Klimastreik

Begonnen von ManOfConstantSorrow, 14:27:33 Mi. 18.September 2019

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ManOfConstantSorrow

ZitatDie Umweltbewegung muss es schaffen, den Klimawandel in gesellschaftliche Zusammenhänge zu stellen. Sonst drohen weltweite Sondervollmachten und es profitieren kapitalistische Verwertungsinteressen
https://www.heise.de/tp/features/Zwischen-Klimawandel-und-Gretamanie-4542315.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

counselor

Zitat7.6 million people demand action after week of climate strikes

From crowded demonstrations in the streets to digital blackouts and actions at political meetings, the Global Climate Strike gathered over 7 million people calling for climate justice

Quelle: https://350.org/7-million-people-demand-action-after-week-of-climate-strikes/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!


counselor

++ SAVE THE DATE: Am 29. November ruft Fridays For Future zum 4. globalen Klimaaktionstag auf! ++
Nach den desaströsen Ergebnissen des Klimakabinetts und kurz vor Beginn der UN Klimakonferenz (COP25) werden wir an diesem Freitag wieder weltweit auf die Straßen gehen.
Neben unseren Streiks, werden wir dieses Mal auch mit weiteren kreativen Aktionen Klimagerechtigkeit einfordern.
Wir rufen erneut alle Generationen dazu auf mit dabei zu sein.
Wir haben keine Wahl, als eine konsequente Klimapolitik durch unsere Aktionen zu erzwingen - und zusammen können wir das schaffen!
#ActNow #FridaysForFuture


Quelle: https://www.facebook.com/2010920999000602/posts/2488873567872007/?substory_index=0
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Troll

Extinction Rebellion: Man climbs on top of plane in climate protest (BBC)

Via Fefes Blog

-> https://www.nachdenkseiten.de/?p=55532#h02

Feinde von XR machen sie nicht zu meinem Freund, lassen sie mich aber anders bewerten, man muss auf der Hut sein es ist gängige Praxis im Fahrwasser beachteter Bewegungen mit zu schwimmen um Stimmung für etwas ganz anderes zu machen oder mit zu nehmen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

Fotobericht aus Kiel

Ich ging zu dem Treffpunkt an einer Schule fast vor meiner Haustür. Es war ein winziges Häuflein, vielleicht 60 Leute. Etwas deprimierend. Mir gefiel eine Antifagruppe von etwa 10jährigen.  Unsere Minidemo wurde von einem Fahrradpolizisten begleitet.

Auf dem Exerzierplatz kamen diverse lokale Demos zusammen.














Es kamen erstaunlich viele Leute zusammen. Ich dachte, nach dem letzten internationalen Klimastreiktag würde man keine so großen Massen mehr bewegen können. Es waren etwas zweidrittel der Demonstranten jugendlich.



Ich schätzte die Menge auf vielleicht 4000 Leute. Der NDR berichtete später, es seien 7500 Teilnehmer (Polizeiangaben!) gewesen.



Die erste Rede war von Fridays for Future Kiel Gaarden. Die Rede war super. Es ging gleich um die Soziale Frage. Darum, daß die Armen weltweit die ersten sind, die den Klimawandel auszubaden haben. Die Reichen haben immer einen Ausweg, können sich beispielsweise ein Haus in einer sicheren Region leisten. Es ging um die Interessen der Wirtschaft, insbesondere der Ölkonzerne. Dann ging es um die Wirtschaftsinteressen, die sich auf die Politik auswirken. Damit war der Bogen nach Rojava geschlagen. Es ging um das militärische Eingreifen Erdogans in Syrien.

Die nächste Rede kam aus Rojava selbst. Sie wurde an Fridays for Future geschickt und auf den Exerzierplatz über die Lautsprecheranlage übertragen. Die Rede einer internationalen Brigastin war sehr berührend. Make Rojava green again.





Vom Exerzierplatz ging dann die Demo in einem großen Bogen durch die Stadt. Ich hab noch ein paar Fotos gemacht und mich abgesetzt.







Laut NDR hat die Turbo-KlimaKampf-Gruppe (TKKG) zu mobilen Straßenblockaden aufgerufen.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Lautstark-fuer-Klimaschutz-Viele-Demos-in-SH,klimastreik178.html

Kuddel

Fridays for Future (FFF) sprach von 630.000 Protestierenden in ganz Deutschland.

counselor

ZitatICOR-UMWELTKAMPFTAG / FRIDAYS FOR FUTURE - Weltweiter Protest zur Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen

Heute gingen erneut Hunderttausende Menschen weltweit zur Rettung der Umwelt auf die Straße. Allein in Deutschland waren es nach ersten Medienberichten rund 630 000 Menschen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw48/weltweiter-breiter-protest-zur-rettung-der-natuerlichen-lebensgrundlagen

In Nürnberg waren ca. 2500 Menschen unterwegs. Das Orga-Team hat erkannt, dass es nicht das Recht hat, willkürlich Parteien und Organisationen von der Demo auszuschließen und insoweit konnten alle weitgehend unbehelligt mitmarschieren und Flyer verteilen. Außerdem waren Automobilarbeiter von MAN dabei. Von den Reden habe ich leider nichts verstanden, weil die Lautsprecher etwas klein dimensioniert waren.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

Zitat von: counselor am 20:05:09 Fr. 29.November 2019
(...) Das Orga-Team hat erkannt, dass es nicht das Recht hat, willkürlich Parteien und Organisationen von der Demo auszuschließen und insoweit konnten alle weitgehend unbehelligt mitmarschieren und Flyer verteilen(...)

Was genau steckt dahinter? Hat das Orga-Team willkürlich ausgeschlossen? Und wen?

counselor

Heute wurde niemand ausgeschlossen. In der Vergangenheit wurden die Organisierte Autonomie und der Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD schon mal ausgeschlossen, weil deren Transparente soziale Dinge zum Thema hatten. Und dem Nürnberger Evangelischen Friedensforum wurde in der Vergangenheit das Sammeln von Unterschriften für das 365€ Jahresticket für den ÖPNV verboten, weil zu dem Thema im Orga-Team angeblich kein Konsens herrschte.

Es geht ja auch darum, dass man Umwelt und Soziales nicht einfach isoliert sehen kann und dass der Antikapitalismus einen Platz in der Bewegung hat.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

ZitatGegen ,,Black Friday"-Konsumwut
Block Friday und Amazon
Attac und Greenpeace in Frankreich ärgert der ,,Black Friday". Der Schnäppchentag erzeuge zu viele CO2-Emmissionen. Amazon wird blockiert.
https://taz.de/Gegen-Black-Friday-Konsumwut/!5645624/

Frauenpower

KlimaaktivistInnen wie Samuel Bisch kaemofen fuer den Altdorfer Wald / BaWue.  Die Haelfte des Waldes soll wohl fuer eine Kiesgrube abgeholzt werden. Motto: Wald statt Asphalt!
https://www.regio-tv.de/mediathek/video/klimaaktivisten-besetzen-altdorfer-wald/


Kuddel

Ich wollte schon seit Wochen diesen Kommentar schreiben und werde mich damit wohl unbeliebt machen.

Ich halte die Klimabewegung für die wohl wichtigste Bewegung zur Zeit. (Leider ist die Antikriegsbewegung zur Zeit kaum existent.)

Die Klimabewegung ist aber völlig im Arsch, gescheitert, wirkungslos. Ein blödes Gehampel weißer Mittelschichtskids von Gymnasien auf einem Terrain, auf dem sie nichts ausrichten können, angeführt von einer Grünenpolitikerin.

So lange ich die Fresse von Luisa Neubauer sehe, weiß ich, daß es hoffnungslos ist. Sie ist nicht einfach nur eine Stimme von Zehntausenden. Sie wurde nicht allein von der Presse in diese Rolle gedrängt. Sie wird von der Bewegung auf Pressekonferenzen geschickt und auch bei der Antirechtsgroßdemo war sie auf der Bühne als "Stimme von FFF". Die Frau ist zwar medientauglich, ja superprofessionell, doch sie steht auch für Inhalte, die zum Kotzen sind! Gab es nicht eine Greta Thunberg? Sie hat die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Militär, Unterdrückung und Ausbeutung des Globalen Südens und dem Klimawandel erkannt und benannt. Dafür wurde sie von der deutschen FFF unter der Grünenpolitikerin Neubauer abgesägt und ausgegrenzt.

Es gab Zeiten, in denen waren die Demos anders zusammengesetzt, nicht nur Gymnasiasten (obwohl sie auch dann dominierten) und auch mit einem größeren Anteil Migranten (wenn auch nicht identisch mit dem Anteil an den Schulen). Jetzt ist ist es Mittelschicht auf der Spielwiese mit Ausrichtung auf Wahlen und Forderungen gerichtet an die Parteien.

Eine Klimabewegung, die nicht die Rolle der Industrie beim Klimawandel thematisiert und bei der das Militär und die Kriege keine Rolle spielen, ist bedeutungslos.

Eine Klimabewegung ist erst eine, wenn sie sich direkt mit den Verursachern auseinandersetzt und nicht darauf hofft, daß Politiker es tun. Es geht darum, daß die Wirtschaft und die Klimazerstörenden Produktion behindert und verhindert werden müssen. Dazu wäre ein Schulterschluß mit Arbeitern und Arbeitskämpfen notwendig. Statt Autofahrer zu kritisieren, sollte die Autoproduktion angegriffen und eine komplett andere Verkehrspolitik eingefordert werden.

Die e-Mobilität bedeutet nur eine Verschiebung des Problems in den Globalen Süden. Hier kann der SUV Fahrer mit gutem Gewissen elektrisch herumgondeln, während man in armen Staaten Lithium und Kobalt (auch mit Kinderarbeit) abbaut, und ganze Landstriche vergiftet und in Mondlandschaften verwandelt. E-Autos sind keine Alternative! (FFF hat sich bereits für die Werbung für e-Mobilität von der Autoindustrie mißbrauchen lassen.)

Nein, diese Neubauer Auftritte mit beschrifteten Kleidern beim Presseball oder der Berlinale tun nichts, rein garnichts, gegen die Umweltzerstörung. Eine saublöde Medienshow und vielleicht auch ein Schritt für Neubauers persöniche Karriere. Es braucht keine Hinweise auf die Problematik des Klimawandels für die Öffentlichkeit. Diese Hinweise gibt es jeden Tag in den Nachrichten bei den Meldungen über Dürren, Hurrikane, Fluten, Waldbrände, Hitzewellen und andere Extremwetterphänomene. Mehr klare Hinweise und Öffentlichkeit dafür geht nicht.

Dieser Klimastreik ist ein Farce.

Wer wissen will, wie die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Klima, Unterdrückung und Krieg sind, sollte einfach mal Greta Thunberg zuhören.

Nikita

Mein Eindruck ist, dass du schlechte Laune bekommst, wenn du ein Bild von Luisa Neubauer siehst. Dann schreibst du über Fridays For Future, von denen du nicht viel verstehst.
FFF ist i.W. die Arbeit vor Ort mit Veranstaltungen zu vielen Themen, weltweit und branchenübergreifend. Die Demo in Bonn wurde z.B heute mit einem Streik im öffentlichen Dienst und einer Demo gegen Rechts verbunden.
 Also genau, was du immer wieder forderst. Ich habe selten so hochprofessionell organisierte Demos erlebt, bei dem versucht wird, niemanden zurückzulassen. Auf Blinde, Schwerstbehinderte, alte Menschen, Fremdsprachler und viele mehr wird Rücksicht genommen.
Durch FFF ist das Thema Klimawandel seit langer Zeit allgegenwärtig. Vorher hat es kaum jemanden interessiert und sie haben viel erreicht.

Wanderratte

Zitat von: Kuddel am 12:34:25 Fr. 14.Februar 2025So lange ich die Fresse von Luisa Neubauer sehe, weiß ich, daß es hoffnungslos ist. Sie ist nicht einfach nur eine Stimme von Zehntausenden. Sie wurde nicht allein von der Presse in diese Rolle gedrängt. Sie wird von der Bewegung auf Pressekonferenzen geschickt und auch bei der Antirechtsgroßdemo war sie auf der Bühne als "Stimme von FFF". Die Frau ist zwar medientauglich, ja superprofessionell, doch sie steht auch für Inhalte, die zum Kotzen sind! Gab es nicht eine Greta Thunberg? Sie hat die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Militär, Unterdrückung und Ausbeutung des Globalen Südens und dem Klimawandel erkannt und benannt. Dafür wurde sie von der deutschen FFF unter der Grünenpolitikerin Neubauer abgesägt und ausgegrenzt.
Ich sehe Luisa Neubauer auch sehr kritisch. Doch auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit. Sie mag ja medientauglich sein, doch lediglich kompatibel mit der Mehrzahl der aktuellen (Massen)medien.

Es ist auch hoffnungslos. Sehe ich auch so.

Bei Luisa Neubauer und "Fridays For Future" fehlen mir schlichtweg Inhalte und Zusammenhänge. Alles ist irgendwie oberflächlich.

Dabei kommt es doch gerade auf die "Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Militär, Unterdrückung und Ausbeutung des Globalen Südens und dem Klimawandel" an.

Doch man muss sich ja nur die Webseite von "Fridays For Future" anschauen, um zu erkennen, wie isoliert das Thema betrachtet wird:

ZitatDie Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Wir fordern eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird.
[...]
Warum auf eine Zukunft bauen, die bald nicht mehr lebenswert sein wird? Unsere Antwort auf diese Frage ist der Klimastreik: Wir streiken für eine wirkungsvolle Politik, die dem Ausmaß der Klimakrise gerecht wird. Wir haben zehn Jahre, um unsere Ziele zu erreichen und müssen jetzt beginnen. Auf geht's!

Die Wissenschaft gibt uns Recht: Über 26.000 Wissenschaftler*innen im deutschsprachigen Raum bestätigen, dass unser Anliegen berechtigt ist. Dazu haben wir folgende Forderungen aufgestellt. Wir fordern von der Politik nicht mehr als die Berücksichtigung wissenschaftlicher Fakten.
Quelle: https://fridaysforfuture.de .

Zusammenhänge mit anderen gesellschaftlichen Themen sucht man hier vergebens.

Wenn man diese Zusammenhänge nicht sehen möchte, dann kann man meiner Meinung nach doch gleich aufhören, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Es macht dann nämlich keinen großen Unterschied mehr.

Eine Klimabewegung, ber der man nicht so genau weiß, für und gegen was man eigentlich kämpft, nehme ich nicht ernst.

Wenn man allein auf die Wahlen und Forderungen an die Parteien hofft, dann kann man es doch sowieso vergessen.

Naja, "Fridays For Future" ist nunmal keine Bewegung, die politisch links ist. Sondern (eher) "Grün", genau so wie ihre Protagonistin.

Die Superreichensteuer soll nur eingeführt werden, damit die Klimaziele einfacher erreicht werden können. Es geht nicht darum, dass die Armen mehr Geld bekommen:

ZitatKosten teilen: Superreichensteuer zur Finanzierung der Transformation.

Der klimaneutrale Umbau von Infrastruktur, Industrien und Gesellschaft ist eine riesige Aufgabe. Jede*r muss einen gerechten Beitrag zur Transformation leisten – die Superreichen machen das bislang nicht. Superreiche feuern mit ihrem Lebensstil die Klimakrise besonders stark an, spüren aber kaum etwas von den Folgen und beteiligen sich nur wenig an der Transformation. Auch und gerade Superreiche müssen aber endlich Verantwortung übernehmen. Deshalb fordern wir: Superreiche besteuern, damit sie ihren fairen Beitrag zur Transformation leisten.
Quelle: https://fridaysforfuture.de/forderungen/forderungen-2025/ .

Meiner Meinung nach könnte es vor allem an der Einseitigkeit und der Isoliertheit der Problembewältigungsstrategien liegen, dass sich eher die Mittelschicht für "Fridays For Future" interessiert. Die Unterschicht und Menschen mit Migrationshintergrund haben nämlich noch ganz andere Probleme.

Zitat von: Kuddel am 12:34:25 Fr. 14.Februar 2025Eine Klimabewegung, die nicht die Rolle der Industrie beim Klimawandel thematisiert und bei der das Militär und die Kriege keine Rolle spielen, ist bedeutungslos.

Eine Klimabewegung ist erst eine, wenn sie sich direkt mit den Verursachern auseinandersetzt und nicht darauf hofft, daß Politiker es tun. Es geht darum, daß die Wirtschaft und die Klimazerstörenden Produktion behindert und verhindert werden müssen. Dazu wäre ein Schulterschluß mit Arbeitern und Arbeitskämpfen notwendig. Statt Autofahrer zu kritisieren, sollte die Autoproduktion angegriffen und eine komplett andere Verkehrspolitik eingefordert werden.
Ja, so sieht es aus.

Ich frage mich, was möchte "Fridays For Future" überhaupt erreichen. Wenn man eine Klimabewegung will, muss man auch die Verursacher der Klimakrise beim Namen nennen. Tut man dies nicht, ändert sich nichts. Dann kann man auch gleich wieder damit aufhören.

Zitat von: Kuddel am 12:34:25 Fr. 14.Februar 2025Wer wissen will, wie die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Klima, Unterdrückung und Krieg sind, sollte einfach mal Greta Thunberg zuhören.
Greta Thunberg hat verstanden, worum es geht:

ZitatSpäter gelangt Thunberg zu der Einsicht: Mit Politikerinnen und Politikern zusprechen, in der Welt herumzureisen und Hände zu schütteln, das nützt nichts. Ihr Protest wird radikaler. Mehrfach wird Thunberg in diesem und letztem Jahr verurteilt, unter anderem, weil sie Tankwagen in einem Ölhafen in Malmö blockiert.

Vielen missfällt ihr ziviler Ungehorsam. Auch ihre propalästinensischen Proteste haben Kritik laut werden lassen. "Der Grund, weshalb ich Klimaaktivistin bin, ist, dass ich mich um Menschen sorge", sagte Thunberg. "Für mich ist es selbstverständlich als Klimaaktivistin, mich für Menschen einzusetzen, die leiden und unterdrückt werden."
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/fridays-for-future-thunberg-100.html .

Doch kaum werden diese Zusammenhänge thematisiert, folgt Kritik:

ZitatGreta Thunberg war das Gesicht von Klimaschutz und "Fridays for Future", ihrem Schulstreik schlossen sich Millionen an. Doch heute lässt ihre Wut gegen Israel viele auf Distanz gehen.
[...]
Viel öfter erlebt man Greta Thunberg, die im Januar ihren 22. Geburtstag feiert, inzwischen auf pro-palästinensischen Demonstrationen, auf denen immer wieder israelkritische Parolen geäußert werden. Zuletzt Anfang Dezember trat sie dabei auch in Deutschland auf - in Mannheim auf einer Veranstaltung mit pro-palästinensischen und israelkritischen Aktivisten. Sie spricht zu den Anwesenden - und endet mit den Worten "Fuck Germany, fuck Israel", wie Reporter der "Welt" notiert haben.
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/greta-thunberg-fridays-for-future-israel-100.html .

Und diese Luisa Neubauer musste sich selbstverständlich auch noch dazu äußern:

Zitat"Greta ist eine wichtige Person in der Klimafrage, aber sie repräsentiert uns nicht", so Luisa Neubauer von Fridays for Future. Der Schutz jüdischen Lebens sei ihr wichtig, sagt Neubauer.
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/greta-thunberg-fridays-for-future-israel-100.html .

Solch eine Aussage ist schon sehr krass, finde ich. Auch ich halte den Schutz jüdischen Lebens für sehr wichtig. Dennoch sollte meiner Meinung nach Israels Politik unbedingt kritisiert werden. Und ich sehe darin sogar eine Notwendigkeit. Doch eine Luisa Neubauer scheint diesen Unterschied nicht zu verstehen.

Man möchte wohl ganz bewusst die Klimabewegung nichtssagend und oberflächlich halten.

Es ist halt mal wieder so, wie so oft: Solange alles schön "harmlos" klingt, wird es akzeptiert. Es lenkt ja auch von den umfassenderen gesellschaftlichen Problemen ab.

Ich kann mit "Fridays For Future" schon länger nichts mehr anfangen.

BGS

ZitatWenn man diese Zusammenhänge nicht sehen möchte, dann kann man meiner Meinung nach doch gleich aufhören, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Es macht dann nämlich keinen großen Unterschied mehr.

Eine Klimabewegung, ber der man nicht so genau weiß, für und gegen was man eigentlich kämpft, nehme ich nicht ernst.

Wenn man allein auf die Wahlen und Forderungen an die Parteien hofft, dann kann man es doch sowieso vergessen.

Geht mir genauso. Es drängt sich ebenfalls der Gedanke auf, dass FFF fast nur aus weißen Mittelschichtskindern vom Gymnasium besteht. Die eben nicht solidarisch mit den wirklich Ausgebeuteten sind, weil jene ignoriert werden. So hofft man wohl auf "Karriere" unter seinesgleichen :Q

Muss zur Schicht.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Wanderratte

Ich sehe darin auch ein Problem. Doch für diese Problematik scheint sich wohl kaum jemand zu interessieren.

Und ja, selbstverständlich will man die Klassenverhältnisse nicht in Frage stellen, wenn man selbst davon profitiert, zur Mittel- oder Oberschicht zu gehören. Was interessieren schon die wirklich Ausgebeuteten, solange es einem selbst gut geht.

So ist es doch meistens.

Diesbezüglich muss wohl erstmal ein Bewusstsein geschaffen werden. Ohne Solidarität mit anderen kann es nämlich nicht funktionieren.

Man kann Krisen nunmal nicht isoliert voneinander bewältigen.

Kuddel

Hier sehe ich eine Perspektive:

Von VW-Arbeitern, die keine Autos mehr bauen wollen
Verkehrswende in der Autostadt

https://www.hoerspielundfeature.de/verkehrswende-in-der-autostadt-100.html


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