Leiharbeiter in Wohnheim verbrannt

Begonnen von Kuddel, 17:46:54 Mi. 17.Juli 2013

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Kuddel

ZitatWie viel Platz braucht ein Mensch zum Leben?

Sögel. Wie viel Platz braucht ein Mensch zum Leben? Die Antwort auf diese Fragehängt davon ab, in welchem Landkreis er untergebracht ist. Angesichts der Diskussion um Werkvertragsschlachter hat unsere Zeitung die Mindestanforderungen für Unterkünfte in einzelnen Kreisen verglichen.


Seit Wochen wird diskutiert. Erst in Vechta und Cloppenburg, dann im Emsland und im niedersächsischen Landtag . Die sogenannten Eimermenschen aus Sögel , Werkvertragsschlachter aus Osteuropa, sind mittlerweile über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Berichte zur Unterbringung ausländischer Arbeiter in teils fragwürdigen Unterkünften veranlassten die Behörden zum Handeln.

Viele besserten ihre Wohnraum-Maßstäbe nach, am schärfsten der Landkreis Vechta : Jedem Arbeiter muss ein eigener Raum mit einer Mindestgröße von neun Quadratmetern zur Verfügung stehen, maximal vier Personen pro WC. Gerade in Vechta waren Fälle publik geworden, in denen Häuser bis unters Dach mit Werkvertragsarbeitern gefüllt waren, die zudem bei der Miete über den Tisch gezogen worden sein sollen. Etwas schwächer fallen die ,, Standards für Arbeitnehmerunterkünfte " in Cloppenburg aus: vier Betten pro Zimmer, acht Quadratmeter pro Person, ein WC für vier Bewohner.

Im Emsland hatte sich der Kreistag Anfang der Woche mit der Thematik befasst. Das Ergebnis: der Status Quo wird zunächst beibehalten, es soll aber verstärkt kontrolliert werden. Einem Menschen stehen mindestens sechs Quadratmeter zu, dabei dürfen pro Raum sechs Arbeiter untergebracht sein, auf jeweils acht Personen müssen ein WC und eine Dusche kommen. Allerdings versah der Kreistag den Beschluss mit dem Zusatz: ,, Die Verwaltung soll sich darüber hinaus an dem Katalog des Landkreises Vechta orientieren ." Wie? Das soll die Behörde demnächst erklären.

Eine Sprecherin machte aber gestern wenig Hoffnung: ,,Da sehen wir keine Rechtssicherheit", so ihre Begründung, warum das Emsland nicht Vorreiter Vechta folgt. Was sie damit meint? Bei der Wohnraumthematik bewegen sich die Behörden in einer Grauzone. (...)
http://www.noz.de/lokales/68556706/diskussion-um-werkvertragsschlachter-wie-viel-platz-braucht-ein-mensch-zum-leben


ZitatFeuer in Massenunterkunft

Zwei Leiharbeiter der Meyer Werft sterben bei Brand

Papenburg. Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses in der Papenburger Landsbergstraße ist am Sonntagnachmittag eine zweite Leiche gefunden worden. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich zwölf rumänische und bulgarische Leiharbeiter der Meyer Werft in dem älteren Haus auf.


Bei der zweiten Leiche handelt es sich um den bisher noch vermissten 32-jährigen rumänischen Arbeiter. Der Wohnraum des bis zum Nachmittag noch Vermissten befand sich in einem eingestürzten Teil des Hauses. Die Leiche wurde genau dort gefunden, wo Arbeiter vermutet wurde. Kurz vor dem Brand wurde er, auf einem Sofa schlafend, im Anbau des abgebrannten Hauses gesehen. In dem Haus wohnten 30 Leiharbeiter.

Die Einsatzkräfte benötigen jetzt einen besonders leistungsstarken Kran mit langem Ausleger, um von der Straße des Wohngebietes Teile des Hauses anzuheben.

Der jetzt tot gefundene junge Mann ist rumänischer Staatsbürger und Vater zweier Kinder. Der bereits gestern gefundene erste Tote ist ebenfalls Rumäne und 45 Jahre alt. Er wurde im Obergeschoss des Hauses entdeckt, das im Dachbereich offensichtlich mit einem strohähnlichen Material gedämmt war.

Nach ersten Informationen ist der Brand am Samstagnachmittag im Erdgeschoss des Hauses in der Landsbergstraße ausgebrochen. Die Rauchsäule des Feuers war kilometerweit zu sehen. Das Haus ist ebenso wie ein Anbau vollständig ausgebrannt. Weil in der Ruine Einsturzgefahr besteht, war die Suche stark eingeschränkt.
Zur Brandursache kann die Feuerwehr derzeit noch keine Angaben machen. Hinweise auf Brandstiftung liegen derzeit nicht vor. Das Feuer wurde von den Wehren aus Papenburg und Aschendorf gelöscht. In die Ermittlungen sind Rechtsmediziner aus Oldenburg und ein Brandsachverständiger eingeschaltet. Das Haus ist derzeit unbewohnbar. Die anderen Arbeiter wurden auf andere Häuser der Leiharbeitsfirma verteilt. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Osnabrück und Polizei dauern an. Die Höhe des entstandenen Sachschadens steht derzeit nicht fest.
http://www.noz.de/lokales/73422772/zwei-leiharbeiter-der-meyer-werft-sterben-bei-brand


ZitatSklavereiähnliche Zustände im Papenburger Haus

Papenburg. Nach dem Brand einer Massenunterkunft von Leiharbeitern mit zwei Toten in Papenburg wird von ,,katastrophalen Zuständen" in dem Haus berichtet. Gewalt und Alkoholkonsum seien an der Tagesordnung gewesen. Die beiden Todesopfer seien so betrunken gewesen, dass sie am Samstagnachmittag nicht mehr ins Freie hätten flüchten können, berichtet eine an der Rettungsaktion beteiligte Person.


Die Leiharbeiter in dem abgebrannten Haus in der Landsbergstraße haben dort offensichtlich in sklavereiähnlichen Zuständen gelebt. Das berichtete eine mit der Sache betraute Person unserer Zeitung.

Die rund 30 rumänischen und bulgarischen Männer, die als Leiharbeiter auf der Meyer Werft arbeiteten, seien nicht versichert gewesen und hätten für die Dauer ihres Aufenthaltes in Deutschland die Ausweise bei ihrem Chef, einem Subunternehmer der Werft, abgeben müssen. Von diesem Chef sei ihnen gerade einmal ein Stundenlohn von drei Euro ausgezahlt worden. Nach Auskunft von Werftsprecher Peter Hackmann zahlt die Werft der Firma dagegen für Leiharbeiter acht bis zehn Euro netto. Demnach wäre der größte Teil des Lohns vom Subunternehmen einbehalten worden. Gewalt und Alkoholkonsum seien in dem abgebrannten Haus an der Tagesordnung gewesen.

Eine Person, die an der Rettungsaktion beteiligt war, berichtete davon, dass Dutzende Betten in dem Haus ,,dicht an dicht" gestanden hätten. Als ein Fahrer der Werft die Arbeiter zur Schicht abholen wollte, bemerkte er Brandgeruch. Versuche von Bewohnern, einige Männer zu wecken – darunter auch die späteren Opfer – sollen ihren Angaben gegenüber den Einsatzkräften zufolge fehlgeschlagen sein, da die Arbeiter betrunken gewesen wären.

Ein 32-jähriger Familienvater und ein 45-jähriger Alleinstehender, beide Rumänen, konnten das brennende Haus nicht mehr verlassen und sind in den Flammen umgekommen. Solche Zustände in Leiharbeiter-Häusern sollen in Papenburg keine Ausnahmen sein. Informierte Kreise berichten ,,von mehreren" solcher Häuser in der Stadt.

Experten der Polizei suchen noch immer nach der Brandursache. Der Vermieter des Hauses in der Landsbergstraße, ein Geschäftsführer einer Firma aus Emden, weist jede Verantwortung von sich. Im Eigentum seiner Firma stünden insgesamt vier Häuser in Papenburg, erklärte er auf Nachfrage. Alle würden von Leiharbeitern bewohnt. Zum Geschäftsmodell der Firma gehört neben der Vermittlung von Arbeitern auch das Vermieten von Immobilien.

Demnach hatte er das abgebrannte Gebäude an eine Firma aus Rumänien vermietet, deren Arbeiter er auch an die Meyer Werft vermittelt hat. Nach seiner Aussage lag es im Ermessen der rumänischen Firma, mit wie vielen ihrer Arbeiter sie das Haus belegt. Von der großen Zahl der Bewohner des Hauses habe er nichts gewusst. Das Haus habe er der Firma zu ,,ortsüblichen Sätzen" vermietet. Von überteuerten Mieten könne keine Rede sein, so der Geschäftsmann.
http://www.noz.de/lokales/73463420/sklavereiaehnliche-zustaende-im-papenburger-haus

Tiefrot

Das sind die Nebeneffekte der Agenda 2010. Herzlichen Glückwunsch, Schröder und Co.
Euch Mistsäcke sollte man so krepieren lassen und keine Leute, die nicht dafür können !  kotz  kotz  kotz
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

klaus72

Die Leiharbeit gehört ab sofort abgeschafft und die Politiker die für die Leiharbeit gesetzlich unterstützt haben, sollen zum Verbrechertribunal in Den Haag gebracht werden. Menschen vermieten ist Sklavenhaltung. Leiharbeit ist durch und durch reinste Ausbeutung, noch immer lassen sich viele Menschen ( Deutsche Staatsbürger gemeint ) von der Leiharbeitsfirma ausbeuten.
Wenn alle mündige Bürger die Zeitarbeit verschmähen würden, könnte Leiharbeitsfirmen sich reihenweise vor dem Insolvenzgericht anstellen und vom Markt ganz verschwinden.









admin

ZitatIn Papenburg, Herkunftsort von Luxus-Linern, verbrennen zwei rumänische Arbeiter. Sie sollen zu Dumpinglöhnen bei einem Dienstleister der Meyer Werft angestellt worden sein - womöglich kein Einzelfall. Kritiker sprechen bei den Werkverträgen von einem "Sumpf mafiöser Unternehmer".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/werft-in-papenburg-zwei-leiharbeiter-verbrennen-in-unterkunft-1.1724314

Kuddel

Neue Sklaverei



oder
Profit über Menschenleben




ZitatLandkreis: Alles rechtens

Das Zuhause der Eimermenschen: Ausländische Schlachter leben in Sögel auf Baustelle

Sie sind ins Emsland gekommen, um zu schlachten. Um mehr Geld zu verdienen als in ihrer Heimat irgendwo im Osten Europas. Eimermenschen werden die ausländischen Schlachthof-Arbeiter in Sögel genannt. Sie töten Schweine, zerlegen die Tiere. Nach Feierabend gehen sie zurück in ihre Unterkünfte. Irgendwo in Sögel leben sie. Manchmal unter fragwürdigen Bedingungen.


Massenunterkünfte? Nein, die gebe es in seiner Samtgemeinde nicht. Bürgermeister Günter Wigbers (CDU) ließ vor einer Woche keine Zweifel aufkommen. Sögel, einer der größten Orte auf dem Hümmling. Bekannt für das Schloss Clemenswerth, aber genauso für den Schlachthof Weidemark. Ein schmuckes Dorf, wirtschaftlich gesund – wohl auch dank des Großschlachthofs. Er prägt den Ort. Durch die Viehtransporte, die voll ankommen und leer wieder fahren, aber auch durch die Eimermenschen. So werden die ausländischen Schlachter im Ort genannt. Vermutlich über 800 leben in und um Sögel.

Wenn ihre Schicht beginnt, dann ziehen sie mit weißen Plastikeimern voll mit einem Schlachtermesser und Arbeitskleidung zum Schlachthof. Dort arbeiten sie zwar, angestellt sind sie aber bei Subunternehmern, die dafür Geld von Weidemark bekommen. Werkvertrag nennt sich das. Mittlerweile Usus in der Fleischindustrie mit ihrem enormen Preisdruck.

Nach Schichtende geht es für die meisten zurück in den Ort. In Sögel weiß man, wo die Schlachter wohnen, wo sie von ihren Subunternehmern untergebracht werden. Viele Satellitenschüsseln, Kabel, ein Auto mit Kennzeichen aus Polen, Rumänien, Ungarn oder Bulgarien. ,,Hier wohnen die Eimermenschen", heißt es dann.
http://www.noz.de/lokales/68239245/das-zuhause-der-eimermenschen-auslaendische-schlachter-leben-in-soegel-auf-baustelle

ZitatDie Empörung ist groß und sie richtet sich gegen mehrere Stellen: die Stadt Papenburg, die Meyer Werft, eine Zeitarbeitsfirma. Zwei rumänische Männer waren am Sonnabend beim Brand einer Arbeiter-Unterkunft gestorben. In dem Einfamilienhaus lebten zeitweise bis zu 30 Werkvertragsarbeiter, dicht an dicht. Sie sollen für zum Teil drei Euro Stundenlohn gearbeitet haben. Wer ist schuld an diesen Zuständen?(...)

Widersprüchliche Aussagen über Stundenlohn

Über die Bezahlung der Leiharbeiter gibt es widersprüchliche Aussagen. Angehörige von Betroffenen berichteten, die Monteure arbeiteten für 35 Euro pro Tag bei einer Zwölf-Stunden-Schicht. Der Anwalt der Firma S.D.S. Sahinler Dienstleistungs-Service GmbH, die die Arbeiter über ein rumänisches Subunternehmen an die Meyer Werft per Werksvertrag vermittelte, widerspricht: "Wir haben uns Nachweise zeigen lassen, dass die Monteure mietfrei wohnen und 8 bis 10 Euro die Stunde netto ausbezahlt bekommen", so der Anwalt. Die Meyer Werft zahlt nach eigenen Angaben im Schnitt um die 30 Euro pro Stunde und Mitarbeiter und lehnt Lohndumping strikt ab.

Meyer Werft wusste von Missständen

Schon im Januar habe es Gespräche mit dem Betriebsrat der Meyer Werft gegeben, sagte Grünen-Stadtrat Buss. Das hatte bei der Werft zunächst niemand zugeben wollen. Man habe nichts gewusst, hieß es anfangs - dann revidierten zuerst der Betriebsrat und dann auch die Geschäftsführung diese Aussage. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz hatte sich bereits vor Monaten an den Betriebsrat gewandt und auf die Lage der Osteuropäer aufmerksam gemacht. Es sei daraufhin vereinbart worden, dass sich künftig ein Mitarbeiter der Werft um die Fremdarbeiter kümmern sollte, hieß es von Betriebsrat Thomas Gelder.
Arzt bezeichnet Lebensbedingungen als Katastrophe

Arzt bezeichnet Lebensbedingungen als Katastrophe



Die Außenfassade eines ausgebrannten Hauses. 

Es wird immer deutlicher, dass die schlechte Lebenssituation der Arbeiter in der abgebrannten Unterkunft hinreichend bekannt war. Volker Eissing, ein Papenburger Arzt, der zu der brennenden Unterkunft gerufen worden war, sprach von katastrophalen Zuständen in dem Haus. Er sagte dem NDR, allein im Wohnzimmer hätten 13 Betten dicht an dicht gestanden. Er beobachte die Situation schon seit rund fünf Jahren, so Eissing, da er auch in seiner Praxis häufig osteuropäische Arbeiter behandle. Die Patienten müssten ihre Ausweise bei der Zeitarbeitsfirma abgeben und seien nicht krankenversichert. Sie bekämen nach eigener Aussage oft nur drei Euro Stundenlohn.
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/papenburg537.html

ZitatUnd die Werft in Papenburg ist womöglich kein Einzelfall. Auf den deutschen Docks schrumpft die Zahl der Stammarbeiter seit Jahren. Laut einer Studie der IG Metall Küste arbeitete 2012 schon mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer per Werkvertrag (24,4 Prozent) oder als Leiharbeitnehmer (12,3 Prozent).
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/papenburg537.html

ZitatWerkverträge
Grüne: Papenburger Missstand war bekannt

Angeblich gibt es noch mehrere Problem-Unterkünfte



Papenburg Die Tragödie um zwei bei einem Brand getötete rumänische Leiharbeiter der Papenburger Meyer Werft heizt die Diskussion um Lohndumping und Massenunterkünfte weiter an. ,,Es muss ein Ende gemacht werden mit diesen Massenunterkünften", sagte Stadtrat Günter Buss (Grüne) aus Papenburg am Freitag.

Es gebe mindestens fünf weitere Häuser in Papenburg, die als Unterkunft für Leiharbeiter genutzt würden. Er habe mehrfach auf diese Missstände hingewiesen, betonte Buss. In dem Brandhaus, einem einstigen Einfamilienhaus, wohnten zeitweise bis zu 30 Monteure auf engstem Raum zusammen. Bei dem Brand am vergangenen Samstag waren 12 im Haus, 10 Monteure konnten sich retten. Wie in der Fleischbranche mit Dumpinglöhnen in Schlachtbetrieben sind es auch in diesem Fall nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Arbeitnehmer vor allem aus Rumänien und Bulgarien.
http://www.nwzonline.de/blaulicht/gruene-papenburger-missstand-war-bekannt_a_7,2,2297038736.html

ZitatKommentar zu Brandkatastrophe in Papenburg/Leiharbeiter

Keine Ausreden mehr


Es ist traurig, dass offensichtlich immer erst ein Unglück geschehen muss, bevor sich Dinge zum Guten ändern. Das Papenburger Feuer mit zwei Toten in einer Massenunterkunft könnte jedenfalls die Lebensverhältnisse von Hunderten meist osteuropäischer Leiharbeiter in der Stadt verändern. Die Brandkatastrophe hat das Zeug, die Situation der Leiharbeiter zum Thema einer großen öffentlichen Diskussion zu machen.

Dass diese Männer oft unter fragwürdigen Bedingungen ihr Leben fristen, zeigten bisher insbesondere Fälle aus dem Umfeld von großen Schlachthöfen. Die Papenburger Opfer zeigen, dass diese Fälle kein branchenspezifisches Problem sind, sondern offensichtlich weite Teile der regionalen Wirtschaft betreffen. Möglicherweise sogar alle Bereiche, in denen osteuropäische Leiharbeiter zum Einsatz kommen.

Diese Gruppe ist besonders gefährdet, ausgenutzt zu werden. Die Männer sprechen in der Regel kein Deutsch, kennen ihre Rechte nicht und leben vor Ort völlig isoliert.

Die Ausbeuter dieser Arbeitssklaven sind ihre Chefs: zumindest fragwürdige Subunternehmer großer Betriebe, die die Not ihrer Beschäftigten kennen und ausnutzen.

Unternehmen, die durch bewusstes Wegschauen die Methoden ihrer Subunternehmer tolerieren, machen sich mitschuldig am Elend dieser Menschen. Jetzt kann sich niemand mehr rausreden, von nichts gewusst zu haben.
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-07/27406045-neue-oz-kommentar-zu-brandkatastrophe-in-papenburg-leiharbeiter-007.htm

Kuddel

Die Tragödie kam nicht überraschend!

Zitat25 Quadratmeter für eine vierköpfige Familie, im ganzen Haus nur ein Bad für 19 Menschen. Miete für das Zimmer: 450 Euro. Kalt. Kein Scherz, sondern der Mietvertrag eines südeuropäischen Schlachthof-Mitarbeiters in Lohne.
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/68090745/dem-kreis-vechta-reichts-verwaltung-geht-gegen-massenunterkuenfte-fuer-auslaendische-schlachter-vor
ZitatDoch nach ersten Veröffentlichungen unserer Zeitung zum Thema Unterbringungen von Werkvertragsarbeitern häuften sich die Meldungen aus Sögel: ,,Schauen Sie doch mal dort", oder: ,,Gucken Sie doch mal hier." Es waren Bürger, die die Auffassung ihres Bürgermeisters nicht teilten, es gebe keine Massenunterkünfte.
http://www.noz.de/lokales/68239245/das-zuhause-der-eimermenschen-auslaendische-schlachter-leben-in-soegel-auf-baustelle

Es gab Drohungen gegen diejenigen, die auf die Zustände hinwiesen!


ZitatIns Rollen gebracht hatte die Diskussion Prälat Peter Kossen . Von der Kirchenkanzel prangerte er die Lebensumstände von Südost- und Osteuropäern an, die per Werkvertrag in Schlachthöfen der Region arbeiten. Zu niedrigen Löhnen und oft in fragwürdigen Wohnungen lebend.
...
,,Am wirksamsten ist es, wenn die Gesellschaft sagt: So etwas wollen wir nicht."

Prälat Kossen hat das getan. Als Reaktion darauf hat er Anfang der Woche ein totes, abgezogenes Kaninchen vor seiner Tür gefunden.
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/68090745/dem-kreis-vechta-reichts-verwaltung-geht-gegen-massenunterkuenfte-fuer-auslaendische-schlachter-vor

klaus72

Leiharbeit soll wegen der menschenunwürdige Vorfälle abgeschafft werden, Strafen soll um ein vielfaches erhöht werden.

Schon bei kleinsten Vergehen soll Lizenz für Zeitarbeit entzogen werden. ( z.B. Ausbleiben von Lohnzahlung, fehlende Lohnzahlung -Teilbetrag-, etc )

Die Politiker soll auch in diesem Fall zur Rechenschaft gezogen werden, die für die Zeitarbeit begünstigt haben.




dejavu

ZitatSie sollen für zum Teil drei Euro Stundenlohn gearbeitet haben
Hier liegt meines Erachtens ein Anfangsverdacht auf Lohnwucher vor.
Wie ich an anderer Stelle schon sagte. stellt (Lohn)Wucher ein Offizialdelikt dar. Offizialdelikte müssen stets von Amts wegen verfolgt werden. Eigentlich sollte die zuständige Staatsanwaltschaft schon mit Ermittlungen befasst sein.... >:(
Derartige Vorgänge sind soetwas von widerlich und nichtswürdig, das man es kaum fassen kann.
Mit mehr Geld ausgestattet, hätten die Arbeiter sich sicherlich nicht so unangemessen untergebracht. Hier sieht man wozu das obengenannte Delikt führen kann: Zu Elend und Tod.

Hier noch ein paar lose Zitate aus marxens Kapital, ich kann es mir beim besten Willen nicht verkneifen.
ZitatJeder unbefangne Beobachter sieht, daß je
massenhafter die Zentralisation der Produktionsmittel, desto größer die
entsprechende Anhäufung von Arbeitern auf demselben Raum, daß daher,
je rascher die kapitalistische Akkumulation, desto elender der
Wohnungszustand der Arbeiter.
und:
Zitat
Für
den städtischen Wohnungszustand schicke ich eine allgemeine Bemerkung
des Dr. Simon voraus:
»Obgleich mein offizieller Gesichtspunkt«, sagt er, »ausschließlich
ärztlich ist, erlaubt die gewöhnlichste Humanität nicht, die andre Seite
dieses Übels zu ignorieren. In seinem höheren Grad bedingt es fast
notwendig eine solche Verleugnung aller Delikatesse, so schmutzige
Konfusion von Körpern und körperlichen Vorrichtungen, solche
Bloßstellung geschlechtlicher Nacktheit, die bestial, nicht menschlich
sind. Diesen Einflüssen unterworfen zu sein ist eine Erniedrigung, die
sich vertieft, je länger sie fortwirkt....»
(ganz soweit sind wir noch nicht, aber was nicht ist kann noch werden, genau wie damals:)
ZitatAuch der bessergestellte Teil der Arbeiterklasse, zusamt Kleinkrämern und
andren Elementen der kleinen Mittelklasse, fällt in London mehr und mehr
unter den Fluch dieser nichtswürdigen Behausungsverhältnisse, im Maße,
wie die "Verbesserungen" und mit ihnen die Niederreißung alter Straßen
und Häuser fortschreiten, wie Fabriken und Menschenzustrom in der
Metropole wachsen, endlich die Hausmieten mit der städtischen
Grundrente steigen.
»Die Hausmieten sind so übermäßig geworden, daß wenige Arbeiter
mehr als ein Zimmer zahlen können.«
Zitate allesamt aus Karl Marx "das Kapital" Siebenter Abschnitt,  5. Illustration des allgemeinen Gesetzes der kapitalistischen Akkumulation b) Die schlechtbezahlten Schichten der britischen industriellen Arbeiterklasse
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

Die Sitiuation migrantischer Leiharbeiter hat sich nicht gebessert:

ZitatEingeschleust und ausgebeutet: Sammelunterkünfte in NRW kontrolliert

Behörden aus NRW und den Niederlanden haben am Wochenende Sammelunterkünfte geprüft. Die dort untergebrachten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurden eingeschleust und ausgebeutet.


Am Wochenende wurden sechs Sammelunterkünfte in Geldern und Emmerich am Niederrhein überprüft. Die dort untergebrachten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten zwischen Schimmel und Schädlingen hausen. "In den kontrollierten Unterkünften wurden unter anderem erhebliche Brandschutzmängel, Schimmel, Schädlingsbefall, fehlende Stromversorgung und weitere bau- und wohnungsrechtliche Mängel festgestellt", so das NRW-Heimatministerium.

Zudem wurden die Menschen, die vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien stammen, eingeschleust. Laut Ministerium wurden sie durch Leiharbeitsfirmen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ausgebeutet.

Die Behörden aus NRW und den Niederlanden hätten insgesamt 140 Personen kontrolliert. "Mit der grenzübergreifenden Kontrollaktion von Sammelunterkünften ist uns ein Schlag gegen die menschenunwürdige Unterbringung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gelungen", sagte Ministerin Ina Scharrenbach. "Die Landesgrenzen dürfen kein Hindernis sein, um gegen ausbeuterische Strukturen vorzugehen."
https://www1.wdr.de/nachrichten/nrw-niederlande-kontrolle-sammelunterkeunfte-menschen-eingeschleust-100.html

Kuddel

ZitatLebensgefahr: NRW schließt Leiharbeiter-Sammelunterkünfte

Nach der Razzia im Kreis Kleve zieht das Land NRW und die Kommunen Konsequenzen. Für die Arbeitnehmer bestand zum Teil Lebensgefahr.


Alle sechs am Wochenende kontrollierten Sammelunterkünfte für Leiharbeiter in Geldern und Emmerich im Kreis Kleve werden geschlossen. Das gibt das nordrhein-westfälische Bau- und Kommunalministerium am Freitag bekannt. Die schlechten Zustände brächten die Bewohnerinnen und Bewohner zum Teil sogar in Lebensgefahr.

Gründe sind vor allem die bauordnungswidrige Nutzung der Wohngebäude zu Beherbergungszwecken und die schlechten Zustände.

... Außerdem werde laut Mitteilung geprüft, ob die hohen Mieten, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pro Matratze zahlen, strafrechtlich verfolgt werden können. Denn Mieten von 400 Euro pro Bett und Gesamtmieten von bis zu 8.400 Euro für ein Einfamilienhaus in miserablem Zustand überstiegen das ortsübliche Maß um ein Vielfaches.

Im Rahmen der Kontrollaktion seien auch Unterschlagungen von Lohnzahlungen aufgedeckt worden, heißt es weiter. ...
https://www.nrz.de/region/niederrhein/lebensgefahr-nrw-schliesst-leiharbeiter-sammelunterkuenfte-id234608029.html

Kommentar: https://www.nrz.de/meinung/mit-vereinten-kraeften-gegen-missstaende-in-der-leiharbeit-id234603881.html

Kuddel

Leiharbeit und Unterkünfte

Wir sollten das Thema nicht vergessen. So werden insbesondere migrantische Arbeitskräfte doppelt ausgebeutet. Ein Teil des Lohns wird für die Unterbringung gleich abgezogen. Die "Miete" (oftmals nur ein Etagenbett in einem Mehrbettzimmer) ist meist überhöht und die Wohnsituation unwürdig.

ZitatKontrollaktion im Leiharbeiter-Quartier im Stadtosten
Die Straße der Ausbeutung

Unter der Woche haben verschiedene Behörden unter Federführung des NRW-Bauministeriums Kontrollen in Leiharbeiter-Quartieren durchgeführt. Traurige Bilanz: Trotz leichter Verbesserungen sind viele Zustände immer noch menschenunwürdig. Und jetzt?


(...) Sie sind Opfer eines Systems der Ausbeutung in der Fleischindustrie, schieben in Schichtarbeit unendlich Überstunden und werden so regelrecht verschlissen. Hinzu kommt das Lebensumfeld. Die Behördenaktion unter Federführung des NRW-Bauministeriums hat auch dieses Mal ergeben: Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Arbeitsmigranten, die in der Herbertstraße untergebracht sind, leben dort zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen. Schimmel an den Wänden, Überbelegung, Brandschutzmängel – auch wenn sich laut Pressemitteilung der Staatskanzlei die Gegebenheiten im Vergleich zu früheren Kontrollen verbessert haben: Ausgeräumt sind die Missstände noch immer nicht.
https://www.wn.de/muensterland/kreis-borken/gronau/die-strasse-der-ausbeutung-2650914?pid=true&npg

Kuddel

ZitatGroßrazzia in Unterkünften für Leiharbeiter: 17 von 18 Häusern sofort geschlossen



Als Mitte Oktober in Emmerich eine Beratungsstelle für Leiharbeiter eröffnet wurde, ließ sich Karl-Josef Laumann (CDU), in Nordrhein-Westfalen der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, mit in der NRZ mit einem bemerkenswerten Satz zitieren: ,,Diese Leute [Leiharbeiter] arbeiten schwer, die Arbeitgeber betrügen sie, sie zahlen für überteuerte Übernachtungen, der Mindestlohn wird umgangen – das ist einer Riesensauerei!", und ich weiß noch, wie ich bei der Lektüre dachte: Das ist aber interessant! Da zählt ein Minister eines deutschen Bundeslandes eine ganze Latte von Straftaten auf und sagt nur ,,Riesensauerei", was ja wohl einer Kapitulationserklärung gleichkommt.



... Insgesamt haben die beteiligten Behörden in Kleve sowie Kranenburg in 18 Sammelunterkünften, die der Logistik- und Verpackungsindustrie sowie Fleischindustrie zuzurechnen sind, verschiedenste Verstöße festgestellt: Angefangen bei der Missachtung von Melderechtsvorschriften, Brandschutzregeln bis hin zum Verdacht von Mietwucher. Bei den Kontrollen der Unterkünfte fanden die Ordnungskräfte in alleine 17 Wohnungen der kontrollierten Sammelunterkünfte leib- und lebensgefährdende Zustände, weshalb sie direkt geschlossen wurden. Dies umfasste unter anderem offene Stromleitungen, nicht isolierte Stromverteiler, fehlende Brandmelder und Feuerlöscher, Ausfall der Wasserversorgung, defekte Sanitäranlagen und Ausfall der Zentralheizung. Die Arbeitgeber wurden verpflichtet rund 75 betroffenen Leiharbeitnehmerinnen und -nehmer in sichere und angemessene Wohnungen unterzubringen. In weiteren der kontrollierten Sammelunterkünfte wurden zudem erhebliche Missstände gefunden. Dies umfasste unter anderem die unzulässige Nutzung von Dachgeschossen als Schlafstelle ohne Rettungswese und Brandschutzvorkehrungen. ...


Schlafplatz eines Leiharbeiters
...
https://www.kleveblog.de/grossrazzia-in-unterkuenften-fuer-leiharbeiter-17-von-18-wohnungen-sofort-geschlossen/

Nikita

In Kleve dürfte es dann wieder ein Tönnieszulieferer sein. Ausbeutung, menschenverachtende Unterkünfte und strafbares Verhalten sind Teil des Systems Tönnies.

https://www.derwesten.de/region/nrw-toennies-schweine-skandal-mastbetrieb-krank-tot-video-id300576743.html

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