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Randbereiche - Wenig diskutiert! => Wohnen => Thema gestartet von: beickmann am 17:05:07 Mo. 22.Dezember 2008

Titel: Obdachlosigkeit
Beitrag von: beickmann am 17:05:07 Mo. 22.Dezember 2008
Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«,sagt Rolf Keichel, Vorstandsmitglied des Fachverbands Evangelische Obdachlosenhilfe. »Wir können uns gar nicht vorstellen, was es heißt, bei Minustemperaturen draußen zu leben.«Eine Nacht in klirrender Kälte bedeutet immer Lebensgefahr. Erst vor wenigen Tagen erfror ein Obdachloser in Wismar, im November ein Mann in Soest, im September ein Dresdner in seinem Nachtlager im Park.


Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kater am 18:17:13 Mo. 21.Dezember 2009
Audimax der Uni Wien geräumt

Über zwei Monate lang hielten Wiener Studenten das Audimax besetzt und teilten es am Ende mit Obdachlosen. Kurz vor Weihnachten hat das Rektorat Österreichs größten Hörsaal räumen lassen. Die Besetzer in Wien und anderswo versprechen: Nach den Ferien geht's weiter.

Hier begann die Welle der Studentenproteste unter dem Motto "Uni brennt": Seit 22. Oktober hatten Studenten das Audimax der Universität Wien besetzt gehalten. Am Montagmorgen jedoch räumte die Polizei den größten Hörsaal Österreichs und beendete damit eine Protestaktion, die in Österreich und Deutschland viele Nachahmer unter demonstrierenden Studenten gefunden hatte. Die Wiener Studenten verließen das Audimax ohne Widerstand. Andernorts dauern die Hörsaalbesetzungen indes weiter an.

Nach Angaben eines Polizeisprechers fanden die Beamten am Morgen rund 15 Studenten und 50 Obdachlose, die dort seit Einbruch des Winters mit den Besetzern campierten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,668430,00.html (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,668430,00.html)
Titel: Tödliche Kälte
Beitrag von: Pinnswin am 22:23:35 Sa. 16.Januar 2010
http://www.sueddeutsche.de/panorama/993/453682/text/ (http://www.sueddeutsche.de/panorama/993/453682/text/)

Zitat
... Obdachlose sind der Kältewelle schutzlos ausgeliefert. Eine Frau ist in der Nacht auf Donnerstag in ihrem Zelt erfroren.
Bei klirrendem Nachtfrost ist eine 58-jährige Obdachlose in Igel (Kreis Trier-Saarburg) in ihrem Zelt erfroren. Ihr Begleiter fand sie am Donnerstagmorgen tot vor...

Ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen...

Zwei Kältetote in Frankreich, mehr als 70 in Polen...

Damit Obdachlose den eisigen Temperaturen nicht ganz schutzlos ausgeliefert sind, bleiben in Berlin ab einer Temperatur von minus drei Grad einige U-Bahnhöfe auch nachts geöffnet. Geduldet werden Obdachlose während der Kältewelle auch in den Bahnhöfen der Kölner U-Bahn. In Hamburg und München sind die Stationen nachts dagegen weiter geschlossen.

(AP/dpa/AFP/hai/ihe)

Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 13:10:54 Mo. 05.Oktober 2015
Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt um die Hälfte

Die Wohnungsnot in Deutschland nimmt zu. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe leben inzwischen Zehntausende auf deutschen Straßen.


In Deutschland leben immer mehr Menschen auf der Straße. Die Zahl der Obdachlosen sei in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent auf rund 39.000 gestiegen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Berlin mit. Die Gesamtzahl der Wohnungslosen liegt noch weit höher: Insgesamt hatten der Schätzung zufolge im Jahr 2014 335.000 Menschen keine Wohnung. Zu dieser Zahl zählen neben Obdachlosen auch Menschen, die zwar nicht auf der Straße leben, aber in Notunterkünften oder Wohnheimen leben – also auch Asylbewerber in Auffangstellen.

Die BAWG erwartet bis 2018 einen weiteren Anstieg der Wohnungslosen um 61 Prozent. Knapp 540.000 Menschen werden dann keine Wohnung haben. Ursachen für die steigende Wohnungslosigkeit sind nach Ansicht des Verbands hohe Mieten und die Verarmung unterer Einkommensgruppen.

Der Verband forderte den Bau von mindestens 150.000 preiswerten Wohnungen. In Deutschland gebe es zu wenige Sozialwohnungen. Gleichzeitig nutzten zu wenig Klein- und Mittelstädte die gesetzlichen Möglichkeiten zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit.

Zwei von drei Wohnungslosen sind laut Verband alleinstehend. Meist sind Männer betroffen, etwas mehr als ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen wird auf neun Prozent geschätzt. Etwa ein Drittel der Wohnungslosen habe Migrationshintergrund. Alle Angaben der Arbeitsgemeinschaft beruhen auf Schätzungen. Eine bundeseinheitliche Statistik gebe es nicht, beklagte die Wohnungslosenhilfe.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/deutschland-studie-obdachlosigkeit (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/deutschland-studie-obdachlosigkeit)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Pappel-Max am 19:12:06 Mo. 05.Oktober 2015
Wohnungsnot steigt drastisch

335.000 Menschen ohne Bleibe, die Zahl der Menschen ohne Wohnung ist in den vergangenen zwei Jahren um 18 Prozent auf 335.000 gestiegen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird und fordern den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr.

http://www.tagesschau.de/inland/wohnungsnot-101.html (http://www.tagesschau.de/inland/wohnungsnot-101.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 19:56:46 Mo. 05.Oktober 2015
Ich verlinke mal zum "Orignial"  ;):
Zitat
Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf neuem Höchststand
http://www.bagw.de/de/presse/index~81.html (http://www.bagw.de/de/presse/index~81.html)

http://www.bagw.de/ (http://www.bagw.de/)
Titel: Arbeitsloser bei Zwangsräumung vom SEK erschossen
Beitrag von: tleary am 13:09:33 Mi. 02.Dezember 2015
Zitat
Erfurt | Am heutigen Dienstagvormittag (01.12.2015) gegen 11.20 Uhr kam es in Erfurt zu einem größeren Polizeieinsatz, nachdem ein 48-Jähriger seinen Suizid ankündigte. Dem Mieter war bereits im September gekündigt worden. Er hatte jedoch noch Zeit bekommen, sich eine neue Wohnung zu suchen.

Wie Polizeisprecher Dominique Schuh gegenüber SEK-Einsatz.de sagte: „Dem Mann drohte in naher Zukunft eine Zwangsräumung. Dieses könnte der Auslöser für die psychische Ausnahmesituation des Mannes gewesen sein.“

Durch die Feuerwehr wurde in der weiteren Folge die Hauseingangstür sowie eine Scheibe der Wohnungstür geöffnet. Als der Wohnungsinhaber die Beamten erblickte, ging er mit einem Handbeil auf diese los. Anschließend zog sich der 48-Jährige in die Wohnung zurück, verbarrikadierte sich und drohte mit seinem Tod. Um eine Gefährdung für den Mann und den Einsatzkräften auszuschließen, wurde ein Spezialeinsatzkommando und Verhandlungsgruppe der Polizei hinzugezogen.

Da der 48-Jährige sich nicht zur Aufgabe überzeugen ließ, erfolgte Stunden später gegen 15 Uhr der Zugriff durch das SEK. Dabei ging der Mann mit einem Handbeil auf die Kräfte los und verletzte einen SEK-Beamten an der Hand schwer. „Lebensgefahr besteht für den Beamten nicht„, so Polizeioberkommissar Dominique Schuh. Um den weiteren Angriff abzuwehren, wurde ein Schuss auf den 48-Jährigen abgegeben. Dieser wurde dabei ebenfalls schwer verletzt.

Beide Verletzten wurden nach medizinischer Erstversorgung in eine Klinik gebracht. Wie POK Schuh soeben mitteilte, verstarb der 48-Jährige kurze Zeit später in der Klinik.

Die genauen Umstände sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei.

SEK-Einsatz.de wünscht dem verletzten Kollegen eine schnelle und völlständige Genesung.
"Die genauen Umstände" stellen sich so dar, daß der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose) von den Bullen erschossen wurde, weil er sich weigerte, sich einfach so in die Obdachlosigkeit abschieben zu lassen. Aber der eigentliche Grund der Untersuchung wird wie immer in solch einem Fall sein, die Polizei von jeglicher Schuld ganz offiziell freizusprechen. Stichwort "Notwehr", wobei natürlich dabei außer acht gelassen werden wird, daß das SEK hier der Angreifer war und in die Wohnung wollte.
Auch sehr aufschlußreich die Darstellung dieser Meldung auf dem MDR: Der Mieter sei beim Einsatz "verstorben". Daß er von einem SEK'ler erschossen wurde, wurde gar nicht explizit gesagt.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Troll am 17:51:30 Mi. 02.Dezember 2015
Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 17:55:36 Mi. 02.Dezember 2015
Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.
Titel: Re:Arbeitsloser bei Zwangsräumung vom SEK erschossen
Beitrag von: dagobert am 19:04:02 Mi. 02.Dezember 2015
der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose)
?
Kann ich aus deinem Zitat nicht entnehmen.

Im Übrigen wäre (generell) ein Link zur Quelle wünschenswert.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:50:43 Mi. 02.Dezember 2015
Zitat
In Wohnung verbarrikadierter Mann bei Polizeieinsatz getötet
http://www.mdr.de/nachrichten/raeumung-schuesse-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html (http://www.mdr.de/nachrichten/raeumung-schuesse-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html)

Zitat
Staatsanwaltschaft prüft tödlichen Einsatz des SEK
http://www.mdr.de/nachrichten/sek-einsatz-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html (http://www.mdr.de/nachrichten/sek-einsatz-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 20:24:50 Mi. 02.Dezember 2015
Danke, Rudi.

Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 19:34:00 Mo. 05.Dezember 2016
Zitat
Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Sie wuchs von 248.000 Personen im Jahr 2010 auf zuletzt 335.000, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Betroffen waren 29.000 Kinder und 306.000 Erwachsene, davon mit 220.000 Personen der Großteil Männer. Die Bundesarbeitsgemeinschaft prognostizierte bis 2018 einen Zuwachs auf 536.000 wohnungslose Menschen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-12/wohnen-zahl-der-wohnungslosen-steigt (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-12/wohnen-zahl-der-wohnungslosen-steigt)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: BGS am 20:20:39 Mo. 05.Dezember 2016
Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.

Das ist die Sache, genial auf den Punkt gebracht.

MfG

BGS
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 17:33:40 So. 25.Dezember 2016
Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt stark an

In Hannover müssen immer mehr Menschen ohne Wohnung zurechtkommen. Die Zahl der Obdachlosen, die in städtischen Notunterkünften leben, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. 1100 sind es derzeit, die Zahl steigt jährlich um 10 Prozent. Das teilte die Verwaltung auf Anfrage der CDU im Bezirksrat Mitte mit.


Der Anstieg deckt sich mit den Beobachtungen der Sozialdienstleister vor Ort: Gut 3000 Obdachlose in Hannover war die geschätzte Zahl des Diakonischen Werks im vergangenen Jahr, ein Zehntel davon auf der Straße lebend und im Freien übernachtend. Aber Leiter und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes sagt schon jetzt: „Wir gehen auf die 4000 zu.“
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zahl-der-Obdachlosen-in-Hannover-steigt-stark-an (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zahl-der-Obdachlosen-in-Hannover-steigt-stark-an)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:46:56 So. 25.Dezember 2016
Zitat
Unbekannte wollten Obdachlosen im U-Bahnhof anzünden
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/12/unbekannte-zuenden-obdachlosen-an-u-bahnhof-schoenleinstrasse-be.html (http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2016/12/unbekannte-zuenden-obdachlosen-an-u-bahnhof-schoenleinstrasse-be.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Just B U am 18:04:13 Sa. 28.Januar 2017
Zitat
Samstag, 28. Januar 2017

20.000 Menschen ohne Wohnung

Berlin wird Hauptstadt der Obdachlosen


Von Thomas Schmoll

Die Zahl der Menschen ohne Wohnung erreicht in der Millionenmetropole Rekorde. Das Problem ist inzwischen überall sichtbar. Dahinter stecken dramatisch steigende Mieten, Wohnungsmangel und Einwanderung.

Als Flüchtlinge in einem Berliner U-Bahnhof versuchten, einen obdachlosen Polen anzuzünden, war die Aufregung groß. Doch das Hauptaugenmerk richtete sich vor allem auf die Fieslinge: mutmaßlich sechs Syrer und ein Libanese. Das Thema Obdachlosigkeit stand meist im Hintergrund. Nun aber, wo Eiseskälte herrscht, rückt es in den Fokus einer sehr breiten Öffentlichkeit – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.   
(...)


http://www.n-tv.de/panorama/Berlin-wird-Hauptstadt-der-Obdachlosen-article19626697.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook&utm_campaign=n-tv+der+nachrichtensender (http://www.n-tv.de/panorama/Berlin-wird-Hauptstadt-der-Obdachlosen-article19626697.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook&utm_campaign=n-tv+der+nachrichtensender)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 14:08:16 Do. 15.Juni 2017
Ich hatte überlegt, ob ich den Bericht nicht unter "Krieg den Armen" wegordne.

Ich belasse es mal hier, denn das Thema "wohnen" ist ein eigenes Feld.


Hier wird den Arbeitenden ihr Lohn geklaut.
Hier beginnt die soziale Auslese. Die weniger Zahlungskräftigen werden aus den Innenstädten vertrieben.
Hier wird den Armen des Dach über dem Kopf genommen.

Zitat
Gentrifizierung
Anlaufstelle für Wohnungslose muss raus

In die Teestube Jona im Bahnhofsviertel kommen täglich 100 Menschen, jetzt wurde ihr kurzfristig gekündig. Der neue Eigentümer will das Gebäude hochwertig sanieren.


Seit mehr als 30 Jahren ist die Teestube Jona im Bahnhofsviertel Anlaufstelle für wohnungslose Menschen. Dort können sie sich aufhalten, bekommen Heißgetränke und Beratung. Nun droht der Teestube das Aus am Standort an der Pforzheimer Straße. Das Haus mit der Nummer 7 hat einen neuen Eigentümer; der will die soziale Einrichtung eilig rausschmeißen und sanieren.

Das Gebäude werde „komplett entkernt“, sagt er. Im Erdgeschoss, wo derzeit die Teestube untergebracht ist, werde eine größere Geschäftsfläche mit etwa 200 Quadratmetern entstehen. In den Obergeschossen plant Tolusic Wohn- oder Geschäftsräume „gehobenen Standards“.

Sollte die Teestube nicht gehen, werde er klagen. Zudem kündigt Tolusic an, die Bauarbeiten auch beginnen zu wollen, wenn die Teestube noch da ist.

„Er hat gesagt, dass er uns den Strom abstellen werde und dass Wasser durch die Decke kommen könne“, berichtet Nadine Müller von einem Gespräch mit dem neuen Eigentümer.

Er betont aber, er werde keine Zugeständnisse machen; er sei schließlich Geschäftsmann.
http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/gentrifizierung-anlaufstelle-fuer-wohnungslose-muss-raus-a-1296141 (http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/gentrifizierung-anlaufstelle-fuer-wohnungslose-muss-raus-a-1296141)

Der Kapitalismus produziert weltweit ähnliche Probleme...

Zitat
Hunderttausende Betroffene 
Russland lässt Wohnblocks abreißen

Mit großer Mehrheit hat das russische Parlament für das umstrittene Gesetz zum Abriss von Wohnblocks aus der Sowjetzeit gestimmt. Während draußen Dutzende dagegen protestierten und teilweise von der Polizei abgeführt wurden, beschloss die Duma die Umsiedlung von 1,6 Millionen Menschen in Moskau.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_81430522/moskau-1-6-millionen-menschen-verlieren-ihr-zuhause.html (http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_81430522/moskau-1-6-millionen-menschen-verlieren-ihr-zuhause.html)

Zitat
Hongkong:
Ein Küchen-Klo als Horror-Zuhause

Die Millionenmetropole Hongkong hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite besticht die Stadt durch ihren Wohlstand und Erfolg, andererseits leben viele Menschen in katastrophalen Verhältnissen. Diese Fotostrecke soll auf die Missstände hinter dem Glanz aufmerksam machen.
https://web.de/magazine/reise/leben-mini-wohnungen-hongkong-32375288 (https://web.de/magazine/reise/leben-mini-wohnungen-hongkong-32375288)

Zitat
Hongkong
Manager bezahlt 664.000 Dollar für einen Stellplatz


Gleichzeitig ist Bauland knapp, die Stadt liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Perlflusses.

Das lässt die Immobilienpreise in extreme Höhen steigen. Jüngstes Beispiel: Wie aus Akten des Grundbuchamts hervor geht, bezahlte ein leitender Manager einer Investmentfirma 664.000 Dollar - für einen Stellplatz. Laut Marktkennern ist das die höchste jemals für einen Parkplatz gezahlte Summe.

Örtliche Medien berichten, bei dem Käufer handele sich um einen Geschäftsführer der Huarong Investment Stock Corporation, einer Tochter eines chinesischen Staatskonzerns. Der Parkplatz ist damit teurer als viele Wohnungen in Hongkong. Ein 20-Quadratmeter-Apartment kostet derzeit beispielsweise rund 500.000 Dollar.

Als die Immobilientochter des Londoner Auktionshauses Christie's vor Kurzem ihr Ranking der teuersten Luxusimmobilien weltweit vorstellte, tauchte Hongkong gleich vier Mal unter den Top Ten auf. Die Millionenmetropole gilt damit als teuerster Immobilienstandort weltweit.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/hongkong-manager-kauft-parkplatz-fuer-664-000-dollar-a-1152093.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/hongkong-manager-kauft-parkplatz-fuer-664-000-dollar-a-1152093.html)


Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 16:06:58 Di. 14.November 2017
Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

"Die Zuwanderung hat die Gesamtsituation dramatisch verschärft, ist aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot", sagte Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W. Die wohnungslosen Flüchtlinge würden zwar im Regelfall weiterhin in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet, tauchten aber auch als Bewerber auf dem regulären Wohnungsmarkt auf.

Detaillierte Angaben zu den Hintergründen der Wohnungslosen nennt die BAG W ausschließlich für die Gruppe der 420.000 Nichtgeflüchteten, da nur für sie soziodemografische Daten vorliegen. Demnach sind 70 Prozent der Wohnungslosen alleinstehend, 30 Prozent wohnen mit Kindern oder einem Partner zusammen in den Übergangslösungen. Außerdem gibt es laut Statistik mehr als 30.000 Minderjährige, die in keiner Wohnung leben.

Ein Drittel mehr Obdachlose


Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.

Die Zuwanderung wirkt sich laut Geschäftsführer Specht zwar verstärkend auf die Probleme des Wohnungsmarkts aus. "Aber die wesentlichen Ursachen für Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit liegen in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit der unzureichenden Armutsbekämpfung." Dass immer mehr Menschen wohnungslos seien, liege auch am unzureichenden Angebot an bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen. "Zusätzlich haben Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft. Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben", sagte Specht.

Bald 1,2 Millionen Wohnungslose?


Ohne "massive Anstrengungen" von Bund, Ländern und Kommunen werde sich die Wohnungslosigkeit in den nächsten Jahren nicht reduzieren lassen, prognostiziert Specht. Für die kommenden Jahre erwartet die BAG W sogar eine weitere Zunahme der Zahl an Wohnungslosen: Von 2017 bis 2018 rechnet die Arbeitsgemeinschaft mit einem Zuwachs von weiteren rund 350.000 Menschen; insgesamt gäbe es dann circa 1,2 Millionen wohnungslose Menschen in Deutschland.

Als Lösungsansätze schlägt die BAG W beispielsweise Quoten für die Vermietung von geförderten Wohnungen an wohnungslose Menschen und gezielte Käufe von Wohnungsbeständen bei privaten Vermietern vor. Diese Maßnahmen könnten allerdings erst in einigen Jahren wirken.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/wohnungslosigkeit-obdachlose-fluechtlinge-armut (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/wohnungslosigkeit-obdachlose-fluechtlinge-armut)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: BGS am 21:07:37 Di. 14.November 2017
22. Dezember 2008
Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«...

Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php

Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

...

Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.


Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?


MfG

BGS
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: tleary am 05:08:55 Do. 16.November 2017
Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz
Die Arbeitslosenstatistik wurde nicht manipuliert, sondern tatsächlich "bereinigt". - Denn der ELO wurde ja ermordet, und ist nicht mehr existent.
Erschreckend, was in diesem Land mittlerweile alles so passiert. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das ganze Drama vom MDR auch nur ganz verklausuliert geschildert. Genau wie bei dem Mehrfachmord in Karlsruhe 2012 (siehe Bild-Bericht http://www.bild.de/news/inland/geiselnahme/karlsruhe-geiseln-wurden-mit-illegalen-waffen-hingerichtet-25008970.bild.html (http://www.bild.de/news/inland/geiselnahme/karlsruhe-geiseln-wurden-mit-illegalen-waffen-hingerichtet-25008970.bild.html)), als ein ELO bei der anstehenden Zwangsräumung einem Gerichtsvollzieher, den Schlosser, der die Wohnung öffnete, der Neueigentümer, in der Nacht schon seine Lebensgefährtin und zuletzt sich das Leben nahm. Den Sozialarbeiter verschonte er, indem er ihn wegschickte, "um Hilfe zu holen". Wobei die einzigen Sorgen der Bild-Zeitung damals waren, wie der Zwangsgeräumte a) an die Waffen kam und b) daß "immer mehr Schuldner die Kommunikation mit dem Gerichtsvollzieher verweigern". - Fast schon wieder lustig und noch dazu ein Leugnen der eigentliche Ursache (Verarmung durch Arbeitslosigkeit und darauf folgend drohende Obdachlosigkeit) dieser Verzweiflungstat.

Zitat
Zitat "Bild":
Zu den möglichen Hintergründen der Tat sollen jetzt Familie und Bekannte intensiv befragt werden. Die Polizei geht zudem Zeugenaussagen nach, wonach schon am Vorabend Schüsse in der Wohnung gefallen sein sollen. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau schon vor der Geiselnahme tot war.
Als ob für einen solch offensichtlichen Sachverhalt noch groß die Verwandtschaft befragt werden müsste.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 00:55:11 Fr. 17.November 2017
Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?
Ist nicht auszuschließen.
Und würde mich auch nicht wundern.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Fritz Linow am 20:03:06 Fr. 01.Dezember 2017
Zitat
HEMPELS hat im November 2017 mit seinem Stiftungsprojekt "HEMPELS hilft wohnen" in Kiel ein Mehrfamilienhaus gekauft, in dem künftig auch zuvor obdach- und wohnungslose Menschen leben werden. Zusätzlich zu den dort bereits vorhandenen zwölf Wohnungen sollen durch Ausbau sowie einen Neubau auf einer angrenzenden Fläche weitere Wohnungen für bis zu zwölf Menschen entstehen. Das berichtet das soziale Straßenmagazin in seiner am morgigen Freitag (1.12.17) erscheinenden Dezember-Ausgabe.

Das am Rand des Kieler Ostuferstadtteils Gaarden befindliche – und zentral zur Innenstadt gelegene – Mehrfamilienhaus wurde für 370.000 Euro von der unter dem Dach der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein firmierenden HEMPELS-Stiftung erworben. Für Sanierung und Modernisierung müssen weitere rund 150.000 Euro aufgebracht werden, im ersten Quartal 2018 wird damit begonnen. Im Laufe des kommenden Jahres 2018 soll zudem der Grundstein für den zusätzlichen Neubau gelegt werden.

Mit dem Hauskauf will HEMPELS ein Signal setzen: Überall im Land wachsen die Probleme auf dem Wohnungsmarkt, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen finden keine bezahlbare Unterkunft mehr. In Kiel zeigt sich diese Notlage exemplarisch, mehr als 550 alleinstehende Frauen und Männer (Stand: Ende September) sind in der Landeshauptstadt wohnungslos. HEMPELS-Vorstand Jo Tein: "Politik und Wohnungswirtschaft haben bislang viel zu wenig getan, um diese traurige Entwicklung zu stoppen. Wir von HEMPELS gehen jetzt voran und zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum für arme Menschen geschaffen werden kann." Zugleich erklärt HEMPELS, in den kommenden Jahren weitere Wohnungen für Wohnungslose zu erwerben und zu errichten, auch in anderen Städten Schleswig-Holsteins. Landespastor Heiko Naß: "Wir freuen uns sehr, dass wir als Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein das Anliegen von HEMPELS unterstützen können, selbst Wohnraum für Menschen aus der Wohnungslosigkeit zur Verfügung zu stellen. Damit können wir eine der maßgeblichen Aufgaben der HEMPELS-Stiftung zu einem ersten Erfolg verhelfen."

Möglich wurde der Hauskauf durch Spenden und Zustiftungen vieler Leserinnen und Leser. Neben kleineren Beträgen hat die HEMPELS-Stiftung von zwei Spendern bedeutende Beträge erhalten, einmal 200.000 Euro, einmal 50.000 Euro.
https://www.hempels-sh.de/news/detail/article/hempels-kauft-mehrfamilienhaus-fuer-obdachlose.html (https://www.hempels-sh.de/news/detail/article/hempels-kauft-mehrfamilienhaus-fuer-obdachlose.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 11:10:14 Fr. 22.Dezember 2017
(http://cdn1.spiegel.de/images/image-1129698-860_poster_16x9-bvzr-1129698.jpg)

Zitat
DIE ZAHLEN

52.000 Menschen waren im vergangenen Jahr obdachlos, schätzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW). Sie übernachteten regelmäßig im Freien. Im Vergleich zum Jahr 2014 ist das ein deutlicher Anstieg. Damals gab es 39.000 Betroffene.

Nach Schätzungen der BAGW stammt in Deutschlands Großstädten rund die Hälfte der Obdachlosen aus Osteuropa. Viele Städte würden sich vor der Verantwortung drücken und auch im Winter keine Notquartiere anbieten, sagt Rosenke. Aber selbst wenn es solche Angebote gebe, müssten die Menschen im Frühjahr wieder auf die Straße. "Sie verwahrlosen und verelenden dort. Das ist unmoralisch."

Noch drastischer sind die Zahlen, wenn man auch Wohnungsnot berücksichtigt: Die BAG unterscheidet Obdachlose, die auf der Straße leben, und Wohnungslose, die sich akut mit Notlösungen behelfen. Sie schlafen bei Freunden oder Bekannten, finden immer wieder irgendwo anders Unterschlupf, auch in staatlich finanzierten Wohnheimen.

Zählt man diese Wohnungslosen dazu, kommt die BAGW insgesamt auf rund 440.000 Betroffene, 73 Prozent davon Männer. Unter akuter Wohnungsnot leiden aber auch Kinder und Jugendliche - rund 32.000.

Zwölf Prozent der Wohnungslosen stammen den Angaben zufolge aus anderen Ländern der Europäischen Union, vor allem aus Osteuropa. In ihrer jüngsten Schätzung berücksichtigt die BAGW zusätzlich anerkannte, wohnungslose Flüchtlinge. Addiert man diese Menschen zu den übrigen Wohnungslosen hinzu, kommt die BAGW insgesamt auf 860.000 Betroffene.

"Unsere Schätzung basiert auf diversen statistischen Quellen und qualitativen Einschätzungen und auch auf den Erfahrungen in unseren Anlaufstellen", sagt die Sprecherin der BAG W, Werena Rosenke. Die Tendenz sei jedoch eindeutig: "Die Wohnungsnot wird immer schlimmer. Wir haben hier ein Riesenproblem."
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-in-deutschland-wir-haben-ein-riesenproblem-a-1184255.html (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-in-deutschland-wir-haben-ein-riesenproblem-a-1184255.html)

Zitat
Dabei ist die Hauptursache für Obdachlosigkeit, dass bezahlbare Wohnungen fehlen. Sozialen Wohnungsbau hat man über Jahre deutlich zurückgefahren, viele städtische Wohnungen privatisiert, Grundstücke an Investoren verkauft. Die Zahl der sogenannten gebundenen Sozialmietwohnungen ist nach Angaben der Bundesregierung bundesweit von mehr als zwei Millionen im Jahr 2006 bis Ende Dezember 2015 auf rund 1,3 Millionen und damit auf sechs Prozent des deutschen Bestandes an Mietwohnungen geschrumpft.
Die Annahme, der Markt reguliere sich selbst, hat sich nicht bestätigt. Mieten steigen nicht nur in Großstädten rasant.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-a-1184585.html (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-a-1184585.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Troll am 10:40:08 Do. 11.Januar 2018
Zitat
Wohnungslos in Berlin
"Es gibt einen irren Konkurrenzkampf auf dem Wohnungsmarkt"

Barbara Eschen im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke
...

Quelle: DLF-Kultur (http://www.deutschlandfunkkultur.de/wohnungslos-in-berlin-es-gibt-einen-irren-konkurrenzkampf.1008.de.html?dram:article_id=407917) via NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=41872#h06)

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/01/09/obdachlosigkeit_nimmt_immer_mehr_zu_drk_20180109_1733_c2e574cd.mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/01/09/obdachlosigkeit_nimmt_immer_mehr_zu_drk_20180109_1733_c2e574cd.mp3)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 15:49:14 Mo. 23.April 2018
Zitat
Obdachlosigkeit
Wohnen an der Grenze der Menschenwürde


Rund 9000 Menschen haben in München keine Wohnung - unter ihnen sind 1600 Kinder.

Einer der Gründe ist, dass es zu wenig einfachen, aber bezahlbaren Wohnraum gibt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/obdachlosigkeit-wohnen-an-der-grenze-der-menschenwuerde-1.3954624 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/obdachlosigkeit-wohnen-an-der-grenze-der-menschenwuerde-1.3954624)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: counselor am 11:21:33 Di. 25.Dezember 2018
Zitat
Obdachlose in Deutschland - Neun Kältetote seit Oktober

Seit Oktober sind laut der Wohnungslosenhilfe neun Menschen, die auf der Straße lebten, vermutlich durch die niedrigen Temperaturen ums Leben gekommen. 2017 wurden im selben Zeitraum nur drei Kältetote erfasst.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/winter-kaelte-obdachlose-101.html (https://www.tagesschau.de/inland/winter-kaelte-obdachlose-101.html)
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 13:09:23 Di. 25.Dezember 2018
Wie es wohl wird, wenn es richtig kalt ist...?
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: dejavu am 16:43:15 Di. 25.Dezember 2018
In Lübeck hat sich die Linke für ein "Herzenzwärmebus" eingesetzt. Der wird gewiss helfen.
Titel: Re:Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 09:47:57 Do. 27.Dezember 2018
Zitat
Obdachlosigkeit:
Falsche Bilder, echtes Leid

Verwahrlost, psychisch krank, selbst schuld: Die Vorstellungen von Obdachlosen sind oft klischeehaft. Das verschleiert die politischen Ursachen für Wohnungsmangel.

...
 Seit Jahren nimmt die Zahl der Obdachlosen in Deutschland zu. Im vergangenen Jahr lebten laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe etwa 52.000 Menschen auf der Straße, 2008 waren es noch 20.000. Zwar gilt Obdachlosigkeit weiterhin als Randphänomen, aber zumindest in Großstädten wird sie immer sichtbarer. Doch was sehen wir da eigentlich?

Obdachlose verkörpern das archetypische Bild der Armut – und sind deren extremste Erscheinungsform in einer Wohlstandsgesellschaft. Betroffene haben nicht nur kein Dach mehr über dem Kopf, sie leiden auch an Hunger, medizinischer Unterversorgung, Kälte. Und das sieht man ihnen an, den oft verwahrlosten und meist kranken Männern und wenigen Frauen, die Plastiktüten durch die Gegend schleppen oder einfach vor uns auf dem Boden liegen.
...
Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung befürwortete 2014 jeder dritte Befragte, Obdachlose aus Fußgängerzonen zu entfernen. Aus Angst wird Verachtung. Diese hat in Deutschland eine durchaus lange und unrühmliche Tradition, die in der nationalsozialistischen Pathologisierung Obdachloser zum "arbeitsscheuen Nichtsesshaften" ihren mörderischen Höhepunkt fand. Immerhin bis 1974 war es möglich, "Landstreicher" wegzusperren. Das alles wirkt bis ins Hier und Jetzt – nicht nur wegen der Gewalttaten, die vor allem Rechte weiterhin gegen Obdachlose verüben.
...

(https://abload.de/img/wohnungslospyi44.jpg) (https://abload.de/image.php?img=wohnungslospyi44.jpg)

In Deutschland sind etwa 860.000 Menschen wohnungslos – fast viermal so viele wie 2008. Die meisten bleiben jedoch unsichtbar, sie leben bei Freunden, in Wohnheimen oder Notunterkünften. Sie alle verfügen über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum, haben aber meist ein Dach über dem Kopf. Der Staat hat die Pflicht, Wohnungslose wie auch Asylbewerber unterzubringen. Weil es von beiden in den letzten Jahren mehr gibt, wird das aber schwieriger.  
...
Und während die Zahl der Erwerbstätigen 2016 so hoch wie nie war, gehört Deutschlands Niedriglohnsektor zu den größten Europas. Das sind keine Zufälle – und auch keine Randphänomene.

Gleichzeitig steigen vor allem in Großstädten die Mietpreise.
...
Aber auch die zunehmende Zahl obdachloser EU-Bürger ist ein Abbild der Doppelmoral herrschender Politik sowie der Entrechtung von Randgruppen – und wirft damit ebenso ein Licht auf das Absenken sozialstaatlicher Minimalstandards.

Während die meisten EU-Zuwanderer nämlich hier arbeiten und die deutsche Wirtschaft davon profitiert, werden ihre Probleme ignoriert. Stattdessen werden Klischees bekämpft: Wegen der Angst vor angeblichem "Sozialtourismus" wurden EU-Migranten beispiellos entrechtet. So bekommt der relativ kleine Anteil, der den Anschluss auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht schafft, seit einem neuen Gesetz aus 2016 erst nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland Sozialhilfe – vorher waren es sechs Monate. Damit entfällt für viele Betroffene der Anspruch auf längerfristige Unterbringung. So erklärt sich der relativ hohe Anteil von Osteuropäern unter Obdachlosen (in Metropolen bis zu 50 Prozent), und ihr geringer Anteil an den Wohnungslosen (rund sechs Prozent). Zudem erschweren viele Kommunen diesen Menschen inzwischen sogar die Nothilfe, was nicht nur rechtlich umstritten, sondern im Winter auch lebensgefährlich ist.
...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/obdachlosigkeit-wohnungslose-vorurteile-grossstaedte-mietpreise/komplettansicht (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/obdachlosigkeit-wohnungslose-vorurteile-grossstaedte-mietpreise/komplettansicht)
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08:48:22 Do. 17.Januar 2019
Zitat
Realitätsverweigerung an der Elbe
Zahl der Obdachlosen in Hamburg verdoppelt: Senat duckt sich weg


(https://www.jungewelt.de/img/700/117335.jpg)
Obdachlose sitzen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zwischen Decken und Matratzen unter einer Brücke an der Helgoländer Allee in Hamburg

 Mit wenig Elan versucht Hamburgs »rot-grüner« Senat seit Jahren, die wachsende Obdach- und Wohnungslosigkeit in den Griff zu bekommen – jetzt platzte den für das Thema Zuständigen bei den Hamburger Wohlfahrtsverbänden der Kragen. »Der Senat darf sich nicht länger vor den Problemen wegducken«, erklärte Stephan Nagel vom Diakonischen Werk am Freitag bei einer Pressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW). Das »Klein-Klein« müsse ein Ende haben, der Senat müsse »endlich Geld in die Hand nehmen«, um die Zahl der Obdachlosen zu reduzieren.

Auslöser der Kritik ist ein vom Senat am Mittwoch vorgelegter Bericht, der auf knapp 200 Seiten die Ergebnisse einer Befragung der Obdachlosen im März 2018 zusammenfasst. Was Experten lange vermuten, hat die Untersuchung bestätigt: Die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen hat sich seit der letzten Befragung 2009 von 1.029 auf 1.910 Personen fast verdoppelt. Zwei Drittel der Obdachlosen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit, damit hat sich das Verhältnis zwischen einheimischen und ausländischen Obdachlosen seit 2009 nahezu umgekehrt.

Auch die Zahl der Wohnungslosen – Menschen, die keine eigene Wohnung, aber eine Unterkunft haben – hat sich erhöht: um 78 Prozent auf 5.210. Mit den 15.524 »wohnberechtigten Zuwanderern« gebe es in Hamburg 22.644 Menschen ohne Wohnung. Christine Tügel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband verwies darauf, dass laut Untersuchung 71 Prozent der nichtdeutschen Obdachlosen nach Hamburg gekommen sind, um Arbeit zu suchen. Nur 1,5 Prozent hätten sich staatliche Unterstützung erhofft. Tügel: »Das räumt mit dem Vorurteil auf, die kämen nur wegen der sozialen Hängematte.«
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In einer Stellungnahme übte die AGFW massive Kritik an der Sozialbehörde. Bei den Obdachlosen sei von einer höheren Dunkelziffer als 2009 auszugehen – wegen »organisatorischer Mängel« der Befragung. So hätten Dolmetscher gefehlt, Fragebögen seien nicht rechtzeitig angekommen, Interviewer nicht zur vereinbarten Zeit erschienen. In einer Arbeitsgruppe, mit der man die Befragung begleitet habe, sei es nicht gelungen, so AGFW-Geschäftsführerin Sandra Berkling, einen »fachlichen Konsens« herzustellen. Die Schlussfolgerungen, »die die Behörde zu formulieren bereit war«, seien »weit hinter dem Notwendigen zurückgeblieben«. Darum lege man eigene Vorschläge vor.

Der Schlüssel für die Bekämpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit liege in einem besseren Zugang zu erschwinglichem Wohnraum, heißt es in der Stellungnahme. Dabei spiele der städtische Konzern SAGA eine zentrale Rolle.

Ein Beispiel für Realitätsverweigerung lieferte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Sie nahm die geringfügige Abnahme der deutschen Obdachlosen zum Anlass, dem Hamburger Abendblatt am Freitag mitzuteilen: »Unsere jahrelange Präventionsarbeit und die vielen unternommenen Anstrengungen greifen.« Das Problem seien vor allem die aus Osteuropa zugewanderten Obdachlosen.
https://www.jungewelt.de/artikel/347068.intervention-gegen-symbolpolitik-realit%C3%A4tsverweigerung-an-der-elbe.html

Zitat
Vierter toter Obdachlose innerhalb eines Monats
https://www.hinzundkunzt.de/vierter-toter-obdachlose-innerhalb-eines-monats/

Die sozialdemokratische neoliberale Politik geht über Leichen. (in Hamburg regiert ein rot-grüner Senat)
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 15:34:47 Do. 17.Januar 2019
Zitat
Realitätsverweigerung an der Elbe
[...]
Ein Beispiel für Realitätsverweigerung lieferte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Sie nahm die geringfügige Abnahme der deutschen Obdachlosen zum Anlass, dem Hamburger Abendblatt am Freitag mitzuteilen: »Unsere jahrelange Präventionsarbeit und die vielen unternommenen Anstrengungen greifen.« Das Problem seien vor allem die aus Osteuropa zugewanderten Obdachlosen.
https://www.jungewelt.de/artikel/347068.intervention-gegen-symbolpolitik-realit%C3%A4tsverweigerung-an-der-elbe.html

Zitat
Vierter toter Obdachlose innerhalb eines Monats
https://www.hinzundkunzt.de/vierter-toter-obdachlose-innerhalb-eines-monats/

Die sozialdemokratische neoliberale Politik geht über Leichen. (in Hamburg regiert ein rot-grüner Senat)
Die spd schärft ihr soziales Profil.
Hatte Nahles doch angekündigt.
Mir scheint allerdings, sie hätte da ein "a" vergessen.
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: counselor am 05:21:24 So. 17.Februar 2019
Zitat
Obdachlosigkeit: Bald könnte es 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung geben

Immer mehr Menschen in Deutschland werden wohnungslos. Doch was heißt das? Wer ist betroffen, warum und was tut die Politik dagegen? Antworten auf die wichtigsten Fragen

Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/obdachlosigkeit-wohnungslose-sozialpolitik-zuwanderung-wohnungsnot-deutschland-faq
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 14:41:22 So. 17.Februar 2019
Zitat
Obdachlosigkeit: Bald könnte es 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung geben
Das hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohungslosenhlfe schon fürs letzte Jahr prognostiziert, aktuellere Zahlen gibt's leider noch nicht.
https://www.bagw.de/de/themen/zahl_der_wohnungslosen/

Zitat
Verhinderung des Wohnungsverlustes ist die beste Hilfe
https://www.bagw.de/de/presse/index~160.html

Zitat
Bereits elf wohnungslose Menschen auf der Straße gestorben

[...]
Berlin, 31.01.2019. Der letzte bekannte und bestätigte Kältetote ist ein 54 jähriger wohnungsloser Mann in Hannover. Er wurde mit starken Erfrierungen in ein Krankenhaus gebracht und verstarb kurze Zeit später. Es ist leider davon auszugehen, dass es nicht der letzte Todesfall in diesem Winter bleibt.

Die BAG W dokumentiert den Kältetod wohnungsloser Menschen auf der Straße anhand einer systematischen Presseauswertung. Bei den Angaben handelt sich um eine Mindestzahl. Nur die Todesfälle, über die in der Presse berichtet wird, werden erfasst.
https://www.bagw.de/de/presse/index~162.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Tabaluga am 20:26:55 Di. 26.Februar 2019
Eine Heranziehung zur Verantwortung von einen Wohnkonzern oder eines Politikers oder sagen wir Vertreters der Wohnkonzerne könnte dahingehend wunder wirken .....manchmal braucht es radikale Mittel - ich sehe harte Zeiten und es braucht umso mehr eine ausserparlamentarische Oposition !!!
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 21:07:40 Fr. 29.März 2019
Zitat
Räumung ohne Gerichtsbeschluss
Berliner Familie mit vier Kindern auf die Straße gesetzt

Erst war es nur ein Wasserschaden, dann wurde daraus die Kündigung. Eine Räumung in Moabit fand statt, bevor ein Gericht deren Rechtmäßigkeit prüfen konnte.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/raeumung-ohne-gerichtsbeschluss-berliner-familie-mit-vier-kindern-auf-die-strasse-gesetzt/24156878.html

Zitat
Räumung
Obdachlose von der Kennedybrücke sind weg


(https://www.hinzundkunzt.de/wp-content/uploads/2019/03/kenedybreucke-zelte-bela-806x392.jpg)
Zuletzt standen noch drei Zelte unter der Kennedybrücke. Inzwischen sind sie weg. Foto: BELA

Unter der Kennedybrücke waren die Obdachlosen ganz offiziell geduldet. Doch jetzt hat die Polizei sie zur Räumung aufgefordert. Das sagt Bezirksamtsleiter Droßmann zu der Aktion.

Seit Jahren duldet der Bezirk Mitte die Obdachlosen unter der Kennedybrücke an der Alster – mit offiziellem Segen von Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD). Sogar eine Feuerstelle hat er ihnen neben der Brücke errichten lassen. Die Absprache mit den wechselnden Bewohnern war klar: Wenn ihr hier keinen Dreck macht, dürft ihr bleiben.

Doch in der vergangenen Woche bekamen die aktuellen Bewohner der drei Zelte Post, zugestellt vom Polizeikomissariat 11: Aufforderung zur Räumung. Weil sie gegen das Hamburger Wegegesetz verstoßen, sollten sie die Brücke bis vergangenen Freitag verlassen. „Sollten Sie dieser Weisung nicht Folge leisten, werden gegen Sie unverzüglich nach Fristablauf Zwangsmaßnahmen eingeleitet“, steht dort in mehreren Sprachen.

Zwar erschien zum Räumungstermin um 10 Uhr weder Polizei noch Ordnungsamt, doch inzwischen sind alle Zelte weg. Am Dienstag habe die Stadtreinigung zwei zurückgelassene Zelte entfernt, heißt es aus dem Bezirksamt. Wo die Bewohner sind, ist unbekannt. Die Polizei begründet die Räumung mit einem „Generationenwechsel“ unter der Brücke – die Bewohner, mit denen es eine Absprache gab, seien schon lange nicht mehr da. War es das also mit der Platte unter der Kennedybrücke?
Droßmann: „Duldung hat jahrelang gut funktioniert“

Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) gibt Entwarnung: „Ich sehe keinen Grund, die Duldung zu beenden, wenn die Bewohner sich an den Minimalkonsens halten“, sagt er gegenüber Hinz&Kunzt. „Das hat jahrelang gut funktioniert und wir sind zuversichtlich, dass das auch weiterhin funktioniert.“ Allerdings müsse die Fläche unter der Brücke, auf der die Zelte standen, dringend saniert werden. „Ich hoffe, dass wir das zum Ende des Winternotprogramms hinbekommen“, sagt Droßmann.

Denn Ende des Monats schließen die städtischen Notunterkünfte für Obdachlose wieder. Dann könnte es wieder voll werden unter der Kennedybrücke.
https://www.hinzundkunzt.de/obdachlose-von-der-kennedybruecke-sind-weg/
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 13:51:33 Di. 23.April 2019
"Notre-Dame braucht ein Dach. Wir auch" - mit dieser Forderung protestierten Mitglieder einer Obdachlosenorganisation in der Nähe der ausgebrannten Kathedrale.

Sagenhafte 900 Millionen Euro sollen mittlerweile für den Wiederaufbau zusammengekommen sein, vielleicht schon eine ganze Milliarde. Allein 500 Millionen wollen die französischen Unternehmerfamilien Arnault (Moët, Hennessy, Louis Vuitton), Pinault (Gucci, Yves Saint Laurent, Balenciaga) und Bettencourt-Meyers (L'Oréal) geben, der Mineralölkonzern Total legt noch weitere 100 Millionen drauf. Unfassbar viel Geld.

Es sind dieselben Leute, die sonst über zu hohe Steuern schimpfen, die nun für Notre-Dame gar nicht genug Geld loswerden können.

(aus einer Spiegel-Kolumne)
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Onkel Tom am 09:13:11 Mi. 24.April 2019
Für die Selbstdarstellung der Bonzen, das sie angeblich hilfsbereit seien, ganz praktisch
damit im öffentlichem Licht zu stehen.. Jo, Steine scheinen wertvoller wie Menschenleben
mutiert zu sein.  >:(

Ob da jemand die brennende Kerze vom Ständer gefallen ist ? Nö, besser nix verschwören..
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 23:12:08 Di. 30.April 2019
Zitat
Wahl zum 9. Europäischen Parlament am 26.05.2019: Wohnungslose ohne feste Meldeadresse müssen Eintrag in das Wählerverzeichnis jetzt beantragen

Berlin, 15.04.2019. Wohnungslose Bürgerinnen und Bürger ohne feste Meldeadresse besitzen ein Wahlrecht. Um dieses wahrzunehmen, müssen sie aber vorab ihre Eintragung in die Wählerverzeichnisse beantragen. Dabei sollten die geltenden Fristen und Formalitäten beachtet werden – darauf verweist die BAG Wohnungslosenhilfe (BAG W).

Wohnungslose Bürgerinnen und Bürger sind oft nicht im Melderegister und damit auch nicht im Wählerverzeichnis ihrer Kommune verzeichnet. Um dennoch ihr demokratisches Grundrecht wahrnehmen und bei der Wahl zum EU-Parlament abstimmen zu können, müssen sie bis spätestens zum 21. Tag vor Wahlbeginn die Eintragung in ein Wählerverzeichnis schriftlich beantragen. Da diese Frist auf einen Sonntag (05. Mai 2019) fällt, sollte der Antrag zu Sicherheit bis zum 03. Mai 2019 innerhalb der Öffnungszeiten beim zuständigen Wahlamt gestellt werden. Wahlberechtigte Personen ohne festen Wohnsitz wenden sich dafür an das Wahlamt der Gemeinde, in der sie sich gewöhnlich aufhalten. Der formlose Antrag muss den vollen Namen, das Geburtsdatum sowie die persönliche Unterschrift des bzw. der Antragstellenden aufweisen. Anstelle einer persönlichen Postanschrift können Wohnungslose die Anschrift der Gemeindeverwaltung angeben. In den Wahlämtern liegt i. d. R. ein Formblatt aus, das zur Antragsstellung genutzt werden kann. Bei Problemen oder Unsicherheiten mit der Antragsstellung sollte im Wahlamt Unterstützung erfragt werden. „Die Kommunen sollten den wohnungslosen Bürgerinnen und Bürgern ohne feste Meldeadresse den Eintrag in das Wählerverzeichnis komplikationslos ermöglichen und an den Treffpunkten und Anlaufstellen der Wohnungslosen entsprechend informieren.“, erklärte Sabine Bösing, stellvertretende Geschäftsführerin der BAG W.

Vom 06. bis zum 10. Mai 2019 kann die ordentliche Eintragung der Daten im Wahlamt persönlich geprüft werden. Bei fehlerhaften oder unvollständigen Angaben sollte sofort Widerspruch eingelegt werden, da ansonsten die Abstimmung am Wahltag nicht möglich ist.

Sammelanträge stellen

Die BAG W weist daraufhin, dass nach §17 EuWO auch Sammelanträge an das Wahlamt gestellt werden können. Solche Sammelanträge können mit Unterstützung von Beratungsstellen und anderen Hilfeeinrichtungen eingereicht werden. Sie müssen die oben genannten persönlichen Daten enthalten und von allen aufgeführten Wahlberechtigten persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. Es wird empfohlen, den Sammelantrag vor der Abgabe zu kopieren.

Auch wohnungslose EU-Bürgerinnen und EU-Bürger dürfen abstimmen

Eine Besonderheit der Wahl auf europäischer Ebene ist, dass auch wohnungslose, nicht-deutsche EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in Deutschland abstimmen dürfen, wenn sie sich – wie es in §17a der Wahlordnung heißt – seit mindestens drei Monaten gewöhnlich in Deutschland aufhalten. Voraussetzung ist, dass sie wahlberechtigt sind und weder in ihrem Herkunftsland wählen noch andernorts in Deutschland für die Wahl registriert sind, was sie eidesstattlich versichern müssen. In den Wahlämtern und auf der Internetseite des Bundeswahlleiters gibt es hierfür einen förmlichen Antrag (amtliches Formblatt) für Unionsbürgerinnen und -bürger auf Eintragung in das Wählerverzeichnis. Auch dieser Antrag muss ausgefüllt und unterschrieben bis spätestens zum 05. Mai 2019 beim Wahlamt im Original eingehen. Sammelanträge sind bei nicht-deutschen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern unzulässig. Die BAG W bittet die behördlichen Stellen sowie die Einrichtungen und Dienste der Hilfen in Wohnungsnotfällen, auch Wohnungslose aus anderen EU-Staaten zeitnah über ihr Wahlrecht zu informieren und ggf. bei der Antragsstellung zu unterstützen.

Bei Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Sabine Bösing, stellv. Geschäftsführerin BAG Wohnungslosenhilfe
Tel: (030) 2 84 45 37 – 20; Email: sabineboesing@bagw.de
https://www.bagw.de/de/presse/index~164.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 14:00:17 Mi. 22.Mai 2019
es gibt ein Projekt, das helfen soll, Obdachlose von der Straße zu holen: Housing first. Also, ohne Umschweife soll eine Wohnung für den Obdachlosen möglich sein, auch wenn er bspw. eine Sucht hat. Nur mit einer Wohnung könne man es schaffen.
Zitat
Housing First, auch „rapid re-housing“ genannt, ist ein relativ neuer Ansatz aus der US-amerikanischen Sozialpolitik beim Umgang mit Obdachlosigkeit und eine Alternative zum herkömmlichen System von Notunterkünften und vorübergehender Unterbringung. Seit einigen Jahren wird der Ansatz auch in Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Portugal und Österreich umgesetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Housing_First

in einer Fernsehdoku hieß es dann, dass es einen Spareffekt haben könne, wenn auf diese Weise Not- und sonstige Hilfsdienste und Einsätze u.U. nicht in Anspruch genommen werden würden. Aber woher sollen die Wohnungen in einer ohnehin angespannten Wohnungslage kommen?

Leicht ist es für Obdachlose allerdings nicht immer, sich eine auch Wohnung halten zu können oder zu wollen.
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: milchbrötchen am 22:25:15 Sa. 25.Mai 2019
https://www.youtube.com/watch?v=YxzvqxyJ604 (https://www.youtube.com/watch?v=YxzvqxyJ604)
in Kiel wird es Entlastung geben. Über 1000 Betten kommen hinzu!
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 16:28:21 Do. 15.August 2019
In Berlin-Pankow wurde ein neues Übergangs-Haus für 46 Menschen eröffnet.
Zitat
Das neue Übergangshaus für Wohnungslose ist am Mittwoch in Berlin-Pankow eröffnet worden und ist bezugsfertig. Es bietet Platz für bis zu 46 Menschen. "Ich freue mich sehr, dass dieses Übergangshaus jetzt nach kurzer Bauzeit eröffnen kann", sagte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Mittwoch bei einem Besuch des bezugsfertigen Neubaus. Die Unterbringung in dem Bau werde die Lebenssituation vieler Menschen deutlich verbessern, fügte die Linken-Politikerin hinzu.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/08/wohnungslose-obdachlose-uebergangshaus-eroeffnung-neubau-unterku.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 15:20:06 So. 25.August 2019
Norman Wolf suchte lt. hr-Reportage seinen Vater, der alkoholkrank war als dieser ihn verließ. Und er soll ihn nach zwölf Jahren in der Obdachlosigkeit wiedergefunden haben, darüber soll er ein Buch geschrieben haben:
https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/norman-wolf-hat-seinen-obdachlosen-vater-gesucht,video-99928.html

https://www.buecher.de/shop/deutschland/ich-suche-meinen-papa-er-ist-obdachlos/wolf-norman/products_products/detail/prod_id/54443496/
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: counselor am 15:31:24 So. 25.August 2019
Ja, man kann in diesem Verbrecherstaat noch tiefer fallen, als in H4 und Maßnahmen. Das sollten wir uns immer vor Augen halten.
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 16:51:37 Sa. 07.September 2019
@Counselor: ja

in der Wärmestube in Nürnberg, die von Caritas und Stadtmission betrieben wird, müssesn jetzt Einlass-Grenzen von der Anzahl der Menschen her eingehalten werden, weil es soviele Menschen sind, die die Wärmestube nutzen woll-müssen.
https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/grenzen-erreicht-warmestube-fuhrt-obergrenze-ein-1.9290712
Zitat
NÜRNBERG - Die Ökumenische Wärmestube, wichtige Anlaufstelle für Wohnungslose in Nürnberg, kann den Ansturm nicht mehr bewältigen. Der Zugang wird nun begrenzt - auf 140 Personen pro Tag.

tja, CSU-und Freie Wähler - Land Bayern - was gedenkt ihr nun zu tun?
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 09:06:42 Mo. 11.November 2019
Zitat
Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland ist gestiegen

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe waren im vergangenen Jahr 678.000 Menschen betroffen, etwa 30.000 mehr als im Vorjahr. 41.000 Menschen lebten auf der Straße, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Als Hauptgründe werden das unzureichende Angebot an günstigem Wohnraum und die Verfestigung von Armut genannt. Besonders gefährdet seien Alleinerziehende und junge Erwachsene.

Als wohnungslos werden beispielsweise Menschen bezeichnet, die in Notunterkünften, stationären oder kommunalen Einrichtungen oder bei Freunden leben.
https://www.deutschlandfunk.de/armut-zahl-der-wohnungslosen-gestiegen.2932.de.html?drn:news_id=1068829
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: BGS am 18:29:17 Mo. 11.November 2019
Zitat
Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland ist gestiegen

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe waren im vergangenen Jahr 678.000 Menschen betroffen, etwa 30.000 mehr als im Vorjahr. 41.000 Menschen lebten auf der Straße, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Als Hauptgründe werden das unzureichende Angebot an günstigem Wohnraum und die Verfestigung von Armut genannt. Besonders gefährdet seien Alleinerziehende und junge Erwachsene.

Als wohnungslos werden beispielsweise Menschen bezeichnet, die in Notunterkünften, stationären oder kommunalen Einrichtungen oder bei Freunden leben.
https://www.deutschlandfunk.de/armut-zahl-der-wohnungslosen-gestiegen.2932.de.html?drn:news_id=1068829

Ein Skandal!

MfG

BGS
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 16:35:48 Di. 12.November 2019
Zitat
In Berlin werden in diesem Winter nachts keine U-Bahnhöfe für die Notübernachtung Obdachloser öffnen. Das sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Regina Kneiding, dem rbb am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung". Stattdessen werde es in Kreuzberg eine Warte- und Wärmehalle geben, in der obdachlose Menschen übernachten könnten.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/10/berlin-winter-obdachlose-warte-und-waermehalle-statt-kaeltebahnhoefe-kreuzberg.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: dagobert am 14:53:42 Mi. 13.November 2019
Zitat
Wohnungslosigkeit: Kein Ende in Sicht
https://www.bagw.de/de/presse/index~173.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 04:16:14 Sa. 30.November 2019
In Berlin soll Ende Januar 2020 (29.01.) (warum erst dann?) eine Wohnistzlosen-Zählung in Berlin geben, freiwillige HelferInnen stünden dafür schon parat. Ein Aufruf dafür hätte ganz schnell ganz viele Menschen dafür motiviert - das ist schön, keine Frage, aber warum müssen das schon wieder freiwillige HelferInnen sein? Fühlt sich sonst niemand dafür zuständig im Rahmen seines Arbeitsplatzes oder innehabendes Amtes??
Zitat
Bislang stammen seinen Angaben zufolge die meisten Interessenten aus den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Randbezirke wie Spandau und Reinickendorf hätten noch großen Nachholbedarf. "Am Rand Berlins benötigen wir noch mehr Helfer. Wir wollen und können auch die These widerlegen, dass dort weniger Obdachlose leben. Viele von ihnen werden zunehmend in Randbezirke gedrängt, auch dort müssen wir Angebote schaffen", betonte Licht.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/11/berlin-obdachlosenzaehlung-mehr-freiwillige-helfer-angemeldet.html


Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 17:49:31 Do. 19.Dezember 2019
in Speyer (Rheinland-Pfalz) wurde ein ehemaliger Kiosk zu einem Obdachlosentreff mit Kleiderbörse, Schlafsack-Ausgabe, heiß duschen, Wäsche waschen, Essen / Trinken eingerichtet. Das ist toll und Stefan Wagner, der sich schon seit zehn Jahre für Wohnistzlose engagiere sei da maßgeblich dran beteiligt gewesen.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/Wiedereroeffnung-nach-Umbau-Anlaufstelle-fuer-Obdachlose-in-Speyer-neu-und-verbessert,anlaufstelle-speyer-obdachlosen-hilfe-100.html
Das ganze tolle Projekt beruht einzig und allein auf Spenden und ehrenamtlicher Arbeit.
Für Polizei-Arbeit reicht es aber. PolizistInnen erhalten neue Westen, die seien leichter und funktionaler - pro Stück 500 Euro hieß es im Fernsehen.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Mehr-Stauraum-und-Tragekomfort-Neue-Schutzwesten-fuer-Polizei-in-Rheinland-Pfalz,neue-schutzwesten-fuer-polizei-100.html
Zitat
Insgesamt würden innerhalb der nächsten vier Jahre rund 7.000 der je 490 Euro teuren Westen ausgeliefert, berichteten Vertreter von Innenministerium und Polizei am Dienstag in Mainz. 820 der schnitt-, stich- und schussfesten Unterziehwesten seien bereits da, 1.300 sollten im nächsten Jahr folgen.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Rheinland-Pfalz-Neue-Mitteldistanzwaffen-fuer-rheinland-pfaelzische-Polizisten,mitteldienstwaffen-100.html

Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 14:13:04 Di. 24.Dezember 2019
ehemaliger Wohnistzloser Bloh stellte wohl eine Möglichkeit zum duschen mit Privatssphäre für Obdachlose auf die Beine
Zitat
Ich bin 30 Jahre alt. Bis vor ein paar Jahren habe ich gar nicht daran geglaubt, so alt zu werden. Ich dachte, ich wäre mit 30 schon tot, oder zumindest im Knast. Jetzt habe ich ein soziales Start-up. „Go Banyo“ ist nun eine GmbH. Wir sind weiter gewachsen und so sind die Vereine „Hanseatic Help“, die „Clubkinder“ und die „Viva con Agua Stiftung“ Teil des Unternehmens.

„Ich bin an den Blicken der Menschen kaputt gegangen“
Auf der Straße kam mir die Idee für einen Duschbus. Sich nicht waschen zu können, das war für mich das Schlimmste. Ich war ständig dreckig. Das Aussehen ist das erste Unterscheidungsmerkmal. Ich bin an den Blicken und Reaktionen der Menschen kaputt gegangen. Das Äußere dreht sich nach innen. Ich habe mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein verloren.
https://www.mopo.de/hamburg/duschbus--go-banyo--eine-idee-von-der-strasse-wurde-real-32402722
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 19:07:22 So. 29.Dezember 2019

Zwei Drittel aller Wohnungslosen sind Geflüchtete
 
Nach Angaben der Wohnungslosenhilfe waren in diesem Jahr 678.000 Menschen ohne Unterkunft – mehrheitlich Geflüchtete. Frauen sind immer häufiger betroffen. Zwei Drittel der Wohnungslosen in Deutschland sind nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe geflüchtete Menschen. Insgesamt seien 2018 rund 678.000 Menschen ohne eigene Unterkunft gewesen, davon 441.000 anerkannte Geflüchtete, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes, Werena Rosenke, der Rheinischen Post. Zudem sind den Angaben zufolge immer mehr Frauen von Wohnungslosigkeit betroffen. In Notunterkünften drohe ihnen häufig Gewalt.

https://www.labournet.de/?p=160007
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 15:16:29 Di. 31.Dezember 2019
Zitat
Test der ersten Schlafkapsel für Obdachlose in Ulm
https://www.swp.de/panorama/_ulmer-nest_-schlafkapseln-sollen-ulmer-obdachlose-vor-erfrieren-schuetzen-42027549.html
Aussehen und Standort sind .. komisch
bin mal gespannt, wann das erste Grafitti drauf prangt ^^
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Onkel Tom am 16:27:38 Di. 31.Dezember 2019
Upps, dachte erst an einer Schlaftablette, wie ich die Überschrift las..
Naja, da haben Designer wohl auch zuviel an Fridhofsnähe gedacht ?
Schaut aus, wie "die letzte Kiste" und wow, für 2 gleich 35000 Euro
ausgeben ?.. Da ist die Anmietung von Wohnraum ja günstiger..
 :o
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 16:41:05 Di. 31.Dezember 2019
mal wieder Absurdistan-Scheiße! 35000 Euro!! Und dann noch Friedhofsnähe!! Wer scheißt den Leuten sowas ins Hirn!! Klar, mit dem Geld könnte man ins Hotel - könnte man die Leute in den Jugendherbergen übernachten lassen, damit würden diese auch unterstützt, die haben auch gerade Schwierigkeiten !!
Vielleicht sollen die Schlafkapseln generell als  Versuchskaninchen für etwaige zukünftige Unterkünfte getestet werden, ich fass es nicht! ich fass es einfach nicht!!
https://www.swr3.de/-/id=47308/did=5322792/4wxobl/index.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Troll am 17:04:09 Di. 31.Dezember 2019
Es wurden sicher viele Obdachlose befragt, oder etwa nicht?

Ach halt, es sind Obdachlose, die helfenden Künstler interessiert so etwas unqualifiziertes nicht.
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Onkel Tom am 17:05:55 Di. 31.Dezember 2019
mal wieder Absurdistan-Scheiße! 35000 Euro!! Und dann noch Friedhofsnähe!! Wer scheißt den Leuten sowas ins Hirn!!
...

Startups natürlich.. Danke für den Videobeitrag. So, wie der Schlafsarg so beschaffen ist, wird
da wohl nicht mehr wie ca. 500-800 Euro an Materialkosten drauf gegangen sein. Wo ist blos
der Rest geblieben ? Geschäft macht erfinderich nech ?
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 17:12:45 Di. 31.Dezember 2019
@Troll: die Schlafkapseln entstanden im Auftrag der Stadt, die Stadt zahlt das mit Steuergeldern!! Und bei den Schulen fehlt es oder sonst wo ... Vielleicht hat die Stadt ihren Auftrag "Kunst am Bau" damit erfüllt?? ätz

ich würde mich ganz sicherlich nicht sicher in diesen Fremdschäm-Kapseln fühlen! Das reizt ja geradezu andere diesen Bereich zu mobben. Und dann auch noch in Friedhofsnähe !! Da hätte ich ja Angst bei jedem Eulen-Schrei, abgesehen von Platzangst u.ä. Wer aufs Klo muss, geht einfach  hinters Bett - ach ne, ist ja verboten im Freien ??

@Onkel Tom: gerne :)
 ist vermutlich genauso ein Steuergeld-Verschwendungs-Schwachsinn wie das Abschiebegefängnis am Münchner Flughafenhanger- sauerteuer und wird nicht gebraucht
https://www.br.de/nachrichten/bayern/ein-jahr-abschiebehalle-am-flughafen-muenchen,RdI2RfB
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 16:20:17 Di. 04.Februar 2020
in Hamburg werden Schlafstellen für junge Obdachlose gefordert. Diese würden das Pik As wegen etwaiger Stigmatisierung meiden.
Zitat
Hamburg bekommt eine Schlafstätte speziell für obdachlose Jugendliche. Denn diese Gruppe wird in der Stadt immer größer. Zukünftig müssen Minderjährige und junge Männer über 18 Jahren dann endlich nicht mehr automatisch ins Pik As. „Und da würde ich auch niemals hingehen“, sagt etwa Steven (20). Er macht seit fast zwei Jahren auf St. Pauli Platte und schläft regelmäßig im Elbschlosskeller auf dem Kiez. Er findet das Projekt super: „Eine neue Schlafstätte für junge Leute wäre für mich ein Schritt in Richtung normales Leben.“
https://www.mopo.de/hamburg/hilfe-in-hamburg-immer-mehr-junge-obdachlose-auf-der-strasse-32969406

Aus Santa Fu werden leider keine 200 Wohnungen
Zitat
Santa Fu verkleinert seine Fläche, was macht man mit den freiwerdenden fünf Hektar? Der Traum, dort 200 Wohnungen zu errichten, ist geplatzt: Die denkmalgeschützten Gefängnisgebäude dürfen nicht abgerissen werden, die Saga hat daraufhin abgewunken. Möglicherweise könnten aus den einstigen Haftzellen aber Hotelzimmer werden!
https://www.mopo.de/hamburg/in-hamburgs-beruehmtesten-knast-wird--santa-fu--bald-als-hotel-genutzt--32981362

Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Fritz Linow am 22:56:17 Mi. 08.April 2020
#OpenTheHotels Doku Hamburg (2020):

https://www.youtube.com/watch?v=MRWoh8yx41E
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Troll am 12:15:14 Fr. 17.April 2020
Zitat
Obdachlose bitte zuhause bleiben

Soziale Isolation ist das Gebot der Stunde. Doch wie steht es um diejenigen, die keine eigenen vier Wände haben, um sich vor dem unsichtbaren Virus zu schützen? Auf den leeren Straßen der Stadt fallen jetzt Menschen auf, die sonst ein Leben im Verborgenen führen.

Ungewohnt leer ist es dieser Tage in den Räumen der Obdachlosen­­-Tagesstätte im Café 72 in Bad Cannstatt. Die Stühle aufgetischt, die Eingangstür verriegelt, nur vereinzelt betritt jemand die Räume, um das Bad zu nutzen. Wo normalerweise ein buntes Gewusel verschiedener Menschen aufeinandertrifft, um sich bei einer heißen Tasse Kaffee nach einer rauen Nacht auf der Straße aufzuwärmen, zu duschen, einen Plausch zu halten oder Rat einzuholen, ist es still geworden. Seit die Landesregierung das Kontaktverbot verhängt hat, herrscht auch in der Tagesstätte der Ambulanten Hilfe der Notstand. Die Räumlichkeiten wurden geschlossen, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Doch trotz geschlossener Türen versucht die Tagesstätte, ihre Arbeit fortzuführen – kontaktlos, über das Fenster. Hilfe auf Abstand in Zeiten der erhöhten Ansteckungsgefahr.

"Irgendjemand hat da grad geklopft. Wollen wahrscheinlich alle Essen?" Diana Neugebauer, seit über 20 Jahren Sozialarbeiterin für die Ambulante Hilfe, fuhrwerkt gemeinsam mit Bufdi Otto in der Küche umher und bereitet Mittagessen vor. Erst vor wenigen Tagen haben sie eine große Essensspende erhalten, die sie nun über die Fenster ihrer Einrichtung an die Bedürftigen ausgeben. Geduldig warten rund zehn Leute in der Schlange vor dem Fenster, bemüht, den Abstand von anderthalb Metern einzuhalten. Die Nachfragen nach einer warmen Mahlzeit sind groß, Hilfsangebote für Wohnungslose gefragter denn je. Das Corona-Virus treibt Menschen, die ohnehin schon am Existenzlimit leben, noch tiefer in die Not. Seit die Stuttgarter Innenstadt wie leergefegt ist, Restaurants, Bars und Clubs geschlossen sind, fällt nicht mehr viel ab vom reichen Stuttgart. Ohne die Einkünfte durch Betteln und Pfandflaschensammeln am sonst belebten Wochenende bleibt den Menschen nur noch der Gang zu karitativen Einrichtungen. Dass die noch offen sind und Essen verteilen, ist für die meisten großes Glück. "Diesen echten Hunger, den gab es davor nie, aber den sieht man jetzt bei manchen – das habe ich so noch nicht erlebt", sagt Diana Neugebauer.

...
...

Das Telefon von Diana Neugebauer klingelt. "Otto, kannst du am Ostermontag? Kannst aber auch nein sagen!" Die Sozialarbeiterin sitzt an der Schichtplanung für das Wochenende. Eigentlich haben sie nur an Werktagen geöffnet. Aber weder das Virus noch die existentielle Not der Bedürftigen lässt sich von Wochentagen beeindrucken. Deshalb gibt es einen Notdienst über das Osterwochenende. Bisher ist noch keine Infektion bei den Besuchern der Tagesstätte bekannt. Wenn es aber dazu kommen wird – und das scheint eine Frage der Zeit zu sein – wird der tägliche Kampf auf der Straße zu einem Kampf ums Überleben. Darauf muss sich die Stadt, die Szene und die Gesellschaft vorbereiten. "Bleiben Sie zu Hause!", appellierte Kanzlerin Merkel in ihrer Fernsehansprache. An Menschen ohne Zuhause hat sie dabei nicht gedacht. Jetzt ist die Zeit, um zu realisieren, dass Wohnraum ein existentielles Menschenrecht ist.

Quelle: kontextwochenzeitung (https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/472/obdachlose-bitte-zuhause-bleiben-6651.html)
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Fritz Linow am 17:41:34 Sa. 17.Oktober 2020
Zitat
Ein Wohnprojekt für Obdachlose in Hannover ist ein Erfolg. Ausgerechnet zum Beginn der nächsten Coronawelle wird es jetzt beendet
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1143184.obdachlosigkeit-der-traum-ist-aus.html

Übrigens ein grüner Oberbügermeister.
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 11:33:39 Di. 09.Februar 2021
Man könnte es auch in die Rubrik "Kampf gegen die Armut? Krieg gegen die Armen!" stellen...

In Frankreich ist es nahezu Alltag geworden, gegen die Elends-Zelt- und Hüttensiedlungen der Migranten militärisch vorzugehen. Das scheint sich nun auch in Deutschland auszubreiten.

Köln
Zitat
Das seit März 2020 von 30 Obdachlosen besetzte Haus am Großmarkt in Köln soll abgerissen werden. Die Arbeiten haben Freitag (22. Januar) begonnen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll das Gebäude in Köln-Raderberg komplett niedergelegt werden.
https://www.express.de/koeln/abriss-gestartet-koelner-obdachlose-verlassen-besetztes-haus---aktion-wird-gefeiert-37963672

Düsseldorf
Zitat
Obdachlose in Düsseldorf: Stadt räumt Lager
https://www.derwesten.de/region/obdachlose-in-duesseldorf-stadt-raeumt-lager-doch-ihr-schicksal-gibt-raetsel-auf-amtsgericht-unterkunft-rumaenien-id230713070.html

Berlin
Zitat
"Die meisten leben wieder auf der Straße"
Obdachlose protestieren nach Räumung

Nach dem Polizeieinsatz in der Habersaathstraße 46 haben die geräumten Besetzer vor dem Rathaus protestiert. Unter dem Motto „Zurück im größten Wohnzimmer der Welt“ machten sie auf fehlenden Wohnraum für Obdachlose aufmerksam.


Etwa 80 wohnungslose Frauen und Männer zogen gegen die Wohnungsnot vors Rathaus am Mathilde-Jacob-Platz. Viele trugen handgemalte Schilder mit Aufschriften wie „Obdachlose sind keine gesetzlosen Tiere“ oder „Kein Mensch muss draußen schlafen“.
https://www.berliner-woche.de/mitte/c-soziales/obdachlose-protestieren-nach-raeumung_a292931

Auch Berlin
Zitat
Hubschrauber über Friedrichshain
Polizei räumt Obdachlosencamp in der Rigaer Straße

In der Rigaer Straße haben Ordnungsamt und 100 Polizisten eine Obdachlosen-Schlafstätte geräumt. Es kam zu Protesten aus der Rigaer 94 und verletzten Beamten.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/hubschrauber-ueber-friedrichshain-polizei-raeumt-obdachlosencamp-in-der-rigaer-strasse/26660928.html

Hannover
Zitat
Die neue Kälte in Hannover

Die Stadt Hannover hat inmitten der Corona-Krise eine Notunterbringung geräumt. Das zeugt nicht nur von Gleichgültigkeit, sondern ist schlicht fahrlässig.
https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Nach-Raeumung-von-Notunterkunft-Kommentar-zur-Situation-der-Obdachlosen-in-Hannover

Kiel
Zitat
Platz wurde geräumt
Obdachlose in Kiel: „Bis minus 20 Grad halte ich es aus“

Eisige Temperaturen, Schnee und Corona: Für die 30 bis 40 Obdachlosen in Kiel wird zurzeit jede Nacht zur Überlebensfrage. Für zwei Männer kommt es jetzt noch schlimmer. Die beiden hatten es sich in der Brunswiker Straße häuslich eingerichtet. Nun müssen sie den Platz verlassen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Raeumung-von-Obdachlosen-in-Kiel-Bis-minus-20-Grad-halte-ich-es-aus

Bremen
Zitat
Gelände der DB
Wohnungslose sollen ihre Lager am Bremer Hauptbahnhof räumen

Nahe des Bremer Hauptbahnhofs leben Wohnungslose und Menschen aus osteuropäischen Ländern. Jetzt sollen die das Gelände an den Gleisen verlassen.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-wohnungslose-sollen-ihre-lager-am-bremer-hauptbahnhof-raeumen-_arid,1912158.html

Berlin aktuell
Zitat
Berlin-Lichtenberg
Diese Evakuierung geriet zur Räumung

Das große Obdachlosencamp am Ostkreuz ist Geschichte. Als Kälte-Evakuierung des Bezirksamtes geplant, nutzt der Eigentümer die Gunst der Stunde und zerstört das Barackendorf auf dem Gelände der geplanten Coral-World. 


Wenige Stunden später wurden Teile der Baracken und Zelte im Auftrag der Eigentümer abgerissen. Eine Maßnahme, die schließlich im völligen Widerspruch zur Zusage steht, die die Eigentümer dem Bezirksstadtrat wenige Stunden zuvor gegeben hatten. “Die Eigentümer haben mir jetzt noch einmal versichert, dass nur die leerstehenden Baracken und Zelte abgerissen werden, Bis auf die Gasflaschen und andere feuergefährlichen Dinge werden alle Gegenstände, die ein Eigentum darstellen könnten, unangetastet bleiben”, wiederholte Hönicke Anfang der Woche das Versprechen der Grundstückseigentümer Das bereits ein vollständiger Wohnwagen den Abrissarbeiten der Arbeiter vor Ort am Wochenende zum Opfer fiel, spricht indes nicht unbedingt für diese versprochene Sorgfalt bei den Räumarbeiten.
https://abendblatt-berlin.de/2021/02/08/berlin-lichtenberg-diese-evakuierung-war-eine-raeumung/

Zitat
Rummelsburger Bucht
300 Menschen demonstrieren gegen Räumung von Obdachlosencamp

Die Räumung des Obdachlosencamps in der Rummelsburger Bucht durch den Berliner Bezirk Lichtenberg hat Proteste in der linken Szene ausgelöst. Am Sonntagabend setzte sich ein Protestzug aus der Rigaer Straße in Bewegung.


...unter dem Motto "Friede den Hütten - Krieg den Palästen".
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/02/demonstration-raeumung-obdachlosencamp-rummelsburger-bucht.html

Was ist jetzt zynisch!?!
Zitat
Sozialsenatorin nennt Proteste gegen Räumung von Zeltcamp „zynisch“

Die Obdachlosen, die an der Rummelsburger Bucht gelebt haben, sind jetzt in Hostels untergebracht.


...In den Zimmern stehen natürlich Fernseher, man kann sogar vom Bett aus auf den Bildschirm schauen. Seit Sonntagabend können rund 90 Menschen diese Situation genießen...

Für die Bewohner ist es purer Luxus...

Hilfe in großer Not, sagt Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). „Das Risiko, dass Menschen erfrieren, war sehr hoch.“...

„Wir haben zuvor schon zweimal Amtshilfe geleistet, als man die Rummelsburger Bucht geräumt hatte“, sagte Breitenbach...

Für Breitenbach und auch für Richert ist ganz klar, dass die Proteste gegen die Evakuierung des Lagers aus ihrer Sicht völlig deplatziert sind. „Die Menschen, die protestierten, unterstellen den Betroffenen, dass die genauso leben wollen, wie sie gerade leben“, sagte Breitenbach.

 „Das ist ziemlich zynisch von Menschen, die mit ihrem Hintern in einer warmen Wohnung sitzen.“ Für Jörg Richert „instrumentalisieren hier Gentrifizierungsgegner die Obdachlosen“...
https://www.tagesspiegel.de/berlin/obdachlose-an-der-rummelsburger-bucht-sozialsenatorin-nennt-proteste-gegen-raeumung-von-zeltcamp-zynisch/26895044.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 15:44:44 So. 21.Februar 2021
https://www1.wdr.de/fernsehen/menschen-hautnah/sendungen/weiblich-obdachlos-unsichtbar-110.html

https://www.dachstiftung-diakonie.de/gesellschaften/diakonische-gesellschaft-wohnen-und-beraten/angebote/wohnungsnotfallhilfe/unter-uns-anlaufstelle-fuer-frauen/
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: counselor am 16:09:15 So. 21.Februar 2021
Zitat
Geburt bei Eiseskälte: Jugendamt nimmt Kind in Obhut

Das Neugeborene, das eine junge Frau am frühen Morgen im Nürnberger Stadtgraben bei minus 15 Grad zur Welt gebracht hat, wird vom Jugendamt in Obhut genommen. Laut Sozialreferat ist dies als vorläufige Maßnahme geplant.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/spontane-geburt-bei-eiseskaelte-im-nuernberger-stadtgraben,SOmthG7
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 10:23:24 Sa. 10.Juli 2021
678.000 Menschen können sich in Deutschland keine eigene Wohnung leisten, 30.000 Menschen mehr als im Vorjahr.

https://www.jungewelt.de/artikel/405951.mietenwahnsinn-stoppen-steigende-aufwendungen.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:36:07 Di. 16.November 2021
Zitat
Mindestens 29 Obdachlose sind in diesem Jahr auf Hamburgs Straßen gestorben. Deutlich mehr als bislang bekannt. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion zurück.
https://www.hinzundkunzt.de/deutlich-mehr-obdachlose-gestorben-als-bisher-bekannt/
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 06:43:57 Do. 23.Dezember 2021
Infos der BAG Wohnungslosenhilfe e. V.
https://www.bagw.de/de/presse.html
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Kuddel am 10:08:31 So. 30.Januar 2022
Zitat
Armut in Köln
Sozialistische Selbsthilfe fordert Einzelunterkünfte für Obdachlose


Die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) ruft die Stadt erneut dazu auf, in Köln obdachlose Menschen in separaten Einzelunterkünften unterzubringen. Nötig seien Unterkünfte, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen und bestimmte Mindestgrößen aufweisen. Die Stadt hingegen komme trotz Beschlüssen der Politik und einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster ihren Verpflichtungen nicht nach.
https://www.ksta.de/koeln/armut-in-koeln-sozialistische-selbsthilfe-fordert-einzelunterkuenfte-fuer-obdachlose-39414290?cb=1643533329280&
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Onkel Tom am 18:02:28 So. 30.Januar 2022
Mist Paywall  :(

Hätte gern dazu mehr von meiner ehemaligen "Aktivisten-Schulbank" gelesen..

Viva SSK  :)
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: Frauenpower am 05:29:06 Sa. 05.Februar 2022
Ein Obdachloser hatte die Nacht in einer Mülltonne hinter dem Freibad oder dem Bahnhof in Bielefeld verbracht (Unterschlupf dort gesucht)  Und am nächsten  Morgen kam die Müllabfuhr. In letzter Minute wurde der Mann entdeckt.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/bayern/nuernberg-obdachloser-in-muellauto-gekippt-schwer-verletzt-art-425011

Man! Es braucht endlich Unterkünfte für Menschen ohne Obdach.Und zwar Einzelunterkünfte, da hinlänglich bekannt ist, dass Gemeinschaftsunterkünfte zusätzliche Probleme bringen - und weswegen diese auch oft gemieden werden. 
Titel: Re: Obdachlosigkeit
Beitrag von: counselor am 16:42:02 Mo. 09.Mai 2022
https://youtu.be/2HS0RNk4sjE