duckhome.de: Post vom Jobcenter Nienburg

Begonnen von Eivisskat, 13:43:16 Sa. 23.November 2013

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Eivisskat

ZitatPost vom Jobcenter Nienburg

Post vom Jobcenter. Das kann nichts Gutes sein. Von dort kam noch nie etwas das Freude macht und nun auch noch das Jobcenter Nienburg. Was hab ich denn mit denen zu tun und was ist ein Nienburg denn nun überhaupt. Ach ja. An der Weser hellem Strande. Aber was können die nur von mir wollen.

Ach so, es geht um einen Text auf Duckhome. Ach ja, ich verstehe. Es geht um Aufgelesen und kommentiert vom 12. November 2013. Das ist lustig und so typisch für deutsche Behörden. http://duckhome.de/tb/archives/11407-Aufgelesen-und-kommentiert-2013-11-12.html

Auf einen Artikel vom 12.11. (Dienstag) reagieren sie am 20.11. (Mittwoch der Folgewoche) und sorgen dann dafür dass die Post erst am 22.11. (Freitag) eingeht und setzen eine Frist bis Montag dem 25.11. Man hat also tatsächlich Freitag Abend, den Samstag, den Sonntag und vielleicht einen halben Montag um einen Termin mit einem Rechtsanwalt zu ergattern, sich beraten zu lassen und zu reagieren.

Aber Post vom Jobcenter hat ja häufig sehr lange Auslieferungszeiten und sehr kurze Fristen, während Post ans Jobcenter meist nicht ankommt. Sollen die Hartz IV Opfer doch da hinlaufen und ihren Kram abgeben und selbst da stehen oft Mülltonnen als Posteingang.

weiterlesen: http://duckhome.de/tb/archives/11450-Post-vom-Jobcenter-Nienburg.html


ZitatIch persönliche verstehe den Autor Andreas, dass er ihr die "Adolf Eichmann Gedächtnis-Medaille" zu sprechen würde. Ich persönlich würde sie allerdings noch lieber vor einem Menschengerichtshof sehen, der all ihre Taten ordentlich untersucht und sie dann mit aller Härte bestraft. Die deutsche Justiz wird sie zwar schützen, aber dieses System ist sichtlich am Ende.

Sie sollte sich also nicht zu sicher fühlen. Am Ende könnte sie schneller vor Gericht stehen, als sie glaubt.


Zitat Es wäre also nett, wenn unsere Leserschaft mir weitere Verfehlungen und Missetaten des Jobcenters Nienburg zukommen lassen würde. Auch gerne anonym. Wer uns verfolgt, hat unsere volle Aufmerksamkeit. Ach ja. Selbstverständlich werde ich den Namen des Autors nicht bekannt geben und damit wartet auf uns ein interessantes Strafverfahren aus dem ich dann gerne berichte.

Nikita

Das hat einen Fullquote verdient:

Zitat
http://duckhome.de/tb/archives/11450-Post-vom-Jobcenter-Nienburg.html

Post vom Jobcenter Nienburg
Geschrieben von
Jochen Hoff
in Gesellschaft
Samstag, 23. November 2013

Post vom Jobcenter. Das kann nichts Gutes sein. Von dort kam noch nie etwas das Freude macht und nun auch noch das Jobcenter Nienburg. Was hab ich denn mit denen zu tun und was ist ein Nienburg denn nun überhaupt. Ach ja. An der Weser hellem Strande. Aber was können die nur von mir wollen. Ach so, es geht um einen Text auf Duckhome. Ach ja, ich verstehe. Es geht um Aufgelesen und kommentiert vom 12. November 2013. Das ist lustig und so typisch für deutsche Behörden.

Auf einen Artikel vom 12.11. (Dienstag) reagieren sie am 20.11. (Mittwoch der Folgewoche) und sorgen dann dafür dass die Post erst am 22.11. (Freitag) eingeht und setzen eine Frist bis Montag dem 25.11. Man hat also tatsächlich Freitag Abend, den Samstag, den Sonntag und vielleicht einen halben Montag um einen Termin mit einem Rechtsanwalt zu ergattern, sich beraten zu lassen und zu reagieren. Aber Post vom Jobcenter hat ja häufig sehr lange Auslieferungszeiten und sehr kurze Fristen, während Post ans Jobcenter meist nicht ankommt. Sollen die Hartz IV Opfer doch da hinlaufen und ihren Kram abgeben und selbst da stehen oft Mülltonnen als Posteingang.

Aber egal beschäftigen wir uns einmal mit der Sache an sich. Schick ist, dass ein Jobcenter eine Geschäftsführung hat und es sogar Telefonnummern und Menschen mit Namen gibt. Das ist etwas, dass Hartz IV Opfer nie kennenlernen. Einen Chef gibt es da nie und wenn ist er nicht da. Aber hier geht es ja auch nicht um die eigentliche Aufgabe des Jobcenters, sondern darum die armen Mitarbeiter zu schützen.

Folgerichtig soll ich also den Namen der Jobcenter Mitarbeiterin löschen, die es für völlig in Ordnung hält Minderjährige mit Leistungentzug zu bedrohen, wenn sie sich nicht ihren Regeln unterwerfen. Natürlich geht es offiziell nicht darum die Kinder von der Schule zu vertreiben. Das wäre offiziell ein Vergehen, wenn nicht sogar ein Verbrechen. Nein es geht ja nur um die Einhaltung des Gesetzes. Aber bleiben wir noch einmal bei dem Namen der Mitarbeiterin Daniela Meyer. Die Suche in Google nach ihr mit dem Zusatz Nienburg bringt mal eben 825.000 Einträge. Vom kleinen Blogger bis zu den großen Zeitungen wurde sie namentlich erwähnt.

Gut sie mag das nicht als Ehre empfinden. Denn auch wenn sie heute streng nach dem Gesetz für Hartz IV Menschenverachtung arbeitet, könnte es ja sein, dass es ihr und ihren Mittätern so geht wie damals den KZ-Wächtern und Menschenschindern der Nazizeit oder den Stasileuten. Die Zeiten und das Recht ändert sich und man steht ziemlich dumm da, wenn der Name bekannt ist und man offensichtliches Unrecht vehement vertreten hat. Es ist eben gefährlich wenn man nach oben buckelt und nach unten tritt und nicht hoch genug in der Nahrungskette ist, um dauerhaften Schutz zu genießen. Das ist das persönliche Risiko.

Ja und dann geht es um den Vergleich mit Herrn Eichmann. Ich gebe zu, im ersten Moment sah ich darin eine Gefahr. Deutsche Richter mögen keine Nazivergleiche. Das hängt damit zusammen dass die deutsche Justiz nie wirklich entnazifiziert wurde und Leute die heute als Professoren an der Ludwig-Maximilians-Universität München Recht lehren dürfen, wie Volker Rieble, sich selbst als Rechtgenossen von Hitlers Blutrichter Freisler sehen und damit das gesamte Naziunrecht gutheißen. Da scheuen die Richter vor Nazivergleichen wie die Elefanten angeblich vor der Maus. Verständlich. Noch immer gilt vielfach Nazirecht.

Aber bei Richtern hat die Wahrheit eh nichts zu gewinnen. Lassen wir doch einmal die Tatsachen sprechen. Was ist denn daran so falsch Frau Meyer für eine geeignete Trägerin einer "fiktiven" Adolf-Eichmann-Gedächtnismedaille zu halten. Allerdings muss man um dies zu können Eichmann auf das reduzieren was er wirklich war. Ein gewissenloser Technokrat, wobei wir nicht einmal wissen ob er nicht doch ein Gewissen hatte, dieses aber unterdrückte um oben auf der Suppe schwimmen zu können. Fest steht: Adolf Eichman war

    Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Eichmannreferats des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in Berlin zentral mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen im weitgehend von Deutschland besetzten Europa.

Eichmann war im Grunde genommen ein Staatssekretär für die Lösung der Judenfrage was im Endeffekt die Vernichtung bedeutete und natürlich wurde er zu Recht hingerichtet. Gar keine Frage. Aber wenn man an den Ludwig Börne Preis denkt, dann wird schnell klar, das die Preisträger nicht unbedingt etwas mit dem Namensgeber zu tun haben müssen und im Fall Broder, der seinen Börnepreis zurückgab, weil der Preisträger Sloterdijk nicht rechtzeitig, in seinen Hassgesang auf die Muslime eingestimmt hatte, wird klar, dass man Preise und Medaillen ja nicht unbedingt annehmen muss.

Aber vergleichen wir doch einmal, das unvergleichliche. Eichmann organiserte letztendlich den Mord an 6 Millionen Juden. Daniela Meyer ist in einer 30.000 Seelen Gemeinde Bereichsleiterin im Jobcenter. Das lässt sich nicht vergleichen. Eichmann wird nicht vorgeworfen persönlich auch nur einen Juden angegriffen oder ermordet zu haben. Bei Frau Meyer ist auch nicht bekannt, das wegen ihren Entscheidungen Familien zerbrochen sind oder Leute sich das Leben genommen haben. Eichmann hatte ein Gesetz auf dass er wie auch alle anderen Nazitäter sich später immer wieder bezogen haben. Die Militärs sprachen statt dessen von Befehlsnotstand.

Frau Meyer hat ein Gesetz und wenn sie dieses nicht durchzieht oder auch nur in Frage stellt, dann wird sie sanktioniert und entlassen, wie einige Beispiele gerade aus jüngster Vergangenheit zeigen. Das wird sie in einer anderen Rechtssituation als heute stets als Befehlsnotstand interpretieren und sich stets darauf berufen doch nur nach dem Gesetz gehandelt zu haben. Und hätte sie es nicht getan dann hätte es ein anderer gemacht, wird das bekannte Ende ihrer Argumentationskette sein.

Allerdings haben die Alliierten schon 1943 erklärt, dass sie die Haupttäter des Naziregimes verfolgen wollten und begründeten dies mit den Haager Konventionen. Seit dieser Zeit ist klar, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch dann verfolgt werden können, wenn sie zur Zeit ihrer Begehung von Gesetzen gedeckt waren. Menschenrecht bricht nationales Unrecht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Hartz IV Gesetzgebung.

Wer im Hartz IV Bereich arbeitet bricht permanent Menschenrecht. Einige tun es aus Angst, Stumpfsinn und purer Not weil sie das Geld brauchen. Allerdings gibt es sehr viele die ihr Vergnügen daran haben andere Menschen zu quälen. Natürlich möchten sie alle anonym bleiben weil ihnen selbstverständlich klar ist, was sie tun.

Adolf Eichmann steht für ein sehr großes Unrecht. Aber Frau Meyer vertritt ein zwar kleineres aber genauso gemeines Unrecht. Dadurch, dass sie im Schutze eines unmenschlichen Gesetzes Kinder davon abbringen will sich auf die Schule zu konzentrieren, zerstört sie Leben genauso, als würde sie die Menschen töten. Jedes Hartz IV Opfer stellt sich regelmäßig die Frage ob es nicht eine Gnade wäre tot zu sein, als das was Hartz IV und Frau Meyer mit den Menschen anstellen weiter zu ertragen. Mit der Schurigelei und Ausbeutung von in Vollzeit arbeitenden Zwangsmitgliedern in Bedarfsgemeinschaften zerstört sie sehr bewusst Familien und Leben.

Ich persönliche verstehe den Autor Andreas, dass er ihr die "Adolf Eichmann Gedächtnis-Medaille" zu sprechen würde. Ich persönlich würde sie allerdings noch lieber vor einem Menschengerichtshof sehen, der all ihre Taten ordentlich untersucht und sie dann mit aller Härte bestraft. Die deutsche Justiz wird sie zwar schützen, aber dieses System ist sichtlich am Ende. Sie sollte sich also nicht zu sicher fühlen. Am Ende könnte sie schneller vor Gericht stehen, als sie glaubt.

Ich habe der Frau Silbermann aus der Geschäftsführung übrigens telefonisch mitgeteilt, dass Duckhome ihre Repressionsversuche mit einem Lachen zurückweist und nicht löschen wird. Sie teilte mir mit, dass das nichts mache da sie ja bereits Strafantrag gestellt habe. Es wäre also nett, wenn unsere Leserschaft mir weitere Verfehlungen und Missetaten des Jobcenters Nienburg zukommen lassen würde. Auch gerne anonym. Wer uns verfolgt, hat unsere volle Aufmerksamkeit. Ach ja. Selbstverständlich werde ich den Namen des Autors nicht bekannt geben und damit wartet auf uns ein interessantes Strafverfahren aus dem ich dann gerne berichte.


Amazon_Sklave

Warum kann der Kapitalismus nicht die Menschheit ernähren ?

Amazon_Sklave

http://www.spiegel.de/schulspiegel/kritik-an-jobcentern-kinder-von-hartz-iv-empfaengern-unter-druck-a-933418.html

Zitat

SPIEGEL ONLINE
14. November 2013, 16:41 Uhr
Hartz IV in der Familie
Jobcenter setzt Schüler unter Druck

Von Jonas Leppin

Obwohl sie zur Schule gehen, werden zwei Kinder in Niedersachsen vom Jobcenter wiederholt zu Beratungen geladen - weil ihre Eltern Hartz IV bekommen. Erscheinen sie nicht, drohen Sanktionen. Und wer sein Zeugnis nicht zeigen will, macht sich verdächtig.

Die Mutter ist so wütend, dass sie sich mit dem Jobcenter anlegt und so verängstigt, dass sie in der Presse nicht ihren richtigen Namen lesen will. "Aber irgendjemand muss sich ja mal trauen", sagt sie.

Maria K. hat zwei Söhne, 16 und 17 Jahre alt. Beide haben gute Noten und möchten Abitur machen. Der Ältere will Englisch und Literatur studieren. Die Mutter, 40 Jahre alt, arbeitet als Altenpflegerin, ihr Mann in der Landwirtschaft. Das Geld ist knapp. Die Familie muss das Einkommen mit Hartz IV aufstocken.

Seit ihrem 15. Geburtstag bekommen ihre Söhne Post vom Jobcenter im niedersächsischen Nienburg. Nach dem Sozialgesetzbuch gelten Jugendliche ab 15 Jahren als erwerbsfähig. Sie müssen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Gehen sie noch zur Schule, wird in der Regel einmal im Jahr um einen Nachweis gebeten.

Die Söhne der Familie K. werden wiederholt zum Beratungsgespräch ins Jobcenter eingeladen, zuerst berichtete die "Junge Welt" über den Fall. Man wolle "Stellengesuche und vermittlungsrelevante Daten besprechen", heißt es. Im Juli sollen sie zum Beispiel zu einem Termin erscheinen, im Oktober auch.

Es sind keine freundlichen Briefe, findet die Mutter. Das Amt verlangt Zeugnisse, Lebenslauf, Bewerbungsunterlagen. Die Familie fühlt sich bevormundet. Im Gespräch fragt der Arbeitsvermittler den Sohn, ob sich die Schulausbildung lohne. Dann spricht er von "Familienverantwortung", so erinnert sich die Mutter.

"Dieser Vorwurf ist absurd"

Schließlich schreibt die Frau einen Beschwerdebrief. Den Termin Anfang Oktober sagt sie ab. Ihre Söhne würden noch bis zum Jahr 2016 und 2017 das Gymnasium besuchen. Es gebe kein Interesse an einem Job. Und kein Recht, die Noten einzusehen. Sie schreibt: "Als Anlage sende ich Ihnen in Kopie die Schulbescheinigungen."

Im Briefwechsel, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, kündigt das Jobcenter gegenüber dem Sohn an, die Unterstützung für die Familie für drei Monate zu mindern. Denn bisher sei "kein wichtiger Grund mitgeteilt, der Sie daran gehindert hat, den Termin wahrzunehmen". Das Amt schreibt, es komme vor, dass Schüler zum Ende der Schulzeit schwächer würden.

"Dieses Misstrauen gegenüber Hartz IV-Empfängern ist unerträglich", sagt Matthias Büschking, Landespressesprecher des Sozialverband Deutschland. "Zwischen jeder Zeile wird den Schülern gesagt: Wir glauben nicht, dass ihr das Abi schafft." Büschking sind ähnliche Fälle aus seinen Beratungsstellen bekannt.

Es geht um den unterschwelligen Vorwurf, dass Kinder aus Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften schlechtere Schüler sind. Und um die Frage, ob Jugendliche in die Lehre oder auf den Arbeitsmarkt gedrängt werden sollen. Schon vor zwei Jahren gerieten Jobcenter in Hessen und Niedersachen deshalb in die Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, Noten zu kontrollieren und Schüler in eine Ausbildung zu drängen.

"Dieser Vorwurf ist absurd", sagt Daniela Meyer, Bereichsleiterin im Jobcenter Nienburg. "Wir setzen niemanden unter Druck. Das Jobcenter will Jugendliche unterstützen, den höchstmöglichen Abschluss zu erreichen", sagt sie. Daher würden Schüler frühzeitig eingeladen. Bei einer allgemeinen Meldepflicht müssten diese Termine auch wahrgenommen werden.

Jugendliche, die ein wenig 'Anschub' brauchen

Auch in Berlin offenbart eine Dienstvereinbarung aus dem Mai 2013, wie in Jobcentern mit Heranwachsenden umgegangen werden soll. Darin heißt es: Zur Sicherung des Fachkräfteangebots sollte "noch stärker als bisher die vollständige Erschließung des Potentials ausbildungssuchender junger Menschen" berücksichtigt werden.

Immer wieder sollen die Jobcenter die Kinder von Hartz IV-Empfängern einladen, möglichst mit einem Nachweis von Schulleistungen. "Es gibt durchaus Jugendliche, die ein wenig 'Anschub' brauchen und nur auf verbindliche Einladungen mit Rechtsfolgebelehrung reagieren", sagt Uwe Mählmann, Pressesprecher der Berliner Agentur für Arbeit.

Wer seine Noten nicht sagen möchte, macht sich in Berlin verdächtig: "Unsere Erfahrung zeigt, dass Jugendliche, die ernsthaft an einer Ausbildung interessiert sind, kein Problem damit haben, ihr Zeugnis zum Beratungsgespräch mitzubringen", so Mählmann.

Auch in Hamburg wurde einer Familie vom Jobcenter die monatliche Aufstockung um zehn Prozent gekürzt. Begründung: Die 16-jährige Tochter habe einen Beratungstermin nicht wahrgenommen. "Dabei war bekannt, dass das Mädchen Schülerin war", sagt eine Arbeitsvermittlerin, die in diesem Amt arbeitet. Es gebe in vielen Bundesländern die Anweisung, die Hilfsbedürftigkeit zu verringern und genau zu schauen, ob sich ein höherer Schulabschluss oder doch eher eine Lehrstelle empfiehlt. "Intern sind wir aufgefordert, wenn möglich die Schulnoten abzufragen und ins System einzutragen", so die Mitarbeiterin. "Das wirft schon die moralische Frage auf, ob es notwendig ist, Kinder so unter Druck zu setzen."

Auch bei Schülern gelte das Prinzip des "Förderns und Forderns", gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2010 bekannt. Die Nienburger Bereichsleiterin Daniela Mayer hält eine frühe Förderung ebenfalls für sinnvoll. Sie sagt: "Zu einer wiederholten Einladung kommt es nur bei unklaren Sachverhalten." Sie gebe zu, dabei könnte der Eindruck entstehen, dass eine Nichtvorlage von Zeugnissen zu einer Sanktion führt, dies würde derzeit angepasst.

"Es ist, als würden die Kinder bestraft werden"

Maria K. sagt, sie habe nichts dagegen, regelmäßig über den Ausbildungsstand ihrer Kinder zu informieren. Aber die häufigen Einladungen, die Androhung von Sanktionen und der unterschwellige Druck würden der Familie zusetzen: "Es ist, als würden die Kinder bestraft werden, dass ihre Eltern Hartz IV bekommen", sagt die Mutter. "Aber sie sind nicht dumm, nur weil wir ALG II bekommen."

Inzwischen zeigt zumindest der jüngere Sohn Nerven. Die Termine auf dem Amt empfindet er als so demütigend, dass er überlegt, die Schule zu verlassen und zur Bundeswehr zu gehen. Dort würde er genug verdienen, damit die Familie nicht mehr auf Geld vom Amt angewiesen ist. Einen vorzeitigen Schulabbruch wolle sie aber verhindern, sagt die Mutter.

Ende Oktober bekamen die Söhne wieder Post. Eine Einladung zum Beratungsgespräch, um Stellengesuche zu ergänzen. Immerhin, die Textbausteine klingen diesmal ein wenig einfühlsamer: "Keine Angst", heißt es in dem Schreiben: "Das bedeutet nicht, dass Sie jetzt die Schule vorzeitig verlassen müssen."

URL:

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/kritik-an-jobcentern-kinder-von-hartz-iv-empfaengern-unter-druck-a-933418.html

Mehr auf SPIEGEL ONLINE:

    BA-Überwachung von Hartz-IV-Empfängern Datenkrake Jobcenter (14.11.2013)
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,933541,00.html
    Internethandel Arbeitsagentur will Hartz-IV-Empfänger im Netz überwachen (14.11.2013)
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,933520,00.html
    Hartz-IV-Biografie "Geld allein rettet niemanden" (07.09.2013)
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,920946,00.html
    Jobcenter in der Kritik Hartz-IV-Schüler fühlen sich zu Ausbildung gedrängt (27.07.2010)
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html
    Schüler und Hartz IV Arme Familien müssen Nachhilfe selbst zahlen (11.05.2010)
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,694260,00.html
    Leben mit Hartz IV Ein Kind verklagt die Regierung (08.02.2010)
    http://www.spiegel.de/deinspiegel/0,1518,674209,00.html

Mehr im Internet

    "Junge Welt": Sanktionen gegen Schüler
    http://www.jungewelt.de/2013/11-04/001.php

Warum kann der Kapitalismus nicht die Menschheit ernähren ?

Eivisskat

ZitatZitat duckhome.de

"Ich habe der Frau Silbermann aus der Geschäftsführung übrigens telefonisch mitgeteilt, dass Duckhome ihre Repressionsversuche mit einem Lachen zurückweist und nicht löschen wird. Sie teilte mir mit, dass das nichts mache, da sie ja bereits Strafantrag gestellt habe."

>>> http://duckhome.de/tb/archives/11450-Post-vom-Jobcenter-Nienburg.html#comments

Nette Kommentare sammeln sich bei duckhome.de so langsam an... ;)



Und Frau Silbermann (und ihre MA) "hobelt" ja auch sonst recht heftig, wie nun auf ewig im Netz nachzulesen ist. Vermutlich will sie in die Politik... ::)



Zitat
Foto: Jan Ahlers (ganz links), Cordula Hartrampf-Hirschberg (4.von links), Klaudia Silbermann (6. von rechts), Harald Büge (2. von rechts),Karsten Heineking (ganz rechts)


Klaudia Silbermann, Geschäftführerin der ARGE Nienburg, stellte den Mitgliedern im Anschluss die Zahlen aus dem Arbeitslosengeld II-Bereich vor. Auch hier sind positive Tendenzen am Arbeitsmarkt durch sinkende Arbeitslosigkeit spürbar - dennoch ist eine steigende Hilfebedürftigkeit im Landkreis Nienburg in 2010 festzustellen.
http://www.cdu-nienburg.de/aktuelles/news.php?id=10151


ZitatKlaudia Silbermann, Leiterin des Jobcenters in Nienburg, war gestern Morgen nicht persönlich in ihrem Büro anzutreffen. ,,Sie befindet sich in einer Besprechung. Die kann länger dauern", erklärte eine Jobcenter-Mitarbiterin im Vorzimmer der Chefin. Sie versprach, Klaudia Silbermann melde sich, wenn die Besprechung vorüber sei.
http://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/nienburg/jobcenter-laedt-droht-leistungs-kuerzungen-2649455.html


ZitatMehr Sicherheit für Jobcenter-Mitarbeiter / Kooperation mit Polizeiakademie
Keine Schere auf dem Tisch – Blick für Details schärfen. Die Ermordung von Landrat Rüdiger Butte in seinem Neusser Amtszimmer hat sie erschüttert und nachdenklich gemacht:

Klaudia Silbermann, Geschäftsführerin des Nienburger Jobcenters, ließ der Vorfall keine Ruhe. Um ihren Beschäftigten die maximale Sicherheit bei ihrer bisweilen heiklen Arbeit zu gewährleisten, hatte sie die Idee, das Jobcenter von 20 Studenten der Niedersächsischen Polizeiakademie unter die Lupe nehmen zu lassen.
http://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/nienburg/keine-schere-tisch-blick-details-schaerfen-3121369.html
http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/116336-gemeinsame-projektarbeit-polizeiakademie-niedersachsen-jobcenter-nienburg.html


http://www.spd-landkreis-nienburg.de/content/69928.php
https://www.dieharke.de/Artikel/Lokales/29849/Auf_einmal_klingt_die_Bewerbung_wie_eine_Melodie/


usw., usw.... :-X

BGS

Sehr passend ist u. a. folgender Kommentar bei "Duckhome":


http://duckhome.de/tb/archives/11450-Post-vom-Jobcenter-Nienburg.html

Zitat
...
"
#11 Lutz Hausstein am 11/23/13 um 03:58 [Antwort]
Es wäre seitens der Herrschaften vom Jobcenter Nienburg sicherlich auch erhellend gewesen, sich einmal nur etwas geringfügig mit Adolf Eichmann auseinanderzusetzen.

Ich erinnere nur an die harten Anfeindungen, welche Hannah Arendt nach ihren Berichten über Eichmann im Nachgang zu seinen Prozess in Israel über sich ergehen lassen musste. Die Menschen erwarteten, dass Eichmann ein Monster und bluttriefendes Scheusal sei. Stattdessen schilderte ihn Arendt als akkuraten, wenngleich emotionslosen Technokraten.

Und genau dies war der Punkt, der für viele im Postfaschismus die (gewünschte) Selbstwahrnehmung ihrer eigenen Vergangenheit so störte. Denn wie so mancher von ihnen hatte Eichmann sich "an das Gesetz gehalten", "hatte nur die Befehle befolgt" und hatte auch ansonsten "nur" akkurat seine Arbeit gemacht. Es ist genau das, was Hannah Arendt mit der "Banalität des Bösen" beschrieben hat und woran sich eben gerade deshalb soviele stießen.

Auch heute gibt es wieder Hunderttausende, die "nur ihre Arbeit machen" und die sich "nur genau an Gesetze und Dienstvorschriften halten" und ums Sterben nicht bereit sind, dies auch nur einmal ansatzweise zu hinterfragen. Und genau deswegen ist der Hinweis auf Adolf Eichmann so treffend.
..."

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

cyberactivist

Das Thema ist zu wichtig, um ins Off-Topic abzugleiten.
Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.

Tiefrot

Zur Adolf Eichmann-Medaille:
Es gibt genug Figuren, die sich Ähnliches haben zu Schulden kommen lassen.
Es besteht m.E. kein Grund, gleich wieder die Nazis auszubuddeln.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

dejavu

ZitatEs gibt genug Figuren, die sich Ähnliches haben zu Schulden kommen lassen.
Ja, da hast du recht. Aber Eichmänner haben eine gewisse Bedeutung.
Irgendjemand hier im Forum hat es mal folgendermaßen auf den Punkt gebracht: "und innen sind sie alle Eichmann", bezogen auf SB's. Ich denke das das auf ca. 90% der SB zutrifft.
Der Rest teilt sich in zwei Gruppen auf: etwas bessere und etwas schlechtere.Natürlich kann man ihr Tun nicht wirklich mit dem Tun von Eichmann vergleichen, das ist aber immer das problematische bei Nazi-Vergleichen.
Der derzeit gültige gesellschaftliche Kontext, inklusive gesetzlichem Rahmen gibt entsprechende Handlungsmöglichkeiten allerdings auch nicht her(der gesetzliche Rahmen wird bekanntlich öfters durchbrochen).
Die Eichmänner dieser Welt kommen ohne einen ihre Handlungen einbettenden Gesellschaftlichen Kontext einerseits nicht aus, andererseits werden ihre Handlungen zum Bestandteil dieses Kontextes und spitzen ihn weiter zu.
Irgendwann können so die "inneren Eichmänner" vollends zu "äusseren Eichmännern" werden.

Hier ein Zitat aus einem Spiegel-Artikel älteren Datums, das mir in diesem Zusammenhang gut gefällt
ZitatIn vielerlei Hinsicht war Eichmanns Persönlichkeit symptomatisch für das Regime, dem er so gewissenhaft diente: ein Regime der unbeugsamen bürokratischen Ordnung von verheerender Brutalität, die meistens heimlich und hinter einem dichten Schleier von Euphemismus und Selbstbetrug (die "Endlösung" war schließlich Staatsgeheimnis) praktiziert wurde.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40693760.html
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

Zitat von: Tiefrot am 00:39:12 Mo. 25.November 2013
Es besteht m.E. kein Grund, gleich wieder die Nazis auszubuddeln.
"Die Nazis" sind auch nicht von einem Tag auf den anderen an die Macht gekommen. Plötzlich eine "Machtergreifung" und vorher war nix und hinterher wohl auch nicht. Alle hatten hinter von nix gewußt oder wurden erfolgreich entnazifiziert.  ?(
Es wäre nie möglich gewesen ohne all die Mitläufer, Duckmäuser und das Rückgradlose Pack. Die Grenzen sind schwer zu ziehen. Ich habe in diesem Zusammenhang jedenfalls kein Problem mit einem Nazivergleich. Der Zynismus, mit dem das heutige System mit den Menschen umgeht, die über keinen Reichtum verfügen und keine wirtschaftliche Relevanz haben, ist kaum zu überbieten. Es ist schlichtweg unerträglich, wie man Menschen ohne Geld, Macht oder deutscher Staatsangehörigkeit versucht ihre Würde und Lebensgrundlagen zu nehmen. Die nächsten Verschärfungen kommen weiter und weiter und werden nicht aufhören, bis sie durch Gegendruck gestoppt werden, oder bis man erfolgreich sich dieser unnötigen Fresser entledigt hat. Diese Entwicklung passiert in diesem System und brauch keine "Ermächtigung".


Zitat von: dejavu am 23:37:04 Mo. 25.November 2013
Irgendjemand hier im Forum hat es mal folgendermaßen auf den Punkt gebracht: "und innen sind sie alle Eichmann", bezogen auf SB's. Ich denke das das auf ca. 90% der SB zutrifft.

Meine Erfahrungen mit SBs waren überwiegend positiv, aber ich will hier nicht um Prozente feilschen, wieviele eine echte Boshaftigkeit zeigen.
Ich sehe ein durch und durch unmenschliches und bösartiges "System Hartz IV" mit den Jobcentern als Handlangern. Und sicherlich würde es nicht funktionieren ohne das Mitwirken des Jobcenterpersonals. Ich glaube aber, daß man so etwas, wie das Harz IV System zu Fall zu kriegen ohne Mithilfe eines Teils der in dem Apparat Beschäftigten. Ich sehe sie auch als "Ausgebeutete" und als mögliche Bündnispartner. Solange wir nichteinmal den Versuch unternehmen auch diesen Handlungsansatz zu verfolgen, sehe ich keine Chance auf ein Vorankommen.

dagobert

Zitat von: Tiefrot am 00:39:12 Mo. 25.November 2013
Es besteht m.E. kein Grund, gleich wieder die Nazis auszubuddeln.
Wieso ausbuddeln? Die waren doch nie wirklich weg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren
Und jetzt ist die nächste Generation dran.
"Sie haben die unglaubwürdige Kühnheit, sich mit Deutschland zu verwechseln! Wo doch vielleicht der Augenblick nicht fern ist, da dem deutschen Volke das Letzte daran gelegen sein wird, nicht mit ihnen verwechselt zu werden."
Thomas Mann, 1936

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