Enteignen! Umverteilen!

Begonnen von Kuddel, 17:24:51 Di. 18.Oktober 2016

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counselor

Wir brauchen selbständige Kämpfe für einen Lohnnachschlag.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Naja, leichter gesagt als getan.

counselor

Einfach sicher nicht, aber es ist möglich und sollte daher diskutiert werden.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Hier wissen die Leute meist nicht, daß man auch selbst kämpfen kann und nicht in jedem Falle auf eine träge Gewerkschaft warten muß.

Ich glaube, die migrantischen Arbeiter müssen uns erst wieder beibringen, wie das geht!

counselor

Da gebe ich Dir Recht! Die Leute müssen das Kämpfen wieder erlernen, weil Jahrzehnte lang nicht wirklich gekämpft wurde.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

ZitatBundeswirtschaftsminister Habeck will offenbar das Kartellrecht verschärfen.
Laut einem Positionspapier aus seinem Ministerium soll der Staat auch ohne einen Nachweis von Marktmissbrauch Gewinne abschöpfen und notfalls die Konzerne zerschlagen können. Zuerst berichtete das Magazin ,,Der Spiegel" darüber. Hintergrund ist die Debatte um den Tankrabatt, der für Entlastung an den Zapfsäulen sorgen sollte. Kritiker werfen den Mineralölkonzernen aber vor, den Steuerabschlag nicht ausreichend an die Verbraucher weiterzugeben. Habeck sagte dem ,,Spiegel", es sei offenkundig das eingetreten, wovor viele Experten gewarnt hätten: Die Mineralölkonzerne strichen den Profit ein, und die Verbraucher merkten nichts von der Steuersenkung.
https://www.deutschlandfunk.de/habeck-will-gewinne-von-mineraloelkonzernen-abschoepfen-104.html

Es ist schon etwas traurig. Hier bei den Augebeuteten ist man scheinbar schon froh, wenn mal hier or da ein paar Krümel für sie von Tisch fallen. Ein gunstiges Bahnticket. Eine Lohnerhöhung unterhalb der Teuerungstate. Blabla.

Es ist doch geradezu erbärmlich, wenn Spiegel, Jusos und Grüne mehr fordern, als die Community bei chefduzen.
Warum fehlt uns nur der Mut in unserem Denken und unseren Wünschen??
"...und notfalls die Konzerne zerschlagen können", das hat der Habeck losgelassen!

dagobert

Zitat von: Kuddel am 18:34:07 So. 12.Juni 2022"...und notfalls die Konzerne zerschlagen können", das hat der Habeck losgelassen!
... im Wissen, das die FDP da nicht mitmachen wird.

Das Spiel kennen wir doch schon, hat Merkel mit der Ökosteuer und dem Dosenpfand in den 90ern doch genauso gemacht. Sie hatte sich als Bundesumweltministerin profiliert, der alte Kohl hat's abgeblockt.
Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch.
Karl May

BGS

Zitat von: BGS am 11:57:31 Mi. 01.Juni 2022
Es braucht angesichts der heutigen Situation der Ausgebeuteten weltweit dringendst gewaltiger, revolutionärer  Veränderungen. Wie es sie in der Geschichte schon gegeben hat.

Bei der Lösung der derzeitigen Probleme steht uns ein gigantischer Kampf bevor, denn die Krise ist ebenfalls gigantisch.

Es kann nicht sein, dass man zu Hause hockt und sich leid tut. Es steht einfach zuviel auf dem Spiel - wir sollten alles das fordern, was momentan unmöglich scheint. Nicht ruhen, bis wir es gemeinsam erreicht haben.

MfG

BGS

Quelle: https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.msg375723.html#new

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

BGS

Zitat
... .
[Anarchistische Initiative Ljubljana 2020:]: ,,Verbreiten wir das Virus des Widerstandes an Arbeitsplätzen, in Nachbarschaften und auf den Strassen".

Das ist, angesichts der fast konsensualen Zustimmung zum Corona-Regime und seinen ideologischen Grundlagen, keine einfache Aufgabe. Aber diese Aufgaben ist wahrhaft alternativlos. Beginnen wir also damit: nehmen wir den Dirigenten den Taktstock und schreiten wir voran auf dem Weg aus der ,,selbst verschuldeten Unmündigkeit" (vergleiche Immanuel Kant, wobei der Kampf um eine Mündigkeit kein individueller, sondern ein gesellschaftlich-emanzipatorisches Projekt ist!). Es ist an der Zeit, sich nicht länger von Angst dirigieren zu lassen.

Es ist Zeit, Staat, kapitalistisch determinierter Wissenschaft und dem medizinisch-biotechnologisch-digitalem Komplex das Vertrauen zu entziehen und Zeit, für eine befreite Gesellschaft zu kämpfen.

Es ist Zeit für die Zurückweisung der Autoritäten und Zeit für eine antiautoritäre Rebellion. Nicht die alte sterile Normalität, die alles und jede:n zur Ware degradiert, braucht es, sondern eine neue, diverse Normalität. Es ist, mit Peter Brückner gesprochen, Zeit für die ,,Zerstörung des Gehorsams".

Quelle: https://www.untergrund-blättle.ch/gesellschaft/religion/die-zeugen-coronas-kritik-bedeutung-7082.html

MfG

BGS
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counselor

Man sollte sowohl für eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft kämpfen, als auch für (kleine) Reformen.

Ein günstiges Bahnticket bringt eben für viele Arme etwas Entlastung. Und wenn ich sehe, wie viele Jahre hier in Nürnberg für ein günstiges ÖPNV-Ticket gekämpft wird und welche Widerstände dabei zu überwinden sind, dann weiß ich, dass der Kampf um revolutionäre Forderungen kein Spaziergang wird.

Ich hatte an anderer Stelle schon gepostet, dass ich für eine Wirtschaftsdemokratie nach dem Bontrup-Modell bin. Für dieses Modell gibt es keine Fundstellen im Internet, so dass ich auf sein folgendes epochales Lehrbuch "Volkswirtschaftslehre aus orthodoxer und heterodoxer Sicht" (S. 884 ff.) verweisen muss:
https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110619379/html?lang=de
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

ZitatGute Enteignung, schlechte Enteignung

Enteignungen sind purer Stalinismus – so ungefähr sehen das bürgerliche Parteien und Publizisten, wenn es um die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen geht, um bezahlbaren Wohnraum für Normal- und Geringverdienende in Großstädten sicherzustellen. Enteignungen dienen dem Gemeinwohl – so sehen das bürgerliche Parteien, wenn es darum geht, Straßenbauprojekte durchzusetzen, um den motorisierten Individualverkehr trotz aller bekannten schädlichen Nebenwirkungen weiter zu fördern.
https://www.heise.de/tp/features/Gute-Enteignung-schlechte-Enteignung-7221452.html

Das Thema Enteignung muß zu einem Dauerthema werden.
Eine linke Politik, die die Eigentumsverhältnisse nicht in Frage stellt, ist Schwachsinn. Sie wäre nicht in der Lage, die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend zu verbessern.


BGS

Zitat12.11.22
Parole Umverteilen

... . Als sich die Demo auf der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Finanzministerium und SPD-Parteizentrale in Bewegung setzt, sind es nach taz-Schätzungen etwa 7000 Teilnehmer:innen, viel mehr als die gesellschaftliche Linke im ausgerufenen ,,Heißen Herbst" bislang mobilisieren konnte.
... .

Quelle: https://taz.de/Demo-gegen-Krisenpolitik-in-Berlin/!5894625/

Hervorhebung von mir.

MfG

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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ManOfConstantSorrow

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatWarum sollten Unternehmen von Kapitalisten geführt werden?

Kapitalistische »Freiheit« ist nur ein anderes Wort für private Tyrannei. Beschäftigte, nicht Kapitalisten, sollten die Wirtschaft kontrollieren.
https://jacobin.de/artikel/warum-sollten-unternehmen-von-kapitalisten-gefuhrt-werden-robert-dahl-wirtschaftsdemokratie-liberalismus-alexis-de-tocqueville-mondragon
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

ZitatZahl der Milliardäre in Deutschland steigt auf Rekordwert

Ihre Zahl sei vergangenes Jahr um 23 auf den Rekordwert von 249 gestiegen, heißt es. Darunter fielen Einzelpersonen ebenso wie Großfamilien, die ein entsprechendes Vermögen gemeinsam kontrollierten. Insgesamt verfügten die 500 reichsten Deutschen demnach über 1,1 Billionen Euro.
https://www.deutschlandfunk.de/zahl-der-milliardaere-in-deutschland-steigt-auf-rekordwert-102.html

Ich finde diese Forderungen, daß man die Reichen höher besteuern möge, viel zu zahm. Man muß ihnen den Reichtum wegnehmen!

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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Kuddel

ZitatStudie: Mehrheit sorgt sich um Zusammenhalt in Deutschland

Rund 76 Prozent der Befragten stimmten voll oder weitgehend der Aussage dazu, dass der Zusammenhalt gefährdet sei, wie eine repräsentative Studie im Auftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio darlegt. Rund drei Viertel führten das auf soziale Ungleichheiten zurück. Teile der Politik und der Gesellschaft drängen deshalb auf Umverteilung. Der Soziologe Hanno Sauer von der Universität Utrecht bezweifelt indes in seinen Veröffentlichungen, ob sich eine Gesellschaft überhaupt mit ökonomischen Umverteilungsmaßnahmen nach den allgemein verbreiteten Gerechtigkeitsvorstellungen gestalten lasse. Im WDR und Deutschlandfunk Kultur sagte er, je mehr man wirtschaftlich Gleichheit herstelle, desto mehr prägten sich andere Formen sozialer Statushierarchien heraus. In modernen, liberalen Gesellschaften müsse man sich mit Ungleichheiten abfinden und sich mehr auf den Umgang damit konzentrieren.
https://www.deutschlandfunk.de/studie-mehrheit-sorgt-sich-um-zusammenhalt-in-deutschland-102.html

Hanno Sauer? Wasndas fürn Soziologe!?!?

ZitatIn modernen, liberalen Gesellschaften müsse man sich mit Ungleichheiten abfinden
Deshalb finde ich diese moderne liberale Gesellschaft zum Kotzen!
In einer solchen Gesellschaft will ich nicht leben!


counselor

In gewisser Weise hat Sauer ja Recht. Wenn man den Kapitalismus nicht infrage stellt, dann muss man sich mit der Ungleichheit, die er gesetzmäßig produziert, abfinden.

Tatsächlich ist die Klassenteilung im Kapitalismus die Wurzel der sozialen Ungleichheit. Die Akkumulation von Reichtum auf der einen Seite führt zwangsläufig zur Akkumulation von Elend auf der anderen. Diese Ungleichheit ist unvermeidbar, solange das kapitalistische System existiert, da es auf dem Prinzip der Aneignung des Mehrwerts durch die Arbeitgeber basiert.

Die Lösung besteht darin, dass die Arbeiter die Produktionsmittel in öffentliches Eigentum überführen und dieses selbst kollektiv kontrollieren.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Ja, dieses "Tax the rich!" ist inzwischen populär.

Die Verteilung des Reichtums ist absolut obzön.

Kurz und knapp: Ich halte die Forderung für unangemessen harmlos.

Das Geld der Reichen sollte nicht "gerecht" besteuert werden, man sollte ihnen den Reichtum wegnehmen. Ohne Entschädigung.

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