[Sozialamt untätig, Rentner in Wohnung erfroren] Hardcore

Begonnen von Nachbar, 19:05:37 Do. 23.Januar 2003

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Nachbar

Posted: 17 Jan 2003 09:33 pm    Post subject: Hardcore    

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Hiermit schlage ich vor, daß ein Extraforum eingerichtet wird für Betroffene des Sozialamts. Und das sind nicht nur Arbeitslose.(Anmerkung: Hiermit geschehen! der admin)

Ich habe hier einen aktuellen Fall auf der Leber. Mein Nachbar. Vor kaum 2 Stunden wurde mir gesagt, er sei tot. Vielleicht erfroren. Er wird jetzt obduziert.

Mein Nachbar war Rentner. Ein Säufer, aber ein absolut lieber Kerl und nicht doof. Ich hab gern mal mit ihm geklönt und auch hin und wieder in seiner Wohnung besucht. Ihm wurde mal ein Zwangsentzug in einer Klinik aufgedrückt. Dann bekam er vom Amt nen Betreuer aufgedrückt. Mit seiner Gesundheit gings bergab und er bekam Wasser in die Beine, konnte kaum seine Wohnung verlassen. Der Betreuer stellte eine Elektroheizung in die Wohnung mit Kohleofen.
Irgenwann stellten die Stadwerke den Strom ab (Die offene Rechnung betrug über 3000 EUR). Ich rief beim Amt für Soziale Dienste an. Man wollte sich kümmern und den unfähigen "Betreuer" (Über diesen gemeingefährlichen Idioten könnte ich mich stundenlang auslassen!) absetzen.
Ich legte mit einer Kabeltrommel Strom ind die Wohnung meines Nachbarn. Vielleicht 2Monate später, als immernochnix passiert war informierte ich das Sozialamt in Elmschenhagen, das zuständig war.
Wieder passierte nix! Als nach ca. einem halben Jahr winterlicher Temperaturen eintraten und ich nicht auch für die Elektroheizung aufkommen wollte, rief ich wieder beim Amt für Soziale Dienste Abt. Betreung an (ich hatte schon Monate zuvor einen Brief ans Vormundsschaftsgericht geschickt). Ich schilderte nochmal alles und sagte (was nicht stimmte) ich hätte den Stecker gezogen, da ich nicht das Sozialamt erstzen und aus eigener Tasche die E-Heizung meines Nachbarn bezahlenkönne. Bei Temperaturen von -10°C ist es wahrscheinlich, daß er erfriert. Der Herr vom Amt sagte nur, da könne man nix machen, er verstehe ja daß es für Bekannte und Verwandte hart sei, aber ich soll mir da keine Vorwürfe machen, falls mein Nachbar erfriert sei dies nicht meine Schuld, sondern die des Betreuers. Und schließlich sei dies bei weitem nicht der einzige und nicht der Schlimmste Fall in Kiel.

Vor Wut kochend rief ich bei diversen kirchlichen und sonstigen Hilfsorganisationen an. Nirgendwo fühlte man sich zuständig. Schon garnicht bei den Johanitern, deren Scheißdreck menschlelnde Plakatkampagne mich von überall anspringt. Die Einzigen, die wirklich betroffen waren und begannen sich zu engagieren war der SENIOREBEIRAT, dem ich an dieser Stelle meine Hochachtung aussprechen möchte. Ich versuchte auch die KN zu interessieren, aber nix passierte. Die Aktivitäten des Seniorenbeirates kamen wohl zu spät. Ich war länger nicht in Kiel und wurde, wie gesagt, vorhin von einem Hausbewohner Informiert.

Mir sitzen Fassungslosigkeit und Wut in den Knochen und ich würde gerne etwas tun damit es hier nicht auch wie in Rußland und Amerika zur Regel wird, daß Alte und Arme im Winter einfach erfrieren.

ManOfConstantSorrow

Hat es ein Verfahren gegeben?
Gab es irgendwelche Konsequenzen?
Sind die Verantwortlichen noch auf ihrem Posten?
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kann das aus meiner Erfahrung gleiches bestätigen. Als ich das erste mal zum Sozialamt gehen musste bin ich mit der Einstellung hingegangen (man will ja niemanden vorverurteilen), das man sich dort um hilfsbedürftige kümmert, eben Hilfe anbietet. Ich wurde jedoch schnell eines schlechteren belehrt. Es wird dort lediglich Armut verwaltet. Ohne das geringste Interesse an Menschlichen Schicksalen. Mit dem Desinteresse der Beamten könnte man ja vielleicht noch leben, jedoch werden massivste Repressionen gegen die Hilfesuchenden ausgeübt! Nur um in dem üblichen Statistikgeschacher besser darzustehen.

Meiner Meinung nach ist wer am Sozialamt angekommen ist definitiv nicht mehr in der Lage (vor allem psychisch) sich gegen, eventuell sogar rechtswidrige, "Behandlungen" zu wehren.

Leider haben Sie in den meisten fällen das Gesetz (nicht das Recht) auf Ihrer Seite. :twisted:  :twisted:  :twisted:  :twisted:

Hajo

Hallochen Leuts,

es gibt verschiedene Arten des Kampfes, oder wie Mao einst sagte "den Kampf vieler Linien führen" (hi...- nur so nebenbei ich bin kein Maoist).

Über den rechtlichen Kampf sind wir uns einig, machen wir hier und vor Ort.

Gelebte Solidarität ist bei den meisten von uns einer der primären Lebensinhalte.

Das dritte politische Kampfesstandbein köpnnte (vielmehr sollte) die "Direkte Aktion" sein.

Im konkreten Fall, all diejenigen die negativ im Zusammenhang tätig (bzw. nicht Tätig) waren z.B. in ihren Wohnumfeld (kann mensch leicht herausbekommen) per Flugi mit den Tatsächlichkeiten ANPRANGERN...!!!

Zusätzlich dazu im Wohnumfeld des Rentners, auf dessen Tod und die Umstände die dazu führten hinweisen.

Nur x son Gedanke...- nicht zu Ende gedacht, der Möglichkeiten gibt es viele.

Hajo

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