WBA: Ich kann seit sieben Tagen keine Miete zahlen

Begonnen von Frauenpower, 18:52:38 So. 06.November 2022

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Frauenpower

Im September 2022 stellte ich Antrag WBA, es gab keine Änderungen. Wie üblich reichte ich Kontoauszüge ein. Die Ausgaben geschwärzt, die "Einnahmen" nicht. Was bisher immer so ok war.

Erste Aufregung nach ein paar Tagen: mir werden Einnahmen unterstellt, ich soll ungeschwärzte Auszüge einreichen, keine Originale schicken. Kopien, Briefmarken, Einschreiben.. Zahlt das JC natürlich nicht.

Nach Tagen wieder keine Antwort und nichts Gutes ahnend ging  ich Mitte Oktober zum Amt nachfragen. Der Antrag wurde vorläufig bewilligt hieß es,  aber  ohne Miete, weil ich das Kreuzchen an der Stelle nicht setzte, erfuhr  ich dann zufällig. Und ich erwirkte noch im selben Moment den Antrag mit der nötigen Ergänzung wieder einzureichen und ließ es mir bestätigen, was keine Selbstverständlichkeit mehr seit Neuestem ist.
Da sich nichts änderte ging mir das mit dem Kreuzchen  unter, was mir bisher nicht passiert war.  Wieder Aufregung, weil klar ist, wieviel Zeit das kosten wird.

Unverständlich, dass da nicht rückgefragt wurde beim Fordern der Kontoauszüge ob das mit der Miete stimmt, wo ich erst ja umgezogen und zwischendurch im Zeitraum der Antragstellung wieder kurz im Krankenhaus war mit Info ans Jobcenter.
Aber der  Verwaltungsweg geht halt vor den Mensch. :/

Als weiter keine Antwort kommt, schrieb ich vorsorglich einen Widerspruch auf den Bescheid den ich inzwischen erhielt,  der mir nur Alg II ohne die Miete vorläufig bewilligt.

Wegen dem WBA war ich letzte Woche dann das dritte Mal im Amt vorstellig. Ich erhielt die Antwort, dass weitergegeben würde, das es eilt.

Bis heute kein neuer Bescheid und wahrscheinlich keine Miete (direkt aufs Vermieterkonto als vertragliche Bedingung des Vermieters) überwiesen, auch wenn mein Vermieter sich bisher nicht gemeldet hat.

Und morgen ist dann der siebte Tag.

Und das zu einer Zeit, wo noch der vereinfachte Zugang zu Hartz IV gilt wegen der Corona-Regelung, die noch nicht aufgehoben ist, wie ich meine wo gelesen zu haben, was bspw. die Einforderung ungeschwärzter Kontoauszüge betrifft.

counselor

Möglich wäre eine außerordentliche Kündigung durch deinen Vermieter, wenn Du an zwei aufeinander folgenden Terminen mit der Mietzahlung im Rückstand bist
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__543.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Frauenpower


dagobert

Nicht abwarten.
Sofort (!) einen EA-Antrag beim zuständigen SG einreichen, am besten vorab per Fax.

Das kürzeste ER-Verfahren was ich bisher erlebt habe, hat drei Wochen gedauert. Bis dahin wäre bei dir schon fast die nächste Miete fällig.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Onkel Tom

Ich würde schnell zum JC hin und deren offene Fragen durch Vorlage
von Kontoauszügen beantworten und den Härtefall beantragen, da die
Mietzahlung bereits im Verzug ist.

Du könntest auch ein Schreiben dazu aufsetzen, der die Unstimmigkeiten
klärt und den Antrag auf Weiterbewilligung wegen Härtefall aufs
Papier bringt.

Funzt das nicht, gleich zum SG eine "Einstweilige Anordnung" (EA)
beantragen. Dazu alles, was den Sachverhalt beschreibt, mitnehmen.

Viel Glück und Daumendrück  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Frauenpower

Danke für eure Antworten!

@ Onkel Tom: Ich hatte die Kontoauszüge ja dann ungeschwärzt eingereicht. Es hing jetzt wohl alles an dem Kreuzchen auf dem Antrag in der Rubrik "fallen Kosten für Unterkunft an" , das ich vergaß, was mir aber schon vor Mitte Oktober hätte mitgeteilt werden können.

Inzwischen erhielt ich Post.
Es könnte Entwarnung signalisieren, muss es nochmal durchgehen. Aber wieder nur "vorläufige" Bewilligung.

Edit: Miete wird für diesen Monat nachgezahlt und auch kúnftig erfahre ich schriftlich wenn auch vorläufig :/ und meinem Widerspruch würde entsprochen werden, erfuhr ich (lediglich) mündlich.


Onkel Tom

Zitat von: Frauenpower am 11:52:43 Di. 08.November 2022Danke für eure Antworten!

@ Onkel Tom: Ich hatte die Kontoauszüge ja dann ungeschwärzt eingereicht. Es hing jetzt wohl alles an dem Kreuzchen auf dem Antrag in der Rubrik "fallen Kosten für Unterkunft an" , das ich vergaß, was mir aber schon vor Mitte Oktober hätte mitgeteilt werden können.
..

Echt ? Mache dir nix draus, habe auch schon mal vergessen, meine Unterschrift drauf zu setzen.  :-[

ZitatInzwischen erhielt ich Post.
Es könnte Entwarnung signalisieren, muss es nochmal durchgehen. Aber wieder nur "vorläufige" Bewilligung.

Edit: Miete wird für diesen Monat nachgezahlt und auch kúnftig erfahre ich schriftlich wenn auch vorläufig :/ und meinem Widerspruch würde entsprochen werden, erfuhr ich (lediglich) mündlich.


Jo, und Vorfall archivieren für den Fall, das Stimmung beim Vermieter kippen sollte.  ;)

Lass Dich nicht verhartzen !

Frauenpower

@Onkel Tom: klar, wird alles gesamnelt!

Der Vermieter hat die Miete anscheinend immer noch nicht bekommen, am Mittwoch, 16.11.22 erhielt ich Post von ihm inkl Mahngebühr, obwohl die Miete direkt an ihn  auf seine Vertragsbedingung hin vom Jobcenter überwiesen wird.

Eine Woche davor (Datum Bescheid 08.11.22) erhielt ich einen Bescheid vom Jobcenter, dass ich Miete für November 2022 und die folgenden Monate erhalte. Überwiesen wurde aber wohl nichts.

Ggf wird erst mit der Dezember - Ausschüttung überwiesen???

Habe nach Vermieterbrief - Erhalt gleich am nächsten Tag am Donnerstag das Jobcenter informiert. Bisher keine Antwort. Auch heute nicht

Heute informiert der Energieanbieter über zu erwartende höhere Kosten.

Meinem Widerspruch wurde vom Jobcenter bezüglich Miete  enstsprochen, in Aussicht gestellte Bescheide stehen bisher aus.


Onkel Tom

Ich nehme an, das die Knete zum kommenden Monatswechsel raus geht.
Papierkram dazu kommt meist ein paar Tage vorher.
Lass Dich nicht verhartzen !

Frauenpower

Ich bin jedenfalls nicht bereit, die Mahngebühr für die Zahlungserinnerung des Vermieters  zu zahlen und teilte dem Vermieter schriftlich mit, dass ich in gewisser Weise die Miete schon Mitte Oktober angewiesen habe im Rahmen des WBA. Und Kopie des relevanten Teil des Mieten-Bewilligungs  - Bescheides vom Jobcenter.  Also nix mit zu spät gezahlter Miete meinerseits. 




dagobert

Zitat von: Frauenpower am 05:32:39 Di. 22.November 2022dass ich in gewisser Weise die Miete schon Mitte Oktober angewiesen habe im Rahmen des WBA.
Das wird den Vermieter nicht interessieren, zumal es Unfug ist. Der WBA ist keine Mietzahlung.

Die Mahngebühr beim JC einfordern, dabei auf § 19 Abs. 1 SGB II (Leistungen nach dem SGB II umfassen auch die KdU) iVm § 37 SGB II (KdU sind vom Hauptantrag umfasst und müssen demnach nicht extra beantragt werden) hinweisen.
Bei Unklarheiten hätte das JC wenigstens zeitnah nachfragen müssen, was los ist.

Und in Zukunft bitte etwas klarer schreiben, was Sache ist.
Wenn ich sowas lese, bleibt da nämlich nur ein großes Fragezeichen:
Hat sie jetzt nen Bescheid oder nicht?
Zitat von: Frauenpower am 15:03:37 Sa. 19.November 2022Eine Woche davor (Datum Bescheid 08.11.22) erhielt ich einen Bescheid vom Jobcenter, dass ich Miete für November 2022 und die folgenden Monate erhalte.
[...]
Meinem Widerspruch wurde vom Jobcenter bezüglich Miete  enstsprochen, in Aussicht gestellte Bescheide stehen bisher aus.

Für die Zukunft wäre zu überlegen, die Direktzahlung der Miete zu stoppen und das selbst in die Hand zu nehmen. Dann hast du immer die Kontrolle, ob und wann die Miete überwiesen wurde.
Kleiner Denkanstoß:
https://forum.chefduzen.de/index.php?msg=321534
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Frauenpower

Ich habe gerade durch Zufall festgestellt, dass die mir die Miete auf mein Konto überwiesen haben und dass die das gemäß Bescheid, den ich darauf hin genauer betrachtete auch künftig so planen.

Wegen des beschissenen vergessenen Kreuzchens im September behandeln die den Direktüberweisungsfall Miete jetzt als was ganz Neues??

Oder glauben die, die müssen mich jetzt nur noch etwas weiter gängeln, dann spring ich schon von allein ab, wohin auch immer??


dagobert

Dann überweise die Miete an den Vermieter und gut is.

Schlimmstenfalls meckert der Vermieter vielleicht; mietrechtlich zählt allein, dass der seine Kohle kriegt. Von welchem Konto ist aus rechtlicher Sicht egal.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Frauenpower

Ja, zu dieser Haltung entschied ich mich dann auch und habe die Miete  dann auch gleich überwiesen. Ich will ab sofort gelassener sein. Wollte zuerst noch was schreiben aber dann dachte ich es auch so wie du sagst.

Frauenpower

Inzwischen schrieb ich einen Widerspruch, dass die  "vorläufige" Bewilligung in regulär umgewandelt wird, ich gerne  eine Begründung für das "vorläufig" hätte und dass die Miete wieder direkt an den Vermieter überwiesen wird

Antwort steht noch aus.

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