Wohnen: Die Politisierung der Unpolitischen

Begonnen von Kuddel, 10:27:59 Mi. 25.September 2019

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Kuddel

ZitatDie Politisierung der Unpolitischen: Moskau, mein Freund Sergej und das Recht auf Stadt

(...)Die Politisierung des Unpolitischen ist jedoch gewissermaßen der Nukleus aller politischen Dynamik, und sie findet in der Regel in Städten statt. Der Kampf um öffentlichen Raum bestimmt in der einen oder anderen Spielart viele der Protestbewegungen des letzten Jahrzehnts: Das begann schon um 2011 mit den weltweiten Platzbesetzungen, in denen es ja um nichts anderes ging als um öffentlichen Raum und die Möglichkeit zum Diskurs für jene, die ehemals sprachlos waren. Black Lives Matter in den USA entzündete sich an Auseinandersetzung mit der Polizeigewalt. Die Proteste gegen Mietsteigerungen und für Kommunalisierungen etwa in Berlin beziehen sich ganz unmittelbar auf ein Recht auf Stadt, als Recht auf Zentralität, auf Differenz, auf Infrastruktur und auf Politik.(...)

Wenn Dinge passieren wie dieser Tage in Moskau, ist die Versuchung wieder einmal groß, die Geschehnisse im Osten denen im fortschrittlichen, demokratischen Westen gegenüberzustellen. Blickt man jedoch auf die Transformation der Stadt Moskau, dann reiht sich diese in eine weltweite Entwicklung. Die Umgestaltung des öffentlichen Raums in einen Raum des Konsums und der reibungslosen Geschäftigkeit ist ein Merkmal der postindustriellen Gesellschaft. Mit Moskau ist passiert, was mit Städten wie Liverpool oder Essen schon lange passiert ist, nur in viel größerem Maßstab.(...)
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