Völkische Gewerkschaft?

Begonnen von Fritz Linow, 11:38:10 Di. 28.November 2017

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Fritz Linow

Von etwa 18.000 Betriebsratssitzen hat Zentrum bei der letzten Wahl knapp 25 Sitze bekommen. Ebenso schlimm ist wohl der anschlussfähige innergewerkschaftliche Rechtspopulismus, sonst wäre der Anteil der AfD-Wähler unter DGB-Gewerkschaftsmitgliedern nicht so hoch.
Mich würde aber trotzdem mal interessieren, ob dieses Zentrum irgendwo schon versucht hat, überhaupt Betriebsräte zu installieren, wo es bisher keinen Betriebsrat gibt. Von solchen Unternehmen gibt es ja auch jede Menge.

counselor

ZitatMit Veranstaltungs-Ankündigung - Hetzen, zersetzen, Gewerkschaft zerschlagen - das ,,Programm" des sogenannten ,,Bündnis freie Betriebsräte"

Lange begnügte sich die vier-köpfige Betriebsratsfraktion ,,BfB - Bündnis freie Betriebsräte" damit, sich als Opfer der ,,linken" IG-Metall-Macht zu inszenieren. IG-Metall-Betriebsräte wurden mit Klagen überzogen und ansonsten wurde vor allem gejammert.

Quelle: https://www.rf-news.de/2025/kw39/hetzen-zersetzen-gewerkschaft-zerschlagen-das-programm-des-sogenannten-buendnis-freie-betriebsraete
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatWolfsburg - Der Kampf gegen das faschistische ,,Zentrum" hat große Bedeutung in Betrieb und Gewerkschaft

Auf Einladung der IAC-Trägergruppe Braunschweig-Wolfsburg berieten am 4. Oktober im renommierten Alwar-Aalto-Haus in Wolfsburg über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass und wie eine breite antifaschistische Einheitsfront die Ausbreitung von faschistischen Strukturen in den Betrieben verhindern kann.

Quelle: https://www.rf-news.de/2025/kw41/der-kampf-gegen-das-faschistische-zentrum-hat-grosse-bedeutung-in-betrieb-und-gewerkschaft
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

ZitatZentrum Automobil - Achtung: Faschisten im Betrieb - Überarbeitete Broschüre zum Kampf gegen ihren Einfluss

Auf der 13. Offenen Akademie 2024 in Gelsenkirchen hielten Jörgen Scheller und Götz Schubert einen Vortrag mit dem Titel "Über die faschistische Betriebsgruppe Zentrum Automobil." Daraus entstand eine Broschüre, die von der Offenen Akademie und der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung herausgegeben wurde. Jetzt liegt sie in einer überarbeiteten Fassung vor.

Quelle: https://www.rf-news.de/2025/kw44/achtung-faschisten-im-betrieb-ueberarbeitete-broschuere-zum-kampf-gegen-ihren-einfluss
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counselor

ZitatWas das ,,Bündnis Freie Betriebsräte" mit Kettensägen zu tun hat - VW Zwickau: ,,Zeig mir Deine Freunde und ich sag Dir, wer Du bist"

Um es vorwegzunehmen: Zu diesen Zeilen wird das ,,Bündnis freie Betriebsräte" (BfB) wieder lamentieren ,, ... alles gelogen!" und das arme Opfer spielen. Geschenkt. Und nein, wir schreiben das weder, um die Bundesregierung noch die SPD zu retten oder manchmal nötige Kritik an Gewerkschaftspolitik zu unterdrücken.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw01/vw-zwickau-zeig-mir-deine-freunde-und-ich-sag-dir-wer-du-bist
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counselor

Eine lesenswerte Broschüre der "Offenen Akademie" über das faschistische "Zentrum Automobil":
https://offene-akademie.org/ueber-die-faschistische-betriebsgruppe-zentrum-automobil/
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Kuddel

ZitatIn diesem Volkswagen-Werk droht ein Rechtsruck

Seit mehr als einem Jahrzehnt versuchen AfD-nahe Betriebsratslisten, die Dominanz der IG Metall in deutschen Autowerken zu brechen. Bislang sind die Erfolge bescheiden: Bei Mercedes, im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim etwa, holte die rechtsextreme Gruppierung »Zentrum Automobil« einzelne Mandate, blieb aber stets eine Randerscheinung.

In Zwickau könnte sich das ändern.


Die Stadt ist eine Hochburg der Rechtsaußenpartei. Bei der Bundestagswahl vor einem Jahr gewann ein AfD-Politiker den Wahlkreis. Der sächsische Landesverband gilt als »gesichert rechtsextremistisch«. AfD-Wähler finden sich in Sachsen fast überall: im Sportverein, im Supermarkt, am Gartenzaun – und natürlich auch bei VW.
https://archive.is/Vj7tz#selection-811.0-811.46

Kuddel

ZitatOutokumpu in Krefeld
Betriebsratswahl mit »Grauen Wölfen«?
Berichte über rechte Umtriebe in Krefelder Stahlwerk von Outokumpu


Stehen türkische Faschisten auf der Gewerkschaftsliste der Betriebsratswahl bei Outokumpu? Über derartig schwere Vorwürfe gegen den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden des finnischen Stahlkonzerns und weitere BR-Kandidaten der IG-Metall-Liste berichtete die Westdeutsche Zeitung (WZ) Ende vergangener Woche.
https://www.jungewelt.de/artikel/518908.outokumpu-in-krefeld-betriebsratswahl-mit-grauen-w%C3%B6lfen.html

So wird Politik mit Weitsicht gemacht.

Das Forum der Ausgebeuteten ist in dieser Beziehung gescheitert. Es wird über Mißstände und individuelle Konflikte im Betrieb berichtet, aber ich sehe keine Versuche, irgendwie die betriebliche Situation zu ändern. Einfluß auf die Diskussion unter den Kollegen zu nehmen, gar eine gemeinsame Aktion hinzubekommen, darüber kann man hier nichts lesen.

Das Klima und die Kampfbereitsschaft in den Betrieben ist meiner Meinung nach wichtiger als das, was in der Linkspartei los ist.

Die Rechten haben das begriffen.

Wir nicht.

counselor

ZitatMercedes Stuttgart-Untertürkheim Betriebsratswahl - 31 Mandate für IG Metall, 9 für ,,Zentrum"

Das Ergebnis der Betriebsratswahlen im Mercedes-Benz Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim, die vom 5. - 9. März stattfanden, sorgt nicht nur im Betrieb für große Aufmerksamkeit und Diskussionen.#

Der Rekord bei der Wahlbeteiligung mit 68 Prozent zeigt die Politisierung und Polarisierung unter den Arbeitern und Angestellten. Das Wichtigste war: Die IG Metall-Liste konnte ihre führende Rolle mit rund 70 Prozent der Stimmen und damit 31 von insgesamt 43 Mandaten verteidigen. Sie verlor aber gegenüber der letzten Wahl 2022, wo sie noch 75,4 Prozent und 36 von 45 Mandate erhalten hatte.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw11/31-mandate-fuer-ig-metall-9-fuer-zentrum-1
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counselor

ZitatSachsen / Betriebsratswahlen - Faschistische Mehrheitsübernahme ins Wasser gefallen

Die Betriebsratswahlen in der sächsischen Automobilindustrie sind weitgehend abgeschlossen.

Die Ergebnisse sind anders als man sich das bei der faschistischen AfD und ihren betrieblichen Ablegern wie Zentrum, Bündnis freier Betriebsräte (BfB) oder Interessengemeinschaft Beruf und Familie (IBF) erhofft hatte.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw11/faschistische-mehrheitsuebernahme-ins-wasser-gefallen-1
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Zitat von: counselor am 18:05:45 Fr. 13.März 2026
ZitatMercedes Stuttgart-Untertürkheim Betriebsratswahl - 31 Mandate für IG Metall, 9 für ,,Zentrum"
Der Rekord bei der Wahlbeteiligung mit 68 Prozent zeigt die Politisierung und Polarisierung unter den Arbeitern und Angestellten. Das Wichtigste war: Die IG Metall-Liste konnte ihre führende Rolle mit rund 70 Prozent der Stimmen und damit 31 von insgesamt 43 Mandaten verteidigen. Sie verlor aber gegenüber der letzten Wahl 2022, wo sie noch 75,4 Prozent und 36 von 45 Mandate erhalten hatte.

Es bleibt in meinen Augen eine oberflächliche Analyse.
Das Problem ist doch, daß die IGM selbst eine reaktionäre Kraft ist, die nicht die Interessen der Beschäftigten vertritt.

Es ist oftmals in Großbetrieben komplizierter, es gibt da gelgentlich linke Kollegen, die innerhalb der IGM als Betriebsräte oder Vertrauensleute aktiv sind und in Opposition zur IGM Mehrheit stehen. Aber die Mehrheit mit Co-Management Ideologie ist ein Grund der Unzufriedenheit der Belegschaft. Natürlich ist "Zentrum" keine Alternative, sondern der Weg vom Regen in die Traufe. Es fehlt die kritische Arbeiterkultur, in der man ein Gefühl von Arbeitermacht hat. Wenn man nur klug quatschende Arbeitervertreter hat, die Politik für die Kollegen machen wollen, ohne die Kollegen einzubeziehen, wird im Betrieb genauso wie in der bürgerlichen Demokratie reagiert. Wenn man unzufrieden ist, wählt man einfach den anderen. Das dient vielleicht dem Frustabbau, führt jedoch nicht zu besseren Verhältnissen.

counselor

ZitatAber die Mehrheit mit Co-Management Ideologie ist ein Grund der Unzufriedenheit der Belegschaft.

Naja, ich war Ende Februar auf einer Diskussionsveranstaltung der Automobilarbeiterkoordination. Der Grund für das Co-Management der IGM ist das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), das Betriebsräte zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zum Wohle des Betriebs verpflichtet. Deswegen fordern viele kämpferische Gewerkschafter eine Änderung des BetrVG.

Das "Zentrum Automobil" polemisiert zwar gegen das Co-Management der IGM, praktiziert aber eine völkische Variante des Co-Management.

ZitatEs fehlt die kritische Arbeiterkultur, in der man ein Gefühl von Arbeitermacht hat.

Bei den Kolleginnen und Kollegen, die das "Zentrum Automobil" gewählt haben, fehlt es vor allen Dingen an Klassenbewusstsein.

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

Zitat von: counselor am 20:35:22 Sa. 14.März 2026Der Grund für das Co-Management der IGM ist das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), das Betriebsräte zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zum Wohle des Betriebs verpflichtet. Deswegen fordern viele kämpferische Gewerkschafter eine Änderung des BetrVG.
Das BetrVG bindet aber nur die Betriebsräte, nicht die Gewerkschaften als solche.
Die könnten anders, aber sie wollen offensichtlich nicht.
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

counselor

ZitatDie könnten anders, aber sie wollen offensichtlich nicht.

Genau! Die Gewerkschaftsbürokratie hat eine Art Arbeitsgemeinschaft mit den Arbeitgebern. Die Gewerkschaftsbasis will oft anders, als die Gewerkschaftsbürokratie. Es ist schon seltsam, dass ein Verwaltungsapparat, der eigentlich Streiks organisieren soll, sich gegen die Interessen der Basis wendet. Ein Gewerkschafter auf der Diskussionsveranstaltung der Automobilarbeiterkoordination drückte es so aus: "Die Gewerkschaftsbürokratie gehört ja quasi nicht dazu zur Gewerkschaftsbewegung".
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

Zitat von: counselor am 20:35:22 Sa. 14.März 2026
ZitatEs fehlt die kritische Arbeiterkultur, in der man ein Gefühl von Arbeitermacht hat.

Bei den Kolleginnen und Kollegen, die das "Zentrum Automobil" gewählt haben, fehlt es vor allen Dingen an Klassenbewusstsein.

In einem Großbetrieb habe ich erlebt, daß sich Klassenbewußtsein und politisches Bewußtsein bei einígen Leuten in entgegengesetzten Richtungen entwickelt haben.

Ich kannte meinen Vorarbeiter von der politischen Arbeit außerhalb des Betriebs. Er war ein linker Aktivist. Er hat in den 70ern mal als Revoluzzer in dem Betrieb angefangen, ich glaube, er war damals in der KPD/ML. Er war im Betrieb aktiv in der RGO, der Revolutionären Gewerkschaftsopposition. Die RGO hatte (vor meiner Zeit) eine kurze Popularität bei den Kollegen und erhielt bei den BR Wahlen mehr Stimmen, als sie personell ausfüllen konnten. Die Zeit der K-Gruppen ging bald vorüber. Er trat später den neugegründeten Grünen bei. Er hatte Familie und um mehr zu verdienen, wurde er Vorarbeiter.

Er gehörte zur Stammbelegschaft, ich war Leiharbeiter. Ich traf mich mit ihm bei Polititreffen, auf Arbeit war er mein Vorgesetzter.

Ich hatte einen Leiharbeiterkollegen, der echt witzig war. Wir haben den Tag über viel gequatscht und Scheiße gebaut. So bekam man den Tag gut rum.

Der Vorarbeiter stand selbst unter Druck in der Hierarchie und gab ihn weiter an die Kollegen, damti sie mehr arbeiteten. Zu allem Überfluß hatten wir Gruppenakkord, damit die Kollegen sich gegenseitig unter Druck setzten.

Mein Leiharbeiterkollege gestand mir mal, er habe eine rechte Partei gewählt.

Ich nahm die Situation so wahr: Mein Kollege war politisch verpeilt, doch er hatte Klassenbewußtsein. Ihn interessierte Produktivität nicht, für ihn zählte Kollegialität, er deckte auch Kollegen, die Fehler gemacht haben.

Der ehemals kommunistische Vorarbeiter wurde zum Rädchen in der Ausbeutungsmaschinerie und trieb uns an. In der "großen Politik" war er weiterhin klar links und wir hatten da die gleichen Ansichten.

Der Leihi war politisch verpeilt, doch ein solidarischer Kollegen an jedem Arbeitstag.

Mit solchen Widersprüchen hat man sich im Betrieb herumzuschlagen und es gab und gibt keine Orte, an denen man sowas diskutiert.

Bei aller Kritik, die ich an der MLPD habe, habe ich Repekt davor, daß sie sich intensiv um Betriebsarbeit kümmert.

Wenn wir eine grundlegend andere Gesellschaft wollen, kommen wir nicht um Betriebsarbeit herum. Ich habe auch mit Altlinken zu tun, die jahrzehntelang revolutionäre Betriebsarbeit versucht haben. Sie haben einen selbstkritischen Rückblick auf diese Aktivitäten und meinen, zu viel wäre auf die Betriebsmauern begrenzt gewesen und man habe den weiteren gesellschaftlichen Blick vergessen. Sie schlagen Betriebsarbeit mit Kontakten nach "draußen" und Schulterschlüssen zu Sozialen Bewegungen (z.B. Klima) vor.

counselor

ZitatBetriebsratswahlen - VW Zwickau: ,,Aufmischen" krachend gescheitert

Die faschistische AfD war angetreten, sich bei den diesjährigen Betriebsratswahlen ein organisiertes Standbein in Großbetrieben zu schaffen. Bei VW Zwickau trat das faschistische ,,Bündnis freie Betriebsräte" zur Betriebsratswahl an.

Quelle: https://www.rf-news.de/2026/kw12/vw-zwickau-aufmischen-krachend-gescheitert
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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