Den Knast in Frage stellen

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 17:18:23 Mi. 26.Februar 2020

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ManOfConstantSorrow

Es gibt also noch Leute, die sich interessante Gedanken machen.

Zitat"Menschenfeindlich und menschenunwürdig"
Dieser Kriminologe will die Gefängnisstrafe abschaffen
Der Bremer Jurist Johannes Feest hält es für falsch, Straftäter einzusperren. Stattdessen fordert er einen völlig neuen Umgang mit Kriminalität.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/johannes-feest-dieser-kriminologe-will-die-gefaengnisstrafe-abschaffen-a-e2edbcf4-2b2b-4bf1-a35c-c885877badec

https://strafvollzugsarchiv.de/

https://twitter.com/johannesfeest?lang=de
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

Ein Thema, dass ich auch interessant finde.
vor allem Wiederholungs-Schwarzfaher_innen sollten nicht mehr eine Gefängnisstrafe erdulden müssen. Wo nichts zu holen ist, ist nichts zu holen. Eher soll man sich um gratis-ÖPNV kümmern, was auch der Umwelt vermutlich zu Gute käme. Und Knast macht meiner Ansicht nach nichts besser. Also, die gesellschaftlichen bzw. sozialen Möglichkeiten werden dadurch nicht verbessert sondern eher im Gegenteil was entspr. einen Teufelskreis bewirken kann.

ich hatte hier ja mal einen interessanten Artikel gefunden:
https://gegen-kapital-und-nation.org/das-staatliche-strafen/


Kuddel

Weitergehende Gedanken sind in dumpfen Zeiten wichtig.

Die Black Lifes Matter Bewegung hat sich im letzen Jahr Gedanken zur Polizei gemacht. Sie sind zu dem Schluß gekommen, daß die Polizei in den USA mehr Probleme schafft als löst und machten sich deshalb Gedanken darüber, wie man alternative Strukturen schaffen kann, die die Polizei ersetzen und überflüssig machen.

Es haben ja (nicht nur) die Springermedien und die Law & Order Poltiker ganze Arbeit geleistet und viele Leute quatschen diesen Scheiß nach, von wegen "Einsperren und den Schlüssel wegewerfen!", als wenn das die Probleme lösen würde...


Frauenpower


Kuddel

Dabei ist das Thema wärend der Pandemie besonders brisant:
ZitatGefängnisse in Corona-Pandemie:
,,Das ist ein Pulverfass"
https://taz.de/Gefaengnisse-in-Corona-Pandemie/!5671910/

ZitatCoronavirus in Italien: Gefängnisrevolte mit sechs Toten
In Italien löste ein neues Besuchsverbot Revolten aus. Es soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Sechs Häftlinge starben
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228657221/Coronavirus-in-Italien-Gefaengnisrevolte-mit-sechs-Toten.html

Quarantäne als "Knast":
ZitatHilferufe aus dem Berliner Corona-Knast
16 Erwachsene und 4 Kinder sollen dort zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Isoliert von der Außenwelt, getrennt von Familien und Freunden. Massive Beschwerden der Betroffenen.
Zwei Toiletten für 20 Menschen: ,,Am schlimmsten ist diese Angst. Die Angst, sich deshalb gegenseitig doch noch mit dem Corona-Virus zu infizieren!" Diesen Hilferuf schickten Wuhan-Rückkehrer jetzt aus dem Isolierbereich der DRK-Kliniken in Köpenick an die B.Z.
https://www.bz-berlin.de/berlin/treptow-koepenick/hilferufe-aus-dem-berliner-corona-knast

ManOfConstantSorrow

ZitatThomas Galli
Weggesperrt
Warum Gefängnisse niemandem nützen   


Wem nützen Gefängnisse und wo richten sie Schaden an? Der Rechtsanwalt und ehemalige Gefängnisdirektor Thomas Galli zeichnet ein differenziertes Bild des Strafvollzugs und zeigt Alternativen zu sinnlosen Haftstrafen auf.

Unbestreitbar gibt es ein Bedürfnis der Gesellschaft nach Strafe: Wer gegen Gesetze verstößt, soll nicht ungeschoren davonkommen. Den Täter zur Verantwortung zu ziehen, ihn zur Reue anzuhalten, abzuschrecken, den Opfern Genugtuung zu verschaffen und die Gesellschaft vor Gefahren zu schützen – das sind die Hoffnungen, die sich an Gefängnisstrafen knüpfen. Aber aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiß Thomas Galli: Selten wird auch nur eins dieser Ziele erreicht.

In seiner Streitschrift fordert er daher den weitgehenden Verzicht auf Haftstrafen. Anhand vieler Beispiele aus seiner Praxis zeigt Galli, welche Alternativen bereits existieren, und diskutiert, wie wirkungsvolle Prävention, wie aber auch alternative Überwachung z. B. mittels elektronischer Fußfesseln funktionieren könnte. Den Täter-Opfer-Ausgleich und die Idee der Sühneleistung etwa durch soziale Arbeit beschreibt Galli als Möglichkeit, die Schuld gegenüber Opfern und Gesellschaft abzutragen.

Notorische und hochgefährliche Straftäter sollten auch weiterhin inhaftiert werden, argumentiert Galli, doch für alle anderen brauchen wir einen alternativen, wirkungsvollen Strafvollzug. Welche Schritte dafür nötig sind und wie die Gesellschaft von weniger Gefangenen profitiert, zeigt er in diesem engagierten Buch.
https://www.koerber-stiftung.de/publikationen/shop-portal/show/weggesperrt-256
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Nao

Es ist inzwischen eine weltweite Bewegung, die das Knastsystem in Frage stellt:

ZitatAnkündigung der weltweiten Koalition der Gefängnisabolitionisten

Die Abschaffung von Gefängnissen ist ein globaler Kampf. Wir stehen mit inhaftierten Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassenkapitalismus und Autoritarismus.


Im Mai 2020 entstand die Globale Koalition der Gefängnisabolitionisten aus Dialogen zwischen Organisationen wie der Alliance of Middle Eastern and North African Socialists, dem Notfallkomitee für Rojava, der Socialist Workers Alliance of Guyana, Abolitionist Collective, Movimento Negro Unificado, Black and Pink und Lausan sowie einzelnen Aktivisten aus fünf Kontinenten. Prominente Wissenschaftler/Aktivisten der Abolitionisten wie Dr. Romarilyn Ralston und Dr. Joy James.
Die Koalition entstand durch die Notwendigkeit, Verbindungen zwischen nationalen und internationalen Kämpfen sowie zwischen politischen Gefangenen und sozialen Gefangenen herzustellen, die meist aus der Arbeiterklasse stammen und Opfer von Armut, Rassismus, Marginalisierung und Vernachlässigung sind. Die Massenaufstände gegen anti-schwarze Polizeigewalt, zusammen mit der COVID-19-Pandemie und der drohenden Todesgefahr für die Gefangenen beschleunigten diese Bemühungen. Unsere Position zur Abschaffung der Gefängnisse ist von der Notwendigkeit einer Alternative zum Kapitalismus geprägt, denn der Kapitalismus ist karzinomatisch und autoritär.

Unsere grundlegenden Ziele sind folgende: 

  • Sofortige Freilassung der Gefangenen auf der Grundlage von Praktiken der restaurativen und transformativen Justiz.
  • Eintreten für sichere Unterbringung, Gesundheitsversorgung, Notwendigkeiten und Dokumentation für alle, einschließlich Migranten und Flüchtlinge.
  • Bekanntmachung der Fälle von politischen und sozialen Gefangenen, einschließlich der gewaltsam Verschwundenen.
  • Widerstand gegen Hinrichtung und Folter einschließlich Polizeibrutalität/Mord.
  • Sich gegen die Ausbeutung von Gefangenen als Arbeitskräfte aussprechen.
  • Förderung der Debatte über eine alternative Gesellschaft, die frei von entfremdeter Arbeit und der Logik des Kapitals ist.
  • Sich eine Welt ohne Gefängnisse und andere Formen der Gefangenschaft vorzustellen und darauf hinzuarbeiten.

Diese Koalition ist eine Form der politischen Praxis und des Wissensaustauschs, die darauf abzielt, bestehende regionale Kämpfe zu verstärken und ihre Selbstorganisation zu unterstützen, während wir globale Netzwerke fördern.

Um mehr über die Globale Koalition der Gefängnisabolitionisten zu erfahren, besucht:
http://www.worldwithoutprisons.org
https://lausan.hk/2020/announcing-the-global-prison-abolitionist-coalition/

Kuddel

Zitat von: Kuddel am 11:10:44 Mo. 23.März 2020
Dabei ist das Thema wärend der Pandemie besonders brisant:
ZitatGefängnisse in Corona-Pandemie...
...

Iran:

ZitatFast 50 Tage hat Nasrin Sotudeh für bessere Haftbedingungen in der Corona-Pandemie gehungert. Nun hat sie ihren Streik aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-09/nasrin-sotudeh-iran-menschenrechtlerin-hungerstreik-beendet

Petra9

Knäste anschaffen? Interessante Idee. Schließlich ist das Verbrechen ja schon passiert und im Knast werden viele erst richtig kriminell (siehe Wiederholungstäter).

ManOfConstantSorrow

Es findet demnächst eine internationale Diskussion über Unterdrückungsmechanismen wie Entführung und Zwangsverschleppung statt. Sie wird organisiert von der internationalen Koalition zur Abschaffung von Knästen.



ZitatEntführung und Zwangsverschleppung werden von unterdrückerischen Regimen weltweit immer häufiger eingesetzt. Folter und gewaltsames Verschwindenlassen sind ein strukturelles Problem staatlicher Bestrafung und Unterdrückung und keine Ausnahmeerscheinungen. Diese Techniken wurden von Kolonialmächten und liberalen Demokratien angewandt und sind zwischen den Staaten weit verbreitet, um Geständnisse zu erpressen. In vielen dieser Fälle waren Menschen willkürlichen Verhaftungen, Inhaftierungen ohne Haftbefehl und sexueller Gewalt ausgesetzt. Diese Strategie wurde häufig in Ländern wie Argentinien, China, Ägypten, Kaschmir und der Türkei angewandt. Die Referenten sprechen zu dieser Politik aus ihren Erfahrungen in Ägypten, Kaschmir und "Xinjiang".

Referenten:

Ahmed Said ist ein ägyptischer antiautoritärer Linker, ein Menschenrechtsverfechter, ein Dichter, ein Schriftsteller und ein beratender Chirurg. Er war vor einigen Jahren selbst ein Gefangener, wo er nach Verschwindenlassen und Folter ein Jahr in einem Hochsicherheitsgefängnis verbrachte. Derzeit ist er Mitglied des Bundestagsprogramms "Parlamentarier schützen Parlamentarier" und Koordinator für die ägyptische Kommission für Rechte und Freiheiten in Deutschland. Dies ist zusätzlich zu seiner Rolle als Koordinator und Produzent in der MENA Prison Forum Initiative sowie als Mitbegründer und Geschäftsführer der Open Data Bank.


Ather Zia ist Dichterin und ein politischer Anthropologin. Ather lehrt Anthropologie und Gender Studies an der University of Northern Colorado Greeley und hat kürzlich "Resisting Disappearance: Military Occupation and Women's activism in Kashmir". Sie ist Gründerin und Herausgeberin von Kashmir Lit und Mitbegründerin des Critical Kashmir Studies Collective. Ihre Forschungsinteressen konzentrieren sich auf militärische Besatzung, Menschenrechte, bewaffnete Konflikte, Widerstand, Siedlerkolonialismus, Gender, muslimische Frauen und den Islam.

Vincent Wong. Menschenrechtsanwalt und Mitglied des Lausan-Kollektivs. (Hongkong)

Moderatorin:

Mahavish Ahmad ist Mitbegründerin der Archives of the Disappeared, einer Forschungsinitiative, die sich mit der Archivierung und Dokumentation von Gemeinschaften befasst, die durch Akte der Gruppengewalt zerstört wurden (mit Mezna Qato, Yael Navaro und Chana Morgenstern). Sie hat als Journalistin über militärische und aufständische Gewalt in der Region Pakistan-Afghanistan berichtet. Gemeinsam mit Madiha Tahir gründete sie das zweisprachige Urdu/Englisch-Magazin Tanqeed. Derzeit ist sie Assistenzprofessorin für Menschenrechte und Politik an der LSE.

Freitag, 8. Januar 2021 19°°

die englischprachige Diskussion kann verfolgt werden über
https://www.youtube.com/watch?v=O4ZKZ8zkL7Q


Facebook: https://www.facebook.com/105889894485652/posts/212170290524278/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatAuf die Frage einer Journalistin, was der Jurist und damalige Gefängnisdirektor Thomas Galli mit den Gefangenen in seiner Justizvollzugsanstalt machen würde, wenn es nach ihm ginge, antwortet er: ,,Ich würde alle freilassen". Aber wie genau stellt Galli sich das vor, eine Gesellschaft ohne Gefängnisse? Wäre das überhaupt zu verantworten? Welche Auswirkungen hätte das auf die Sicherheit der Allgemeinheit?
Untergrund Blättle
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

ZitatStoß in die Armut

Gefängnisse widersprechen ihren eigenen Zielen, die Häftlinge auf ein verantwortungsvolles soziales Leben vorzubereiten.


Die Entscheidung des für Niedersachsen zuständigen Sozialgerichts dürfte eigentlich nicht überraschen. Die Rich­te­r*in­nen haben entschieden, dass die Miete eines Gefangenen während seiner siebenmonatigen Haft vom Sozialamt übernommen werden muss.

Das Gesetz, das den Strafvollzug regelt, ist deutlich: ,,Schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges ist entgegenzuwirken", steht in Paragraph drei, und weiter: ,,Der Vollzug ist darauf auszurichten, dass er dem Gefangenen hilft, sich in das Leben in Freiheit einzugliedern." Die Wohnung zu verlieren, weil das Amt nach sechs Monaten aufhört zu zahlen, läuft dem zuwider.

Trotzdem war es offenbar nötig, dass ein Gefangener vor Gericht zieht, weil die ganze Institution Gefängnis eben nicht daran ausgerichtet ist, was laut dem Gesetzestext ihr Ziel ist: Die Gefangenen zu befähigen, ,,künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen". Der Zwang zum Arbeiten unter dem Mindestlohn, das Wissen, dass die Post mitgelesen wird oder dass die Verwaltung darüber entscheidet, welche Bücher jemand lesen darf, sind nicht nur entwürdigend, sondern tragen bestimmt auch nicht zur Übernahme von Verantwortung bei.

Es gibt bessere Konzepte als Freiheitsentzug

Der Fall macht aber auch deutlich, wie unsinnig kurze Haftstrafen sind. Wer wegen wiederholten Schwarzfahrens oder dem Handel mit kleinen Mengen Betäubungsmitteln in den Knast muss, hat hinterher sicher mehr Probleme als früher, etwa den Verlust enger Beziehungen, des Jobs oder der Wohnung. Das ist weder gerecht noch produktiv für die Gesellschaft. Die In­sas­s*in­nen der Vollzugsanstalten sind zu Freiheitsentzug verurteilt, nicht zu mehr. Sekundäre Bestrafungen, wie ein Stoß in die Wohnungslosigkeit oder in ein Leben in Armut darf es nicht geben.

Kurze Haftstrafen, die auf leichte Delikte zurückgehen, gehören sofort abgeschafft. Im zweiten Schritt wäre die ganze Institution Gefängnis durch ein gerechteres Konzept zu ersetzen. Ansätze der ,,Transformative" oder ,,Restorative Justice", bei der die direkt Beteiligten einer Tat zu einer Suche nach Lösungen und Wiedergutmachung zusammen kommen, gibt es. Bis die Gesellschaft bereit dazu ist, sollten wir zumindest die Menschenwürde wahren.
https://taz.de/Knast-bei-Bagatellstraftaten-unsinnig/!5788106/

Kuddel

ZitatWieder ein Mord durch den Knast Bützow

Durch Gefangene wurde uns mitgeteilt, dass ein Gefangener am 09.08.21 im Knast Bützow gestorben ist. Wie bei fast allen Verstorbenen in Knästen spricht die JVA von Suizid – aber Gefangene und wir wissen, dass der Gefangene aufgrund der Umstände im Knast beschließen musste, sein Leben zu beenden.

Das Justizministerium MV hält natürlich das Bild des Siuizides aufrecht.

,,Am 09. August 2021 ist in der JVA Bützow ein 32-jähriger Strafgefangener tot aufgefunden worden. Er hatte sich am Fenstergitter stranguliert. Sofort eingeleitete Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Inhaftierten feststellen. Die Staatsanwaltschaft ist informiert worden."

Knästen gestalten das  Leben für Menschen so unerträglich, dass viele oft keinen anderen Ausweg sehen, als dieses zu beenden. Von einem Suizid zu sprechen, welcher impliziert, die Entscheidung sei selbst gewählt, ist angesichts der Tatsache, dass es die Zustände sind, welche Gefangene in den Tod treiben, einfach nur eine wiederliche Falschdarstellung.

Gefangene schrieben uns dazu folgende Zeilen:

,,Der Inhaftierte war Heroinabhängig. Er wurde von heute auf morgen in den kalten Entzug geschickt. Von der medizinischen Abteilung hat er weder Medikamente gegen die Schmerzen, noch Schlafmittel bekommen. Dies kann man auch als glatte Körperverletzung bezeichnen.

Nach einem Streit hatte man seinen Zellenkollegen verlegt und ihn allein gelassen, obwohl bekannt war, das er Suizid gefährdet war.

Nach dem Tod des Inhaftierten, sei es unmittelbar zu ausfallenden Äußerungen des Personals gekommen. Unter anderem soll ein Bediensteter Gesagt haben, das nun ein Brot mehr am Start sei und ein Junkie weniger der uns Sorge bereitet."


Ein anderer Gefangener aus einem Berliner Knast dazu:

,,Tatsache ist jedoch, es wird nur wenig zu den Ursachen benannt und dies hätte aber den Suizid des Inhaftierten erklärt, dass er einfach und mal wieder im Stich gelassen wurde und dies durch die Justiz selbst. Dies sind nun mal die Fakten, die auch wir aus Bützow gehört hatten."

Die sogenannte ,,Siuzidrate,, in Knästen in der BRD ist mehr als doppelt so hoch im Vergleich zu draußen. Das liegt vor allem daran, dass das  gesamte System hinter den Mauern darauf ausgelegt ist, Menschen zu brechen und erniedrigen. Gleichzeitig gibt es für die meisten Menschen hinter Gittern, welche über solch eine Entscheidung nachdenken, keine angemessene psychologische Betreuuung (geschweige denn Entlassung wegen, so laut Gesetz, ,,Haftunfähigkeit").  Das führt dazu, dass Gefangene über derartige Überlegungen garnicht sprechen und es somit auch oft nicht verhindert werden kann – denn die Äußerung von Suizidgedanken führt in der Regel zu noch mehr Repression, z.B. zum Videoüberwachter Bunker in Totalisolation.

Dass derartige repressive Maßnahmen wenig hilfreich sind erklärt sich von selbst – dass deswegen Knäste generell zerstört werden müssen, auch. Für die Freiheit, für das Leben!

Wir sind in Gedanken und in Trauer bei den Angehörigen und Freunden.
https://criminalsforfreedom.noblogs.org/2021/08/wieder-ein-mord-durch-den-knast-buetzow-2/

Kuddel

ZitatFür Armut bestraft

Jetzt landen Menschen wieder im Knast, die Geldstrafen nicht bezahlen können, etwa wegen Fahrens ohne Ticket. Ak­ti­vis­t*in­nen arbeiten dagegen an.


,,Dann bestrafen wir wieder Menschen für ihre Armut" sagt Mitali Nagrecha. Die Juristin ist Gründerin des Justice Collective, Teil eines breiten Bündnisses zur Abschaffung der Ersatzfreitsstrafen, sie plant zusammen mit anderen Ak­tivist*in­nen für den 31. Mai eine Aktion gegen ,,diese große Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit".
https://taz.de/Ersatzfreiheitsstrafen-in-Berlin/!5857164/

Kuddel

ZitatHinter Gittern
»Das Leben in Freiheit wird verlernt«
»Aktionstage Gefängnis«: Kritik am Haftsystem, das in erster Linie herrschende Verhältnisse aufrechterhält.
https://www.jungewelt.de/artikel/438176.html

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