Kämpfe in der Automobilindustrie

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 22:11:43 Sa. 12.Juni 2004

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ManOfConstantSorrow

Vernichtung von 10.000 Arbeitsplätzen bei Mercedes geplant

Bei Mercedes stehen 10% der weltweit 104.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Einen so genannten "Überhang" von über 10.000 Stellen hat die Unternehmensberatungsfirma McKinsey in der Produktion der C-Klasse entdeckt. Gründe seien Rationalisierungsfortschritte. Betroffen sind vor allem die Werke Sindelfingen, Bremen und East London (Südafrika). Vor allem in Sindelfingen soll noch in diesem Jahr mit der Arbeitsplatzvernichtung begonnen werden.

Die großen Automobilmonopole stehen in einem mörderischen Konkurrenzkampf um die Beherrschung des Weltmarkts. In Deutschland ist in den ersten 5 Monaten des Jahres die Zahl der Neuzulassungen um 2,5 Prozent zurückgegangen. Überdurchschnittliche Verluste hat Mercedes mit einem Minus von über 5 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig werden von den Monopolen ständig steigende Maximalprofite benötigt, um weltweit ihre Positionen gegen die Konkurrenz auszubauen. So findet derzeit eine heftige Schlacht um Marktanteile in China statt, wofür dort mit Milliardeninvestitionen Produktionsstätten und Beteiligungen ausgebaut werden. Von im Jahr 2003 in China produzierten 2 Millionen Autos stammten 700.000 von deutschen Monopolen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

29.06.04
Opel: Verlagerung nach Polen mit machtpolitischen Hintergründen

General Motors Europe hat entschieden, einen Teil der Zafira-Produktion in sein Werk im polnischen Gliwice statt nach Rüsselsheim zu verlagern. Dass dafür keineswegs die Lohnunterschiede, sondern ganz andere Faktoren ausschlaggebend sind, zeigt eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Aussagen des Chefs von Opel Polen, Rytwinski, ist die Verlagerung ein Ausgleichsgeschäft für Polens Kauf von Kampfjets bei der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin. General Motors und die US-Regierung haben sich dafür zu einem wechselseitigen Investitionen über 6,3 Milliarden Dollar verpflichtet.

(Quelle:rf-news.de)
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Ein wirklich vernünftiger Ansatz auf globalisierte Konzernpolitik zu reagieren ist das Herausbringen eines internationalen Kollegeninfos...

Gefunden unter: http://www.kollegeninfo.de/extras/DC%20Worker%20News.html
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ZitatOriginal von rf-news.de


16.07.04
"Wir erklären den Autoherstellern den Krieg"

Die südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft Numsa hat gestern eine Presseerklärung unter der Schlagzeile herausgebracht: "Wir erklären den Autoherstellern den Krieg". Die Gewerkschaft lehnt die von den Autokonzernen angebotene Lohnerhöhung von 6,5% ab und besteht auf 9% sowie Verbesserungen beim Urlaub und der Gesundheitsvorsorge.
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Kann das sein?

Wie sagte VW-Chef Pieschetsrieder in 2004? Er könnte sich vorstellen, dass es in 10 Jahren gar keinen Autohersteller mehr im alten Europa gibt.

Ein neuer Chinese ist im Anrollen: Der chinesische Autobauer Brilliance bringt noch dieses Jahr sein sog. "Modell 1" für unter 20.000 Euro mit allem hier üblichen Technik-Schnickschnack. Alle Teile von international führenden Lieferanten, Fertigungstechnik besteht aus in Deutschland entwickelten Anlagen bzw. aus dem BMW-Gemeinschaftswerk. Design kommt aus Italien. Noch 5000 Stück will man dieses Jahr in Deutschland verkaufen, spätestens im Jahr 2008 weltweit 300000 Stück. Der Staatskonzern "Brilliance" hat 35000 Mitarbeiter in 3 Werken, für den aisatischen Markt baut man auch noch BMW´s der 3er und 5er-Reihe in China nach.

Ob WC demnächst die arbeitslosen deutschen Automobilwerker nach China zwangsvermittelt?

ManOfConstantSorrow

1.300 Arbeiter der Toyota-Kirloscar Motor (TKM) in Indien wurden am Samstag kurzfristig festgenommen, nachdem sie sich vor dem ,,State Labour Secretary Office" versammelt hatten. Sie wurden später am Tage wieder freigelassen. Hintergrund sind Entlassungen von 3 Kollegen die der ,,undisziplinierten Gewerkschaftsaktivität" verdächtigt wurden. Es folgten Streiks und Aussperrungen. Der Konflikt begann am 8. Januar, es folgten 12 Tage Aussperrung. Siehe dazu die (englische) Meldung
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10.06.06 -

Die Automobilarbeiter in Argentinien haben eine Lohnerhöhung von 19 Prozent durchgesetzt, bei einer Inflationsrate von 11,5 Prozent. Der Tarifvertrag mit den Niederlassungen von General Motors, Ford, Volkswagen und DaimlerChrysler wurde auf den 1. April zurückdatiert.
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Im Werk Azambuja/Portugal von General Motors (GM) wird heute gestreikt. Der Streik der 1.150 Beschäftigten, verteilt auf drei Schichten, wird jeweils reihum für zwei Stunden durchgeführt. Er richtet sich gegen die geplante Werksschließung. Die IG Metall hat alle Beschäftigten in den deutschen Opel-Werken zu Solidaritätsbekundungen und Protesten aufgerufen.
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Während im portugiesischen Azambuja heute die 1100 ArbeiterInnen der dortigen General-Motors-Fabrik in allen drei Schichten gegen die drohende Werksschließung streiken wollen, droht dem Konzern bei Opel in Bochum aus anderen Gründen eine Produktionsunterbrechung. Die Beschäftigten der Logistik-Firma ESI wollen ihre Hungerlöhne nicht länger hinnehmen und befinden sich seit heute morgen um 6 Uhr im Streik. Da die Fließbänder bei Opel just-in-time von dieser Firma mit Scheiben und Kleinteilen beliefert werden, könnte sich der Streik schon bald auf die Autoproduktion auswirken.

http://www.labournet.de/branchen/auto/allg/esi.html
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General Motors investiert 115 Millionen Euro in eine neue Autofabrik in St. Petersburg. Durch dieses dritte GM-Werk in Russland soll die jährliche Produktion auf 100.000 Autos steigen. Das neue Werk soll 2008 den Betrieb aufnehmen und 700 Menschen beschäftigen, die 25.000 Autos im Jahr zusammenbauen. Produziert werden soll der Geländewagen Chevrolet Captiva.
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17.06.06  
Am Freitag streikten die 1.150 Arbeiter im portugiesischen GM-Werk in Azambuja für 24 Stunden gegen die Absicht des General-Motors-Konzerns, das Werk Ende 2006 zu schließen. GM will die Produktion in das spanische Werk in Saragossa verlagern, das angeblich 500 Euro billiger produziert. Gegen die Schließungspläne gab es schon mehrere koordinierte Proteste der Opelbelegschaften in Europa.
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Bei Opel in Rüsselsheim und beim Volkswagen-Werk Auto 5000 stehen die Zeiger auf Protest. Die rund 2000 VW-Arbeiter traten für mehr Gehalt in den Warnstreik und die 5000 Opelaner demonstrieren in Rüsselsheim gegen die Werkschließungspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM).

Rund 2000 VW-Arbeiter von ,,Auto 5000" in Wolfsburg sind nach Gewerkschaftsangaben erneut in den Warnstreik getreten. Bei einer Kundgebung am Dienstag bekräftigten sie ihre Forderung nach Einkommenserhöhungen von fünf Prozent. Angesichts der positiven Entwicklung beim VW-Touran - das Modell wird von den ,,Auto 5000"-Beschäftigten gebaut - sei die Forderung mehr als gerechtfertigt, argumentiert die IG Metall.

Auch 5000 Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim haben aus Angst vor weiterem Stellenabbau und Werksschließungen gegen die Geschäftspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM) demonstriert.

Die Produktion am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim stand für zwei Stunden still. Der Protest richtete sich auch gegen die zunächst verschobene Schließung des portugiesischen GM-Werks in Azambuja mit 1150 Beschäftigten, das aus Kostengründen dicht machen soll.

Die Protestwelle gegen die Politik von General Motors soll auch in den nächsten Tagen weitergehen. Laut Betriebsrat sind in dieser Woche Aktionen in Ungarn, Österreich und Spanien geplant. In der kommenden Woche würden sich auch die Werke Eisenach und Bochum beteiligen.

http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1260652
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21.06.06: Am Montag legten in der Mittagsschicht 1200 Kollegen für 4 Stunden die Arbeit nieder, um gegen die Schließung des Werkes in Portugal zu protestieren. Nach einer 45-minütigen Information über die Auseinandersetzung um das Werk in Portugal gingen die Kollegen nach Hause, so daß erst mit der Nachtschicht die Produktion wieder anlief.

Telefonisch erklärte der Betriebrat Hartmann des Werkes Kaiserslautern gegenüber rf-news: ,,Es handelte sich um eine Aktion im Rahmen der vom GM-Europabetriebsrat angekündigten Aktionen:" Zur Stimmung und Kampfbereitschaft der Kollegen führte er aus: "Es gab eine große Beteiligung und Bereitschaft. Jeder weiß hier worum es geht. Heute ist es Azambuja, morgen kann es Kaiserslautern, Eisenach oder ein anderes Werk sein!"

Gestern interviewte Kollegen erklärten dazu: ,,Es haben alle mitgemacht." und ,,Die Stimmung war bei der Mehrheit sehr gut." Nur einige wenige waren etwas niedergeschlagen, ,,weil die Opel-Belegschaften nicht mehr zur Ruhe kommen."

,,Nur so geht's. Es ist gut, dass alle Werke mitmachen ...... besser wär's vielleicht, wenn wir überall zum gleichen Zeitpunkt antreten würden." war zu hören, oder: ,,Es war ein guter Anfang, oder besser gesagt, ein guter Start in eine neue Runde." Und ,,Natürlich sind wir nächstes Mal wieder dabei."

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23.06.06

Heute legte die Belegschaft im Werk von General Motors im belgischen Antwerpen vorübergehend die Arbeiter nieder. Das führte zu einem Produktionsausfall von 400 Autos. Streiks gegen geplante Werksschließungen in Europa gab es auch schon im portugiesischen Azambuja, im spanischen Saragossa, in Österreich, in Ungarn und bei Opel in Rüsselsheim.
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ManOfConstantSorrow

Opel Bochum: Drei Stunden Solidaritätsstreik - nicht nur gegen Werkschließung in Portugal

27.06.06 - Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Belegschaften in zahlreichen europäischen Werken der Konzernmutter General Motors (GM) gegen die geplante Schließung des portugiesischen Werkes in Azambuja und die versuchte Erpressung aller Arbeiter protestiert. Landesweit traten gestern in Schweden die Arbeiter der drei Saab-Produktionsstätten in Solidaritätsstreiks. Heute waren nun die Bochumer Opel-Arbeiter an der Reihe. Für drei Stunden legte die Frühschicht die Arbeit nieder. Rund 2.500 Kollegen aus allen Werksteilen versammelten sich im Werk 1 und nahmen an einer kämpferischen Protestkundgebung auf dem Werksgelände teil.

Man sollte nicht vergessen, daß hierzulande ein SOLIDARITÄTSSTREIK verboten ist. Daß ein Kollektiver Gesetzesbruch in Deutschland möglich ist, läßt doch noch hoffen.
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ManOfConstantSorrow

ZitatHintergrund: General Motors Europa

General Motors ist der größte Automobilhersteller der Welt (dicht gefolgt von Toyota) und beschäftigt über 325000 Angestellte. Der Hauptsitz ist in Detroit, Michigan.

In Europa betreibt der GM Konzern elf eigene Autofabriken: In Belgien (Antwerpen), Deutschland (Bochum, Eisenach, Rüsselsheim), Polen (Gliwice), Portugal (Azambuja), Rußland (Togliatti), Spanien (Zaragoza), Schweden (Trollhättan) und Großbritannien (Ellesmere Port und Luton). Dazu kommen Zulieferbetriebe in Österreich (Aspern), Frankreich (Strasbourg), Ungarn (Szentgotthard), Deutschland (Kaiserslautern), Polen (Tychy) und Schweden (Göteborg). An weiteren Produktionsstätten (Barcelona, Turin, Graz u. a.) ist GM beteiligt.

Europaweit hat der Konzern rund 65000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon (29000) in Deutschland. Zweitgrößter Produktionsstandort ist Spanien ist mit 7600Beschäftigten, gefolgt von Großbritannien (6350), Schweden (6200), Belgien und Luxemburg (4900), Polen (2800), Frankreich (1800), Portugal (1200) und Ungarn (900).

Im Stammwerk der Adam Opel AG in Rüsselsheim arbeiten rund 18000 Leute, 9000 in Bochum, 5000 in Kaiserslautern und knapp 2000 im thüringischen Eisenach (inklusive Zulieferer und Dienstleister).

Am heutigen Dienstag wird bei Opel Bochum ab elf Uhr eine außerordentliche Belegschaftsversammlung zur »Information über die Situation bei General Motors Europa« auf dem Werksgelände stattfinden. Ob sich diese »Informationsveranstaltung« auf die vorgesehenen zwei Stunden beschränken wird, ist indes noch unklar. »Wenn sich viele Kollegen zu Wort melden, dann wird es sicherlich länger dauern«, sagte Betriebsratsmitglied Jürgen Schwartz gegenüber jungeWelt.
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ManOfConstantSorrow

»Historische Chance für europaweite Aktionen«

Bochumer Opel-Werker skeptisch, ob es die Gewerkschaftsspitzen mit Widerstand ernst ist. Ein Gespräch mit Jürgen Schwartz
Jürgen Schwartz ist Betriebsrat bei Opel in Bochum und aktiv in der oppositionellen Gruppe »Gegenwehr ohne Grenzen«


Die Opel-Belegschaften in Bochum und Eisenach werden heute mit Aktionen gegen die Schließung des General-Motors-Werks im portugiesischen Azambuja protestieren. Bereits in der vergangenen Woche haben rund 5000 Arbeiter im Stammwerk Rüsselsheim die Arbeit vorübergehend niedergelegt. Wie kam es dazu?


Der Euro-Betriebsrat und die europäischen Gewerkschaften haben in Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Werks in Azambuja ein Solidaritätsversprechen abgegeben. Dem sollen jetzt offenbar Taten folgen. Ein wenig merkwürdig ist jedoch, daß der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel im Vorfeld von einer 24stündigen Aktion gesprochen hat. Auf Nachfragen, wann diese genau stattfinden soll, antwortete er, es gebe Absprachen im Euro-Betriebsrat, das erst einmal nicht bekanntzugeben. Kurz darauf konnte man dann jedoch aus spanischen Zeitungen erfahren, wann welches Werk die Arbeit niederlegen soll. In Bochum wird das in Form einer Betriebsversammlung stattfinden.

Wenn es bei nur einer Protestaktion bleibt und man nicht nachlegt, werden sich die GM-Manager aber wohl kaum von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Die Frage ist: Was kommt danach – und hält man die Forderung aufrecht, daß es keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen geben darf? Denn dazu hat sich der Euro-Betriebsrat mit dem Solidaritätsversprechen im Grunde verpflichtet. Fatal wäre, wenn es am Ende heißt, man habe für die Kollegen in Portugal höhere Abfindungen rausgeschlagen, aber die Schließung nicht verhindern können. Wir haben jetzt die einmalige historische Chance, europaweit Aktionen gegen die Erpressungsversuche von General Motors auf die Beine zu stellen – und die sollten wir auch nutzen.
Aber skeptisch sind Sie dennoch. Warum?

In Bochum ist die Erinnerung an den Arbeitskampf vom Oktober 2004 noch sehr präsent. Damals standen wir alleine da, in Rüsselsheim und anderswo sorgten Betriebsrats- und Gewerkschaftsfunktionäre für Ruhe. IG-Metall-Vize Berthold Huber rief die Bochumer Kollegen gar über die Presse dazu auf, wieder an die Arbeit zu gehen. Man brauche »Ruhe für Verhandlungen«, hieß es. Was dabei herausgekommen ist, ist bekannt: letztlich wurden 6500 Arbeitsplätze vernichtet. Unter den Vertrauensleuten in Bochum herrscht deshalb jetzt teilweise die Stimmung vor: Sollen andere erst mal was machen – wir werden uns dann beteiligen.
Deutet die Tatsache, daß es jetzt – im Gegensatz zum Oktober 2004– Solidaritätstreiks mit Azambuja gibt, auf ein Umdenken bei Huber und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hin?

Nun ja, mit Franz und der Gewerkschaftsbürokratie haben wir in Bochum wie gesagt nicht die besten Erfahrungen gemacht. Von daher gibt es in der Belegschaft ein gewisses Mißtrauen. Ich bin aber selbstverständlich der Meinung, daß man die jetzigen Aktionen auch in Bochum unterstützen muß. Diese sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Danach muß es aber weitergehen. Die europäischen Belegschaften könnten dem GM-Management ein Ultimatum stellen, die Schließung des Werkes in Azambuja zurückzunehmen. Ansonsten müßten die Proteste massiv ausgeweitet werden. Was es auf keinen Fall geben darf, ist daß nach dem Motto »Geteiltes Leid ist halbes Leid« allen Belegschaften Verzicht abverlangt wird. Die Alternative dazu ist ernsthafter europaweiter Widerstand.
Gibt es neben den offiziellen Gewerkschaftsgremien und dem Euro-Betriebsrat auch an der Basis eine Vernetzung unter den europäischen GM-Werken?

Das gibt es bislang leider nur vereinzelt. Es bestehen Kontakte zu Gewerkschaftern im britischen Ellesmere Port und in Zaragoza. Das ist aber leider alles noch sehr unterentwickelt.

Interview: Daniel Behruzi, jungeWelt
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Hier mal ganz am Rande eine Meldung, die Zeigt, wie verletzbar auch grße Konzerne sind...
...selbst von kleinen Zulieferern.

Zitatrf-news 27.06.06 - Streik bei Zulieferer stoppt Produktion von Vauxhall

Die Beschäftigten des Autozulieferers TDS Automotive Logistics im britischen Cheshire traten gestern in einen selbständigen Streik gegen die Entlassung von 240 Kollegen. Diese Entlassungen wurden nach der Streichung der Nachtschicht im Vauxhall-Werk in Ellesmere Port von General Motors ausgesprochen. Wegen fehlender Teile kam die Produktion bei GM/Vauxhall ab 7.30 Uhr vorübergehend zum Stillstand.
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ManOfConstantSorrow

,,Der Autokonzern schreibt Geschichte beim Beschäftigungsabbau, ein Viertel der Arbeitnehmer soll GM verlassen, während die Gewinne schon wieder nach oben gehen und es in Europa zu Konflikten kommt..." Artikel von Ralf Streck auf telepolis


Autowerker legen EU-weit Produktion lahm

,,Bei Opel und Saab bangen die Mitarbeiter um ihren Job, weil der US-Mutterkonzern General Motors sparen will. Mehrere Stunden standen gestern in der Bochumer Opel-Fabrik die Bänder still. Die Mitarbeiter fürchten, der US-Mutterkonzern General Motors (GM) könne ihre Stellen streichen. Damit hat eine europaweite Protestwelle der Gewerkschaften Deutschland erreicht. Sie sehen bis 2014 in Europa rund 30.000 Jobs bei GM und seinen Zulieferern bedroht..." Artikel der taz
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Staat bescheissen

besonders interessant finde ich,
dass OPEL als americanische Tochter des "GM" Konzerns
in den USA "gebannt" wurde.

d.h. OPEL darf schon seit Jahren -vielen vielen Jahren-
keine Autos mehr in die USA verkaufen, und zwar wegen
erhebl. Mängel.
Der Staat ist der größte Abzocker: Steuern rauf und große Arbeitslosigkeit, und die Politiker zocken groß ab!
WIR WEHREN UNS und schlagen zurück!
http://www.mfbb.net/tricksundtipps
 http://www.staat-bescheissen.info.ms

Carsten König

ZitatMehr als 5000 Beschäftigte des Volkswagen-Werkes in Brüssel haben seit vergangenem Freitag die Arbeit niedergelegt. Anfang der Woche besetzten die Arbeiter auch Teile des Werks, um den Abtransport von fertigen Autos und die Demontage von Maschinen zu verhindern. Am Mittwochvormittag fand vor dem Haupttor eine Massenversammlung der Arbeiter statt, auf der über das weitere Vorgehen beraten wurde.

Seit Monaten war über die Zukunft des Brüsseler VW-Werks spekuliert worden. Gerüchte über einen geplanten Arbeitsplatzabbau wurden von der deutschen Konzernzentrale in Wolfsburg immer wieder dementiert. Am vergangenen Freitag war dann bekannt geworden, dass die Geschäftsleitung im Rahmen von umfassenden Sparmaßnahmen die gesamte Produktion des VW-Golf aus dem Brüsseler Werk abziehen und nach Deutschland zurückverlagern will. Dadurch soll die Produktion "optimiert" und auf die beiden deutschen Werke in Wolfsburg und im sächsischen Mosel verteilt werden.

Quelle: http://www.wsws.org/de/2006/nov2006/vw-n23.shtml

regenwurm

Verlagerung
der Wagen wird jezt hier gefertigt

wie ich las 3500 Arbeitsplätze weg

die ziehn das durch, ob demo oder sonstwas


ZitatDadurch soll die Produktion "optimiert" und auf die beiden deutschen Werke in Wolfsburg und im sächsischen Mosel verteilt werden.
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

Kuddel

Die Arbeiter des VW-Werkes in Brüssel haben beschlossen, ihren Streik bis mindestens 15. Dezember fortzusetzen. Sie streiken bereits seit einer Woche gegen die geplante Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätzen und halten das Werk rund um die Uhr besetzt. Für den 2. Dezember ist ein Protestmarsch in Brüssel geplant. Dazu sind auch die Belegschaften der anderen VW-Werke in Europa eingeladen.

regenwurm

Alain Luystermans, der seit 28 Jahren bei VW Brüssel arbeitet, sagt: "Wir haben alles stillgelegt. Nur wenn wir solidarisch sind, können wir etwas verändern. Heute trifft es uns, morgen kann es genauso jemand anderen treffen. Das Großkapital kassiert hier die Subventionen und geht woanders hin, um auch dort zu kassieren. Das Maß ist voll. Aber die Politiker sind ebenfalls verantwortlich, sowohl in Belgien wie in ganz Europa.

Anstatt ein Europa für die Menschen aufzubauen, ist dies einzig und allein ein Europa des Kapitals. Man muss eine Zukunft schaffen, nicht nur für uns, sondern auch für die Generationen, die nach uns kommen."

Nach den europäischen Gewerkschaften gefragt, antwortet Luystermans: "Die heutigen europäischen Gewerkschaften sind nichts als Marionetten. Auf der sozialen Ebene wird nichts gemacht, das ist ein großes Problem."

Quelle
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

regenwurm

Zitatvon Kuddel
 Für den 2. Dezember ist ein Protestmarsch in Brüssel geplant. Dazu sind auch die Belegschaften der anderen VW-Werke in Europa eingeladen.

Rund 20 000 Menschen haben sich in Brüssel mit den von Arbeitsplatzverlust gefährdeten Beschäftigten des Brüsseler Volkswagen-Werks solidarisiert.
 An dem Zug durch die Innenstadt nahmen auch Gewerkschafter aus deutschen VW-Standorten teil.
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

regenwurm

Der Gewerkschaftsdelegierte, der uns nicht ohne einen gewissen Stolz "ihre Fabrik" zeigt, schätzt, dass der Streik noch bis Januar andauern wird.
Allerdings sind die finanziellen Einbußen ab jetzt erheblich.
 Bis zum 3.12. hatten sie noch ihren Lohn von VW bekommen.
 Seit dem 4.12. gibt es nur noch das Streikgeld der Gewerkschaft - 25 Euro pro Tag.

Streikauto




Quelle
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

ManOfConstantSorrow

26.02.07 - Erneut Streik im belgischen VW-Werk
Heute Morgen ist die Frühschicht im VW-Werk Vorst in Belgien überraschend wieder in den Streik getreten. Auslöser des Streiks war, dass die Arbeiter sauer sind, dass sie nicht angehört wurden vor einer Beratung, die heute stattfindet. Auf dem Treffen geht es um die Verlängerung der Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Im Automobilwerk Peugeot/Citroën in Aulnay bei Paris stehen seit Mittwoch, 28. Februar, die Montagebänder. Zunächst zeitweise, dann dehnte sich der Streik auf alle Schichten aus, auch auf die Lackiererei. Mittlerweile läuft kein Auto mehr aus der Fabrik. Eine Korrespondentin aus Paris berichtet:

"Unter den Arbeitern spürt man Entschlossenheit und ein regelrechtes Aufatmen, dass endlich mal was geschieht: Der Streik begann nach Abschluss der jährlichen Lohnverhandlungen zwischen Geschäftsführung und rechten Gewerkschaftsführern. Das ausgehandelte Almosen ließ die Sache explodieren. Die Schinderei an den Bändern für 1.100 Euro wollen die Arbeiter nicht länger hinnehmen.

Ein Streikkomitee wurde gewählt und ein Forderungskatalog aufgestellt: 300 Euro Lohnerhöhung, Festeinstellung der Zeitarbeiter, Rente für die über 55-jährigen Kollegen mit Einstellungen, bessere Arbeitsbedingungen ... Die Liste ist lang, die Forderungen sind offensiv - und die Direktion schreit auf, dass die Konkurrenzfähigkeit bei diesen Forderungen gefährdet sei. Bisher verweigert sie die Aufnahme von Verhandlungen.

Das ist der größte Streik seit 25 Jahren bei PSA, nach dem großen fünfwöchigen Kampf 1982 in Aulnay für "Menschenwürde", vor allem das Recht, sich frei gewerkschaftlich organisieren zu dürfen. An diesen Streik wird sich heute erinnert!

rf-news
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