Ukrainekrieg und die Berichterstattung in den Medien

Begonnen von dagobert, 11:52:48 Do. 15.Dezember 2022

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dagobert

ZitatMedien plädieren überwiegend für Waffenlieferungen an die Ukraine und sehen die deutsche Regierung kritisch

Die meisten deutschen Leitmedien haben in den ersten drei Monaten des Ukraine-Krieges überwiegend für die Lieferung schwerer Waffen plädiert und diplomatische Verhandlungen als deutlich weniger sinnvoll charakterisiert. Zugleich war die Berichterstattung keineswegs regierungsfreundlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Otto Brenner Stiftung geförderte Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Sieben der acht in der Studie untersuchten Leitmedien beurteilten die Lieferung schwerer Waffen eindeutig als sinnvolle Maßnahme zur Beendigung des Krieges und waren zugleich deutlich skeptischer, was den Sinn diplomatischer Verhandlungen angeht. Nur beim Spiegel hielten sich positive und negative Einschätzungen zur Lieferung von schweren Waffen in etwa die Waage. Zugleich war der Spiegel das einzige untersuchte Medium, das diplomatische Verhandlungen eindeutig als sinnvoll bewertete. ,,Auch wenn die Berichterstattung nicht vollkommen einseitig war, überrascht die insgesamt starke Zustimmung zu Waffenlieferungen doch – vor allem vor dem Hintergrund vergleichbarer früherer Kriege, in denen deutsche Waffenlieferungen gar nicht zur Debatte standen", beurteilt der Studienleiter Prof. Dr. Marcus Maurer, Professor am Institut für Publizistik der Universität Mainz, die Befunde.

Kriegsgeschehen, Ursachen und Folgen des Krieges stehen im Vordergrund der Berichte

In thematischer Hinsicht war die Berichterstattung überwiegend auf das Kriegsgeschehen sowie auf Ursachen und Folgen des Krieges fokussiert, wobei die Verantwortung für den Krieg nahezu ausschließlich bei Russland gesehen wurde. Insgesamt waren die Berichte stark von deutschen politischen Akteuren dominiert. Dabei kamen Regierungsakteure etwa viermal häufiger vor als Oppositionsakteure.

Während die Bundesregierung und Kanzler Olaf Scholz in den untersuchten Leitmedien kurz nach Kriegsbeginn noch überwiegend positiv bewertet wurden, drehte sich die mediale Beurteilung im Verlauf des März zunehmend ins Negative. Vor allem Bild und Spiegel kritisierten die Bundesregierung und den Bundeskanzler stark. Die einzigen deutschen Politiker, die überwiegend positiv bewertet wurden, waren die grüne Ministerin Annalena Baerbock und ihr Parteikollege Robert Habeck, wobei Außenministerin Baerbock zudem positiver bewertet wurde als alle anderen erfassten Akteure. ,,Die Daten zeigen, dass die Berichterstattung keineswegs durchweg regierungsfreundlich war. In der Regel wurde die Regierung kritisiert – wenn auch nicht in allen Medien und zu allen Zeitpunkten gleichermaßen", fasst Maurer die Befunde zusammen.

Für Jupp Legrand, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, liegt mit dieser breiten Material- und Datenanalyse erstmals eine solide Grundlage für die weitere Diskussion über die ,,Qualität der Medienberichterstattung" zum russischen Angriffskrieg vor, die nicht auf persönlichen Eindrücken beruht oder auf individuellen Mutmaßungen fußt.
https://www.otto-brenner-stiftung.de/sie-moechten/presseinfos-abrufen/detail/news/medien-plaedieren-ueberwiegend-fuer-waffenlieferungen-an-die-ukraine-und-sehen-die-deutsche-regierung-kritisch/news-a/show/news-c/NewsItem/



https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/2022_Ukraine_Zwischenbericht.pdf
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

dagobert

ZitatDer völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Souveränität der Ukraine beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. Die Zeitenwende, die mit der kriegerischen Auseinandersetzung verbunden wird, wirft auch innenpolitische Fragen auf.

Droht mit einer militärischen Unterstützung der Ukraine eine Ausweitung des Krieges und eine Verschärfung der Lage? Wer ist verantwortlich für den Ausbruch des Krieges, welche Schritte versprechen eine Konfliktminimierung und welche Maßnahmen unterstützen Friedensbemühungen?

Forscher der Uni Mainz analysieren auf breiter Datenbasis die Medienberichterstattung über den Krieg und legen differenzierte Ergebnisse vor. Das Papier untersucht die Berichterstattung über den Ukraine-Krieg zwischen dem 24. Februar und dem 31. Mai 2022 mithilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse von rund 4.300 Beiträgen in acht deutschen Leitmedien: FAZ, Süddeutsche Zeitung, Bild, Spiegel, Zeit, ARD Tagesschau (20 Uhr), ZDF Heute (19 Uhr) und RTL Aktuell (18:45).

Ihre Befunde widerlegen manche Eindrücke oder persönliche Mutmaßungen, die bisher die öffentlichen Debatten prägen.
https://www.otto-brenner-stiftung.de/sie-moechten/sich-ueber-aktuelles-informieren/detail/news/die-qualitaet-der-medienberichterstattung-ueber-den-ukraine-krieg/news-a/show/news-c/NewsItem/


https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/2023_Ukraine_Berichterstattung_Endbericht.pdf
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

ManOfConstantSorrow

Deutsche Gewerkschaft als Sprachrohr der Nato.

ZitatVer.di-Zeitung Publik im Kriegsmodus

In der Ver.di-Mitgliederzeitung Publik findet sich seit einiger Zeit eine Kolumne mit dem Titel ,,Update Ukraine". Hier schreibt Olha Vorozhbyt, die stellvertretende Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins Ukraijinskyi Tyschden, nach Angabe von Publik ,,regelmäßig für uns ein Update aus der Arbeitswelt in der Ukraine". Olha Vorozhbyt ist auch Autorin auf der Website ,,Die Ukraine verstehen" des ,,Zentrums Liberale Moderne", ein Projekt des ehemaligen Maoisten und Politikers der Grünen Ralf Fücks sowie von Marie-Luise Beck, ebenfalls von den Grünen.

Von der katastrophalen Arbeitswelt in der Ukraine, die gekennzeichnet ist von extremen Niedriglöhnen, Arbeitsmigration und staatlich unterdrückten Gewerkschaften – und das alles schon lange vor der Eskalation des Krieges im Februar 2022 – erfährt man in der Kolumne von Olha Vorozhbyt aber leider nichts. Stattdessen werden dem Leser Durchhalteparolen und pure Kriegspropaganda geboten. In der Ausgabe 1-2023 von Publik kann man unter der Überschrift ,,Das Jahr, das alles veränderte" über die Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Ukraine lesen: ,,Seine stabile Entwicklung erfordert jedoch eines – den vollständigen Sieg der Ukraine in diesem Krieg." Dies ist das offizielle Kriegsziel der ukrainischen Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj: Vollständiger Rückzug der russischen Truppen und Aufgabe aller besetzten Territorien, einschließlich der Krim. ,,Pobeda" (Sieg) lautet die Parole.

Eine solche Forderung verlangt die unbegrenzte Fortführung und Intensivierung des Krieges, die Lieferung von immer mehr und immer schwereren Waffen, und sie führt nur zu mehr Zerstörung, mehr Leid und mehr Toten.

(...)

...auf die unsägliche Kolumne angesprochen hat die Chefredakteurin von Publik, Petra Welzel, sie vehement verteidigt: Olha Vorozhbyt habe danach das Recht, sich einen Sieg ihres Landes zu wünschen.

Es ist ganz offensichtlich, dass sich sowohl die Zeitschrift Publik wie auch die Führung von ver.di eingereiht haben in den regierungsoffiziellen Chor, der allein in Russland den Verantwortlichen für den Krieg sieht und über die vorangegangenen Taten der Ukraine sowie der NATO schweigt.

(...) Es ist höchste Zeit, dass sich die vielen bei ver.di Aktiven, die sich gerade in diesen Tagen für die Streikforderungen ihrer Gewerkschaft einsetzen, einmal genauer hinsehen, welche Positionen ihre Gewerkschaft sonst noch so vertritt, schließlich brauchen wir keine Gewerkschaft, die in ihrer Zeitschrift Kriegstreibern Platz bietet.   
https://www.andreas-wehr.eu/ver-di-zeitung-publik-im-kriegsmodus.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

ZitatMedien im Ukraine-Krieg: Staatswohl vor Aufklärung

In der Ukraine herrscht Krieg und daran ist auch Deutschland beteiligt. Eine Medienanalyse


Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine arbeiten die deutschen Mainstream-Medien unermüdlich daran, die nötige moralische Unterstützung für die Regierungslinie zu erzeugen – mit Erfolg. Ohne es bislang mit großen und praktisch störenden Protesten zu tun zu bekommen, liefert Deutschland immer mehr und immer schwerere Waffen direkt in ein Kriegsgebiet und rüstet seine Bundeswehr mit viel Geld zur drittstärksten Armee der Welt auf. Kritische Einwände gelten allenfalls dem Zaudern des Kanzlers zu den »notwendigen« Waffenlieferungen in die Ukraine und der Frage, ob 100 Milliarden Euro für die »Zeitenwende« nicht viel zu knapp gerechnet seien. Pazifismus und die früher üblichen Bedenken gegen Aufrüstung und eine offen militärische Außenpolitik sind in der deutschen Öffentlichkeit mittlerweile völlig out. (...)
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1173377.vierte-gewalt-medien-im-ukraine-krieg-staatswohl-vor-aufklaerung.html

Hanni3

Zitat von: Kuddel am 10:29:00 Mo. 22.Mai 2023
ZitatMedien im Ukraine-Krieg: Staatswohl vor Aufklärung

In der Ukraine herrscht Krieg und daran ist auch Deutschland beteiligt. Eine Medienanalyse


Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine arbeiten die deutschen Mainstream-Medien unermüdlich daran, die nötige moralische Unterstützung für die Regierungslinie zu erzeugen – mit Erfolg. Ohne es bislang mit großen und praktisch störenden Protesten zu tun zu bekommen, liefert Deutschland immer mehr und immer schwerere Waffen direkt in ein Kriegsgebiet und rüstet seine Bundeswehr mit viel Geld zur drittstärksten Armee der Welt auf. Kritische Einwände gelten allenfalls dem Zaudern des Kanzlers zu den »notwendigen« Waffenlieferungen in die Ukraine und der Frage, ob 100 Milliarden Euro für die »Zeitenwende« nicht viel zu knapp gerechnet seien. Pazifismus und die früher üblichen Bedenken gegen Aufrüstung und eine offen militärische Außenpolitik sind in der deutschen Öffentlichkeit mittlerweile völlig out. (...)
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1173377.vierte-gewalt-medien-im-ukraine-krieg-staatswohl-vor-aufklaerung.html

Aua. Da wird doch glatt der rosa Elefant genannt, der mitten im Raum steht.

*wir sind beteiligt* pfuibäh.

Habeck würde es so formulieren:

"Wir sind nicht beteiligt, wir halten uns nur nicht raus"

Hanni3

Und noch was:

Diese Heuchelei kotzt mich an.
Alle naslang steht eine unserer ReGIERungsmarionetten betroffen, mit gesenktem Haupt, schluchzend vor irgendeinem Gedenkmal oder einer Gedenkstätte.

Und ganz offen rennt er mitm Benzinkanister durch sämtliche Krisengebiete, um zu zündeln.

Und zu verdienen, natürlich.

Kuddel

So lange der Krieg andauert, berichten die Medien hauptsächlich über Geländegewinne und Siege der ukrainischen Seite. Man kriegt den Eindruck, die Ukraine hätte nahezu gewonnen. Es braucht nur noch den nächsten Schritt der Aufrüstung, dann ist der Sieg und damit der Frieden da.

Und so geht es weiter.

Wenn ich es mir genauer ansehe, bewegt sich in diesem Krieg nicht viel. Ein weiteres Hin & Her von Angriffen und Gegenangriffen, Rückeroberungen und Verlusten. Ein kontinuierliches Blutvergießen, das so lange weitergehen kann, wie es Menschen gibt, die man verheizen kann.

Erinnert an Verdun, wo es in den Schützengräben stets um einige Meter vor und zurück ging. Rund 700.000 Menschen starben im Kampf um wenige hundert Meter Boden.

Die Ukraine ist ein Testfeld für die neuesten Waffenentwicklungen, die es auf dem Weltmarkt gibt. Auch deshalb muß ich an Verdun denken:
ZitatDie Schlacht markiert einen Höhepunkt der großen Materialschlachten des Ersten Weltkrieges – niemals zuvor war die Industrialisierung des Krieges so deutlich geworden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Verdun

ManOfConstantSorrow

Schluß mit dem Geschwätz von dem Recht der Ukraine zur Selbstverteidigung.
Jetzt redet man Klartext.
Es geht um die Vernichtung des ewigen Erzfeindes.
ZitatKrieg in der Ukraine
"Jetzt ist die Zeit für den Tod des russischen Imperiums gekommen"
https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-krieg-oleksij-danilow-1.6248558?reduced=true

Jeder Schuß ein Ruß!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Es wird überall gesagt, die Demokratie sei in Gefahr.
Das ist schon richtig, aber sie wird nicht allein durch Rechtsradikale bedroht.
Eine bürgerliche Demokratie kann nicht ohne freie Medien existieren.
Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg, aber auch dem Gazakrieg, beobachte ich eine Gleichschaltung der Medien. Man steht auf der Seite einer Kriegspartei. Ein kritisches Hinterfragen findet so gut wie nicht statt.

Selbst wenn man zugibt, daß die Informationen, die man veröffentlicht, nicht verifizierbar sind, da sie von einer Kriegspartei stammen, könnte man ja dem die Meldungen der Gegenseite gegenüberstellen. Wenn man erklärt, daß hinter beiden Seiten Propagandainteressen stehen, könnte sich ja der Leser/Zuschauer selbst einen Eindruck von dem machen, was verbreitet wird.

Die Einseitigkeit der herrschenden Berichterstattung ist schwer zu ertragen.

ManOfConstantSorrow

ZitatJe schlechter es für die Kiewer Truppen läuft, desto mehr bemüht sich Militäranalytiker Nico Lange, seinen Schlachtplan »How to beat Russia« in den NATO-Medien unterzubringen.
https://www.jungewelt.de/artikel/464969.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatUkraine-Krieg: Nun werden auch die Medien kriegsmüde

Auch Medien lassen Ernüchterung erkennen. Bereiten Politiker die Weltöffentlichkeit auf unangenehme Wahrheiten vor?
https://www.telepolis.de/features/Ukraine-Krieg-Nun-werden-auch-die-Medien-kriegsmuede-9570927.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Ich sehe beim Ukrainekrieg keine Kriegsbegeisterung mehr in Deutschland. Selbst unter den Bekoppten ist sie verschwunden. Ein guter Moment, um Verhandlungen vorzuschlagen. Sollte man meinen.

Doch wie titelt zeit-online?

putin.JPG

Und wenn man diese Überschrift anklickt, landet man dort:

ZitatWladimir Putin
Er hört eh nicht zu


Verhandlungen mit Putin sollen den Krieg gegen die Ukraine beenden. Dabei würden sie ihn momentan nur verlängern.
https://www.zeit.de/2024/07/wladimir-putin-russland-ukraine-krieg-verhandlungen

Dieser Kommentar ist von Alice Bota. Solche Schreiberlinge machen schnell Karriere und werden hoch gehandelt:

   
  • Axel-Springer-Preis 2009
  • Nominierung für den Nannen Preis 2009
  • Nominierung für den Liberty Award 2015
  • Deutscher Journalistenpreis Wirtschaft | Börse | Finanzen (djp) 2016
  • n-ost-Reportagepreis 2017
  • Nominierung für den Deutschen Reporterpreis 2016
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Es ist ein alter Hut, daß die Wahrheit das erste Opfer in jedem Krieg ist. Es ist aber albern, die sinkende Autorität der Leitmedien zu beklagen, wenn genau diese sich Interessen verpflichtet sehen und nicht der Wahrheit. Auch die Öffentlich Rechtlichen lassen sich einspannen, insbesondere, wenn es um Krieg geht. Besonders erbärmlich wird es, wenn die "Faktenfinder" und "Faktenchecker" dieses Spiel spielen.

ZitatDesinformation in Deutschland
Wie die Angst vorm Krieg instrumentalisiert wird

Immer wieder wird behauptet, dass Deutschland bald zur Kriegspartei werde. Der neue Vorwurf: Die Regierung plane das, um Wahlen zu verhindern und so an der Macht zu bleiben. Doch hinter der Panikmache stecken prorussische Interessen.
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/verteidigungsfall-100.html?utm_source=pocket-newtab-de-de

Dahinter, vor einer Ausweitung des Krieges zu warnen, mögen auch russische Interessen stehen. Deshalb muß es nicht falsch sein. Schließlich wäre ein Ende des Krieges auch im Interesse der einfachen Menschen in der Ukraine und auch in Deutschland.

Tagesschau, bitte verschone mich mit der Kriegsretorik.

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Der Link zu dem Video von Fabian Lehr steht bereits an 2 anderen Orten in diesem Forum.
Artikel der Woche: "Kämpfen für Deutschland" von Leon Holly (taz)
Ich finde den Beitrag so gut und wichtig, daß ich ihn wiederholt einstelle.
https://youtu.be/pgk7R4HgFfA?si=me3yhyV4nhYm807C

Sollte man sich mal anhören.


Kuddel

Die Medien folgen den Machtverhältnissen und ihren Vorgaben.
Bis vor Kurzem gab es unendlich viele Beispiele für Erfolge der ukrainischen Seite. Mag jedes einzelne Beispiel vielleicht korrekt wiedergegeben worden sein, lenkten diese Meldungen davon ab, daß die Ukraine militärisch schon seit geraumer Zeit verliert.

In Politik und Militärkreisen herrscht nun ein völliges Chaos, man hat keine Ahnung, wie man mit Trumps Politik in Bezug auf die Ukraine und auf die Nato umgehen soll. Es könnte jedenfalls zu einem Ende des Krieges kommen, unter welchen Konditionen auch immer.

Erstmalig hört man nun in den deutschen Medien Stimmen aus der ukrainischen Bevölkerung wie "Hauptsache der Krieg wird beendet" oder "Wir wollen einfach nur Frieden!". Solche Stimmen dürfte es auch in der russischen Bevölkerung geben.

ManOfConstantSorrow

In einem Krieg kann man wohl auch nicht davon ausgehen, daß die Medien wahrheitsgemäß berichten. Um sich ein Bild machen zu  können, braucht man auch andere Quellen, auch die der Gegenseite. Natürlich sind Aussagen von Putin von Interessen geprägt und die Glaubwürdigkeit ist nicht anders als bei westlichen Politikern.

ZitatDie ukrainische Armee stehe kurz vor der Niederlage, sagte Putin während eines Besuchs eines Marine-Stützpunktes im nordrussischen Murmansk. Er betonte, dass Russland eine friedliche Lösung bevorzuge, jedoch nicht um jeden Preis. Putin schlug vor, die Ukraine befristet unter Verwaltung der Vereinten Nationen zu stellen, um Wahlen durchzuführen. Moskau behauptet, dass der ukrainische Präsident Selenskyj kein Mandat mehr besitze. Die Durchführung von Wahlen ist aber aufgrund des Krieges nicht möglich. International wird Selenskyj daher weiter anerkannt.
https://www.deutschlandfunk.de/putin-friedliche-loesung-nicht-um-jeden-preis-116.html

Das mag überzogen sein, doch ich gehe davon aus, daß die Lage relativ realistisch beschrieben ist. Das würde bedeuten, daß wir die ganze Zeit über den wahren Kriegsverlauf nicht ein wenig beschönigend informiert worden sind, sondern krass belogen wurden.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Nach offizieller Lesart ist Putin in Bezug auf die Ukraine mit seinem Latein am Ende.

"Der entscheidende Schlag? Trumps Sanktionen treffen Russland hart" - Handelsblatt

"Russland spürt Kriegsfolgen: Benzin wird teurer – nur noch für Reiche?" - Berliner Morgenpost

"Die wirtschaftliche Basis für Russlands Krieg bröckelt" - Table Media

"Russlands Wirtschaft fehlt das Geld – wichtige Branchen vor dem Kollaps" - FR

"Ukraine-Krieg aktuell: Kiew erobert taktisch wichtigen Ort zurück" - FR

"Russlands große Panzer-Lager sehen immer armseliger aus" - n-TV

Dagegen stehen Meldungen wie folgende:

ZitatMehrfach wechselte die Kontrolle über einzelne Stadtteile, im Abnutzungskrieg erlitten beide Seiten hohe Verluste. Jetzt scheint die Lage für die ukrainischen Truppen jedoch so kritisch wie nie. (...)

Jede Bewegung ukrainischer Fahrzeuge wird sofort entdeckt und häufig beschossen, sodass die Logistik faktisch zum Erliegen gekommen ist. Deshalb müssen ukrainische Soldaten teils zehn bis 15 Kilometer zu Fuß zur Front marschieren, um Munition und Vorräte zu transportieren. Ein Evakuieren Verwundeter sei kaum noch möglich. Der Soldatenmangel in den Frontabschnitten gilt als gravierend. Ein Offizier schilderte die Lage als "katastrophal": "Pokrowsk bricht zu schnell zusammen, damit haben wir nicht gerechnet."

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im September noch von erfolgreichen Gegenangriffen berichtet. Die Erfolgsberichte wurden jedoch von Anfang an durch ukrainische Militärbeobachter angezweifelt. (...)
https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100971290/ukraine-krieg-russland-setzt-truppen-in-pokrowsk-stark-unter-druck.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Es ist kein sportlicher Wettbewerb, bei der man einer Seite die Daumen drücken sollte. Sicherlich hätte Putin aus völkerrechtlichen und moralischen Gründen die Ukraine nicht angreifen dürfen. Doch wenn man die Ukraine weiter mit Waffen beliefert, macht man dieses Unrecht nicht einfach ungeschehen und so wie es aussieht, kann die Ukrainische Armee die russische auch nicht zurückdrängen.

Jede Verlängerung des Kriegs ist eine Verlängerung des Tötens und Sterbens. Das ist Putin, Selenskij und Rheinmetall egal.

Wir sollten uns nicht vor den Karren einer angeblichen militärischen Lösung spannen lassen. Der Krieg ist ein Fleischwolf, ein endloses Gemetzel.

Beide Seiten haben bisher einen hohen Blutzoll gezahlt.

ZitatEin weiteres Vordringen könnte eine große Herausforderung für die russische Armee werden. Schon jetzt kostet der verlustreiche Häuserkampf vielen Soldaten das Leben. Im laufenden Jahr sollen es laut einer neuen Schätzung des britischen Magazins "Economist" bis zu 600.000 tote oder verwundete Soldaten sein. Seit Kriegsbeginn belaufen sich die Verluste demnach auf 984.000 bis 1,4 Millionen Soldaten.
s.o.

Kuddel

Es ist nicht leicht, sich ein Bild zu machen von dem Krieg.

Mir tun die Menschen in der Ukraine leid, die herzlich wenig Schuld an dem Krieg haben. Für die russische Zivilbevölkerung, die von dem Krieg betroffen ist, sieht es doch nicht anders aus.

Es leiden und sterben Menschen für die Machtinteressen ihrer Regierungen, der Oligarchen/der Wirtschaft.

Es ist nervig, wie schlecht, einseitig und propagandistisch unsere mediale Berichterstattung ist. Es ist mit Sicherheit auf der russischen Seite nicht besser.

Ich bin es aber leid, ständig Siegesmeldungen der ukrainischen Seite zu hören, obwohl sie nachweislich militärisch den Kürzeren zieht.

Ich finde es wenig hilfreich, nur über das Leiden der Zivilbevölkerung der einen Seite zu hören, während die Zivilbevölkerung der anderen Seite nicht erwähnt wird.

Wenn ich höre, daß Putin einen "asymetrischen Krieg" führt, sehe ich spiegelbildliches Vorgehen des Westens.
ZitatRussischer General durch Autobombe in Moskau getötet
Wie staatliche Ermittler mitteilten, leitete der Generalleutnant die Abteilung für operative Ausbildung der Armee. Wer die Bombe gelegt hat, ist nicht bekannt. Die Ermittler erklärten, eine der untersuchten Spuren deute auf Verbindungen zu ukrainischen Spezialeinheiten hin.
Vor einem Jahr war schon einmal ein russischer General durch eine Bombe in Moskau getötet worden. Damals bekannte sich der ukrainische Geheimdienst SBU zu dem Anschlag.
https://www.deutschlandfunk.de/russischer-general-durch-autobombe-in-moskau-getoetet-104.html

Ich kann es nur schwer beurteilen, aber ich habe den Eindruck, ein großer Teil der militärischen Aktivitäten hat keine militärischen Ziele. Wenn ich höre, eine ukrainische Drohnenstaffel fliegt in Richtung Moskau, frage ich mich schon, wie das der Ukraine militärisch nützen soll. Beide Seiten ballern Kraftwerke zu Klump, aber darunter leidet doch die Zivilbevölkerung, auch wenn die Medien schreiben, es sei "Putins Kraftwerk".

Mir kommt das gesamte Schlachtfeld wie ein riesiges Testfeld für neue Waffen und Strategien vor. Davon profitieren Rheinmetall und Co., die ukrainische Bevölkerung mit Sicherheit nicht. Ein ernstzunehmender kritischer Journalismus könnte sich damit auseinadersetzen. Ein solcher Journalismus scheint nicht zu existieren.

ManOfConstantSorrow

ZitatDie Ukraine ist die Schicksalsfrage. Vom Ausgang dort kann abhängen, ob Putin seine Eroberungskriege fortsetzt und womöglich Litauen angreift – und damit die Bundeswehr, die dort die Nato-Schutztruppe führt. Deutschland hat erheblichen Einfluss auf den Ausgang des Kriegs.
DER TAGESSPIEGEL  https://www.deutschlandfunk.de/die-presseschau-aus-deutschen-zeitungen-8800.html

Welche Drogen werden in der Tagesspiegel Redaktion gereicht?

Die Bundeswehr und Rheinmetall sollen nun richten, was die US Army, bzw. die US Waffen, nicht hinbekommen haben?

Viel Spaß!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Über den gesamten Verlauf des Ukrainekrieges lese ich Berichte, daß Rußlands Wirtschaft durch den Krieg am Ende und kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Nun sagt unser Wirtschaftsminister:
ZitatDie russische Wirtschaft wachse und das Land ziehe Gewinn aus der Energiekrise, sagte Klingbeil am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington.
https://www.deutschlandfunk.de/russland-darf-nicht-gewinner-des-iran-kriegs-sein-102.html

Was denn nun?

krapotke

Zitat von: Kuddel am 19:47:23 Do. 16.April 2026Über den gesamten Verlauf des Ukrainekrieges lese ich Berichte, daß Rußlands Wirtschaft durch den Krieg am Ende und kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Nun sagt unser Wirtschaftsminister:
ZitatDie russische Wirtschaft wachse und das Land ziehe Gewinn aus der Energiekrise, sagte Klingbeil am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington.
https://www.deutschlandfunk.de/russland-darf-nicht-gewinner-des-iran-kriegs-sein-102.html

Was denn nun?

OT, aber es schoss mir grade so durch den Kopf: Nach der Tet-Offensive 1968 sagte ein US Anchorman sinngemäß: Seit jahren erzählt mir meine Regierung es gäbe ein Licht am Ende des Tunnels - nun entpuppt es sich als die Grubenlampe des Vietcong. Irgendjemand lügt hier.
,,Das habe ich getan" sagt mein Gedächtnis. "Das kann ich nicht getan haben" sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt das Gedächtnis nach.        Friedrich Nietzsche

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