Unruhige Krankenhäuser?

Begonnen von , 03:45:04 Di. 31.Dezember 2002

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Frauenpower

Oktoberfest im Klinikum Zehlendorf zur Gewinnung von Pflegekräften
ZitatWIESN-GAUDI" STATT BEWERBUNG SCHREIBEN
Offener Bewerbertag für Pflegekräfte am 27. September: Das Helios Klinikum Emil von Behring lädt ein ins Oktoberfest-Zelt
https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-klinikum-emil-von-behring/unser-haus/aktuelles/detail/news/offener-bewerbertag-fuer-pflegekraefte-am-27-september-das-helios-klinikum-emil-von-behring-laedt-ein-ins-oktoberfest-zelt/

Ja, wenn aus Ghana oder Brasilien niemand will..??

Wurden die Aborigines schon gefragt??


Frauenpower

Heute, 20.15 Uhr bei "Zur Sache Baden-Württemberg" geht es um die Krankenhausreform. Unter anderen diskutieren Ba-Wü Gesundheitsminister Lucha (Grüner) und von der LINKEN Christina Zacharias, die selbst in der Pflege tätig ist.
https://www.tvmovie.de/tv/zur-sache-baden-wuerttemberg-171261191


ManOfConstantSorrow

ZitatKüchenkräfte streiken im Städtischen Klinikum Dresden für höhere Löhne

Am Donnerstag haben die Küchen- und Servicekräfte am Städtischen Klinikum Dresden gestreikt. Sie fordern höhere Löhne, der Kölner Arbeitgeber ignoriert die Forderungen bisher.
https://www.saechsische.de/dresden/lokales/warnstreik-kuechenkraefte-staedtisches-klinikum-dresden-5916186.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

Das St. Elisabeth Krankenhaus in Lahnstein / RLP hat Insolvenz angemeldet. Es soll aber versucht werden, das Krankenhaus zu retten.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/st-elisabeth-krankenhaus-lahnstein-insolvent-100.html

counselor

Bin ich froh, dass das Klinikum Nürnberg ein bedeutender Maximalversorger für die Metropolregion ist. Da werden sie sich nicht ranwagen und das Krankenhaus schließen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Panait Musoiu

Letztendlich leidet das Gesundheitswesen weltweit unter der neoliberalen Politik.

ZitatRumänien: Gesundheitssektor droht mit Generalstreik

Der rumänische Gesundheitssektor droht im nächsten Monat mit einem Generalstreik, um gegen die niedrigen Löhne und den Personalmangel in den Krankenhäusern zu protestieren. Die Regierung hatte im vergangenen Jahr Mittel für das Gesundheitswesen gekürzt.


,,Die Notaufnahmen und Abteilungen sind voll und wir sind unterbesetzt", fügte Hușanu hinzu. Es bestehe ein dringender Bedarf an mehr als 30.000 neuen Mitarbeitern und die Vorsitzenden der beiden Regierungsparteien, Marcel Ciolacu und Nicolae Ciucă, hätten ihr Versprechen vom letzten Jahr, 15.000 Stellen für Neueinstellungen zu schaffen, nicht eingehalten.

Ein weiterer Streitpunkt sind die niedrigen Gehälter, die Pflegekräfte und Assistenten derzeit erhalten.

,,Das Gehalt einer Pflegekraft liegt in der Nähe des Mindestlohns, zwischen 3000 Lei (etwa 600 Euro) und 4000 Lei (etwa 800 Euro). Der Einstellungsstopp hat zu Erschöpfung geführt", erklärte Hușanu.

Selbst in Bukarest ist die Lage prekär, wo die Notaufnahme eines Kinderkrankenhauses letzte Woche wegen Personalmangels von der Schließung bedroht war.(...)
https://www.euractiv.de/section/europa-kompakt/news/rumaenien-gesundheitssektor-droht-mit-generalstreik/

Das ist nicht unabhängig von dem, was in der Gesundheitspolitik im Westen passiert:

Zitat...bis hin zu einem Personalmangel aufgrund der Abwanderung vieler Ärzte, Pflegekräfte und Assistenten in andere EU-Mitgliedstaaten reichen.

Frauenpower

https://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis/friedrichshafen/alles-ueber-die-schweren-vorwuerfe-gegen-das-klinikum-friedrichshafen;art372474,11827003
ZitatAlles über die schweren Vorwürfe gegen das Klinikum Friedrichshafen
Es geht um eklatante Missstände, den Tod einer Oberärztin, potenzielle Gefährdung des Patientenwohls: Hier fassen wir alles über das Krankenhaus am Bodensee zusammen, das inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit erhält.

In Friedrichshafen nahm sich eine Ärztin das Leben sie hinterließ bei ihrem Anwalt einen Brief über Mobbing, Personalmangel, Inkompetenzen... (ggf googlen wegen paywall)

Oh man...

ManOfConstantSorrow

Zitat"Applaus zahlt keine Miete": Streik am Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau

Trotz des Warnstreik sei aber die Notfallversorgung und Patientenbetreuung gewährleistet, wie es aus dem HBK heißt. Mitarbeiter sind in den Streik getreten. Eine junge anästhesietechnische Assistentin, die namentlich nicht genannt werden möchte, beteiligt sich, weil sie unzufrieden mit der Gesamtsituation seitens HBK ist. Der Streik sei notwendig, denn es müsse gehandelt werden. Neben der Lohnsituation seien es auch Dinge, wie Anerkennung, Wertschätzung und Empathie, die fehlen. "Vom Klatschen bekomme ich meine Miete nicht bezahlt", sagt die 25-Jährige.

Fakt sei, man dürfe die wirtschaftlichen Probleme nicht auf dem Rücken der Beschäftigten austragen, weil ein Krankenhaus mit schwarzen Zahlen, aber ohne Personal, ist auch kein gutes Krankenhaus, so der Gewerkschaftssekretär: "Wir finden, dass Krankenhausversorgung eine öffentliche Aufgabe ist. Da müssen alle Verantwortlichen, die Stadt, das Land, die Bundesregierung, der Gesellschafter, am Ende dafür Sorge tragen, dass es gut funktioniert."

Die Forderung an die Arbeitgeber ist klar formuliert gefordert wird 15 Prozent mehr Lohn, mindestens 500 Euro. Und darüber hinaus gab es noch eine Forderung für eine Pflegezulage, die bestimmten Beschäftigten in der Pflege gezahlt wird. Gefordert wird auch eine Einmalzahlung für ver.di-Mitglieder. Das sind die Hauptthemen. Dann gab es noch ein paar Themen mehr unter anderem geht es darum, langjährig Beschäftigte zu würdigen.
https://www.blick.de/westsachsen/applaus-zahlt-keine-miete-streik-am-heinrich-braun-klinikum-in-zwickau-artikel13566177
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

Zitat von: Frauenpower am 10:33:02 Do. 18.Juli 2024https://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis/friedrichshafen/alles-ueber-die-schweren-vorwuerfe-gegen-das-klinikum-friedrichshafen;art372474,11827003
ZitatAlles über die schweren Vorwürfe gegen das Klinikum Friedrichshafen
Es geht um eklatante Missstände, den Tod einer Oberärztin, potenzielle Gefährdung des Patientenwohls: Hier fassen wir alles über das Krankenhaus am Bodensee zusammen, das inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit erhält.

In Friedrichshafen nahm sich eine Ärztin das Leben sie hinterließ bei ihrem Anwalt einen Brief über Mobbing, Personalmangel, Inkompetenzen... (ggf googlen wegen paywall)

Oh man...

Report Mainz greift den Fall im Zusammenhang mit geschlechtsbezogener Diskriminierung und zwei weiteren ähnlichen Fällen die das private und Berufsleben erschweren oder verunmöglichen bei einem auf den Chefarzt fokussierten Klinikbetrieb auf.

Die angeprangerten Mängel der Ärztin in der Klinik Friedrichshafen sollen "in relevanten Punkten zutreffend gewesen sein".

Dieser Satz bringt der Ärztin aber nicht mehr zurück ins Leben.

ManOfConstantSorrow

Interessant ist, hier geht es nicht um das Pflegepersonal, sondern das meist "unsichtbare" Servicepersonal, das mit prekären Arbeitsbedingungen zu kämpfen hat.

ZitatReinigungskräfte, Sicherheitspersonal und Krankentransportfahrer an der Charité haben gestreikt. Erschwert wurde der Streik durch einen umfassenden Notdienst. Nun beendet Verdi den Streik.

Berlin (dpa/bb) - Der Streik bei der Charité-Tochter CFM wird beendet. "Wir beenden diesen laufenden Streik", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Hintergrund seien "streiktaktische Gründe". Die kommende Nachtschicht werde noch bestreikt.
https://www.n-tv.de/regionales/berlin-und-brandenburg/Laufender-Streik-bei-Charite-Tochter-wird-beendet-article25681902.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

ZitatStreik an mehreren Fresenius-Kliniken im Norden

An mehreren Kliniken des Betreibers Fresenius in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird gestreikt.

Die Belegschaft habe in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt, teilte der Landesbezirk Nord der Gewerkschaft Verdi mit. An den Standorten in Damp, Schönhagen, Schleswig, Schwerin und Leetzen wurde die Arbeit niedergelegt.

,,Wir fordern für die Beschäftigten einen ordentlichen Tarifvertrag, damit Arbeitsverhältnisse gesichert und vor allem auch einheitlich bewertet werden können", sagte der Fachbereichsleister für den Gesundheitsbereich der Gewerkschaft, Jochen Penke.

Derzeit gebe es mindestens vier unterschiedliche Entgeltsysteme – wodurch gleiche Tätigkeiten teilweise unterschiedlich bezahlt würden. Verdi warf dem Klinikbetreiber zudem vor, den Beschäftigten etwa in der Medizin- und Betriebstechnik die Aufnahme von Tarifverhandlungen zu verweigern.

,,Wir erleben, dass der Arbeitgeber – statt mit Verhandlungen zu beginnen – massiven psychischen Druck ausübt, der von den Beschäftigten als psychische Gewalt empfunden wird", betonte Penke. So werde mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen bei Streikbeteiligung gedroht und selbst Hausbesuche bei den Beschäftigten durchgeführt.
https://www.aerzteblatt.de/news/streik-an-mehreren-fresenius-kliniken-im-norden-04c5526d-9e5f-4950-aba7-95491f8c3ef4

dagobert

ZitatDruck im Betriebskessel
Küchenpersonal der Uniklinik Bonn klagt über Arbeitsbedingungen. Gewerkschaftliche Organisierung wird von Chefetage torpediert
Von Jessica Reisner

Viele Köche verderben den Brei? Nein! In Großküchen wie der Zentralküche der Universitätsklinik Bonn leisten sie Enormes. Um die Patientenverpflegung zu sichern, wird hier gewissenhaft geschnippelt, gerührt und gegart. Ist alles bereitet, stellen die Frauen am Band innerhalb einer Stunde unter Hochdruck rund 1.600 Mahlzeiten zusammen – plus 180 Diät- und 190 Sondergerichte für die Privatpatientenstationen, dreimal täglich das Ganze.

Verdorben ist jedoch das Arbeitsklima: Kehrt man die Reste zusammen, sind von ehemals sieben Betriebsratsmitgliedern gerade noch zwei übrig. Zehn Rücktritte aus dem Betriebsrat, inklusive der Ersatzliste, gab es seit 2022. Jetzt müssen Neuwahlen stattfinden. Gleichzeitig heizt die Geschäftsleitung unter Stephanie Schwedhelm die Negativstimmung im Betrieb weiter an. Vorläufiger Höhepunkt war die jüngste Kündigung und Freistellung des Betriebsratsvorsitzenden.

Angestellte berichten von einem angstbesetzten Arbeitsalltag: Wer nicht spurt – und beispielsweise ablehnt, kurzfristig einzuspringen –, muss demnach schon mal für sechs Stunden Essensreste in den sogenannten Schweineeimer befördern. Schnell würde einem hier das Leben zur Hölle gemacht, so Maurice Graf, zuständiger Sekretär der Gewerkschaft Verdi.

Der Ärger begann, als der 2022 gewählte Betriebsrat auf einer Schulung erfuhr, dass in Betrieben mit ständig mehr als 100 Beschäftigten Fachausschüsse zu bilden sind. Das trifft für die UKB Catering GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Uniklinik Bonn, zu: Rund 130 Angestellte arbeiten hier, wie das Klinikum jW auf Anfrage mitteilte. Seitdem soll die Geschäftsleitung Beschäftigten zufolge Kostenübernahmen für Betriebsratsschulungen beständig verweigern. Absagen erfolgten zumeist telefonisch, damit der Betriebsrat nichts Handfestes vorweisen könne.

Noch mehr Dampf ist im betrieblichen Kessel, seit die Küchenangestellten fordern, wie ihre Kollegen in Direktanstellung nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) statt nach dem Tarif des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes bezahlt zu werden. Einer der delikaten Unterschiede: Im TV-L werden die Berufsjahre angerechnet. Die Differenz kann laut Verdi je nach Tätigkeit und Berufsjahren zwischen 200 und 800 Euro im Monat liegen. Für solche Beträge lohnt es sich, einen Streit mit dem Chef auszutragen.

Doch schon, seit der Betriebsrat eine Inflationsprämie von 500 Euro durchsetzte, sind laut Verdi im Betrieb vermehrt vorgefertigte Rücktrittsformulare für Betriebsräte und Musteraustrittsformulare für Mitglieder der Gewerkschaft aufgetaucht. Verdi wertet das als Behinderung der Betriebsratsarbeit und Eingriff in die gewerkschaftliche Koalitionsfreiheit. Vorgesetzte sollen in Gesprächen zudem starken Druck auf Betriebsratsmitglieder ausgeübt haben, und tatsächlich seien Rücktritte von Betriebsräten teils unter Verwendung gleicher Formulare erfolgt.

Die Uniklinik Bonn erklärte gegenüber jW, dass die Auslagerungen von Catering, Patientenservice und Gebäudereinigung 2004 und 2007 auf Struktur-, Managementoptimierungen und Personaleinsparungen abgezielt hätten. Stephanie Schwedhelm ist Geschäftsführerin der drei Töchter und Leiterin der Rechtsabteilung der Uniklinik. Als solche ist sie laut Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet, vertrauensvoll mit Betriebsräten zusammenzuarbeiten und Betriebsratsmitglieder vor Behinderung und Benachteiligung zu schützen. Das Gegenteil scheint der Fall – und gilt als Straftat.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sah auf Anfrage von jW keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die Geschäftsführung der Uniklinik die Gewerkschafts- oder Betriebsratsarbeit behindert hätte. Das Thema Union Busting nehme die Landesregierung jedoch sehr ernst, so ein Sprecher.

Die volkswirtschaftlichen Folgen von Auslagerung und Lohndumping sind derweil verminderte Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Altersarmut. Dabei sollte doch gerade beim Essen, und noch mehr bei der Verpflegung Kranker, gelten: Lieber ein bisschen besser und dafür etwas mehr Geld ausgeben.
https://www.jungewelt.de/artikel/512198.union-busting-druck-im-betriebskessel.html
*gefunden über den Newsletter von arbeitsunrecht.de*
Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch.
Karl May

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