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#1
Es gibt vieles an der MLPD, das ich für problematisch halte und nicht unterstütze. Doch den Verwurf, daß es Bücherkommunisten seien, halte ich für nicht zutreffend. Die Betriebsarbeit und der Aufbau von Betriebsgruppen halte ich für einen Gegenbeweis. Das sollten die MLPD Kritiker erstmal hinkriegen. Ohne Betriebsarbeit ist kein radikaler Wandel der gesellschftlichen Verhältnisse möglich. Nach dieser Feststellung kann man einem Großteil linker und linksradikaler Initiativen unterstellen, reformistische Labergruppen zu sein.

Ich sehe es aber ähnlich wie Tiefrot, der der MLPD ein rückwärtsgewandtes Arbeiterbild und entsprechende Lösungsansätze attestiert. Lange Zeit war die MLPD die einzige linke Partei, die sich mit Bauern befaßt hat. Das fand ich zwar gut, aber ich befürchte, daß hat mit den frühen Tagen der Kommunistischen Bewegung zu tun, in der Arbeiter und Bauern gemeinsam für den revolutionären Kampf organisiert wurden, was sich auch im Hammer und Sichel Symbol wiederfindet.

Und ähnlich ist es bei dem besonderem Fokus auf Stahl- und Bergarbeiter. Damit befindet man sich in vergangenen Zeiten. Es ist gut, die Arbeiter in diesen Bereichen zu organisieren und dort auch internationale Strukturen aufzubauen, aber der heutige Kapitalismus arbeitet immer weniger mit Stammbelegschaften und Großbetrieben, sondern mit einer Aufsplitterung der Produktion und einer Zersplitterung der Belegschaften mit Subunternehmen, Leiharbeit, Werkverträgen, etc.. Das wird von der MLPD zwar nicht ignoriert, doch Antworten hat sie darauf auch nicht.
#2
In punkto Pöstchenjagd unterscheidet sich das BSW nicht von der Linkspartei und dem sonstigen kapitalistischen Einheitspampf.
#3
Medienkritik / Aw: youtube, facebook, twitter
Letzter Beitrag von Kuddel - Heute um 09:32:46
Es ist schon klar, daß "Social Media" eine eher negative Rolle spielen, obwohl sich auch Linke und Arbeiter über sie organisieren. Die Soziale3n Medien sind eine treibende Kraft des momentanen Rechtsrucks.

Aber mit einfachem Boykott kommt man da nicht weiter. Wenn ein paar Linke sich bei den Plattformen mit einem Millionenpublikum abmelden, spüren es die milliardenschweren Techkonzerne nicht.

Eine von mir sehr geschätzte Stadtteilinitiative nutzt sowohl facebook alsauch TikTok. Ich selbst betreibe ein paar Youtube Kanäle und nutze twitter/X. Mich kotzen die Techkonzerne an und ich hasse den größenwahnsinnigen Oligarchen Musk.

Natürlich geht es mir auf den Sack, wenn Youtube alle 5 min die Geschäftbedingungen ändert und immer mehr Schindluder mit meinem Material treibt, Material, das ich mit keiner kommerziellen Nutzung verbunden und dem ich eine Creativ Commons Freigabe zur Weiterverwendung gegeben habe.

Egal wie scheiße Elon Musk sein mag, ich habe der twitter-Nutzung viel abgewinnen können. Ich habe mir meine spezielle Bubble gebastelt, folgte interessanten Contenterstellern und konnte so über spannende Entwicklungen, Bewegungen und Kämpfe rund um den Globus aktuelle Infos kriegen. Daß Werbung dazwischen war, hab ich zähneknirschend hingenommen und ansonsten tauchten völlig andere Themen auf, aber selbst da fand ich Interessantes oder Unterhaltsames.

Jetzt ließ aber Musk die Schleusen öffnen und mein Kanal ist geflutet mit rechtem Dreck. Tweets direkt von Beatrix von Storch und von Höcke und von jeder Menge Irrer, die ihren Avatar schwarzrotgold umrahmt haben. Dazwischen muß man sich die brauchbaren Beiträge herausfischen. Es ist ekelig.

Ich halte es für entscheidend, daß wir uns mit den Räumen und Werkzeugen befassen, in denen Meinungsbildung passiert, wenn wir politisch nicht in der Bedeutunglosigkeit verschwinden wollen.

Es geht auch da um die Eigentumsverhältnisse. Es sind nicht nur die Techkonzerne, sondern auch die traditonellen Medien, wie Stern, Spiegel, Zeit, an die wir uns gewöhnt haben, die ihre wirtschaftlich Macht (die Kontrolle über Meinungsbildungswerkzeuge) nutzen ohne irgendeine öffentliche Kontrolle. Wenn sie es mal zu weit treiben, gibt es eine Rüge vom Presserat, doch das hat keinerlei Konsequenzen.

Bei der Macht der Medien, bzw. der Macht über die Medien, liegt auch die Macht zur Formung des gesellschaftliche Bewußtseins.

Ein Kampf für eine bessere Gesellschaft muß auch ein Kampf gegen die Medienkonzerne sein.
#4
Ja, also bei manchen von der Linkspartei Abgewanderten sehe ich es so. Die Linke wurde geschwächt, da wechselt man dann schnell. Die mediale Aufmerksamkeit könnte auch noch gereizt haben.

Ich kann jetzt noch fieser sein und spekulierend unterstellen, vielleicht hat er sich mehr von Sahra erhofft aber die wollte nicht und hat mehr als dankend abgelehnt t lol ;D

Gut, zurück zum Thema: was ich nicht verstehe, warum die Austretende oder innerhalb von BSW Wandernden sich dpa und Medien gegenüber äußern. Scheint ein Geschäftsmodell zu sein. Denn Namen der Schmoller und scheinbar Entrüsteten werden dadurch ja auch bekannter.
#5
Das lohnabhängige Menschen weiter klein gehalten werden sollen, Hürden immens hoch sind um was Eigenes auf die Beine zu stellen und zu halten zum Lohnerwerb, das Scheitern eher anerkannt ist als das Gegenteil damit die immer Gleichen am Napf oder Trog bleiben können ist klar und muss verändert werden.
Deine vermittelten Theorien sind in der Regel gut und ich kann mir Arbeiter_innenkampfstärke gut vorstellen.


Zitat von: counselor am 12:04:21 Fr. 14.Juni 2024Was Du nicht kapieren willst: Wenn die Linke so weiter macht, wie bisher (Selenskyj huldigen, Krankenhäuser schließen siehe Bremen, Wohnungen privatisieren siehe Berlin, CDU-Politik machen siehe Thüringen, woke sein), dann wird sie zurecht in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Mit der Mitregiererei um jeden Preis und der damit verbundenen Verräterei seit ihr einer der Ursachen des Erstarkens der AfD.

Aber ginge es der Linkspartei nur um das Mitregieren, sollte sie dann ausgerechnet Carola Rackete aufstellen die bekannt wurde, weil sie Flüchtlinge gerettet hat und sich gegen die Entscheidung der damaligen ital Behörden nach langem Warten müssen im dortigen Hafen angelegt hat? In einer Zeit wo  für GEAS in der Regierung gestimmt wurde und Rechte Auftrieb sehen? Die Linke ist noch dazu gegen GEAS.



 
#6
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/martin-sonneborn-entschuldigt-sich-fuer-china-tweet-nico-semrott-die-partei-martin-sonneborn-li.132399
ZitatAm 18.6. beginnt vor dem Oberlandesgericht München der letzte von drei parallel laufenden Prozessen gegen die "Gruppe Reuß". Sie soll einen gewaltsamen Umsturz geplant haben. BR-Recherchen liefern Hinweise auf das Netzwerk der Gruppe in Bayern.
Den Artikel muss man ganz lesen. Von verbotene rechtsextreme Ritterirden bis Bundestag ausspionieren und mutmaßlich beteiligte Af* Abgeordnete...
#7
Wenn die MLPD angeblich solche ewig gestrigen Bücherkommunisten sind: Warum haben sie dann erfolgreiche Betriebsgruppen? Ohne die MLPD hätte es weder den Streik in Rheinhausen 1987, den großen Bergarbeiterstreik 1997, noch den Opelstreik 2004 gegeben, noch den Stahlaktionstag vor ein paar Wochen. Hier in der Region sind die Betriebe, in denen die MLPD aktiv ist, die kampfstärksten. Dass die MLPD bei Wahlen nur 0,1 Prozent macht, hängt damit zusammen, dass sie nicht in den Medien ist und zensiert wird und infolgedessen nur etwa 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung durch ihre Arbeit erreicht. Wahlkämpfe sind heutzutage eine Farce und werden über die Medien und über das Internet ausgetragen. Von der Medienmanipulation gar nicht zu sprechen.

Und noch was: Der echte Sozialismus ist keine Lösung von vor 150 Jahren. Vor ihm haben die Herrschenden Angst, weil er ihre Entmachtung und breiteste Demokratie für die bisher Entrichteten bedeutet. Deswegen werden Parteien wie die MLPD und SGP mit antikommunistischem Dreck beworfen und zensiert und behindert.

Dem echten Sozialismus gehört aber die Zukunft. Die gescheiterten Lösungen, die der Vergangenheit angehören, sind sämtliche Lösungen, mit denen pseudolinke kleinbürgerliche Weltverbesserer den Kapitalismus verschönern wollen (wie zB die sozial-ökologische Transformation des Kapitalismus).
#8
Off-Topic & Neu Hier / Aw: Cooles Interview mit Nico ...
Letzter Beitrag von Frauenpower - Heute um 08:28:34
Danke für den Buch-Hinweis

Und Sonneborn soll sich laut dieses Artikels aus 2021 entschuldigt haben für den T-shirt-Aufdruck
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/martin-sonneborn-entschuldigt-sich-fuer-china-tweet-nico-semrott-die-partei-martin-sonneborn-li.132399

#9
Off-Topic & Neu Hier / Aw: Gute Mucke
Letzter Beitrag von Frauenpower - Heute um 08:22:10
#10
Zitat von: Tiefrot am Gestern um 18:06:39Onkel Tom meißelte:
ZitatBei mlpd jedoch schon, was mich etwas wunderte.

Kennste die Fraktion der Bücherkommunisten ? Dazu zähle ich die MLPD.
Mit Lösungen von vor 150 Jahren kommt man nicht weit, das merken die Wähler.
Was die Wähler allerdings nicht merken ist das die offiziell etablierten, als Links zählenden Parteien (Linkspartei, Grüne, SPD) auch keine Lösungen haben die wirklich etwas zum positiven verändern.
Obwohl vielleicht merken sie es schon irgendwie darum Wählen die Hauptsächlich Konservativ, Neoliberal und Rechts.
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