Meinungsbildung und Medien in privater Hand

Begonnen von Kuddel, 13:25:41 Fr. 22.Oktober 2021

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Kuddel

Bin wieder bei meinem Lieblingsthema. Die Medien.
Die großen Mainstreammedien haben noch einen relativ guten Ruf, die Kritik kommt meist aus der rechten Ecke und für die Rechten ist eh alles linksgrün versifft.

Diese Vorwürfe sind für'n Arsch, doch "seriös" sind diese Medien ganz und gar nicht. Ich greife die Mainstreammedien dafür an, den rechten Trend zu befeuern. Die Buchtitel "Mit Rechten Reden" wurde von der ZEIT als Aufruf verstanden, Rechte auf ihre Podien einzuladen. Ich bin der Meinung, daß man im Alltag mit Rechten reden muß, ihnen aber niemals ein zusätzliches Forum geben darf. Sie haben davon bereits genug.

ZitatDie Journalistin Julia Ruhs ist jung, konservativ – und bekam deshalb blitzschnell eine eigene Sendung in der ARD. Die Strategie: verlorene Zuschauer von rechts zurückzuholen.
https://www.zeit.de/2025/37/julia-ruhs-moderatorin-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-ard

Rechtsradikaler Journalismus, um verlorene Zuschauer zurückzubekommen?

Als nächstes kam dieser Müll, die Linken seien Schuld am Rechtsruck:
ZitatSelbst schuld?
Leider kämpft die politische Linke nicht mehr um die Mitte, sondern gegen sie. Zur Freude der Rechten.
https://www.zeit.de/2025/37/politische-extreme-polarisierung-linke-afd-protest

ZitatWoke und weltfremd – Ist die Linke schuld am Rechtsruck?
"Wokeness, Diversity, Gendergerechtigkeit", so Jessen, "sind das größte Geschenk, dass die Linke der Rechten machen konnte." Ist das so? Treiben woke Kulturkämpfer mit ihren identitätspolitischen Zumutungen potentielle Wähler der Mitte in die Arme von AfD & Co.?
https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/woke-und-weltfremd-ist-die-linke-schuld-am-rechtsruck-forum-2025-09-17-100.html

Jemand meinte letztens, die woke-Vorwürfe würden von ChatGPT geschrieben und automatisiert regelmäßig von den Qualitätsmedien verbreitet.

ZitatDie woke Bewegung ist gescheitert. Daran ist sie auch selbst schuld
Mit ihrer belehrenden Art haben die Aktivisten der linken Identitätspolitik einen gewaltigen Backlash bewirkt. Während sie die Mitte der Gesellschaft verloren haben, hat die Rechte ihre erfolgreichsten Wahlkampfthemen für sich entdeckt.
https://www.sueddeutsche.de/meinung/wokeness-linke-identitaetspolitik-kulturkampf-kommentar-li.3344870?reduced=true

Ich kann diesen Dreck nicht mehr lesen!

Und es geht weiter:
ZitatWie Teile der Wirtschaft der AfD die Hand reichen
Der Verband der Familienunternehmer war bisher scharfer Kritiker der AfD, lädt sie nun aber ein und sucht Kontakt.
https://www.zeit.de/politik/2025-11/brandmauer-afd-wirtschaftsverband-deutscher-familienunternehmen-nachrichtenpodcast

ZitatEuropapark-Gründer zur AfD: Diskussion muss möglich sein
Dem Austausch von Argumenten sollte man offen gegenüberstehen, sagte Mack. «Wir müssen für Gespräche immer offen sein.» 
https://www.zeit.de/news/2025-11/27/europapark-gruender-zur-afd-diskussion-muss-moeglich-sein

ZitatDeradikalisiert die AfD!
Es braucht keine Brandmauer, die Lobbyisten das Gespräch mit der AfD verbietet. Gerade sie müssen der Partei klarmachen, warum sie inakzeptabel als Koalitionspartner ist.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-11/die-familienunternehmer-wirtschaftsverband-afd-brandmauer

Mich widert das alles an!

ManOfConstantSorrow

Bei t-online denkt man doch zuerst an ein Nebenprojekt der Deutschen Telekom. Das ganze ist zu einem fetten Medienunternehmen angewachsen, wurde eine Aktiengesellschaft und inzwischen von dem Vermarktungsunternehmen Ströer gekauft. Von der Reichweite her gehört t-online zu den ersten fünf Medienmarken in Deutschland.

Unter der Leitung von Chefredakteur Florian Harms (ehemals Chefredakteur Spiegel Online) werden Meldungen verbreitet und Meinung gemacht.

Hier ist ein schönes Beispiel:

ZitatDeutschland hat das Anpacken verlernt. Zu viele haben sich zu lange auf dem Wohlstand ausgeruht, sind zu satt geworden, hängen sich nicht mehr genug rein. Und ja, es stimmt, auch wenn's keiner hören will: Die Deutschen arbeiten zu wenig und zu kurz.
via https://www.deutschlandfunk.de/die-presseschau-aus-deutschen-zeitungen-8682.html

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Wer Medien besitzt, will meist nicht nur Geld verdienen.
Es ist auch eine Möglichkeit Macht auszuüben. Man kann in öffentliche Debatten eingreifen und auf das gesellschaftliche Klima Einfluß nehmen.

ZitatUnter dem Hashtag #SaveThePost versuchen sie, den Amazon-Gründer Jeff Bezos und Herausgeber Will Lewis davon abzubringen, mindestens hundert, womöglich sogar bis zu 300 der rund 800 Journalisten der »Washington Post« zu entlassen. Über diese Pläne hatten mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Gewerkschaftsmitglieder berichtet.
(...)
Es wäre der Tiefpunkt des seit Jahren anhaltenden journalistischen Niedergangs der »Washington Post« – den Jeff Bezos maßgeblich zu verantworten hat.
(...)
Kurz vor dem Wahltag 2024 verhinderte Bezos persönlich eine geplante redaktionelle Wahlempfehlung der Redaktion für Trumps Widersacherin Kamala Harris.
(...)
Die »Post«-Oberen hatten einen Karikaturenentwurf abgelehnt. Der zeigte Bezos und andere Techgrößen – mit prall gefüllten Geldsäcken am Fuße einer Trump-Statue kniend.


Als der Republikaner wenige Tage später zum zweiten Mal zum Präsidenten vereidigt wurde, war Bezos bei der Amtseinführung dabei, stellte sich gemeinsam mit anderen Unternehmern  hinter Trump, spendete eine Million Dollar. Wenige Wochen danach kündigte Bezos an, die Meinungsseite der »Post« grundlegend neu auszurichten. Diese solle sich nunmehr auf »persönliche Freiheiten und freie Märkte« konzentrieren, gab der Milliardär vor.

Woraufhin nicht nur der Leiter der Meinungsseite sowie zahlreiche zumeist linksliberale und Trump-kritische Kolumnisten und Redakteure kündigten, sondern allein in den ersten 48 Stunden auch rund 75.000 Digitalabonnentinnen und -abonnenten.
(...)
Daran, dass die Medien sich in Trumps Sinne »bessern«, arbeiten der Präsident und seine Gefolgsleute mit aller Macht. So hat vor ein paar Tagen das Joint Venture TikTokUSDS 45 Prozent der Anteile des US-Geschäfts des sozialen Netzwerks TikTok übernommen. Eingefädelt wurde der Deal mithilfe der Trump-Regierung. Das Joint Venture entscheidet künftig, welche TikTok-Inhalte in den USA verbreitet werden und welche nicht. Geführt wird es vom Multimilliardär Larry Ellison, einem langjährigen Verbündeten Trumps.

Ellisons Sohn David hat mit seiner Firma Skydance und der Unterstützung seines Vaters zudem den Medienkonzern Paramount übernommen, den Betreiber von CBS – um dann bei diesem Fernsehsender eine neue, rechts gerichtete Chefredakteurin einzusetzen.

Und nun bietet er mit Paramount und einer 40-Milliarden-Dollar-Garantie seines Vaters mehr als 100 Milliarden Dollar für die feindliche Übernahme des Konzerns Warner Bros. Discovery. Zu diesem gehört unter anderem der von Trump verhasste Nachrichtenkanal CNN.

»Ich habe ein großartiges Gefühl«, sagte Trump mit Blick auf eine mögliche Übernahme am vergangenen Donnerstag auf der Premiere des Films seiner Frau Melania (unsere Rezension können Sie hier lesen ). Diese Selbstdarstellung der Präsidentengattin wurde von Amazon mitproduziert. Bezos' Konzern soll Medienberichten zufolge rund 40 Millionen Dollar für die Rechte an dem Streifen hingeblättert haben. Ein großer Teil davon soll an Melania Trump fließen.
https://archive.is/0A26s#selection-2687.0-2766.0

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