gemeinsame Syrien-Politik einigen können.

Das Thema wurde denn auch beim Treffen zumindest nicht öffentlich diskutiert, die türkische Regierung hat allerdings schon kundgetan, dass man sogar über Verhandlungen mit der syrischen Regierung sprechen könnte. Kaum vorstellbar ist jedoch, dass die Türkei sich anders zu den syrischen Kurden verhalten wird, die Russland ebenso wie die USA noch unterstützen. Auch beim Verhältnis zu den großenteils islamistischen "Rebellen" ist kaum eine schnelle gemeinsame Strategie vorstellbar, obgleich man den Eindruck gewinnen könnte, dass Russland sich bei der Unterstützung der syrischen Truppen und Milizen auch beim Kampf um Aleppo etwas mehr als bisher zurückhält.

Für die USA wird es damit auch noch schwieriger, ihre Interessen in Syrien zu verfolgen, da die Türkei noch sperriger werden wird und man sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen mit Russland durchringen kann. Eigentlich wird erwartet, dass noch während der auslaufenden Präsidentschaft Obamas zumindest ein gewisser Erfolg nicht nur im Irak, in Libyen und in Afghanistan, wo es überall nicht gut aussieht, sondern auch in Syrien erreicht werden soll. Dort hat die amerikanische Politik die Lage am wenigsten im Griff.

Die Luftangriffe auf den IS haben diesen zwar geschwächt und mit der Unterstützung der Kurden zurückgedrängt, aber andere Islamistengruppen, die von US-Alliierten wie Saudi-Arabien, anderen Golfstaaten oder der Türkei unterstützt werden, werden dafür stärker, während der Einfluss säkularer Oppositionsgruppen schwindet und die vom Pentagon unternommenen Versuche, selbst Bodentruppen zu formieren, kläglich gescheitert sind. Und es gibt vor allem weiterhin das Assad-Regime, das von den USA geduldet werden muss, um nicht in Syrien einen offenen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu führen.

Mit Dienstleistern werden nicht nur Kosten gespart

Seit April sind mindestens 250 US-Soldaten im Nordosten Syriens zur Unterstützung der von den USA gebildeten "Syrisch-demokratischen Streitkräfte" (SDF) tätig (Syrien: Obama stockt US-Bodentruppen um 250 Soldaten auf). Auch bei der Offensive auf Manbij sollen US-Spezialkräfte am Boden die SDF unterstützt haben. Die Rede war von einer "kleinen Zahl" von Soldaten, die sich aber nicht direkt an Kämpfen beteiligen würden. Offenbar ist die Stadt nun weitgehend erobert (und wie üblich zerstört), es sollen sich nur noch wenige IS-Kämpfer in ihr aufhalten.

Bekannt wurde jetzt auch, dass das Pentagon nicht nur Soldaten in den Krieg nach Syrien geschickt hat, sondern auch "Contractors". Wohl um die Zahl der Soldaten klein zu halten und so den Eindruck zu vermeiden, dass eine militärische Intervention durch Bodentruppen zusätzlich zu den offenbar besser legitimierbaren und akzeptierbaren Luftangriffen stattfindet, greift man wieder einmal zum Outsourcen.

Daily Beast ist über eine Mitteilung vom 27. Juli gestolpert, in der das Pentagon mitteilt, dass die US-Army mit Six3 Intelligence Solutions Inc. aus Virginia einen Vertrag in Höhe von 9,578.964 Millionen US-Dollar für geheimdienstliche Analysearbeiten abgeschlossen hat. Der Vertrag soll am 29. Juni 2017 enden. Ausgegeben wurde der Vertrag vom Army Contracting Command in Kaiserslautern. Deutschland spielt hier ebenso wie im US-Drohnenkrieg eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiter der Firma, die vom militärischen Unternehmen CACI 2013 für 870 Millionen US-Dollar gekauft wurde, angepriesen als "Premium-Anbieter von hochspezialisierten Diensten für die nationale Sicherheit", sollen in Deutschland, Italien und eben in Syrien arbeiten.

CACI mit dem Slogan "Ever Vigilant" wurde u.a. deswegen bekannt, weil Mitarbeiter an den Misshandlungen von Gefangenen in Abu Ghraib beteiligt gewesen sein sollen. CACI mit 20.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar 2015 lebt fast ausschließlich von Staatsaufträgen, vor allem von den US-Geheimdiensten.

Details des Auftrags gehen aus der Mitteilung des Pentagon nicht hervor, erstmals bekannt wird dadurch allerdings, dass das Pentagon auch in Syrien "Söldner" einsetzt. Im Irak, wo die USA keine völkerrechtswidrige Intervention durchführen, sondern mit der Regierung kooperieren, sind neben 4000 Soldaten offiziell auch fast 2500 Contractors tätig, in Afghanistan sind es sogar 26.435, also deutlich mehr als US-Truppen.

Six3 ist spezialisiert auf Biometrie und Identifizierung. Ken Asbury, der Geschäftsführer von CACI, sagt auch nichts Genaueres: "Contractors machen sehr viel mehr als Lastwagen zu fahren oder Essen zu kochen. Sie machen Geheimdienstarbeit, lösen Schüsse aus und unterstützen Spezialeinheiten." Möglicherweise sollen sie helfen, IS-Kämpfer und -Führer zu identifizieren.

Das große Geschäft für die Privatwirtschaft wird nach der Vertreibung des IS prophezeit

Daily Beast weist in diesem Zusammenhang der Privatisierung des Kriegs darauf hin, dass die Privatwirtschaft erst wirklich ins Geschäft kommen wird, wenn der IS aus den dann weitgehend zerstörten Städten vertrieben sein wird. US-Verteidigungsminister Ash Carter sagte kürzlich: "Städte müssen wiederaufgebaut, Dienste wiederhergestellt und Gemeinden neu gebildet werden." Das sei nicht prinzipiell eine amerikanische Aufgabe: "Wir werden eine Rolle dabei spielen, aber halten Sie die mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Spendenzusagen im Gedächtnis, die wir letzte Woche erhalten haben und die zum Großteil von Zivilbehörden verwaltet werden, die wiederum oft Contractors einsetzen, um das zu machen."

Man sei im Gespräch mit den internationalen Partnern, ob das Russland oder die syrische Regierung einschließt, sagte er nicht. Wie schon beim Irak-Krieg 2003, dessen Kosten von der damaligen Bush-Regierung als Peanuts bezeichnet wurde, während es ein Milliardengeschäft für die Unternehmen aus den Ländern der "Koalition der Willigen" sein sollte, dürfte es auch hier darum gehen, wer an die internationalen Gelder kommt und ins Geschäft in Syrien und im Irak einsteigen kann, falls es dieses Mal eines werden sollte. Damit würde auch langfristig der Einfluss gesichert.

Carter gab seiner Befürchtung Ausdruck, dass die von ihm erwarteten militärischen Erfolge nicht schnell genug zu einer Stabilisierung und dem Wiederaufbau der eroberten Städte führen könnten. Es gäbe hier viel zu tun: "Ansonsten werden wir den IS besiegen und sie werden wieder zurückkommen." Aber es scheint noch keinen wirklichen Plan zu geben, denn nach dem IS werden andere Islamisten das Vakuum füllen - und fraglich wird auch sein, welchen Einfluss die Amerikaner "danach" in Syrien haben werden, wenn sie sich nur auf die Kurden stützen können.
http://www.heise.de/tp/artikel/49/49088/1.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Bundeswehr als privatisierte Armee
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Bundeswehr und ,,Jobangebote aus der Wirtschaft" – Private Sicherheitsfirmen zahlen einfach bessere Gehälter

Nicht irgendwelche IT-Konzerne machen in erster Linie der Bundeswehr das Personal streitig, sondern vielmehr private Sicherheitsunternehmen. Im Fachjargon lautet die Bezeichnung dafür ,,Contractor" . Diese Firmen sind international tätig, zahlen in der Regel bessere Gehälter, haben eine hochwertigere Ausrüstung und das Tätigkeitsfeld ist nahezu dasselbe. Schon heute ist kaum ein Bundeswehreinsatz im Ausland ohne gefühlt unzählige Privatunternehmen denkbar. Ob der Transport von Mensch und Material, der Aufbau von Feldlazaretten bis hin zum Betrieb von Toiletten. Sollte mal ein Unternehmen seine Verträge auslaufen lassen, kommt die Bundeswehr in arge Erklärungsnot, weil Ersatz nicht immer so einfach aufzutreiben ist, und die Kosten schnell aus den Ruder laufen.

Ohne private Firmen läuft nichts mehr: Ob Feldlazaretten, Toiletten oder die Bewachung von Kasernen

Denn die eigenen Kapazitäten wurden die letzten Jahrzehnte sukzessive abgebaut und so kann die Truppe viele Aufgaben gar nicht mehr selbst erfüllen. Sogar die Bewachung von Kasernen, übernehmen vielerorts bereits private Sicherheitsfirmen. Die Truppenstärke wurde in den letzten zwar rein formal reduziert, aber das hatte keine nennenswerten Auswirkungen auf die Verteidigungskosten.
...
https://www.lausitzer-allgemeine-zeitung.org/bundeswehr-als-privatisierte-armee-wie-ein-heerlager-im-dreissigjaerigen-krieg/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

dagobert

Zitat von: ManOfConstantSorrow am 15:02:47 Mi. 06.Februar 2019Sogar die Bewachung von Kasernen, übernehmen vielerorts bereits private Sicherheitsfirmen.
Was für ein alter Hut, das war schon zu meiner eigenen Bundeswehrzeit Anfang der 90er so.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Rudolf Rocker

Zitat von: dagobert am 17:00:57 Mi. 06.Februar 2019
Zitat von: ManOfConstantSorrow am 15:02:47 Mi. 06.Februar 2019Sogar die Bewachung von Kasernen, übernehmen vielerorts bereits private Sicherheitsfirmen.
Was für ein alter Hut, das war schon zu meiner eigenen Bundeswehrzeit Anfang der 90er so.
Das kenne ich auch schon seid mindestens 20 Jahren so. Auch bei den "NATO Bündnispartnern" standen schon lange private Wachfirmen.

ManOfConstantSorrow

ZitatPrivatarmeen in der Ukraine

Seit 2014 existieren Privatarmeen ukrainischer Oligarchen. Söldner werden ins Ausland vermittelt. Jetzt will Präsident Wolodimir Selenski für ukrainische Sicherheitsfirmen einen rechtlichen Rahmen schaffen.


https://www.heise.de/tp/features/Privatarmeen-in-der-Ukraine-4784804.html
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ManOfConstantSorrow

ZitatUnternehmen Krieg
Private Militärdienstleister kaum regulierbar

(...)
Nach UN-Angaben sind weltweit immer mehr private Sicherheits- und Militärdienstleister in Kriege verwickelt – auch auf dem afrikanischen Kontinent. Doch ihr Verhalten zu regulieren, stellt sich als äußerst schwierig heraus. Genau das macht sie für viele Auftraggeber so attraktiv. (...) Inzwischen ist die Legion mit ihren klassischen Söldnern ein Auslaufmodell. Seit dem Ende der 1990er-Jahre boomt allerdings eine neue Branche von Militär- und Sicherheitsfirmen. Deren Angebot reicht von der Radarüberwachung über Spionageflüge bis zum Fronteinsatz.
(...)
Allein in Afghanistan seien 30.000 Vertragsnehmer aktiv, behauptete Erik Prince im Interview mit Al-Jazeera. Was derlei Unternehmen weltweit tatsächlich tun, wisse man nicht, meinte Sanho Tree vom Institute for Policy Studies in Washington DC schon 2004 (...)
https://www.deutschlandfunk.de/unternehmen-krieg-private-militaerdienstleister-kaum.724.de.html?dram:article_id=484299
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ManOfConstantSorrow

ZitatDie grösste Privatarmee der Welt

Das Heer des englischen Sicherheitsdienstleisters G4S umfasst über 650'000 Beschäftigte. Oft sind die Sicherheitskräfte schlecht ausgebildet, schlecht bezahlt und manche sind vorbestraft.
https://www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch/politik/g4s_die_groesste_privatarmee_der_welt.html
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Kuddel

Zitat Terrorverdacht
Ehemalige Bundeswehrsoldaten wollten mutmaßlich Söldnertruppe aufbauen
Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt haben zwei ehemalige Angehörige der Bundeswehr festgenommen.


(...) Das Sicherheitsunternehmen Asgaard geriet bereits früher in die Schlagzeilen, nachdem mutmaßlich extrem rechte Umtriebe einiger Mitarbeiter bekannt geworden waren. Zudem ermittelt der Generalbundesanwalt gegen einen leitenden Angestellten der Firma wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Dabei geht es um den Verdacht, dass er der Linkenpolitikerin Martina Renner mit dem Tod gedroht haben soll. (...)
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ex-bundeswehrsoldaten-wollten-mutmasslich-soeldner-truppe-aufbauen-a-607ea999-cfdf-4656-b891-613a0a1b2349

Die Übergänge sind fließend. "Terrorverdacht" schreibt der Spiegel. Dabei sind auch die Nato oder Frontex Terrororganisationen. Der Vorwurf, daß es sich um eine rechte Organisation handle, dürfte richtig sein. Doch auch in Bundeswehr und Polizei gibt es starke Rechtstendenzen.

Insgesamt ist das Ganze ein Abbild des neoliberalen Zeitgeists. Wenn der Staat schmaler werden soll und und dessen Aufgaben zunehmend privatisiert werden, dann geht es nicht spurlos an Militär und Polizei vorbei.


Kuddel

ZitatSicherheitsfirma Asgaard
Passwort: Wolfsschanze

Deutsche Polizeibeamte und Soldaten verdingen sich für Sicherheitsfirmen im Ausland. Unter ihnen häufen sich rechtsextreme Umtriebe. Einblick in ein gefährliches Millionengeschäft 


(...) In einem Lagebericht des Bundesamts für Verfassungsschutz heißt es, dass in den vergangenen Jahren mehrere Fälle bekannt geworden seien, in denen sich Bundeswehrsoldaten und Polizisten "rechtsextremistisch beeinflussten Sicherheitsunternehmen" angedient hätten. Der Geheimdienst schreibt von "netzwerkartigen Strukturen", weil sich Kameraden von früher gegenseitig anwerben. Weil sie sich vom Afghanistan-Einsatz oder dem Schießtraining kannten – und vielleicht auch wegen ähnlicher politischer Ansichten.

Die Sicherheitsfirma Asgaard, für die der hessische Polizist Thomas S. immer wieder nach Bagdad reiste, heißt so wie die mythische Heimstätte der nordischen Götter. Im Herbst 2020 machten das ARD-Magazin Kontraste und der Spiegel öffentlich, dass das Asgaard-Hauptquartier im Irak mit einem Wehrmachtsspruch und in Frakturschrift dekoriert war und dort eine Reichskriegsflagge hing. Die deutschen Nachrichtendienste berichteten damals in als geheim eingestuften Ausschusssitzungen des Bundestages, was sie über die Firma wussten: nicht viel.

Zur gleichen Zeit wurden weitere schwere Vorwürfe gegen einen der Geschäftsführer bekannt. Er heißt Dirk Gaßmann. Gaßmann soll mehrmals von einem "Tag X" gesprochen haben, einem Umsturz in Deutschland. An diesem ominösen Tag würden keine Gefangenen gemacht, sondern alle würden erschossen werden, zitiert ihn ein Zeuge. Dabei soll er eine imaginäre Pistole gezogen und abgefeuert haben: "Bam, bam, bam". (...)

Es gibt eine ganze Reihe solcher Sicherheitsfirmen, und sie sind miteinander verwoben. In Unternehmensregistern, in sozialen Netzwerken, überall stößt man auf dieselben Namen von Personen dahinter. Man kennt sich, empfiehlt sich weiter, arbeitet zusammen, teilt oft radikale politische Ansichten. Und immer wieder führen Spuren in den Polizeiapparat und zur Bundeswehr. (...)
https://www.zeit.de/2022/38/sicherheitsfirma-asgaard-rechtsextremismus-verfassungsschutz-militaer

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