Digitalisierung

Begonnen von Kuddel, 10:44:37 Mo. 29.Januar 2018

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Tiefrot

ZitatUnd was machen die Digitalisierer, wenn es hier Krieg gibt und der Feind die Stromversorgung angreift?
Diese Frage wurde schonmal irgendwo behandelt.
Da kamen die mit Notstromsystemen um die Ecke, mehr aber auch nicht.
Hackerangriffe kamen dabei nicht zur Sprache. Und davon gibt es ja schon mehr als genug.

Analog parallel wäre schon sehr zweckmäßig. Schließlich kommt der ganze Krempel nicht
ohne Ersatzsystem hin. Scheiß blinder Technikglaube, auch wenn ich aus diesem Bereich komme. :Q
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

BGS

Ein Feuer, um sich zu wärmen?

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Nikita

Kritische Infrastrukturen sollten redundant sein. Im Sinne von analog und digital. Wir sind in Deutschland fast überall in der Digitalisierung weit hinten. Insofern freue ich mich in vielen Bereichen, wenn sie sinnvoll und kompetent digitalisiert würden. Das funktioniert aber nicht wie bisher mit Heuschrecken-Beratungsfirmen und betriebsblinden Nullleistern, die einfachste Konzepte von sicherer Digitalisierung nicht verstehen, weil sie immer noch an Active Directory, Exchange und Outlook glauben. Oder sie verstehen das Konzept von Dezentralisierung und sicherer Verschlüsselung nicht. Schwatzen lieber Sicherheitssysteme auf, die weitere Sicherheitslücken ins System reißen und verkaufen dafür Wartungsverträge oder das zweite SIEM.
In der Verschlüsselung sind alle wesentlichen Probleme gelöst, um Digitalisierung sicher anzugehen. Man muss es nur mit Verstand und nicht mit Marketing im Blick umsetzen.

Kuddel

Irgendwie ist dieser Digitalkram recht mysteriös. Man sagt, wir wissen nicht, wo das hinführt, aber wir wollen unbedingt an der Spitze sein. Ich glaube, vieles ist überhaupt nicht abschätzbar und nicht kontrollierbar. Man träumt von explosionsartigem Anstieg an Profiten und Machtgewinn. Das wären totalitäre Entwicklungen.

Ansonsten wird alles immer verzahnter, komplizierter und angreifbarer. Es müssen keine bösen Hacker sein, es kann irgendwas einfach so schief laufen und die Fehler schaukeln sich hoch und plötzlich hat ein ganzes Land keinen Strom mehr oder ein Kontinent kein Internet.

Der Glaube, daß alles sich so smart entwickeln wird, ist ja schlimmer als jeder religiöse Wahn. Es ist einfach nicht so. Es wundert mich, daß so viel überhaupt noch funktioniert.

Wenn ich mir vorstelle, was alles diskutiert wurde, wo man hier oder da in unserem Alltag an Energie einsparen kann, dann ist es doch mehr als absurd, wie man nun diese "Zukunfsttechnologien" ausbauen will, die unendliche Mengen an Energie fressen. Für diesen ganzen Schwachsinn, Autonomes Fahren; KI, Kryptowährungen, Qantencomputer und was auch immer, da will man plötzlich jede Menge AKWs bauen und den halben Erdball nach Seltenen Erden durchpflügen.

Es geht mir nicht darum, in irgendwelchen angeblich "guten alten Zeiten" unverändert weiterzuleben, aber diese Entwicklungen sogenannter Zukunftstechnologien sind einfach hirnverbrannt.

ZitatÜberbordender Stromkonsum und unstillbarer Rohstoffverbrauch: Statt den versprochenen Beitrag zur Lösung globaler Probleme zu leisten, machen sich die Promotor:innen der künstlichen Intelligenz selber zum globalen Problem.
...
Und dabei erzählt der Energieverbrauch nur die halbe Geschichte. Bisher kaum beachtet bleibt der immense Rohstoffhunger der KI: Kupfer für die kilometerlangen Kabel in Datenzentren, Seltene Erden für Mikrochips und Server, Lithium, Nickel und Kobalt für Batterien und Magneten. KI konkurriert dabei direkt mit dem Ausbau grüner Technologien wie Fotovoltaik, Wärmepumpen oder Elektromobilität. Laut der IEA wird der weltweite Bedarf an Kupfer bis 2040 um vierzig Prozent steigen, jener an Seltenen Erden um achtzig Prozent, der an Lithium auf das Siebenfache.
...
Da Expert:innen schon in einigen Jahren mit einem Energieengpass rechnen, wird für Microsoft ein stillgelegtes Atomkraftwerk wieder in Betrieb genommen; Amazon und Google investieren gleich in eigene Mini-AKWs, sogenannte Small Modular Reactors. Offenbar denkt niemand daran, sein eigenes energiefressendes Geschäftsmodell zu hinterfragen. Und weil auch die kritischen Rohstoffe auf der Erde langsam knapp werden, schielen manche Konzerne bereits ins All. Asteroidenbergbau lautet das nächste grosse Versprechen: Mineralien aus dem Kosmos.
https://www.woz.ch/2517/datenzentren-und-supercomputer/maschinen-mit-heisshunger/!SC9WDZZ86WR8

Kuddel

Vorgestern habe ich noch dies vor mich hin fabuliert:
ZitatEs müssen keine bösen Hacker sein, es kann irgendwas einfach so schief laufen und die Fehler schaukeln sich hoch und plötzlich hat ein ganzes Land keinen Strom mehr oder ein Kontinent kein Internet.

und heute höre ich das in den Nachrichten:
ZitatIn Spanien und Portugal haben großflächige Stromausfälle das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt

Gegen 12.30 Uhr blieben Züge und U-Bahnen stehen, Ampeln fielen aus. In Spanien zeigte das Fernsehen Aufnahmen von Menschen, die aus U-Bahn-Stationen in Madrid strömten. Auch Mobilfunknetze und Flughäfen waren betroffen. Krankenhäuser mussten auf Notstromaggregate zurückgreifen. Auch Teile von Südfrankreich hatten keinen Strom.
Die Ursache ist ungeklärt. Der spanische Stromversorger Red Eléctrica teilte am Nachmittag mit, es werde noch sechs bis zehn Stunden dauern, ehe die Versorgung in weiten Teilen des Landes wiederhergestellt sei. Spanien und Portugal haben zusammen mehr als 50 Millionen Einwohner. Es war zunächst unklar, wie viele Menschen von der Versorgung abgeschnitten waren.
https://www.deutschlandfunk.de/grossflaechiger-stromausfall-in-spanien-und-portugal-100.html

Nikita

Ob innerhalb oder außerhalb der IT-Branche, im Grunde wundern sich viele, dass so etwas nicht fortlaufend passiert. Hier war es vermutlich keine Digitalisierung als Ursache, aber es war kritische Infrastruktur.
Der Chaos Computer Club spricht bei Digitalisierung und kritischer Infrastruktur davon, dass wir eigentlich nur noch die weiße Fahne hissen können. So sehe ich das nach 35 Jahren IT auch. Wer sich die spezifischen Nachrichten dazu anschaut, liest z.B. fortlaufend von Krankenhäusern, die lahmgelegt werden und zu Papier und Bleistift greifen müssen. Behörden, die digital abgeschaltet werden, aktuell z.B. Berlin.
Im Jahr 2024 gab es pro Tag mehr als 2 Angriffe auf kritische Infrastrukturen, die in Deutschland gemeldet wurden.

counselor

Auch die Stadt Nürnberg wurde vor ein paar Tagen durch einen DDOS Angriff aus dem Netz gefegt.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nikita

Zum größten Stromausfall in Europa seit 20 Jahren lässt sich bisher sagen, dass man keine Ahnung hat, was die Ursache war.
Der Betreiber Red Eléctrica Española (REE) gibt vage Vermutungen von sich und schließt das ein oder andere aus. 15 Gigawatt Leistung brachen innerhalb von Sekunden weg, so der Anbieter.
Einge Rateversuche des Betreibers wurden von dritter Seite bereits widerlegt. Entweder wissen sie wirklich nichts oder sind nicht bereit, den Grund zu nennen.

dagobert

Gefunden im Newsletter von digitalcourage.de:
Zitat11.07.2025
Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Pressemitteilung

Bahnticket - nur digital
Zwingende Angabe der E-Mail-Adresse oder Handynummer für den Bahnfahrkartenerwerb rechtswidrig


Nr. 39/2025

Der Erwerb einer Bahnfahrkarte darf nicht die Angabe der E-Mail-Adresse bzw. der Handynummer voraussetzen. Diese Datenverarbeitung ist für die Vertragserfüllung nicht erforderlich. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) verurteilte mit heute verkündeter Entscheidung die Deutsche Bahn Fernverkehr AG, es zu unterlassen, den Erwerb von ,,Spar"- und ,,Super-Sparpreistickets" von der Angabe der E-Mail-Adresse bzw. der Handynummer abhängig zu machen.

Die Beklagte bietet Eisenbahndienstleistungen an. Ihre Bahntickets können über das Internet, die Bahn-App, am Schalter, über Fahrkartenautomaten oder telefonisch über den Reiseservice gekauft werden. Der Vertrieb von ,,Spar-" bzw. ,,Super-Sparpreistickets erfolgte bis zum Fahrplanwechsel 15.12.2024 nur digital. Verbraucher mussten - auch beim Kauf am Schalter - ihre E-Mail oder eine Handynummer angeben, um das digitale Ticket bzw. die Auftragsnummer zu empfangen. Am Automaten konnten diese Tickets nicht erworben werden. Der Kläger nimmt Verbraucherinteressen wahr. Mit seiner erstinstanzlich vor dem OLG geführten Klage verlangt er, dass die Beklagte es unterlässt, E-Mail-Adressen und/oder Handynummer von Verbrauchern zu verarbeiten, ohne dass dies für die Vertragsdurchführung erforderlich ist.

Der zuständige 6. Zivilsenat des OLG hat der Klage stattgegeben. Die zwingende Forderung nach der Angabe einer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer beim Verkauf der streitigen Online-Tickets ,,Sparpreis" und ,,Super-Sparpreis" sei rechtwidrig, begründete er die Entscheidung. Es liege eine Datenverarbeitung entgegen den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung vor (i.F. DSGVO).

Die Datenverarbeitung sei nicht durch eine Einwilligung der Verbraucher gerechtfertigt gewesen. Es fehle an einer freiwillig abgegebenen Einwilligung. Die Verbraucher hätten hier keine ,,echte oder freie Wahl" gehabt. Vielmehr habe die Beklagte die Vertragserfüllung von der Einwilligung abhängig gemacht. Gegen die Freiwilligkeit spreche auch die gerichtsbekannte marktbeherrschende Stellung der Beklagten auf dem Markt des Eisenbahnfernverkehrs.

Die Datenverarbeitung sei auch nicht im Übrigen gerechtfertigt gewesen. Sie sei für die Vertragserfüllung selbst nicht erforderlich. ,,Kundinnen und Kunden möchten zu einem günstigen Preis mit der Bahn an einem bestimmten Tag von A nach B fahren". Dafür werde der Fahrpreis gezahlt. Der Hauptgegenstand liege dagegen nicht im Generieren eines validen und zugleich digitalen Sparpreis-Tickets. Das Ticket diene dem Nachweis des Vertragsschlusses über die Beförderung und Bezahlung. Die digitale Form des Tickets erleichtere allein der Beklagten die Abwicklung der Hauptleistung und diene ,,vornehmlich unternehmensinternen Zwecken - etwa der Kundenbindung, Werbung oder der Kontrolle des Nutzerverhaltens", untermauerte der Senat weiter.

Die Verarbeitung der personenbezogenen Daten sei auch nicht zur Verwirklichung überwiegender berechtigter Interessen unbedingt erforderlich. Bloße Nützlichkeit oder bestmögliche Effizienz genügten dafür nicht. Nur wenn das Interesse an der Datenverarbeitung nicht in zumutbarer Weise ebenso wirksam mit anderen Mitteln erreicht werden könne, die weniger stark in die Grundrechte eingriffen, sei von dieser Erforderlichkeit auszugehen. Daran fehle es hier. ,,Der Verantwortliche muss also den Prozess für den Zugang zu seinen Leistungen wählen, der mit dem geringsten Maß an personenbezogenen Daten auskommt. Daran fehlt es hier", resümierte der Senat. 

Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 10.7.2025, Az. 6 UKl 14/24

Die Entscheidung ist in Kürze unter www.rv.hessenrecht.hessen.de abrufbar.
https://ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de/presse/zwingende-angabe-der-e-mail-adresse-oder-handynummer-fuer-den-bahnfahrkartenerwerb-rechtswidrig
Der beste Kaufmann ist der Krieg. Er macht aus Eisen Gold.
Friedrich von Schiller

Kuddel

Zitat von: Nikita am 18:59:27 Mo. 28.April 2025Der Chaos Computer Club spricht bei Digitalisierung und kritischer Infrastruktur davon, dass wir eigentlich nur noch die weiße Fahne hissen können.

Mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche geht es mit Sicherheit nicht automatisch in eine bessere Welt. Insbesondere wenn es um kritische Infrastruktur geht, kann es ernsthaft nach hinten losgehen. Da braucht es keine bösen Hacker aus Rußland oder China, es können auch frustrierte oder psychisch labile IT Menschen sein, die einiges an Schaden anrichten können. Die Systeme selbst werden immer anfälliger, je komplizierter sie werden. Auch ohne Beteiligung von Menschen kann plötzlich das Licht ausgehen. Überall. Und keiner war's.

Es gibt diesen Hype für die schöne digitale Welt, weil Investoren zu viel Geld haben, das sie unbedingt irgendwo investieren wollen. Da kommt der blöde Spruch her, Daten seien das neue Erdöl.

Mit der KI wird das alles noch schlimmer. Die Entwicklungen sind derart rasant, man kommt da kaum noch hinterher. Am gruseligsten ist, daß es nicht nur um die Umorganisation von Arbeitswelt und Infrastruktur geht, es geht um die Köpfe, es geht um das Bewußtsein der Menschen, es geht um politische Macht. In meinen Augen ein absolut dystopisches Szenario.

ZitatZum Auftakt der Uno-Generalversammlung in New York haben prominente Unterstützer einen globalen Aufruf

gestartet, der verbindliche »rote Linien« für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) fordert. Ziel ist es, bis Ende 2026 ein internationales Abkommen zu erreichen, das die gefährlichsten Anwendungen von KI weltweit verbietet.

Teil der Aktion sind mehr als 200 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und mehr als 70 Organisationen. Zu den namhaften Unterstützern gehören:

   
  • Nobelpreisträger wie Maria Ressa (Friedensnobelpreis) und Joseph Stiglitz (Wirtschaftsnobelpreis),
  • KI-Pioniere wie Geoffrey Hinton (Turing Award sowie Physik-Nobelpreis), Yoshua Bengio (Turing Award), Wojciech Zaremba (KI-Firma OpenAI), Ian Goodfellow (von Googles KI-Ableger DeepMind),
  • Politiker wie Juan Manuel Santos (Ex-Präsident von Kolumbien), Mary Robinson (Ex-Präsidentin von Irland), Enrico Letta (Ex-Premierminister Italiens) sowie
  • weitere Unterstützer wie Yuval Noah Harari (Autor), Kate Crawford (KI-Forscherin und Publizistin) und Stephen Fry (Komiker und Schauspieler).

»Weder regulatorisch noch ethisch vorbereitet«(...)
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuenstliche-intelligenz-ex-staatschefs-und-nobelpreistraeger-fuer-rote-linien-bei-ki-einsatz-a-abf91636-c98c-4191-91e6-20c41d8c05f0

Tiefrot

Jeder, der nicht dazu neigt, den Maschinen das Denken zu überlassen
wußte von Anfang an, das diese ganze Spielerei nicht funktionieren wird.

Intelligenz besteht nicht nur aus der korrekten Lösung komplexer Rechenaufgaben.
Aber mach das mal so einem blind Technikgläubigen klar.

Viel Spaß dabei.  ::)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet die asozialen Medien ab !

ManOfConstantSorrow

"Digitalisierung" wird meist als Modernisierung, Vereinfachung und Entbürokratisierung verkauft.

Nicht erwähnt wird der Trend zu Totalüberwachung.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

BGS

Sollte sehr zu denken geben.


MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

ManOfConstantSorrow

Eine positive Seite der Digitalisierung: Die Selbstbedienungskasse.

ZitatAuf Tiktok und Reddit werden Tipps ausgetauscht, vor allem Selbstbedienungskassen regen die kleinkriminelle Energie vieler Leute an. ,,Regel Nummer 1. : Papiertüte wird nie bezahlt", schreibt eine Frau. ,,Bei gebäck können die mir nix", eine andere. Selbstbedienungskassen sind ein Randaspekt, sagt Björn Fromm, aber nicht die Hauptbühne für Diebstähle, denn sie machen bislang nur 5,4 Prozent aller Kassensysteme in Deutschland aus. ,,Bro welcher Anfänger steckt sich erst was an der Kasse weg", schreibt ein Mann auf Tiktok. Auf Reddit erwähnt einer nicht ohne Stolz, dass er jedes Mal dreißig Prozent seines Einkaufs klaut, er habe seit mehr als einem Jahr kein Geld mehr für Hackfleisch ausgegeben.
https://archive.is/W5tpR#selection-323.86-323.795
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

Der Kongresse des Chaos Computer Clubs startete gestern in Hamburg und man kann diesen auch über youtube live mitstreamen

Warum Signal als Messenger auch doof ist
https://media.ccc.de/v/ds25-506-enter-the-matrix-oder-warum-signal-auch-doof-ist

Open Mates als Alternative zu Big Data wie Chat Gpt
https://events.ccc.de/congress/2025/hub/en/project/detail/so/openmates-open-source-user-focused-alternative-to-

Kuddel

Ich habe hier schon öfter erwähnt, daß es in den Frühzeiten des Internets in einer linken Subkultur der Computerfreaks völlig naive Vorstellungen gab. Man glaubte, der freie Fluß der Informationen würde alle Herrschaftssystem zum Einsturz bringen.

In der Literatur gab es immerhin wilde und radikale Gedankenspiele, nicht einfach auf ein Zerbröseln der herrschenden Systeme zu warten, sondern als Hacker einen aktiven Kampf zu führen und Konzerne und staatliche Institutionen anzugreifen.

Vielleicht ist Anonymous aus diesem Gedanken entstanden und funktionierte anfangs nach diesem Prinzip. Ich halte diese Struktur inzwischen für unbrauchbar. Rechte Kreise und Geheimdienste waren unter deren Flagge unterwegs und das ist nicht zu verhindern.

Den Chaos Computer Club CCC mochte ich noch nie sonderlich. Die investieren viel unbezahlte Arbeit, um Sicherheitslücken in der IT von Wirtschaft und Staat zu finden und teilt sie ihnen mit, damit diese Lücken geschlossen werden. Dann hofft man, irgendwo einen IT Job zu kriegen.

Und ich war auch kein Fan von Netzpolitik_org. Während die frühen Hacker noch das System sprengen wollten, wollte Netzpolitik nur noch die Einhaltung von Datenschutz und anderen Regeln "unserer Demokratie".

Ich habe inzwischen meine Meinug dazu geändert.
Diese Organisationen sind nicht plötzlich zu revolutionären Organisationen mutiert, aber sie bieten Freiräume für politische Debatten. Während die linke Szene wenig aufregendes zu bieten hat und vor sich hindümpelt, bin ich sehr angetan von Vorträgen, Workshops und Debatten, die im Rahmen des CCC Kongresses möglich waren. Auch daß dort spontan dem Thema Debanking im Zusammenhang der Roten Hilfe ein Raum gegeben wurde, muß positiv erwähnt werden.

Netzpolitik scheint sich auch weiter zu politisieren und nimmt in gesellschaftlichen Auseinandersetungen eine gute Rolle ein.

Ich freue mich, daß es diese Organisationen gibt. Trotz berechtigter Kritik.

ManOfConstantSorrow

Auch technisch gesehen sind digitale Technologien von Bitcoin bis zur KI nicht neutral, sondern zerstörerisch. Der enorme dadurch entstehende Energiehunger sollte ebensowenig vergessen werden, wie der Verbrauch von Kobalt und anderen Rohstoffen. Der Abbau, die Umweltzerstörung, Ausbeutung und Kinderarbeit finden im Globalen Süden statt, während man hier glaubt, E-Mobilität sei eine grüne Technologie.

ZitatMit dem Boom von Kryptowährungen ist darüber hinaus in den vergangenen Jahren ein äußerst energieintensives Finanzprodukt entstanden. Laut UNCTAD-Bericht zur digitalen Ökonomie ist allein der Energieverbrauch der bekanntesten Kryptowährung Bitcoin zwischen 2015 und 2023 um das 34-Fache angestiegen. Nach aktuellen Schätzungen des Bitcoin Electricity Consumption Index der Universität Cambridge beläuft sich der jährliche Stromverbrauch durch Bitcoin derzeit auf etwa 186 Terawattstunden. Zum Vergleich: Pakistan kommt mit seinen 247 Millionen Einwohner:innen auf einen Jahresverbrauch von 171 Terawattstunden, das Industrieland Polen auf 168 Terawattstunden.

Mit seinem unstillbaren Hunger nach Speicher- und Rechenkapazität erweist sich der Hype um Künstliche Intelligenz derzeit als noch größerer Klimasünder. Der Betrieb von Rechenzentren ist nur die eine Seite, hinzu kommen Faktoren wie die Herstellung der notwendigen Hochleistungschips. Bei den Anwendungen der generativen Künstlichen Intelligenz kommt zum Energieverbrauch für das Training der dahinterliegenden großen Sprach- oder Bildmodelle auch der Verbrauch für die Nutzung durch Millionen Menschen. (...)

Es lässt sich festhalten: Wer vom digitalen Fortschritt profitiert und wer dafür den Preis zahlen muss, ist global äußerst ungleich verteilt. (...)

Unterdessen erreicht die globale Erwärmung jedes Jahr neue traurige Rekorde. 2023 lag die durchschnittliche Erdtemperatur erstmals bei 1,5 Grad über der vorindustriellen Zeit. Damit wurde bereits vor zwei Jahren die Temperaturmarke erreicht, die nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015 möglichst nicht überschritten werden soll. Mit Blick auf die zunehmenden Klimafolgeschäden der letzten Jahre und Jahrzehnte (schmelzende Gletscher, ansteigende Meeresspiegel, Überschwemmungen, Hitzewellen, Stürme und Dürren) handelt es sich dabei um eine äußerst beunruhigende Entwicklung, insbesondere für die Menschen im Globalen Süden. (...)

Zum riesigen Energie- und Wasserbedarf der Digitalisierung und dem Problem des Elektroschrotts gesellt sich der gewaltige Rohstoffhunger. (...)

Von der rücksichtslosen Ausbeutung der natürlichen Schätze des Kongo profitieren vor allem ausländische Konzerne.
https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/september/mythos-gruene-digitalisierung
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

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