Osteuropa

Begonnen von Kuddel, 11:00:23 Mi. 15.August 2018

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ManOfConstantSorrow

Von Osteuropa will man nichts wissen. Wenn es Proteste gibt, dann wird nur gefragt, ob sie pro-EU oder pro-Putin sind.

ARTE will nun am Puls der Zeit sein. "Gen Z" ist das Thema. Es soll nun alles jung und hip sein, auch die Form des Beitrags.


https://www.youtube.com/watch?v=nSsetnPAtQY

Jede Menge Lifestyle, etwas Klima, etwas anti-Putin, aber nichts über die soziale Situation.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

dagobert

Wenn man das Video für bare Münze nimmt, besteht Gen Z nur aus Musikern.
Klingt für mich nicht allzu glaubwürdig.
"Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold."
Friedrich von Schiller

,,Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten."
Theodor W. Adorno

Kuddel

Ich habe einen ähnlichen Eindruck bei der Ukraine-Berichterstattung.
Wenn da junge Leute zu Wort kommen, sind es meist Performance Künsler, Modedesigner, DJs oder sie arbeiten als IT Facheute.

ManOfConstantSorrow

Ein spannender Artikel:

ZitatTirana: Räumungen und Abrisse im Namen der Stadtentwicklung

5 Maji ist ein Stadtviertel im Norden der albanischen Hauptstadt, das zum Opfer des umstrittenen Stadtentwicklungsprojekts Tirana Riverside wurde. Zahlreiche Wohnungen wurden dort trotz der Proteste dagegen abgerissen.
https://voxeurop.eu/de/tirana-raumungen-abrisse-boeri-tirana-riverside/
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ManOfConstantSorrow

Albanien...

Zitat(...)
Nicht vergleichbar mit Serbien

Albaniens Korruptionsaffären im Bausektor erinnern an die Situation in Serbien. Dort wurde bei der Renovierung eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad gepfuscht. Als es zusammenbrach, starben sechzehn Menschen. Die Folge waren die grössten Proteste gegen die Regierung seit Ende der neunziger Jahre. Die Proteste, die Albanien im Schnitt einmal pro Woche erlebt, sind anders. Zwar gehen Tausende auf die Strasse, es handelt sich dabei jedoch um keine breite Bürger:innenbewegung, sondern um Kundgebungen der PD von Sali Berisha. Die Menschen machen mit, weil «ihre» Partei ruft.

Das artet teilweise in Gewalt aus. Am Abend des 28. Februar griffen Demoteilnehmer:innen die ehemalige Villa des Diktators Enver Hoxha mit Feuerwerk und Brandsätzen an. Das Haus wurde unlängst in ein Kulturzentrum umgewandelt, in dem Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt untergebracht sind.

Die Bilder der Eskalation helfen Edi Rama wieder einmal aus der Patsche. Er kann mit dem Angriff von seinem Dilemma ablenken, das da lautet: Kann er seine engste Vertraute an die Justiz ausliefern, ohne selbst unterzugehen?
https://www.woz.ch/2611/proteste-in-albanien/machtkampf-zwischen-alten-leithammeln/!M937HRCVQZ8C
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ManOfConstantSorrow

ZitatMassenprotest gegen tschechische Regierung

Die Veranstalter sprachen von bis zu 250.000 Teilnehmern, die sich in einem großen Park auf der Letna-Ebene hoch über der Moldau versammelten.

Babis regiert seit Mitte Dezember in einer Koalition mit zwei Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums - der Autofahrerpartei "Motoristen für sich" und der Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD).

Erst vor wenigen Wochen lehnte es das Parlament mit der Regierungsmehrheit ab, die Immunität von Babis als Abgeordnetem aufzuheben. Dem 71-Jährigen drohte ein Gerichtsprozess wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs. Seine ANO-Partei arbeitet im EU-Parlament in der Fraktion "Patrioten für Europa" unter anderem mit der Fidesz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zusammen.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/prag-proteste-102.html
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ManOfConstantSorrow

Zitat,,Fürsorge ist die Grundlage, die das Leben ermöglicht": Ein Interview mit LevFem über sozialistisch-feministische Kämpfe in Bulgarien

Als ersten Beitrag seiner Porträtserie über linke Organisationen aus der postsozialistischen Welt freut sich Red Threads, das Interview von Burcu Ayan mit der bulgarischen linken feministischen Organisation LevFem zu präsentieren.
https://www.redthreads.media/p/care-is-the-basis-that-makes-life

(leider nur auf englisch)
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ManOfConstantSorrow

Jetzt hören wir einiges über den Wahlkampf in Ungarn. Kurz vor der Wahl springt der US-Vizepräsident JD Vance Ungarns Premier Orbán bei. Die deutschen Medien zeigen mehr Sympathie für Péter Magyar von der Tisza-Partei.

Es wird über neue Wahlkampfstrategien und Social Media geredet, doch über Politik erfährt man wenig.

Politik und Medien interessieren sich fast ausschließlich für die eigenen Interessen. Es geht um die militärische Blockbildung und die Haltung zu Putin und da schert Victor Orbán aus, weil es sich für Ungarn ökonomisch nicht rechnet.

Und dann geht es um die EU. Da geht es um die wirtschaftlichen Interessen des Westens. Ungarn hat preisgünstige Arbeitskräfte. Die deutsche Autoindustrie hat große Prodktionsstätten und Ungarn.

ZitatTrotz politischer Kritik bleibt Ungarn für deutsche Hersteller ein attraktiver Partner – mit über 150.000 Beschäftigten in der Autoindustrie und wachsender Bedeutung für Europas industrielle Zukunft.
https://www.ost-ausschuss.de/de/beliebter-standort-warum-deutsche-autohersteller-nach-ungarn-gehen

Es gibt bedeutende Vorkommen an Bauxit, Braunkohle, Erdgas und Erdöl, sowie Vorkommen an Mangan, Eisenerz und Edelmetallen wie Gold und Silber.

Auch im Bereich der Landwirtschaft gibt es westliche Interessen:

ZitatXXL-Landwirtschaft auf riesigen Flächen in Ungarn: John Deere, Versatile, Claas
https://www.agrarheute.com/land-leben/xxl-landwirtschaft-riesigen-flaechen-ungarn-john-deere-versatile-claas-639215

ZitatWie kann ich einen Bauernhof (Tanya) in Ungarn kaufen?
https://immobest-ungarn.com/wie-kann-ich-einen-bauernhof-tanya-in-ungarn-kaufen/

Man will möglichst große Stücke vom Kuchen Ungarn haben und fürchtet, Putin könnte besser abschneiden.

Die Bevölkerung, ihre sozialen Probleme, Löhne, Renten, Armut, Wohnraum, Frauenrechte etc., interessieren weder westliche Politiker, noch Medien. 
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Der Gegenspieler von Viktor Orbán, Péter Magyar, wird von unseren Medien derart hofiert, daß man sich fragt, ob man sich nicht auf Orbáns Seite schlagen sollte.

Nein, sollte man nicht. Orbán war schon immer ein rechter Arsch, doch das erfreute die deutsche Wirtschaft, die so keine hohen Löhne und starken Gewerkschaften befürchten brauchte. Orbán war ihr Mann, egal wie korrupt und faschistisch seine Politik war.

Ist Péter Magyar so viel besser? Ich wage es zu bezweifeln. Er kommt aus der selben Partei (Fidesz) wie Orbán. Er mag noch nicht ein so verzweigtes Netzwerk der Korruption ausgebaut haben wie Orbán, doch das Hauptinteresse an ihm scheint darin zu liegen, daß er verspricht, weniger Business mit Rußland zu machen und sich der EU und Nato zuzuwenden.
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counselor

ZitatParlamentswahlen in Ungarn - Steht Orbáns Abwahl bevor?

In Ungarn ist das internationale Finanzkapital die allein herrschende ökonomische und politische Macht.

Diese Macht wird durch die bevorstehenden Parlamentswahlen in keiner Weise gefährdet, denn in dieser Wahl wird ausschließlich darüber entschieden, erstens, mit welcher Methode, mit welcher Modifikation des Systems der kleinbürgerlichen Denkweise die Herrschaft über die Massen in Ungarn ausgeübt wird, auf welche Weise am besten der Anschein aufrechtzuerhalten ist, es ginge bei den Wahlen um die Interessen der ungarischen Arbeiter und Volksmassen; zweitens steht zur Wahl, in die Hand welcher der beiden Monopolparteien die Wählerinnen und Wähler ihre Zukunft legen wollen, ob weiterhin Orbán mit seiner Fidesz-Partei regieren soll, die zwischen den Fronten einerseits Europa und andererseits Russland/China manövriert.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw15/steht-orbans-abwahl-bevor
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatErmutigendes Zeichen - Ungarn: Eine Schlappe nicht nur für den Faschisten Orbán

Mit einer historisch hohen Wahlbeteiligung von knapp 78 % haben die 8 Millionen Wahlberechtigten den Faschisten Victor Orbán mit einer klaren Mehrheit abgewählt. Orbán gestand die Niederlage seiner Partei öffentlich ein.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw16/ungarn-eine-schlappe-nicht-nur-fuer-den-faschisten-orban
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatUngarn: Wie weiter nach Orbáns Wahlniederlage?

,,Die Demokratie hat gewonnen", überschrieb Die Zeit ihren Kommentar zu den Wahlen in Ungarn. Ähnlich reagierten zahlreiche weitere europäische Medien und Politiker, die den Wahlsieg der Tisza-Partei von Peter Magyar abwechselnd als ,,Sieg für die Demokratie" und als ,,Sieg für Europa" bezeichneten. Doch mit der politischen Realität hat diese Einschätzung wenig zu tun.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2026/04/13/unga-a13.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

ManOfConstantSorrow

Aus der Sicht der Medien geht es für die osteuropäischen Staaten allein darum, ob sie sich der EU und Nato oder Rußland unterwerfen.

Eine Blockfreiheit und freie Entscheidung darüber, mit wem die Handel treiben möchten, gönnt man ihnen scheinbar nicht.
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counselor

ZitatAchte Wahl in fünf Jahren - Bulgarien: Vor allem eine Protestwahl gegen die Ausplünderung durch die EU

Zum achten Mal in fünf Jahren wurde in Bulgarien ein neues Parlament gewählt.

Mit einem erdrutschartigen Sieg hat das Dreiparteienbündnis Progresivna Balgariya PB des Ex-Präsident Rumen Radew rund 44 % der Stimmen erhalten und kann in Zukunft mit einer absoluten Mehrheit die Regierung stellen. Das Parteienbündnis PB ist ein sogenanntes Mitte-Links-Bündnis aus drei sozialdemokratisch orientierten Parteien. Größter Wahlverlierer ist die Partei GERB (ähnlich der CDU), deren Vorsitzender Bojko Borissow auf Grund der Massenproteste Ende letzten Jahres als Ministerpräsident zurücktreten musste. Seine Partei verlor knapp die Hälfte ihrer Stimmen und kam nur noch auf rund 13 %.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw17/bulgarien-vor-allem-eine-protestwahl-gegen-die-auspluenderung-durch-die-eu
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ManOfConstantSorrow

ZitatAnhaltende Proteste gegen neues Mediengesetz in Litauen

In Litauen halten die Proteste gegen eine geplante Reform des Mediengesetzes an. Für den 25. April sei erneut eine Großdemonstration auf dem Kathedralenplatz in Vilnius geplant, erklärte die Vorsitzende der Vereinigung der Berufsjournalisten und Mitorganisatorin der Proteste, Birutė Davidonytė. Das neue Mediengesetz sieht wesentliche Veränderungen beim öffentlich-rechtlichen Litauischen Nationalen Rundfunk (LRT) vor.

Kritiker befürchten eine Einschränkung der Pressefreiheit und politische Einmischung. Bereits im Dezember 2025 und am 8. April 2026 fanden große Demonstrationen mit mehr als 10.000 Teilnehmern in der Hauptstadt statt.
https://medien.epd.de/article/4544
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ManOfConstantSorrow

Es bleibt extrem unruhig in Osteuropa.

Medien und Politik sind inzwischen nicht mehr so sicher, wie sie die Ausgänge der letzten Wahlen beurteilen sollen. Auch all die Proteste, oftmals Massenproteste, passen nicht zu den westlichen Erwartungshaltungen.

Serbien, Moldavien, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Georgien, Slovakai, etc....

Alles nur durch die Brille für oder gegen Putin, für oder gegen EU und Nato nicht zu verstehen.

Protestaktionen und Blockaden von Bauern und LKW Fahrern in Polen und anderen an die Ukraine grenzenden Staaten, werfen die militärischen Pläne im Ukrainekrieg über den Haufen. Der Krieg wird von vielen Menschen als ein ökonomisches Problem gesehen. Sie wollen keinen Krieg finanzieren, der nicht der ihre ist. Und sie haben keinen Bock auf die Dumpingkonkurrenz landwirtschaftlicher Produkte aus der Ukraine.

All die unterschiedlichen Interessen in den Bevölkerungen Osteuropas tauchen in den politischen Kommentaren nicht auf. Dementsprechend wertlos ist die Berichterstattung über diese Länder.
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ManOfConstantSorrow

ZitatProtest in Prag: Sorge um Unabhängigkeit der Medien

,,Hände weg von den Medien": Tausende protestieren in Prag gegen geplante Kürzungen bei Radio und Fernsehen. Sie fürchten um die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien.
https://www.gn-online.de/deutschland-und-welt/protest-in-prag-sorge-um-unabhaengigkeit-der-medien-609577.html
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ManOfConstantSorrow

Dem Kanal 99 zu eins gilt besonderer Dank für den Blick nach Osten.
Hier nun mit einer Beschäftigung mit der Situation in Ungarn.

Die Referentin Amelie Lanier war mir nicht bekannt.
Sie hat sich um Analysen der Entwicklungen im ehemaligen Ostblock verdient gemacht.
https://www.alanier.at/Transformation.html

Wer sich für die Situation in Ungarn im Zusammenhang mit der Wahl von Peter Magyar interessiert, sollte sich dieses Interview ansehen.


https://www.youtube.com/watch?v=WrM7yU6DOlg
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ManOfConstantSorrow

Die Baltischen Staaten sind aus der Sicht des Westens militärisches Aufmarschgebiet und in der politischen Bewertung ist es zentral, wie gehorsam man der Nato gegenüber ist.

ZitatDie lettische Ministerpräsidentin Siliņa hat ihren Rücktritt verkündet, zuvor war der Verteidigungsminister abgetreten. Auslöser sind abgestürzte ukrainische Drohnen.

Im Zuge des Ukrainekriegs sind bereits mehrere Drohnen aus Russland und der Ukraine in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen abgestürzt. Die drei Staaten gehören zu den stärksten Unterstützern der Ukraine.

Nach lettischer Verfassung zieht der Rücktritt der Regierungschefin automatisch den des gesamten Kabinetts nach sich.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-05/lettland-regierungschefin-evika-silina-ruecktritt-drohnenvorfaelle-gxe

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ManOfConstantSorrow

P.S.: Die Leserbriefe in der Zeit sind interessant. Da fragt man sich, warum genau der Verteidigungsminister zurückgetreten ist.

Man zweifelt auch an der These, daß Rußland ukrainische Drohnen "umgeleitet" hat. Da sind ja vielleicht ein paar KI-gesteuerte Drohnen, die die russische Öl-Infrastruktur treffen sollen, in der Öl-Infrastruktur Lettlands gelandet.

Solche Fragen kann man sich durchaus stellen.
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ManOfConstantSorrow

Ich kenne die momentanen Entwicklungen innerhalb der Studententenbewegung Serbiens nicht en detail. Sie war mir immer sympathisch, da sie sich nicht vor den Karren der national und international Mächtigen hat spannen lassen. Sie kämpft nicht nur gegen die autoritäre Vucic Regierung, sondern auch gegen die Ausplünderung des Landes durch Internationales Kapital. Sie verweigert den Schulterschluß mit der EU, Rußland, China oder Deutschland und wird deshalb von den deutschen Medien nicht so positiv beschrieben wie Demos, auf denen EU-Flaggen geschwenkt werden.

So vermute ich bei der FAZ, daß sie die Studis in die Nähe von Faschos zu stellt, weil sie ein Problem für die Interessen der deutschen Autoindustrie darstellen.

ZitatIm Konflikt mit der Wirklichkeit

In Belgrad formiert sich eine neue große Protestkundgebung gegen Präsident Vučić. Doch es gibt auch Kritik am Nationalismus der serbischen Studentenbewegung.


Doch auch einige Erscheinungen der Studentenbewegung werden nicht unkritisch gesehen. Das hat mit einem nationalistischen Grundton zu tun, der zumindest Teile der studentischen Protestbewegung prägt. Unlängst wurde das durch die Verabschiedung eines studentischen ,,Memorandums" deutlich, das in ideologisch verquastem Ton serbische nationalistische Narrative zum Kosovo aufgreift...
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kritik-an-serbischer-studentenbewegung-accg-200862128.html

Man sollte nicht vergessen, daß seit 2024 die Massenproteste anhalten, an deren Spitze die Studentenbewegung steht. Die Proteste haben eine Verankerung in der Bevölkerung.

ZitatZehntausende bei Massenprotest in Serbien

In Belgrad haben Zehntausende für vorgezogene Wahlen demonstriert. Die Protestierenden werfen der Regierung unter Präsident Vucic Korruption und Machtmissbrauch vor. Um den Zulauf zur Demo zu bremsen, stellte die Regierung den Bahnverkehr ein.


Die Protestbewegung wird von Studentinnen und Studenten getragen, die ein Jahr lang praktisch alle Universitäten des Landes besetzt hatten. Sie wird inzwischen von Millionen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/serbien-proteste-154.html

Es ist absolut ärgerlich, welche Vorauswahl an Medien Youtube bietet für die Berichterstattung über die Proteste...


https://www.youtube.com/watch?v=4Oqekbc9WLg

Und hier ein Livestream:


https://www.youtube.com/watch?v=bkjGcbrsxQM

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ManOfConstantSorrow

Osteuropa als Kuchen, den sich Bonzen aufteilen...

ZitatAlbanien: Proteste gegen Kushner-Bauprojekt

Tausende demonstrieren in Tirana gegen eine geplante Luxus-Ferienanlage der Firma von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Sie sorgen sich um ein Naturschutzgebiet - doch Regierungschef Rama bleibt hart.
https://www.dw.com/de/albanien-proteste-bauprojekt-luxus-hotels-jared-kushner-donald-trump-edi-rama/a-77420415
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ManOfConstantSorrow

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ManOfConstantSorrow

Der Eiserne Vorhang wurde niedergerissen.
Es ging darum, die von der Sowjetunion unterjochten Menschen zu befreien, hieß es.

So sieht die neue Freiheit der Osteuropäer aus:

osten.jpg

(Heute in meinen Mails.)
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ManOfConstantSorrow

Osteuropa und die ehemaligen Sowjetrepubliken sind Spielbälle der Interessen des Westen und Rußlands.

ZitatHinter der von den Eliten herbeigeführten Polarisierung zeichnet sich in den Umfragen das Bild einer Bevölkerung ab, die weder pro-russisch noch auf naive Weise pro-westlich ist. Pragmatische Bürger*innen, die einfach nur den Wunsch haben,sich nicht entscheiden zu müssen.

Der Druck, dem Moldawien oder Georgien ausgesetzt sind, gilt auch für Armenien, verstärkt noch durch die existenzielle Bedrohung durch die Türkei und Aserbaidschan im Osten und Westen des Landes.
https://voxeurop.eu/de/armeniens-ungewisser-kurswechsel-zwischen-moskaus-schatten-europas-versprechen/
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ManOfConstantSorrow

Welches Bild gibt es hier von Osteuropa?
Arme Schweine unter korrupten Regierungen. Rechtstendenzen und Korruption.
Denen bleibt nur die Möglichkeit in den Westen zu gehen und sich als Billiglöhner anzubieten.

Wir sollten weniger harablassend sein. In Osteuropa gibt es interessante Menschen, Bewegungen und Forderungen. Wir könnten von ihnen bisweilen noch was lernen. Das gilt bisher für Serbien und Albanien...

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ManOfConstantSorrow

ZitatSerben trauen dem Rückzug ihres Präsidenten nicht
Aleksandar Vučić hat angekündigt, demnächst das Präsidentenamt abzugeben. Beruhigt hat das die Stimmung im Land nicht.
https://www.spiegel.de/ausland/serbien-trotz-ruecktritts-von-aleksandar-vucic-halten-proteste-an-a-bcc9fa16-780f-4b0e-baeb-88ec16ad6dff

Zitat Der Schattenberater – Deutschlands Mann an der Seite des Autokraten
Die Bundesregierung zahlt einen engen Berater des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić. Sie hofft auf Lithium aus einer umstrittenen Mine.


Am 25. August 2020 sitzen der damalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der serbische Präsident Aleksandar Vučić in einem Videocall vor ihren Bildschirmen in Berlin und Belgrad und unterzeichnen je ein Dokument. Wegen der Coronapandemie wird die Vereinbarung auf diesem Wege geschlossen, die Kopien werden per diplomatischem Kurier zugestellt.

In feinstem Behördensprech vereinbaren Deutschland und Serbien darin eine »Verwaltungspartnerschaft« zur »Industriepolitikstrategie« Serbiens »im Einklang mit dem EU Green Deal«. (...)

Tatsächlich steckt hinter dem Abkommen knallharte Interessenpolitik. Es geht um Standortvorteile für die deutsche Industrie, um Zugang zu einem der größten Lithiumvorkommen Europas, um die Unabhängigkeit von China.
https://archive.is/NaP25#selection-1429.0-1429.214

Zitat Journalismus unter Druck - Serbien: Letzte unabhängige Medien in Gefahr

Mehrere regierungskritische Medien werden verkauft – an einen Vertrauten Orbans. Verstummen die letzten kritischen Stimmen?
https://www.srf.ch/news/international/journalismus-unter-druck-serbien-letzte-unabhaengige-medien-in-gefahr

ZitatKonzern will Lithium gewinnen
Deutsche Millionen sollen Anti-Förder-Protest in Serbien eindämmen

Lithium gehört zu wichtigen Rohstoffen, auch für die deutsche Industrie. In Serbien will der Konzern Rio Tinto es fördern. Aber viele Serben protestieren dagegen. Auf Bitten des Unternehmens stellt die Bundesregierung knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung - unter anderem für eine Imagekampagne.


Das geht aus Dokumenten des Wirtschaftsministeriums hervor, die der "Spiegel" und das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) ausgewertet haben. Dabei geht es um die geplante Mine im Jadar-Tal im Westen des Landes, wo Rio Tinto Lithium abbauen will. Die serbische Bevölkerung protestiert seit Jahren gegen den Abbau, sie fürchtet Umweltschäden und Korruption.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Millionen-sollen-Anti-Foerder-Protest-in-Serbien-eindaemmen-id31021652.html
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ManOfConstantSorrow

ZitatWie Bulgarien Lidl und Rewe die Preise diktiert
Offiziell ist es Inflationsbekämpfung. Doch mit neuen Regeln wehrt sich Bulgariens Regierung auch gegen die Marktmacht der Discounterketten der Gruppen Schwarz und Rewe.

...
In der Tat hat sich die neue Mitte-Links-Regierung unter Rumen Radev, die nach den großen Anti-Korruptionsdemos nun seit knapp drei Monaten an der Macht ist, dem Kampf gegen die Inflation verschrieben.
...
Es sind Regelungen, die ausgerechnet Lidl und Billa betreffen, die Discounter-Ketten der Gruppen Schwarz und Rewe. Beide Konzerne hatten sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gute Lagen mitten in Sofia und in anderen bulgarischen Groß- und Kleinstädten gesichert. Mit rund 400 Filialen sind sie präsent, sie sind die dominierenden Anbieter in Bulgarien, einflussreicher als heimische Supermarktketten wie Fantastiko.
...
Dagegen will die Regierung in Sofia nun vorgehen. Sie hat eine detaillierte Liste unzulässiger Handelspraktiken erstellt, etwa zu Aufschlägen und marktbeherrschenden Stellungen. Sie legt de facto sogar Preisobergrenzen fest.
...
Wenn Unternehmen gemeinsam einen Marktanteil von über 60 Prozent haben, sind sie in der Pflicht zu beweisen, dass keine kollektive Marktbeherrschung vorliegt. »Das schafft automatisch die Grundlage für Preiskontrollen durch die Bestimmungen, die übermäßig hohe Preise untersagen«(...).
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-07/regierung-bulgarien-discounter-preise-inflation-marktmacht

Es ist durchaus möglich gegen die Preispolitik der Discounter vorzugehen.
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counselor

ZitatAlbanien - "Flamingo-Revolution": Hunderttausende kämpfen für Regierungrücktritt und gegen ,,das System"

Seit Wochen gehen in Albanien jeden Abend Tausende auf die Straße.

Was als Protest gegen ein Luxusresort des faschistischen Trump-Clans in einem Naturschutzgebiet begann, ist zu einer anhaltenden Massenbewegung geworden. Zwischenzeitlich mobilisierten die Demonstrationen Hunderttausende – in Tirana und in der Diaspora. Die Massen fordern den Rücktritt von Premierminister Edi Rama und seiner Regierung. Gleichzeitig weisen sie die bürgerliche Opposition unter Sali Berisha klar zurück. Der Kampf richtet sich gegen die gesamte herrschende Kaste. Das ist Bestandteil des weltweiten vorrevolutionären Gärungsprozesses und muss uns auch in Deutschland noch mehr interessieren.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw32/albanien-hunderttausende-kaempfen-fuer-den-ruecktritt-der-regierung-und-gegen-das-system
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Ein paar Gedanken zum Osteuropabild.
Die Vorstellung, die man von den Ländern des ehemaligen Ostblocks hat, hat eher von oberflächlichen Eindrücken zu tun.

Jugoslawien war ja nie hinterm eisernen Vorhang verschwunden. Es war touristisch offen und das Interesse hierzulande war weitgehend touristisch. Wie sind die Strände und Campingplätze. Wie günstig sind Essen und Hotels. Man ließ sich von folkloristischen Darbietungen unterhalten, hatte aber keine Ahnung von der Kultur im Land. Ein Interesse an den sozialen und politischen Zuständen war kaum vorhanden.

Aus Polen kam ein früher Schwung von Arbeitsmigranten aus Osteuropa und viele suchten Arbeit im Handwerk. Es gab das Bild vom polnischen Fliesenleger. Die polnischen Arbeitsmigranten verglichen die Bedingungen im westeuropäischen Ausland und übersprangen dann oft Deutschland, weil es u.a. in UK für sie weitaus bessere Arbeitsbedingungen gab.

Es folgten die nächsten Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien, dann auch Ukraine (vor dem Krieg). Die sah man als Billigarbeiter in der Ernte, auf dem Bau, in Schlachthöfen, als LKW Fahrer und in der Pflege. Es war irgendwie selbstverständlich, daß sie hier sind und funktioneren, ansonsten waren und sind sie unsichtbar.

Der Ostblock zerbröselte weiter und postsowjetische Republiken sorgten für weitere Menschen, das ihre Arbeitskraft irgendwo verkaufen müssen.

Die Abwanderung polnischer Fachkräfte in den Westen sorgten für einen Arbeitskraftmangel in Polen in u.a. den Bereichen Bau und Pflege. Dazu nahm man Menschen aus den ärmeren Nachbarländern, Rumänien, Ukraine. Man holt sich Arbeitskräfte immer weiter östlich. Es wurden Autobahnen in Polen von von ausschließlich Chinesischen Arbeitern gebaut.

Die Menschen bewegen sich immer weiter auf dem globalen Arbeitsmarkt. Sie sammeln Erfahrungen in anderen Ländern.

Unsere Vorstellungen von "dem Polen" oder "dem Ukrainer" sind Quatsch.

Es wird wohl noch lange dauern bis man lernt, daß unsere Bilder von Bevölkerungen Klischees und Vorurteilen entsprechen und von der heutigen Realität weit entfernt sind.

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