"Maßnahmen" der Agentur und Simsalabim aufs Neue

Begonnen von fegefeuer, 20:09:31 So. 06.August 2023

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fegefeuer

Nach 7 Jahren war ich wieder beim Arbeitsamt.

Über meine einzigartige Karriere in deutschen Call-Center und im Outbound berichtete ich ja ausführlich
in einer 4teiligen Studie im Jahre 2015, an der ich ein halbes Jahr damals gearbeitet hatte.
Meine Einstellung ist am Rande bemerkt seit langen Jahren anders, als bei anderen, da ich in bösen
Jahren der "Kampfzeit" das Amt immer hinter mir und unterstützend zur Seite stehen hatte.

Es ging nun in eine sogenannte "Maßnahme".
Ich hasse dieses Wort und wollte schon einen Antrag stellen, hier nicht von "Maßnahme" zu reden,
sondern von einer "Kostenfreien unterstützenden Hilfeleistung" des Staates, da dies aber zu lang ist,
wäre "Kostenfreie Schulung" besser.

Das einzig Schlimme daran ist nur das Wort ("Maßnahme"), wenn man hier suggestiv etwas schlauer
vorgehen würde, brauchte man nur das Wort ändern und schon sieht alles ganz anders aus...

...was es dann auch war.

Ein weiteres entscheidendes Wort ist auch das Wort "kostenfrei", denn Schulungen an Privatschulen
kosten Geld (und manchmal sehr viel).

Unter uns gesagt, weiß ich zwar nicht, wofür ich mit Mitte sechzig noch eine Schulung brauche,
aber man lernt ja nie aus, bzw. kann von mir noch lernen  :)

Mir hat diese Schulung dreimal die Woche Spaß gemacht, im Gegensatz zur Härte der wirklichen Arbeitswelt,
eher ein Plantschen im Nichtschwimmerbecken, Plaudern untereinander, theoretische Vorträge, die zwar
echt interessant waren, nur dass sie halt nur reine Theorie waren, die Praxis sieht anders aus und die habe ich
in meinen 16 Arbeitsverträgen (in 20 Jahren im Outbound) bitter erfahren müssen.
Vorher noch mit meinen Bandscheibenproblemen schön 30 Minuten spazieren gegangen...
...und der Knüller ist, man bekam sogar die Fahrkosten noch zurück.

Tja was will das Herz noch mehr...

Der Haken an der Sache ist der, dass es kein Geld gebracht hat, sondern nur Geld gekostet hat (dem Staat).
Was auch nicht selbstverständlich ist, in anderen Ländern gibt es so etwas nicht!

Wo ich ja nun kurz von der Rente stehe und auf über 20jährige Erfahrung mit 16 Arbeitsverträgen in allen Kategorien
und Strukturen im Outbound (ich berichtete) zurückblicken kann, war dieser Monat eine richtige Erholung.

Allerdings habe ich in diesem Monat nicht nur im "Nichtschwimmerbecken" geplanscht, sondern habe nach
über 200 Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und Vorstellungsrunden (ab Nov. 2008 schriftl. festgehalten)
wieder die sogenannte "Kampfzeit" aufgegriffen und 10 Bewerbungen in diesem Monat geschrieben,
die 1 Vorstellungsgespräch (das sechzigste oder siebzigste) zur Folge hatte, einmal Probearbeiten und ...
Simsalabim ... nun habe ich den nächsten Arbeitsvertrag bei einer Firma in Bochum-Altenbochum in Vollzeit
angetreten, quasi als Übergang zur Rente.

Dieses ist mein 17 Arbeitsvertrag (ab dem dritten habe ich mir alle selbst gesucht), eine Mischung aus
Disziplin, Routine und Talentschmiede Faber, wo am 17 Mai 2005 meine Laufbahn im Outbound begann
("Zu jener Stunde begann es..."  - ich berichtete).

Wofür das Ganze nun (?).
Jüngere sollten sich da einmal ein Beispiel dran nehmen und zumindestens an so eine lockere Schulung
positiv herantreten und diese als Hilfe ansehen wieder in den Arbeitsprozeß zu kommen.
Auch wenn ich mir die neue Stelle (wieder) selber besorgt habe.

Ich könnte mich jetzt auch mit Mitte 60 zur Ruhe setzten, mache ich aber noch nicht, vielleicht werde
ich sogar weitermachen, was natürlich eine Frage der gesundheitlichen Verfassung ist.

Als solches gesehen sollte man als Betroffener sich nicht von dem Wort "Maßnahme" abschrecken lassen
und es eher positiv sehen, Eigeninitiative ist natürlich wichtig, allerdings sind solche Schulungen immer eine
kostenfreie Hilfe des Staates (die sogar Spaß machen kann).

Eine Maßnahme wird zur Schulung und ... Simsalabim geht meine Karriere weiter.


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