Demo am 26.03. in Duisburg zur Aufklärung des Todes von Refat Süleyman

Begonnen von admin, 12:12:48 Mo. 20.März 2023

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Fritz Linow

Zitat26.3.23
Toter Arbeiter bei Thyssenkrupp: Mordgerüchte halten sich

Nach Abschluss der Untersuchungen zum Tod von Refat Süleyman (26) haben Bulgaren erneut in Duisburg demonstriert. Einige glauben weiter an Mord.



Zum zweiten Mal seit Oktober haben Teile der bulgarischen Community ,,für die lückenlose Aufklärung" des Todes von Refat Süleyman demonstriert. Statt einer annähernd vierstelligen Zahl im Herbst nahmen dieses Mal kaum mehr als 100 Menschen an dem Protestmarsch teil, der über die Koloniestraße zur Staatsanwaltschaft Duisburg führte. Hintergrund: Die Untersuchungen zum Tod des Arbeiters wurden unter der Woche für abgeschlossen erklärt, lassen jedoch Fragen offen.

,,Gerechtigkeit für Refat Süleyman" steht auf vielen Plakaten. Wie schon im Oktober skandieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über weite Strecken ,,Adalet", das türkische Wort für Gerechtigkeit. Auf einem Schild steht aber auch: ,,Es ist kein Arbeitsunfall. Es ist Mord!" Die Spekulationen, der junge Bulgare türkischer Herkunft könnte einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein, halten sich weiter.

Refat Süleyman: Fragen zum Tod auf dem TKS-Gelände in Duisburg bleiben

Laut dem Verein ,,Stolipinovo in Europa", der die Demo organisiert hat, habe es etwa mehrere Festnahmen gegeben. Die könnten auf ein Gewaltverbrechen hinweisen, seien von der Staatsanwaltschaft aber nicht bekannt gemacht worden. Darüber hinaus geht es dieses Mal auch um ganz grundsätzliche Dinge: ,,Stolipinovo in Europa" tritt für die Rechte von Arbeitsmigranten aus Bulgarien ein, prangert Ausbeutung am Arbeitsplatz und eingeschränkten Zugang zu sozialen Rechten an.
Die vergleichsweise geringe Teilnahme mag dem schlechten Wetter geschuldet sein. Doch auch die Präsenz in türkischsprachigen Medien war dieses Mal nicht mit der ersten Demonstration, damals in Bruckhausen, vergleichbar. Im Oktober hatte etwa die Nachrichtenseite des in Deutschland lebenden Türken Ben Yüksel, mit 300.000 Fans allein auf Facebook, den Protest beworben und später per Livestream übertragen. Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen waren dadurch nach Duisburg gekommen.
https://www.waz.de/staedte/duisburg/toter-arbeiter-bei-thyssenkrupp-mordgeruechte-halten-sich-id237995279.html

Kuddel

Am Freitag fand in Duisburg-Marxloh eine weitere Demonstration von Angehörigen und Freunden von Refat Süleyman statt.
Wie viele Menschenleben werden noch am Altar des Unternehmensprofits geopfert werden @thyssenkrupp?






Fritz Linow

ZitatVergangenes Wochenende kamen 1.550 Kolleg:innen, Gewerkschaftsmitglieder:innen, linke Klimaaktivist:innen und Intellektuelle an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) zusammen. Sie diskutierten über die Frage, wie und womit wir die Gewerkschaften erneuern können.
(...)
Redebeiträge aus dem Publikum waren bei den großen Zusammenkünften nicht vorgesehen und auch bei den Workshops, die eigentlich ein Ort für Austausch sein sollten, verhinderten die Veranstalter:innen teilweise Wortmeldungen. In einem besonders harten Fall versuchten zwei Mitglieder des Vereins Stolipinovo in Europa im Workshop ,,Solidarische Antworten auf Inflation, Krieg und Klimakrise" einen Beitrag zu dem Todesfall von Refat Süleyman auf einem Werksgelände von ThyssenKrupp zu machen. Er arbeitete dort als Reinigungskraft über eine Leiharbeitsfirma und es scheint sehr deutlich, dass es Versuche gab, seinen Tod zu vertuschen. Offenbar ist dies kein Einzelfall. Die Workshop-Moderation und später die Konferenzleitung wollten sie nicht vor Publikum darüber reden lassen. Man forderte sie sogar auf, ein Video von dem Vorfall zu löschen.
(...)
https://www.klassegegenklasse.org/wie-koennen-wir-die-gewerkschaften-erneuern/

Hä?

Kuddel

Ja, die Rosalux/Linkspartei steht nicht so auf Basisbeteiligung und Spontanität.



Die haben vor einigen Jahren Daimlerarbeiter, die wild gestreikt hatten, nicht reden lassen, jetzt sind es irgendwelche migrantischen Leiharbeiter, die sich formal nicht früh genug angemeldet hatten, und angeblich deshalb keine Bühne auf der Streikkonferenz haben durften.

Fritz Linow

Okay, hätte auch mal selber gucken können. Hier ist das Statement:
https://stolipinovoeuropa.org

Zitat(...)
Diese Erfahrung zeigt, dass trotz aller Propagierung von Solidarität und Integration es noch keine adäquaten Räume für Austausch mit und das Anhören von migrantischen Anliegen durch Gewerkschaften gibt.

100% deutschsprachige Veranstaltungen mit Panels und Vorträgen können diese Funktion jedenfalls nicht erfüllen.
(...)

Passt vielleicht eher in den Thread zur Streikkonferenz, möchte aber trotzdem mal wissen, wie viele migrantische Kämpfe an den Gerwerkschaftskartoffeln vorbei gehen.

Kuddel

Es ist in der Sache weiterhin Druck auf dem Kessel.
Ein relativ aktuelles Video:

https://www.youtube.com/shorts/2Yygfmmwpyw

Das wurde heute online gestellt:

Der Tod von RefatSüleyman wird nicht in Vergessenheit geraten, ebenso wenig wie die ausbeuterischen Strukturen, die zu seinem Tod beigetragen haben. Der letzte Protest fand vor dem Subunternehmen OPS/Eleman in Oberhausen statt.






Kuddel

Ich bin beeindruckt, wie die Aktivisten verhindern, daß Gras über die Sache wächst. Sie halten die Proteste am Köcheln. Es wird Klartext geredet.

ZitatArbeitsmord: Hunderte fordern Aufklärung und Gerechtigkeit für Refat Süleyman

Refat Süleyman war Vater von zwei Kindern. 2016 kam er mit einem Teil seiner Familie auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen von Bulgarien nach Deutschland. Stattdessen fand er hier den Tod. Er war Angestellter der Duisburger Leiharbeitsfirma Eleman aus Oberhausen.

...Am Samstag versammelten sich trotz Dauerregens und Kälte über 200 Menschen zu einer Demonstration in Duisburg. Aufgerufen hatte der Verein ,,Stolipinovo in Europa", gekommen sind vor allem bulgarische und türkische Arbeiter:innen, aber auch ein einzelne Mitstreiter:innen von sozialistischen Gruppen wie Young Struggle, der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen und die anarchosyndikalistische Gewerkschaft FAU sind anwesend...
https://perspektive-online.net/2023/03/arbeitsmord-hunderte-fordern-aufklaerung-und-gerechtigkeit-fuer-refat-sueleyman/

ZitatAngebliche ,,Arbeitsunfälle", vor allem von migrantischen Leiharbeiter:innen, sind kein Einzelfall sondern Produkt der kapitalistischen Profitjagd. Wenige Tage nach dem Todesfall formulierten wir in einen Redbeitrag:

"Auf Arbeit zu sterben, das kennt man aus dem Fernsehen, das passiert in irgendwelchen weitentfernten Ländern, so scheint es.

Die Realität sieht aber anders aus. Allein letztes Jahr gab es 510 tödliche Arbeitsunfälle in Deutschland."
https://internationale-jugend.de/index.php/2023/03/27/ruhrgebiet-gerechtigkeit-fuer-refat-sueleyman/

ZitatFünf Monate nach Tod eines jungen Leiharbeiters im Thyssenkrupp-Stahlwerk: Demonstration fordert Aufklärung

...Die konkreten Gründe für den Tod Refats bleiben offen. Aber eines ist klar: Refat Süleyman war Opfer der weitverbreiteten Ausbeutung insbesondere ausländischer Arbeiter, in Duisburg vor allem von Arbeitern aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien. Von undurchsichtig organisierten Leiharbeitsfirmen werden sie als billige Arbeitskräfte an Großunternehmen verliehen...

Das System der Leiharbeit ist für viele Arbeiter in Deutschland tödlich...

Die Gewerkschaften und ihre Betriebsräte in den großen Konzernen spielen dabei ein doppeltes Spiel. In der Öffentlichkeit klagen sie dieses brutale Ausbeutungssystem an. Tatsächlich organisieren sie über den Tarifvertrag Leiharbeit die miesen Löhne und Arbeitsbedingungen. Einige Gewerkschaften sind selbst an Leiharbeitsfirmen beteiligt...

https://www.wsws.org/de/articles/2023/03/27/refa-m27.html






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