Sack Reis umgefallen (Chinanews)

Begonnen von Nao, 20:45:44 Mo. 30.November 2015

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Nao

Die Unruhen in China weiten sich aus.

Bei einem Brand in einem Hochhaus in Urumqi gab es Tote wegen des Lockdowns. Die Meldungen sind widerspruchlich und reichen von die Rettungsräfte kamen nicht durch die Lockdownsperrungen bis, die Bewohner konnten das Verschlossene Gebäude nicht verlassen. Die Zahl der gemeldete Todesopfer reicht von 10 bis 44.

Daraufhin gab es massive Unruhen in uigurischen Regionen.

Über Nacht sind auch in Beijing, Guangzhou, Nanjing, Chengdu, Hunan Unruhen ausgebrochen.

Bei einem Jubiläum an der Uni Hongkong nutzen Studenten ihre Abschlußfeier für Proteste.

Es ist schwer die Proteste einzuschätzen. Es scheint sich um die größten der letzten 20 Jahre zu handeln.

https://twitter.com/AbduwelA/status/1596179494662213632

https://twitter.com/ryan_lai1214/status/1595733333677584384


Graffiti an der Universität Wuhan

https://twitter.com/whyyoutouzhele/status/1596466809997336577
Im Pekinger Stadtteil Changping entfernen die Menschen die Lockdown Absperrungen.

Kuddel


counselor

ZitatGRÖSSTE MASSENPROTESTE IN CHINA SEIT 1989 - ,,Nieder mit Xi Jinping!"

Das sozialimperialistische China wird durch eine antifaschistisch-demokratische Massenbewegung erschüttert. Es sind die größten Proteste seit 1989! Die MLPD erklärt ihre Solidarität mit dem Kampf der Arbeiterklasse und Volksmassen in China!

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw48/proteste-in-china-westliche-imperialisten-sollten-sich-nicht-zu-frueh-freuen
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatDie Proteste in China und die Aufhebung der Zero-Covid-Politik

Am Wochenende fanden in mehreren chinesischen Städten Proteste statt, überwiegend von Studierenden an Universitäten. Den Bildern zufolge, die in den sozialen Medien gepostet wurden, scheinen diese Demonstrationen nicht außerordentlich groß zu sein. Angesichts des autoritären Charakters des Regimes von Xi Jinping sind die Proteste jedoch ein bedeutendes politisches Ereignis, das mit Sicherheit das Bild von sozialer Stabilität und allgemeiner Zufriedenheit untergräbt, das Xi auf dem kürzlich abgeschlossenen Kongress der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zu vermitteln versuchte.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2022/11/28/bcll-n28.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nao

Es gibt in China gerade eine Vielzahl an Protesten.

Der wohl erwähnenswerteste ist ein militant geführter Streik in der südchinesischen Megacity Chongqing.

Die pharmazeutische Fabrik Chongqing Dadukou Zhongyuan Huiji entließ direkt mehr als 10.000 Arbeiter ohne Rücksprache mit den Mitarbeitern.
Fast 20.000 Arbeiter gingen aus Protest auf die Straße, derzeit werden die Produkte in der Fabrik und die Maschinen zertrümmert und die zuständigen Verantwortlichen auch auf die Intensivstation geschickt.

Ein Arbeiter fügt hinzu:
"Die gewalttätigen Behörden haben eingegriffen, um die Stabilität aufrechtzuerhalten, und ein stellvertretender Leiter einer Polizeistation wurde von den marschierenden Arbeitern mit den Fäusten erzogen."

https://twitter.com/RiotPrime2022/status/1611769463673683971

https://twitter.com/renminwansui5/status/1611641604086894592

https://twitter.com/renminwansui5/status/1611647107399618562

Ein Arbeitsvermittler kriegt Dresche.
https://twitter.com/renminwansui5/status/1611659781755879424

https://twitter.com/renminwansui5/status/1611660433395519488

Es schien unmöglich, die Situation mit polizeilichen Maßnahmen in der Griff zu kriegen und ging man dazu über, die Forderungen vor Ort zu erfüllen. Die Arbeiter reihten sich auf und erhielten eine Auszahlung von 6000 Yuan (etwa 820 €). Andere zwischengeschaltete Vermittleragenturen boten nur 2000 Yuan, die Arbeiter sehen das nicht als Lösung des Konflikts.

Nao

Die Chinesische Regierung schlägt nun mit einem verschwinden Lassen von Aktivist:innen zurück. Jetzt ist Solidarität gefragt!

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/solidaritat-mit-den-aktivist-innen/

counselor

ZitatLEHREN AUS DER JASIC-BEWEGUNG - Neues von der revolutionären Arbeiterbewegung in China

China ist zu einer ökonomischen Supermacht aufgestiegen, die sich den Krisen in der Welt nicht entziehen kann.

Nur durch Zinssenkungen der Staatsbanken, Gutscheine für verbilligte Haushaltsgeräte und Elektroautos konnte die chinesische Regierung das Wirtschaftswachstum aufrechterhalten. Es lag dennoch nur bei 4,5 Prozent, was für chinesische Verhältnisse niedrig ist. Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen sind in den ersten fünf Monaten des Jahres eingebrochen. Von Januar bis Mai 2023 lagen sie um 18,8 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, wie das staatliche Statistikamt bekannt gab.

Quelle: https://www.rf-news.de/2023/kw26/neues-von-der-revolutionaeren-arbeiterbewegung-in-china
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nao

Wenn ich es recht verstanden habe, basiert der Artikel der FR-News auf einem Text der Kommunistischen Partei Australiens – Marxisten-Leninisten (CPA-ML). Man sollte den Lesern in Deutschland ein wenig Hintergrundwissen mitgeben. In China gibt es, ähnlich wie in Deutschland, ein breites Spektrum linker Strömungen. Es gibt Marxisten/Leninisten, Maoisten, Trotzkisten, Anarchosysundikalisten und Anarchisten, auch subkulturelle Strömungen wie Punks. Sie können, insbesondere als Organisationen, aber weitaus weniger öffentlich auftreten. Chinesische Zustände ermöglichen es auch, dass die Regierung einer kommunistischen Partei, maoistische Aktivisten in den Knast steckt. Das passierte an vielen Unis. Die kommunistische Partei war wenig erbaut und ließ diese Veranstaltungen verbieten und die Treffen von der Polizei zusammenknüppeln.

Ich liste mal ein paar Dinge auf, die ich in dem rf-news Artikel so grob richtig beschrieben fand:

"China ist zu einer ökonomischen Supermacht aufgestiegen, die sich den Krisen in der Welt nicht entziehen kann.
...
Die einzelnen Unternehmen versuchen, diese Krise auf die Arbeiter abzuwälzen, indem sie Löhne und Sozialversicherungsleistungen nicht auszahlen, Betriebe ins Ausland verlagern – beispielsweise nach Indien oder Vietnam - und durch Entlassungen. Dagegen gibt es massenhaft Streiks und Proteste. Nach Zahlen des ,,China Labour Bulletin" haben sich Streiks und Proteste im ersten Quartal dieses Jahres verzehnfacht gegenüber Streiks und Protesten im vierten Quartal 2022.
...
Der imperialistische Konkurrenzkampf zwischen China und den USA verschärft sich. Erst kürzlich sind Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe beider Länder in der Nähe von Taiwan gefährlich nah aneinander geraten. Das bringt die deutschen Monopole in die Zwickmühle. Sie sind sehr stark abhängig vom chinesischen Markt und investieren dort weiter wie etwa BASF oder VW. Gleichzeitig sind sie auch vom US-amerikanischen Markt abhängig. Das erklärt auch den Schlingerkurs der Ampel-Regierung um ihre China-Politik."

Das ist nicht verkehrt.

Doch hier wird es merkwürdig:
"Die Arbeiterbewegung muss sich mit den chinesischen Arbeitern verbinden und ihre Wurzeln neue beleben – der von Marx und Engels ausgearbeitet wissenschaftliche Sozialismus und der Kampf um den sozialistischen Aufbau in China unter Mao Zedong."

Es klingt nicht nur merkwürdig, es ist es auch. Zitiert aus einer Bibel nach der man die Welt erklären will, doch die Wirklichkeit zeigt sich manchmal widerspenstig. Es ist absolut richtig, daß die Arbeiter hier wie dort sich füreinander interessieren sollten. Sie würden dann erkennen, daß ihre Situation und ihre Probleme nicht großartig unterscheiden. Sie stehen sich nicht als Gegner Gegenüber, sie haben die gleichen Feinde. Die Unternehmen, in denen sie in China arbeiten, tragen oftmals deutsche Namen (wie "Volkswagen") und Deutschand sind viele Unternehmen von chinesischem Kapital geschluckt worden.

Wir sollten aber realistisch bleiben. Welche "Arbeiterbewegung", bitteschön? Es gibt sie in Deutschland nicht. Der DGB ist keine Organisation des Klassenkampfes. Sie ist stets bemüht, den klassenkampf auf niedrigem Niveau zu halten, damit die heimische Wirtschaft international konkurrenzfähig bleibt.

In China gibt es eine beeindruckende Zahl an Arbeitskämpfen die teilweise sehr militant geführt werden. Man kämpft mit der Polizei, es gibt "Bossnapping", also Geiselnahmen von Managern und Angriffe auf lokale Parteibüros und Rathäuser.

Es gibt also eine Arbeiterbewegung, doch keine organisierte. China hat zwar die größte Gewerkschaft der Welt mit 134 Millionen Mitgliedern, doch der Allchinesische Gewerkschaftverband ist noch nutzloser als der DGB. Jeder Versuch, eine alternative Gewerkschaft (oder vergleichbare Strukturen) zu gründen, wird vom Staat mit massiver Repression beantwortet.

Es entstehen oftmals kurzlebibige und verdeckte Strukturen, in den die Arbeiter über verschlüsselte Soziale Medien diskutieren. So ist auch eine Basissolidaritätsarbeit zwischen Chinesischen Arbeitern und einigen Leuten im chefduzen-Forum entstand, so für den Inhaftierten VW Leiharbeiter Fu Tianbo, oder dem inhaftierten Essenskurierfahrer Megzhu, der eine gewerkschaftsähnliche Basisstruktur für seine Kollegen aufgebaut hat. Diese grenzüberschreitenden Soliaktionen sind tatsächlich auch bei Arbeitern beider Länder angekommen und wurden dort diskutiert.

Man sollte die Dimensionen und die Bewertung nicht aufblasen und realistisch bleiben.
ZitatLehren aus der Jasic-Bewegung
Neues von der revolutionären Arbeiterbewegung in China

Das mit der "revolutionären Arbeiterbewegung" und der "Jasic Bewegung" entstammt dem Wunschdenken des Autors.

Die Jassic Bewegung entstand an chinesischen Universitäten. Schüler und Studenten haben einen Pflichtunterricht in Marxismus uns auch Lenin und Mao gehörten zu den Inhalten. Die Studenten waren unzufrieden, wie weit die Politik der Kommunistischen Partei sich von einigen Lehrsätzen der großen Denker unterschied und sie organisierten ihre eigenen Marxistischen Lesekreise um die vollständigne Texte kennenzulernen, und nicht nur das, was die Partei für sie herausgesucht hat.

Man entschied sich trotz der Repression dafür, in die Fabriken zu gehen um mit den Arbeitern Klassenkampf zu organisieren, um so gemeinsam zur Revolution voranzuschreiten. Solche Vorstellungen gab es ja auch in Deutschland unter linken Studenten, die in die Betriebe zogen.

Jasic war das Unternehmen, das man sich ausgeguckt hat. Man machte die harten Arbeiten der Fabrikarbeiter und versuchte sich an der Mobilisierung der Kollegen.

In China gab es viel Kritik an den Aktionen der studentischen Aktivisten. Es sei "typische ML-Politik", mit der man die Kollegen "verheizte", so einige wörtliche Vorwürfe. Es ist zwar gelungen, einfache Arbeiter zu Protestaktionen auf die Straße zu kriegen, doch sie blieben stets in der 2. Reihe. Sie wollten nicht selbst etwas organisieren, sie wollten auch keine eigenen Strukturen aufbauen.

Dann ging es los mit der Repression, von der auch einfache betroffen waren. Alle studentischen Aktivisten wurden verhaftet. Die Mittel der Repression waren perfide und kaum vorstellbar. Typische Haftgeschichten, Schlafentzug, kaum zugang zu sanitären Anlagen. Man schickte Lieblingsprofessoren von der Uni oder nahestehenden Lehrern aus Schulzeiten, um sie von ihrem falschen Weg abzubringen. Man bedrohte die Eltern oder das ganze Heimatdorf.

Letztendlich ist es gelungen, auch den letzten Aktivisten der Jasic Bewegung weichzukochen. Man ließ sie noch etwas schmoren und entließ sie in die Chinesische Realität, nachdem sie abgeschworen hatten. Einige sind zurück auf ihren ehemaligen Unis oder haben einen ganz normalen Job angenommen.

Unter chinesischen Linken gibt es zwar Bewunderer für den Mut der Aktivisten, doch als politische Aktion hält man dieses Herangehen für wenig vorbildlich und gescheitert.

Über Mao Zedong könnte man einen Extraartikel verfassen. Man sollte ihn nicht so unkritisch abfeiern. Das tut nicht einmal die kommunistische Partei Chinas. 

counselor

ZitatWir sollten aber realistisch bleiben. Welche "Arbeiterbewegung", bitteschön? Es gibt sie in Deutschland nicht.

In diesem Punkt widerspreche ich Dir. Du solltest Dir einmal den Streikmonitor in der Zeitschrift Z - Marxistische Erneuerung durchlesen. Demnach gab es in Deutschland 2022 674000 Ausfalltage wegen Streiks und es haben sich insgesamt 930000 Kolleginnen und Kollegen an 853 Streiks beteiligt.

Vor allem die 930000 Streikenden rechne ich zum Kern der Arbeiterbewegung in Deutschland.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Onkel Tom

@Nao.Vielen Dank für deine Eindrücke zu Kämfen der Arbeiter_innen in China.

@counselor
Könntest Du bitte den Artikel "Streikmonitor" aus der Lektüre "Zeitschrift Z"
für die Leser_innen z.B. durch einen Link zugänglich machen ?

Zitat von Nao:
Zitat..
Welche "Arbeiterbewegung", bitteschön? Es gibt sie in Deutschland nicht. Der DGB ist keine Organisation des Klassenkampfes. Sie ist stets bemüht, den klassenkampf auf niedrigem Niveau zu halten, damit die heimische Wirtschaft international konkurrenzfähig bleibt.

Empfinde ich genau so. Und die 930000 Streikenden, die mit Trillerpfeifen die nächste Tarifrunde
mit besingen ? oder was sind das für streikende ? Gibbet da auch eine Trennung der Anzahl von
Gewerksaftlich Streikende und eigeniniativ Streikende (wilder Streik) ?
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

Es ist in Deutschland schon etwas komplizierter als "keine Arbeiterbewegung" oder "930000 Kolleginnen und Kollegen sind die momentane Arbeiterbewegung".

Zu den Zahlen der Zeitschrift Z geht es hier: https://www.labournet.de/?p=108817

Die Fragen von Onkel Tom waren schon richtig gestellt. Ein Arbeiter, der sich für 2 Std. mit Trillerpfeife an einem Warnstreik beteiligt, ergibt noch keine Arbeiterbewegung. Es muß, der Wunsch, der Wille, des Arbeiters schon dahinterstecken. Dann bewegt sich etwas, sonst bleibt es Symbolik und Folklore.

Schlimm sind Arbeitskämpfe, die genau dort hängen bleiben, obwohl mehr drinnen wäre, weil die Kolleg:innen bereit wären zu kämpfen, doch die Gewerkschaft den Kampf abwürgt. Das ist traditionell bei den Arbeitskämpfen bei der Post so. Wieder und wieder von Verdi abgewürgt, verraten.

Am klarsten sieht man Arbeiterbewegung an selbstständigen oder "wilden" Streiks, das ist der Arbeiter:innen-Wille pur.

Es gibt aber eine Menge dazwischen. Insbesondere in Ostdeutschland. In der Lebensmittelindustrie und bei den Autozulieferern. Da gibt es sehr viel Druck von unten und eine erstaunliche Eigendynamik. Einzelhandel. Amazon. Vieles ist für deutsche Verhältnisse neu.

Erwähnenswert ist die wachsende Rolle von Migranten in den Arbeitskämpfen. Sie prägen auch die Form der Kämpfe.

Ich habe ein besonderes Interesse an Strukturen für Diskussionen und Kämpfe, die auch außerhalb der Gewerkschaften liegen. Es versuchen sich da bisweilen DKP, Trotzkisten, MLPD und andere linke Gruppen. Es gibt auch migrantische Organisationen, die insbesondere dann in Erscheinung treten, wenn Arbeiter:innen sich von der Gewerkschaft nicht vertreten fühlen. Das sind manchmal linke, manchmal auch Kulturorganisationen. Sie verfügen über die Strukturen und den Zusammenhalt, der dann nötig ist.

Amazon ist in einer besonderen Situation. Dort gibt es seit vielen Jahren eine clevere Basisarbeit, die eine große Freiheit im Verdirahmen erreicht hat, aber wenn nötig, auch jenseits der gewerkschaftlichen Strukturen auch diskutieren und kämpfen, selbst weltweit. Das ist wohl einmalig und verdient unseren Respekt.

Etwas Bewegung gibt es also doch auch unter Arbeiter:innen in Deutschland...

counselor

Sicher ist die Arbeiterbewegung qualitativ nicht so, wie wir im Forum uns das wünschen.

Quantitativ haben aber 930000 Lohnabhängige ihre Unterstützung für die gewerkschaftlichen Forderungen durch Teilnahme an Streiks zum Ausdruck gebracht.

Die Lohnabhängigen geraten immer wieder in Konflikte mit dem "Arbeitgeber". So gab es offensichtlich  853 Konflikte mittels eines Streiks zu verhandeln (viele weitere Konflikte lösen die Kolleginnen und Kollegen direkt mit ihren Vorgesetzten oder über den Betriebsrat).

Alle diese Konflikte werden in Deutschland sozialpartnerschaftlich bzw "reformistisch" im Rahmen der kapitalistischen Rechtsordnung verhandelt, was die Lohnabhängigen in der Regel akzeptieren. Sie sind mit der kapitalistischen Ordnung grundsätzlich einverstanden.

Hier müssen wir ansetzen, und unter den Lohnabhängigen das Bewusstsein schaffen, dass die kapitalistische Ordnung die Wurzel der Probleme der Menschheit (Armut, politische und ökonomische Krisen, Umweltkatastrophe) ist.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatWELTWEITE FOLGEN? - Chinesische Immobilienblase ist am Platzen

Chinas Immobiliensektor bebt. Der Aktienkurs des noch 2020 zweitgrößten chinesischen Immobilienkonzerns ,,Evergrande" fiel kürzlich nach Wiedereinstieg an der Börse unverzüglich um fast 87 Prozent ab. Der Konzern war Ende 2021 für fast eineinhalb Jahre vom Handel ausgeschlossen worden, weil er trotz (umgerechnet) 12 Mrd. Euro staatlicher Rettungsgelder anstehende Zinszahlungen nicht begleichen konnte.

Quelle: https://www.rf-news.de/2023/kw38/chinesische-immobilienblase-ist-am-platzen
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nao

Proteste und Streiks nehmen in China deutlich zu.
Ein wilder Streik bei Zulieferer setzt auch deutschen Autoherstellern zu.

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/streik-bei-vw-zulieferer/

Nao

China prekär:

ZitatEine Gesellschaft, die auf Zeitarbeitskräfte angewiesen ist: die prekäre Beschäftigung in China und ihre Folgen

,,Extreme Instabilität hat die wirtschaftliche Entwicklung in einen Zustand der Sucht gestürzt. Die Unternehmen sind immer bestrebter, ,,mit Leichtigkeit voranzukommen", während die Arbeiter mit mehr Stress, Angst und Unsicherheit belastet sind."
- Autor: Zhong Shan

Chinas ,,Zeitarbeiter": Auf dem Arbeitsmarkt läuft jeder Gefahr, ein ,,Zeitarbeiter" zu werden. Dies wird vom Staat und den Unternehmen absichtlich ermöglicht, um die Arbeitsplatzunsicherheit auf die Arbeiter zu übertragen und dadurch immer mehr Arbeitsplätze zu schaffen.(...)

Chinas Problem ist viel ernster als das Deutschlands. Offiziellen Angaben zufolge hat Chinas flexible Erwerbsbevölkerung 200 Millionen erreicht, was dem neuen Geschäftsmodell der ,,Gig Economy" entgegenkommt. Diese Menschen sind zu Menschen zweiter Klasse unter Wanderarbeitern in verschiedenen Funktionen geworden, beispielsweise als ungelernte Arbeiter, Tagelöhner, studentische Arbeiter, ausgelagerte Arbeiter, unabhängige Auftragnehmer usw. Im Vergleich zu regulären Arbeitnehmern mit ,,Etablierung" scheint die Arbeit dieser Menschen sehr ,,flexibel" zu sein, was viele Aspekte umfasst. Beispielsweise können Unternehmen die Löhne rechtzeitig entsprechend einer veränderten Arbeitsnachfrage senken und problemlos entlassen, ohne dafür einen Preis zu zahlen; sie können Mitarbeiter intern versetzen, Arbeitsstrukturen ändern und Widerstände und Kosten minimieren, um die Qualifikationsanforderungen der Arbeiter leicht zu senken.

(...) Diese Elastizitäten haben ihren Ursprung in der neoliberalen Agenda von Reagan-Thatcher und breiten sich mit der Entwicklung der Globalisierung auf der ganzen Welt aus.

(...) Was die aktuelle Situation der chinesischen Wirtschaft betrifft, so sorgt die Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse dafür, dass an der Oberfläche Beschäftigung von geringer Qualität erhalten bleibt, aber zu unberechenbar oder aufgrund eines bestimmten Ereignisses tiefgreifende Konflikte ausbrechen (...).
https://news-creaders-net.translate.goog/china/2023/12/28/2683513.html?_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp

Es brodelt in Chinas Gesellschaft. Es gibt einen enormen Anstieg an Arbeitskämpfen und Sozialen Konflikten.

counselor

ZitatGEBURTSTAG VON MAO ZEDONG - Revolutionäre Kundgebungen in China zu Maos Geburtstag

Genossen aus Russland haben uns auf folgenden Bericht aus VK (russische Entsprechung von Facebook) hingewiesen.

Dort ist auch ein Video verlinkt.

"Hunderte von jungen Menschen in China versammelten sich an Maos Geburtsort und forderten die Rückkehr zum Sozialismus.

Quelle: https://www.rf-news.de/2024/kw02/revolutionaere-kundgebungen-in-china-zu-maos-geburtstag
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nao

In China gibt es jeden Tag neue soziale Konflikte, die teilweise auch militant ausgetragen werden.

Die Wohnungsfrage ist ein Dauerbrenner. Viele Investoren haben das Geld für Eigentumswohnungen eingesackt, doch sie werden nie fertig wg. Insolvenz. Ganze Stadtteile, in denen ärmere Menschen leben, werden zwangsgeräumt, oft ohne angemessene Entschädigung.

In den Schulen und Universitäten ist es unruhig.

Es wird viel demonstriert und gestreikt.

Auf einen großen Streik, der in diesem Moment stattfindet, sollte hingewiesen werden: https://www.forumarbeitswelten.de/blog/suntech/


Nao

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Kampf um ein Kulturzentrum auf dem Land.

ZitatMit Blockaden, Trommeln und Tanz gegen Räumung eines Kulturzentrums

Hunderte Dorfbewohner versammeln sich tagelang in Nantong, Jiangsu, um sich gegen den Abriss zu wehren
https://www.forumarbeitswelten.de/blog/mit-trommeln/

  • Chefduzen Spendenbutton