Basisgewerkschaften

Begonnen von Kuddel, 18:58:15 Mo. 03.Februar 2020

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Kuddel

Ich muß nochmal wieder den Blick auf Polen richten.

Ich halte die IP (Inicjatywa Pracownicza) für die gelungendste, also am besten funktionierende Basisgewerkschaft in Europa.

Im Moment setzt sie mit einem dreiwöchigen Unistreik das Bildungsministerium massiv unter Druck zum Ausbau und der Finanzierung von Mensen und Studentenwohnheimen.

Sie führt auch einen Streik bei der polnischen Niederlassung der Jeremias Abgastechnik GmbH:

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Gewerkschafter aus verschiedenen Betrieben aus dem ganzen Land, aber auch Bergleute der Sierpnia'80 und andere, oder die Arbeiter von Jeremias selbst, die in den Streik getreten sind - das war die Demonstration, die am Freitagmittag in der Kokoszki-Straße stattfand. Das Unternehmen drohte in seinem Kommuniqué mit der Schließung eines Teils der Arbeitsplätze und dem Abbau von Produktionsanlagen.

Es gab bisweilen harsche Äußerungen, Forderungen, die Erwartungen der Arbeiter zu erfüllen, aber auch die Bereitschaft, zu bestimmten Bedingungen in Gespräche einzutreten. Solche Rufe waren heute in der Kokoszki-Straße zu hören, wo ein weiterer Streik im Jeremias-Werk stattfand. Die Arbeiter der ersten Schicht verließen das Unternehmen vorzeitig und schlossen sich den Demonstranten an. Die zweite Schicht betrat das Werksgelände nicht.

https://gniezno24.com/aktualnosci/108290/strajkujacy-ze-wsparciem-kolejnych-zwiazkowcow-jeremias-rozwaza-wywiezienie-czesci-produkcji/

Kuddel

Spanien: Basisgewerkschaften aktuell CNT

Die Justiz mag keine aufmüpfigen Gewerkschafter:

ZitatAm 23. Juni 2021 wurde das 125-seitige Urteil des Richters des 1. Strafgerichts, Lino Rubio Mayo, bekannt gegeben, der für seine harten Urteile gegen Aufmüpfige und GewerkschafterInnen bekannt sei.

Der Richter verurteilte jeden der sieben Angeklagten für die Verbrechen der Nötigung und Behinderung der Justiz zu 2 Jahren wegen schwerer Nötigung und 1,5 Jahren wegen Behinderung der Justiz, wordurch sie nicht ins Gefängnis müssen.

Außerdem verhängte es eine Sperre von zweieinhalb Jahren und eine Entschädigung an die Schweizer Konditorei in Höhe von 150.428 Euro und erklärte die Gewerkschaft CNT zur subsidiären zivilrechtlichen Haftung.

Ihr Verbrechen? Eine Protestaktion mit Flugblättern und einem Megaphon vor der Schweizer Bäckerei in Gijón. Grund war Klage wegen Rufmord durch den Eigentümer gegen eine ehemalige Mitarbeiterin, nachdem ihre wegen sexueller Belästigung aus Mangel an Beweisen abgewiesen wurde...
https://www.labournet.de/?p=191297

ManOfConstantSorrow

Sechs AnarchosyndikalistInnen müssen in Spanien 3,5 Jahre in den Knast.
"Angriff auf die Gewerkschaftsarbeit an sich"

Beitrag (14 min) von Radio Dreyecksland: https://rdl.de/beitrag/angriff-auf-die-gewerkschaftsarbeit-sich
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

Bei dem verheerenden Zustand der DGB Gewerkschaften, drängt sich die Suche nach Alternativen auf. Basisgewerkschaften sollten DIE Medizin gegen den sozialpartnerschaftlichen Mist der DGB Gewerkschaften darstellen.

Die Wobblies sind hierzulande so winzig, daß sie kaum eine Rolle spielen. Und die FAU wird meinen Erwartungen nicht gerecht. Ich finde meine Erwartungen nicht überzogen, ich will eine organisierte Gegenwehr in der Arbeitswelt.

Die FAU ist eher da aktiv, wo die linke Szene arbeitet, Gastro, Call Center, Uni-Jobs, vielleicht noch IT-Klitschen. Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege.

Jedenfalls hat man bei der Industrie bisher keinen Fuß in der Tür.
Ich finde aber die Grünen Gewerke hervorragend, die FAU Sektion für Landarbeit. Die Organisierung von Sexarbeiter:innen finde ich auch gut.
Es gibt eine Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO), mit Verbindungen zur FAU und den Wobblies. Auch diese Organisation halte ich für wichtig.

Ich denke, Erfolge im Kampf würden für Zulauf sorgen. Diese Hürde zu nehmen ist nicht leicht, das verstehe ich.

Ich lande immer wieder bei der polnischen "Arbeiterinitiative" (Inicjatywa Pracownicza) IP. Ich halte sie für ein Vorbild, denn die IP zeigt, daß es geht, jenseits der linken Szene in der Arbeitswelt aktiv zu sein. Sie hat in einigen Bereichen der Industrie und des Öffentliechen Dienstes einen hohen Organisierungsgrat (die Gewerkschafts- und Streikgesetze in Polen sind hart und Unternehmerfreundlich) und ihnen ist es nicht nur gelungen, Streiks zu organisieren, sondern sie auch zu gewinnen.

Neben der betrieblichen Organisierung gibt es in der IP eine Sektion für Unis, eine Frauenorganisation und eine Jugendorganisation für den gewerkschaftlichen Nachwuchs.

ZitatGewerkschaften müssen keine stagnierenden, gelben Institutionen voller bezahlter Aktivisten sein, und die arbeitende Jugend muss keine vom Rest der Arbeiterbewegung isolierte Gruppe sein. Organisiert euch und kämpft!

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Dieses Wochenende fand der 6.Jugendkongress der Arbeiterbewegung statt!

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Jugendgruppen aus ganz Polen trafen sich im Rahmen der Arbeiterinitiative in Warschau zu einer Reihe von Workshops, Podiumsdiskussionen und Diskussionen. Diese Zweigstellen unserer Gewerkschaft werden bald fünf!

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Zwei intensive Tage lang sprachen wir über die operativen Strategien von IP, unsere Motivationen, Stärken und Schwächen, Ziele und Pläne.

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Kuddel

Meine Suche nach brauchbaren Alternativen zu den DGB Gewerkschaften geht weiter.

In den Mittelmeerländern haben Basisgewerkschaften eine lange Tradition und eine gewisse Verankerung in der Arbeiterschaft. Dabei sollte man nicht vergessen, daß sie keine Massenbewegung darstellen und eher übersichtliche Mitgliederzahlen haben.

Nochmal Italien

Mein Eindruck ist, es regt sich in dem Bereich am meisten in Norditalien. Vor Jahren war bei den SiCobas im Logistiksektor (Lagerhäuser, Verteilzentren, Fahrer) sehr viel los, es gab bei den Auseinandersetzungen mehrere Tote. Die Mitgliedschaft und die Kämpfe bewegen sich großteils in der migrantischen Community. Sie sind aber auch in Neapel aktiv, wahrlich nicht in Norditalien. Ich nehme jedenfalls weniger spektakuläre Kämpfe wahr als noch vor einigen Jahren.

Die Gewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) hat sich besonders hervorgetan im Widerstand gegen den Transport von Waffen und der Solidarität mit den Palästinensern. Besonders hervorzuheben ist das autonome Hafenarbeiterkollektiv (CALP)

Für mich neu sind die Aktivitäten der SUDDCOBAS. Ihnen ist es gelungen, in der Modeindustrie in den meist chinesisch geführten Betrieben, die Belegschaften zu organisieren. Hier haben Arbeiter aus China, aus Bangladesh und anderen asiatischen Ländern begonnen, gemeinsam zu kämpfen. Die Kämpfe dauern schon eine längere Zeit an. Sie sind auch bemerkenswert, weil asiatische Migranten sich oftmals entlang ihrer Nationalität organisiert haben, hier wurde diese Trennung überwunden. Großartig!

Kuddel

Zurück nach Polen. Dort sind in der 63. Ausgabe der Gewerkschaftszeitung der IP interessante Gedanken über Gewerkschaftsarbeit erschienen. Trotz der Übersetzung durch google-translate lesenswert:

ZitatPassivität – der stille Mörder der Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sollen die Grundlage für die Stärke der Arbeiter sein und die Menschen in einem gemeinsamen Kampf für menschenwürdige Lebensbedingungen, Arbeit und Löhne vereinen. Per Definition, weil wir in vielen Fällen mit einem ernsten Problem konfrontiert sind, nämlich Passivität. Entgegen dem Schein gilt es nicht nur für Mitglieder, deren einzige ,,Aktivität" die Zahlung von Beiträgen ist, ebenso wie ,,funktionelle" Menschen (Funktionäre), die trotz ihrer formellen Position an Dynamik verlieren. Diese gemeinsame Tendenz führt zu einem Gefühl der Einsamkeit und des Burnouts bei denen, die schließlich doch versuchen, für andere zu kämpfen.

Viele Menschen, die der Gewerkschaft beitreten, behandeln sie als eine Art ,,Versicherungspolitik" – wie ,,im Falle von was". Sie glauben, dass Gewerkschaftsvertreter im Gegenzug für die Zahlung eines kleinen Mitgliedsbeitrags ihre individuellen Probleme ohne ihre Teilnahme lösen werden. Sie glauben nicht, dass ihr persönliches Engagement einen wirklichen Einfluss auf die Verhandlungsmacht der gesamten Gruppe haben kann. Sie sind der Meinung, dass jemand anderes, der sich darum kümmert, sich auf die Rolle eines Beobachters beschränken kann. In einer Gesellschaft, die uns von klein auf Konkurrenz einflößt und die allgegenwärtige "Rattenrennen" fördert, scheint das Konzept, gemeinsam für ein besseres Leben zu kämpfen, ein naiver Traum zu sein.

Nach Jahren der Beobachtung ineffektiver Proteste, Konsultationen, die mehr Schaden als Nutzen mit sich bringen, kommen einige Kollegen zu dem Schluss, dass "die Gewerkschaften sowieso nichts tun werden - der Vorstand ist für die Kassen und in den Taschen der Politiker da." Darüber hinaus ist angesichts der wachsenden beruflichen und privaten Anforderungen die Zeit für uns zu einem Luxusgut geworden. Arbeit, Pendeln, Haushaltsaufgaben lassen oft keinen Raum für einen kurzen Moment der Entspannung, und die Bitte, nach der Arbeitszeit an einem Treffen teilzunehmen, an einer Protestaktion teilzunehmen oder sogar eine Petition zu unterschreiben, wird als zusätzliche und unnötige Anstrengung angesehen. Darüber hinaus gibt es Angst vor Repression seitens des Arbeitgebers manchmal auch Menschen aus der unmittelbaren Umgebung oder sogar Familienmitglieder. Trotz der Existenz von Geldstrafen oder Freiheitsstrafen für die Diskriminierung von Gewerkschaftsmitgliedern oder die Behinderung ihres Betriebs befürchten viele Arbeitnehmer, dass eine aktive Beteiligung sie der Ächtung, der Unterlassung von Beförderungen und Erhöhungen und sogar dem Verlust von Arbeitsplätzen aussetzen könnte. Diese Angst ist besonders bei Arbeitsplätzen sichtbar, an denen der Arbeitgeber dazu neigt, sie einzuschüchtern und unter Druck zu setzen.

Passivität betrifft auch Vertreter der Büros der Unternehmensausschüsse, der unternehmensübergreifenden Ausschüsse sowie der nationalen Behörden. Menschen, die diese Funktionen seit Jahren ausführen, fühlen sich oft ausgebrannt. Gewerkschaftsaktivitäten sind emotional und vorübergehend anspruchsvoll, und wenn man zu der Tatsache beiträgt, dass wir unsere Aufgaben in der sogenannten Freizeit erfüllen, führt dies oft zu extremer Erschöpfung. Jahre oder manchmal ,,nur" Monate der Verhandlungen, Enttäuschung, ein halber Erfolg und fehlende sichtbare Effekte lassen ihre Begeisterung schwinden. Handlungen werden zur Routine, und neue innovative Ideen weichen der Bürokratie und halten die bestehende Ordnung aufrecht.

Darüber hinaus wollen die Gewerkschaftsführer die Verantwortung für die Ausübung der Aufgaben häufig nicht auf neue Mitglieder übertragen
. Dies ist nicht unbedingt auf mangelndes Vertrauen zurückzuführen, sondern eher auf den Glauben, dass nur sie in der Lage sind, diese Organisation richtig zu führen. Diese Haltung blockiert nicht nur die Versorgung mit sogenanntem frischem Blut, sondern auch den Zustrom neuer Ideen und Ideen, was die Stagnation weiter vertieft. Leider verfügt nicht jeder, der bei der Organisation ausgewählt wurde, ob auf Unternehmens- oder nationaler Ebene, über die entsprechenden Verhandlungs- oder Kommunikationsfähigkeiten. Mangelnde klare und transparente Kommunikation mit Mitgliedern, unklare Botschaften, interne Streitigkeiten führen zu Frustration und Entmutigung auf beiden Seiten.

All dies führt zu einer Schwächung der Verhandlungsmacht der Gewerkschaft. Eine Organisation, die keine wirkliche Unterstützung für ihre Mitglieder hat, ist bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber viel weniger effektiv. Ein  Zusammenhang, der nur wenige Aktivisten repräsentiert, ist ein einfaches Ziel für einen Arbeitgeber, der seine Forderungen ignorieren, Verhandlungen auf unbestimmte Zeit hinauszögern oder einfach seine eigenen Bedingungen auferlegen kann. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis: je schwächer der Zusammenhang, desto weniger Effektivität und desto größer die Passivität. Die Gewerkschaftsorganisation, die keine wirklichen Vorteile bringt, verliert das Vertrauen der Menschen, und dies führt zu einem Rückgang der Mitgliederzahl und ihrer weiteren Schwächung.

Um die Passivität zu brechen, müssen Gewerkschaften Zeit und Ressourcen in die Ausbildung ihrer Mitglieder investieren, Schulungen und Workshops nicht nur zum Arbeitsrecht oder zu Regelungsänderungen, sondern auch im Bereich Kommunikation, Verhandlung, Durchsetzungsvermögen organisieren. Solche Aktivitäten, die zyklisch durchgeführt werden, werden dazu beitragen, ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen. Die Gewerkschafter müssen erkennen, dass ihre Stärke in der Einheit liegt. Regelmäßig ausgegebene Newsletter, aktive(!) Social-Media-Profile sowie offene Meetings, bei denen jeder ohne Angst seine Meinung äußern kann, helfen dabei, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Gewerkschaftsvertreter sollten kleinen Erfolgen mehr Aufmerksamkeit schenken und nicht auf spektakuläre Aktionen und Siege warten. Die Konzentration auf kleinere, aber sichtbare Erfolge zeigt, dass die Beziehung funktioniert und ein Mitglied davon ist, bringt eine messbare Wirkung. Die wichtigste Aufgabe liegt auf den Schultern der Nationalen Kommission, die den derzeitigen Ansatz ändern muss, sich neuen Mitgliedern gegenüber öffnen und ihnen einige ihrer Aufgaben zu übertragen. Die Schaffung neuer Strukturen, Branchen, Regionen oder Aufgaben-/Projektgruppen gibt den Menschen ein Gefühl der Handlungsfähigkeit und Verantwortung für den Betrieb der Beziehung und entlastet auf lange Sicht Führungskräfte und Führungskräfte.

Laßt mir ein wenig Privatleben, so hört man. Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Zeit und Energie dem menschlichen Miteinander widmen. Die Passivität der anderen ist eine der frustrierendsten und anstrengendsten Erfahrungen. Ich fühle mich einsam in der Menge, ich habe den Eindruck, einen einsamen Kampf im Namen von Menschen zu führen, die nur an seinem Ergebnis interessiert sind, nicht an Handlungen, die dazu führen sollen. Manchmal fehlt mir einfach die Kraft, ich klammere mich wie ein Blutegel an die aktiven Aktivisten, an andere Komitees und zusammen versuchen wir, diesen Wagen zu ziehen. Manchmal gebe ich ,,Volldampf" und habe den Eindruck, dass niemand außer mir glaubt, dass es Sinn macht, Mitglied einer Gewerkschaft in Polen zu sein. Manchmal habe ich genug. Ich kämpfe für ihre Lohnerhöhungen, für bessere Arbeitsbedingungen, und sie fragen nur: Was? Wird es etwas davon geben? Manchmal will ich nein sagen, es gibt nichts, weil niemand etwas tut! Ich sage das nicht, weil ich mir bewusst bin, dass der größte Kampf darin besteht, dieses Unwohlsein zu brechen und den Glauben an Solidarität und Einheit zu vermitteln. Das ist eine große Herausforderung und zugleich die Mission der modernen Gewerkschaftsbewegung.

Małgorzata Ziółek
https://ozzip.pl/publicystyka/item/3143-biernosc-zabojca-zwiazkow-zawodowych

Bittere Erfahrungen und bewegende Gedanken.

Kuddel

Ich stöbere (maschinenübersetzt) gern auf der Webseite und dem Twitter (X) Kanal der polnischen IP.

Die Gewerkschaft hat nicht nur einen deutlichen Mitgliederzuwachs, sondern sie ist aktiv und auch erfolgreich in betrieblichen Auseinandersetzungen.

Ich zitiere hier mal von X:

ZitatMit der steigenden Mitgliederzahl wächst auch der Finanzbedarf für Ausgaben wie Rechtsberatung, Druck von Gewerkschaftsmaterialien und den Kauf von Westen, Musikanlagen, Fahnen und Bannern.

All dies stärkt unsere Sichtbarkeit am Arbeitsplatz und ermutigt mehr Arbeiter:innen, der Gewerkschaft beizutreten.

Und je mehr wir sind, desto größer ist unsere Macht am Arbeitsplatz.
ZitatDem Streik gingen über acht Monate Tarifverhandlungen voraus. Das Management, unterstützt von der amerikanischen Anwaltskanzlei Littler (die der Gewerkschaftsfeindlichkeit beschuldigt wird), weigerte sich, die Forderungen der Arbeiterinitiative IP zu erfüllen und reagierte mit Repression: Zwei Aktivisten der Arbeiterinitiative IP, Dariusz Modrzejewski und Mariusz Piotrowski, wurden im Zuge der Auseinandersetzung entlassen. Grund für die Entlassungen war die Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten bei der Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen durch den Arbeitgeber. Trotzdem beteiligten sich 67 % der Beschäftigten an der im Mai dieses Jahres abgehaltenen Streikabstimmung, wobei die Mehrheit (72,3 %) für den Streik stimmte.

Bereits vor Streikbeginn erwirkte das Rechtsteam der Arbeiterinitiative IP eine gerichtliche Anordnung zur Wiedereinstellung von Mariusz Piotrowski. Dieser war nicht nur Mitglied des Präsidiums des IP-Ausschusses bei Jeremias, sondern auch als Sozialinspektor des Unternehmens tätig. Die Geschäftsleitung ignorierte diese Anordnung jedoch und verweigerte Mariusz den Zutritt zum Werk.(...) Dieser Druck hat die Arbeiter jedoch nicht gebrochen – derzeit verweigert der Großteil der Produktion die Arbeit, und die Streikenden werden von anderen Strukturen der Arbeiterinitiative und anderen Gewerkschaften unterstützt. (...)

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Das Jeremias-Werk in Gniezno ist Teil eines internationalen Konzerns, in dem die deutsche Firma Jeremias Abgastechnik GmbH eine Schlüsselrolle spielt.(...)
https://www.ozzip.pl/informacje/wielkopolskie/item/3103-strajk-w-jeremiasie

Der Streik bei Jeremias wurde nach 42 Tagen gewonnen: Lohnerhöhung um 700 Złoty (166 Euro) brutto und 20 Minuten mehr Pause

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