Fehmarnbelttunnel

Begonnen von Fritz Linow, 19:25:10 Mo. 13.März 2017

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Fritz Linow

Sollte man im Auge behalten, wenn er denn 2018 genehmigt wird. Der Ersatz für die Vogelfluglinie wird dann auf lange Zeit die größte Baustelle in Europa werden, damit skandinavisches Eisenerz schneller geliefert werden kann. In Schleswig-Holstein werden für die Streckenlegung, Stilllegung und Verlegung von kleinen Bahnhöfen entlang der Bäderstraße zwei Milliarden veranschlagt. Die üblichen Totschlagargumente lauten ,,Gut für die regionale Wirtschaft, weil sich entlang der Strecke neue Betriebe ansiedeln werden" bis hin zu ,,Gut für den Tourismus". Im großen und ganzen werden hier Milliarden verpulvert für das Mantra Höher, Schneller, Weiter.

Rudolf Rocker

Ich dachte, das Ding wäre schon gescheitert, weil Dänemark das Teil irgendwie doch nicht komplett alleine bezahlen wollte!

Fritz Linow

Zitat16.10.19
Rechnungshof: Fehmarnbelt-Projekt teurer als geplant

Die Schienen- und Straßenanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark wird noch einmal teurer. Vor vier Jahren hatte der Bundesrechnungshof bereits mit Kosten von 2,2 Milliarden Euro gerechnet - ursprünglich sollten es 817 Millionen Euro sein. Nun geht der Bundesrechnungshof von 3,5 Milliarden Euro aus. Das wäre mehr als vier Mal so viel. Diese Prognose haben die Finanzprüfer jetzt einigen Bundestagsabgeordneten zugeschickt. (...)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Rechnungshof-Fehmarnbelt-Projekt-teurer-als-geplant,fehmarnbelt400.html

tleary

Ja, das wird 'mal das "Stuttgart 21" des Nordens...
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Kuddel

Fehlt nur noch die entsprechende Bewegung zum Thema.

Fritz Linow

Zitat29.6.22
Arbeiter blockieren auf dänischer Seite Eingang zur Baustelle

An Dänemarks größter Baustelle wird gestreikt. Mehrere Hundert Beschäftigte an der Baustelle zum Fehmarnbelt-Tunnel haben die Arbeit wegen eines Streits über ihre Entlohnung niedergelegt. Kippt jetzt der Zeitplan?

Hunderte Arbeiter auf der dänischen Seite der Baustelle zum Fehmarnbelt-Tunnel haben wegen eines Streits über ihre Bezahlung ihre Arbeit unterbrochen. Der Streik habe am Dienstagmorgen begonnen und dauere an, teilte eine Sprecherin des Bauherren Femern A/S am Mittwoch mit.

[spoiler]Die Arbeiter sind demnach beim internationalen Konsortium FLC angestellt, das sowohl für den Bau der Tunnelelementfabrik als auch für die Herstellung und das Absenken der 89 Elemente zuständig ist. Hintergrund seien Fragen zu den Vergütungsvereinbarungen. Den Angaben zufolge sollte am Mittwoch in Kopenhagen erneut verhandelt werden. Zuvor hatten dänische und deutsche Medien über den Streik berichtet.
Das dänische Fachblatt ,,3F" der gleichnamigen Gewerkschaft berichtete, dass über die Lohnstreitigkeiten für die polnischen Beschäftigten bereits am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht verhandelt werden könnte, falls sie nicht bis zum späten Mittwochnachmittag zurückgekehrt sein sollten. Den Angaben zufolge blockierten am Mittwoch fast 500 Mitarbeiter von FLC den Eingang zu einer der Baustellen.

Auf der dänischen Tunnelbaustelle sind nach Angaben von Femern rund 1000 Arbeiter tätig. Diese sind zum Teil bei FLC und zum Teil beim niederländischen Konsortium FBC angestellt. FBC ist für den Aushub des Tunnelgrabens, den Bau der Arbeitshäfen und die Landgewinnungsflächen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts zuständig. Diese Arbeiten sind nach Angaben der Femern-Sprecherin von dem Streik nicht betroffen.
Auf den Zeitplan hat der Ausstand demnach keine Auswirkungen. ,,Als Bauherr hoffen wir aber natürlich, dass sich FLC und die streikenden Arbeiter bald einigen", sagte die Femern-Sprecherin.

Der rund sieben Milliarden Euro teure, vierspurige Straßen- und Eisenbahntunnel soll 2029 eröffnet werden. Er soll die Fahrzeit von Hamburg nach Kopenhagen mit dem Zug auf rund zweieinhalb Stunden verkürzen.[/spoiler]
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article239640789/Fehmarnbelt-Tunnel-Jetzt-streiken-auf-daenischer-Seite-die-Arbeiter.html?

cyberactivist

Schöne Aktion, weil die Macht, die eben doch bei den Beschäftigten da ist, auch genutzt wird.
Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.

Kuddel

So sieht ein vernünftiger Wilder Streik aus!








Volleyball ist besser als Maloche.











Solidarität!




Hier weitere Berichte zum Wilden Streik!
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,330444.msg376242.html#msg376242

(Sorry für die Unordnung im Forum)

Fritz Linow

Wenn ich das richtig verstehe, ging es nun mit Blockaden weiter:
https://www.tv2east.dk/lolland/konflikten-paa-femern-eskalerer-braendstofmangel-skabte-fare-for-oversvoemmelse

(Immer wenn man einen Dänen braucht, ist keiner da)

Googleübersetzung:

ZitatDer Konflikt auf Fehmarn eskaliert – Treibstoffknappheit führte zu Überschwemmungsgefahr

Dies ist der dritte Tag einer umfassenden Arbeitsniederlegung auf der Fehmarn-Baustelle. Parteien auf beiden Seiten sagen, sie hätten keine Einigung erzielt, die den Streit beenden könnte. Ganz im Gegenteil.

Der Konflikt hat schwerwiegende Folgen für FLC, Femern Link Contractors, den Hauptauftragnehmer für den Bau des Fehmarntunnels, erklärt Jess Hansen, Arbeitsdirektorin des Unternehmens.

- Es ist nicht nur ein Konflikt gegen FLC. Es ist gegen alle unsere Subunternehmer. Alle sind Formularzugang. Alle Zufahrtsstraßen zum Gelände seien gesperrt, sagt Jess Hansen.

Die Situation hatte am Donnerstagmorgen zu potenziell ernsthaften Problemen auf der Baustelle geführt.

- Wir haben einige Herausforderungen. Wir haben Pumpen am Deich und Pumpen auf dem Werksgelände, die gewartet und betankt werden müssen. Wir haben eine Regelung dafür gefunden. Aber im Moment ist es wirklich eine schwierige Situation, sagt Jess Hansen.

Es gibt also eine leichte Aufweichung des Konflikts?

- Wenn man es in Relation dazu sieht, dass das ganze Gebiet überschwemmt wird und Produktionsanlagen im Wert von Milliarden Kronen verloren gehen, kann man sagen, dass dies eine kleine Aufweichung ist - aber es sagt auch etwas darüber aus, wie schwierig die Situation ist.

- Wir erleiden einen ziemlich großen Produktionsausfall, und es ist finanziell sehr schwer - das ist klar. Aber auch die Mitarbeiter bekommen ihren Lohn nicht und werden arbeitsrechtlich geahndet. Es ist also eine unglückliche Situation für beide Seiten, fügt Jess Hansen hinzu.

Behält Streik bei
Die Fronten des Konflikts wurden also weiter hart gezogen.

Auf der einen Seite halten etwa 300 streikende Tunnelarbeiter an ihren Forderungen nach mehr Lohn fest. Ihren Angaben zufolge wurden ihnen rückwirkend zum 1. Mai 2022 4,37 Prozent mehr Gehalt zugesagt, die sie bisher nicht erhalten haben.

Auf der anderen Seite steht ihr Arbeitgeber FLC, der sich weigert zu verhandeln, solange die Mitarbeiter streiken.

- Wir waren gestern (Mittwoch, Anm. d. Red.) bei einer gemeinsamen Sitzung, bei der festgestellt wurde, dass es sich um einen außervertraglichen Streik handelt, sagt Rasmus Pedersen von 3F Lolland, der die Mehrheit der Beschäftigten vertritt.

Nach dem Treffen ging er zur Baustelle in Rødbyhavn, wo die Streikenden erneut zur Arbeit aufgefordert wurden, gerade als die Folgen eines fortgesetzten Streiks und einer Blockade angekündigt wurden.

- Wir haben den Leuten auch gesagt, dass sie Geldstrafen bekommen würden, sagt Rasmus Pedersen.

Kuddel

Der dänische Kollege, der mir die Hinweise auf neue Beiträge schickt, hat sich unsere Veröffentlichungen angesehen und hatte daran nichts auszusetzen.

Er hat aber darauf hingewiesen, daß die Gewerkschaften hart bestraft werden können,  wenn sie nicht alles tun, um die Arbeiter zu bewegen, ihren Streik abzubrechen.

Die streikenden Kollegen sind wirklich mutig
Ihnen wurde eine Frist gesetzt zur Wiederaufnahme der Arbeit, ansonsten: Geldstrafe.
Sie haben die ignoriert.
Sie verweigern nicht nur die Arbeit, sie haben auch die Baustelle konsequent blockiert. (Wichtig!)
Die Ausbeuter haben absolute Panik, daß ihnen die Tunnelbaustelle absäuft, weil die Pumpen gewartet und betankt werden müssen. Sie haben zwar behauptet, es gäbe keine Verhandlungen, so lange nicht wieder gearbeitet wird, doch in dieser Sache haben sie bereits einen Rückzieher gemacht.

Die Bedeutung dieses Streiks kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Arbeiter führen den Streik ohne ein "Recht" dazu zu haben. Man kann auch kämpfen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen!

Kuddel

Sein aktueller Link führt zur Zeitung "Arbejderen" (Der Arbeiter):

ZitatAufruf zur Solidarität
Dänische Kollegen: Streik am Fehmarnbelt ist eine Frage des Prinzips



Die streikenden Bauarbeiter waren am Donnerstag, den 30. Juni, vor dem Arbeitsgericht. Das Transparent lässt keinen Zweifel an ihren Forderungen.

Streik auf der Fehmarnbelt-Querung geht in den dritten Tag. Die ausländischen Kollegen fordern den gleichen Lohn wie ihre dänischen Kollegen, und das können wir nur unterstützen, sagen die Gewerkschafter. Sie sehen es als einen prinzipiellen Kampf und haben damit begonnen, Geld zu sammeln, um Bußgelder und ausstehende Löhne zu bezahlen.

Der Konflikt zwischen den Bauarbeitern und dem Generalunternehmer des Fehmarnbelt-Bauprojekts geht weiter, und am Donnerstagnachmittag wird das Arbeitsgericht über den Streik entscheiden. Die Arbeit steht seit Dienstag still, als 400-500 Bauarbeiter, hauptsächlich Polen, beschlossen, sich zu wehren und den gleichen Lohn wie ihre dänischen Kollegen zu fordern.

Nach Angaben von 3F Lolland liegt der Durchschnittslohn in der Region bei 191,20 Kronen, der Einstiegslohn für die ausländischen Arbeitnehmer des FLC-Konsortiums beträgt jedoch 165 Kronen pro Stunde. Davon werden 25 Kronen für Unterkunft und Verpflegung im nahe gelegenen FLC Village abgezogen.

Der Streik hat in Kopenhagen Aufmerksamkeit erregt, wo Gewerkschaftsaktivisten vor dem Arbeitsgericht erscheinen werden.

- Ich werde heute zum Arbeitsgericht gehen, um meine Unterstützung für die polnischen, rumänischen und dänischen Arbeitnehmer zu bekunden, die die Arbeit niedergelegt haben. Ihre Forderungen sind vernünftig, und sie sollten alle Unterstützung bekommen, die sie bekommen können", so Jakob Mathiassen gegenüber The Worker.

Er ist Gewerkschaftsaktivist und hat dazu beigetragen, sowohl moralische als auch finanzielle Unterstützung für die Streikenden zu mobilisieren.

- Sie werden mit Sicherheit vor dem Arbeitsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt werden, und zusätzlich zu dem fehlenden Lohn wird sich das Ganze noch summieren. Es wird eine Menge Geld benötigt, betont Jakob Mathiassen.

Christian Nielsen von der Kopenhagener Maurergewerkschaft hat sich ebenfalls in die Arbeit gestürzt.

- Ich bin absolut gegen eine Lohndifferenzierung. Dies ist eine Frage des Prinzips. Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Es sollte keinen Unterschied geben, egal woher die Menschen kommen, sagt Christian Nielsen zu Arbejderen.

Er ist Mitglied des interdisziplinären Netzwerks "Workers on the Move", das jetzt zur Unterstützung der Fehmarnbelt-Arbeiter mobilisiert.

- Die Menschen streiken nicht ohne Grund, und deshalb unterstützen wir sie. Jetzt wenden wir uns an alle, die wir kennen, und bitten um Unterstützung", sagt der Kopenhagener Maurer.

- Wenn der Streik weitergeht, müssen wir möglicherweise nach Lolland fahren und bei der Blockade der FLC-Baustelle im Hafen helfen.

Die beiden Gewerkschaftsaktivisten bringen den streikenden ausländischen Arbeitern großen Respekt entgegen.

- Es ist ein wichtiger Kampf, den sie führen. Großer Respekt, dass sie ihn aufnahmen und weitermachen, sagt Christian Nielsen und endet mit einer Einladung, Geld auf das Konto Nr. 5301 (0267183) einzuzahlen - kleine oder große Beträge sind willkommen.

Seit Beginn des Streiks am Dienstagmorgen haben die Betonarbeiter die Zufahrt zur Baustelle blockiert und damit die Versorgung und den Zugang für andere Arbeiter in der Gegend verhindert.


Der Haupteingang zur FLC-Baustelle in Rødbyhavn ist seit Beginn des Streiks am Dienstag, dem 28. Juni, praktisch blockiert. Foto: privat
https://arbejderen.dk/fagligt/danske-kolleger-strejke-paa-femern-er-principiel/?utm_source=Arbejderens+nyhedsbrev&utm_campaign=4b23c64075-EMAIL_CAMPAIGN_2022_07_01_06_41&utm_medium=email&utm_term=0_0c2870a0a3-4b23c64075-93630447

P.S.: Hier haben wir erfahren, daß auch rumänische Arbeiter an dem Arbeitskampf beteiligt sind.

Kuddel

Solidarität aus Norwegen!

ZitatBauarbeiter geben 100.000 für den dänischen Streik



Am Dienstag haben sich 300 polnische Bauarbeiter der Fehmarn Link Contractors (FLC) dafür entschieden, sich vor der Firmenzentrale zu versammeln, anstatt zur Arbeit zu gehen. Ihnen wurde kein vereinbarter Lohnzuschlag gezahlt und sie wurden ihren dänischen Kollegen nicht gleichgestellt. Der Streik wurde nach dänischem Arbeitsrecht für illegal erklärt.


Der Vorstand der Bauarbeitergewerkschaft hat sich mit der Angelegenheit befasst und gibt folgende Erklärung ab:

,,Die Dänen bauen auf Hochtouren die Fehmarn-Verbindung, den Straßen- und Eisenbahntunnel zwischen Dänemark und Deutschland. Der dänische Staat finanziert das Projekt, das öffentliche Unternehmen Femern A/S ist Bauherr.

Am Dienstag, dem 28. Juni, brach in der Einrichtung ein Streik aus. 300 Bauarbeiter, hauptsächlich aus Polen, stellten sich vor der Firmenzentrale an, anstatt zur Arbeit zu gehen. Die Arbeiter sind bei der Firma Femern Link Contractors (FLC) beschäftigt. Der direkte Grund war, dass den Arbeitnehmern der ab dem 1. Mai vereinbarte Lohnzuschlag von 10 NOK pro Stunde nicht gezahlt worden war, aber es wurde auch verlangt, dass sie mit ihren dänischen Kollegen gleich behandelt wurden. Die Dänen in FLC haben 185 NOK pro Stunde, während die Ausländer einen Stundenlohn von etwa 140 NOK haben.

Der Streik wurde bereits vor dem dänischen Arbeitsgericht verhandelt, wo er für illegal erklärt wurde. Die Streikenden wurden mit einer Geldstrafe von 50 NOK pro Stunde für die Stunden, in denen sie bereits gestreikt waren, und mit 80 NOK pro Stunde für alle Stunden nach dem Gerichtsurteil belegt.

Die Bauarbeitergewerkschaft erwartet, dass alle Beschäftigten auf demselben Bau und derselben Baustelle und in demselben Unternehmen gleich behandelt werden. Das hatten wir ehrlich gesagt auch in Dänemark gedacht. Wenn eine Diskriminierung aufgrund der Nationalität fortgesetzt werden darf, wird dies für die seriöse Bauindustrie in Skandinavien verheerend sein.

Die polnischen Arbeiter auf der Fehmarnbelt-Verbindung haben getan, was wir als Gewerkschaftsgenossen erwarten konnten: Sie haben sich organisiert, Betriebsräte gewählt und sind in Verhandlungen gegangen. Wenn dies nicht funktionierte, mussten sie zu anderen Waffen greifen.

Die Bauarbeitergewerkschaft unterstützt diesen Kampf und stellt 100.000 für den Bußgeldfonds bereit. Wir fordern andere VOrganisationen und Gewerkschaften auf, den Streik zu unterstützen."

Wir werden mit Informationen über Kontonummern und dergleichen zurückkommen.
https://www.bygningsarbeider.no/nyheter/bygningsarbeiderne-gir-100-000-til-dansk-streik

Kuddel

Gestern:
ZitatDas Arbeitsgericht hat entschieden: 500 Fehmarnbelt-Beschäftigte müssen zurück an die Arbeit

Der Streik auf der Fehmarnbelt-Querung muss sofort beendet werden, sagt das Arbeitsgericht. Jetzt müssen wir abwarten, wie sich unsere Kollegen entscheiden, sagt ein Sprecher der polnischen Arbeiter.



Eine Handvoll polnischer und dänischer Arbeiter aus dem Fehmarnbelt war heute vor dem Arbeitsgericht, um für gleiche Löhne für dänische und ausländische Arbeiter zu kämpfen.
https://fagbladet3f.dk/artikel/500-femern-ansatte-skal-tilbage-paa-job



Heute:

ZitatTrotz Arbeitsgericht: 500 Bauarbeiter setzen Streik auf dem Fehmarnbelt fort

500 Beschäftigte des Hauptauftragnehmers Femern Link Contractors weigern sich, zur Arbeit zu gehen, bis die polnischen Beschäftigten des Unternehmens bessere Bedingungen erhalten.


Obwohl das Arbeitsgericht am Donnerstag 500 Arbeiter der Fehmarnbelt-Baustelle zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz verurteilt hat, gibt es keine Anzeichen dafür, dass dies in nächster Zeit geschieht.

- Bislang gibt es immer noch eine Blockade auf der Baustelle, sagt Rasmus Pedersen, Gewerkschafter bei 3F Lolland.

- Wir fordern die Beschäftigten jedoch nachdrücklich auf, wieder an die Arbeit zu gehen", sagt er.

Der Sprecher der Beschäftigten, der Pole Rafal Skwarek, erklärt, dass seine Kollegen bereit sind, sich mit der Unternehmensleitung zu treffen, aber dass die Verhandlungen erst beginnen müssen, bevor sie die Arbeit wieder aufnehmen.

- Wir streiken immer noch aus demselben Grund. Wir wollen den gleichen Lohn wie die Dänen auf der Baustelle. Wir wollen wieder arbeiten, aber wir warten darauf, dass das Unternehmen mit uns verhandelt", sagt er.

Der Streit auf der Fehmarnbelt-Baustelle zwischen polnischen und dänischen Arbeitern auf der einen Seite und dem Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors (FLC) auf der anderen Seite scheint auf unbestimmte Zeit weiterzugehen.

Man möchte FLC bald treffen

Es bestand die Aussicht, dass sich eine Lösung abzeichnen könnte.

Der Streik begann am Dienstag, und gestern, am Donnerstag, beschlossen die 500 Arbeiter, ihre Blockade der Baustelle vorübergehend aufzuheben.

Sie taten dies, um die Einfahrt von Tanklastwagen auf die Baustelle in Rødbyhavn zu ermöglichen. Die Baustelle ist auf Wasserpumpen angewiesen, um zu verhindern, dass das gesamte Gebiet unter Wasser gerät.

Wenn das passiert, bedeutet das nach Ansicht des Arbeitgebers FLC einen Schaden in Milliardenhöhe.

- Ich glaube, wir spüren die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich zu bewegen, und sie zeigen es, indem sie die Tankwagen auf das Gelände lassen", sagt Rasmus Pedersen von 3F Lolland.

Doch trotz mehrerer Treffen zwischen den Parteien am Donnerstag gibt es noch keine konkreten Verhandlungen.

Polnische Arbeiter gehen für weniger Lohnerhöhung zur Arbeit

Der Streik der 500 Beschäftigten begann, weil die polnischen Beschäftigten bei FLC unzufrieden damit sind, dass sie deutlich weniger Lohn erhalten als ihre dänischen Kollegen, die angeblich bis zu 185-190 Kronen pro Stunde bekommen. Die Polen erhalten für die gleiche Arbeit einen Stundenlohn von 140 Kronen, werden aber auch in einem Wohngebiet, dem FLC Village, untergebracht, während sie auf der Großbaustelle arbeiten.

Laut Fagbladet 3F haben die Polen bei den jüngsten Treffen ihre Forderungen nach einer geringfügigen Lohnerhöhung heruntergeschraubt, wenn ihnen zugesagt wird, dass der Rest der Lohndifferenz zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden kann.

Diesem Wunsch ist der Arbeitgeber jedoch bisher nicht nachgekommen, obwohl er sein Interesse an einer Verbesserung der Bedingungen für die Polen gegenüber dem derzeitigen Stand bekundet hat.

Risiko der Entlassung

Sollte der Streit bis nächste Woche andauern, stehen die 500 Beschäftigten vor ihrer nächsten Herausforderung. Sie riskieren, dass sie zu einer neuen Sitzung des Arbeitsgerichts vorgeladen werden und ein Ultimatum erhalten:

Entweder Sie gehen zurück zur Arbeit oder Sie riskieren, entlassen zu werden.

Weder Rasmus Pedersen noch Rafal Skwarek hoffen, dass es so weit kommt.

- Wir haben dieses Wochenende ein weiteres Treffen mit dem FLC, und ich hoffe, dass es dann Fortschritte und echte Verhandlungen geben wird", sagt Rasmus Pedersen.

- Wir hoffen, dass die Chefs morgen zu dem Treffen kommen und einige Entscheidungen treffen, die es uns ermöglichen, diesen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden", sagt Rafal Skwarek.
https://fagbladet3f.dk/artikel/500-bygningsarbejdere-fortsaetter-strejke-paa-femern



https://youtu.be/zbbPAuAtSAA

Kuddel

Und weil es so schön ist, hier noch ein paar Streikfotos:






Das ist historisch für ausländische Arbeitskräfte




LKW Stau im Hintergrund






ManOfConstantSorrow

ZitatArbeitskampf
Blockade für gleichen Lohn

Dänemark: Rund 500 Beschäftigte streiken für gleiche Bezahlung am Megaprojekt Fehmarnbelttunnel. Unternehmen nicht verhandlungsbereit


Migrantische Arbeiter strei­ken für mehr Lohn – entgegen dem bürgerlichen Recht. Der seit Dienstag laufende Streik für gleiche Bezahlung von Arbeitern am im Bau befindlichen Fehmarnbelttunnel in Dänemark ging am Freitag weiter. Ein Arbeitsgericht in Kopenhagen hatte ihn am Donnerstag für unrechtmäßig erklärt. Gespräche zwischen der Gewerkschaft 3F und dem Hauptauftragnehmer, dem internationale Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC), gingen am Freitag ergebnislos zu Ende, wie der für die Baustelle zuständige Gruppenleiter von 3F, Rasmus Petersen, am Freitag im Gespräch mit junge Welt erklärte. Die rund 500 Streikenden seien »enttäuscht und wütend über die Blockadehaltung der FLC« und würden ihren Streik fortsetzen. Ein weiteres Gespräch zwischen Gewerkschaft und Konsortium sei für diesen Sonnabend angesetzt.

Prestigeprojekt der EU

Der Fehmarnbelttunnel ist die aktuell größte Baustelle Dänemarks und soll ab 2029 einen Straßen- und Schienenweg zwischen Puttgarden in Mecklenburg-Vorpommern und Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland darstellen. Nach Angaben von FLC sind auf der dänischen Tunnelbaustelle rund 1.000 Arbeiter tätig, die zum Teil bei FLC und dem niederländischen Konsortium FBC angestellt sind. Die Arbeiten von FBC sind vom Streik nicht betroffen. Das Unternehmen ist beim EU-Prestigeprojekt Fehmarnbeltquerung für den Aushub des Tunnelgrabens, den Bau der Arbeitshäfen und die Landgewinnungsflächen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts zuständig, während FLC sowohl für den Bau der Tunnelelementfabrik als auch für die Herstellung und das Absenken der 89 Elemente verantwortlich zeichnet.

»FLC will erst verhandeln, wenn der Streik beendet ist«, fasste Gewerkschafter Petersen die Gespräche mit dem Konsortium gegenüber dieser Zeitung zusammen. »Doch die Leute trauen ihnen nicht mehr, sie wollen eine Garantie, dass sich etwas ändert, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen.« Derzeit verdienen die ausländischen Kollegen mit 140 Kronen (etwa 18,82 Euro) bis zu 50 Kronen pro Arbeitsstunde weniger als die dänischen Kollegen. Die Lohnlücke hatte FLC gegenüber der Gewerkschaft mit Kosten für die Unterbringung begründet, die Arbeiter fordern jedoch gleiche Bezahlung für alle Kollegen.

Blockade baut Druck auf

Aufklärung statt Propaganda. Die Printausgabe der Tageszeitung junge Welt jetzt drei Wochen gratis lesen. Das Probeabo endet automatisch, muss nicht abbestellt werden.
Um Druck aufzubauen, hatten die Streikenden in den vergangenen Tagen Zufahrtswege zur Baustelle blockiert, verhinderten Anlieferungen und den Zugang für andere Arbeiter auf die Baustelle. Auch dänische Arbeiter haben sich dem Streik der polnischen, rumänischen und bulgarischen Kollegen mittlerweile angeschlossen, erklärte Gewerkschafter Petersen im jW-Gespräch. Als Zeichen der Verhandlungsbereitschaft hatten die Streikenden am Mittwoch Spritlieferungen für die Wasserpumpen, die nötig sind, um die unter dem Meeresspiegel liegende Baustelle trocken zu halten, durchgelassen. »Sollten die Pumpen nicht mehr laufen, bedeutet das Schäden in Milliardenhöhe«, so Petersen.

3F ruft Arbeiter zurück

Die Gewerkschaft sei ans Recht gebunden und habe die Arbeiter dazu aufgerufen, zur Arbeit zurückzukehren, sagte der Vizepräsident von 3F in Lolland, Bjarne Jensen, am Freitag zu jW. »Wir sagen ihnen, sie müssen weiterarbeiten, weil das hier in Dänemark so die Regel ist.« Weil das Arbeitsgericht den Ausstand für unrechtmäßig erklärt habe, drohe den Streikenden nun eine erhöhte Strafzahlung von etwa 80 Kronen pro Stunde, anstelle der sonst qua dänischem Arbeitsrecht für »wilde« Streiks üblichen 50 Kronen Strafzahlung pro Arbeitsstunde.

Wie die Arbeiter aus anderen Ländern sonst für ihre Belange kämpfen sollen, konnten auch die Beamteten von 3F nicht beantworten. Der Streik betreffe jedoch bereits das ganze Land, erklärte Gewerkschafter Petersen im jW-Gespräch. »Dieser Streik interessiert Arbeiter in ganz Dänemark, viele wollen den Streik nun solidarisch unterstützen.« Privatpersonen sammelten bereits Geld, um den Streikenden zu helfen. Da die Lieferungen von Sprit für die Pumpen wieder blockiert würden und sich FLC keinen Schritt bewege, »könnten wir hier am Montag die Hölle erleben«, fürchtete Petersen: »Wir wissen nicht, wie wir diesen Knoten zum Platzen bringen sollen.«
https://www.jungewelt.de/artikel/429614.arbeitskampf-blockade-f%C3%BCr-gleichen-lohn.html?sstr=d%C3%A4nemark
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!


Kuddel

Info unter dem Video der OZZ Inicjatywa Pracownicza:

ZitatDer Wilde Streik der polnischen Bauarbeiter in Dänemark, der am Dienstag, den 28.06. begann, endete am Samstag, den 2. Juli. Der Streik brach auf der Baustelle des FLC-Tunnels aus, der Dänemark und Deutschland verbinden soll.

Wir sprachen mit Kasjan, einem der Streikteilnehmer, der früher im gewerkschaftsübergreifenden Bauausschuss der OZZ IP in Warschau aktiv war.

Die Streikenden forderten:
- keine Entlassungen wegen des Streiks
- Zahlung der Löhne und Gehälter für die Dauer des Streiks
- Auszahlung der Löhne alle 14 Tage
- Lohnerhöhungen - Einstiegssätze:
Kranführer - 210kr/Stunde
Teamleiter - 205kr/h
Tischler - 185kr/Start
- 5kr Erhöhungen nach 3, 6 und 15 Monaten Dienstzeit.

Die heute erzielte Einigung umfasst Folgendes:
- Die Arbeiter werden an ihren Arbeitsplatz zurückkehren
- Der Lohn wird alle 14 Tage gezahlt
- die Arbeiten werden zu einem neuen Tarifvertrag beginnen
- Etwaige Lohnabzüge werden auf den Belegen vermerkt
- Es wird ein überparteilicher Ausschuss zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt
- niemand wird wegen der Teilnahme am Streik entlassen.


ZitatUNTERSTÜTZT UNSERE STREIKENDEN KOLLEGINNEN BEI FEHMARN! 

Hunderte von polnischen und rumänischen Arbeitern haben die Arbeit an dem großen öffentlichen Bauprojekt auf Fehmarn niedergelegt und fordern gleichen Lohn zu gleichen Bedingungen wie ihre dänischen Kollegen. Da der Streik gegen den Tarifvertrag verstößt, wurden sie vom Arbeitsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt, und wir sammeln daher Mittel, um ihre Kosten zu decken.


Die Kollegen aus Polen und Rumänien an der Fehmarnbelt-Querung streiken seit Dienstag, den 28. Juni.

Die streikenden Kollegen wurden mit einem Bußgeld von 50 DKK pro Stunde für die gesamte Zeit des Streiks belegt, und jetzt wurde das Bußgeld auf 80 DKK pro Stunde erhöht. Gleichzeitig wird natürlich kein Lohn gezahlt. Viele der Streikenden haben Familien zu versorgen, und das ist unter diesen Umständen nicht einfach.
Wir wollen betonen, dass unsere Kollegen, wenn sie sich organisieren und die Initiative im Kampf gegen Ungleichheit und Ausbeutung ergreifen, die ganze Gemeinschaft hinter sich haben!

Unterstützt die Sammlung für die Streikenden, damit sie den Streik fortsetzen können, ohne eine Geldstrafe befürchten zu müssen!
https://www.firefund.net/strikefundfemern (Link zum Spendenkonto)

BGS

Zitat
2. juli 2022 - 19:08 af David Rebou
Har lavet aftale:Strejkende på Femern genoptager arbejdet 

Op mod 500 tunnelbisser har strejket i protest mod forskellig løn til danske og polske medarbejdere. Nu er der indgået en aftale med arbejdsgiveren, Femern Link Contractors.

Nach vier Tagen Streik packen nun zahlreiche Bauarbeiter im Hafen von Rødby ihre Sachen zusammen, wo sie seit Dienstag den Zugang zu Dänemarks größter Baustelle blockiert hatten. .. .

Efter fire dages strejke er et stort antal bygningsarbejdere nu ved at pakke sammen på Rødby Havn, hvor de siden tirsdag har blokeret adgangen til Danmarks største byggeplads. ... .


Quelle: https://fagbladet3f.dk/artikel/strejkende-paa-femern-genoptager-arbejdet

=

2. juli 2022 - 19:08 von David Rebou

Einigung erzielt: Die Femern-Streikenden nehmen ihre Arbeit wieder auf

Um die 500 Tunnelarbeiter waren in Streik getreten, um gegen die unterschiedliche Bezahlung von dänischen und polnischen Arbeitnehmern zu protestieren. Mit dem Arbeitgeber, Femern Link Contractors, wurde nun eine Einigung erzielt.

Nach vier Tagen Streik packen nun zahlreiche Bauarbeiter im Hafen von Rødby ihre Sachen zusammen, wo sie seit Dienstag den Zugang zu Dänemarks größter Baustelle blockiert hatten. .. .


Vier Tage reichen aus, wenn man gemeinsam kämpft!

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

ZitatSTREIKENDE AUF DER FEHMARN-BAUSTELLE NEHMEN DIE ARBEIT WIEDER AUF

Bis zu 500 Tunnelarbeiter sind in den Streik getreten, um gegen die unterschiedliche Bezahlung von dänischen und polnischen Arbeitern zu protestieren. Mit dem Arbeitgeber wurde nun eine Einigung erzielt.


Nach vier Tagen Streik räumen zahlreiche Bauarbeiter nun Rødbyhavn, wo sie seit Dienstag den Zugang zu Dänemarks größter Baustelle blockiert haben.

Die Verhandlungen mit dem Generalunternehmer der Fehmarnbelt-Querung, Femern Link Contractors (FLC), haben nun zu einem Ergebnis geführt, bei dem die Bauarbeiter die sofortige Wiederaufnahme der Arbeiten zugesagt haben. Dies geht aus einer Pressemitteilung des FLC hervor.

Die Fehmarnbelt-Querung, der 18 Kilometer lange Absenktunnel zwischen Dänemark und Deutschland, ist das größte Bauprojekt in der dänischen Geschichte, und bis zu 500 Erd- und Betonarbeiter haben sich an dem großen Streik beteiligt.

Das Hauptthema des Streiks war, dass die polnischen FLC-Beschäftigten nicht gleich bezahlt werden wie die dänischen Arbeiter. Während die Dänen rund 185 DKK pro Stunde verdienen, erhalten die Polen nur 145 DKK pro Stunde. Doch damit scheint es nun vorbei zu sein.

Fagbladet 3F hat erfahren, dass FLC in mehreren entscheidenden Fragen in den Verhandlungen mit den Gewerkschaftsvertretern der Beschäftigten nachgegeben hat. Das Wichtigste ist, dass ein Schnellarbeitsausschuss eingesetzt wird, der innerhalb von 10 Tagen eine Einigung erzielen soll, die zu einer deutlichen Lohnerhöhung für die polnischen Arbeitnehmer führt.

Die Forderungen der Beschäftigten nach zweiwöchiger Lohnzahlung wird nachkommen, und schließlich hat FLC zugestimmt, dass keiner der Beschäftigten, die sich an dem illegalen Streik beteiligt haben, entlassen wird.

Der Arbeitskampf verstößt gegen den Tarifvertrag, und am vergangenen Donnerstag wurden die Streikenden vom Arbeitsgericht zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert - allerdings ohne Erfolg.

Der Streik hat auch viele Gewerkschaftsaktivisten dazu veranlasst, nach Rødbyhavn zu reisen, um die aufgebrachten Tunnelarbeiter zu unterstützen, und für Sonntag um 10 Uhr wurde eine große Veranstaltung anberaumt, bei der die FLC-Beschäftigten gemeinsam mit den örtlichen Gewerkschaftern das Ende des Streiks feiern werden.
https://folketidende.dk/artikel/strejkende-p%C3%A5-femernbyggeriet-genoptager-arbejdet

Skål! Na zdrowie!


Kuddel

ZitatTunnelbohrer feiern das Ende eines großen Konflikts

Hunderte von dänischen und polnischen Bauarbeitern, die an der Fehmarnbelt-Querung arbeiten, sind in den Streik getreten, um gegen die ungleiche Bezahlung zu protestieren. Jetzt hat der Arbeitgeber höhere Löhne versprochen.


Rasmus Pedersen, Teamleiter bei 3F Lolland (in gelber Weste), hat intensiv verhandelt, um eine Lösung für den Konflikt zwischen dem Hauptauftragnehmer FLC und seinen Arbeitern zu finden. Am Sonntag wurde er für seine Bemühungen umarmt.

Umarmungen, Ansprachen per Megaphon und lauter Jubel: Mehrere hundert polnische und dänische Bauarbeiter versammelten sich am Sonntagmorgen in Rødbyhavn, um eine Einigung mit ihrem Arbeitgeber Femern Link Contractors (FLC) zu feiern.


Die bis zu 500 Streikenden wurden am Donnerstag vom Arbeitsgericht zur Arbeit zurückbeordert, hielten aber bis Samstag an ihrem Streik fest, als sie in den Verhandlungen mit ihrem Arbeitgeber FLC einen Durchbruch erzielten.

Die Vereinbarung wurde am Samstagnachmittag unterzeichnet und markiert das Ende eines großen Streiks, bei dem bis zu 500 Tunnelarbeiter seit Dienstag gestreikt und den Zugang zur riesigen Fehmarnbelt-Baustelle blockiert haben, auf der ein 18 Kilometer langer Absenktunnel nach Deutschland gebaut wird.

- Die Stimmung ist gut und die Arbeiter sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Sie haben das Gefühl, für den gesamten dänischen Arbeitsmarkt gekämpft zu haben", sagt Rasmus Pedersen, Teamleiter bei der Femern-Aktion für 3F Lolland.

Die FLC-Mitarbeiter haben sich verpflichtet, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen.


Der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Rødbyhavn in Dänemark und Puttgarden in Deutschland ist das größte Bauprojekt in der dänischen Geschichte.

Zusage höherer Löhne

Im Mittelpunkt des Streits steht die Tatsache, dass ausländische Beschäftigte bei FLC, vor allem Polen, nicht den gleichen Lohn wie dänische Arbeiter erhalten haben. Während die Dänen rund 185 DKK pro Stunde erhielten, bekamen die Polen nur 140 DKK.

In den nächsten zehn Tagen wird ein Ausschuss, der sich aus Vertretern des Hauptauftragnehmers FLC, seiner Beschäftigten und der Gewerkschaft 3F zusammensetzt, eine endgültige Vereinbarung aushandeln.


Tunnelbohrer umarmt Monika Wozniak (mit dem Rücken zu uns), die polnische Arbeiter auf der Fehmarnbelt-Baustelle für 3F Lolland organisiert.

- Ich bin sehr froh, dass wir die FLC endlich an den Verhandlungstisch gebracht und eine Vereinbarung erzielt haben, die die Verhandlungen über eine Lohnerhöhung sichert. Wir hoffen, dass unsere Forderung nach dem gleichen Lohn wie unsere dänischen Kollegen Wirklichkeit wird", sagt der polnische Bauarbeiter und Gewerkschaftsvertreter bei FLC, Mateusz Szulc.


Mateusz Szulc, zweiter von links im schwarzen T-Shirt, wurde für seine Bemühungen bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber FLC gelobt.

Streikende werden nicht entlassen

Die FLC bestätigte in einer Pressemitteilung die Vereinbarung, innerhalb der nächsten 10 Tage eine Lohnerhöhung mit ihren Beschäftigten auszuhandeln.

Teil der Vereinbarung ist auch, dass FLC zugesagt hat, keinen der Beschäftigten zu entlassen, die sich an dem rechtswidrigen Streik beteiligt haben.


Rafał Skwark, in der Mitte mit Sonnenbrille, ist Sprecher der polnischen Streikenden und eine der Schlüsselfiguren bei der Forderung nach gleicher Bezahlung für dänische und polnische Arbeitnehmer bei FLC.
https://fagbladet3f.dk/artikel/tunnelbisser-fejrer-afslutning-paa-storkonflikt

Kuddel


https://youtu.be/uFl0BRKHDUI

Streikaktivisten in Rødby:



Glückwünsche von Bauarbeitern in Griechenland an die Kollegen in Dänemark:



https://pamehellas.gr/big-victory-of-migrant-construction-workers-in-denmark#prettyPhoto


Kuddel

ZitatPolnische und rumänische Streikende zu je rund ca. 500 EUR Strafe verurteilt – ein Streikfond sammelt für die Strafe, den Lohnausfall und evtl. erneuten Streik

,,... Die 500 polnischen und rumänischen Bauarbeiter, die auf Fehmarn gestreikt haben, sind zur Arbeit gegangen, aber die Sammlung für ihr Bußgeld und die Streikunterstützung geht weiter! (...)
Am Samstag, dem 2.7., schlossen die Streikenden eine Vereinbarung mit dem Unternehmen FLC. Die Vereinbarung verpflichtet das Unternehmen, innerhalb von 10 Tagen spürbare Lohnerhöhungen vorzunehmen. Die Bauarbeiter haben daher zugestimmt, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dies ist ein historisches Ereignis, denn es ist das erste Mal, dass so viele Wanderarbeitnehmer in Dänemark einen Streik dieser Größenordnung organisiert haben. Und ihr Ergebnis unterstreicht, dass wir Ergebnisse erzielen, wenn wir kämpfen! Es ist ein wichtiger Kampf, den unsere Kollegen auf Fehmarn gegen Unterbezahlung und Ungleichheit in der gesamten dänischen Bauindustrie geführt haben.
Aber das Arbeitsgericht hat sie zu einer harten Geldstrafe verurteilt, weil sie gegen den Tarifvertrag gestreikt haben. Das bedeutet, dass die streikenden Bauarbeiter jeweils mit einer Geldstrafe von mehr als 3.000 DKK belegt werden. Gleichzeitig haben sie während des Streiks keinen Lohn erhalten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Streik wieder aufgenommen wird, wenn es während der 10 Tage keine spürbaren Lohnerhöhungen gibt. Deshalb geht die Sammlung zur Unterstützung unserer Kollegen mit voller Kraft weiter!
Es ist nicht fair, dass diejenigen, die an der Spitze des Kampfes gegen Sozialdumping stehen, eine so hohe Geldstrafe und einen enormen Lohnverlust hinnehmen müssen! Deshalb sammeln wir für unsere Kolleginnen und Kollegen. Zunächst einmal müssen wir die hohe Geldstrafe bezahlen. Wenn möglich, werden wir auch sammeln, damit sie für die Tage, an denen sie nicht bezahlt wurden, eine gewisse Streikunterstützung erhalten können..." Maschinenübersetzung auf der engl. Erläuterung zur Spendensammlung auf firefund.net https://www.firefund.net/strikefundfemern (leider nur mit Kreditkarte)
https://www.labournet.de/?p=202280

Kuddel

ZitatWilder Streik bringt Durchbruch

Dänemark: Migrantische Beschäftigte kämpfen erfolgreich für gleiche Bezahlung bei Bau des Megaprojekts Fehmarnbelttunnel


Es ist ein Erfolg: Hunderte migrantische Arbeiter des Fehmarnbelttunnels in Dänemark haben sich mit ihrem wilden Streik für mehr Lohn durchgesetzt. Bis spätestens diesen Dienstag muss nun das internationale Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) den hauptsächlich aus Polen, Rumänien und Bulgarien stammenden Beschäftigten ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Wie jW am 2. Juli berichtete, waren Ende Juni 500 Beschäftigte von FLC in den Ausstand getreten. FLC ist mit dem Bau des 17 Kilometer langen Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland beauftragt. Aufgrund der Blockade der Baustelle kamen die Arbeiten auf der dänischen Seite des Tunnels komplett zum Erliegen.

Ausgangspunkt des Arbeitskampfs waren Lohnunterschiede zwischen dänischen und migrantischen Arbeitern. FLC rechtfertigte den um umgerechnet bis zu 6,50 Euro geringeren Stundenlohn von 18,82 Euro mit den Kosten für Verpflegung und Unterkunft und wies auf die Containersiedlung »FLC-Village« hin, die der Konzern für die Beschäftigten errichtet hat. Laut dänischer Gewerkschaft 3F beträgt die Wochenarbeitszeit der Tunnelarbeiter 55 Stunden. Den migrantischen Arbeitern entgingen damit knapp 1.500 Euro Lohn monatlich.

Viel Geld, auf das sie angewiesen sind. Denn seit den erst jüngst abgeschlossenen Tarifverhandlungen hätten sich die Lebenshaltungskosten aufgrund des Krieges in der Ukraine drastisch erhöht. Eine kurzfristige Anpassung der niedrigen Löhne sei daher notwendig, hatte Krzysztof Glodowski, ein polnischer FLC-Arbeiter, den Streik gegenüber dem dänischen Fernsehsender TV2 OST am 1. Juli begründet.

Die Streikenden bekamen viel Gegenwind für ihre Maßnahme, auch von Gewerkschaftern. Der Grund: In Dänemark sind Streiks während laufender Tarifverträge verboten. Entsprechend urteilte am 30. Juni das zuständige Arbeitsgericht in Kopenhagen und sprach ein Strafgeld von 80 Kronen (zehn Euro) je nicht gearbeitete Stunde pro Arbeiter aus. Dem Urteilsspruch und den Befriedungsbemühungen zum Trotz hielten die Arbeiter ihre Maßnahmen aufrecht. Dänische FLC-Beschäftigte entschieden dann, sich ihren Kollegen anzuschließen. Gegenüber TV2 OST erklärte Johnny Mejborn, dass man die migrantischen Kollegen unterstützen wolle. Zudem hätten aber auch die dänischen Beschäftigten mit ihren Löhnen zu kämpfen. Um Lohnausfälle und Strafgebühren zu kompensieren, wurde eine Streikkasse eingerichtet.

Die Unterstützung und die Hartnäckigkeit haben sich am Ende offenbar ausgezahlt. In einer gemeinsamen Erklärung vom vergangenen Montag verständigten sich Arbeiter und FLC darauf, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die bis morgen Einigungen entlang folgender Eckpunkte erzielen soll: Der Tarifvertrag soll im Hinblick auf die geforderte Angleichung der Löhne angepasst, die Gehälter ab sofort vierzehntägig ausgezahlt werden. Und: FLC will die Gründung eines Betriebsrats erlauben. Kleine Probleme zwischen Unternehmen und Arbeitern sollten gelöst werden, bevor sie sich zu größeren Konflikten auswachsen. »Wir müssen sicherstellen, dass wir zufriedene Mitarbeiter haben, das ist gut für uns alle«, meinte FLC-Sprecher Jess Hansen nach Abschluss der Gespräche. Entlassungen aufgrund des Streiks soll es nicht geben.

Die Stimmung unter den Arbeitern sei jetzt wieder gut, sagte Rasmus Pedersen von der Gewerkschaft 3F. Sie hätten erfolgreich die Bremse gezogen und gleiche Bedingungen für gleiche Arbeit durchgesetzt. Dies sei ein historischer Tag mit dem Potential zum Präzedenzfall. Das bestätigt auch der Vorarbeiter Robert Orzechowski gegenüber der von 3F herausgegebenen Zeitung Fagbladet: »Es spielt keine Rolle, woher die Arbeiter kommen. Simbabwe, Polen ... Wir sind alle Menschen und müssen gleich behandelt werden.« Die Arbeiter fühlten sich durch den Kampf und das Ergebnis bestärkt. Sollten die Verhandlungen nicht fristgerecht zum Erfolg führen, seien sie bereit, die Tore wieder zu schließen. »Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, was passieren wird, aber ich denke, jeder weiß es bereits. Wir werden wieder zuschlagen«.
https://www.jungewelt.de/artikel/430195.ausstand-wilder-streik-bringt-durchbruch.html

Kuddel

Der Tunnel entsteht auf der dänischen Seite der Baustelle. Dort brach zuletzt großer Unmut aus. Um Kosten zu sparen, wurden dort viele Arbeitskräfte aus Polen und auch aus Rumänien rekrutiert. Diese bekamen jedoch trotz Tarifvertrag wesentlich weniger Geld als ihre dänischen Kolleg*innen. Die Arbeiter*innen begannen vor allem wegen der ungleichen Bezahlung einen wilden Streik. Beim Streik zeigten sich die dänischen Bauarbeiter*innen solidarisch und blockierten zusammen mit ihren migrantischen Kolleg*innen zeitweise eine Baustelle.

Ein Interview: https://www.freie-radios.net/116621

ManOfConstantSorrow

Es ist still geworden um den Fehmarnbelttunnel. Einige Arbeiter sind wieder aus der Gewerkschaft ausgetreten. Sie fühlen sich über den Tisch gezogen. Sie hatten dem Abschluß zugestimmt, in dem es hieß, die Löhne würden spürbar steigen. Dieses "spürbar" war vage und das reale Ergebnis wird von ihnen als Verarsche empfunden.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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