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Handel & Dienstleistung => Handel, Banken & Versicherungen => Thema gestartet von: ManOfConstantSorrow am 20:48:26 Mi. 02.Juni 2004

Titel: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:48:26 Mi. 02.Juni 2004
In einem anderen Thread wurde dieses Thema begonnen.

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=1366&sid=

Es ist einiges in Bewegung:



02.06.04 - Karstadt blieb bundesweit geschlossen
Teilweise bis über die Mittagsstunden blieben heute fast alle 180 Karstadt-Warenhäuser geschlossen. Auf Betriebsversammlungen wurden die rund 40.000 Beschäftigten vom Betriebsrat über die Arbeitsplatzvernichtungspläne informiert. Bis zu 10.000 Vollzeitarbeitsplätze sollen wegfallen. Im Juli sollen die Verhandlungen mit dem Konzern fortgesetzt werden.
Titel: Karstadt
Beitrag von: regenwurm am 04:13:22 Do. 08.September 2005
Firmenportrait: KarstadtQuelle AG
Die KarstadtQuelle AG ist nach eigenen Angaben Europas größter kombinierter Warenhaus- und Versandhandelskonzern. 46,2% des Umsatzes machen Sie im Einzelhandel, mit

220 Warenhäusern (u.a. Karstadt, KarstadtSport, KaDeWe, Wertheim), die in Deutschland einen Marktanteil von 50% haben.
294 Fachgeschäften (u.a. SinnLefers, Runnerspoint, WOM)
In Deutschland ist KarstadtQuelle Marktführer im Versandhandel mit 30% Marktanteil (Quelle, Neckermann). Die europaweite Katalogauflage beträgt 618 Millionen Exemplare. Daneben gibt es im Konzern noch verschiedenen Spezialversand (Hess Natur, Baby Walz u.a.), insgesamt hat der Versandhandel einen Anteil von 52% am Gesamtumsatz des Konzerns. Kleinere Bereiche sind Dienstleistungen und Immobilien.

Der Gesamtumsatz betrug 2002 15,8 Mrd. Euro. KarstadtQuelle beschäftigt europaweit über 100.000 MitarbeiterInnen.

quelle konsumnet (http://www.attac.de/konsumnetz/corpwatch/index.htm)

(http://www.sf-eimsbuettel.de/img/karstadt/ensemble.jpg)
Titel: Karstadt
Beitrag von: BGS am 22:32:34 Do. 08.September 2005
Warum sollte man bei Karstadt & Konsorten einkaufen als Ausgebeuteter?

Habe ich nicht vor und die wollen sicher keine Arbeitslosen in ihren Läden, ist nur was für "brave Bürger"! :D
Titel: Karstadt
Beitrag von: regenwurm am 08:13:14 Fr. 09.September 2005
..die machen bei uns erst um zehn auf..
ich mußte mir mal da ein Modem Kabel holen..
was natürlich falsch gepolt war..
dann half life kaufen wollen- da war die cd schon rausgeklaut
 ach zum photo - bausünde der 70'er
Titel: Karstadt reduziert Sortiment – 2012 wird hartes Jahr
Beitrag von: Eivisskat am 16:42:57 Mi. 29.Februar 2012
Zitat
Der Karstadtkonzern wird seine Angebotspalette ausdünnen. „Wir hatten zu lange ein viel zu breites Sortiment“, sagte Firmenchef Andrew Jennings der „Financial Times Deutschland“ (FTD).

 Innerhalb von 18 Monaten sollen die Abteilungen für Unterhaltungselektronik aufgelöst werden. Außerdem will Karstadt das Modesortiment um ein Fünftel verkleinern und die Zahl der Lieferanten soll entsprechend sinken. Die Buchabteilungen in den Karstadt-Häusern kämen auf den Prüfstand, sagte Jennings.

Die für das Warenhausgeschäft wichtige Wintersaison sei wegen des insgesamt warmen Wetters „extrem schwierig“ verlaufen, sagte Jennings. „Dieses Jahr wird ein hartes Jahr, keine Frage“, sagte er. Die Neuausrichtung des 2010 aus der Insolvenz geretteten Unternehmens werde vier bis fünf Jahre, wenn nicht länger dauern, hatte Jennings schon früher angekündigt. „Selbst wenn wir Rückenwind hätten, würden wir unsere Ziele nicht über Nacht erreichen. Wir haben aber keinen Rückenwind. Wir haben Gegenwind“, sagte er in dem FTD-Interview. Das wirtschaftliche Umfeld sei schwierig.

 Im vergangenen Sommer hatte Jennings angekündigt, die Warenhäuser modernisieren zu wollen, ihr Profil zu schärfen und das Geschäftsmodell zu vereinfachen. Was dies genau bedeuten soll, war bislang aber unklar. In gut 20 Karstadt-Filialen wurden die Verkaufsräume renoviert. Konkrete Veränderungen waren ansonsten kaum erkennbar.

 Jennings will nun voll in die Optimierung des Sortiments einsteigen: Künftig werde jedes Jahr das gesamte Sortiment bis auf die Ebene der einzelnen Marke auf Rentabilität überprüft. Sortimentsbereiche oder Marken, die beim Kunden nicht ankommen, sollen so schneller als bisher ausgelistet werden. „Das wurde bei Karstadt bisher nicht gemacht“, sagte der Manager. Für die Lieferanten seien die Zahlungsziele um 30 Tage verlängert worden. Damit würden sie europäischen Standards angepasst.

 Ein großer Kostenblock kommt auf Karstadt im Herbst zu, wenn der Sanierungstarifvertrag ausläuft und rund 50 Millionen Euro mehr Löhne und Gehälter gezahlt werden müssen. Dies sei in den Budgetplanungen berücksichtigt, hatte Jennings Anfang Februar der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt, auch ansonsten sei das Unternehmen auf positivem Kurs und habe den vollen Rückhalt des Eigentümers Nicolas Berggruen.

 Ziel des Umbauprozesses sei eine Fokussierung, sagte Jennings der FTD: „Wir werden nicht mehr Unmengen, sondern die richtigen Produkte anbieten.“ Schon in diesem Herbst und erst recht im Frühjahr 2013 werde bei Karstadt ein „dramatischer Wandel“ erkennbar sein.

 Karstadt betreibt aktuell 86 Waren- und 26 Sporthäuser und das Internetportal Karstadt.de. Das Unternehmen beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter. Etwa 1,5 Millionen Menschen besuchen nach Firmenangaben täglich die Filialen des Konzerns. (dpa/abendblatt.de)


http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2201427/Karstadt-reduziert-Sortiment-2012-wird-hartes-Jahr.html (http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2201427/Karstadt-reduziert-Sortiment-2012-wird-hartes-Jahr.html)
Titel: Re:Karstadt reduziert Sortiment – 2012 wird hartes Jahr
Beitrag von: Tiefrot am 19:16:50 Mi. 29.Februar 2012
Da zeigt sich grade bei Knarrstadt, daß die Kundschaft kein Geld mehr hat.
Darauf läuft es am Ende nämlich hinaus.  ;D
Titel: Re:Karstadt reduziert Sortiment – 2012 wird hartes Jahr
Beitrag von: Rudolf Rocker am 20:21:44 Mi. 29.Februar 2012
Ich denke mal es liegt wohl eher daran das die Kundschaft lieber bequem im Internet bestellt, als auf altmodische Art und Weise in einen Laden zu latschen! ;D
Titel: Re:Karstadt reduziert Sortiment – 2012 wird hartes Jahr
Beitrag von: BGS am 21:22:42 Mi. 29.Februar 2012
Ich glaube, dass nur noch gutsituierte Omas zu K, gehen werden. Sortiment hin oder her. Wieso gibts diese Geschäfte eigentlich noch`im Zeitalter des Interneteinkaufens?

MfG

BGS
Titel: Re:Karstadt reduziert Sortiment – 2012 wird hartes Jahr
Beitrag von: Tiefrot am 22:48:02 Mi. 29.Februar 2012
In Spandau City ist noch eins. Und das ist recht gut besucht, bin heute daran vorbeigelaufen.  ;D
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 10:32:00 Di. 15.Juli 2014

Zitat
Karstadt - ein Sündenfall der Politik

(http://www.manager-magazin.de/images/image-133196-galleryV9-hvio.jpg)
Gemeinsam stark: Die damalige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Nicolas Bergguen auf der Pressekonferenz am 3. September 2010, auf der sie die angebliche Rettung Karstadt bekannt gaben.

Nicolas Berggruen wirtschaftet Karstadt gen Abgrund. Das war absehbar. Trotzdem verhalf ihm die damalige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zum Einstieg.

Mit Karstadt als großem Warenhaus-Konzern geht es zu Ende. Es war Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die im Jahr 2010 nicht widerstehen konnte. Für Karstadt, Teil der Insolvenzmasse Arcandors, gab es reichlich Interessenten: Den Dax-Konzern Metro, der den Karstadt-Konkurrenten Kaufhof betreibt, den Finanzinvestoren Triton oder auch den italienischen Warenhauskönig Maurizio Borletti (La Rinascente, Printemps). Sie hatten entweder fachliche oder finanzielle Expertise zu bieten. Natürlich hätten sie einen großen Teil der damals 25 000 Arbeitsplätze bei Karstadt abgebaut.

Die Bundesregierung in Person von Ursula von der Leyen legte sich stattdessen für Nicolas Berggruen ins Zeug. Ein Mann mit feinen Manieren und anständigem Familienstammbuch zwar, aber eben auch einer, der sein Vermögen vor allem durch den Kauf von Firmenschnäppchen und deren raschen Weiterverkauf ohne große unternehmerische Weiterentwicklung gemacht hatte. Das alles blendete von der Leyen, angetrieben durch die damalige Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raabe und unterstützt von dem konfliktscheuen Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, vehement aus. Stattdessen: Öffentliche Werbung für Berggruen, am Ende sogar ein gemeinsamer Auftritt von der Leyens mit Berggruen vor TV-Kameras. Berggruen schaffte das mit einem beschämend simplen Trick: Er versprach Mönig-Raabe und von der Leyen einfach, Karstadt zu sanieren, ohne den Arbeitnehmern wehzutun. Er gab den Märchenonkel und von der Leyen sah die Chance, als Wohlfühltante Sympathien einzusammeln.

Nun entwickelt sich die Sache genauso, wie bereits 2010 von wachen Geistern prophezeit (von denen es recht viele gab, unter anderem auch das manager magazin). Berggruen investiert nicht das Geld, dass es für eine Schubumkehr bräuchte. Karstadt schreibt Verluste. Das Unternehmen verliert täglich an Wert und an Solidität als Arbeitgeber. Das Risiko einer radikalen Zerschlagung steigt von Tag zu Tag.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/karstadt-ein-suendenfall-der-republik-a-980619.html (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/karstadt-ein-suendenfall-der-republik-a-980619.html)


Zitat
Karstadt
Die Wut auf Berggruen wächst


Der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Konzerns, Arno Peukes, erhob schwere Vorwürfe gegen Investor Nicolas Berggruen. "Es ist eine Riesen-Sauerei, dass Berggruen jedes Jahr Millionen steuerfrei auf die Seite schafft, während die Mitarbeiter um ihre Jobs zittern müssen", sagte Peukes der Zeitung.

Laut dem Bericht fließen Millionenzahlungen, die Berggruen für die Namensrechte von Karstadt erhält, an eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln in der Karibik, die als Steueroase bekannt sind. Der Vorwurf war schon vor einem Jahr erhoben worden. Berggruen wollte sich den Angaben zufolge nicht dazu äußern.

In einzelnen Berichten hieß es, Berggruen verhandle bereits über einen Verkauf an die österreichische Investorengruppe Signa des Unternehmers René Benko verhandeln. Benko könnte für einen Euro gut 70 Prozent an Karstadt übernehmen. Bisher besitzt Benko bereits die Mehrheit an Karstadt-Sport und mehrere Top-Filialen. Benko besitzt zudem zahlreiche Karstadt-Immobilien. Berggruen hat nunmehr nur noch die Mehrheit am traditionellen Warenhausgeschäft, und das braucht spätestens für den Weihnachtseinkauf im Herbst Geld.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/karstadt-mitarbeiter-fuerchten-nach-sjoestedts-abgang-um-ihre-jobs-a-980790.html (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/karstadt-mitarbeiter-fuerchten-nach-sjoestedts-abgang-um-ihre-jobs-a-980790.html)

Zitat
Berggruen presst das Letzte aus Karstadt raus

Als Nicolas Berggruen kam, um Karstadt zu helfen, wurde er wie ein Erlöser gefeiert. Doch der Traum vom guten Investor ist geplatzt. Berggruen kassiert – während seine Manager die Firma filetieren.


Nicolas Berggruen wagt eine Prognose. "Karstadt wird jetzt ein sehr aufregendes Leben haben", kündigt der smarte Milliardär direkt nach der Übernahme im Blitzlichtgewitter an. Neben ihm steht Ursula von der Leyen (CDU). Die damalige Arbeitsministerin genießt den Triumph sichtlich, an der Rettung eines so populären Unternehmens beteiligt zu sein.

Karstadt werde weiter existieren – ohne einen Arbeitsplatz zu streichen, ohne eine Filiale zu schließen. So verspricht es Berggruen. "Heute ist ein Tag der Freude für die Mitarbeiter", sagt von der Leyen.

Damit freilich hatte von der Leyen unrecht, und das aufregende Leben hatten sich die Karstadt-Beschäftigten auch anders vorgestellt.

Von dem amerikanischen Milliardär ohne festen Wohnsitz, der nur in Hotels lebt und im Privatjet die Welt durcheilt, ging damals eine seltsame Faszination aus. Mit seiner Denkfabrik Berggruen Institute wollte er die ganz großen Probleme der Menschheit ausloten.

In einem Buch befasste er sich mit dem weiten Thema "Klug Regieren im 21. Jahrhundert". Die deutschen Wurzeln als Sohn des Kunstsammlers, Mäzens und Berliner Ehrenbürgers Heinz Berggruen taten ein Übriges, um ihm Sympathie zu sichern.

Investoren, die mit ihm zu tun hatten, sehen das nüchterner. "Berggruen ist jemand, der mit wenig eigenem Kapitaleinsatz versucht, eine hohe Rendite zu erzielen", sagt einer von ihnen. Am Engagement für erneuerbare Energien beispielsweise lockten ihn vor allem die Subventionen, die es dafür gebe. Auch der Verlauf bei Karstadt spricht für eiskaltes Kalkül.

Berggrün, der den Geschäftsbetrieb von Karstadt für einen Euro erhielt, investierte danach kein nennenswertes eigenes Geld mehr. Statt zu investieren, fließt Geld aus dem Unternehmen ab – in Berggruens Richtung.

Jährlich erhält er eine Vergütung von neun bis zwölf Millionen Euro für die Nutzung der Karstadt-Markenrechte, die er für ganze fünf Millionen Euro erworben hatte. Für ihn hatte sich die Investition damit nach knapp einem halben Jahr gelohnt.

Auch danach läuft alles wie aus dem Heuschrecken-Lehrbuch. Kapitel eins: Operative Kosten senken. Bei Karstadt wird gespart – bis heute. Die Mitarbeiter verzichten nicht nur auf Hunderte Millionen Euro Lohn und Gehalt, vielmehr werden auch massiv Arbeitsplätze abgebaut.

Als Berggruen übernimmt, stehen rund 25.000 Namen auf den Lohnlisten. Heute spricht der Betriebsrat von 17.000 – gestrichene Jobs durch Aufhebungsverträge, Nicht-Besetzung frei werdender Stellen, Pensionierung. Einer von drei Arbeitsplätzen ist verschwunden – welch ein Widerspruch zu den Ankündigungen.

Filetierung und Teilverkauf. Zunächst werden die Tochter Karstadt-Sport und drei Premiumhäuser, das KaDeWe in Berlin, das Hamburger Alsterhaus und Oberpollinger in München, als separate Firmen organisiert, dann folgt – entgegen anderslautender Dementis – die Trennung.
http://www.welt.de/wirtschaft/article130102395/Berggruen-presst-das-Letzte-aus-Karstadt-raus.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article130102395/Berggruen-presst-das-Letzte-aus-Karstadt-raus.html)

Zitat
Die Bankrotterklärung des Nicolas Berggruen

Und es gibt Menschen, die investieren keinen Pfennig. Zum Beispiel für den Erwerb des einst größten Warenhauskonzerns Europas, und sie werden trotzdem, hartnäckig und ganz selbstverständlich, selbst von ihren Kritikern und Feinden "Investor" genannt.

Nicolas Berggruen hat vor vier Jahren Karstadt für lau an sich gebracht, wie auch immer es ihm gelungen ist. Er hat den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und die Gewerkschaftsbosse und die herbei geeilte Politik, vertreten durch Superministerin Ursula von der Leyen (damals Arbeits-und Sozialministerin), und auch alle sonst Beteiligten und eben auch die Arbeitnehmer von Karstadt derart geblendet, dass sich ausnahmslos alle dem Glauben hingegeben haben, dass der Retter des abgewirtschafteten Kaufhauskonzerns gerade vor ihnen vom Himmel gefallen sei. Der angeblich so selbstlose Berggruen, der Milliardär und Kunstsammlersohn, der Selfmademan-Erbe, philosophierende Think Tanker, der gute Kapitalist und Hollywoodfeten-Veranstalter begann allerdings mit der Zerschlagung von Karstadt, die er aus der Sicht seiner Verhandlungs-und Vertragspartner gerade ausgeschlossen hatte - genau in der Sekunde, als er Karstadt übernahm.

Zuerst hat Berggruen Karstadt den Kopf abgeschlagen. Der Konkursverwalter, von der Leyen und die Gewerkschaften waren zufrieden. Berggruen übernahm nämlich als erstes die vom Karstadtkonzern abgetrennten Namensrechte und sicherte sich damit die Firma Karstadt für lächerliche 5 Millionen Euro, wie es hieß. Dies war die erste Zerlegung des Arcandor-Restkonzerns, die Berggruen ungeniert in aller Öffentlichkeit vornahm.

Für Berggruen war der Kauf des Namens Karstadt eine sensationelle Entscheidung. Er kassiert, seitdem er Karstadt für nichts übernommen hat, jährlich millionenschwere Lizenzgebühren dafür, dass er Karstadt den Namen Karstadt großzügig auf Zeit überlässt.

Es heißt, der Herr Investor wäre milliardenschwer. Und in der Tat, bei Karstadt geht es um ein Unternehmen, dessen Jahresumsätze (noch) im Milliardenbereich rangieren.

2010, beim Abschluss des Big Deals mit dem Konkursverwalter, der weitreichende Gläubigerverzichte beinhaltete sowie Lohnverzicht der Mitarbeiter und viele Wohltaten mehr, traten tatsächlich statt Berggruen persönlich viele Anwälte und viele eigens gegründete Firmen auf, deren Kapitalverhältnisse sich nicht nachvollziehbar recherchieren lassen. Berggruen war nicht selber der "Investor". Diese Rolle übernahmen Firmenkonglomerate, deren wirtschaftliche Solidität im Dunklen liegt und deren eigene Zahlungsunfähigkeit im Fall aller Fälle auch Niemanden groß jucken würde.

Liquiditätslöcher werden durch Lohnverzichte gestopft. Die wahren Scharlatane waren allerdings diejenigen, die dem Wunderheiler Berggruen den Konzern Karstadt zu Füßen legten.

Geschickt eingefädelt

Eine feine Sache: Jemand sagt, ich bin Milliardär, ich bin Investor, ich bin selbstlos und ich verstehe etwas von Wirtschaft, von Geld und von Firmensanierung. Und die aus der langjährigen Karstadtkrise kaum schlauer gewordenen Verantwortlichen, die das Sagen über den Karstadtkonzern hatten, sagen umgekehrt zu diesem: Wir schenken dir, Investor, das Unternehmen für einen Euro und zu Traumtänzerbedingungen: Du musst selber kein Risiko eingehen, du musst nicht investieren, wenn du nicht willst, du kannst also gar keine Verluste machen, aber umgekehrt wenn - gegebenenfalls wider Erwarten - eines Tages doch Gewinne entstehen, dann sind diese Gewinne deine Gewinne, lieber Herr bescheidener Milliardär.

2010, als Berggruen übernahm, finanzierten die Mitarbeiter über einen Lohnverzicht von insgesamt 150 Millionen Euro die nicht stattfindenden Sanierungsmaßnahmen Berggruens und gewiss waren auch andere Gläubiger wie der Fiskus zu einer wohlwollenden Behandlung von Berggruens Karstadt bereit. Lieferanten taten ihr Möglichstes und sogar die Vermieter der von Thomas Middelhoff widersinniger Weise verkauften Karstadt-Immobilien waren großzügig.

Wer einen großen Konzern geschenkt bekommt und von allen Seiten, selbst von den sozial schwächsten kleinsten Mitarbeitern, vier Jahre lang tagein tagaus "subventioniert" wird, wie Berggruen es jetzt wurde und gar keinen Erfolg, sondern einen einzigen gigantischen Misserfolg vorzuweisen hat, ist fürwahr auf seinem Spezialgebiet ein großer Versager.

Darüber hinaus gilt: Der Berggruen-Deal, so wie er 2010 zustande kam, wäre mit höchster Wahrscheinlichkeit ohne den Einsatz Ursula von der Leyens nicht zustande gekommen. Wenn sich in Großpleiten die Großpolitik einschaltet, gelten von dieser Einschaltung an für alle Beteiligten neue besondere "Gesetze". Und das wusste von der Leyen auch. Berggruen war nicht der einzige Interessent, der sich an Karstadt versuchen wollte und auch die anderen Retter werden knallharte Bedingungen für ihre Übernahme formuliert haben.

Aber der Deal mit den leicht zwielichtig wirkenden Berggruenfirmen, von denen offenbar weder von der Leyen noch der Konkursverwalter noch die Gewerkschafter genau wussten, war ein Geschäft, das mit solider nachhaltiger Politik oder solidem nachhaltigem Handwerk womöglich wenig zu tun hatte.

Und wo stehen die Superminister Sigmar Gabriel (Wirtschaft) und Andrea Nahles ( Arbeit, Soziales) jetzt? Ziehen sie schon die Spendierhosen an? Oder wollen sie sich raushalten? Oder sind sie schon im Familienurlaub und lassen die Chose laufen?

Eins steht unumrückbar fest. Berggruen oder diejenigen, die ihm leichtgläubig, um nicht leichtfertig zu sagen, auf den Leim gingen, haben der Entscheidung Karstadt einzustellen, enormen Vorschub geleistet.
http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/bettina-roehl-direkt-der-sterbende-handelsriese-karstadt/10200034.html (http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/bettina-roehl-direkt-der-sterbende-handelsriese-karstadt/10200034.html)

Zitat
Mit einer Finanzspritze durch den Eigner Nicolas Berggruen brauchen die Mitarbeiter des angeschlagenen Warenhausunternehmens Karstadt nicht zu rechnen. Sie müssen sich vielmehr auf eine harte Sanierung und die Schließung von möglicherweise mehr als 20 Filialen einstellen.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/aufsichtsratsvorsitzender-fanderl-mehr-als-20-karstadt-haeuser-von-schliessung-bedroht-13045578.html (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/aufsichtsratsvorsitzender-fanderl-mehr-als-20-karstadt-haeuser-von-schliessung-bedroht-13045578.html)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Troll am 13:02:59 Di. 15.Juli 2014
Das ist also so ein großartiger Investor, einer von denen die so gerne von der Politik mit allerlei steuerlichen Vergünstigungen angelockt werden.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 20:53:27 Mo. 18.August 2014
Zitat
René Benko
Ein vorbestrafter Aufsteiger will Karstadt retten

Der Tiroler Investor René Benko hat es vom Schulabbrecher zum schwerreichen Mann gebracht. Zu seinen Freunden und Geschäftspartnern zählen Tina Turner und Roland Berger. Was will er nun mit Karstadt?


Nun also Benko, René, der sagenhafte Selfmade-Millionär oder -Milliardär aus Tirol. Kann er Karstadt retten? Will er es? Jedenfalls wird er die Karstadt-Immobilien retten wollen, denn das ist sein Kerngeschäft. Und dafür braucht er, zumindest auf Sicht, Leben und Handel in den 83 Warenhäusern. Das kann mit Karstadt sein, wenn es denn wieder auf die Beine kommt, oder einem anderen Mieter. Fest steht: Von dem 37-jährigen Investor aus Österreich hängt jetzt Wohl und Wehe Dutzender deutscher Innenstädte ab.

Benko hat sein Geld – viel Geld – mit Immobilien gemacht, seit er mit 17 das Wirtschaftsgymnasium abgebrochen hat. Die Basis seines auf 850 Millionen Euro taxierten Vermögens legte der Sprössling eines Kommunalbeamten und einer Kindergärtnerin mit unternehmerischer Verve: Gegen die Zusicherung, Aufzüge in Wiener Mietskasernen einzubauen, übernahm er vernachlässigte Dachgeschosse billig, baute sie aus und verkaufte sie teuer weiter – jetzt waren sie ja per Aufzug zu erreichen.

Das Geschäft sei "wie Spitzensport", beschrieb Benko seinen Ansatz einmal: "Es ist nicht nur Talent, sondern auch die Konsequenz, hart zu arbeiten, nicht aufzugeben, den Weg nicht zu verlassen und mehr zu bewegen und zu leisten, als es andere tun wollen."

Kapital kommt aus Geschäften mit Tankstellen und Schiffen

Zum Durchbruch aber war mehr nötig: persönliche Beziehungen zu Geldgebern. Sie bilden das wichtigste Kapital in Benkos inzwischen ausgedehntem Netzwerk, das er über die Signa Holding steuert. Das Spezial-Talent zieht sich wie ein Faden durch Benkos Biografie.

(http://img.welt.de/img/wirtschaft/crop131319401/7546603995-ci3x2s-w300-ai2x3l/Austrian-Investor-Rene-Benko.jpg)
Foto: dpa Investor Rene Benko und seine Frau Nathalie

Den Anfang machte der Tankstellen-Erbe Karl Kovaric, dem das geschäftliche Geschick des kleinen Bauunternehmers mit den Dachgeschossen auffiel. 2001 steckte er 26 Millionen Euro in gemeinsame Immobiliengeschäfte. Bedeutendster Partner Benkos wurde später der griechische Großreeder George Economou, dem bis heute knapp die Hälfte der Anteile an der Dachgesellschaft Signa Holding gehört, jenem Investment-Vehikel, zu dem nun auch Karstadt gehört.

Skeptiker verweisen auf die mangelnde Transparenz von Benkos Firmenreich. Zwar rühmt sich die Firma zahlreicher Vorzeige-Immobilien "in den besten Innenstadtlagen Europas". Die Nike-Zentrale in Frankfurt und das Kaufhaus Sevens in Düsseldorf gehören dazu, barocke und moderne Prachtstücke in der Wiener Innenstadt, Objekte in Bozen, Innsbruck, Prag und andernorts. Den Gesamtwert beziffert Signa auf mehr als sechs Milliarden Euro.

Wie stabil ist die Holding?

Wie es mit der finanziellen Stabilität des Gebildes aussieht, wissen jedoch nur die Insider. Als Benko vor Jahren seinen Plan ventilierte, Karstadt und Kaufhof zu einer "Deutschen Warenhaus AG" zu verschmelzen, scheiterte das Vorhaben "an der wackeligen Finanzierung", wie einer berichtet, der damals nah an den Verhandlungen dran war.

Falls die Prominenz der Geschäftspartner aber ein Gradmesser für die Solidität von Benkos Geschäften ist, muss sie gut sein. Der österreichische Immobilien-Kaiser konnte etwa Hans-Peter Haselsteiner überzeugen, Großaktionär des Baukonzerns Strabag. Haselsteiner ist als Anteilseigner beim Benko-Ableger Signa Prime Selection eingestiegen.

Tierfutter-Tycoon Torsten Toeller ("Fressnapf") zählt ebenso zu Benkos Geschäftsfreunden wie Wendelin Wiedeking, einst Porsche-Chef, und Berater-Legende Roland Berger. Im Beirat der Firma sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

Tina Turner gehört zu seinen Freunden

Wo Benko auftaucht, da ist Glanz und Glitter nicht weit. Zum Freundeskreis zählt Pop-Ikone Tina Turner. An der mutmaßlich feinsten Alpenadresse, im österreichischen Oberlech am Arlberg, hat er für 38 Millionen Euro das "Chalet N" bauen lassen. Man kann es mieten, für 270.000 Euro - pro Woche. Dass es dafür exklusiven Luxus inklusive 3800 Quadratmetern Wohnfläche, dunkle Holzvertäfelung und Fahrerservice gibt, versteht sich.

Benannt hat Benko, Vater von drei Kindern, das Chalet nach seiner Frau Natalie. Ansonsten hält der elegante und wandlungsfähige Unternehmer sich mit Informationen über sein Privatleben sehr zurück. Als man ihm nachsagte, er habe eine Vorliebe für Ferrari, ließ er dementieren: längst verkauft.

Vielleicht fürchtet der Aufsteiger, sein Image als seriöser Geschäftsmann könnte unter Symbolen der Leichtlebigkeit leiden. Der Schaden hat ihn diese Woche dennoch erreicht, aus einer anderen Richtung. In zweiter Instanz bestätigte der Oberste Gerichtshof in Wien einen Schuldspruch "wegen verbotener Intervention" – in Deutschland würde man "Korruption" sagen.

Benko ist jetzt vorbestraft

Die Vorinstanz hatte den Geschäftsmann zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Jetzt gilt er als vorbestraft. Benko hat dem Urteil zufolge versucht, ein Steuerverfahren in Italien zu manipulieren. Ivo Sanader, damals Regierungschef in Kroatien, sollte seine Kontakte zu Silvio Berlusconi spielen lassen und 150.000 Euro kassieren. Benko hat die Vorwürfe stets bestritten.

Karstadt dürfte nun zu seinem bisher größten Deal werden. Es gibt Vorbilder für die Art, wie der Investor mit großen Problemhäusern in schwierigen Innenstädten umgeht. Als Gesellenstück gilt das Kaufhaus Tyrol in seiner Heimtstadt Innsbruck.

Benko machte aus dem siechen Standort ein Einkaufszentrum mit mehr als 50 Mietern, von Deichmann bis WMF. "Wir verzeichnen eine Besucherfrequenz monatlich, die die Einwohnerzahl von Tirol übersteigt", sagte ein Beteiligter aus Benkos Führungsmannschaft stolz. "Wir schaffen Magnete, die die Innenstädte wieder zum Leben bringen." Das Projekt Karstadt aber, gibt er zu, sei eine gewaltige Herausforderung.
http://www.welt.de/wirtschaft/article131316357/Ein-vorbestrafter-Aufsteiger-will-Karstadt-retten.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article131316357/Ein-vorbestrafter-Aufsteiger-will-Karstadt-retten.html)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Troll am 10:38:01 Di. 19.August 2014
Schön, die Leistungsträger geben sich bei der Karstadt-Rettung die Klinke in die Hand, wer will nochmal wer hat noch nicht, und so wechseln Millionen Euro vom zu rettenden mal wieder die Seite zum Rettungsengel, der Erfolg der Rettungen lässt sich leider nur auf dem Konto des Retters/Investors erkennen, so lange bis nichts mehr da ist was gerettet werden könnte.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Auferstanden am 13:45:32 Di. 19.August 2014
... das was bei Karstadt aktuell passiert, erinnert irgendwie an das große Kaufhaussterbern von einst, aber vertane Chancen
eines ständig sich veränderten Marktes, oder fehlende Investitionsbereitschaft spielen in einer Casino-Ökonomie
nicht wirklich eine Rolle. Lächerlich, hier von Investoren zu sprechen...
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Troll am 11:59:29 Fr. 22.August 2014
Zitat
Karstadt: Heuschrecke oder Sanierer?

Nach der Übernahme von Karstadt durch den österreichischen Immobilieninvestor René Benko fürchten die verbliebenen 17.000 Mitarbeiter des angeschlagenen Traditionsunternehmens um ihre Zukunft. Die Konzernführung kündigte einen Sanierungsplan an, der „keine Tabus“ kenne. Der neue Investor Benko, der bereits über 20 Karstadt-Warenhäuser besitzt, soll vor allem an der Vermarktung der Immobilien interessiert sein. Verlustreichen Karstadt-Häusern droht die Schließung und attraktive Standorte sollen zu Shopping-Centern umgewandelt werden. Das letzte Kapitel der Kaufhaus-Story?

Quelle: WDR-Monitor (http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/karstadt292.html)

http://ondemand-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/50/504003/504003_5259080.mp4 (http://ondemand-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/50/504003/504003_5259080.mp4)

Die Betriebsräte "hoffen", klar, mit Berggruen hat man ja so viele gute Erfahrungen sammeln können, da kann es jetzt nur noch besser werden. Sind das eigentlich lernresistente Vollidioten?
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Auferstanden am 14:25:25 Sa. 23.August 2014
Nun, lernresistente Vollidioten vielleicht nicht, aber und dass ist insbesondere in in der deutschen Gesellschaft wieder zufinden,
bedarf es einer Führerfigur für die Hammelherde. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich immer zuletzt.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Troll am 17:16:21 Sa. 23.August 2014
Hää?
Was hat das Verhalten dieser Betriebsräte mit dem Wunsch nach einer Führerfigur zu tun?
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: dagobert am 01:04:18 So. 24.August 2014
Betriebsräte haben nicht immer soviel Ahnung wie sie gegenüber ihren Kollegen oder der Öffentlichkeit gern durchblicken lassen, die brauchen mitunter Ideen von aussen / von der GF weil sie selbst keine Ideen / kein Konzept haben.
"Führerfigur" ist in diesem Zusammenhang wohl das falsche Wort, "Rattenfänger" halte ich in Fällen wie Karstadt für passender.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: admin am 13:56:57 Fr. 26.September 2014
Aus Anonymisierungsgründen gebe ich hier einen Bericht von einer Flugblattverteilung bei Karstadt Bremen wieder:

Zitat
Es gab reges Interesse an dem Flugblatt mit dem Titel "Es brodelt bei Karstadt". Es gab Stimmen, wie "Es brodelt wirklich bei Karstadt". Ein etwas frustriert wirkender Betriebsrat sagte, es sei sicherlich gut 20 Jahre her, daß hier ein Flugblatt verteilt wurde. Eine resolut auftretende Frau zeigte sich weniger begeistert von einem Informationsblatt über Karstadt. Sie stellte sich als Geschäftsführerin von Karstadt vor. "Karstadt möchte nicht, daß hier Flugblätter verteilt werden." Es dauerte nicht lange, da trat ein stämmig wirkender Wachmann von der Marke "Türsteher" mit rasierter Glatze vor den Flugblattverteiler und wiederholte die Aussage der Geschäftführerin. Das Gespräch verlief etwa folgendermaßen: "Sie sprechen die Mitarbeiter an und geben ihnen gezielt die Flugblätter." "Das ist ja der Sinn der Sache." "Aber Karstadt möchte das nicht. Gehen Sie hier weg!" "Nein, das ist mein gutes Recht." In dem Moment kam ein Streifenpolizist vorbei. Der ließ sich ein Flugblatt geben und fragte was denn los sei. Der Verteiler und der Wachmann erklären ihre Standpunkte und der Verteiler setzt hinzu. "Dies ist öffentlicher Raum und was ich hier tue ist mein demokratisches Recht". Der Polizist riet dem Verteiler ein paar Schritte von dem Personaleingang wegzutreten und nahm den Wachmann freundlich beiseite, wahrscheinlich um ihn über demokratische Rechte aufzuklären.

Karstadt scheint aber gewaltige Angst vor Informationen über den Betrieb und den Austausch von Meinungen zu haben. Als zur 2. Schicht erneut Flugblätter verteilt wurden, traten zwei wichtig und grimmig aussehende Herren in schwarzen Anzügen an den Verteiler. Einer stellte sich als Direktor der Lloyd Passage vor [Die Lloyd Passage ist eine glasüberdachte Fußgängerpassage]. Der Verteiler wiederholte seinen Standpunkt. Die beiden Herren in schwarz entgegneten: Dieser Raum gehört nicht Karstadt. Die Gebäude gehören Investoren. (Ach was!) Die haben einen Vertrag mit der Stadt Bremen geschlossen und darin das Flyer Verteilen untersagt.

Wenn dies der Fall sein sollte, dann gilt es dagegen vorzugehen. Es gibt dann nicht mehr die Möglichkeit das Personal mit Flugblättern zu erreichen. Die Lloyd Passage hat mehrer Zugänge durch die gleichzeitig Kundschaft und Beschäftigte anderer Läden kommen. Dann hätten Unternehmer sich gegen ein demokratisches Recht durchgesetzt.

Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: schwarzrot am 14:21:33 Fr. 26.September 2014
Zitat
...
(2) Demgegenüber verbürgt die Versammlungsfreiheit die Durchführung von Versammlungen dort, wo ein allgemeiner öffentlicher Verkehr eröffnet ist.
67

Dies betrifft - unabhängig von einfachrechtlichen Bestimmungen des Straßenrechts - zunächst den öffentlichen Straßenraum. Dieser ist das natürliche und geschichtlich leitbildprägende Forum, auf dem Bürger ihre Anliegen besonders wirksam in die Öffentlichkeit tragen und hierüber die Kommunikation anstoßen können. Vor allem innerörtliche Straßen und Plätze werden heute als Stätten des Informations- und Meinungsaustausches sowie der Pflege menschlicher Kontakte angesehen. In verstärktem Maß gilt dies für Fußgängerzonen und verkehrsberuhigte Bereiche; die Ermöglichung des kommunikativen Verkehrs ist ein wesentliches Anliegen, das mit solchen Einrichtungen verfolgt wird (vgl. Stahlhut, in: Kodal, Straßenrecht, 7. Aufl. 2010, S. 730). Das Versammlungsrecht knüpft an diese Funktion an. Dabei beachtet es die allgemeinen straßen- und straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen, die es jedoch partiell überlagert, sofern dies für eine effektive Wahrnehmung der Versammlungsfreiheit erforderlich ist. Öffentliche Versammlungen und Aufzüge finden hier die Bedingungen, um Forderungen
einem allgemeinen Publikum zu Gehör zu bringen und Protest oder Unmut sinnbildlich „auf die Straße zu tragen“.
68

Entsprechendes gilt aber auch für Stätten außerhalb des öffentlichen Straßenraums, an denen in ähnlicher Weise ein öffentlicher Verkehr eröffnet ist und Orte der allgemeinen Kommunikation entstehen. Wenn heute die Kommunikationsfunktion der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze zunehmend durch weitere Foren wie Einkaufszentren, Ladenpassagen oder sonstige Begegnungsstätten ergänzt wird, kann die Versammlungsfreiheit für die Verkehrsflächen solcher Einrichtungen nicht ausgenommen werden, soweit eine unmittelbare Grundrechtsbindung besteht oder Private im Wege der mittelbaren Drittwirkung in Anspruch genommen werden können. Dies gilt unabhängig davon, ob die Flächen sich in eigenen Anlagen befinden oder in Verbindung mit Infrastruktureinrichtungen stehen, überdacht oder im Freien angesiedelt sind.
...
https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20110222_1bvr069906.html (https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20110222_1bvr069906.html)

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/grundrecht-bricht-hausrecht (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/grundrecht-bricht-hausrecht)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:36:57 Fr. 26.September 2014
Da gab es auch mal ein Urteil hinsichtlich einer Demo auf Flughafengelände!
Da ging es auch um die Definition von öffentlichem Raum.

Sollte es tatsächlich irgendwelche Veträge zwischen Investoren und der Stadt Bremen mit diesem Inhalt geben dürften diese rechtswidrig bzw. verfassungswidrig sein!
Der Verteiler hat sich das vermutlich nicht schriftlich geben lassen, oder?
Sonst könnte man noch Strafanzeige gegen die "man in black" erstatten, wegen Nötigung, usw.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: admin am 14:39:20 Fr. 26.September 2014
Cool! schwarzrot, herzlichen Dank! Das war hilfreich. Ich werde es weitergeben.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: dagobert am 19:20:01 Fr. 26.September 2014
Da gab es auch mal ein Urteil hinsichtlich einer Demo auf Flughafengelände!
Da ging es auch um die Definition von öffentlichem Raum.
Das dürfte wohl dieses Urteil sein.
... Flughafen Frankfurt ... Meinungskundgabe- und Demonstrationsverbot ...
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: admin am 18:12:46 Sa. 27.September 2014
Das Flugblatt: http://bremerfeierabend.blogsport.eu/files/2014/09/karstadt_hb.pdf (http://bremerfeierabend.blogsport.eu/files/2014/09/karstadt_hb.pdf)

aus: http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2014/09/26/es-brodelt-bei-karstadt/#more-1099 (http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2014/09/26/es-brodelt-bei-karstadt/#more-1099)

Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 16:52:58 Mi. 15.Oktober 2014
Zitat
Die Beschäftigten von Karstadt verzichteten damals (und bis heute) durch den von Ver.di ausgehandelten Sanierungstarifvertrag auf 700 Millionen Euro. Berggruen trat zudem aus dem Arbeitgeberverband und damit aus der Tarifbindung aus – die Beschäftigten haben deshalb in den letzten beiden Jahren auch keine Lohnerhöhung bekommen. Mehrere Gespräche von Ver.di mit dem Vorstand führten zu keinem greifbaren Ergebnis.

Bei Karstadt zeigt sich einmal mehr, dass Lohnverzicht nichts bringt, vor allem keinen Schutz vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.
http://www.sozonline.de/2014/10/von-berggruen-zu-benko/ (http://www.sozonline.de/2014/10/von-berggruen-zu-benko/)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Hochseefischer am 20:24:07 Fr. 24.Oktober 2014
Zitat
Freitag, 24. Oktober 2014
Städtetag bedauert Karstadt-Schließungen

Der Deutsche Städtetag hat die geplante Schließung von Karstadt-Filialen bedauert. Kaufhäuser trügen zur Lebendigkeit der Innenstädte bei, erklärte Hauptgeschäftsführer Articus. Zudem seien sie wichtige Arbeitgeber und nutzten auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld. Der Karstadt-Konzern müsse sich deshalb in Abstimmung mit den betroffenen Städten um eine tragfähige Nutzung der Häuser bemühen. - Der Aufsichtsrat in Essen hatte gestern beschlossen, die Filialen in sechs deutschen Städten zu schließen. Der neue Karstadt-Chef deutete zudem an, dass zehn weitere Schließungen folgen könnten.

http://www.deutschlandfunk.de/staedtetag-bedauert-karstadt-schliessungen.353.de.html?drn:news_id=414174 (http://www.deutschlandfunk.de/staedtetag-bedauert-karstadt-schliessungen.353.de.html?drn:news_id=414174)

Ist es nicht so, dass da irgendwelche Karstadt-internen Immobiliengeschäfte mit den Karstadtfilialen getrieben wurden, und dass deswegen gewisse Filialen nicht mehr rentabel sind?

Ich kaufe lieber bei Karstadt einen Regenschirm für 12 Euro als einen bei Rossman für 2,99. Weil der von Rossmann nach 2 Wochen verbogen ist. Der von Karstadt hält einfach, seit nunmehr 1 Jahr.

Qualität hat einfach seinen Preis. Und Karstadt bietet oft Rabatte an bei Klamotten und Schuhen, so teuer ist Karstadt nun auch wieder nicht. So lange es geht, werde ich nicht zu KiK und ALDI und Co. gehen. Ich kaufe meine Lebensmittel in einem EDEKA-Supermarkt ein. Ich vermeide größtmöglichst Bestellungen übers Internet. Ich latsche sogar 3 km zum nächsten Buchladen als dass ich das Buch übers Internet bei AMAZON bestelle.

Und ich glaube, die Arbeitsverdichtung bei den Verkäufern von Karstadt wird noch weiter zunehmen. Vielleicht gibt es bald nicht nur die Schlecker-Frauen, sondern auch die Karstadt-Frauen. Obwohl da auch Männer arbeiten.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:02:36 Fr. 24.Oktober 2014
Karstadt ist schon lange Tod!
Da wurde nur noch mal ordentlich Kohle rausgezogen.
Aber da man auf toten Pferden so schlecht reiten kann...

Wiso ist das schade das Karstadt pleite ist?
Die Deutschen wollen doch unbedingt den marktradikale Kapitalismus, sonst würden sie ja nicht immer wieder genau die Parteien wählen, die dafür stehen.
Dann sollen sie auch nicht rumheulen, wenn der marktradikale Kapitalismus seinen Regeln folgt.

Das die sinkende Binnennachfrage viele Arbeitsplätze kosten wird ist seid über 30 Jahren bekannt. Hat aber nie irgendwen interessiert!
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Hochseefischer am 21:11:26 Fr. 24.Oktober 2014
Zitat von: Rudolf Rocker link=topic=980.msg298803
Wiso ist das schade das Karstadt pleite ist?

Sollen wir alle am Ende etwa alles, was nicht essbar ist, übers Internet bestellen müssen?
Das wäre eine Umweltsauerei hoch sonstwas, wegen der individuellen Warentransporte, die da anfallen.

Zitat
Die Deutschen wollen doch unbedingt den marktradikale Kapitalismus, sonst würden sie ja nicht immer wieder genau die Parteien wählen, die dafür stehen.
Dann sollen sie auch nicht rumheulen, wenn der marktradikale Kapitalismus seinen Regeln folgt.

Noch wählt die Mehrheit nicht die AfD  ;)

Aber ich gebe Dir schon Recht: die Parteien der so genannten Mitte (CDU/CSU/SPD) tun nicht wirklich viel gegen die Ausbreitung des Raubtierkapitalismus, siehe zum Beispiel TTIP. Bzw. befürworten ihn sogar. Wenn z.B. unsere Trinkwasserversorgung über TTIP zwangsprivatisiert worden ist, dann ist es zu  spät.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:29:20 Fr. 24.Oktober 2014
Zitat
Sollen wir alle am Ende etwa alles, was nicht essbar ist, übers Internet bestellen müssen?
Das wäre eine Umweltsauerei hoch sonstwas, wegen der individuellen Warentransporte, die da anfallen.

Glaubst Du das Karstadt seine Waren im Keller produziert?
Die Karren den Kram aus China (und sonstwo) hierher!
Schon mal bei der Warenanlieferung bei Karstadt zugeschaut wieviele Lkws und Transporter da jeden Tag aufschlagen?

Also das Argument zieht echt nicht!

Zitat
Aber ich gebe Dir schon Recht: die Parteien der so genannten Mitte (CDU/CSU/SPD) tun nicht wirklich viel gegen die Ausbreitung des Raubtierkapitalismus, siehe zum Beispiel TTIP. Bzw. befürworten ihn sogar. Wenn z.B. unsere Trinkwasserversorgung über TTIP zwangsprivatisiert worden ist, dann ist es zu  spät.

Du hast es nicht kapiert, oder?
Genau diese Parteien haben alles getan, um den marktradikalen Kapitalismus überhaupt erst einzuführen.
Du glaubst wirklich, das diese Parteien sowas verhindern würden.
Sorry, aber das ist wirklich seeeeeeehr naiv!! ;)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Hochseefischer am 08:14:08 Sa. 25.Oktober 2014
Zitat
Sollen wir alle am Ende etwa alles, was nicht essbar ist, übers Internet bestellen müssen?
Das wäre eine Umweltsauerei hoch sonstwas, wegen der individuellen Warentransporte, die da anfallen.

Glaubst Du das Karstadt seine Waren im Keller produziert?
Die Karren den Kram aus China (und sonstwo) hierher!
Schon mal bei der Warenanlieferung bei Karstadt zugeschaut wieviele Lkws und Transporter da jeden Tag aufschlagen?

Also das Argument zieht echt nicht!

Naja, wenn aber jeder Einzelne seine Waren dezentral übers Internet bestellt und geliefert bekommt, dann fahren doch umso mehr LKW's und Kleintransporter durch die Gegend.

Zitat
Aber ich gebe Dir schon Recht: die Parteien der so genannten Mitte (CDU/CSU/SPD) tun nicht wirklich viel gegen die Ausbreitung des Raubtierkapitalismus, siehe zum Beispiel TTIP. Bzw. befürworten ihn sogar. Wenn z.B. unsere Trinkwasserversorgung über TTIP zwangsprivatisiert worden ist, dann ist es zu  spät.

Zitat
Du hast es nicht kapiert, oder?
Genau diese Parteien haben alles getan, um den marktradikalen Kapitalismus überhaupt erst einzuführen.
Du glaubst wirklich, das diese Parteien sowas verhindern würden.
Sorry, aber das ist wirklich seeeeeeehr naiv!! ;)

Lies bitte noch mal meine Antwort. Du hast sie falsch verstanden. Natürlich glaube ich nicht, dass CDU/CSU und die SPD TTIP verhindern werden, sondern im Gegenteil: sie werden TTIP ohne Wenn und Aber einführen und nicht auf die TTIP-Kritiker eingehen. Und auch deswegen beteilige ich mich bei den Unterschriftenaktionen von Campact gegen TTIP. Die Grünen kritisieren zwar TTIP, das können sie ja auch komfortabel tun, weil sie in der Opposition sind. Wenn die Grünen aber in der Regierung wären, ich glaube, dann würden die TTIP auch mit durchwinken. Haben sie ja mit der Agenda 2010 auch gemacht.

Habe ich mich jetzt eindeutig genug ausgedrückt?
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Rudolf Rocker am 09:56:22 Sa. 25.Oktober 2014
Sorry Hochseefischer, da hatte ich Dich wohl falsch verstanden! :-*
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Hochseefischer am 11:08:43 Sa. 25.Oktober 2014
Sorry Hochseefischer, da hatte ich Dich wohl falsch verstanden! :-*

Macht nüscht, Rudolf  ;)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Troll am 16:45:37 Sa. 13.Dezember 2014
Zitat
Tarifverhandlungen bei Karstadt
"Paket der Grausamkeiten"

....
Wie es für Karstadt-Mitarbeiter weitergeht

Bei Karstadt hingegen haben die 17 000 Beschäftigten die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Tariflöhnen noch nicht aufgegeben. Am Dienstag sollen die Verhandlungen darüber zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern in Ratingen bei Düsseldorf fortgesetzt werden.

Zum ersten Mal seit Benkos Ankündigung, sechs Filialen zu schließen und knapp 2000 Vollzeitstellen zu streichen, wird es dem Vernehmen nach auch um all die strittigen Punkte gehen. "Die Zeit der Situationsbeschreibungen ist vorbei. Jetzt geht es ans Eingemachte", heißt es in informierten Kreisen.

Weit, sehr weit liegen die Positionen von Management und Gewerkschaftern auseinander. Die Arbeitgeber wollen dem Vernehmen nach in den Warenhäusern frühestens Ende 2016 wieder zur Tarifbindung zurückkehren, und selbst dann noch nicht auf einen Schlag. Ursprünglich plante Karstadt, schon im kommenden Jahr wieder Tariflöhne zu zahlen.

Aber das ist noch nicht das Ende der Giftliste: Nach dem Willen der Karstadt-Chefs sollen die Beschäftigten von 2015 an für drei Jahre auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten und statt durchschnittlich 37,5 Wochenstunden künftig 40 Stunden arbeiten. Durch ihren Verzicht sollen sie in den nächsten Monaten das Gros zur Sanierung des Warenhauskonzerns beitragen.
....

Quelle: SZ (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifverhandlungen-bei-karstadt-paket-der-grausamkeiten-1.2255804)

Zitat
Karstadt ist schon lange Tod!

Es gibt noch Goldzähne und verwertbare Organe die Gewinne für den "Retter" abwerfen können. Heute gehört es zum Erfolgreichen Unternehmer zu behaupten das man ein totes Pferd Gesundreiten könnte.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 08:12:56 Di. 03.Februar 2015
Zitat
Kaufhauskonzern
Billiglöhne sollen Karstadt retten

Die Kaufhauskette Karstadt hat ihre Sanierungspläne konkretisiert. Vorgesehen sind weniger Vollzeitstellen und deutliche Lohneinbußen für einen Teil der Mitarbeiter.


Die Pläne für den Abbau von rund 2.000 Stellen bei dem angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt werden konkreter. Die Süddeutsche Zeitung hat aus dem 32-seitigen Zukunftskonzept zitiert, welche Maßnahmen der Konzern zur Rettung des Unternehmens im Einzelnen ergreifen will. 

Bis 2016 soll demnach die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in den Karstadt-Filialen um 1.271 auf 8.170 reduziert werden, heißt es in dem Papier. Die Personalkosten sollen auf diese Weise um 64 Millionen Euro auf 308 Millionen Euro gesenkt werden. Im Bereich der Abteilungsleiter im Verkauf soll dem Bericht zufolge fast jede zweite Stelle wegfallen.

Dem Konzept zufolge soll es in den Häusern außerdem künftig drei Gruppen von Karstadt-Mitarbeitern geben: Verkäufer, Kassierer und Mitarbeiter, die in neu geschaffene Warenservice-Teams wechseln sollen. Diese Warenservice-Mitarbeiter sollen künftig vor allem die Ware auspacken und die Regale einräumen.
 
Eingruppiert in die Logistikbranche

Die Süddeutsche Zeitung zitierte informierte Kreise mit den Worten, dass Karstadt so die Möglichkeit gegeben werde, diese Beschäftigten nach den niedrigeren Tarifen für die Logistikbranche zu bezahlen.

Von dieser Regelung könnten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bis zu 1.100 Mitarbeiter betroffen sein. Demnach bedeutet das Lohneinbußen für die Mitarbeiter in Höhe von etwa 300 Euro. Ver.di kritisierte, es sei kontraproduktiv, wenn Kundenberater künftig Regale auffüllten. Service und Beratung seien die Stärken eines Kaufhauses.

Karstadt will in diesem Jahr sechs Filialen schließen. Davon betroffen sind über 300 Mitarbeiter. Weitere Standorte stehen nach Angaben der Karstadt-Spitze auf dem Prüfstand, weshalb ver.di zufolge zusätzliche 2.000 der insgesamt 17.000 Karstadt-Mitarbeiter um ihren Job fürchten müssen. Im Gespräch sind außerdem Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld.
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-02/karstadt-sanierung-jobabbau (http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-02/karstadt-sanierung-jobabbau)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: eichkatz am 09:59:48 Di. 03.Februar 2015
Hm. Dass Karstadt Löhne drücken will und es versuchen wird, glaube ich sofort. Aber der Weg, den der Artikel beschreibt, kann eigentlich nicht stimmen. Um Beschäftigte in den Logistiktarif zu bekommen, müsste Karstadt für sie eine eigene Gesellschaft gründen. Davon steht aber nichts im Text. Oder Karstadt steigt dauerhaft (nicht nur zeitweise über "Sanierungs-Tarif") aus der Tarifbindung aus. Dann müssten sie sich keine Gedanken mehr um einen Logistiktarif machen. Wahrscheinlicher ist für mich, dass im Einzelhandelstarif die neu geschaffene Niedriglohngruppe für ausschließliche Warenverräumer_innen angewandt werden soll. Die war nach dem letzten Streik eingerichtet worden, um Beschäftigte aus Logistikdienstleistungsfirmen (nicht zu verwechseln mit Versandhandel; es geht um Buden wie Sachs oder Teamwork mit Löhnen von 6.13€ aufwärts) wieder in den Einzelhandelstarif zu bekommen. Diesen Weg scheinen Unternehmen zu nutzen, um nicht Beschäftigte zu höheren Löhnen (und unter Ausschaltung der Werkvertragsfirma) zu übernehmen, sondern um Angestellte abzugruppieren.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: eichkatz am 11:46:18 Di. 03.Februar 2015
Eine Korrektur zu meinem Beitrag oben: Der "vorübergehende" Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung 2013 war einseitig und nicht im Rahmen eines "Sanierungstarifvertrags". Das scheint mir zu bedeuten, dass das Unternehmen bei Neuverträgen grundsätzlich machen kann, was es will, solange es sich nicht die Kooperation von Ver.di und Betriebsräten verscherzen will. Um diese scheint es hier zu gehen. Denn bisher sprach Karstadt immer von einem nur zeitweisen Ausstieg aus der Tarifbindung, könnte also durchaus an Änderungen innerhalb der Tarifverträge interessiert sein: Eine Lohnkürzung durch Tarifvertrag, nicht durch den Ausstieg aus dem TV.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: CubanNecktie am 18:33:02 So. 22.Februar 2015
Zitat
Kaufhauskonzern
Billiglöhne sollen Karstadt retten

Die Kaufhauskette Karstadt hat ihre Sanierungspläne konkretisiert. Vorgesehen sind weniger Vollzeitstellen und deutliche Lohneinbußen für einen Teil der Mitarbeiter.



Toller Rettungsplan - Lohnverzicht hat bei den PRAKTIKERBAUMÄRKTEN auch gut gewirkt.  kotz
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Tiefrot am 21:39:24 So. 22.Februar 2015
Man sollte diesen "Rettern" mal einprügeln, daß Lohn = Nachfrage ist.
Wo keine Nachfrage, da kann auch Karstadt seinen Krempel nicht verkaufen.

Wem erzähle ich das eigentlich ?  :rolleyes:
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Auferstanden am 17:55:22 Fr. 27.Februar 2015
was bitteschön sollte im Musterland der Sklaverei und Ausbeutung anderes passieren?
Selbst wenn es betriebswirtschaftlich, wettbewerbsorientiert kurzfirstig sinnig wäre, geringere Löhne
auszubezahlen, könnte man dessen Nachteile per Lohnverzicht über Anteile am Unternehmen bei zukünftigere Gewinne
kompensieren.
Aber wie erwähnt ist dies im "Hochlohnland von Arbeit macht frei"  Lichtjahre entfernt.
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 18:03:26 Di. 11.September 2018
Zitat
Karstadt und Kaufhof
Das wahre Motiv für die Kaufhaus-Fusion: Immobilien-Spekulation

...
Hier verbündeten sich nicht zwei "Giganten", wie viele meinen. Zwar kennt fast jeder in Deutschland die Namen Karstadt und Kaufhof. Beide befinden sich aber selbst verschuldet in einem erbarmungswürdigen Zustand. Sie stehen auch nicht in Konkurrenz zueinander. Der Onlinehandel, insbesondere Amazon, ist ihr größter Rivale. Der US-Internetkonzern ist heute eine Billion Dollar wert, das Warenhausgeschäft von Karstadt und Kaufhof so gut wie nichts. Beide haben den Anschluss an die moderne Einkaufswelt komplett verschlafen.
...
Wohl gemerkt gilt dieses düstere Szenario nur für das Warenhausgeschäft, also den Verkauf von Bekleidung, Haushaltswaren oder Kosmetik - nicht aber für die Immobilien, in denen dieses Geschäft betrieben wird. Deren Wert ist zuletzt immens gestiegen, so wie der von Handelsimmobilien in zentraler Stadtlage generell.
...
Das Spekulieren auf weiter steigende Preise ist das eigentliche Motiv für das beharrliche, jahrelange Interesse von Karstadt an Kaufhof. Die Immobilien sind dem österreichischen Unternehmer René Benko so viel wert, dass er dafür sogar das schwierige Warenhausgeschäft auf sich nimmt. Wegen der Immobilien lässt auch die kanadische Kaufhof-Mutter HBC nicht ganz vom Kölner Warenhauskonzern los. Im Kern geht es also um Spekulationsgeschäfte mit Immobilien: Ware Haus statt Warenhaus. HBC hat mit den Immobilien viele Millionen verdient.
...
Der Zusammenschluss bedeutet sicher keine Rettung für die Institution Warenhaus. Er beendet unmittelbar weder die Not von Kaufhof noch von Karstadt.
...
Für die Mitarbeiter bedeutet das nichts Gutes. Auf Seiten Kaufhofs wird vorerst weiter ungewiss sein, was aus den Jobs wird. Jeder vierte Arbeitsplatz könnte wegfallen. Bestehende Mietverträge, die Mitbestimmung und die aus Arbeitgebersicht hohen Kosten für Sozialpläne verhindern zwar Massenentlassungen. Dennoch wird beim Personal gekürzt werden. Aufschlussreich dabei ist, sich anzuschauen, wie Karstadt die Wende zum Besseren schaffte: im Wesentlichen durch eine konsequente Sparpolitik vor allem auch beim Personal, durch Lohn- und Gehaltsverzicht...
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/karstadt-und-kaufhof-immobilien-spekulation-das-wahre-motiv-fuer-die-kaufhaus-fusion-1.4124818 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/karstadt-und-kaufhof-immobilien-spekulation-das-wahre-motiv-fuer-die-kaufhaus-fusion-1.4124818)
Titel: Re:Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 17:41:18 Mi. 12.September 2018
Es lohnt ein Blick auf die "Retter" des Kaufhauskonzerns:

René Benko

(https://images.derstandard.at/img/20080119/benkogr.jpg?tc=12&s=e3372cc6)
Zitat
Die von ihm gegründete Signa Holding ist Österreichs größtes privates Immobilien­unternehmen. Hauptgesellschafter der Signa-Holding ist die Familie Benko Privatstiftung mit einem kontrollierenden Anteil von 85 %. Die Unternehmensgruppe ist seit 1999 kontinuierlich gewachsen und zählt mittlerweile zu den größten privaten Immobilieninvestoren Zentraleuropas. Am 2. November 2012 wurde Benko am Landesgericht Wien gemeinsam mit seinem Steuerberater wegen „versuchter verbotener Intervention“ (Schmiergeld) zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr verurteilt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Benko (https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Benko)

Zitat
Für viele in der Branche ist es nicht mehr als ein Kavaliersdelikt und damit vergessen. Geschadet hat es seinen Geschäften ohnehin nicht. Im Gegenteil, auf der Liste der reichsten Österreicher schraubt sich der Sohn eines Gemeindebediensteten und einer Erzieherin immer weiter nach oben. Mittlerweile belegt er nach Angaben des österreichischen Wirtschaftsmagazins „Trend“ mit einem Vermögen von 3,18 Milliarden Euro bereits Platz acht.

Benko pflegt seinen Nimbus als Selfmademan und Krösus zugleich. Alles, was der Immobilienunternehmer anfasst, scheint zu Gold zu werden. Daher fließt ihm das Geld von Investoren quasi automatisch zu. „Sein Problem ist nicht die Liquidität, sondern der Mangel an Grundstücken, um die Projekte zu bauen“, sagt ein Insider in Wien.

Zu seinem Erfolgsimage gehört auch, den eigenen Luxus zur Schau zu stellen. Der in zweiter Ehe verheiratete Unternehmer verfügt im österreichischen Nobelskiort Lech über das luxuriöseste Chalet im Land und eine extravagante Villa am Gardasee. Im Privatjet und Helikopter ist er unterwegs. Hauptsache schnell. Auf Jachten im Mittelmeer entspannt er sich.

Politisch ist Benko bestens verdrahtet. Auf die Unterstützung von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kann sich Benko verlassen, etwa bei der Übernahme der österreichischen Möbelkette Kika Leiner im Juni mit 6500 Mitarbeitern und 100 Immobilien.

Zu seinen Freunden und Investoren gehören der österreichische Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der Unternehmensberater Roland Berger, der Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner, der Airline-Betreiber Niki Lauda oder die rechtspopulistische Ex-Vizekanzlerin und Chefin der Bausparkasse Wüstenrot in Österreich, Susanne Riess.

Innerhalb weniger Jahre hat er ein Immobilienimperium der Luxusklasse geschaffen. Über seine Signa Holding, an dem seine in Innsbruck ansässige Familie-Benko-Privatstiftung maßgeblich beteiligt ist, hat er ein Portfolio an Einkaufszentren und Bürogebäuden gesammelt, das in Mitteleuropa seinesgleichen sucht.

Berühmte Architekten wie David Chipperfield loben den Österreicher über den grünen Klee. „René ist ein außergewöhnlicher Investor. Er ist sehr leidenschaftlich und engagiert“, sagte der Brite zuletzt dem Handelsblatt. „Wir arbeiten gern mit Investoren, die bereit sind, sich mit einem Projekt zu identifizieren. René ist so jemand.“ Der Stararchitekt baut für Benko in Hamburg den 233 Meter hohen Elbtower.

Signa teilt sich heute in zwei Teile: Signa Real Estate mit Immobilien im Wert von zwölf Milliarden Euro und Signa Retail für die Handelsgeschäfte mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro.

Benkos pompöse Selbstdarstellung und sein außergewöhnlicher Erfolg rufen in der Alpenrepublik viele Neider hervor. Das ist dem Unternehmer, der im Winter mit Pelz-besetztem Kaschmirmantel durch die von ihm geschaffene Wiener Luxusmeile Goldenes Quartier flaniert, durchaus bewusst.

„In Österreich ist Neid und Missgunst etwas ausgeprägter als in anderen europäischen Ländern“, sagte Benko bei einem Business-Lunch mit Johann Strobl, dem mächtigen Chef der auf Osteuropa spezialisierten Raiffeisen Bank International.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/karstadt-und-kaufhof-wie-rene-benko-zu-europas-kaufhaus-koenig-wurde/23009268.html (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/karstadt-und-kaufhof-wie-rene-benko-zu-europas-kaufhaus-koenig-wurde/23009268.html)

Zitat
Kann Karstadt diesen Männern vertrauen?

Beziehungen, Korruption, Manipulation


Benko ist nicht der einzige in der Führungsetage, dessen Weste nicht mehr blütenweiß ist. Auch der israelische Diamantenhändler Beny Steinmetz, der Anteile an den Karstadt-Sporthäusern sowie Prestigeprojekten wie dem Kaufhaus des Westens (Kadewe) besitzt, hat Ärger: In Guinea soll er mit seiner Firma BSGR die Witwe des ehemaligen Diktators bestochen haben, um an Schürfrechte zu gelangen. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der Regierung von April hervor.

Der nächste im Bunde in Signas Beirat ist frühere österreichischen Kanzler Alfred Gusenbauer. Wie sein deutscher Amtskollege Gerhard Schröder pflegt auch Gusenbauer intensive Kontakte zu Herrschern, die nicht als lupenreine Demokraten durchgehen, und verkauft diese Beziehungen an seine Geschäftspartner. Im Fall Gusenbauers ist es vor allem der kasachische Diktator Nursultan Nasarbajew, den er berät.

Ein weiterer bekannter Name im Benko-Team: Wendelin Wiedeking. Der Ex-Porsche-Chef und heutige Signa-Beirat reiht sich in die Linie der mit allen Wassern gewaschenen Geschäftspartner von Benko ein. Er hat Porsche zur erfolgreichsten Sportwagenschmiede der Welt gemacht - um sich am Ende mit dem Versuch zu überheben, auch noch VW zu übernehmen. Juristisch geblieben ist davon der Vorwurf, er habe den Aktienkurs des deutschen Autobauers manipuliert – indem er falsche Angaben über die geplante Übernahme von Volkswagen machte. Das Landgericht Stuttgart hatte zunächst von einem Gerichtsprozess abgesehen, die Staatsanwaltschaft jedoch Beschwerde eingelegt.

Der fünfte im Bunde, der griechische Reeder George Economou, gilt ebenfalls als, vorsichtig gesagt, raffiniert. In Griechenland besitzt er als Reeder Steuerfreiheit. Sein Unternehmen Dryships hat er trotzdem auf den Marshallinseln angesiedelt, die sind auch bekannt als Steuerparadies. Nach dem Börsengang des Unternehmens und einem beispiellosen Absturz der Aktie beschäftigten sich US-Gerichte intensiv mit dem Thema. In der Branche heißt es, Economou sei ein Spieler, der große Risiken eingehe. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt sagte er einmal: „Risiken sind relativ. Ich gehe Risiken ein, wenn ich sie einschätzen kann. Wer Angst hat, Fehler zu machen, sollte lieber morgens gar nicht erst aufstehen.“

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/die-plaene-von-rene-benko-beziehungen-korruption-manipulation/10338508-2.html?ticket=ST-9192753-jFZElMviYvCNIUClvIPo-ap3 (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/die-plaene-von-rene-benko-beziehungen-korruption-manipulation/10338508-2.html?ticket=ST-9192753-jFZElMviYvCNIUClvIPo-ap3)


Mit der Drohung von Massenentlassungen wird auch der Aufruf zum Lohnverzicht kommen.
Das Geld für das Luxusleben muß schließlich irgendwo herkommen.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 09:34:38 Di. 11.Juni 2019
Verdi hat es in den letzten Jahren vermieden, ernstgemeinte Proteste im Karstadtkonzern zu organisieren und beließ es bei eher symbolischen Aktionen.

Man legte dem "Retter" quasi den roten Teppich aus, René Benko, ein rechtes Oligarchenschwein.
Zitat
Österreichischer Milliardär Benko übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof komplett

Bislang besaß René Benko bereits die Mehrheit am deutschen Warenhauskonzern - nun wird seine Signa-Gruppe alleinige Eigentümerin. Der kanadische HBC-Konzern verkauft seine restlichen Anteile an die Österreicher.

Die von Benko 1999 gegründete Signa-Gruppe hatte zunächst in mehreren Schritten Karstadt übernommen und im vergangenen Jahr dann nach mehreren Anläufen auch die Mehrheit bei Kaufhof. Die Holding gehört mit einem Immobilienvermögen von laut eigenen Angaben mehr als 14 Milliarden Euro zu einem der größten Immobilieninvestoren in Europa.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rene-benko-uebernimmt-galeria-kaufhof-karstadt-komplett-von-hbc-a-1271742.html
Titel: "Karstadt"
Beitrag von: BGS am 13:45:50 Sa. 15.Juni 2019
Zitat
... .
Im November 2009 akzeptierte die Gewerkschaft in einer Vereinbarung einen Gehaltsverzicht von 150 Mio. Euro für die 28.000 Beschäftigten in den nächsten drei Jahren.(1)... .

Zitat
... .
Am 30. September 2010 hob das Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren auf. 40.000 Gläubiger mussten auf rund zwei Mrd. Euro verzichten.(2)

Zitat
... . Im Mai 2013 teilte das Unternehmen mit, bis 2015 eine „Tarifpause“ einzulegen, und damit vorübergehend aus der Tarifbindung auszusteigen. (3)

(1)https://www.nrz.de/wirtschaft/150-millionen-euro-von-der-belegschaft-fuer-karstadt-id52304.html (https://www.nrz.de/wirtschaft/150-millionen-euro-von-der-belegschaft-fuer-karstadt-id52304.html)

(2)https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/karstadt-benko-uebernimmt-alle-warenhaeuser-von-berggruen-a-986091.html (https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/karstadt-benko-uebernimmt-alle-warenhaeuser-von-berggruen-a-986091.html)

(3)https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kriselnder-kaufhauskonzern-karstadt-steigt-aus-flaechentarifvertrag-aus-a-899562.html (https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kriselnder-kaufhauskonzern-karstadt-steigt-aus-flaechentarifvertrag-aus-a-899562.html)

MfG

BGS

Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 15:02:17 Sa. 15.Juni 2019
DAS ist organisierte Kriminalität.
Spiegel-Online ist jedoch in Extase ob seiner erfolgreichen Clan-Kriminalitätsreportagen. Die Faschoszene verbreitet deren Berichterstattung mit Begeisterung.
Titel: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: counselor am 20:31:52 Fr. 19.Juni 2020
Zitat
Nürnberger Karstadt-Filialen schließen: 300 Mitarbeiter vor Entlassung

NÜRNBERG - Doppelschlag für Nürnberg: Die beiden Nürnberger Karstadt-Filialen stehen auf der Schließungsliste des Managements der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof. Das teilte die Gewerkschaft Verdi mit. "Wir sind bestürzt, wütend und ins Mark getroffen. Es betrifft über 300 Beschäftigte, ihre Familien und Angehörigen", erklärte Jaana Hampel, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi Mittelfranken.

Quelle: https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nurnberger-karstadt-filialen-schliessen-300-mitarbeiter-vor-entlassung-1.10195120

Wir sollten uns solidarisch mit den Mitarbeitern zeigen und ihre Kämpfe unterstützen.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 10:05:50 Sa. 20.Juni 2020
Wir haben da ein mafiöses Geflecht, das sich allein für die Ausplünderung der Unternehmenskette interessiert. Teilweise schien es so, als sei die Ausbeutung der Beschäftigten nur noch eine Nebensache, das Hauptziel war die Spekulation mit den Liegenschaften, den Gebäuden in den Innenstädten.

Verdi hat sich dieses Spektakel jahrelang angesehen und nicht nur versäumt, die Beschäftigen zu einer Gegenwehr zu organisieren, die Gewerkschaft ist den Ausbeutern sogar in den Arsch gekrochen und hat auf Lohnerhöhungen verzichtet und sogar Lohnsenkungen akzeptiert.

Jetzt gibt es die Quittung dafür, sich freiwillig der Kapitalseite zu unterwerfen:
Zitat
Die Mitteilung kam fast unspektakulär daher. Galeria Karstadt Kaufhof habe einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahren gestellt, teilte das Unternehmen am 1. April mit, nachdem zuvor die WirtschaftsWoche darüber berichtet hatte. Schutzschirmverfahren? Das klingt mehr nach Rettungsschirm und ‚alles halb so wild‘, als nach Existenzkrise.

Und genau das war auch die Absicht. In der gesamten Presseerklärung des Konzerns blieb unerwähnt, dass es sich auch beim Schutzschirmverfahren um ein Insolvenzverfahren handelt. Journalisten, die darauf hinwiesen, bekamen gar Post eines Berliner Presseanwalts, der über „unwahre Tatsachenbehauptungen über einen angeblichen Insolvenzantrag“ fabulierte. Das Ziel war klar: Verhindern, dass das böse I-Wort fällt. Auch bei Esprit, Condor und anderen Unternehmen unterm Schutzschirm ließ sich das PR-Phänomen besichtigen.

„Das Schutzschirmverfahren hat im Vergleich zur regulären Insolvenz sicherlich auch einen gewissen Marketingvorteil“, räumte selbst Galeria-Chefsanierer Arndt Geiwitz später ein und fügt hinzu: „Kunden und Mitarbeiter sind dann allerdings oft geschockt, wenn man ihnen sagt, dass das Schutzschirmverfahren auch ein Insolvenzverfahren ist.“

So ist es auch jetzt bei Karstadt und Kaufhof: 62 der 172 Warenhäuser sollen schließen. Tausende Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze. Auch Lieferanten und Vermieter müssen bluten, Bürgermeister fürchten um ihre Innenstädte.
https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/schliessungen-bei-galeria-karstadt-kaufhof-das-grosse-schutzschirm-missverstaendnis/25932278.html

Zitat
Karstadt: "Brutal, wie hier mit Menschen umgegangen wird"

(...)Frank Helmenstein (Bürgermeister der Stadt Gummersbach)


„Für mich ist das als Mensch und als Bürgermeister einer der schlimmsten Tage in meinem Leben“, sagt Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein und spricht von einem „rabenschwarzen Tag für Gummersbach“. (...)
https://www.oberberg-aktuell.de/wirtschaft/karstadt---brutal--wie-hier-mit-menschen-umgegangen-wird--a-21453

Zitat
Es kommt wohl noch schlimmer
(...)
Corona ist bei weitem nicht das einzige Problem des Handelsmodells Warenhaus. Klar: Eine Milliarde Euro Umsatzverlust wegen der Pandemie – so die Kalkulation der Galeria-Insolvenzverwalter - würde so ziemlich jede Firma an den Rand der Pleite katapultieren. Aber im Fall von Karstadt-Kaufhof liegen die Probleme tiefer. Die großen Kaufhäuser sind schon seit Jahrzehnten in der Krise. Es gibt sogar Handelsexperten, die sagen: Nach 150 Jahren ist das Warenhaus definitiv am Ende.

Im Fall von Karstadt-Kaufhof kommen katastrophale Management-Fehler dazu.
(...)
 Middelhoff war groß in spektakulären Deals - wie dem Verkauf der besten Warenhaus-Standorte. (...)
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/galeria-karstadt-kaufhof-kommentar-101.html

Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 10:47:35 Sa. 20.Juni 2020
Die Schließung der Karstadt-Filialen in Nürnberg bedeutet eine Verödung der Innenstadt und für mehrere Hundert Beschäftigte ist es ein schwerer Schlag. Wir sollten uns für die Mitarbeiter und die anstehenden Kämpfe interessieren und solidarisch sein.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 11:03:40 Sa. 20.Juni 2020
Ja.

Ich glaube aber nicht, daß wir viele Kämpfe zu sehen bekommen.
Von Verdi ist nicht mehr als rein symbolischer Protest zu erwarten.
Eine Gegenwehr der Basis wäre notwendig, doch bisher (bei allen vorherigen Auseinandersetzungen) war davon wenig zu sehen.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 11:23:44 Sa. 20.Juni 2020
Am Rande der gestrigen Aktion für die Angeklagten im TKP/ML Prozess würde auch über eine mögliche Unterstützung der Karstadt-Beschäftigten diskutiert. Es soll eine Aktion in Erlangen geben. Ich bin mir sicher, dass es auch in Nürnberg Aktionen geben wird.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 18:33:58 Mo. 22.Juni 2020
Zitat
Nürnberger Stadtspitze kämpft um Erhalt beider Karstadt-Filialen

Die Nürnberger Stadtspitze kämpft mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft Verdi um den Erhalt der beiden Karstadt Filialen in der Innenstadt und in Langwasser. Das teilte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) heute mit.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/nuernberger-stadtspitze-kaempft-um-erhalt-beider-karstadt-filialen,S2eGPG5
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 17:53:50 Mi. 24.Juni 2020
Wir haben von der Montagsdemo Nürnberg Kontakt zu den Karstadt-Beschäftigten geknüpft und werden sie zur nächsten Montagsdemo einladen. Die Beschäftigten sind sehr kämpferisch und akzeptieren die Schließung ihres Warenhauses nicht. Außerdem kennen sie die Montagsdemo, da unser bisheriger Standort nur ca 200m von Karstadt entfernt ist.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 20:08:37 Do. 25.Juni 2020
Am Montag und Dienstag finden Aktionen der Karstadt-Beschäftigten vor den Warenhäusern in Nürnberg an der Lorenzkirche und im Frankencenter statt. Sobald ich näheres weiß, werde ich es hier posten.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: Kuddel am 20:16:03 Do. 25.Juni 2020
Ich war vor vielen Jahren mal mit der Montagsdemo Bremen zu einem Streik bei Cinemax gegangen. Das war recht schräg, die Streikposten wußten nichts mit Unterstützern auzufangen und wollten auch auch nicht diskutieren.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 03:29:46 Sa. 27.Juni 2020
Es gibt Menschenketten um die zwei Karstadt-Warenhäuser:

Zitat
Galeria Karstadt Kaufhof: Menschenketten am 29. - 30.06.2020

Am kommenden Montag und Dienstag werden die Beschäftigten vor den Karstadthäusern Nürnberg Langwasser und Lorenzkirche ihre Filialen mit einer Menschenkette schützen.

Diese Aktion erfolgt nach den jeweiligen Betriebsversammlungen.

Auch die Beschäftigten von le Buffet (dem Restaurant im Karstadt) und ihre Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten rufen zu der Aktion auf.

Thomas Vieweg, Betriebsratsvorsitzender Karstadt Lorenzkirche: „Es geht um unsere Existenzgrundlage. Wir stehen in dieser Menschenkette, um zu zeigen das wir alle und unsere Familien betroffen sind. Aber auch, dass wir zusammengehören und zusammen gegen die geplanten Schließungen kämpfen“

„Wir sind eine Familie. Wir stehen Seite an Seite mit erhobenem Haupt“ betont Katharina Lorenz, Betriebsratsvorsitzende Karstadt Langwasser. „Wir freuen uns über jede und jeden die uns in unserem Kampf um den Erhalt unserer Häuser unterstützt! Wer also noch nichts vorhat ist herzlich willkommen sich einzureihen“ so Katharina Lorenz weiter.

Manuel Wulf, Betriebsratsvorsitzender Le Buffet Restaurant & Café‘ GmbH Nürnberg an der Lorenzkirche stellt klar: „Der Kampf am Kochtopf ist seit 1978 hier im Hause unser tägliches Brot. Seite an Seite haben wir mit unseren Kolleg*innen hier im Karstadt an der Lorenzkirche Höhen und Tiefen erlebt und überlebt. Was jetzt passiert, gefährdet nicht nur unsere Existenzgrundlage, unsere Existenzgrundlage wird zerstört. Wir alle, selbst unsere Azubis befinden uns im freien Fall, kein Netz, kein doppelter Boden, keinerlei Sicherheiten. Und alles wofür?“

 „Wir stehen gemeinsam für Nürnberg“ bekräftigt Jaana Hampel, Gewerkschaftssekretärin ver.di „Es geht in erster Linie um die Schicksale der Kolleg*innen, aber auch um das Herz des Frankencenters und der Innenstadt.“

In einem sind sich die drei Betriebsratsvorsitzenden und ihre Gewerkschaften ver.di und NGG einig: Wir kämpfen für den Erhalt der Arbeitsplätze – für jede Kolleg*in und jeden Kollegen!

Am Montag, den 29.06. um 10.30 Uhr findet die Menschenkette vor dem Frankencenter statt. Treffpunkt ist hier der Seiteneingang gegenüber dem Parkhaus, Richtung U-Bahnhaltestelle.

Am Dienstag, den 30.06. um 10.30 Uhr findet die Menschenkette vor dem Karstadt Lorenzkirche statt. Hier ist der Treffpunkt der Eingang Karolinenstraße.

Wir würden uns über Ihr Kommen und Berichterstattung freuen.

Quelle: https://mittelfranken.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++659f9468-b6d8-11ea-91c8-001a4a160110

Die Montagsdemo Nürnberg wird mit einer kleinen Delegation daran teilnehmen.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 22:07:40 So. 28.Juni 2020
Stimmen aus der Bevölkerung zur Karstadt-Schließung
https://youtu.be/DgbwSRkxvO8
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 17:04:47 Mo. 29.Juni 2020
Das lokale Käseblatt berichtet über die Menschenkette vor dem Karstadt in Langwasser
Zitat
Demos in Nürnberg: Mitarbeiter kämpfen um Karstadt

NÜRNBERG - Der Kampf um die beiden Nürnberger Karstadt-Kaufhäuser geht weiter: Am Dienstag demonstriert die Belegschaft vor dem Kaufhaus in der Innenstadt. Am Montag hatte sich schon eine Menschenkette um die Filiale im Frankencenter gebildet.

Quelle: https://www.nordbayern.de/region/demos-in-nurnberg-mitarbeiter-kampfen-um-karstadt-1.10219229
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 16:19:58 Di. 30.Juni 2020
Auch über die heutige Aktion vor dem Karstadt in der Innenstadt berichtet das lokale Käseblatt
Zitat
Nürnberg: Karstadt-Angestellte kämpfen mit Menschenkette für Zukunft

NÜRNBERG - Der Kampf um den Erhalt der beiden Nürnberger Karstadt-Häuser geht weiter: Vor der Filiale Lorenzkirche haben am Dienstag mindestens 200 Angestellte mit einer Menschenkette demonstriert. Stadtrats- und Landtagspolitiker, die Stadtspitze, Abordnungen anderer Galeria-Häuser sowie etliche Gewerkschafter zeigten sich vor Ort solidarisch.

Quelle: https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/nurnberg-karstadt-angestellte-kampfen-mit-menschenkette-fur-zukunft-1.10222143
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 18:21:25 Mi. 01.Juli 2020
Zitat
GALERIA KARSTADT KAUFHOF - Morgen ver.di-Kundgebung in Essen

Galeria Karstadt Kaufhof plant, 18 Häuser von Galeria Karstadt Kaufhof sowie vier Häuser von Karstadt Sports und fünf Häuser von Karstadt Feinkost zu schließen. Aus Protest lädt ver.di für morgen die Betriebsräte aus NRW zu einer Konferenz und einer Kundgebung nach Essen ein. Die Fachbereichsleiterin für den Handel in NRW, Silke Zimmer, kritisierte die geplanten Schließungen scharf: „Keine Stadt kann eine Bauruine in 1A-Lage gebrauchen. Deshalb haben die Schließungen eine fatale Wirkung nicht nur auf die betroffenen Beschäftigten. Sie gehen sowohl zu Lasten der Kundinnen und Kunden, denen die Einkaufsmöglichkeiten in den Städten verloren gehen. Sie gehen aber auch zu Lasten der Kommunen, in denen die Innenstädte veröden und sie gehen zu Lasten des stationären Einzelhandels, dem die Besucherströme durch die großen Warenhäuser wegbrechen."

Die Betriebsrätekonferenz beginnt am morgigen 1. Juli um 10:30 Uhr im Haus der Technik (Hollestr. 1). Die Kundgebung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw27/morgen-ver-di-kundgebung-in-essen
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 02:11:46 Do. 02.Juli 2020
Zitat
Galeria Karstadt Kaufhof geht in die Insolvenz

Der Verwalter von Galeria Karstadt Kaufhof hat heute beim Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren für Galeria Karstadt Kaufhof, Karstadt Sports und weitere Tochterunternehmen beantragt. Das ist der nächste Schritt zur Rettung der Kaufhäuser.

Quelle: https://www.radioessen.de/artikel/galeria-karstadt-kaufhof-geht-in-die-insolvenz-639837.html
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 11:13:46 Fr. 03.Juli 2020
Zitat
Karstadt an der Nürnberger Lorenzkirche ist gerettet

NÜRNBERG - Hat das Bangen nun ein Ende? Wie die Stadt Nürnberg mitteilte, ist die Karstadt-Filiale an der Lorenzkirche gerettet. Die Stadt will die genauen Maßnahmen am heutigen Vormittag vorstellen.

Quelle: https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/karstadt-an-der-nurnberger-lorenzkirche-ist-gerettet-1.10231088

Die Filiale im Frankencenter in Langwasser ist weiterhin von der Schließung bedroht.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 19:38:52 Mi. 08.Juli 2020
Zitat
Insolvenzverfahren Karstadt-Kaufhof eröffnet

Dem Warenhauskonzern Karstadt-Kaufhof ging es auch vor der Corona-Krise nicht gerade gut. In Folge der Pandemie ist er aber geradezu in Turbulenzen geraten und musste Insolvenz beantragen. In den letzten Wochen berichteten die Medien davon, dass viele Filialen des Konzerns geschlossen werden. Für die Mitarbeiter*innen aber auch für Kunden ein schwerer Schlag! Das Amtsgericht Essen hat jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet.

Quelle: https://www.dgbrechtsschutz.de/fuer/arbeitnehmer/themen/beitrag/ansicht/arbeitnehmer/insolvenzverfahren-karstadt-kaufhof-eroeffnet/details/anzeige/?cHash=3a392161bffbc1f36be9b677d6f7c399&type=999

Am Donnerstag, 9.Juli 2020 um 16 Uhr findet vor dem Frankencenter in Langwasser eine Kundgebung von Verdi zur beabsichtigten Schließung der Karstadt-Filiale statt.
Titel: Re: Karstadt
Beitrag von: counselor am 14:39:03 Fr. 17.Juli 2020
Zitat
Rettung - Karstadt im Franken-Center ist gerettet - SPD fordert überarbeitete Strategie

Karstadt im Nürnberger Franken-Center ist gerettet: Mitarbeiter brechen am Freitagmorgen in Tränen aus, als die Botschaft verkündet wird. Bei all der Freude mahnt die SPD allerdings auch: Die Einzelhandelsstrategie für Nürnberg sollte überarbeitet werden.

Quelle: https://www.infranken.de/lk/nuernberg/nuernberg-karstadt-langwasser-ist-gerettet-80-mitarbeiter-duerfen-bleiben-art-5036963
Titel: Re: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: Kuddel am 09:53:32 Sa. 18.Juli 2020
Ich finde es ja gut, wenn die Beschäftigten protestieren. Ich finde es auch gut, wenn es Unterstützung von außen gibt.

Es scheint aber kaum Diskussion darüber zu geben, wie man protestiert und was man fordert.

Zitat
Galeria Karstadt Kaufhof
Mitarbeiter demonstrieren gegen Filialschließungen

(https://abload.de/img/sz.1wnj5l.jpg) (https://abload.de/image.php?img=sz.1wnj5l.jpg)

Rund 50 Beschäftigte machen ihrem Ärger über die Konzernspitze Luft - und fordern mehr Unterstützung von der Kommunalpolitik.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-kaufhof-stachus-schliessung-protest-1.4970958?reduced=true

Ich habe den Eindruck, Verdi gibt etwas vor und das macht man dann. Eine Menschenkette um "unser Unternehmen" zu schützen? Der Angriff kommt doch vom Unternehmer. Für mich sieht eine Menschenkette wie ein Schutz für das Unternehmen und den Unternehmer aus, nicht wie der Schutz der Arbeitsplätze und -Bedingungen.

Und dann fordert man, daß die öffentliche Hand die Krisenkosten des Unternehmens übernimmt? Man hatte aber nie gefordert, in profitablen Zeiten die Gewinne den Mitarbeitern und öffentlichen Kassen zukommen zu lassen.
Titel: Re: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: Kuddel am 09:41:25 Di. 25.Januar 2022
Man sollte sich diesen Thread nochmal durchlesen und staunen, daß das kriminelle Spekulantenschwein René Benko jetzt Steuergelder in den Arsch geschoben kriegt:

Zitat
Warenhauskonzern Galeria erhält Genehmigung für zweiten Staatskredit
Der Händler soll weitere 240 Millionen Euro an Unterstützung bekommen. Eigentümer René Benko muss sich jedoch auch an der Rettungsaktion beteiligen.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/einzelhandel-warenhauskonzern-galeria-erhaelt-genehmigung-fuer-zweiten-staatskredit/28004358.html
Titel: Re: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: Kuddel am 10:08:15 Mo. 14.Februar 2022
René Benko ist der Immobilien-Milliardär, für den Kaufhof-und Karstadt-Mitarbeiterinnen auf Urlaubs-und Weihnachtsgeld verzichtet haben, bevor sie dann doch gefeuert wurden.

(https://abload.de/img/b7joy.jpg) (https://abload.de/image.php?img=b7joy.jpg)
Titel: Re: Galeria Karstadt Kaufhof
Beitrag von: BGS am 11:25:37 Mo. 14.Februar 2022
Wie kann das alles bloss angehen?! Mir fehlen die Worte.

MfG

BGS