Streik um die 35 Stunden Woche damals und heute

Begonnen von Kuddel, 18:35:10 Mo. 04.März 2024

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Kuddel

Wenn man mit alten Recken aus der Gewerkschaftsbewegung quatscht, dann kriegen sie glänzende Augen, wenn es um die guten alten Zeiten und den Kampf um die 35 Std Woche geht. Die kriegen fast einen Orgasmus dabei, denn selten haben Gewerkschaften in der BRD so viel auf die Beine gekriegt. Da war noch richtig was los.

Wenn man sich es aber rückwirkend auf das Geschehen blickt, gibt es da nicht viel zu feiern. Die 35 Std. wurde nicht erkämpft, in einigen Branchen, aber zumeist nicht annähernd. Es wurde die Arbeitswelt umstrukturiert im Sinne der Wirtschaft. Es ging um eine Anpassung der Arbeitszeiten an die Produktion, die mit den Arbeitern nicht zu machen gewesen wäre. So ließ man die Gewerkschaften kurz von der Leine, die durften mal zeigen, daß sie noch wissen, wie Arbeitskämpfe gehen. Es gab hier und da ein Entgegenkommen bei der Arbeitszeit, doch Sieger in der Auseinandersetzung blieb die Industrie, die die Flexibilisierung dringend brauchte. Der nächste Schritt der Flexibilisierung kam mit der massiven Ausweitung der Leiharbeit.

Jenseits des DGB haben nun die Bahner der GDL das Thema 35 Std Woche wieder aufgenommen. Unter den arbeitenden Menschen aller Branchen gibt es ein starkes Bedürfnis, weniger Zeit dem Ausbeuter zu schenken. Die Forderung nach einer 35 Std. Woche bei vollem Lohnausgleich klingt im Moment von Seiten der GDL wirklich ernst gemeint.

Ich wünsche, dieser Kampf rollt an, so wie er angekündigt wurde. Ein Kampf, der Druck erzeugt. Ein Kampf der zeigt, welche Macht die arbeitenden Menschen haben, wenn sie solidarisch kämpfen.

Ich bin gespannt und drücke die Daumen!

BGS

Zitat von: Kuddel am 18:35:10 Mo. 04.März 2024... .

Ich wünsche, dieser Kampf rollt an, so wie er angekündigt wurde. Ein Kampf, der Druck erzeugt. Ein Kampf der zeigt, welche Macht die arbeitenden Menschen haben, wenn sie solidarisch kämpfen.

Ich bin gespannt und drücke die Daumen!

Dito.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

counselor

Ich unterstütze den GDL-Streik auch und drücke ebenfalls die Daumen!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nikita

Die Presse allgemein fühlt sich bei dem Thema nicht mehr in der Komfortzone und findet es wurde jetzt genug gestreikt. Außerdem ist die Bahn doch so lieb.
Sie dämonisiert den GDL-Chef. Dass die GDL so kämpferisch ist, liegt aus meiner Sicht daran, dass es keine DGB-Gewerkschaft ist.

Klare Solidarität mit dem GDL Streik.

counselor

ZitatSTREIKS DER LOKFÜHRER, IM ÖPNV UND AN DEN FLUGHÄFEN - Die Arbeiterbewegung tritt verstärkt auf den Plan

Unter der Überschrift "Streiks der Lokführer, im ÖPNV und an den Flughäfen: Die Arbeiterbewegung tritt verstärkt auf den Plan" hat die MLPD eine aktuelle Pressemitteilung veröffentlicht. "Rote Fahne News" dokumentiert sie.

Quelle: https://www.rf-news.de/2024/kw10/die-arbeiterbewegung-tritt-verstaerkt-auf-den-plan
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatSOLIDARITÄT UND ZUSAMMENSCHLUSS HERAUSGEFORDERT - Hetze von rechts: Die Antwort heißt - Offensiv für GDL-Forderungen und Streikrecht

Die Neue Züricher Zeitung (NZZ) bezeichnet den Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, als ,,Extremisten" und spricht am 4. März von einer ,,unverfrorenen Ausnutzung des Streikrechts" durch die GDL.

Quelle: https://www.rf-news.de/2024/kw10/hetze-von-rechts-gegen-die-gdl-jetzt-muessen-gewerkschafter-zusammenstehen

Warum muss um eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich so hart gekämpft werden?

Zwar sind für das Kapital auch erstrittene Lohnerhöhungen missliebig, weil sie den Preis für die Ware Arbeitskraft erhöhen, aber Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich macht nicht nur die Arbeitskraft teurer, sondern schränkt auch die Verfügungsgewalt des Kapitals ein und verringert für die Lohnabhängigen das Ausmaß der Ausbeutung.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

Die IG-Metall Vorsitzende und Arbeiterverräterin Christiane Benner hält den Vorschlag der Moderatoren im Tarifstreit der GDL mit der DB für tragfähig und fällt damit der GDL in den Rücken.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Hartzhetzer

ZitatDie Neue Züricher Zeitung (NZZ) bezeichnet den Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, als ,,Extremisten" und spricht am 4. März von einer ,,unverfrorenen Ausnutzung des Streikrechts" durch die GDL.
Ja klar wird von einer Ausnutzung des Streikrechts geredet, denn es ist ja nicht Sinn des vom Staat festgelegten Streikrechtes das dieses Recht gegen seine Interessen eingesetzt wird.
An alle Grundgesetz Fetischisten, hier haben wir wieder den Beweis das Gesetze ein Machtmittel der Herrschaft zur Verfolgung ihrer Interessen sind und nicht ein Mittel der Untertanen sich die Herrschaft gefügig zu machen. Falls die Untertanen auf blöde Gedanken kommen und versuchen Gesetze der Herrschaft gegen sie zu verwenden passiert das:

ZitatAngesichts des 35-Stunden-Streiks der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn (DB) werden Forderungen nach einer Änderung des Streikrechts laut. "Wir müssen für die kritische und alternativlose Infrastruktur in Deutschland neue Regeln schaffen", sagte der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Dazu gehöre auch die Bahn.
Wenn der öffentliche Nah- und Fernverkehr bestreikt werde, treffe dies alle, vor allem aber andere Arbeitnehmer. Der Staat müsse künftig sicherstellen, "dass es eine gewisse Grundversorgung immer gibt", sagte Naumann. "Das muss jetzt angegangen werden". Dafür sei eine Änderung des Streikrechts zwingend notwendig.

FDP-Fraktionschef Christian Dürr brachte eine Einschränkung des Streikrechts ins Gespräch. "Streiks dürfen schmerzhaft sein, aber sie müssen verhältnismäßig bleiben, insbesondere wenn es sich um kritische Infrastruktur handelt", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir sollten in den kommenden Wochen prüfen, ob die Regeln für Streiks im Bereich der kritischen Infrastruktur modernisiert werden müssen."

Weiterlesen:
https://www.stern.de/news/gdl-streik-facht-debatte-ueber-aenderung-des-streikrechts-an-34524690.html

Zitat2011 sollte Naumann als freier Mitarbeiter für die Deutsche-Bahn-Tochter DB Training tätig werden.[7][8] Das Vorhaben Naumanns stieß innerhalb von Pro Bahn auf Kritik.[9] Die Anstellung kam nicht zustande.

Nach Ende seines Amts als Vorsitzender 2012 sollte Naumann ein mit 340 000 Euro dotiertes dreijähriges Projekt ,,Sicherheit im Bahnverkehr" betreuen.[9] Ein Sozialfonds der Eisenbahn-Verkehrsgewerkschaft (EVG) und des Arbeitgeberverbands Move sollte dieses Pro-Bahn-Projekt finanzieren. Verbandsinterne Kritiker sahen die Unabhängigkeit von Pro Bahn gefährdet.[8][10] Das Projekt ,,Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben" wurde im August 2013 als Gemeinschaftsaktion der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, ,,Pro Bahn Service" und der Gewerkschaft der Polizei gestartet[11] und im März 2016 abgeschlossen.[12] Das Management lag hier beim IMU-Institut.

Quelle Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Peter_Naumann

Als 2022 beim Ausbruch des Ukraine Krieges Geschäftemacher und Kriegsgewinnler die Preise für Energie und Lebensmittel aus purer Habgier heraus um 50% bis 100% erhöht hatten, kam von diesen egelhaften Menschen aus der Politik und dem Medienzirkus niemand auf die Idee den Firmen Preiserhöhungen zu verbieten da ihre Geschäftspraktiken vor allen zu Lasten der Arbeitnehmer gehen und die öffentliche Infrastruktur gefährden. Auch von Verhältnismäßigkeit wollte da niemand etwas wissen.

Meine Solidarität hat die GDL auch, bitte knickt nicht ein.
Ein was muss uns aber trotzdem klar sein, selbst wenn die GDL Siegreich ist wird nichts besser werden, denn dann werden die Beförderungspreise und die Preise für den Gütertransport bei der Bahn erhöht werden, was dann wiederum Preiserhöhungen beim Fressen zur Folge haben wird. Das will ich nicht als Kritik an der GDL verstanden haben, sondern als Kritik an diesem Kapitalistischen Ausbeutersystem.
Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

counselor

Danke @Hartzhetzer. Der Fahrgastverband "ProBahn" war mir schon lange suspekt.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

Gerade brach im Radio (Bayern eins) wieder das Gehetze über den GDL-Streik aus. Was bilden sich diese unsolidarischen "Journalisten" eigentlich ein wer sie sind? Die diese Nachrichtenkacker möchte ich einmal sehen, wenn sie einen solchen Knochenjob wie Lokführer machen müssten.

Hier der einzige positive Kommentar zum Streik, der mir heute begegnet ist:

ZitatDeshalb wäre die Deutsche Bahn mit dem GDL-Vertrag besser dran

Im Tarifstreit mit der GDL könnte die Bahn den neuen Tarifvertrag einfach akzeptieren. Denn sie könnte vor allem von besseren Arbeitsbedingungen des Zugpersonals profitieren.

Quelle: https://t3n.de/news/deutsche-bahn-streik-gdl-kommentar-1612428/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Onkel Tom

Zitat von: counselor am 18:44:54 Mo. 11.März 2024Nachrichtenkacker
Schöner Begriff für die Ärsche, die uns immer mehr vor das Gehör laufen.  ;D
Lass Dich nicht verhartzen !

counselor

ZitatSTREIKFRÜHLING 2024 - Ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht muss her!

Seit der Presseerklärung der MLPD vor acht Tagen ,,Die Arbeiterbewegung tritt verstärkt auf den Plan"* reißt die Streikwelle nicht ab.

Neu hinzu kamen unter anderem die Flugbegleiter bei der Lufthansa, organisiert in der Gewerkschaft UFO. Von den 19.000 stimmten mehr als 96 % in der Urabstimmung für Streik. Gefordert werden 15 % mehr Lohn, 3000 € Inflationsausgleichsprämie und höhere Zulagen. Sie machen ihre eigene Rechnung auf - und haben dabei auch im Kopf: Lufthansa hat im letzten Jahr das drittgrößte Rekordergebnis der Geschichte erzielt mit 1,7 Milliarden Nettogewinn!

Quelle: https://www.rf-news.de/2024/kw11/ein-allseitiges-und-vollstaendiges-gesetzliches-streikrecht-muss-her
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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