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Öffentlicher Dienst => Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung => Thema gestartet von: besorgter bürger am 15:44:12 Sa. 25.Juni 2005

Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 15:44:12 Sa. 25.Juni 2005
Zitat
Wer sagt: »Ich mache noch einmal ein Praktikum«, sagt das auch, weil er weiß, dass dann Ruhe ist. Es hört sich einfach besser an als: »Ich bin immer noch ohne Job, und wenn noch drei Monate vergehen, dann bin ich langzeitarbeitslos.«

vorsicht! wer so etwa 30 jahre alt ist kann von diesem artikel depressionen bekommen

die zeit (http://www.zeit.de/2005/14/Titel_2fPraktikant_14)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: aian19 am 20:54:10 Sa. 25.Juni 2005
Zitat
...kann von diesem artikel depressionen bekommen

Nö, mich hat vor einigen Jahren schon die Erkenntnis gepackt, seit dem seh´ ich es gelassener und lächle, wenn ich welche sehe, die mir erzählen, nach dem Praktikum würden sie fest eingestellt werden........(ist übrigens noch nicht einmal vorgekommen.....)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 00:02:13 So. 26.Juni 2005
Ganz beschämend dieses System wenn vollwertige Arbeitskräfte mit solchen verschleierten Ausbeutungsverhältnissen substituiert werden.

Was studiert man denn eigentlich...um dann als akademischer Azubi durch die Betriebe geschleust wird?
Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 12:27:42 So. 26.Juni 2005
ich mach auch keine praktika mehr. das hat zwar den nachteil das ich bald total aus meinem beruf raus bin aber was nüzt mir das up to date sein wenn ich doch nicht meine brötchen damit verdienen kann?
arbeit als selbstzweck? nein danke!
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 19:10:59 So. 26.Juni 2005
Man kann´s nicht oft genug wiederholen, der Zeitgeist sagt, "irgendwas bei den Medien" ist unglaublich erstrebenswert. Leute belügen und verarschen ist eins der höchsten Güter, was will man dann noch mit Geld?

Zitat
stern.de 26.6.05

Praktikant Business Development (m/w)

Bei uns können Sie aktiv an der Weiterentwicklung einer der führenden deutschsprachigen Internetseiten mitarbeiten. Unbedingt erforderlich ist die Fähigkeit zur verlässlichen, selbständigen Tätigkeit, Vertrautheit mit Internet und PC-Standardprogrammen (MS Office), Grundkenntnisse in HTML, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 15:10:38 Sa. 23.Juli 2005
Ausbildung
Arbeitskraft im Sonderangebot

Der Ausbildungspakt hat Tausende von Praktika geschaffen – und für die Unternehmen billige Probe-Lehrlinge.
 
 Erst mal Probe arbeiten, dann sehen wir weiter? So zieht sich die Ausbildung vier Jahre hin.

 
Von morgens halb acht bis abends halb acht arbeitet Daniela Nell im Norma-Supermarkt in Brühl. Gerade mal 192 Euro im Monat erhält sie dafür, dass sie zwölf Stunden am Tag kassiert, Kisten auspackt und Dosen umräumt. Der Discounter bekommt die Arbeitskraft der 21-Jährigen frei Haus. Ihren Lohn zahlt die Bundesagentur für Arbeit. Einziges Entgegenkommen: Norma hat ihr eine Ausbildung zur Verkäuferin in Aussicht gestellt – vielleicht zum neuen Lehrjahr. Das allein, sagt Nell, mache die Arbeit im Markt schon besser als die unbezahlten Praktika, die sie vorher bei Real und Hussel absolviert hat. "Da wurde ich nur als billige Arbeitskraft benutzt."

 den ganzen Artikel (http://www.sueddeutsche.de/,jkm3/jobkarriere/berufstudium/artikel/216/57159/)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Pinnswin am 11:40:41 So. 24.Juli 2005
WELT Zitat:
Zitat
,Wir beide dachten, wir seien dort willkommen. Stattdessen war dem, der uns hinzugebeten hatte, unsere Anwesenheit offensichtlich seit der Aussprache der Einladung peinlich geworden. Jedenfalls sprach er kein Wort, schaute uns nicht an. Das war vor vier Jahren. Die Mitpraktikantin und ich lachen noch heute ausgiebig, wenn wir an jenes sonderbare Frühstück denken.,

 8)
Seien sie froh, das derjenige, der sie „hinzugebeten“ hatte, ihnen nicht ein Schürzchen, Cäppie und ein Serviertablett in die Hand gedrückt hat, zur Bedienung der anderen fest eingestellten Gäste. Dann hätten Sie schon wieder jemand anderem den Job geklaut und das ist, auch für weltfremde studierte Menschen, so langsam aber sicher unverzeihlich. .


 :evil:
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:12:48 Mi. 23.November 2005
Weil Praktikanten immer häufiger als billige oder unbezahlte Arbeitskräfte auf regulären Stellen eingesetzt werden, hat sich die „Generation Praktikum“ zu organisieren begonnen - und klagen bereits gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber auf nachträgliche Lohnzahlungen.

Handelsblatt 23. November 2005 (http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1144798)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 19:30:54 Mi. 23.November 2005
Zitat
Die Dauer und das Niveau der Tätigkeiten steigt, trotzdem ist ein großer Teil der Praktika unbezahlt. Kürzlich habe sich ein Betroffener gemeldet, der ein Jahr lang ohne Bezahlung ein Werbeprojekt geleitet habe, erzählt Richter. „Viele Hochschulabsolventen werden als kostenlose Praktikanten ausgebeutet und verdrängen reguläre Arbeitskräfte.“

Quasi die akademische Ausgabe der 1-Euro-Jobber.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 14:17:09 Do. 24.November 2005
faz (http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1F999FFB51D84C55B3ACD3BE15C7F249~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

noch ein artikel dazu

Zitat
„Das ist wie in einer griechischen Tragödie - beide, Praktikanten und Unternehmen, sind in unterschiedlichen Ecken eines Systems gefangen, aus dem sie nur schwer herauskommen”, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Christian Scholz von der Universität Saarbrücken,

klar das die faz hier nicht nachfässt. das ergebnis wäre eine systemkritik.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 18:18:39 Do. 24.November 2005
Zitat
Die Praktikantin der Stiftung eines großen deutschen Konzern akzeptierte auch die dritte Verlängerung ihres Dreihundert-Euro-Vertrages noch dankbar. Vielleicht, ganz vielleicht winkt ja doch irgendwann die Festanstellung, sagt sie.

Ja klar, träume weiter. Unglaublich, wie naiv ausgebildete Akademiker doch sein können.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 06:01:37 Sa. 26.November 2005
"Fair Work"
Ziel von "Fair Work" ist es:
"Unternehmen das Ausnutzen von Praktikanten so schwierig wie möglich zu machen."
Der Verein fordert Urlaubsanspruch und einen Lohn von mindestens 750 Euro Netto im Monat.
Hochschulabsolventen können sich kostenlos beraten lassen.
Derzeit bauen die jungen Leute von "Fair Work" eine Datenbank auf, in der Informationen zum Umgang einzelner Unternehmen mit Praktikanten veröffentlich werden sollen.

Gerichtsentscheidungen
Am 8. Januar 2003 entschied das Arbeitsgericht Berlin (AZ 36 Ca 19390/02), dass ein Arbeitsverhältnis sich nicht nach der Bezeichnung, sondern nach dem Inhalt qualifiziert. Das Bundesarbeitsgericht kam in einer Entscheidung vom 13. März 2003 (6 AZR 564/01) zu dem Schluss: "Praktikant ist, wer sich für eine vorübergehende Dauer zwecks Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit und Ausbildung, die keine systematische Berufsausbildung darstellt, im Rahmen einer Gesamtausbildung unterzieht, weil er diese für die Zulassung zum Studium oder Beruf, zu einer Prüfung oder anderen Zwecken benötigt."
Quelle: (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/30/0,3672,2293822,00.html)

weitere Infos unter: (http://www.studentsatwork.org/UNIQ113298091307868/%E2%80%9Chttp://doc33740A.html)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02:39:43 Di. 29.November 2005
(http://www.spiegel.de/img/0,1020,546804,00.jpg)

 "Génération précaire" - die Generation Praktikum sucht erfolglos nach der Festanstellung

(http://www.spiegel.de/img/0,1020,546802,00.jpg)

 Sie fordern eine Mindestvergütung und eine bessere rechtliche Stellung

(http://www.spiegel.de/img/0,1020,546793,00.jpg)

 Anknüpfen an französische Arbeitnehmerbräuche: Streikaufruf der Praktikanten

http://www.generation-precaire.org/
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Spätlese am 10:53:14 Di. 29.November 2005
... und trotzdem scheint es so, dass die Praktikantenmasche nach wie vor floriert.

Schauen Sie z. B. hier:

http://www.wbstraining.de/c_wir/c_6_jobs.php

Ein Unternehmen der "Weiterbildungsindustrie", dass sich nebst Tochterunternehmen auf die sogenannte berufliche Qualifizierung von Langzeiterwerbslosen spezialsiert hat ...

...

sucht selbst kostenlose Arbeitskräfte als Praktikanten ...

die als It-Administratoren, Dozenten bzw. Bürokaufmann/-frau

arbeiten. (So wirds gemacht ... "für 3 Monate, aber gerne auch länger ... und die Dösbattel, die das machen, denken womöglich auch noch sie bekämen da irgendwann eine Festanstellung, oder dies sei das Sprungbrett in einen anderen Unternehmensteil.)

Steht ja ne Infoadresse: Da bekommen Sie so richtig was von der "Frikadelle" erzählt ...

---

(Praktika: Das findet sich im Bildungsbereich und im Institutsbereich sehr häufig, die BA stellt nur noch Praktikanten für 14 Tage zur Verfügung, alles darüber hinaus - wir diskutierten ja schon oft über dieses ausbeutungsfördernde bzw. arbeitsplatzvernichtende Instrument - trägt man nun selbst, wenn´s der AG nicht trägt.)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kater am 01:43:25 So. 11.Dezember 2005
Zitat
Generation Praktikum
Berufseinsteiger hangeln sich von Praktikum zu Praktikum
Von Sabine Eichhorst
Mit 15 hat Britta ihr erstes Praktikum gemacht, in der Pressestelle von Bündnis 90/Die Grünen. Anschließend eines bei einem Privatsender, dann eines in einer Zeitungsredaktion, dann eines in einer Presseagentur. Heute ist sie 25, diplomierte Kommunikationswissenschaftlerin und kann 30 Praktika vorweisen. Bei Bewerbungen hat ihr das nicht geholfen. Alles, was man ihr anbot war … ein Praktikum. Denn immer mehr Unternehmen heuern Praktikanten statt Festeinstellungen an.

weiter:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/443449/
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:57:24 Sa. 21.Januar 2006
Frankreich: Seit Herbst 2005 sorgt das Netzwerk "Génération Précaire" in Frankreich für Aufsehen. Es thematisiert die Situation der ewigen Praktikanten, die als billige und rechtlose Arbeitskraft mißbraucht werden. Bisherige Erfolge der Aktionen waren ein breites Medienecho und die Kenntnisnahme der Mißstände durch Regierung. Der Artikel stellt das Netzwerk vor. (http://de.indymedia.org/2006/01/136857.shtml)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 14:11:09 Mo. 06.Februar 2006
die junge welt greift das thema mal wieder auf

Zitat
Was dem Gutsherren der Sklave war, ist heuer dem Werbefachmann der Praktikant

http://www.jungewelt.de/2006/02-06/046.php
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 18:03:03 Mo. 06.Februar 2006
Und wenn sich Nachwuchsakademiker dann selbstständig machen, kommt sowas wie buw-Geschäftsführer raus. AN-Rechte und Gewerkschaften - völlig unerwünscht und am besten gleich verbieten. Alteingessene Geschäftsphilosdophien gleichen Schlags sind dann solche wie bei den Discountern Lidl und Aldi.

Besser treten als getreten zu werden!

Oder

Wie bei den Radfahrern: Nach oben buckeln, nach unter treten!
Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 12:56:49 Mi. 08.Februar 2006
wo leben eigentlich die ganzen praktikanten? ganz klar auf ihrem eigenen planeten - wo sonst?

http://www.planetpraktika.de/

aber vorsicht! gleich auf der startseite grinst einen der focustyp an.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 13:17:57 Mi. 08.Februar 2006
Im eigenen Saft liegender, konservativer deutscher Journalist, Verlagsmanager und Chefredakteur, FDP-Spaßparteimitglied, Speichellecker der Unternehmer und Agitator für AG-verbände ist

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/c/cf/Helmut-Markwort_Focus.JPG/180px-Helmut-Markwort_Focus.JPG)

Helmut Markwort (http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Markwort), Vorstandsmitglied der Hubert Burda Media Holding GmbH & Co. KG entwickelt und etablierte das Magazin und den Markennamen FOCUS. Von 1993 an ist er Geschäftsführer von FOCUS (bis 2004 Chefredakteur), seit 2004 Herausgeber des Nachrichtenmagazins. Seit 1996 ist er Geschäftsführer von FOCUS Online und FOCUS TV und seit 2000 Herausgeber des Wirtschaftsmagazins FOCUS Money sowie Vorsitzender im Aufsichtsrat der TOMORROW FOCUS AG.

Das Markwort-Motto "Fakten, Fakten, Fakten" wurde zum geflügelten Wort, es offenbart aber auch zugleich die Defizite seines journalistischen Stils: Analysen, Zusammenhänge und Hintergründe bleiben bei Markwort nicht selten auf der Strecke.

Aufsehen erregte er am 12. Juni 2005 in der Sendung "Sabine Christiansen" als er der Linken generell und seinem Nebenmann Ottmar Schreiner im Besonderen vorwarf, ihre Wirtschaftspolitik wäre "nationaler Sozialismus".

Na internationaler Sozialismus ist auch schlecht möglich. Zur gleichen Zeit kann die WSAG und die Linken nicht weltweit aktiv und präsent sein. Aber die Flickschusterfunktionäre der CDU/CSU/FDP/SPD sind überall zu finden, wenns ums Abstauben geht.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Gun Stick Onkle am 13:30:13 Mi. 08.Februar 2006
Hallo Freunde!

Ja, Ja, wir leben in einer Deflation! Da sind solche Auswüchse ganz normal! Ich hoffe nur, ihr kommt alle am 11.02.06, nach Berlin!!!!

Seid ihr euch sicher, das nicht demnächst die legalisierte Prostitution kommt? am Arbeitsplatz, für Frauen, als Freiwild und für die Männer, die Prügelstrafe?

Wir Deutsche brauchen nur noch ein wenig still zu halten, und weiter CDU,CSU,SPD,FDP,Grüne, zu wählen, dann sind wir auf dem sicheren Weg!

Grüße, Rudi
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 14:27:56 Mi. 08.Februar 2006
Die von AA/ARGE verordnete und vermittelte Prostitution gibt es schon längst wie die Vermittlungsbeispiele in Görlitz, Dresden, Gotha, Berlin, Rostock etc. beweisen.

EMMA: Mai/Juni 2006: Arbeitsamt vermittelt Prostituierte! (http://www.emma.de/05_3_arbeitsamt_prostitution.html)

In Nürnberg beschwichtigt man derweil. Es würden nur solche Frauen vermittelt, die ausdrücklich angeben, als Prostituierte arbeiten zu wollen. „Völliger Nonsens“ sei dagegen, dass Frauen, die ein Arbeitsangebot im Bereich Prostitution ablehnen, die Gelder gestrichen werden, so Pressesprecher Ulrich Waschki. „Wenn einer Frau ein solches Angebot unterbreitet wird, dann kann das nur daran liegen, dass das Bordell oder der Nachtclub der Arbeitsagentur verschwiegen haben, um welche Art Etablissement es sich handelt.“

Zweitens dürfe eine Arbeit „aus einem wichtigen Grund abgelehnt werden“. Das steht in der Tat in den Sozialgesetzbüchern II und III, die Arbeitslosengeld II beziehungsweise die Arbeitslosenversicherung regeln. Allerdings: Dass auch „Sexarbeit“ ein solcher „wichtiger Grund“ sein könnte, hat der rotgrüne Gesetzgeber keinesfalls festgeschrieben.

Das hat erst die Bundesagentur für Arbeit in einer internen „Durchführungsanweisung“ getan: „Ein wichtiger Grund kann die nichtvorhandene Bereitschaft sein, Prostitution auszuüben“, steht dort. „Selbstverständlich darf niemand, der das nicht will, in Dienstleistungen im Erotikbereich vermittelt werden“, erklärt Pressesprecher Waschki. „Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass so etwas nicht möglich ist.“

Gesellschaftlicher Konsens? Der kann sich ändern. „Es gibt keine gesicherte gesetzliche Grundlage, auf der eine vom Arbeitslosengeld II betroffene Frau eine Vermittlung im Bereich der sexuellen Dienstleistungen ablehnen kann“, stellt Anwältin Garweg fest. Zumal die Grauzone groß ist. „Wenn eine Frau mal als Tänzerin gearbeitet hat – warum sie dann nicht in einen Job als Table-Dancerin vermitteln?“

(Meine Anmerkung: Man stelle sich mal eine bayrische, konservativ und katholisch erzogene Trachtentänzerein vor, die arbeitslos wird und in die Prostitution unter Androhung von Sperrzeiten genötigt wird. Wird dann der Priester von der Kirchenkanzel von Sodom und Gomorrha faseln oder seinen Rand wegen Obrigkeitsdenken halten?)

Das Fazit der Juristin: „Die Selbstverpflichtung der Arbeitsagentur ist ohne förmliches Verfahren jederzeit abänderbar. Vom Gesetzgeber gewollt oder ‚nur‘ übersehen – fest steht: Wenn der Gesetzgeber dieses Ergebnis nicht gewollt hat und eine klare Rechtslage schaffen will, ist er aufgefordert, diese Gesetzeslücke zu schließen.“

Wer hätte es vor einigen Jahren überhaupt für möglich gehalten, dass deutsche Arbeitsagenturen Bordellbetreibern Prostituierte vermitteln? Und wer garantiert, dass nicht so manche verzweifelte arbeitslose Frau durch die Salonfähigkeit der „Sexarbeit“ dazu verleitet wird – oder gar gedrängt – den Schritt in die Prostitution zu tun?

BRD-Regime will Arbeitslose auch als Prostituierte arbeiten lassen (http://www.wno.org/newpages/eco33b.html)

Außerdem gibts diese Schote: Bundesanstalt gibt Zuschüsse für Existenzgründungen in Prostitution (http://www.gmx.net/de/themen/beruf/karriere/existenzgruendung/1347804.html)

MDR, Sendung "exakt": Hartz IV - Prostituierte als Ich-AG (http://www.mdr.de/exakt/2054832.html)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:32:36 So. 26.Februar 2006
Yo,
das Trendmagazin SPIEGEL hat jetzt schon das Thema Praktikum entdeckt.

Und so behandelt man dann das Thema:

Zitat
SPIEGEL ONLINE: Sie bejammern, worüber andere Menschen stolz wären: Sie qualifizieren sich weiter, reisen in verschiedene Städte, lernen ständig neue Menschen kennen.

Zitat
SPIEGEL ONLINE: Gibt es einen Ausweg aus der Misere? In Ihrem Buch wird an einer Stelle vorgeschlagen, eine Revolution anzuzetteln, Arbeitsplätze zu besetzen, sich zu nehmen, was man verdient.

Eine Galeere besetzen um endlich rudern zu dürfen? Hei, wie lustig doch die Peitsche knallt...

Aber ja, die SPIEGEL-Interviewpartnerin ist eine echte Revolutionärin!

Zitat
Das geht natürlich zu weit. Ich denke aber, die Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft müssen sich schleunigst überlegen, welche neuen Formen von Arbeit sie schaffen können, beziehungsweise, wie Arbeit in Zukunft definiert und entlohnt wird.
  Quelle (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,400805,00.html)

Und während die Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft sich überlegen, wie wir alle zukunftsfähig werden, habe ich mich weiter durch die SPIEGEL-Site geklickt und folgendes gefunden:

Zitat
Praktika

Interessierten Studenten und Studentinnen bietet die SPIEGEL-Gruppe bei
a + i art and information, SPIEGEL TV, manager magazin sowie in verschiedenen Verlagsabteilungen und der SPIEGELnet GmbH Praktika an. Die Dauer der Praktika wird nach Absprache festgelegt. Praktika in den SPIEGEL-Ressorts sind Schülern der Henri-Nannen-Schule und der Deutschen Journalistenschule vorbehalten.

Wenn Sie sich initiativ bewerben möchten, schicken Sie uns bitte eine schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen und einem Lichtbild. Geben Sie bitte den Zeitraum und die Abteilung an, in der Sie Ihr Praktikum absolvieren möchten und bewerben Sie sich frühzeitig, das heißt mindestens 6 Monate vor dem gewünschten Zeitraum.

Über unsere aktuellen Vakanzen informieren Sie sich bitte unter Stellenangebote.

Volontariate

Innerhalb der SPIEGEL-Gruppe werden Volontariate  bei  a + i art and information und bei SPIEGEL TV angeboten. Freie Volontariatsstellen entnehmen Sie bitte den aktuellen Stellenangeboten.

Traineeausbildung

In der Dokumentation des SPIEGEL-Verlags werden Traineeausbildungen zum Dokumentationsjournalisten angeboten. Freie Traineestellen entnehmen Sie bitte den aktuellen Stellenangeboten.

Worin sich ein Volontariat vom Praktikum unterscheidet, weiß ich nicht.
Und was ein Trainee ist will ich auch gar nicht wissen!
Titel: generation praktikum
Beitrag von: besorgter bürger am 01:04:23 So. 26.Februar 2006
Zitat
Sie bejammern, worüber andere Menschen stolz wären

na denn, seid stolz drauf!

die lebensläufe der zukunft:

geboren. 1990

schule: 1996 - 2006
abi 2006 - 2009
studium 2010 - 2015 (danach verschuldet)
praktika 2015 - 2020 (zu jung)
selbstständig 2020 - 2025 (danach überschuldet)
zeitarbeit 2025 - 2035 (mindestlohn)
arbeitslos 2035 - 2057 ( zu alt)
sozialrente ab 2057 ( 300,- euro)
tot ab 2060 (keine privatversicherung)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:56:07 Do. 30.März 2006
1. April - Das Datum ist Programm: „Arbeiten ohne Geld – Das kann doch nicht Euer Ernst sein? Der 1. internationale Praktikanten-Aktionstag findet am 1. April u.a. in Berlin, Paris, Brüssel und Wien statt. Gemeinsames Symbol sind weiße Masken, mit denen die Praktikanten gegen ihre rechtlose Situation demonstrieren. Siehe dazu:

http://www.studentsatwork.org/UNIQ114370792526183/doc165464A.html
http://www.fairwork-verein.de/news.php
http://jungle-world.com/seiten/2006/13/7460.php
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 18:58:04 Do. 30.März 2006
Zitat
Aus der Not heraus entwickelt die europäische Jugend, worauf viele so lange gewartet haben: ein gemeinsames Lebensgefühl. Die düsteren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt machen den Jungen Angst. In Paris gehen sie deshalb seit Wochen auf die Straßen, und nach dem nationalen Streik in Frankreich am Dienstag will nun der Rest der europäischen Jugend nachziehen. Für Samstag ist in mehreren Großstädten Europas, unter anderem in Berlin und Brüssel, der »erste europäische Praktikantenstreik« ausgerufen worden. Der Streik findet also ausgerechnet an einem Wochenende statt, wenn die meisten Praktikanten ohnehin nicht arbeiten.

Quelle: http://hermes.zeit.de/pdf/index.php?doc=/2006/14/Titel_2fZukunft_14
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 10:44:13 Sa. 01.April 2006
Interview im DLF:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2006/04/01/dkultur_200604010750.mp3
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kater am 19:19:07 Sa. 01.April 2006
Zitat
Die Generation mit der Maske
In Europa protestieren heute die Praktikanten. Und geben sich damit ein Gesicht
Greta Taubert

Wir wollen diesen Begriff nicht mehr hören. Wir wollen uns nicht mehr damit beschreiben lassen. Eigentlich möchten wir auch gar nicht dazu gehören: zur Generation Praktikum. Denn wir haben uns diesen Zustand nicht selbst ausgesucht. Die Rock'n Roller, die Hippies, die Punks und die Yuppies - sie alle haben zu einer großen Jugendbewegung gehört, der sie sich freiwillig angeschlossen haben. Da ging es um ein Lebensgefühl, um eine Idee oder um Kapital. Schmalztolle und Peace-Zeichen, Legal-Illegal-Scheißegal und Dow-Jones: Mit den Jahrzehnten wechselten die Symbole für Jugendlichkeit, die größtenteils eine Lebenseinstellung beschrieben.

Jetzt gibt es keine generationsverbindenden Zeichen mehr. Weil es keine neuen Jugendlichen mehr gibt. Schon die Generation Golf und die Generation 89 haben an Profillosigkeit gelitten. Und auch wir haben uns in die Schablonen der 68er-Idee vom freien Menschen versucht einzupassen. Die Idee beschreibt den Menschen als Individualisten, der allen Sinn aus sich schöpft und sich selbst verwirklicht. Weil er sich um seine materielle Absicherung keine Sorgen mehr machen muss, kann er sich geistig und schöpferisch ausleben, um die Gesellschaft zu verbessern.

Aber das sind nicht wir. So sehr wir diesem Menschenbild auch entsprechen wollen. Wir können nicht. Und das lässt sich an der Maslow'schen Bedürfnispyramide zeigen. Diese hat fünf Stufen, ganz unten stehen die Grundbedürfnisse wie Essen und Atmen, ganz oben steht die Selbstverwirklichung. Unser Problem beginnt bereits auf Stufe zwei: bei der Sicherheit. Als Generation Praktikum haben wir keine Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz, auf Sozialversicherungen und auch nicht auf eine planbare Zukunft. Deshalb ist es schon schwer genug, Stufe drei - Partnerschaft, Kinder, Freunde - zu erklimmen. Von dem vierten Bedürfnis nach Status, Macht und Anerkennung sind wir als Praktikanten sowieso weit entfernt.

Das bringt uns in eine Zwangslage: Zum einen haben wir als Kinder den Gedanken des Postmaterialismus in Waldorfschulen oder Kinderläden lernen können, zum anderen fehlt uns jetzt als jungen Erwachsenen, die sich vom Geld der Eltern unabhängig machen wollen, die materielle Grundlage zur Selbstverwirklichung. Darum erscheint das Praktikum idealerweise als eine Art Kompromiss zwischen beidem: Ich arbeite, um meine Berufschancen zu verbessern - aber nicht weil ich muss, sondern weil es mir Spaß macht. Diesen Mittelweg können aber nur die beschreiten, die es sich leisten können. Dabei ist das Praktikum schon lange keine Investition in die Zukunft mehr.

Denn die Wirtschaft hat längst erkannt, wie sie sich den Zwiespalt der Jungen zwischen Selbstverwirklichung in der Gegenwart und Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft zu Nutze machen kann. Nur gut ausgebildete Praktikanten dürfen für ein paar Monate kostenlos ihre Dienste anbieten. Sie schnuppern dort nicht, sie schuften. Medienberichte überschlagen sich mit Praktikantenschicksalen, die erst ausgebeutet und dann ausgespuckt werden. Neueste Gemeinheit von Unternehmen ist ein Praktikum, das als Stellenangebot getarnt wird. Absolventen bewerben sich auf den vermeintlichen Job und sollen monatelang in einem unbezahlten Praktikum zeigen, was sie können und wollen - um dann vom nächsten Stellenbewerber abgelöst zu werden. Es stehen ja auch immer wieder qualifizierte Bewerber vor der Tür, die an Berufserfahrung nicht hinter anderen zurückstehen wollen. Insofern handelt die Wirtschaft nur nach ihrem ureigensten Prinzip: Nachfrage und Angebot bestimmen den Markt. Das bedeutet im Praktikantenfall, dass immer mehr Akademiker und Ausgebildete mit Abschluss sich um Praktikantenplätze mit niedrigstem Gegenwert einlassen - und damit die Spirale weiter antreiben.

Während wir uns mit beiden Händen an der gesellschaftlichen Idee der Selbstverwirklichung festhalten, zieht uns die wirtschaftliche Realität auf den Boden. Eine ungemütliche Haltung, in der man eigentlich nur noch "Protest" schreien kann. Wenn man es kann. Wir haben bereits in der Debatte um Studiengebühren unter zwei Protestbehinderungen gelitten: Vernunft und Angst. Schule, Erziehung, Studium haben uns zu vernünftigem, abgeklärtem, kompromissbereitem, ideologielosem Humankapital gemacht. Konsens, so haben wir es gelernt und geglaubt, ist die einzig richtige Lösung eines Problems. Und Diskussionen müssen immer konstruktiv geführt werden.

Für eine Revolution, in der es um gesellschaftliche Ideen ginge, sind wir zu vernünftig. Und für eine Demonstration, in der es um die eigene Zukunft geht, sind die meisten zu ängstlich. Nach der Shell-Jugendstudie 2002 sind nur ein Viertel der Jugendlichen pragmatische Idealisten, die mit Kämpferrhetorik eine "Humanisierung der Gesellschaft" fordern. Der große Rest denkt vor allem an die eigenen Belange. Die Individualisierung hat uns nicht befreit, sondern in uns selbst eingesperrt. Fast biedermeierisch ziehen wir uns in unsere eigene Welt aus Arbeit und Partnerschaft zurück. "Überraschend traditionell" lautet deshalb auch das Ergebnis einer Studie des Hochschulinformationssystems, die im vergangenen Jahr studentische Lebensentwürfe untersuchte. Daraufhin glaubten Neon, Stern, taz und FAZ die neuen Konservativen ausgemacht zu haben. Dabei fühlen wir uns in der Rolle der Bewahrer ja auch gar nicht so wohl. Aber für eine krawallige Revolte geht es uns zu gut - und zu schlecht. Der Ethnologe Wilhelm Emil Mühlmann erklärt das so: "Nur unter den seltenen Bedingungen einer stabilen Existenzgesichertheit können spezifisch jugendliche Eigenschaften wie Sorglosigkeit, Übermut, Spielfreude, aber auch Disposition zur Revolte gedeihen."

Die Angst vorm großen Krach zeigt sich auch an der ersten Protestaktion der Generation Praktikum. Am heutigen Sonnabend soll in Brüssel, Paris und Berlin der erste Praktikanten-Aktionstag stattfinden. Der Verein Fairwork, die französische Génération Précaire und die DGB-Jugend wollen zwar auf die "prekären Beschäftigungsverhältnisse" aufmerksam machen. Aber demonstrieren wollen sie nicht. Es soll eine "Performance" sein mit weißen Masken - um die Gesichtslosigkeit von ständig wechselnden Praktikanten zu versinnbildlichen, vor allem aber um "anonym zu bleiben, was den Betroffenen wichtig ist", wie es im Aktionsaufruf heißt. Die Zerrissenheit zwischen Hoffnung und Zweifel, zwischen den Werten der 68er und dem modernen Arbeitsmarkt verbergen wir. Das ist es also, das Symbol der Generation Praktikum: eine weiße gesichtslose Maske.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/539168.html
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kater am 14:32:36 Di. 02.Mai 2006
Zitat
Billig und willig
In vielen Unternehmen werden volle Stellen durch Praktikanten ersetzt. Das ist nicht rechtens

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/serie_recht/546928.html

Zitat
Die Gerichte sprechen von Ausbeutung
Vor einem Monat demonstrierten Praktikanten in Berlin und forderten lautstark ihre Rechte. Wir fragten Christian Regnery, Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Arbeits- und Medienrecht, was einem Praktikanten, der genauso viel arbeitet, wie seine fest angestellten Kollegen, zusteht.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/serie_recht/546927.html?2006-05-02

Zitat
Hospitanten haben keinen Anspruch auf Lohn
Wenn das Lernen im Vordergrund steht
Von jes.

Es gibt sie noch, die klassischen Praktika, bei denen tatsächlich das Lernen im Vordergrund steht. Hospitanten nennt man die jungen Leute auch, die sich das Unternehmen für einige Zeit von Innen ansehen. Der Praktikant, so die Definition der Arbeitsgerichte, schaut und hört zu, läuft mit, probiert auch mal selbst etwas aus, ist aber nicht in die tägliche Arbeitsplanung des Betriebes eingebunden. Das heißt, der Praktikant ist für den Arbeitgeber eher eine Belastung als eine Hilfe. Daher hat er auch nicht die gleichen Rechte wie ein Arbeitnehmer.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/serie_recht/546929.html?2006-05-02

Zitat
SCHEINPRAKTIKUM
Was ist ein Scheinpraktikum?

Nicht alles, was der Arbeitgeber Praktikum nennt, ist laut Arbeitsrecht tatsächlich eins. Wenn nicht der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen, sondern die Erbringung von Arbeitsleistung im Vordergrund steht, handelt es sich nicht um ein Praktikum, sondern um ein Arbeitsverhältnis, das angemessen entlohnt werden muss. Das Unternehmen macht sich ansonsten des "Lohnwuchers" schuldig (§138 II BGB). Das kann auch für freiwillige Praktika während des Studiums gelten. Wichtig: Berufsanfänger in der Anlernphase sind rechtlich keine Praktikanten - auch wenn sie sich erst in den Beruf einarbeiten müssen.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/serie_recht/546930.html?2006-05-02
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 09:07:27 Di. 16.Mai 2006
unserer aktueller "Sklavenmarkt" hier wieder 2 Beispiele

13.05.2006  
Berufsgruppe:  Praktikant (m/w),
Branche:  Tourismus/Gastronomie,
Position:  Praktikant
Region:  Wiesbaden (Stadt)
Einsatzort:  Wiesbaden

SIR ist eine der führende Hotelmarketing- & Reiseveranstalter-Agenturen. Wir suchen ab Februar 2006  für ca. 6 Monate ...


oder das hier:



Berufsgruppe:  Praktikant (m/w)  
Position:  Praktikant  
Region:  Frankfurt  
Einsatzort:  Nied

Praktikant(in) für Bürotätigkeiten ab sofort für mind. 4 Monate in unserer Frankfurter ...

nochwas zum sprachlichen "EINSATZORT" klingt doch irdwie nach Krieg
dazu befragte ich das Wörterbuch:


einsatz-, Einsatz-: -bereit /Adj./   1. bereit, sich einzusetzen: eine e. Schülerin; er hat sich immer e. gezeigt; die Fahrer leisteten e. ihren schweren Dienst   2. bereit zum Gebrauch: trotz der großen Hitze waren die Instrumente immer e.   3. Mil. bereit zum Gefecht: die Truppe e. halten; -bereitschaft, die /entsprechend den Bedeutungen 1 u. 3 von -bereit/; -dienst, der Organisation, Gruppe für einen besonderen Einsatz: ein E. für Katastrophen-, Krankheitsfälle; -fähig /Adj./ vgl. -bereit 2: die Lastkraftwagen mußten schnellstens wieder e. gemacht werden; -fertig /Adj./ vgl. -bereit 2: e. Bauteile; -gefäß, das Gefäß, das in ein anderes eingesetzt wird; -glas, das vgl. -gefäß; -kommando, das Kommando für einen besonderen Einsatz: ein technisches E.; -leiter, der Neupräg. Leiter eines Einsatzkommandos: der E. eines Polizeikommandos, einer Aufbautruppe, der Kriminalpolizei; -ort, der Ort, wo jmd., etw. eingesetzt wird: der E. ist noch nicht bekannt; -summe, die die in einem Spiel, einer Wette eingesetzte Summe:
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Carsten König am 17:29:09 Do. 18.Mai 2006
Nichts zu verdienen:

Zitat
Wenn Praktikanten Glück haben, verdienen sie 800 Euro im Monat, marktüblich sind 300 bis 500 Euro, und manchmal - wie oft in der Medienbranche - springt gar nichts heraus.

Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,409986,00.html
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:57:25 Fr. 16.Juni 2006
Frauenhandel à la Fifa: Mit den schönsten Versprechungen auf's Feld gelockt und dann am Einlassgatter versauern. Wer bei der WM als Volunteer arbeitet, ist selbst Schuld.

http://www.stern.de/sport-motor/wm2006/tagebuch/:Bellstedt-Teil-7-Bekenntnisse-Fifa-Sklavin/563341.html
Titel: generation praktikum
Beitrag von: MarionK am 22:46:44 Di. 27.Juni 2006
Was ähnliches wurde mir auch angeboten.
Habe ich dankend abgelehnt...
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 07:55:36 Mi. 28.Juni 2006
Man staunt immer wieder über die Wortschöpfungsakrobaten in den Medien. Daß sie aller nasenlang mal die Landes- und Hauptstadtbezeichnung ummodeln, daran hat man sich abgefunden. Aber jetzt vergreifen sie sich an Berufsbezeichnungen und machen aus Volontär/in ein/e Volunteer/in.

Volunteer/in - Was soll das für eine Sprache sein?

Volontär in der Sprache Afrikaans (Kapholländisch bzw. Kolonial-Holländisch) aus Südafrika oder in Niederländisch oder in der Sprache der Khoi oder Khoi Khoi, so wie die Buren die Khoi rassistisch als Hottentotten (Stotterer) bezeichneten?

Französisch kanns nicht sein, dann hieße es volontaire und in Latein voluntarius.

Man sollte dem Wortschöpfer eine 10jährig gültige Sechs ausstellen und wieder in eine bundesdeutsche Zwergschule lebenslänglich inhaftieren, wo noch der Rohrstock des Lehrers im Unterricht Regie führt. Im Schülerjargon hieß der Rohrstock scherzhaft "der gelbe Onkel".

Zwergschule

Eine Zwergschule ist eine kleine Schule, meistens eine Dorfschule, in der alle Klassenstufen in einem Raum von einer Lehrkraft unterrichtet werden. In Deutschland sind die Zwergschulen in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts weitgehend abgeschafft worden. Heute gibt es z. B. auf der nordfriesischen Hallig Nordstrandischmoor noch eine Zwergschule.

(http://www.spiegel.de/img/0,1020,372956,00.jpg) (http://www.thomaskastura.de/boox/rohrstock.jpg)

Taschenbuch - 414 Seiten
München: Goldmann Verlag 2001. 8,45 €
ISBN: 3442076951
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 11:30:21 Mi. 28.Juni 2006
von JK
Zitat
Volunteer/in - Was soll das für eine Sprache sein?

Englisch

Freiwillige,sich freiwillig melden,freiwillig anbieten
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Magnus am 11:37:47 Mi. 28.Juni 2006
Zitat
Original von joachimkuehnel
...
Man sollte dem Wortschöpfer eine 10jährig gültige Sechs ausstellen und wieder in eine bundesdeutsche Zwergschule lebenslänglich inhaftieren,...

Ein Volunteer (http://de.wikipedia.org/wiki/Volunteer) ist was anderes als ein Volontär (http://de.wikipedia.org/wiki/Volont%C3%A4r)


Eintragungen bei Google:

Volontär  482.000
Ehrenamtlicher Helfer  667.000
Volunteer  530.000.000

Da die FIFA ehrenamtliche Helfer aus der ganzen Welt sucht ist es vielleicht besser doch besser, den international bekannteren Begriff zu verwenden.

Den kann man natürlich nicht wissen, wenn man 40 Jahre eingesperrt war und die letzten 16,5 Jahre nichts dazugelernt hat. ;)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 20:07:27 Di. 22.August 2006
(http://www.jungewelt.de/serveImage.php?id=2321&ext=.jpg)

Italien: Prekäre Arbeitsverhältnisse unter Berlusconi und Sozialdemokrat d’Alema ausgeweitet.

http://www.jungewelt.de/2006/08-15/003.php
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 20:08:06 Di. 22.August 2006
Italien: Prekäre Arbeitsverhältnisse unter Berlusconi und Sozialdemokrat d’Alema ausgeweitet.

http://www.jungewelt.de/2006/08-15/003.php
Titel: generation praktikum
Beitrag von: uwenutz am 12:47:35 Fr. 25.August 2006
Unabhängig des etymologisch gesehenen Anglizismus`,

ob Volunteer oder Volentär, hier wird ein eigentlich öffentliches
Ehrenamt zu einer prekären Arbeitstätigkeit. Die trennscharfen
Unterschiede im Sinnzusammenhang verschwimmen oder werden
gar nicht mehr wahrgenommen um Dienstleistung billigst anbieten
zu können. Es bedarf der Propaganda, des ausgefeilten Marketings
um den Dienstleistungssklaven zu suggerieren an etwas Größerem
kollektiv teilzuhaben. Wenn dem so wäre, dürfte daß „große Geld“
jener Weltmeisterschaft von unterbewertetem Kalkül sein, - dabei
sein ist alles-, aber weit gefehlt, hier ging es mehr denn je nur um
letzteres. Die beiden sehr wohl differenten Begriffe haben einen
gemeinsamen Faktor, die der Freiwilligkeit und Bereitwilligkeit zum
Engagement, der meines Erachtens wohlfeil psychologisch
(aus)genutzt wurde und weiterhin wird, nur so ist deren Dafürhalten
zu verstehen, nicht umsonst werden mit Slogans:
„Kontakte knüpfen“; „sehe es als Chance “, Vakanz zu einer angebot-
und nachfragegleichen Jobofferte ohne Entgelt erfolgreich umgesetzt.
Frage meinerseits, wo ist das ehrenamtliche Engagement führender
FIFA-Aspiranten zu finden?
Nicht umsonst, gleich dem italienischen Lehenswort Precari oder
noch besser "Estate Precaria", ist hier die neue Schöne Welt
treffend erläutert, wohl dem der das begreift.

Vielleicht ist ein Sklave nur dann ein Sklave, wenn er sich als
Sklave begreift.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 15:59:47 Fr. 25.August 2006
Betrachtet man sich so manche Ehrenmänner und -frauen in Stiftungsräten, in Vereinigungen und Vereinen der High Society, so hat daß bei aufgehaltenen Händen und Geldbeutel und gezahlten Aufwandsentschädigungen, Unkostenbeiträgen etc. eher was mit Ehrenrühriges zu tun.

Die FIFA ist dabei ein besonderes Kapitel, welches bereits schon in den Bereich der Kriminalität hineingreift.

Deutsche Welle: Schily - Blattner und das Bundesverdienstkreuz - FIFA-Ermittlungen statt Bundesverdienstkreuz - warum sich der FIFA-Chef Blatter den Orden noch nicht umhängen kann (http://www.deutsche-welle.de/dw/article/0,2144,2056493,00.html)

"Weit über zweihunderttausend Mal wurde er verliehen - der Bundesverdienstorden. "Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt." Der ehemalige Innenminister Schily wollte auch FIFA-Chef Joseph S. Blatter in den Kreis der Ausgezeichneten aufnehmen. Blatter sollte den Verdienstorden bekommen, weil er sich für die WM in Deutschland aussprach Doch in der Schweiz laufen Ermittlungen gegen die FIFA, auch Blatter steht angeblich unter Verdacht. Da regt sich politischer Widerstand, ihm noch während der WM den Orden zu verleihen."

Handelsblatt: Ermittlungen in der Schweiz - Streit um Bundesverdienstkreuz für Fifa-Chef Blatter (http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=300930&_t=ft&_b=1089277)

"Fifa-Präsident Joseph S. Blatter soll im September nach Informationen des Handelsblattes das Bundesverdienstkreuz erhalten. Allerdings gibt es Streit darum, ob die Ehrung angemessen ist.

HANDELSBLATT. Das erfuhr das Handelsblatt aus Diplomatenkreisen und aus dem Umfeld des Bundesinnenministeriums. Allerdings sind Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble inzwischen Zweifel gekommen, ob die Verleihung, die noch vor dem Regierungswechsel durch seinen Vorgänger Otto Schily in die Wege geleitet wurde, angemessen ist.

Auch in Diplomatenkreisen ist Kritik laut geworden, erfuhr das Handelsblatt. Eine deutsche Gesandtschaft in der Schweiz weigerte sich zunächst, eine Laudatio auf Blatter zu schreiben. Erst nach gehörigem Druck aus Berlin beugte sie sich.

Hintergrund der Bedenken ist eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung im Schweizer Kanton Zug. Es geht um „untreue Geschäftsbesorgungen zum Nachteil der Fifa“. Die Ermittler gehen der Frage nach, ob der inzwischen Bankrott gegangene TV-Rechtevermarkter ISL Fifa-Funktionäre bestach, um die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 zu erhalten."

Netzzeitung: Blatter mit Verdienstkreuz ausgezeichnet (http://www.netzeitung.de/sport/wm2006/419695.html)

Fifa-Präsident Joseph Blatter ist von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung war aufgrund von Ermittlungen gegen den Schweizer strittig.

Die Fußballweltmeisterschaft 2006 hat nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bislang alle Erwartungen erfüllt und «zum Teil noch übertroffen. Deutschland hat das Motto der WM 'Die Welt zu Gast bei Freunden' mit Leben erfüllt», sagte die Kanzlerin am Freitag bei einem Empfang für die Fifa in Berlin. Dem Präsidenten des Fußball-Weltverbandes, Joseph Blatter, übergab Merkel zwei Tage vor dem WM-Finale im Auftrag von Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz. Der Schweizer zeigte sich «gerührt». Mit der Auszeichnung werde das gesamte Fifa-Team geehrt.

Ermittlungen in der Schweiz

Merkel wünschte den beiden Endspielteilnehmern - Frankreich und Italien - viel Glück bei letzten WM-Partie in Deutschland. Die Teams beider Länder hätten Können und Nervenstärke bewiesen. Allerdings habe sich auch die deutsche Mannschaft «hervorragend» präsentiert. «Zu den besten vier auf der Welt zu gehören - das kann sich sehen lassen. Das ganze Land steht hinter unserem Team.» Bundestrainer Jürgen Klinsmann bescheinigte die Kanzlerin eine «phantastische Arbeit». Merkel empfahl der Fifa zugleich Deutschland als Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM 2011.
Blatter sprach von einer großartigen Fußball-WM und betonte: «Das Verdienst dafür gehört Deutschland.» Das Bundesverdienstkreuz habe er mit Emotionen und Stolz entgegen genommen. Das Bundespräsidialamt hatte die Verleihung bis vor kurzem geprüft. Gegen die Auszeichnung für den Fifa-Präsidenten waren in Deutschland auch kritische Stimmen laut geworden. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Schweizer Kanton Zug, die dem Vorwurf auf «untreue Geschäftsbesorgungen zum Nachteil der Fifa» nachgeht.

Merkel hob bei dem von heftigen Sommer-Gewittern begleiteten Empfang im Bundeskanzleramt auch die Leistungen des Präsidenten des WM-Organisations-Komitees, Franz Beckenbauer, hervor. Seinem Einsatz sei es zu verdanken, dass die WM 2006 überhaupt in Deutschland statt gefunden habe. Beckenbauer habe die WM an entscheidenden Stellen geprägt. (nz)"

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Ein richtiges Ehrenamt übt man freiwillig und völlig unentgeltlich in jeder Beziehung aus. Nur kann das nicht der Maßstab für jobsuchende Arbeitslose sein, die für sich und ihrer Familie den Lebensunterhalt aufrechterhalten müssen. Da sind Empfehlungen von Arbeitsberatern/-vermittlern/Fallmanagern in diese Richtung wohl eher dicker Zynismus und Gehässigkeit.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 17:39:49 Sa. 03.Februar 2007
Pressedienst 7/2006 der Linkspartei.PDS Sachsen vom 2. Februar 2007

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei gebe ich Ihnen eine Presserklärung der Jungen Linken.PDS Sachsen zur Kenntnis.

Freundliche Grüße
Rico Schubert

Nagel zur „Generation Praktikum“

„Die Begriffe „Prekariat“ und „Generation Praktikum“ sind im vergangenen Jahr in den Alltagswortschatz eingegangen – und sollen die Tendenz der zunehmenden sozial ungesicherten Lebensverhältnisses weiter Teile der Bevölkerung illustrieren. Nicht nur Erwerbslose jeden Alters und erfolglos nach einer Ausbildung Suchende sind davon betroffen, auch Erwerbstätige sind mit der Realität der prekären Lebenssituation konfrontiert. 14 % der Erwerbstätigen, das sind 5,4 Millionen Menschen in Deutschland, müssen sich als Leih- und Zeitarbeiter oder in befristeten, unterbezahlten Arbeitsverhältnissen durchschlagen“, erklärt Juliane Nagel, jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei.PDS Sachsen zu der Anfang Februar veröffentlichten Studie „Generation Praktikum“ der DGB-Jugend.

Die am 1.2.07 veröffentlichte Studie der DGB-Jugend zu „Prekären Beschäftigungsformen von Hochschulabsolventinnen und –absolventen“ nimmt die Situation der „qualifizierten „Leistungsträger“ in den Fokus. Danach absolvieren 37 Prozent der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Praktikum - die Hälfte der Praktika ist unbezahlt und trotzdem fest in die Unternehmensarbeit eingeplant.

„Eine Gesellschaft, die einen wachsenden Teil ihrer Mitglieder ausstößt, zur (fast) unentgeltlichen Beschäftigung in den so genannten 1-Euro-Jobs oder Praktika zwingt, die permanente Qualifizierung und rastlosen, flexiblen Einsatz der Arbeitskraft zu unsicheren Bedingungen fordert ist nicht zukunftsfähig. Eine solche Gesellschaft macht krank!“, sagte Nagel.

Die Junge Linke.PDS Sachsen nimmt die Veröffentlichung der Studie der DGB-Jugend zum Anlass, wiederholt der Forderung nach einem bedingungslosen, garantierten Grundeinkommen Ausdruck zu verleihen und fordert entsprechend der von der DGB-Jugend definierten angemessenen Bedingungen zur Absolvierung von Praktika eine gesetzliche Regelung:

Praktika müssen klar von Normal-Arbeitsverhältnissen abgegrenzt, zeitlich befristet und angemessen vergütet, beispielsweise entsprechend tariflich vereinbarter Löhne, werden.

Link zur Studie:
http://www.studentsatwork.org/UNIQ117041310425266/doc1317506A.html


Die Linkspartei.PDS Landesverband Sachsen
dieWahlFabrik
Rico Schubert
Großenhainer Straße 101
01127 Dresden
T 0351 - 85 32 725
M 0170 - 56 24 837
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:00:43 Fr. 23.März 2007
Nach einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist das bundesweit verbreitete Praktikum kein geeignetes Instrument für den Einstieg in den Beruf. Von 12,7 Millionen Neueinstellungen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Jahren 2004 und 2005 entfielen ganze 2,3% auf Praktikanten.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Jaybird am 10:17:03 Sa. 24.März 2007
Wobei - auch hier nochmal der Zeitartikel (Abschrift).

Deckt sich teilweise mit meinen Beobachtungen.

klick (http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/2006/50/Erben.pdf)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Troll am 09:52:01 Di. 27.März 2007
Zitat
"Gesetze können Missbräuche bei Praktikantenverhältnissen nicht verhindern"
Petitionsausschuss/
Berlin: (hib/MIK) Auch durch neue Gesetze können Missbräuche bei Praktikantenverhältnissen nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesregierung denkt aber über rechtliche Klarstellungen in diesem Bereich nach. Dazu soll zunächst aber statistisches Material ausgewertet werden, das im April vorliegt. Dies machten die Vertreter der Bundesregierung am Montag bei der öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses deutlich, bei der es um zwei Eingaben zur Situation von Praktikanten ging. In der ersten Petition forderte Desiree Grebel, Praktika von Hochschulabsolventen in ein reguläres Arbeitsverhältnis umzuwandeln, wenn sie länger als drei Monate dauern und dem Berufsbild des Hochschulabsolventen entsprechen. In der zweiten Petition fordert der DGB-Bundesvorstand, dass Praktika und ähnliche Lernverhältnisse per Gesetz eindeutig von Arbeitsverhältnissen abgegrenzt werden müssen, damit sie keine regulären Stellen ersetzen. Praktika müssten auf drei Monate begrenzt und mit mindestens mit 300 Euro pro Monat vergütet werden. Beide Petitionen wurden von mehr als 108.000 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Die Vertreter der Bundesregierung erläuterten, dass es drei Gruppen von Praktikanten gebe. Bei der ersten Gruppe handele es sich um Rechtsverhältnisse, bei denen nicht die Arbeitsleistung, sondern der Lernzweck im Vordergrund stehe. Dies gelte auch für Hochschulabsolventen, die außerhalb der Ausbildung neue Erkenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen sammeln wollten. Bei der zweiten Gruppe gehe es darum, das Berufsleben kennenzulernen. Hier seien keine gesetzlichen Vergütungen vorgesehen. Nach Ansicht der Regierung gibt es bei diesen beiden Gruppen von Praktikantenverhältnissen keine Probleme. Anders sehe dies bei der dritten Gruppe aus, die in den Petitionen angesprochen würden. Hierbei wird formell ein unentgeltliches Praktikum vereinbart, tatsächlich werde jedoch echte Arbeitsleistung erbracht. Allerdings seien auch diese "Praktikanten" nicht ohne gesetzlichen Schutz. So stehe ihnen oft ein Vergütungsanspruch zu, der sich auch einklagen lasse. Die Vertreter der Regierung machten wie die meisten Abgeordneten deutlich, dass sie eine Begrenzung der Praktika auf drei Monate für nicht sinnvoll hielten. Dies gelte auch für eine gesetzliche Mindestvergütung von 300 Euro. Dadurch könnten die Praktikanten davon abgehalten werden, ihren Anspruch auf eine wesentlich höhere Vergütung einklagen. Die Abgeordneten des Petitionsausschusses wollen in einer der kommenden Sitzungen abschließend über die Eingaben entscheiden.

Quelle: hib-Meldung 26.03.07 (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_080/01.html)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kater am 21:08:43 Di. 27.März 2007
Zitat
Petition: Drei Monate Praktikum - dann Job

Opposition und 60.000 Petenten fordern mehr gesetzlichen Schutz für ausgebeutete Praktikanten. Arbeits- und Bildungsministerium wollen erst mal den Aufschwung abwarten - auch bei der Regierung arbeiten Praktikanten für lau

BERLIN taz  Im Petitionsausschuss des Bundestags geht es gesittet zu. So gesittet, dass man meinen könnte, die Probleme der Berufseinsteiger seien nur geträumt. Dagegen aber spricht der Anlass der Anhörung: Über 60.000 BürgerInnen haben eine Petition beim Bundestag unterschrieben, die den Gesetzgeber auffordert: Begrenzt Praktika auf drei Monate, sorgt für eine Vergütung von mindestens 300 Euro pro Monat und definiert den Begriff Praktikum strenger. Verhindert Missbrauch!

Die Ausschussvorsitzende erteilt das Wort: Bitte, Herr Rudolf, schildern Sie das Problem. Und Herr Rudolf von der DGB-Jugend schildert und schildert. Als da wären: junge Hochschulabsolventen, die nur Praktikastellen finden. Eine nach der anderen. Unter- oder gar nicht bezahlt. Tendenz in den letzten Jahren steigend. Mehrheitlich Geistes- und Sozialwissenschaftler, aber auch viele Wirtschafts- und Naturwissenschaftler plagen sich beim Berufseinstieg ab und schuften ohne Sozialversicherung und Zukunftsaussicht.

Bettina König von Fairwork, einem Verein, der für die Rechte von Praktikanten kämpft, steuert einige deftige Beispiele bei. Da ist das Übersetzungsbüro, das Muttersprachler als unbezahlte Praktikanten zu Hause arbeiten lassen will. Da ist der Praktikant, der sich für eine Abfallfirma 60 Stunden die Woche abrackert. Über 20 Mails, die solche Arbeitsverhältnisse schildern, bekommt Fairwork pro Woche. Ihre Schlussfolgerung: "Berufsanfänger müssen durch die Gesetzgeber geschützt werden, weil ihre Position so schwach ist."

Staatssekretär Rudolf Anzinger vom Arbeitsministerium ist sich dagegen nicht so sicher, ob es wirklich ein größeres Problem gibt. Er teilt die Praktikanten in drei Gruppen ein: Schnupperpraktikanten, Lernpraktikanten - und dann die Missbrauchsfälle, in denen Praktika Arbeitsverhältnisse verdecken. Aber: Bis die Ergebnisse der Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vorliegen, will er sich nicht festlegen. Und Staatssekretär Andreas Storm vom Bildungsministerium verweist auf die Konjunktur: Der Arbeitsmarkt für Akademiker ziehe gerade wieder an.

Gegen die Konjunkturabhängigkeit des Problems spricht allerdings nicht zuletzt die kürzlich erschienene Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur. Das IAB hat herausgefunden, dass gerade einmal 2,3 Prozent aller Stellen an Praktikanten vergeben werden. In großen Betrieben sind es sogar noch weniger.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring meint daher, dass Aufklärungsmaßnahmen und Gütesiegel, wie sie das Arbeitsministerium fordert und umsetzt, nicht ausreichen. Damit sich auch die freie Wildbahn der Bundestag-Sittlichkeit annähert, fordert er vom Arbeitsministerium einen Zeitplan für eine rechtliche Regelung. Und bitte, Herr Müntefering, fragt er: Wie vereinbaren Sie eigentlich Ihr Gütesiegel-Engagement damit, dass auch in Bundesministerien Praktikanten für nichts schuften? ANNEGRET NILL

http://www.taz.de/pt/2007/03/27/a0108.1/text
Titel: generation praktikum
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:26:36 Mi. 28.November 2007
Junge Beschäftigte besonders häufig von prekärer Arbeit betroffen  (http://www.dgb.de/presse/pressemeldungen/pmdb/pressemeldung_single?pmid=3100)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 08:57:46 Mo. 03.Dezember 2007
Früher stellte ein berufsvorbereitendes Praktikum eine echte Karriere-Chance dar. Praktikanten konnten wichtige Erfahrungen für ihre spätere Ausbildung oder den angestrebten Beruf sammeln und wurden bei guter Leistung meist von dem Praktikumsbetrieb übernommen. Heute jedoch werden viele Praktikanten nicht selten als willige, aber unbezahlte Arbeitskräfte ausgenutzt.

Selbst nach einem erfolgreichen Praktikumsende gehen die Praktikanten gänzlich leer aus. Sie erhalten weder den erhofften Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag, noch den gerechten Lohn für die geleistete Arbeit. Die in dem Unternehmen frei gewordene Stelle wird indessen von einem neuen und für den „Arbeitgeber“ wiederum kostenfreien Praktikanten besetzt.

„So geht es nicht!“ urteilte das Arbeitsgericht Bielefeld (Urteil v. 22.11.2006 - 3 Ca 2033/06). In der Entscheidung betonten die Richter, dass auch Praktikanten einen Arbeitslohn gemäß § 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) beanspruchen können. Schließlich sei das Berufsbildungsgesetz für alle Personen anwendbar, die eingestellt werden, um berufliche Fertigkeiten, Fähigkeiten oder Erfahrungen zu erwerben. Das seien nicht nur Auszubildende im herkömmlichen Sinne, sondern eben auch Praktikanten. Nach den Vorschriften des BBiG müssen alle Arbeitgeber ihren Auszubildenden - und in entsprechender Anwendung auch ihren Praktikanten - eine jeweils angemessene Vergütung gewähren. Dieser gesetzliche Lohnanspruch kann nach § 25 BBiG auch nicht vertraglich ausgeschlossen werden. Eine solche Vereinbarung wäre nichtig.

Wurde keine Vergütung vereinbart, schuldet der Arbeitgeber eine im Einzelfall angemessene Vergütung. In dem konkreten Rechtsstreit hielt das Gericht eine Vergütung für eine ungelernte Kraft in Höhe von 3,75 Euro pro Stunde angemessen. Bei besser qualifizierten Tätigkeiten kann der Vergütungsspruch auch deutlich höher liegen.

Quelle (http://www.logistra-net.de/rechtspraxis.php)

Zitat
Unser Tipp für alle Praktikanten lautet daher: Sie sollten spätestens unmittelbar nach Beendigung des unbezahlten Praktikums von Ihrem Arbeitgeber den gerechten Lohn für Ihre Arbeitsleistung einfordern. Ihr Praktikum mag vergeblich, aber auf jeden Fall nicht umsonst erfolgt sein. Verweisen Sie hierbei auf die genannte Vorschrift des Berufsbildungsgesetzes. Das Gesetz gibt Ihnen Recht! Link (http://www.123recht.net/„Generation-Praktikum“-aufgepasst-Kein-Praktikum-zu-Nulltarif!__a25803.html)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 10:24:26 Mi. 19.März 2008
Zitat
Die Interessenvertretung für Hochschulabsolventen "fairwork" vergibt den "Preis" für die größte Abzocke des Jahres an das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin. Das Museum hatte einer 29-jährigen Uni-Absolventin ein Praktikum zu fragwürdigen Bedingungen angeboten.

  Vertraglich forderte das Museum ein unentgeltliches sechsmonatiges Praktikum, ohne Urlaubsanspruch und Aussicht auf eine spätere Anstellung. Zusätzlich sollte die Absolventin alle Rechte an ihren Arbeiten in dieser Zeit ans DHM abtreten und kein Recht auf Krankengeld sowie Unfallfürsorge erhalten.

 Solche Fälle von "sittenwidrigen Scheinpraktika" sind keine Seltenheit, bestätigt Anwalt Christian Regnery. Steht das "Interesse des Arbeitgebers an der Arbeitsleistung des Praktikanten im Vordergrund" ist juristisch von einem normalen Arbeitsverhältnis auszugehen und Lohn entsprechend zu zahlen.

Link "Generation Scheinpraktikum" (http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~E06960EDD0A1A484A9B97D523CFC88E9E~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
Titel: generation praktikum
Beitrag von: Kater am 16:31:41 Do. 20.März 2008
Zitat
Bundesministerien geizen bei Praktikantengehältern

Hamburg (AFP) - Während Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) der Wirtschaft vorschreiben möchte, Praktikanten mit abgeschlossener Berufsausbildung künftig "angemessen" zu bezahlen, geht er offenbar selbst mit schlechtem Beispiel voran. "Bitte beachten Sie, dass Praktika nicht vergütet werden", heißt es laut "Spiegel" in einer Richtlinie seines Ministeriums. Scholz zeige sich damit ebenso geizig wie die meisten seiner Kollegen. Lediglich Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sei bereit, eine Aufwandsentschädigung zu bezahlen. Bei ihr erhielten Praktikanten 100 Euro brutto im Monat.

Hart seien die Bedingungen bei Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin weiter. "Es können keinerlei Kosten für Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung und Ähnliches übernommen werden", heiße es im Verkehrsministerium. Anspruch auf Urlaub bestehe nicht, auch wenn sich eine Hospitanz im Wirtschaftsministerium über acht Monate hinziehen könne.

Scholz hatte am Dienstag eine gesetzliche "Klarstellung" im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) angekündigt, um eine angemessene Vergütung von Praktika zu erreichen. Ein Mindestentgelt oder eine Höchstdauer für eine Beschäftigung als Praktikant seien aber nicht vorgesehen. Scholz äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung einer vom Arbeitsministerium in Auftrag gegebenen Studie, die auf eine häufig fehlende oder unzureichende Vergütung von Praktika hinweist.

http://de.news.yahoo.com/afp/20080320/tde-d-arbeit-soziales-a4484c6.html
Titel: generation praktikum
Beitrag von: regenwurm am 18:40:58 Mi. 18.Juni 2008
SPIEGEL berichtet:

Ausgebeutet, geklagt, gewonnen: Für einen Stundenlohn von 2,46 Euro brutto rackerte eine Praktikantin sechs Monate lang bei einer Agentur. Dann verklagte sie das Unternehmen - und bekam Recht. Ausbeutung durch "Wucherlohn" sei sittenwidrig, entschied ein Arbeitsgericht.

>Link (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,559676,00.html)

PRAKTIKUMSHORROR? PRAKTIKUMSTRAUM?

 Arbeit von frühmorgens bis spät in die Nacht, am Ende des Monats landet höchstens ein Taschengeld auf dem Konto - manche Praktikanten fühlen sich systematisch ausgenutzt. Ihre Erfahrungen sind gefragt: Waren Sie monatelang "Mädchen für alles" und wurden mies bezahlt? Oder war Ihr Praktikum großartig und hat Ihnen die Tür zum Traumjob geöffnet? Schicken Sie uns eine E-Mail.
Titel: generation praktikum
Beitrag von: BakuRock am 19:41:35 Mi. 18.Juni 2008
Zitat
....... Schicken Sie uns eine E-Mail. ........

Oder schaut euch mal diese Kampagne der Freien ArbeiterInnen Union Berlin an:

keine-arbeit-ohne-lohn.de (http://www.keine-arbeit-ohne-lohn.de)
Titel: Re: generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 11:42:17 Mi. 17.Dezember 2008
Mehr Rechte für Praktikanten
Wider die Ausbeutung

Es ist die wohl größte Petition in der Geschichte des Bundestages: Über 100.000 Menschen fordern, Praktikanten gesetzlich besser zu schützen.


Von Thomas Öchsner

Es ist die wohl größte Petition, die es jemals in der Geschichte des Bundestages gab: Etwa 108.000 Bürger haben mit ihrer Unterschrift die Forderung unterstützt, die Rechte von Praktikanten zu verbessern. An diesem Mittwoch diskutiert der Petitionsausschuss erneut darüber, doch ob dabei viel herauskommt, ist fraglich. Das Bundesbildungsministerium von Annette Schavan (CDU) und das von Olaf Scholz (SPD) geführte Bundesarbeitsministerium streiten derzeit über die Frage, wie schutzbedürftig Praktikanten sind.

DGB fordert Praktika zeitlich zu begrenzen

Die Gewerkschaften verlangen, dass die Bundesregierung eingreift. DGB-Jugendsekretär René Rudolf verweist auf eine Studie des Bundesarbeitsministeriums: Danach dauert bei jedem zweiten Absolventen die Praktikumsphase länger als sechs Monate.

Etwa die Hälfte der Praktika, die nach Abschluss von Studium oder Ausbildung erfolgen, sind unbezahlt. Mehr als drei Viertel der Praktikanten versichern, mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitszeit als normale Arbeitskraft eingesetzt worden zu sein. Der DGB fordert deshalb, Praktika auf drei Monaten zu begrenzen und - Schulpraktika ausgenommen - mit mindesten 300 Euro im Monat zu vergüten.

Arbeits- und Bildungsministerium weiterhin uneinig

So weit will Arbeitsminister Scholz nicht gehen. Er plant, Praktika im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) klar als "Lernverhältnisse" zu definieren und damit von Arbeitsverhältnissen abzugrenzen. Außerdem will Scholz zumindest ein Anrecht auf eine angemessene Vergütung festschreiben lassen.

Bildungsministerin Schavan hält jedoch nicht von Regelungen, die die Existenz von Praktika gefährden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte vor Gesetzesänderungen gewarnt. Eine Umfrage des DIHK bei 1100 Firmen ergab, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Praktikanten mehr einstellen würden, wenn Scholz seine Pläne umsetzte.

Frank Schneider vom Verein Fairwork, der allein 60000 Unterschriften für die Petition eingebracht hat, hofft trotzdem auf eine schnelle Einigung: "Dass Praktikanten häufig ausgenutzt werden, ist doch mittlerweile unbestritten. Die Pläne von Herrn Scholz wären zumindest ein erster Schritt, um voranzukommen." Im Moment läuft es aber auf einen Kompromiss heraus. Beide Ministerien, heißt es im Hause Schavan, "bewegen sich aufeinander zu".

http://www.sueddeutsche.de/,ra7m1/jobkarriere/90/451799/text
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/bildstrecke/49/126849/p0/?img=0.0
Titel: Re: generation praktikum
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12:59:25 Mi. 17.Dezember 2008

Mehr Rechte für Praktikanten
Wider die Ausbeutung

... DGB fordert Praktika zeitlich zu begrenzen

Die Gewerkschaften verlangen, dass die Bundesregierung eingreift. DGB-Jugendsekretär René Rudolf verweist auf eine Studie des Bundesarbeitsministeriums: Danach dauert bei jedem zweiten Absolventen die Praktikumsphase länger als sechs Monate.

Etwa die Hälfte der Praktika, die nach Abschluss von Studium oder Ausbildung erfolgen, sind unbezahlt. Mehr als drei Viertel der Praktikanten versichern, mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitszeit als normale Arbeitskraft eingesetzt worden zu sein. Der DGB fordert deshalb, Praktika auf drei Monaten zu begrenzen und - Schulpraktika ausgenommen - mit mindesten 300 Euro im Monat zu vergüten. ...

Wieviel lange Jahre hat die geistige Funktionärselite der Gewerkschaften zu der Erkenntnis gebraucht, daß kostenlose Firmenpraktikas illegale Arbeitsverhältnisse sind, die häufig nur auf purer unternehmerische Ausbeutung, Lohnwucherei, Lohnsteuer- und Beitragshinterziehung zur KV, PV, RV, AV und UV beruhen. Unternehmensverbände haben sich illegalerweise diese "Rechts-"konstrukt des Praktikums zusammengebastelt, was in Wahrheit durch organisierte Wirtschaftskriminelle organisierte Schwarzarbeit darstellt, worum sich allerdings die Sozialschnüffler und die Sondergruppen des Zolls nicht um die Strafverfolgung kümmern, sondern diese Art der Schwarzarbeit völlig ignorieren.

Aber wenn ein Arbeitsloser sich noch was nebenher verdient - oh dann macht man eine ganze Reihe von Fässer auf und hetzt ihm ganze himmlische Herrscharen von Sozialschnüfflern und Zöllnern auf dem Hals, das ihm Hören und Sehen vergeht. So was ist allerschwerste Sozialschmarotzerei.

Es ist eben ein Unterschied, wenn zwei das Gleiche tun - von Unternehmer organisierte Schwarzarbeit, die man Praktikum nennt oder der nicht dem Amt gemeldete Nebenjob eines Arbeitslosen, der in finanzieller Not sich befindet. Der Unternehmer organisiert Praktika nicht aus betriebswirtschaftlicher Not, sondern aus Profitgier.



... Bildungsministerin Schavan hält jedoch nicht von Regelungen, die die Existenz von Praktika gefährden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte vor Gesetzesänderungen gewarnt. Eine Umfrage des DIHK bei 1100 Firmen ergab, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Praktikanten mehr einstellen würden, wenn Scholz seine Pläne umsetzte. ...

Was will man auch von der CDU-Jule Schavan anders erwarten als das die Unternehmerausbeutern mit ihren rechtsillegalen Prakikaverträgen den Rücken stärkt. Und wenn auch der schleimige, protzende, IHK-beitragsverschwendende DIHK mit dem Verschwinden von Praktikumsstellen droht. Recht so, dann müssen sie wieder tariflich zu bezahlende Probearbeitszeitverhältnisse anwenden und auf Tariflohn sind Lohnsteuern und SV-Beiträge abzuführen, was sich die Unternehmer mit den Praktikas völlig geschenkt hatten. Der normale Rechtszustand wäre so wieder hergestellt. Wird aber auch schon lange Zeit.

IHK-beitragsverschwendende DIHK - siehe chefduzen.de: Re: Der deutsche Mittelstand lässt sich klaglos ruinieren - RBB vom 04. Dezember 2008: Üppige Pensionen – Misswirtschaft bei den IHKn? (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=16612.msg155262#msg155262)

... Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer DIHK „Ich kann überhaupt nichts beschönigen. Aber wir sind dabei die Dinge auszufinanzieren. Und das finde ich eigentlich eine ganz wichtige Aussage.“

Wenn der DIHK nicht zahlen kann, muss er die einzelnen Kammern anpumpen. Und die holen es sich dann wieder von ihren Pflichtmitgliedern – von ihm oder von ihm.

Wie die IHKn mit ihren Geldern haushalten, das würde der Bayerische Oberste Rechnungshof gern mal unter die Lupe nehmen. Er wollte eine IHK in Bayern prüfen. Doch die kämpft vor Gericht stellvertretend für alle Industrie- und Handelskammern gegen den Rechnungshof. Dieser habe kein Recht, die Finanzen zu durchforsten. Der Rechnungshof aber besteht darauf. Er vertritt schließlich die Interessen der Steuerzahler.

Heinz Fischer-Heidlberger, Präsident Bayerischer Oberster Rechnungshof „Der Staat hat natürlich auch eine Aufsicht. Darüber hinaus ist es rechtlich so, dass diese Einrichtungen nicht insolvent werden können und damit der Steuerzahler für das haftet, wenn es finanziell schief geht oder wenn es finanzielle Krisen gibt.“ ...



... Frank Schneider vom Verein Fairwork, der allein 60000 Unterschriften für die Petition eingebracht hat, hofft trotzdem auf eine schnelle Einigung: "Dass Praktikanten häufig ausgenutzt werden, ist doch mittlerweile unbestritten. Die Pläne von Herrn Scholz wären zumindest ein erster Schritt, um voranzukommen." Im Moment läuft es aber auf einen Kompromiss heraus. Beide Ministerien, heißt es im Hause Schavan, "bewegen sich aufeinander zu". ...

So wie die sich aufeinander zu bewegen, muß das wohl ein Schneckenrennen in Zeitlupe werden.
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 20:42:54 Mo. 20.Dezember 2010
Zitat
Deutsche Ministerien lassen Praktikanten ohne Bezahlung arbeiten

Unentlohnte Hochschulabsolventen besonders gefragt


Hamburg - Die Mehrheit der deutschen Ministerien zahlt Praktikanten keine Vergütung. In neun der 14 Ministerien erhielten Praktikanten im vergangenen Jahr grundsätzlich keine Bezahlung, wie das "Hamburger Abendblatt" am Donnerstag unter Berufung auf eine Antwort der Regierung an die Bundestagsfraktion der Grünen berichtete. Nur im Innen- und im Justizministerium bekamen demnach alle Praktikanten eine Bezahlung, die zwischen 50 und 511 Euro lag. In drei weiteren Ministerien wurde nur ein Teil der Praktikanten entlohnt. Die Angaben stammen der Zeitung zufolge vom Bildungsministerium.

Aus der Regierungsantwort geht demnach auch hervor, dass das Entwicklungsministerium 2009 ausschließlich 144 Hochschulabsolventen als Praktikanten beschäftigte und sie für mindestens drei Monate im Ministerium oder seinen nachgeordneten Behörden arbeiten ließ - allerdings ohne Bezahlung. Auch die letzten verfügbaren Zahlen aus dem Familienministerium lassen dem Blatt zufolge auf dieselbe Praxis schließen. Demzufolge waren 2008 in dem Ministerium 80 Praktikanten beschäftigt, die alle ihr Studium bereits beendet hatten. Im Ministerium arbeiteten sie bis zu sechs Monate zum Nulltarif.

Die Ministerien erstatten zumindest aber Reisekosten und geben Essensgutscheine aus, hieß es. Die meisten Praktikanten, nämlich 871, nahm im vergangenen Jahr das Auswärtige Amt auf, ohne sie zu bezahlen.

(APA)
http://derstandard.at/1288659505491/Deutsche-Ministerien-lassen-Praktikanten-ohne-Bezahlung-arbeiten (http://derstandard.at/1288659505491/Deutsche-Ministerien-lassen-Praktikanten-ohne-Bezahlung-arbeiten)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 13:47:23 So. 27.März 2011
Selbst Eliteuni-Absolventen tingeln in Sack und Asche durch die Wartehallen der Berufswelt. Familienvätern fehlt das Geld, um von zu Hause auszuziehen. Und gierige Personalchefs frohlocken über hoch qualifizierte Knechte, die nach dem Studium billig und willig Kettenpraktika absolvieren, weil sie auch bei der hundertsten Bewerbung einfach noch nicht zum Zuge gekommen sind.

So verheerend ist es um die vielbesungene "Generation Praktikum" bestellt, wenn man ihren eigenen Klagen und dem Medienhype um das "Prekariat" glauben kann - beide Begriffe schafften es unter die Top Ten der Wörter des Jahres 2006. Da möchte mancher am liebsten ewig studieren, um bloß diesem ausbeuterischen Berufsleben fernzubleiben. Geht leider auch nicht: Dank saftiger Studiengebühren werden Studenten schon früh auf das Leben in vollkommener Armut vorbereitet.
(http://www.spiegel.de/images/image-22565-galleryV9-ysqy.jpg)
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,744976,00.html (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,744976,00.html)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 12:34:48 Mi. 11.Dezember 2013
Zitat
EU-Kommission zu Praktika
Schluss mit Arbeit zweiter Klasse

Kein Gehalt, dafür reichlich Überstunden. So sieht der Alltag vieler Praktikanten aus. Das will die EU-Kommission jetzt ändern - sie plant europaweit die Einführung von Mindeststandards für Praktika.

Von Lisa Riesner, Brüssel

Sven Hagels bekommt 900 Euro monatlich, Hannah Wieland bekommt nichts. Beide sind Studenten, beide machen ein Praktikum in Brüssel, beide wollen ihren richtigen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen. Sven geht es besser als Hannah, nicht nur wegen des Geldes. Dass sie leer ausgehen sollte, war der 22-Jährigen von Anfang an klar. Aber nicht, dass die vereinbarten Arbeitszeiten nur auf dem Papier stehen. "Bei mir hieß es von neun bis sechs Uhr, meistens bin ich aber viel länger da", sagt Hannah. An manchen Tagen arbeitet sie bis zehn Uhr abends in ihrer Landesvertretung.

Dass Praktikanten ohne Gehalt, aber mit vielen Überstunden arbeiten müssen, damit soll künftig Schluss ein. Die EU-Kommission will europaweit Mindeststandards durchsetzen.

Ein Gehalt sichern diese Vorgaben zwar nicht. Aber die Arbeitgeber sollen zumindest die Bedingungen, unter denen Praktikanten arbeiten, schon in ihren Jobanzeigen klarstellen. Um zu beweisen, dass mehr Transparenz nötig ist, hat die Kommission Anfang dieses Jahres eine Studie des Eurobarometers in Auftrag gegeben. Hierzu wurden fast 13.000 Europäer zwischen 18 und 35 Jahren befragt. Fast die Hälfte der Praktikanten wusste anhand der Jobausschreibung vorab nicht, wie viel Geld sie später bekommen würden.

Das Elternhaus entscheidet

Sven, 22, arbeitet bei einem Abgeordneten im Parlament, er gehört zu den 40 Prozent der Praktikanten, die bezahlt werden, und wusste das auch vorher. Ohne Gehalt hätte er das Praktikum ablehnen müssen, denn seine Eltern können ihn finanziell nicht unterstützen. Das stützt den Vorwurf, dass Kindern aus einkommensschwachen Familien der Zugang zu guter Bildung und Berufserfahrung erschwert wird.

Hannah war von vornherein bewusst, dass die Landesvertretung sie nicht bezahlen würde. "Ich finde es zwar ungerecht, aber sie können es sich eben nicht leisten, mich zu bezahlen", hat sie Verständnis. "Es ist nur schade, weil ich so meinen Eltern auf der Tasche liege."

László Andor, EU-Kommissar für Arbeit und Soziales, kritisiert seit Langem unfaire Bedingungen für junge Arbeitnehmer. "Es ist inakzeptabel, dass manche Praktikanten als billige Arbeitskraft benutzt werden", sagt Andor und wirbt für Mindestanforderungen. Verpflichtende Informationen über mögliche Bezahlung, Arbeitszeiten und ob die Praktikanten im Fall von Krankheit versichert sind, könnten bald Pflicht sein.

"Alle Praktika sollten bezahlt werden"

Das Rahmenprogramm für Praktika ist eine Initiative der EU aus deren Paket zur Jugendbeschäftigung. Das Vorhaben haben die Staaten vergangenes Jahr auf den Weg gebracht. Der Qualitätsrahmen für Praktika ist nur ein Projekt von vielen, an deren Umsetzung die Gemeinschaft seit einem Jahr arbeitet.

Die Studie beantwortet auch die Frage, warum junge Menschen Praktika absolvieren. Nicht überraschend: Drei Viertel aller Befragten gaben an, sich später bessere Chancen auf einen Job zu erhoffen. Ob in Zukunft mehr Gerechtigkeit in der Praktikantenwelt herrscht, bleibt offen. Der Vorschlag der EU ist nicht verpflichtend.

Dabei wären die Mindeststandards ein guter Anfang, finden Hannah und Sven. "Ich finde den Vorschlag wichtig, aber es ist nicht genug. Alle Praktika sollten bezahlt werden", sagt Sven. Hannah sieht das anders. Für sie ist die Bezahlung nichts, worüber diskutiert werden muss. Nicht, weil für sie Geld keine Rolle spiele, sondern: "Ich hätte mich um ein Stipendium beworben, hätte ich nicht die finanzielle Unterstützung meiner Eltern."
http://www.sueddeutsche.de/karriere/eu-kommission-zu-praktika-schluss-mit-arbeit-zweiter-klasse-1.1840849 (http://www.sueddeutsche.de/karriere/eu-kommission-zu-praktika-schluss-mit-arbeit-zweiter-klasse-1.1840849)

Welche Rechte die "Generation Praktikum" hat.: http://www.sueddeutsche.de/karriere/praktikanten-mit-abschluss-welche-rechte-die-generation-praktikum-hat-1.1807991 (http://www.sueddeutsche.de/karriere/praktikanten-mit-abschluss-welche-rechte-die-generation-praktikum-hat-1.1807991)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:05:26 Mi. 11.Dezember 2013
Hmm, bei der Einführung eines flachendeckenden Mindestlohns müsste das doch eigentlich auch für PraktikantInnen gelten?
Aber da wird es sicher genug "Ausnahmereegelungen" geben.
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dagobert am 21:01:12 Mi. 11.Dezember 2013
Aber da wird es sicher genug "Ausnahmereegelungen" geben.
Worauf du wetten kannst.
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Tiefrot am 21:47:37 Mi. 11.Dezember 2013
Wenn ich die bisherigen Texte zum Mindestlohn richtig verstanden habe,
wird es nur auf dem Papier einen geben.
Der ist jetzt schon löchriger als ein Schweizer Käse !  kotz
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 12:02:43 Mo. 29.September 2014
Zitat
Staatskanzlei und Ministerien :
SH: Keine Bezahlung für Praktikanten

Praktikanten erhalten in der Staatskanzlei oder in den Ministerien nur selten eine Vergütung. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Piraten hervor.


 In einem Video wirbt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) Anfang des Jahres um Nachwuchsbeamte. „Hallo, suchst Du ’ne Ausbildung? Schon mal darüber nachgedacht, sie bei uns zu machen?“, fragt Albig darin lässig und verspricht, dass es „gutes Geld“ gebe. Doch wer sich tatsächlich für einen Job bei der Staatskanzlei oder in den Ministerien interessiert und daher – zum Teil über Monate hinweg – dort Praktika absolviert, sieht davon nichts...
http://www.shz.de/schleswig-holstein/wirtschaft/sh-keine-bezahlung-fuer-praktikanten-id7801496.html (http://www.shz.de/schleswig-holstein/wirtschaft/sh-keine-bezahlung-fuer-praktikanten-id7801496.html)

Solche Meldungen rufen den SPIEGEL auf den Plan. Der weiß zu kontern:
Zitat
Praktikanten verdienen so gut wie noch nie

Praktikanten arbeiten zum Nulltarif? Mitnichten: 80 Prozent bekommen Geld. Im Schnitt hat sich das Einkommen von Hospitanten in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, zeigt eine neue Umfrage.
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/praktikum-praktikanten-so-gut-bezahlt-wie-nie-a-993473.html (http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/praktikum-praktikanten-so-gut-bezahlt-wie-nie-a-993473.html)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:25:13 Mo. 29.September 2014
Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dagobert am 17:10:35 Di. 30.September 2014
Aus dem Spiegel-Artikel:
Zitat
Wie das Internetportal meinpraktikum.de in einer Umfrage unter ihren Nutzern herausgefunden hat, verdienen Praktikanten heute im Durchschnitt 400 Euro monatlich. Im Jahr 2009 waren es nur 160 Euro. Vor allem in den vergangenen zwölf Monaten sind die Bezüge deutlich gestiegen - von 270 Euro auf den aktuellen Wert. Insgesamt sind Praktikantengehälter seit 2009 um über 150 Prozent gestiegen.
Wow, alle Praktikanten sind reich!
Zitat
Für die Umfrage hat das Portal die Bewertungen von über 13.000 Nutzern ausgewertet und mit denen der letzten vier Jahre verglichen - Daten von knapp 7600 Unternehmen aus über 2000 Städten. Allerdings wurden nur die Bewertungen der eigenen Nutzer herangezogen - eine repräsentative Studie, die alle Praktikanten in Deutschland erfasst, ist die Untersuchung nicht.

Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(
Ja, wünschenswert wäre das.



http://www.chefduzen.de/index.php?topic=28282.0 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=28282.0)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dejavu am 20:26:30 Di. 30.September 2014
Zitat
"Ich finde es zwar ungerecht, aber sie können es sich eben nicht leisten, mich zu bezahlen", hat sie Verständnis. "Es ist nur schade, weil ich so meinen Eltern auf der Tasche liege."
und:
Zitat
Hannah sieht das anders. Für sie ist die Bezahlung nichts, worüber diskutiert werden muss. Nicht, weil für sie Geld keine Rolle spiele, sondern: "Ich hätte mich um ein Stipendium beworben, hätte ich nicht die finanzielle Unterstützung meiner Eltern."
Hannah ist eine doofe, verwöhnte Göre. Der Spiegel ist sicher ihr Lieblingsblättchen
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: BGS am 20:40:26 Di. 30.September 2014
...
Hannah ist eine doofe, verwöhnte Göre. Der Spiegel ist sicher ihr Lieblingsblättchen.


Der "Spiegel" ist sicher ihr pseudointellektuelles Feigenblättchen. Und nicht nur ihres.

MfG

BGS
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:08:18 Di. 30.September 2014
Hin- und wieder im Wartezimmer beim Arzt gucke ich in den Spiegel mal rein: Werbung, als Bericht getarnte Werbung, wieder echte Werbung, usw.
Ich frage mich da immer, wer so einen Scheiß kauft?
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dejavu am 02:36:50 Mi. 01.Oktober 2014
Zitat
Ich frage mich da immer, wer so einen Scheiß kauft?
;D ;D ;D Hannah und ihre doofen Mitkommmilltanten, sie haben ja Geld von Papa  ;D ;D ;D.
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dagobert am 02:41:24 Mi. 01.Oktober 2014
Mist, dann wird das wohl nix:
Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Dirk76 am 17:18:09 Di. 04.November 2014
Der Mindestlohn für freiwillige Betriebspraktika ab Anfang nächsten Jahres wird der Generation Praktikum auch nicht wirklich helfen. Die Konsequenz ist dann einfach, dass weniger Praktika-Stellen angeboten werden. Was natürlich auch nicht Sinn der Sache ist, denn oftmals sind Festanstellungen schon aus einem Praktikum entstanden...
Warum das so schwer ist, Praktikanten gutes Geld zu zaheln, wenn sie die gleiche Arbeit machen wie Festangestellte. Versteh ich nicht...

Gruß
Dirk
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: dagobert am 17:42:47 Di. 04.November 2014
wenn sie die gleiche Arbeit machen wie Festangestellte.
In dem Fall sind das keine Praktikanten.
Ein Praktikum dient in erster Linie Ausbildungszwecken. Steht das Erbringen einer Arbeitsleistung im Vordergrund, handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, mit allem was dazugehört.
Nachzulesen im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.03.2003, Az. 6 AZR 564/01.
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: BGS am 17:57:57 Di. 04.November 2014
Leider gibt es nunmehr auch hier in Skandinavien mitunter die Unsitte, "Praktikanten" jeden Alters für jeweils ein halbes Jahr einzustellen. Dies wird insbesondere von den Arbeitsämtern gefördert, die auch hier so gut wie keine "Normalarbeitsplätze" an die wenige Bevölkerung zu vergeben haben. Wer als "Arbeitsloser" ein Praktikum macht, erhält umgerechnet etwa einhundert Euro mehr im Monat und zahlt hundert Euro mehr Steuern monatlich.  Bringt finanziell also so gut wie nichts aufgrund der langen Anfahrtswege, Kosten für ein Auto etc. Abgesehen davon, daß man quasi ohne Lohn arbeitet.

Doch zum Glück können hier auf Seite der Unternehmen noch viele Verantwortliche klar denken und wägen genau ab. Der Chef der Firma, in der ich tätig bin (Hafen), lehnt jegliche Praktikanten ab und stellt bei Personalbedarf lieber gleich Arbeiter ein. Erstens ist ihm der bürokratische Aufwand zuwider und zweitens sieht er keinerlei Sinn darin, den Leuten falsche Hoffnungen zu machen.

Leider gibt es auch am Ende der Welt Firmen / Konzerne, die systematisch Praktikanten heuern und feuern, doch diese sind übel beleumundet.Irgendwelche Zeugnisse für Praktika sind hier weniger wert, als Klopapier.

MfG

BGS
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Dirk76 am 12:27:21 Mi. 05.November 2014
In dem Fall sind das keine Praktikanten.
Ein Praktikum dient in erster Linie Ausbildungszwecken. Steht das Erbringen einer Arbeitsleistung im Vordergrund, handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, mit allem was dazugehört.
Nachzulesen im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.03.2003, Az. 6 AZR 564/01.

Dieses Urteil ist den meisten Arbeitgebern wohl nicht bekannt...
Wäre schön, wenn sich mehr an die Unterscheidung zwischen Ausbildungszweck und Arbeitsausbeutung halten würden!!!

Der Chef der Firma, in der ich tätig bin (Hafen), lehnt jegliche Praktikanten ab und stellt bei Personalbedarf lieber gleich Arbeiter ein. Erstens ist ihm der bürokratische Aufwand zuwider und zweitens sieht er keinerlei Sinn darin, den Leuten falsche Hoffnungen zu machen.

Daumen hoch, kann ich da nur sagen! 

Gruß
Dirk
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 10:05:49 Di. 18.Oktober 2016
Zitat
Praktikum:
"Niemand hatte einen Vertrag"

Sie kam mit großen Hoffnungen aus Frankreich nach Berlin, doch in einem Start-up wurde sie als Dauerpraktikantin monatelang hingehalten. Jetzt verdient sie 1.300 Euro.


Endlich in Berlin. Die Stadt wurde uns in französischen Zeitungen als Brutstätte so vieler Unternehmen angepriesen. Jeder finde hier einen Job, anders als bei uns in Frankreich. So dachten mein Freund und ich, als wir Ende Januar in Berlin angekommen sind. Nach meinem Studium war ich drei Jahre lang arbeitslos. Ich habe in Tours und den USA Kommunikation studiert, habe zahlreiche Praktika absolviert, aber eine Arbeit habe ich nicht gefunden. Weder in großen Städten noch in ländlichen Regionen. Schließlich habe ich es nicht mehr ausgehalten und meinen Freund überredet, nach Berlin zu ziehen. Die ersten zwei Wochen haben wir nur Bewerbungen geschrieben. Nach zwei Wochen hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einem dieser neuen Start-ups.

Es klang wie mein Traumjob, ich war so aufgeregt. Und als ich direkt nach dem Gespräch eine Zusage bekam, war ich sehr glücklich. Ich schrieb meiner Familie und meinen Freunden, dass ich es in Berlin geschafft hatte. Doch dann kam schnell der Sinkflug. Beim Einstellungsgespräch stellte mein Chef klar, dass sie mir erst mal nur ein Praktikum für 800 Euro im Monat anbieten konnten. Das war Mitte Februar. Schon für Ende des Monats sicherte er mir zu, dass ich einen festen Vertrag und mehr Geld bekommen würde.

Seltsam fand ich, dass mein Chef sehr selten im Büro war, manchmal habe ich ihn tagelang nicht gesehen. Nur meine Vorgesetzte und ich waren da. Nach zwei Wochen hatte mein Chef immer noch nicht auf meine Anfrage reagiert, wann ich meinen Vertrag bekommen würde. Ich bekam das Gefühl, dass er versuchte, mich zu meiden. Bald sagte mir mein Chef, ich würde noch drei weitere Monate als Praktikantin für 800 Euro arbeiten und dann erst einen Vertrag und mehr Geld bekommen.

Ich war nicht zufrieden, aber ich habe mir eingeredet, dass es besser sei als nichts. Ich habe viel gearbeitet und immer mehr Verantwortung übernommen zum Beispiel für mein eigenes Blog. Drei Monate lang habe ich von zehn bis sieben, manchmal sogar bis acht gearbeitet. Von Berlin habe ich so gut wie nichts gesehen.

Mein Chef hat immer mehr Mitarbeiter eingestellt, obwohl das Start-up noch keine Investoren hatte. Das waren alles Leute wie ich. Sie kamen aus Frankreich, Italien oder Griechenland. Uns ist schnell aufgefallen, dass er uns alle verarscht: Niemand hatte einen Vertrag, wir haben jeden Monat Rechnungen geschrieben, nicht an das Start-up selbst, sondern an irgendeine Firma in Osteuropa. Bezahlt hat er uns erst am 25. des Folgemonats.

Unbedingt über Geld sprechen! Oder doch keine gute Idee? Wir suchen Meinungsbeiträge und Erfahrungsberichte von Studenten, Absolventen und Menschen, die über das Gehalt entscheiden. Schickt uns eure Texte an leser-campus@zeit.de. Alle Beiträge gibt's auf unserer Serienseite zum anonymen Gehaltsprotokoll.

Im Büro war sehr schlechte Stimmung, alle waren sauer und gestresst. Wir wussten nicht, wie wir unsere Miete bezahlen sollten. Ich denke, unser Chef hat lange damit gespielt, dass wir nicht wussten, wie das System in Deutschland funktioniert. Jedes Mal, wenn ich mit ihm gesprochen habe, war er total nett und verständnisvoll. Er hat um Verständnis gebeten, dass es für ein neues Unternehmen sehr schwierig sei und so weiter. Eigentlich hat er mir jede Woche aufs Neue versprochen, einen Vertrag aufzusetzen, aber getan hat er das nicht. Immer hatte er eine Ausrede. Dass die Firma noch keine Steuernummer hatte. Dass die Firma noch nicht als GmbH gemeldet ist.

Seit wir in Berlin sind, sind mein Freund und ich zehn Mal umgezogen. Ohne einen Arbeitsvertrag findet man keine Wohnung in Berlin. Jeden Abend nach der Arbeit habe ich mich schrecklich gefühlt, dachte, ich würde meine Arbeit nicht gut machen und bekäme deshalb nur so wenig Geld. Mit meiner Familie und meinen Freunden in Frankreich habe ich mich monatelang nicht getraut, zu telefonieren, weil ich das Gefühl hatte, versagt zu haben. Meinem Freund gegenüber habe ich mich schuldig gefühlt, weil ich ihn doch überredet hatte, nach Berlin zu kommen. Er hatte lange gar keinen Job.

Erfolgreiche Drohung


Als die drei Monate meines Praktikums vorbei waren und ich immer noch keinen Vertrag hatte, ist es mir zu viel geworden. Ich habe meinem Chef damit gedroht, erst wieder zur Arbeit zu kommen, wenn sich etwas ändert. Mit der Drohung hatte ich plötzlich Erfolg. Er hat mir einen Vertrag und eine Gehaltserhöhung auf 1.300 Euro zugesichert. An dem Tag bin ich endlich mal wieder glücklich nach Hause gegangen.

Auf den Vertrag habe ich noch weitere drei Monate warten müssen, aber immerhin hatte ich mehr Geld. Mit dem Vertrag bin ich endlich krankenversichert und habe 24 Urlaubstage. Ich arbeite 45 Stunden in der Woche, ich habe ein eigenes Projekt komplett allein auf die Beine gestellt von A bis Z. Letzte Woche habe ich noch einmal eine Gehaltserhöhung auf 1.600 gefordert.

Ich habe mich die ganze Zeit auf andere Stellen beworben. Ich mache das immer noch. Einige Male habe ich Zusagen bei anderen Start-ups bekommen, aber fast immer mit dem Nachtrag, erst mal ein mehrmonatiges unbezahltes Praktikum machen zu müssen, um dort anzufangen. Aber das mache ich bestimmt nicht mehr, damit bin ich fertig.
http://www.zeit.de/campus/2016-10/praktikum-start-up-berlin-gehalt-vertrag/komplettansicht (http://www.zeit.de/campus/2016-10/praktikum-start-up-berlin-gehalt-vertrag/komplettansicht)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 12:54:23 Di. 03.Januar 2017
Zitat
Praktikanten im Landtag
Akademiker arbeiten für 80 Euro im Monat

Wer beim Land Nordrhein-Westfalen ein Praktikum macht, muss mit sehr wenig Geld auskommen, in Schleswig-Holstein meist sogar ganz ohne.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/spd-ministerien-bezahlen-praktikum-in-schleswig-holstein-nicht-a-1125582.html (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/spd-ministerien-bezahlen-praktikum-in-schleswig-holstein-nicht-a-1125582.html)
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: counselor am 16:21:57 Di. 03.Januar 2017
Furchtbar!  Dieses Niedriglohnland kotzt mich nur noch an!
Titel: Re:generation praktikum
Beitrag von: Kuddel am 18:06:21 Mo. 20.Februar 2017
Zitat
Weltweiter Protesttag der PraktikantInnen

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/02/praktikanten-internationale-aktionstage.jpg)

Prakrtikantendemonstration New York 2016In mehreren Ländern finden am Montag, 20. Februar 2017 verschiedene Arten von Protesten statt, die unter dem Sammelbegriff „Globaler Streik“ nicht nur auf die global vergleichbare Lage der überall wachsenden Zahl von PraktikantInnen hinweisen soll, sondern auch ein erster Schritt sein, diese zu verändern.
http://www.labournet.de/?p=112047 (http://www.labournet.de/?p=112047)

https://fairinternshipinitiative.wordpress.com/ (https://fairinternshipinitiative.wordpress.com/)       eine Initiative bei den Vereinten Nationen
http://www.internlaborrights.com/ (http://www.internlaborrights.com/)        aus den USA
http://www.internsgopro.com/en/home/ (http://www.internsgopro.com/en/home/)        aus Europa
http://interncoalition.org/strike/ (http://interncoalition.org/strike/)       Solidaritätsschreiben
http://interncoalition.org/wp-content/uploads/2017/01/DE-Letter-of-Support-GlobalInternStrike26Jan2017.docx (http://interncoalition.org/wp-content/uploads/2017/01/DE-Letter-of-Support-GlobalInternStrike26Jan2017.docx)      Wiener Seite