Einsatz endet - ZA will ans Zeitkonto

Begonnen von hartesbrot, 12:30:22 Mi. 26.März 2008

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hartesbrot

Hallo,
ein sehr gutes Forum hier.
Eine Frage bezüglich Zeitkonto und Einsatzfreie Zeit ..
Mein Einsatz endet am 31.03. ich habe telefonisch erfahren, dass Sie mir ab den 01.04. wohl meine ganzen Überstunden abziehen wollen, wenn ich bis dato nicht eingesetzt bin.
Gilt für mich das gleiche wie bei diesem Thread ?
http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=6375&hilight=zeitkonto[/URL]

Die dürfen soetwas nicht tun ohne meine Erlaubnis?
§615 BGB ist auch ein Anhaltspunkt oder ..?
Sehe es auch nicht ein, meine hart erarbeitete Überstunden ohne mein Verschulden einfach so abzugelten.

Für Meinungen bin ich dankbar.
Gruß

Irrlichtprojektor

hallo hartesbrot,
welchen Tarifvertrag habt ihr?

zu bgb §615

§ 11 AÜG
Arbeitnehmerüberlassungsgesetz:
Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
 ,,........ Das Recht des Leiharbeitneh mers auf Vergütung bei Annahme verzug des Verleihers (§615 Satz1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) kann nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden; § 615 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bleibt unberührt."

§ 4.5 Tarifvertrag BZA/DGB
"Der Ausgleich der Zeitkonten erfolgt in der Regel durch Freizeitentnahme
nach folgenden Maßgaben:
a) Nach Vereinbarung mit dem Mitarbeiter ist jederzeit ein Ausgleich der Plusstunden durch Freizeit möglich..."

wenn also deine ZAF in Annahmeverzug kommt, muß sie dafür gerade stehen. Zu beachten ist dabei das du nicht dein Einverständnis erklärst das Zeitkonto für die Zeit des Nichteinsatzes heranziehen zu dürfen. ( siehe "nach Vereinbarung")

gruß irrlicht

Krokos

was ist eigentlich wenn man das Einveständis schon gegeben hätte, dann kann man aber doch jederzeit widerrufen, zumindestens ab dem Zeitpunkt des Widerrufes, oder nicht ?

Ziggy

Ich würde Ihnen jetzt in schriftlicher Form mitteilen, daß ich nach Einsatzende am 31. März nicht bereit bin, Freizeitausgleich zu nehmen, sondern im Gegenteil arbeiten will, und sie deshalb unternehmerisch in der Pflicht stehen, mir entweder einen Einsatz zu stellen oder mir die Zeit bezahlen zu müssen, die ich unverschuldet untätig rumhocke und warte.

Berufe dich dabei auf AÜG und BGB, so wie @Irrlichtprojektor das beschrieben hat.

Du musst dich auf mehr oder minder kräftigen Gegenwind einstellen, aber sie können dir nichts. Es kann aber sein, daß sie dir trotzdem einfach das ZK plündern, da musst du nach Erhalt der Abrechnung sofort widersprechen und notfalls einen Anwalt mit einbeziehen.

Grüße, Ziggy
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Arwing

Lass dir bloss nicht dein Überstundenkonto pfänden. Die Leihbude ist selbst schuld, wenn sie dich nicht einsetzen kann und dich trotzdem unter Vertrag genommen hat. Da haben sie sich eben verkalkuliert.

Natürlich ist dies jetzt nicht auf die Goldwaage zu legen, aber ich denke mir einfach, die versuchen einen "Dummen" zu finden, bei dem sie diese Methode abziehen können.

Das beste wird wohl sein, in diesem Falle einen Anwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren, auch wenn dieser Abzug von Überstunden in deinem Arbeitsvertrag enthalten und von dir unterschrieben ist.

Alles Gute ;)
Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.

Krokos

es ist in jedem Arbeitsvertrag unterschrieben....

ABER abweichende Regelungen zu Ungunsten des Arbeitnehmers sind ungültig laut Gesetz.
Habe die Frage auch nicht für mich gestellt, ich hatte nur so einen Gedankengang dass ja ZAF dazu übergehen könnten schon bei Vertragsbeginn so einen Mist nochmal extra unterschreiben zu lassen

hartesbrot

Danke für euer Feedback.
Das hab ich mir nämlich auch gedacht, dass Sie es bei mir auch versuchen wollen, man muss ja ständig fordern und nachhaken sonst geht da rein gar nix.  
Gut - dann bekräftigt Ihr mich mit meiner Aussage auch.
Also mein Tarif ist der hochgelobte BZA. Heisst jetzt nun im klartext, ich muss denne ein Schreiben schicken, dass ich damit nicht einverstanden bin und nicht erlaube für die Einsatzfreie Zeit mein Zeitkonto herzuhalten ..?
Da ich eigentlich ein gutes Verhältnis mit meiner Verleihfirma pflege, kann ich dies ja vorerst auch telefonisch machen oder? Wenn ich gleich ein Schreiben zuschicke fühlen die sich vielleicht gleich angegriffen ... ich meine später kann ich es ja immernoch machen. Aber ich will jetzt für's erste Streß vermeiden und es ist auch in Ihrem interesse mich zu behalten, wir hatten bisher immer ein gutes Verhältnis, Geld kommt pünktlich, Einsätze stimmen und die sind mit mir Zufrieden. Ist eine kleine Firma. Wäre ja nicht wirklich Klug für Sie, sich mit soetwas ausereinanderzusetzen. Ich hoffe mal dass sich die Vernunft durchsetzt.
Für den Fall der Fälle wichtig sind also die Passagen: §11 AÜG und 615BGB darauf kann ich mich Berufen ..?
Wie ist es generell mit Anwälten im Bereich Arbeitsrecht... Muss ich mir da einen selbst aussuchen? oder kann mir das Arbeitsamt einen zur Verfügung stellen? Hatte bisher zum Glück nicht die Ehre mit einem Arbeitsrechtler zu tun ..

Danke nochmal
Gruß

Arwing

Öhm Arbeitsamt? Besitzt du eine Rechtsschutzversicherung? Ansonsten müsste doch der Verweis auf das BgB reichen, dass diese Klausel ungültig ist.
Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.

Irrlichtprojektor

hallo hartesbrot,
also die Vereinbarung kannst du schließen wie du es für richtig hältst. Du kannst am besten die Situation beurteilen. Eine schriftliche Form macht das Ganze gleich etwas kühl offiziell. Mündlich hingegen bleibt evtl. eine gewisse Gesprächsbereitschaft erhalten. Aus der Erfahrung heraus dürften wir wohl eher damit rechnen das deine ZAF sich erst einmal Quer stellt. Das wäre wohl die erste ZAF die sofort einlenkt. ^^ Es kann natürlich sein, das es dann etwas unfreundlicher wird, wenn es dir wichtig erscheint. Lass diese Emotionen da raus, Grundlage deines Arbeitsverhältnisses ist der AV und die gesetzlichen Regelungen. Hinter der Überschrift "Arbeitsvertrag" steht ja auch kein Smilie oder dein Chef hat sicherlich nicht hinter seiner Unterschrift ein *fg* gemalt. Zu mir waren sie anfänglich auch sehr freundlich, mittlerweile schauen die mich nicht mal mehr mit dem A**** an. Dabei geht es nur um die mir zustehende Rechte und wir haben noch nicht mal das Ende der Fahnenstange erreicht. Ich war bestimmt nicht unhöflich um ihrerseits unfreundlich sein zu müssen. Erklärt aber vielleicht etwas worum es geht.... wenn die Rendite oder die Bilanz gefährdet ist! ...Und mir geht es besser als zuvor und dafür kack ich gern auf das Lächeln!

Lenkt deine Firma nicht ein, dann kannst du auch erst mal etwas Zeitgewinn heraus schlagen. Sag denen einfach das du dich dazu genau kundig machen möchtest und daher auch nichts unterschreibst (Zeitausgleich) und du ab dem 01.04. arbeiten möchtest. Aus privaten Gründen bla bla...das geht denen èn Scheiß an. Danach würde ich schon zum Anwalt gehen und ihm das vorlegen, mich beraten lassen und das Ding gleich mittels Rechtsweg seinen lauf nehmen lassen. Muß aber nicht deine Lösung sein. Du kannst natürlich auch wiederholt darauf bestehen und ihnen verständlich machen das du dich im Recht fühlst. Danach ist allerdings das Maß an Höflichkeit wohl erschöpft. Weiter müsste es gehen entweder Gewerkschaft oder Anwalt. Betriebsrat sofern er dir klar zur Seite steht, also kein wischi waschi mit halbe-halbe, sondern voll! Bist du in einer Gewerkschaft ist das natürlich dein Weg.  Wenn nicht über Rechtschutz (?) oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Als Leihkeule wirst du wohl nicht so den ultimativen Verdienst haben, so das für dich ein Beratungsschein interessant sein könnte. Den kannst du beim Amtsgericht beantragen und dieser Schein umfasst alles an Kosten und rechtliche Vertretung bis zur ersten Instanz. D.h. dein Anwalt tippselt dann wie wild mit deiner Bude bis entweder keine Einigung zustande kommt oder die Bude einlenkt. Die Chancen das sie vor einem Verfahren nachgibt stehen gut. Also hier kann man durchaus optimistisch rangehen.

Arbeitsamt: stellt dir keinen Anwalt, .... die schreiben Sanktionen. Verwechsel die Seiten nicht. ;)

* noch ne Anmerkung
Zeitkonto ist ein heißes Eisen! Sprich mit deinen Kollegen darüber und klär sie auf. Nur wenn viele dieses Recht kennen und einfordern hat man einen gewissen Schutz vor unliebsamer Kündigung. Ich möchte dir damit keine Angst machen, du sollst deine Rechte kennen und fordern. Dennoch sollte man Wissen worauf man sich einlässt. Als Trost, ich bin immer noch in der Bude.....es geht also und bedeutet nicht automatisch den Rausschmiss.

gruß irrlicht

brettermeier

ZitatOriginal von Ziggy
Ich würde Ihnen jetzt in schriftlicher Form mitteilen, daß ich nach Einsatzende am 31. März nicht bereit bin, Freizeitausgleich zu nehmen, sondern im Gegenteil arbeiten will, und sie deshalb unternehmerisch in der Pflicht stehen, mir entweder einen Einsatz zu stellen oder mir die Zeit bezahlen zu müssen, die ich unverschuldet untätig rumhocke und warte.

Berufe dich dabei auf AÜG und BGB, so wie @Irrlichtprojektor das beschrieben hat.

Du musst dich auf mehr oder minder kräftigen Gegenwind einstellen, aber sie können dir nichts. Es kann aber sein, daß sie dir trotzdem einfach das ZK plündern, da musst du nach Erhalt der Abrechnung sofort widersprechen und notfalls einen Anwalt mit einbeziehen.

Grüße, Ziggy

Ich will mich hier jetzt nicht allzusehr einmischen (da ich glaube, dass die hier vertretenden Meinungen zum §615 keinesfalls rechtssicher sind), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein solches Schreiben eine schnelle Kündigung zur Folge haben wird mit dem maximalen Ergebnis eines Vergleichs/Abfindung bei gleichzeitigem Arbeitsplatzverlust.

Ich denke, Du solltest diese Risiken durchaus erwähnen, lieber Ziggy, da Du solche Sachen ja nun mit Randstad zur Genüge durch hast und es dort letztlich auch nur auf einen Vergleich rausgelaufen ist, den man objektiv eher als Kompromiss denn als einseitigen Erfolg Deinerseits verbuchen sollte.

Triff bitte keine vorschnellen Aussagen 'die können Dir gar nix' oder dergleichen, denk an die Risiken und denk daran, dass es ZAF gibt, die völlig anders drauf sind, als R.

Also wirklich nix für ungut, aber zeig bitte bei Tips auch mögliche Risiken auf...

Gruß Bretti

Ziggy

Hast recht, Bretti, hätte ich machen sollen.  ;)

Hole ich hiermit nach:

Alle ZAN, die es wagen, sich gegen ihren wohlwollenden AG aufzulehnen, gehen das Risiko ein, zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt zu werden und damit einen sehr gut bezahlten und sicheren Arbeitsplatz zu verlieren.

Was meinen Vergleich angeht, hab ich mir ja selber ein Bein gestellt, als ich meinen Dispo "Arschloch" nannte und ihm damit einen todsicheren Kündigungsgrund lieferte. Und ich hab ja an anderer Stelle schon gesagt, dieser Ausbruch hat mich unterm Strich bestimmt 1000 EUR oder mehr gekostet.

Andererseits, man weiß ja nie, was noch kommt, und für mich kam's ja danach richtig gut. Ich hatte 4 Monate Zwangsurlaub, den ich sehr gut zur Erholung und Erbauung genutzt habe, und im Herbst fand ich einen neuen, sehr guten Arbeitsplatz mit 3, jetzt knapp 4 EUR die Stunde mehr als vorher, noch dazu mit günstiger Anfahrt.

Natürlich ist das Glück, aber es zeigt, daß es sich manchmal auch lohnt, den Kampf aufzunehmen und Riskiko zu gehen. Beispiele aus meiner jüngsten Vergangenheit untermauern dies. Und klar ist auch, daß ich irgendwann einmal auf den Bauch falle. Aber das gehört genauso dazu. Sich immer nur ducken und auf Besserung hoffen führt zu nichts.

Ein gewisses Risiko ist immer dabei, klar. Aber wenn ich nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, schreckt mich das Risiko nicht.

Grüße, Ziggy
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

hartesbrot

Danke für die Comments.
Also gestern hatte ich ein Gespräch mit meiner Gewerkschaft (Rechtsschutz). Die wollte mir hierzu noch Unterlagen zukommen lassen, aber ich sollte ihrer Meinung nach noch nicht's auf eigene Faust machen (vorher telefonieren usw). Erstmal abwarten was die im nächsten Monat machen und wie die Abrechnung dann aussieht.
Jetzt bin ich mir noch mehr unsicher was ich denn nun machen soll ...
mir ist auch klar, dass wenn ich dann den Widerspruch einlege, ich wohl vorerst raus bin aus dem Arbeitsleben.

ZitatEin gewisses Risiko ist immer dabei, klar. Aber wenn ich nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, schreckt mich das Risiko nicht.

Bei mir ist das etwas anders, der hebel ist nicht all zu groß, dass ich sagen kann ich hab nix zu verlieren. Es ist zwar Zeitarbeit, aber der Verdienst ist nur 10-20% niedriger als das was ich normal verdienen würde. Einerseits will man sein Recht, andererseits die schenken mir ja auch nix, macht mich schon nachdenklich ...
Man will ja auch nicht ewig bei einer Verleihfirma sein. Total die Zwickmühle für mich derzeit, ich hoffe ich treffe die für mich richtige entscheidung, mit der ich auch Glücklich sein kann.
Gruß

mirjam46

Hallo,

verfolge regelmäßig das Forum, bin auch bei einer ZAF beschäftigt. Da ich davon ausgehen muss, dass mein Einsatz beim Kunden am 30.06.08 nach 2,5 Jahren endet, hier noch eine Frage zum Zeitkonto und Urlaub.

In meinen Arbeitsvertrag steht:
"Nach Ausspruch der Kündigung ist die Fa. XXX berechtigt, die Mitarbeiterin unter Fortzahlung ihres Entgeltes freizustellen. Plusstunden aus dem Arbeitszeitkonto werden angerechnet und Resturlaubsansprüche gewährt."

Das heißt, sie dürfen ohne meine Zustimmung ans Zeitkonto und meinen Urlaub, oder?
Das BGB bzw. AÜG würde wahrscheinlich in meinem Fall nicht zu treffen, oder? Könnte ich trotzdem dagegen klagen?

Ich bedanke mich schon jetzt für eure Antworten!

Sektsauferle

Zitat"Nach Ausspruch der Kündigung ist die Fa. XXX berechtigt, die Mitarbeiterin unter Fortzahlung ihres Entgeltes freizustellen. Plusstunden aus dem Arbeitszeitkonto werden angerechnet und Resturlaubsansprüche gewährt."

heißt, wenn ich das richtig verstehe, du bekommst auch bei freistellung lohn. "unter fortzahlung ihres entgeldes!
deine überstunden werden angehängt, also ausgezahlt.
resturlaub kann genommen werden, verfällt also nicht .

also immer langsam mit den klagen ;)

allerdings kenne ich auch leute, die sich stunden und urlaub so wie so ausbezahlen lassen, weil die kohle knapp ist.
ich würde das mal ansprechen, je nachdem, was dir lieber ist.

grüßle
In Memory of Menschenrechte !!!

mirjam46

danke für deine Antwort!

Du meinst, dass die Stunden vom Zeitkonto und der Resturlaub, nicht für Leerlaufzeit aufgebraucht wird?

Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, weil die ZAF mir irgendwann mal mitgeteilt hat, dass 70 Stunden auf dem Zeitkonto stehen müssen, falls kein Einsatz vorhanden ist.

VG aus NDS

Sektsauferle

die erzählen viel, wenn der tag lang ist ;)

wenn sie dich nicht einsetzen können, müssen sie dich trotzdem bezahlen, fertig.

überstunden sind überstunden, und nicht notpuffer für die deppen.
In Memory of Menschenrechte !!!

Agent0815

Aber das Arbeitszeitkonto  ist dafür da,das man, wenn es keinen Einsatz gibt , diese Stunden als Puffer benutzen kann
diese std werden zb nur ausgezahlt wenn man aus dem unternehmen ausscheidet.
Der Urlaub bleibt davon unberührt wenn es gerade keinen Auftrag gibt.

Liebe Grüsse

Sektsauferle

und was ist, wenn ich 14 tage überstunden habe, die nehme aus irgend welchen gründen und später mal 1-2 wochen keinen einsatz habe?
dann muß  man wohl deiner meinung nach minusstunden machen und die wieder reinschuften?
In Memory of Menschenrechte !!!

Codeman

ZitatOriginal von Ziggy
Hast recht, Bretti, hätte ich machen sollen.  ;)

Hole ich hiermit nach:

Alle ZAN, die es wagen, sich gegen ihren wohlwollenden AG aufzulehnen, gehen das Risiko ein, zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt zu werden und damit einen sehr gut bezahlten und sicheren Arbeitsplatz zu verlieren.

Was meinen Vergleich angeht, hab ich mir ja selber ein Bein gestellt, als ich meinen Dispo "Arschloch" nannte und ihm damit einen todsicheren Kündigungsgrund lieferte. Und ich hab ja an anderer Stelle schon gesagt, dieser Ausbruch hat mich unterm Strich bestimmt 1000 EUR oder mehr gekostet.

Andererseits, man weiß ja nie, was noch kommt, und für mich kam's ja danach richtig gut. Ich hatte 4 Monate Zwangsurlaub, den ich sehr gut zur Erholung und Erbauung genutzt habe, und im Herbst fand ich einen neuen, sehr guten Arbeitsplatz mit 3, jetzt knapp 4 EUR die Stunde mehr als vorher, noch dazu mit günstiger Anfahrt.

Natürlich ist das Glück, aber es zeigt, daß es sich manchmal auch lohnt, den Kampf aufzunehmen und Riskiko zu gehen. Beispiele aus meiner jüngsten Vergangenheit untermauern dies. Und klar ist auch, daß ich irgendwann einmal auf den Bauch falle. Aber das gehört genauso dazu. Sich immer nur ducken und auf Besserung hoffen führt zu nichts.

Ein gewisses Risiko ist immer dabei, klar. Aber wenn ich nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, schreckt mich das Risiko nicht.

Grüße, Ziggy

Hallo Ziggy,

ich muss hier zustimmen.Mein Bruder hat das genauso gemacht wie du.Seine ZAF wollte auch bei Nichteinsatzzeit an sein AZK.Habe ihn ermuntert in die IG Metall einzutreten.Hat er auch getan.Habe ihn auch noch gesagt er soll sich auf den entsprechenden § 615 BGB berufen.

Das haben die IG Metall Leute in der Verwaltungsstelle Düren auch sehr schnell gecheckt,was es damit auf sich hat.Eine entsprechende Klageschrift ging raus und es ging vors Arbeitsgericht.

Dort gewann mein Bruder in allen Klagepunkten und die ZAF mussten die Stunden zurückbuchen und das gesamte AZK ausszahlen.Rund 300 Euro.

MfG
Codeman
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Sektsauferle

codeman, könnte ich den link zu dem thread haben, bitte?
In Memory of Menschenrechte !!!

warsteiner36

ZitatOriginal von Codeman


Hallo Ziggy,

ich muss hier zustimmen.Mein Bruder hat das genauso gemacht wie du.Seine ZAF wollte auch bei Nichteinsatzzeit an sein AZK.Habe ihn ermuntert in die IG Metall einzutreten.Hat er auch getan.Habe ihn auch noch gesagt er soll sich auf den entsprechenden § 615 BGB berufen.

Das haben die IG Metall Leute in der Verwaltungsstelle Düren auch sehr schnell gecheckt,was es damit auf sich hat.Eine entsprechende Klageschrift ging raus und es ging vors Arbeitsgericht.

Dort gewann mein Bruder in allen Klagepunkten und die ZAF mussten die Stunden zurückbuchen und das gesamte AZK ausszahlen.Rund 300 Euro.

MfG
Codeman

aber im christlichen tarifvertrag steht das die stunden auf dem zeitkonto für einsatzfreie zeiten herhalten müssen .

frage an alle : wie gewichtig ist das was im tarifvertrag steht ?

tarifvertrag:
auf das arbeitsverhältnis finden die tarifverträge zwischen der tarifgemeinschaft christliche gewerkschaften zeitarbeit und psa (CGZP) und dem arbeitgeberverband mittelständischer personaldienstleistender e.v. (AMP) vollinhaltlich anwendung.

3.7 Arbeitszeitkonten
3.7.1 Zum Ausgleich der Abweichungen zwischen der tariflichen Mindestarbeitszeit bzw. der ggf. abweichenden arbeitsvertraglichen
Arbeitszeit und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit kann ein Arbeitszeitkonto eingerichtet werden.
3.7.2. Auf das Arbeitszeitkonto werden Plus- und Minusstunden übertragen. Plusstunden sind die Arbeitsstunden, um die
die tarifliche Mindestarbeitszeit bzw. die ggf. abweichende arbeitsvertragliche Arbeitszeit überschritten wurde. Minusstunden
sind die Arbeitsstunden, um die die tarifliche Mindestarbeitszeit bzw. die ggf. abweichende arbeitsvertragliche
Arbeitszeit unterschritten wurde.
3.7.3 Der Ausgleichszeitraum kann sich über die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses erstrecken.
3.7.4 Die Höchstgrenze der Guthabenstunden liegt bei 250 Stunden, für Minusstunden bei 100 Stunden.
AMP-MTV Version 9.5_ratifiziert
4
3.7.5 Bis zur 150. Guthabenstunde besteht insbesondere zur Sicherung des Arbeitsplatzes in einsatzfreien Zeiten ein Dispositionsrecht des Arbeitgebers.
3.7.6 Ab der 151. Guthabenstunde kann der Arbeitnehmer zwischen Fortschreibung des Stundensaldos, Freizeitausgleich
oder Auszahlung wählen, wobei der Ausgleich vorrangig durch die Gewährung von Freizeit erfolgen soll.

gruss

Sektsauferle

positiv betrachtet könnte man jetzt sagen, die schreiben die schweinereinen wenigstens gleich in den tarifvertrag rein, bei igz hab ich nichts gefunden.
In Memory of Menschenrechte !!!

Krokos

ZitatOriginal von warsteiner36

aber im christlichen tarifvertrag steht das die stunden auf dem zeitkonto für einsatzfreie zeiten herhalten müssen .

frage an alle : wie gewichtig ist das was im tarifvertrag steht ?


in der Regel ist das was im Arbeitsvertrag steht bindend, aber es gibt einige Ausnahmen, darunter zählt auch die Sache mit dem Arbeitszeitkonto...



Hier ein Auszug aus dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz:
Zitat(4) § 622 Abs. 5 Nr. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist nicht auf Arbeitsverhältnisse
zwischen Verleihern und Leiharbeitnehmern anzuwenden. Das Recht des Leiharbeitnehmers
auf Vergütung bei Annahmeverzug des Verleihers (§ 615 Satz 1 des Bürgerlichen
Gesetzbuchs) kann nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden; § 615 Satz 2
des Bürgerlichen Gesetzbuchs bleibt unberührt.

Man beachte hier vor allen den vorletzen Satz "...kann nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden...."
Das heisst im Klartext das Gesetz steht über den Tarifvertrag...


Das selbe wäre der Fall, wenn der Arbeitgeber in den Arbeitsvertrag reinschreiben würde 10 Tage Urlaub im Jahr...
Nach den Urlaubsgesetzen beträgt der Mindesturlaub 24 Tage (auf 6 Tage Woche gerechnet).
Das heisst wenn man vor Gericht klagt und sich die restlichen 10 (14) Tage einfordert ist das ein 99,999 % win und die 0,001% Verlierchance würde nur bestehen wenn der Prozess am Arbeitsgericht Hamburg stattfindet^^



Dieses Thema wurde doch schon mindestens 500000mal behandelt, langsam müsste hier jeder Teilnehmer wissen dass das mit dem Arbeitszeitkonto nicht imme rso einfach ist, wie es sich manche ZAF vorstellen...


Gruß Krokos

Codeman

ZitatOriginal von Sektsauferle
codeman, könnte ich den link zu dem thread haben, bitte?

zu diesem Thema gibt es keinen Thread.Wurde hier nie gepostet.
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Ziggy

Wenn im Tarifvertrag was steht, was geltendem Recht zuwiderläuft, wage ich bei Selbstbetroffenheit den Klageweg. Und wenn in dem Gesetz drinsteht, daß es "nicht durch Vertrag aufgehoben" werden kann - wo ist dann da Problem?

Arbeitsverträge mit solchen Inhalten unterschreibe ich sowieso nicht, und Arbeitsverträge, die ich nicht verstehe, unterschreibe ich auch nicht. Das gilt übrigens für ALLE Verträge (auch EGV!). Was ich nicht verstehe, unterschreibe ich nicht. Punkt.

@Codeman
Glückwunsch und Danke! Wir brauchen solche Botschaften!

Grüße, Ziggy
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Codeman

ZitatOriginal von Ziggy
Wenn im Tarifvertrag was steht, was geltendem Recht zuwiderläuft, wage ich bei Selbstbetroffenheit den Klageweg. Und wenn in dem Gesetz drinsteht, daß es "nicht durch Vertrag aufgehoben" werden kann - wo ist dann da Problem?

Arbeitsverträge mit solchen Inhalten unterschreibe ich sowieso nicht, und Arbeitsverträge, die ich nicht verstehe, unterschreibe ich auch nicht. Das gilt übrigens für ALLE Verträge (auch EGV!). Was ich nicht verstehe, unterschreibe ich nicht. Punkt.

@Codeman
Glückwunsch und Danke! Wir brauchen solche Botschaften!

Grüße, Ziggy

Hallo Ziggy,

ja ich musste ihm aber auch immer gut zureden.Was hatte er schon zu verlieren,ausser nen beschissenen Job bei den Handaufhaltern ?

MfG
Codeman
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Sektsauferle

also ich hab mir gestern n wolf gesucht, und was gefunden, dass besagt, die dürften ans AKZ !

ich habe nichts gefunden, das es wiederlegt X(
In Memory of Menschenrechte !!!

Volati

Sektsauferle, zeige uns doch bitte einmal, was du gefunden hast, dass besagt, dass die an das AKZ dürfen.

Ich habe mir mal den Tarifvertrag zwischen CGZP und AMP durchgelesen. Ich würde einen Arbeitsvertrag, der sich auf diesen Tarifvertrag bezieht, auf keinen Fall unterschreiben. Mir kommt so vor, als hätte man sich bei der Ausarbeitung des Tarifvertrages teilweise auf das TzBfG bezogen. Ob dies aber rechtlich ok ist, wage ich zu bezweifeln.

MfG

Volati

Sektsauferle

@volati

ich hab mir n wolf gesucht, aber ich finde es nicht mehr, finde aber auch nichts gegenteiliges.
vielleicht hilft da echt nur der klage weg, zumindest stand in meinem tarifvertrag für überstunden keine regelung drin.

das wäre jetzt schon mal gut zu wissen, wie jetzt?

ist das vertragsabhängig, ist da was gesetzlich geregelt?
In Memory of Menschenrechte !!!

Volati

Also folgendes:

3.7.5 des Tarifvertrages zwischen CGZP und AMP besagt:

"Bis zur 150. Guthabenstunde besteht insbesondere zur Sicherung des Arbeitsplatzes in einsatzfreien Zeiten ein
Dispositionsrecht des Arbeitgebers."

So wie ich das verstehe, hat der Arbeitgeber  (in dem Fall die ZAF) die Möglichkeit, bis zur 150. Guthabenstunde, zu entscheiden, ob ich einen Abzug von Stunden vom Guthabenkonto bekomme, sofern er mich nicht irgendwo einsetzen kann (einsatzfreie Zeiten). Das wiederrum verstößt jedoch nach meiner Ansicht gegen § 615 BGB, da sich die ZAF, falls sie mich nicht unterbringen kann, in Annahmeverzug ist. Jetzt habe ich hier

http://www.wer-weiss-was.de/theme215/article3447529.html

gelesen, dass man sich wahrscheinlich auf § 12 TzBfG bezieht, wenn dieser 3.7.5 angesprochen wird. Das das TzBFG jedoch bei Arbeitsverträgen der ZAF angewendet werden kann, wage ich zu bezweifeln, es sei denn, es ist ausdrücklich im Arbeitsvertrag festgehalten (Teilzeitarbeit, Arbeit auf Abruf).

Im Fall bei mirjam46 hätte ich persönlich den Arbeitsvertrag so nicht unterzeichnet. Wenn im Vertrag steht, "Nach Aussprache der Kündigung ist die Firma xxx ist berechtigt...., die Mitarbeiterin...freizustellen.", werde ich schon stutzig. Freistellen kann mich die Firma immer, sie muß halt nur für die entgangenen Arbeitsstunden aufkommen, sofern ich meine Arbeitsleistung zur Verfügung stelle bzw. gestellt habe.
"Plusstunden aus dem Arbeitszeitkonto werden angerechnet und Resturlaubsansprüche gewährt" ist doch auch normal. Warum sollte man dies im Vertrag festhalten? Ich vermute, hier hat die ZAF diesen Passus extra im Arbeitsvertrag vermerkt, falls es zu einer Auseinandersetzung vor Gericht kommen sollte. Dort wird man Seitens der ZAF sagen, schaut her, sie war mit Ihrer Unterschrift einverstanden sie freizustellen. Damit hat sie quasi dem 3.7.6 und 3.7.7 des Tarifvertrages zugestimmt und das bedeutet, dass Minusstunden auch eingerechnet werden - und die werden nach einer Kündigung mit Sicherheit kommen.

Falls es irgendwann mal soweit kommen sollte, so würde ich auf jeden Fall vor Gericht gehen und meinen Anspruch nach § 615 BGB geltend machen. Falls der Sklavenhändler vor Gericht dann die 3.7.6 und 3.7.7 anspricht (wegen der Unterschrift), so würde ich die darauf hinweisen, dass der ARBEITNEHMER (Sklave) laut Tarifvertrag das Recht hat, zu wählen, ob er Zeitausgleich möchte oder nicht. Dem Arbeitgeber steht dieses Wahlrecht nicht zu.

MfG

Volati

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