Hartz-IV-Wehrt Euch!

Begonnen von Sozial-Leaks, 11:53:09 Mi. 07.August 2013

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Kuddel

... und doch, es wird gegen die Erniedrigung durch die Jobcenter gekämpft. Auch auf der Straße!

https://x.com/soli_groepel/status/1760702184214155377

Kuddel

Hehey, bin noch ganz aufgekratzt. Ich war heute bei einer weiteren Aktion von Solidiarisch in Gröpelingen vor einem Jobcenter dabei.

Wow. Gute Stimmung, echte Wut und Lärm. Power.

Es ist also möglich, Straßenaktionen gegen Jobcenter erfolgreich durzuführen.

Ich werde noch einen ausführlicheren Bericht schreiben.

Onkel Tom

Zitat von: Kuddel am 13:45:52 Do. 25.April 2024Ich werde noch einen ausführlicheren Bericht schreiben.
Bin gespannt  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Bisher ist es mit dem ausführlichen Bericht nix geworden.

Dafür schonmal was aus dem Fernsehen:

 https://www.butenunbinnen.de/videos/kompakt-nachrichten-108.html

Kuddel

Es geht weiter mit Infos der Veranstalter (Solidarisch in Gröpelingen):

ZitatMit über 50 Mitgliedern der Stadtteilgewerkschaft Bremen Gröpelingen und mit Unterstützung der Solidarischen Hilfe Bremen haben wir heute die Forderungen der Geschäftsführung des Jobcenters Bremen und Gröpelingen übergeben:

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Das JC Management zeigt sich mit gequältem Lächeln.

1. Keine Verschleppung von Verfahren. Bearbeitung der Anträge innerhalb von 3 Wochen.
2. Eingangsstempel als Beweis, dass die Unterlagen abgegeben wurden.
3. Bei EU Bürger*innen soll das Jobcenter von sich aus prüfen, anstatt Anträge grundlos abzulehnen.
4. Keine Schikanen - keine Sanktionen

Die aktuelle Hetze und Angriffe gegen Menschen ohne bezahlte Arbeit sind ein Angriff auf uns alle. Weil sie auch ein Angriff auf die Löhne und die Arbeitsbedingungen sind und von den eigentlichen Problemen ablenken.

Deswegen waren wir heute auch vor dem Jobcenter um klar und deutlich zu sagen: das Problem sind weder wir Arbeitslose noch wir Migrant*innen. Das Problem ist eine Politik, die den Profit von wenigen über das Wohl der meisten stellt.

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Die Kundgebung war laut, kämpferisch und ein guter Anfang!

People Power Solidarität

https://x.com/soli_groepel/status/1783565234612953320

Kuddel

Meine Fotos

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Das Jobcenter West in Bremen Gröpelingen. Für diejenigen, die Bremen nicht kennen, Gröpelingen war ein Stadtteil, der vom Schiffbau lebte. Die Adresse des JC ist  Schiffbauerweg 22. Nachdem die Werft pleite gegangen ist, ist der Stadtteil zunehmend von Armut und Migration geprägt. Die Stadtteilgewerkschaft hat sich die Selbstorganisierung der Betroffenen gegen Ausbeuter und Behörden auf ihre Fahnen geschrieben.
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Es war nicht der erste Besuch beim JC Gröpelingen. Die vorangegangenen Aktionen vorm Jobcenter, die Beratungen und die Begleitung zum Amt, haben bereits Folgen gezeigt. Das JC steht nicht gern am Pranger, denn die Medien haben mehrfach über die Proteste berichtet.
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Ich war von den Redebeiträgen besonders beeindruckt. Es ging um die konkreten Probleme derjenigen, die beim JC ihre Anträge stellen, die unglaubliche Bürokratie, das "Verschwinden" von Anträgen, das Verzögern der Bearbeitung und all die Erniedrigungen, die zum Alltag eines Jobchenter"Kunden" gehören.

Es ging aber weiter. Es ging darum, welche Rolle die Jobcenter in dem Ausbeutungssystem spielen. Die viel zu niedrige Grundsicherung, die Drangsalierung und Schikanen der Jobcenter sollen die "Kunden" in den Niedriglohnsektor zwingen, der seit Schröders Agenda 2010 massiv ausgeweitet wurde. Das Thema "Leiharbeit" gehört dazu.

Es wurde auf die massive Kampagne gegen Erwerbslose und Migranten hingewiesen. Eine der Grundlagen von Solidarisch in Gröpelingen ist, daß Arbeitende und Erwerbslose und Deutsche und Migranten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Thematisiert wurde, wie die Medien sich auf Verfehlungen der kleinen Leute eingeschossen haben, während Milliardäre Steuern hinterziehen, die für das Gemeinwesen gebraucht würden. Wo bleibt die Wut auf die Reichen und Superreichen?
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Solidarisch in Gröpelingen will nicht (nur) dem Einzelnen helfen, sondern die ungerechten Verhältnisse ändern. SiG ist lebensnah, redet nicht nur über Verbesserungen, sondern organisiert Widerstand und Solidarität unter den Betroffenen. Die "Stadtteilgewerkschaft" wächst, unterstützt den Aufbau der nächsten im Stadtteil Walle, nimmt weitere Stadtteile ins Visier und denkt an den Aufbau ähnicher Projekte in anderen Städten.

Der Begriff "Selbstermächtigung" ist zu einem Modebegriff geworden, doch bei SiG paßt er. Es ging das Mikrophon herum. Einige Redebeiträge wurden in gebrochenem Deutsch gehalten, es gab Forderungen in verschiedenen Sprachen. Ich denke, einige der Migranten haben noch nie zuvor öffentlich vor einer Menschenmenge gesprochen.

Es waren Leute von anderen sozialen Initiativen dabei, die sagten, daß sie nun sich öfter den Aktionen von SiG anschließen werden. Es erzählten einge, warum sie als Rentner oder als prekäre Arbeiter solidarisch bei einer Jobcenteraktion dabei sind. Eine Frau sagte, sie habe selbst als "Fallmanagerin" beim Jobcenter gearbeitet habe, dann aber gekündigt hat, um "die Seiten zu wechseln". Sie macht in einer Ini nun Erwebslosenberatung.

Bei dieser Aktion ging es immer wieder um den Zusammenhang von Jobcentern und der Arbeitswelt.

Einer redete sich richtig in Rage wegen seinen furchtbaren Erfahrungen in der Leiharbeit. Und das Jobcenter würde ihn immer wieder in die Leiharbeit schicken.

Als ich da Micro hatte, bin ich nochmal auf die alte Idee einer Kampagne "für eine neue Fabienne" eingegangen. Es liegt bereits Jahre zurück, in der die französische Jobcenterbeschäftigte "Fabienne" sich weigerte, Erwerbslose zu drangsalieren. Sie ging mit ihrem internen Widerstand an die Öffentlichkeit und wurde gefeiert. In Deutschland kennen wir Inge Hannemann, die ähnliches versuchte. Sie wurde von ihrem Arbeitgeber massiv unter Druck gesetzt und schließlich an einen Arbeitsplatz ohne Publikumsverkehr gesetzt.

Ich glaube an die Idee betrieblichen Widerstands und halte es für sinnvoll, auch Jobcenter von innen anzugreifen. Es mag Arschlöcher und Sadisten unter den Beschäftigten geben, doch es sind auch nur Lohnabhängige, die da ihre Brötchen verdienen. Einige leiden unter dem, was sie da tun müssen. Da sollte man ansetzen und die "Fallmanager" auf ihre Rolle und Möglichkeiten (in einem Flugblatt) ansprechen.

Für das Gemeinschaftsgefühl wurden gemeinsam Parolen gerufen.

Es rief jemand ein Problem und die Menge antwortete mit "muß aufhören!"

Bearbeitungsverschleppung - "muß aufhören!"
Bürokratie - "muß aufhören!"

Und immer wieder:
Leiharbeit - "muß aufhören!"

Es wurde auch noch ein selbst getexteter Protestsong vorgetragen.

götzb

Die wahren Feinde....

https://archive.is/6B6mM

Ich sage zum dem Vogel nichts, auch wenn das Board hier wohl keine IP Adressen speichert.  ;D
Sabotage als legitimes Mittel gegen Zwangsarbeit und Niedriglohn.

Kuddel


BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Tiefrot

götzb schrob
Zitathttps://archive.is/6B6mM
Hab den Artikel im Link grade gelesen. Typischer FDP'ler.
Tanzt den Armen auf dem Kopf herum und verwechselt sie mit
Handelsware. Vertritt hier die Idee der Arbeitsnomaden.

Hatten wir Mitte der 1990er schon.  :Q
Der Kerl gehört in unseren Knast. Moment, ich regel das mal eben... ;D
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

Onkel Tom

Über das erste Bild muss ich etwas schmunzeln.. Wenn eine Aktion
vor dem JC funzt, kommen immer zwei raus, die auf Info und Flugi
Sammeltour aus sind.. Ist schon mal gutes Zeichen, das durch Kritik
JC-Mitarbeiter angenervt sind.  :D Da wollen sie das genauer wissen.

Jo, Fabienne und Inge Hannemann sollte anbei nicht alles gewesen
sein..
Lass Dich nicht verhartzen !

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