Die Linke wird eine Partei

Begonnen von Alex22, 13:09:33 Di. 02.Dezember 2008

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Wenn es zu einer Spaltung der Linkspartei käme, wen würdest du wählen?

Die neue Wagenknechtpartei
2 (11.8%)
Die geschrumpfte Linkspartei
4 (23.5%)
Ich warte ab und entscheide nach den Parteiprogrammen und Auftritten  der Spaltung
5 (29.4%)
Keine von beiden.
6 (35.3%)

Stimmen insgesamt: 17

counselor

Schuften bis ins Grab - bald auch mit LINKS?

Der demographische Wandel macht es unumgänglich: Die Arbeitszeit muss steigen zur Finanzierung der Renten. Dieses reaktionäre Propagandamärchen ist aktuell der Schlachtruf, unter dem die bürgerlichen Parteien der BRD zum Großangriff auf die Errungenschaften der ArbeiterInnenbewegung blasen. Ein Ruf, in den, ob versehentlich oder nicht, heute auch Ines Schwerdtner für die LINKE einstimmte, als sie sich für "moderate Erhöhung" des Rentenantrittsalters offen zeigte. Eine gute Gelegenheit, noch einmal grundsätzlich über den Mythos "Wegen Überalterung müssen WIR alle mehr arbeiten" zu sprechen.

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Hartzhetzer

Diesen Quatsch haben uns die Medienkonzerne und gekauften Wissenschaftlichen Experten der Reichen Schweine auch schon 2004 erzählt:

Demographischer Wandel - Deutschland gehen die Kinder aus - Peter Decker - 2004

Das mit Erfolg denn die Mehrheit der Arbeitenden und Armen Bevölkerung glauben den Mist mehr denn je und haben Verständnis für eine Verschlechterung ihrer Lage. Der alte Demokratietrick: "Wir machen euer Leben jetzt für euch alle schlechter damit es irgendwann nicht ganz beschissen wird." funktioniert mal wieder fabelhaft.

Das schlimmste jedoch das auch teile der Linken diesen Bullshit auf den Leim gehen. Aber ja gut, gerade die Linksliberalen freuen sich ja immer riesig wenn die Massen der Menschen über höhere Preise zum Verzicht und unfreiwilligen Einschränkungen gezwungen werden denn dadurch wird das Klima geschützt.
Auch hier wieder der alte Demokratietrick: "Wir machen euer Leben jetzt für euch alle schlechter damit es irgendwann nicht ganz beschissen wird."

Selbst die Aufrüstung und Vorbereitung auf den 3. Weltkrieg werden mit dem gleichen Argument: "Wir machen euer Leben jetzt für euch alle schlechter damit es irgendwann nicht ganz beschissen wird." gerechtfertigt.

Für mich ist das die moderne Form des Christlichen: "Wer in seinem Leben am meisten gelitten und verzichtet hat bekommt nach seinem Tod den besten Platz im Paradies."

Klar wenn wir für den 3. Weltkrieg hochrüsten und zur Gegenfinanzierung die Sozialen Sicherungssysteme schleifen um den bösen Putin abzuwehren, sowie Energie und Lebensmittel unbezahlbar machen um das Klima zu schützen, bis zum Tod umfallen für wenig Geld arbeiten um die Wirtschaft zu stärken, dann wird es künftigen Generationen besser gehen als uns.

Es kann zwar genau wie bei dem idiotischen Paradiesversprechen niemand nachprüfen ob das stimmt und eintreten wird aber immerhin ist es ein coole Rechtfertigung für das beschissene eigene Leben. Den meisten Menschen würde wahrscheinlich der Schädel platzen wenn sie sich jede Verschlechterung ihrer Lage als Verarschung und Diebstahl seitens ihrer Anführer und privilegierter Gesellschaftsmitglieder erklären müssten.
Das erstere ist bequem und ungefährlich da es einem nicht zur Gegenwehr sondern zur Versöhnung mit dem Status Quo stimmt. Daher wollen die meisten Menschen auch ganz tief in sich drin das genau das die Wahrheit ist und glauben daher Generationenübergreifend bereitwillig die immer wieder gleichen Märchen.

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

counselor

Richtig! Linke sollten der Demographielüge offensiv entgegentreten und ein Modell der Sanierung der Sozialsysteme auf Kosten der Profite der Banken und Konzerne in die Debatte einbringen!

Das dumme pseudolinke Geschwätz von Ines Schwerdtner schadet uns nur!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Hartzhetzer

Ich erwarte ja von der Linkspartei keinen Staatsstreich und weiß auch das diese als Opposition maximal den Kram der aktuellen Regierung blockieren und kritisieren kann.
Was aber größtenteils von dieser Partei kommt ist eine kurze Kritik gepaart mit anschließender Zusammenarbeit. Was die Kritik und Glaubwürdigkeit der Linkspartei lächerlich macht, da sie ja letztendlich meistens das Zustimmend unterstützt was sie vorher in ihren Sonntagsreden kritisiert hat.
Wenn führende Politiker dieser Partei den Propagandamist der Versicherungsindustrie und Neoliberalen nachplappern obwohl sie es besser wissen müssten dann kann man nur noch den Kopf schütteln.

ZitatDer demografische Wandel als universelle Entschuldigungtagesschau.de: Wer hat Interesse daran, dass wir vor dem demografischen Wandel vor allem Angst haben?

Bosbach: Da gibt es diverse Gruppen, und das macht die Sache auch so gefährlich. Die Arbeitgeber haben zum Beispiel ein großes Interesse daran, die Lohnnebenkosten zu senken. Die Beiträge für die Rente sind der größte Posten der Lohnnebenkosten. Ohne die Angst vor dem demografischen Wandel wären die Arbeitgeber nie aus der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung herausgekommen. Deswegen ist diese Angst schon bereits Ende der 1990er-Jahre massiv geschürt worden. Die arbeitgebernahe "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" gehörte zu den ersten treibenden Kräften, die die Demografie hof- und panikfähig gemacht haben.

Das Versicherungsgewerbe profitiert natürlich auch. Die gesetzliche Rentenversicherung mit ihren Staatszuschüssen macht ein Geschäft von über 250 Milliarden Euro aus, das lange am privaten Versicherungsmarkt vorbei lief. Seit 1999 wurde also massiv Einfluss genommen: auf den Finanzminister, den Wirtschaftsminister und die Bundestagsausschüsse. Nachdem die Riester-Rente beschlossene Sache war, gingen die Parteispenden der Versicherungen wieder zurück.  Und für die Politiker ist der demografische Wandel die willkommene Universalentschuldigung für alles, was schief läuft.

.........

tagesschau.de: Warum wird die Argumentation "demografischer Wandel" so anstandslos übernommen?

Bosbach: Die schon erwähnten Interessensgruppen beeinflussen über Dutzende von Forschungseinrichtungen, die öffentlichkeitswirksame Studien veröffentlichen, die in ihrem Sinne argumentieren. Und die werden zum Teil ungeprüft übernommen. Zum Beispiel wird gern der Altenquotient  mit dem prozentualen Anteil der Alten  verwechselt oder gleich gesetzt. Wenn 60 Rentner 100 Erwerbsfähigen gegenüber stehen, ist das etwas anderes, als wenn es 60 Prozent Rentner gibt. Dann stehen nämlich 60 Rentner weniger als 40 Erwerbsfähigen gegenüber.

Es gilt also nach wie vor der Satz von Voltaire, dass man einer hundert Mal gehörten Lüge mehr glaubt als einer einmal gehörten Wahrheit. Neben den falschen Fakten spielt das Gefühl eine große Rolle: Wenn der Mensch geht, kommt der Wolf... Da wird mit einer Urangst gespielt.

Ganzer Text: https://www.tagesschau.de/inland/demografiegipfel-ts-100.html

Es hätte sogar völlig gereicht wenn Frau Schwerdtner diesen Text zitiert hätte anstatt den Demografie Lügen Quatsch auch noch zu bestätigen.
Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

Kuddel

Eine Demo anzumelden gegen Krieg und Hungerblockade in Gaza wäre eine der einfachsten Übungen. Wenn eine Partei mit dem Anspruch "links" zu sein, das nicht einmal hinbekommt, ist es ein Armutszeugnis.

Schaut mal, wer dieses Vakuum füllt:

ZitatWagenknecht plant Großdemo mit Prominenten in Berlin

Unter dem Motto "Stoppt den Völkermord in Gaza" mobilisiert ein Bündnis um die BSW-Chefin. Mit dabei sind große Namen der Künstler- und Musikszene.
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100856338/berlin-wagenknecht-plant-demo-mit-prominenten-am-brandenburger-tor-.html


counselor

ZitatDie Linkspartei als Brandbeschleuniger des NATO-Kriegs gegen Russland

Nach den jüngsten Ukraine-Gipfeln in Alaska und Washington unterstützt die Linkspartei immer offener das rechte Selenskyj-Regime und vertritt eine aggressive imperialistische Kriegspolitik gegen Russland. Ihr Vorsitzender Jan van Aken nutzte in den vergangenen Tagen Interviews mit ARD und ZDF, um die Bundesregierung von rechts zu attackieren und zu fordern, Deutschland müsse seine Interessen noch entschiedener gegenüber Russland – und auch gegenüber den USA – durchsetzen.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2025/08/21/link-a21.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Ich habe mich letzt mit einem jungen Lokalpolitiker der Linken unterhalten. Er meinte, die letzte Eintrittswelle hätte gute junge Leute in die Partei gebracht, mit denen er gerne zusammenarbeitet. Er sagte, daß das Verhältnis zur Parteiführung in Berlin aber sehr gespannt sei.

Ich bin zunehmend genervt von Jan von Aken, der ja so gern als renommierter Kriegsgegner genannt wird. Ich halte seine Vorschläge für einen Wirtschaftskrieg gegen Rußland für wenig überzeugend. Das Organisieren von Blockaden gegen Rüstungproduzenten und Rüstungstransporte steht bei dieser Partei nicht auf dem Programm. Nur folgenloses Blabla gegen Krieg.

Die Unfähigkeit der Parteiführung auf das aktuelle Grauen im Gazastreifen (und auf alle anderen Kriegsverbrechen und Schweinereien der israelischen Regierung) zu reagieren, lassen bei mir wieder Zweifel an der Partei selbst aufkommen. Wenn die Partei bei so etwas Grundsätzlichem und Einfachen, wie einen Protest gegen extreme Formen der Unmenschlichkeit nicht zu organisieren in der Lage ist, dann stimmt etwas mit der Partei nicht.

Im Spiegel liest es sich so:

ZitatLinke bleibt Gaza-Kundgebung fern
Mit einem breiten Bündnis wollte die Linke Protest gegen Israels Krieg in Gaza organisieren. Nun ist die Partei bei einer zentralen Kundgebung nicht dabei
(...)

Die gesellschaftliche Stimmung gegen »den grausamen Krieg« in Gaza auf die Straße tragen – diese Parole hatte die Linken-Parteispitze im Juni ausgegeben. Noch im Juli wollte die Partei mit Bündnispartnern eine große Demonstration auf die Beine stellen, aber daraus wurde nichts. Man vertagte sich auf den September.
(...)
Stattdessen planen Organisationen, mit denen die Linke seit Wochen über Proteste gegen den Krieg in Gaza spricht, eine eigene Aktion. Dazu gehören die Menschenrechtsorganisationen Medico international und Amnesty international.

Die Kundgebung trägt den Titel »All Eyes on Gaza – Stoppt den Genozid!«. Medico und Amnesty veranstalten sie zusammen mit der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands und Eyes4palestine, einer nach eigenen Angaben feministischen Pro-Palästina-Gruppe. Es sind unter anderem Auftritte von den Musikern K.I.Z und Pashanim geplant, auch der jüdische Musiker und Professor Michael Barenboim gehört zu den Initiatoren.

Wer nicht dabei ist: die Linke.
(...)
Teile der Linken haben mit derlei Aufrufen allerdings kein Problem. An der Basis wächst der Unmut über das Zaudern der Parteispitze. Berliner Linke warfen der Parteispitze zuletzt vor, sich »reflexartig« von Linken zu distanzieren, die unter Antisemitismusverdacht geraten sind. »Palästinasolidarität wird zum Makel, nicht zur selbstverständlichen Position einer internationalistischen Linken«, schreiben sie anklagend.

Wenn schon die Basis der eigenen Partei Probleme macht, stellt sich die Frage, wie breit am Ende ein Bündnis sein kann, an dem die Linke beteiligt ist.
https://archive.is/8W5US#selection-2545.0-2557.151

Komplett fürn Arsch!

Hartzhetzer

ZitatWenn die Partei bei so etwas Grundsätzlichem und Einfachen, wie einen Protest gegen extreme Formen der Unmenschlichkeit nicht zu organisieren in der Lage ist, dann stimmt etwas mit der Partei nicht.
Wieso, die Linkspartei selber sieht sich doch als reformistische Partei. Sie will an alle Staatsbürger die noch nicht der sozialdarwinistischen neoliberalen Barbarei auf den Leim gegangen sind und die sich so etwas wie einen funken Empathie in ihrem Herzen bewahrt haben ein Angebot machen das sie die edleren Verwalter von dem Laden hier sind.

Diese Partei will doch nicht mit grundlegenden Pfeilern der BRD Staatsräson brechen sondern ein mit den Staatsinteressen befriedendes Sammelbecken für die Reste des Linken Randes sein. Außerdem will sie auch für CDU/ CSU, Grüne, SPD und FDP als Koalitionspartner in Frage kommen, da kann man nicht allzu sehr und ausfällig vom Mainstream abweichen. 
Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

Fritz Linow

Nun ruft die Partei also doch zur Demo auf:
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1193585.demonstration-linke-ruft-zu-gaza-demo-auf.html

Naja, eigentlich nicht wirklich, eher nur mit Stellvertretern, angeblich um den überparteilichen Charakter der Demo zu wahren. So kann sich jedes Mitglied selber fein aussuchen, zu welcher Fraktion es gehört, ein wenig Linkiblinki hier, ein wenig Befriedung da. Auf Dauer wird das nicht gut gehen... 

Kuddel

Ojeh, was für erbärmliche Zustände. Die Linkspartei braucht Monate, um zu einer Demo aufzurufen. Und dann haben wir es mit einer gespaltenen Friedensbewegung zu tun.

ZitatDie Veranstaltungen am 27. September finden zwei Wochen nach einer Kundgebung des BSW statt, das die Wartezeit für eine eigene Kampagne nutzte. Die Veranstaltung mit dem Titel: »Stoppt den Völkermord in Gaza! Keine Waffen in Kriegsgebiete! Frieden statt Wettrüsten!« ist generell antimilitaristisch und thematisiert die Situation in Gaza und in der Ukraine gleichermaßen.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1193585.demonstration-linke-ruft-zu-gaza-demo-auf.html

Ich mag das BSW ganz und gar nicht. Es hat aber Selbstverständlichkeiten hinbekommen, wie auch für ein Ende des Krieges in der Ukraine und gegen Militärismus insgesamt zu protestieren.

Daß es dazu bei der Linkspartei nicht gekommen ist, ist verdammt erbärmlich.

Hartzhetzer

Liebe LINKE, Wir Müssen Reden...

ZitatAch...die Linkspartei. Die Linkspartei sollte eigentlich DIE Opposition gegen den Status Quo schlechthin sein. Doch in den letzten Monaten wirkte sie regelmäßig immer mehr wie eine weitere bürgerliche Partei auf Kuschelkurs mit Union und Co.
In diesem Video wollen wir daher einmal über das Verhalten der PdL in den letzten 6 Monaten reden und ich gebe euch meine Meinung dazu.

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

Frauenpower

Der Videosprecher und "richtige Linke" hat kurz vor der Mitte  "Friedrich - > motherfucking - < Merz" gesagt. Ja, das ist "riiiichtig"  links.  Sexistisch und misogyn.


Am 27.09.25 organisiert Die Linke eine Großdemo in Berlin:
https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/zusammen-fuer-gaza/
ZitatDie Linke ruft zur Großdemonstration ,,Zusammen für Gaza" am 27. September in Berlin auf.

Hartzhetzer

ZitatDer Videosprecher und "richtige Linke" hat kurz vor der Mitte  "Friedrich - > motherfucking - < Merz" gesagt. Ja, das ist "riiiichtig"  links.  Sexistisch und misogyn.
Genau das ist der Punkt warum euch Linksliberale und Feministen niemand mag, außer ihr euch selbst untereinander. Ihr wollt nicht diese Gesellschaft und dieses Wirtschaftssystem überwinden, sondern euch geht es nur um eine belanglose Kulturkampf Cancel Kultur Kacke. Da werden die Faschos ja richtig verlockend da kann man wenigsten noch Schimpfwörter gegen politische Gegner aussprechen ohne aus den eigenen Reihen mit Neusprechkacke beworfen zu werden. Obwohl eigene Reihen ist falsch ihr Kapitalismusfreunde seit eher Sozialdemokratische Staatsfans wie Links.

Tue dir doch deinen Neumodisch Urban Hippen Linksliberalen 2. Welle Feminismus nehmen und dorthin stecken wo kein Licht hin scheint das ist ein Rotz den die Welt nicht braucht. Ich weiß schon warum Menschen wie du gerne Selbstgerecht Sprachpolizei spielen, dadurch bekommen sie in einer Welt in der sie nichts zu melden haben das Gefühl von Gestaltungsmacht und moralischer Überlegenheit. Das ist der gleiche Mechanismus wie bei Faschos wenn diese Menschen die für Bügergelderhöhungen sind anbrüllen: "Such dir einen Job, ich gehe für mein Geld auch arbeiten!"
Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

counselor

ZitatDer Videosprecher und "richtige Linke" hat kurz vor der Mitte  "Friedrich - > motherfucking - < Merz" gesagt. Ja, das ist "riiiichtig"  links.  Sexistisch und misogyn.

Na, wenn das Deine einzige Kritik an dem Video ist, dann scheint der Sprecher ja richtig zu liegen mit seinen Thesen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Mit der Kritik von @Frauenpower konnte ich herzlich wenig anfangen und habe sie deshalb ignoriert.

Die Kritik an Frauenpowers Kritik finde ich aber auch nicht so doll.

Die Linke ist schwach, zersplittert und verwirrt. Man hat kaum Einfluß auf die herrschenden Verhältnisse, deshalb geht man lieber aufeinander los. Die selbsternannten "Linksradikalen" gehen gern auf die "Linksliberalen" los. Ich weiß schon, was sie meinen. Diese akademisch geprägte Szene mit ihrem komischen Vokabular, mit moralischem Themen und einem sie verbindenden linksalternativem Lifestyle, ist nicht gerade hilfreich.

Aber seien wir mal ehrlich, die selbsternannte "linksradikale" Szene ist doch auch in ihrer Blase gefangen und kaum besser als die der "Linksliberalen". Diese Linksradikalen bewegen sich im Proletariat nicht gerade wie ein Fisch im Wasser. Sowohl in den Kreisen der traditionellen Arbeiterschaft, alsauch in den Unterschichten mit prekärer und migrantisch geprägter Arbeit, sind die Linksradikalen nicht einflußreich in den Debatten.

Es gab schon immer in der linken Bewegung komische bis bekloppte Strömungen. Statt auf sie einzuschlagen (ich bin nicht frei davon), sollten wir es besser machen. Also statt zu kritisieren, lieber mit gutem (besseren) Beispiel vorangehen. Es ist nicht einfach. Wir müssen viel lernen.

Zitat von: Hartzhetzer am 07:58:32 Mi. 03.September 2025...warum euch Linksliberale und Feministen niemand mag...

Sorry, das finde ich nerviger als das komische Posting von Frauenpower.

"Die Klasse" oder "die Unterschichten" sind nicht auf einem geradlig progressivem Kurs, sondern auch voller Irrungen, Wirrungen und Widersprüchen.

Wenn man aus den Unterschichten rassistische Sprüche hört, ist es keine Annäherung ans Proletariat, selbst rassistische Sprüche zu bringen, wie die Wagenknecht. Das gleiche gilt für sexistische Sprüche. (Wobei @Frauenpower meiner Meinung nach manchmal Sexismus herbeihalluziniert.)

Völlig daneben finde ich den Seitenhieb auf den Feminismus. Ja, auch in der feministischen Bewegung gibt es Bekloppte. Das ist keine Rechtfertigung, sich auf den Feminismus selbst einzuschießen in Zeiten, in denen die Rechte auf einem Antifeministischen Gegenkurs ist und mit den "Tradwives" die Frau aufs Hausfrau- und Mutter-Dasein reduzieren will. Zum weltweiten Rechtstrend gehört, daß Abtreibung weiter kriminalisiert und Frauenrechte eingeschränkt werden. In den USA gab es bereits den Vorschlag das Frauenwahlrecht abzuschaffen. Hierzulande nimmt die Zahl der Femizide wieder zu.

Die feministische Bewegung ist eine weltweit bedeutende politische Kraft. Die Kritik an ihren Fehlern sollte aus der Bewegung selbst kommen und nicht von irgendwelchen frustrierten Männern.

Frauenpower

@ Hartzhetzer: immer alles sagen können zu wollen - und es ist ja nicht verboten, ich appelliere lediglich an linken Antisexismus - kann in die falsche Richtung führen. Achtsamkeit in der Sprache soll auf Schlechterstellungen aufmerksam machen, allein schon angesichts dessen:

https://www.ardmediathek.de/video/story/shut-up-bitch-der-kampf-um-maennlichkeit/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjIyMjU

Und wie schon mal gesagt: seit Marx (19. Jh.) können Menschen nicht immer aber schon auch mitunter auch aus ArbeiterInnenschichten studieren, es gibt "den Proletarier" nicht mehr. Es gibt aber weiterhin  Menschen, die  in ihrem Gehalt, lebenszeitlicher Selbstbestimmung und Aufstiegschancen klein gehalten werden / unterdrückt sind! Dennoch müssen sie nicht alle das Gleiche wollen und brauchen.
Es wird ja schon an Sprachachtsamkeiten gemeckert!


counselor

ZitatUnd wie schon mal gesagt: seit Marx (19. Jh.) können Menschen nicht immer aber schon auch mitunter auch aus ArbeiterInnenschichten studieren, es gibt "den Proletarier" nicht mehr.

97% der Bevölkerung besitzen keine Produktionsmittel und müssen ihre Arbeitskraft gegen Lohn an die Arbeitgeber (die Bourgeoisie) verkaufen. Sie sind daher aus der Sicht von Marx Proletarier (auch wenn sie studiert haben und bessere Jobs haben).

Der Begriff "Proletarier" ist sicher etwas aus der Mode gekommen und es gibt heute weniger Fabrikarbeiter, aber die ganze "Mittelschicht"  gehört auch zur Arbeiterklasse bzw dem "Proletariat".

ZitatEs wird ja schon an Sprachachtsamkeiten gemeckert!
Du spielst doch die ganze Zeit Sprachpolizei und willst der Mehrheit diktieren, wie sie zu sprechen hat!

Ich möchte Dich an einen Sachverhalt erinnern:

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will laut Umfragen aus dem Jahr 2021 und 2023 nicht gendern. Eine deutliche Mehrheit ist demnach in allen Lebensbereichen eher gegen die Verwendung der Gendersprache.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Frauenpower

Es geht um den Satz  "Friedrich motherfucking Merz" . Ob oder das Friedrich Merz Mütter fickt ist eine irrelevante inhaltliche und schon gar keine politische Aussage und sexistisch obendrein. Mütter sind in der Regel Frauen und ob und mit wem die Sex haben tut weiterhin nichts zur Sache, ist ihre Sache.

Frauen haben nicht pauschal abwertend in einem Satz mit Merz genannt zu werden, der sich oft genug frauenfeindlich geäußert hat!

Btw: F*Fritz ist so gesehen für einen wie Merz eher auch keine Herabwürdigung. Ist sexistisch und das Wort F** wird herabwürdigend für Frauen verwandt, wenn die nicht nach irgendwers Pfeife spuren.

Hartzhetzer

Der Punkt ist das TitosLeftLung in seinem Video die Aussage "Friedrich motherfucking Merz" getroffen hat um Merz abzuwerten und nicht um Frauen zu diskriminieren. Du @Frauenpower unterstellst seiner Aussage Frauendiskriminierung da du ansonsten keine Argumente hast seine Kritik an der Linkspartei zu widerlegen. Die von dir unterstellte Frauendiskriminierung soll nun dazu herhalten den Creator des Videos komplett als Sexisten Schwein abzuwerten um damit auch gleich all seine politischen Standpunkte bezüglich der Linkspartei zumindest moralisch zu entwerten.

ZitatDie feministische Bewegung ist eine weltweit bedeutende politische Kraft. Die Kritik an ihren Fehlern sollte aus der Bewegung selbst kommen und nicht von irgendwelchen frustrierten Männern.
Guter Satz den ich gleich mal auf das Thema anwenden werde: "Die Kritik an Videos von TitosLeftLung und seinen Aussagen sollte von TitosLeftLung selber kommen anstatt von feministischen Linksparteifans die keinerlei Kritik an der Partei dulden und daher jede Kritik sofort als persönlichen Angriff auf ihre Identität abwatschen müssen."

Anmerkung:
Mir gehen die Rechten Idioten die Abtreibungsverbote oder anderen Unterdrückerscheiß für Frauen fordern voll auf den Sack. Genauso wie Typen die Frauen belästigen und/oder vergewaltigen, beziehungsweise schlimmstenfalls töten wenn Frau nicht so funktioniert wie sie das gerne hätten.
Umgekehrt gehen mir aber auch feministische Aktivistinnen auf den Sack die den Standpunkt vertreten das jeder Mann schon aufgrund seines Geschlechts von Kind an Scheiße ist und eine Welt in der nur Frauen das sagen haben eine viel bessere wäre.
Für diese Sorte Feministinnen ist der Mann das was für den Fascho der Flüchtling und Bürgergeldempfänger ist, die Ursache aller Probleme in der Gesellschaft.

Ich gebe es an dieser Stelle auch zu ich kann mit den modernen Linksliberalen Strömungen wie den FLINTA Feministinnen und der Klimaschutzbewegung nicht allzu viel anfangen. Die haben nichts an sich was mich mitreißt wo ich sagen könnte: Cool endlich spricht es mal jemand aus, endlich haut mal jemand mit der Faust auf den Tisch, hier will ich gerne Mitmachen und Teil davon sein.

Das ist alles nur so ein moralisierender, Zahnloser Kram der immer nur an die kleinen Leute herantritt und sagt: "Ihr müsst mehr verzichten, das dürft ihr nicht mehr essen, das dürft ihr nicht mehr sagen, verhaltet euch anders." und zeitgleich den Machthabern dieser Gesellschaft anbiedernd hinterherschwänzelt und nichts davon wissen will das es doch diese Machthaber und deren Interessen sind die Hauptverantwortlich für die Zustände sind gegen die sie so unermüdlich kämpfen.

Die Nazis vollzogen auf ihre Weise, was die Sozialdemokratie sich immer erträumt hatte: eine »ordentliche Revolution«, in der alles ganz anders wird, damit alles so bleiben kann, wie es ist.

Zitat Schwarzbuch Kapitalismus Seite 278

counselor

ZitatDie Kritik an ihren Fehlern sollte aus der Bewegung selbst kommen und nicht von irgendwelchen frustrierten Männern.

Warum die Kritik an der Frauenbewegung nur aus der Bewegung selbst kommen soll, verstehe ich auch nicht.

Ansonsten sehe ich es genauso wie @Hartzhetzer. Die Kritiken in dem Video in #1390 an der Linkspartei sind berechtigt!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Frauenpower

@Hartzhetzer: dann sag halt bzw der Videosprecher soll halt fatherfucking sagen, wenn du bzw er eine sexistische Abwertung für sinnvoll hälst.

Den Dreck der Welt haben zu 50% auch Männer mitzutragen incl aller die sich einem individuellen Geschlecht oder keinem zurechnen. (oder man karrt ihn nur dorthin, wo er hingehört)

Frauen sind nicht nur als Arbeiterinnen unterdrückt sondern zusätzlich auch aufgrund ihres Frau seins an sich.

Ich positioniere mich darüber hinaus für Frieden und für die Einhaltung von Grund Menschenrechten in Palästina und Israel.

Wanderratte

Zitat von: counselor am 10:01:09 Do. 04.September 202597% der Bevölkerung besitzen keine Produktionsmittel und müssen ihre Arbeitskraft gegen Lohn an die Arbeitgeber (die Bourgeoisie) verkaufen. Sie sind daher aus der Sicht von Marx Proletarier (auch wenn sie studiert haben und bessere Jobs haben).

Der Begriff "Proletarier" ist sicher etwas aus der Mode gekommen und es gibt heute weniger Fabrikarbeiter, aber die ganze "Mittelschicht"  gehört auch zur Arbeiterklasse bzw dem "Proletariat".
Demnach gehören ja auch finanziell Reiche zur Arbeiterklasse. Wenn man also eine höhere Reichensteuer fordert, handelt man gegen die eigene Klasse.

Irgendwas scheint mit dem Konzept nicht zu stimmen bzw. Marx ist nicht mehr zeitgemäß.

Auch Menschen ohne Produktionsmittel können andere Menschen unterdrücken (z.B. Jobcenter und Maßnahmenindustrie). Oder jemand mit einer Führungsposition im Betrieb.

counselor

Meine Darstellung zur Arbeiterklasse war grob vereinfacht.

Über das marxistische Konzept zum öffentlichen Dienst (zB Jobcenter) kannst Du hier nachlesen:
https://marx-forum.de/arbeitswelt/trends/trends_o/offentlicher_dienst.html
Natürlich gibt es heute wohlhabende Teile der Arbeiterklasse, die teilweise verbürgerlicht sind. Wer aber Vermögen hat, das über eigene Arbeit hinausgeht, gehört nicht mehr zur Arbeiterklasse.

Manager und Aufseher im Betrieb sind nach Marx besondere Angestellte und als solche die Offiziere bzw Unteroffiziere im Betrieb. So würde ich auch die Anleiter in der Maßnahmenindustrie als Aufseher / Unteroffiziere im Betrieb einordnen (Marx verglich die Hierarchien im Betrieb mit dem Militär). Sie haben Weisungsrecht und gehören daher nicht zur Arbeiterklasse.

Siehe: Das Kapital von Karl Marx: https://nikol-verlag.de/products/das-kapital  bzw online hier: http://www.infopartisan.net/archive/mew/

Auch interessant dazu: https://dkp.de/partei/theorie-und-bildung/strukturwandel-der-arbeiterklasse/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Um noch einmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen, die Linkspartei.
Selbst wenn sie wollte, könnte sie wenig bewegen als Partei in den Parlamenten.

Sinn würde sie als parlamentarischer Arm der Kämpfe in den Betrieben und der Sozialen Kämpfe in der Gesellschaft machen.

Die Niveau solcher Kämpfe ist in Deutschland eher niedrig, es gibt keine Generalstreiks und keine "blockiert alles!" Bewegung.

Die Medien versuchen zu personalisieren und machen die Partei fest am Heidi Reichinneck Phänomen.

In meinen Augen ist Ines Schwerdtner ein tragisches Beispiel dafür, wie der parlamtarische Apparat ihre Teilnehmer schleift und zu funktionierenden Teilen des Politbetriebs macht. In ihrer Rolle als Redakteurin, Journalistin und Kolumnistin hatte sie noch Biß und ihre Beiträge waren erhellend. Ihre jetzige Rolle läßt mir die Füße einschlafen.

Viel wichtiger erscheint mir die Welle der Neueintritte meist junger Leute. Ihr praktischer Beitrag mit politscher Arbeit auf der Straße mit zehntausenden Haustürbesuchen haben die Partei aus der Bedeutungslosigkeit katapultiert.

Mehr als 50% der Mitglieder sind neu. Wo sind sie jetzt? Wo ist ihr politischer Einfluß? Wenn sich nicht langsam etwas neues entwickelt, wird die Partei wieder in die Bedeutungslosigkeit dümpeln. Kommt mir nicht mit der tollen neuen Tiktok Strategie der Partei. Das ist heiße Luft.

Die Strategie der Haustürbesuche war neu und erwies sich als überaus erfolgreich. Ich bin der Meinung, man sollte nun wieder Neuland betreten und sich vor Betriebe stellen mit Flugblättern und Diskussionsangeboten.


Onkel Tom

Zitat von: Kuddel am 09:44:23 Fr. 26.September 2025Die Medien versuchen zu personalisieren und machen die Partei fest am Heidi Reichinneck Phänomen.
Das stinkt mir gewaltig, weil die Linkspartei nicht nur aus Heidi und Jan besteht.
Beide machen ihre Arbeit gut aber der ganze Hintergrund wird so gut wie ausgeblendet.

Gegenwärtig werden Strukturen gefestigt und die direkte Verbindung zur Bevölkerung
ausgebaut. Im Gegensatz zu allen anderen Partein, die ihre "was können wir machen ?" Dinger
holen sie sich von irgendwelchen Beratern oder Lobbyisten, die sich von der allgemeinen
Bevölkerung distanzieren und meinen, das ihre Ideen ganz einfach auf zu propfen gilt.

Die Linkspartei versucht auch da Ansprechpartner zu sein, wie z.B. via "Die Linke hilft",
wo andere meinen "Ach die ?, die können wir ignorieren, sie jammern nur und gefährlich
können die uns eh nicht werden".

Ich hoffe, das die anderen sich darin in Zukunft mächtig täuschen. Denn der Kreis der
Betroffenen Ausgegrenzten hat ja das dreckige menschenverachtende H4-System auf ca.
40% anwachsen lassen.. Gut 70% haben die Allüren des Mobcenters erfahren und
Lohndrückereien hinnehmen müssen a la "friss oder stirb!".

Ob der Aufkleber von der FAU "Am Ende waren es die Erwerbslosen" mit dem Bild einer
Feuerbarrikade von ca. 2006 doch noch mal Wirklichkeit wird ? Ich wünsche es mir.  ;) 
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

ZitatDie Linkspartei versucht auch da Ansprechpartner zu sein, wie z.B. via "Die Linke hilft"

Das ist doch das Projekt mit Geldern, die Abgeordnete von ihren Diäten gespendet haben, oder? Es geht doch darum, daß Leuten in Not spontan gehofen wird, wenn sie z.B. sie wegen Mietschulden ihre Wohnung  verlieren würden. Sehe ich das richtig?

Wie sieht das "Linkspartei hilft" praktisch aus?
Wie werden die Betroffenen erreicht?
Wie die Mieter?
Wie die Erwerbslosen?
Wie die Migranten?
Wie die prekär arbeitenden Menschen?
Wie die Menschen in "normalen" Jobs, egal ob an der Supermarktkasse, auf dem Bau, am Fließband, im Krankenhaus oder in der Kita?

Wie hilft man ihnen? Was kann man ihnen anbieten? Wie organisiert man sie? Wie stärkt man sie? Wie bringt man kollektiven Widerstand auf die Beine?

Ines Schwerdtner 2024:
ZitatWir brauchen die Arbeiter auf unserer Seite. Die Krise bei Volkswagen und in der Automobilindustrie im Allgemeinen sollten wir nutzen, um neues Selbstvertrauen zu gewinnen und zu zeigen, dass wir auch die Arbeiterschaft in der Industrie meinen, wenn wir uns als Partei der Arbeiterinnen und Arbeiter positionieren.
(...)
In den kommenden drei Monaten müssen wir Arbeiterinnen und Arbeiter als ebensolche ansprechen. Wir waren lange Zeit sehr darauf fokussiert, jeden Einzelnen und seine [individuellen] Probleme zu thematisieren, ohne dabei die Gefühle anderer zu vergessen.
(...)
... dass es wichtig ist, beispielsweise einen Kandidaten zu haben, der Hafenarbeiter ist, jemand, der kürzlich gestreikt hat – das haben wir nun beispielsweise bei den kommenden Bürgerschaftswahlen in Hamburg. Wir brauchen mehr solche Leute, Krankenpfleger, Arbeiterinnen auf unseren Listen. Ich würde diesbezüglich für eine Quote plädieren.
https://jacobin.de/artikel/ines-schwerdtner-linke-bundestagswahl-ampel

Das ist ja gut gemeint, doch man hat offensicht wenig Ahnung wie man Arbeiter:innen erreicht:

ZitatWir arbeiten derzeit gemeinsam mit der IG Metall und dem VW-Betriebsrat an einer Strategie.

DAS ist doch das entscheidende Problem: So redet man nicht mit den Arbeiter:innen, sondern nur mit ihren Vertretern. IGM und VW Betriebsräte sind bisweilen reaktionär, sind pro-Krieg und für ein Gesundschrumpfen des Betriebs, um international konkurrenzfähig zu sein. Von diesen Vertretern fühlen viele der Arbeiter:innen sich nicht mehr vertreten. In ihrer Verunsicherung suchen viele Autoarbeiter Hilfe von rechts. Die IGM fordert Konkurrenzfähigkeit gegen die Kollegen im Ausland, die AfD ist konsequenter mit einem "Grenzen dicht!" gegen Globalisierung.

Basisarbeit auf Betriebsebene scheint der Linkspartei nicht bekannt zu sein.

Nikita

Die Linkspartei war ein Trümmerhaufen und hat sich ordentlich berappelt. Sie haben auch wieder Führungsfiguren. Das ist für viele Menschen, vielleicht sogar die Mehrheit, wichtig. Sie sind für zahllose Initiativen in Deutschland essentiell. In Berlin könnte es auch durch sie einen Durchbruch bei der Vergesellschaftung von Wohneigentum, also Enteignung, geben. Wir sollten ihre Bedeutung nicht klein reden. Aber selbstverständlich konstruktiv hinterfragen, was und wie sie Dinge machen. Die Linke beweist für mich, dass man auch als Partei etwas verändern kann.

counselor

ZitatDie Linke beweist für mich, dass man auch als Partei etwas verändern kann.

Sehe ich auch so. Parteien sind ein gutes Mittel, um auf die ökonomische Basis (also die Betriebe etc.) einzuwirken. Echte bürgerfreundliche Reformen gibt es heute nicht viele, aber die Linkspartei hier in Nürnberg taugt schon dazu, auf kommunaler Ebene Kampagnen in diese Richtung zu starten.

Gut wäre, wenn die Linkspartei sich in den Betrieben verankern könnte.

Ines Schwerdtner hat ihren "Hyperpolitkik"-Podcast neu gestartet (und zwar auf dem YouTube-Kanal der Linken).
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dejavu

ZitatMehr als 50% der Mitglieder sind neu. Wo sind sie jetzt? Wo ist ihr politischer Einfluß? Wenn sich nicht langsam etwas neues entwickelt, wird die Partei wieder in die Bedeutungslosigkeit dümpeln. Kommt mir nicht mit der tollen neuen Tiktok Strategie der Partei. Das ist heiße Luft.

Ich glaube die hier ist bei uns neu:
Zitat5.2. - Antrag von Julia Herbinger zum Thema Ämtertrennung:
Der Kreisparteitag möge beschließen:
Die Vorsitzenden des Kreisverbands dürfen nicht zugleich Vorsitzende der Fraktion sein. Mitglieder des Kreisvorstands dürfen nicht automatisch Mitglieder der Fraktion sein. Eine Teilnahme an Fraktionssittungen zu Informationszwecken sowie eine Zuarbeit durch Vorstandsmitglieder ist möglich, jedoch ohne Posten und Stimmrecht.
Begründung
Der Kreisvorstand muss in der Lage sein, die Arbeit der Fraktion kritisch zu begleiten und Entscheidungen der Fraktion zu überprüfen, insbesondere wenn diese Auswirkungen auf den Kreisverband, die Partei oder die Basis haben. Die Trennung verhindert Interessenkonflikte, stärkt die innerparteiliche Demokratie und fördert die solidarische Zusammenarbeit aller Mitglieder. Durch diese Regelung können Vorstand und Fraktion unabhängig agieren, und die notwendige Kontrollfunktion des Vorstands bleibt gewahrt.

5.3. Antrag von Julia Herbinger zu den Themen Amtszeitbegrenzung und Rotation:
Der Kreisparteitag möge beschließen:
1. Die Wahlperiode für Ämter im Kreisverband beträgt zwei Jahre.
2. Eine Person darf dasselbe Amt höchstens zweimal in Folge ausüben (maximal 4 Jahre).
3. Danach muss mindestens eine volle Wahlperiode (2 Jahre) verstreichen, bevor dieselbe Person erneut in dasselbe Amt gewählt werden kann.
Begründung:
Ein regelmäßiger Wechsel der Amtsinhaber*innen verteilt Verantwortung, verhindert Machtkonzentration und stärkt die innerparteiliche Demokratie. Durch Rotation wird die Einbindung neuer Mitglieder erleichtert und die Beteiligung breiter Schichten der Basis gefördert. Gleichzeitig sorgt die Verpflichtung zur Übergabe und Einarbeitung dafür, dass Wissen und Kontinuität erhalten bleiben. Dieses Prinzip wird bereits an verschiedenen Stellen innerhalb der Partei praktiziert und trägt dort erfolgreich zu mehr Beteiligung und Transparenz bei.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

Ich habe die letzten Jahre brav die Linke gewählt und ich werde es wohl auch weiter tun. Nur verstehe ich nicht ganz, woher ihr euren Optimismus in Bezug auf die Partei nehmt.

ZitatDie Linke beweist für mich, dass man auch als Partei etwas verändern kann.

Wie? Was hat denn die Partei verändert? Klar, sowas wie das regional günstige Deutschlandticket ist gut. Es gibt bestimmt viele kleine Initiativen die gut und erfolgreich sein mögen.

Aber die Verhältnisse bleiben unangetastet. Deshalb tröstet mich dieses Klein-Klein nicht.

ZitatIn Berlin könnte es auch durch sie einen Durchbruch bei der Vergesellschaftung von Wohneigentum, also Enteignung, geben.

Ich möchte daran erinnern, daß die Organisation Deutsche Wohnen und Co. Enteignen eine außerparlamentarische Initiative mit 14 Stadtteilteams ist. Daß die Linke solche Aktivitäten unterstützt, ist natürlich gut. Doch ohne diese Basisinitiativen kann die Partei nicht viel bewegen.

Selbst wenn die Linke mit 40% der Wählerstimmen ins Parlament kommen würde, würde es nicht die Kriegsvorbereitungen verhindern, noch den Sozialabbau und die Massenverarmung beenden. Die Möglichkeiten der parlamentarischen Arbeit scheinen ziemlich überschätzt zu werden.

Es geht darum, die einfachen Menschen zu erreichen und zu bewegen. Deshalb fand ich die Kampagne mit den Haustürbesuchen so gut. Ich finde die Kampagne "Linkspartei hilft" zumindest interessant. Würde gern wissen, wie das in der Praxis aussieht. Ich hoffe, daß @Onkel Tom mir die Fragen mit seinem Einblick beantworten kann.

ZitatDie Linkspartei war ein Trümmerhaufen und hat sich ordentlich berappelt
Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe. Klingt mir so wie, früher waren sie zerstritten, heute sind sie sich einig und wählbar. Mit solchen Aussagen wurden innerparteiliche Kritiker auch in der SPD oder den Grünen abgebügelt. Ich halte das für Quatsch. In Zeiten, in denen die AfD völlig zerstritten war und führende Politiker mit Anklagen und juristischen Auseinandersetzungen zu kämpfen hatten, stieg sie weiter in der Wählergunst, denn sie hatte etwas anzubieten: 1. Radikalopposition zur Regierung und allen bürgerlichen Parteien. 2. Aggro, Ausdruck der Wut, die viele Menschen fühlen. Und: 3. Rassismus. Es gibt Menschen, die freuen sich über einen Freibrief, auf Migranten einzuschlagen.

ZitatSie haben auch wieder Führungsfiguren. Das ist für viele Menschen, vielleicht sogar die Mehrheit, wichtig.

Das halte ich für eine Behauptung und keinesfalls für eine Tatsache.

Ich halte die Protestbewegung in Serbien für die wohl wichtigste und inspirierendste Bewegung zur Zeit in Europa. Sie fordert die herrschenden Verhältnisse heraus,sie ist langlebig und zäh. Sie zeichnet sich durch ihre Führerlosigkeit aus. Es können deshalb keine Führer gekauft oder unter Druck gesetzt werden. Man kann die Führer nicht diffamieren, erpressen, verhaften, in den Knast stecken, weil es diese Führer nicht gibt.

Der AfD fehlt es weitgehend an Führerfiguren. Sonderlich charismatische und beliebte Frontleute sind Chrupalla, Weidel, Höcke und Krah nun auch nicht. Es bleibt ihre Ausstrahlung als die Fundamentaloppositionelle, je provokanter und aggressiver ihre Auftritte, desto attraktiver werden sie.

Das BSW hat wirklich eine charismatische Führungsfigur, die auch eine hervorragende Rednerin ist. Doch sie dümpelt weiter um die 4%, weil Faschos lieber das Orgiginal als die Kopie wählen, und Leute, die ihr die Kriegsgegnerschaft und ihre Politikerschelte abkaufen, die rechten Sprüche und Forderungen nicht schlucken wollen.

Ich bleibe dabei: Es geht nicht um Personen oder die parteiinterne Ordnung. Es geht darum, ob sie politisch etwas anzubieten hat, was den Menschen etwas sagt und womit sie etwas anfangen können.

Mit Hilfe der Medien ist es der AfD gelungen, sich als Vertreterin des Kleinen Mannes zu inszenieren, als Partei der Arbeiter.

Daß sie genau das nicht ist, sollte man in der politische Diskussion in den Vordergrund stellen. Daß sie von Multimillionären gesponsort wird, ist ein Argument, ein anderes, daß der reichste Mann der Welt sich in den deutschen Wahlkampf einmischte und öffentlich erklärte, die AfD sei die beste Hoffnung für Deutschland. Auf einer AFD Wahlkampfveranstaltung rief er per Videoschalte dem Publikum zu: "Kämpft für eine großartige Zukunft für Deutschland." Die AfD setzt sich weder für eine Mindestlohnerhöhung, noch für eine Mietenbremse ein.

Es gibt erste Versuche der Linkspartei als Vertreterin der Klasse aufzutreten, doch in wie weit es wahr- und ernstgenommen wird, ist noch offen.

Es geht dabei nicht nur um Forderungen und Worte, sondern es geht um das vor Ort Sein. Es geht um Industriearbeiter:innen, um Care-Arbeiter:innen, um prekäre Arbeiter:innen. Es gilt dahinzugehen wo gekämpft wird, man sollte vor Betrieben mit Flugis und Diskussionsangeboten stehen, man sollte bei Kollegenstammtischen auftauchen. Man muß sich mit den Arbeitenden selbst treffen und nicht nur mit den gewerkschaftlichen Funktionären.

Es gibt viele neue Mitglieder, die hungrig auf Aktivitäten sind.

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