Lagerarbeiter wehren sich

Begonnen von Eivisskat, 22:35:08 Di. 30.Dezember 2008

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Eivisskat

ZitatBei der Logistik am Frankfurter Flughafen werden reguläre Jobs zunehmend durch Leiharbeit ersetzt. Dagegen regt sich Widerstand


Am Flughafen in Frankfurt am Main regt sich Protest unter den Beschäftigten. Vom versprochenen Jobwunder ist hier nichts zu merken. 94 Beschäftigte der Lagerfirma »SVL Cargo Handling GmbH & Co KG«, die durchschnittlich rund 14 Betriebsjahre auf dem Buckel haben, sollen jetzt gehen. Die Geschäftsführung hat – während noch laufender Sozialplanverhandlungen – am 17. November überraschend Insolvenz angemeldet. Das Logistik- und Frachtunternehmen stellt den Betrieb zum 31. Januar 2009 ein.


Doch die Kollegen von SVL wollen den Verlust ihrer Arbeitsplätze nicht widerspruchslos hinnehmen. Am gestrigen Dienstag unternahmen sie mit ver.di-Jacken und Trillerpfeifen einen »demonstrativen Bewerbungsgang«. In die Verantwortung nehmen wollten sie die LUG Aircargo Handling GmbH, die – wie SVL – dem Bremer Reeder Heiner Dettmer gehört, großteils aber mit Leiharbeitern agiert. Der Betriebsratsvorsitzende und die Gewerkschafter wollten vor der eingeladenen Presse dem Geschäftsführer der LUG, Wolfgang Korte, die Bewerbungsunterlagen der Beschäftigten übergeben. Doch dieser ließ ausrichten, nicht im Hause zu sein. »So stehlen sich hochbezahlte Manager aus der Verantwortung«, kommentierte der anwesende Frankfurter DGB-Vorsitzende Harald Fiedler.


SVL sei eines der letzten Unternehmen am Frankfurter Flughafen, das noch mit tariflich abgesicherten Beschäftigten arbeite, erklärte die zuständige ver.di-Sekretärin Monika Christann gegenüber junge Welt. DGB-Chef Fiedler zählte weitere Unternehmen auf, die ihre festangestellten Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit schicken: Die Swissport Cargo Service Deutschland GmbH plane Ende Februar 78 Beschäftigte zu entlassen, die Securitas Flugverkehr Service GmbH sogar rund 100 Mitarbeiter. Von 2003 bis 2007 habe die Leiharbeit in Frankfurt am Main um 161 Prozent zugenommen, so Fiedler. Insgesamt 8320 Personen seien in den vergangenen Jahren in diese Arbeitsverhältnisse zu Dumpinglöhnen gewechselt – jeder Fünfte müsse seinen Lohn vom Staat mit »ergänzenden Sozialleistungen« nach Hartz IV aufstocken lassen.


Bei SVL hatte sich einer der Hauptauftraggeber zurückgezogen und den Auftrag statt dessen an die Fraport Cargo Services vergeben. Die Jobs verrichteten dort Leiharbeiter zu Billiglöhnen.


Erst vor zwei Jahren hatten die Beschäftigten von SVL auf 30 Prozent ihres Lohns verzichtet. Zum Flughafenausbau habe man gute Miene zum bösen Spiel gemacht – obgleich man doch selber in der Region um den Rhein-Main-Flughafen wohne und unter dem Lärm leide, so der Betriebsratsvorsitzende der SVL, Yilmaz Yasar. Einbußen zwischen 300 und 900 Euro monatlich habe man hinnehmen müssen. Kollegen mit drei Kindern hätten nur 1300 Euro netto zur Verfügung. Die schwere Arbeit gehe auf die Bandscheiben. »Und das ist nun der Dank«, schimpfte ein Mitarbeiter aufgebracht.


http://www.jungewelt.de/2008/12-31/028.php

unkraut

Wieder so ein Parade-Beispiel . Man muß nicht zwischen den Zeilen lesen können um zu erkennen was da abläuft .
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Schraubenwelle

Billig Billiger am Billigsten ....meine Fresse wenn ich das lese könnt ich wieder im Dreieck springen.

sedanon

Kenn´ich. Während des Studiums habe ich nachts am Flughafen Stuttgart Postsäcke in die Flieger gewuchtet.
War nicht ganz einfache Arbeit, aber es wurden in der 5 Std. Schicht evtl. 3,5 Std. effektiv gearbeitet. Auch die Kohle stimmte.
Waren bei 2 Arbeitstagen in der Woche ca. 900-1000 D-Mark auf die Kralle. Das Gehalt wurde aber dann von Jahr zu Jahr weniger.
Ebenso wurden immer weniger Studenten eingestellt, bei steigenden Betrieb. Waren es früher 10-15 Studenten in einem Flugzeug, waren es dann
nur noch 4-5. Da hat einem wirklich das Wasser im Arsch gekocht. Auch wurden den Studenten zunehmend normale Schichten bei Personenverkehr
angeboten.Natürlich zu Lasten normaler Arbeitskräft.
Als auch die Studenten zu teuer wurden, gliederte man die Verladung am Flughafen einfach aus. Heute erledigen diesen Knochenjob Leiharbeiter.
Wer schon mal 100+ Koffer mit jeweils 20-30 Kg Gewicht im Knien und in einer knallheißen Ladekabine von 1,20 Meter Höhe verladen hat, weiß wovon ich spreche. Danach fühlt man sich, als ob einen ein Negerstamm durchgenudelt hätte (naja, wer´s mag).
Franz Josef Strauß :

"Everybody's Darling is Everybody's Depp"

ernesto

Wenn ich das höre, da wird stolz verkündet das es noch nie so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gab wie 2008...ich denke mal in der Summe verdienen die trotzdem weniger als vor 10jahren

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