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Industrie & Handwerk & Agrar => Industrie und Handwerk bundesweit => Landwirtschaft und Agrarindustrie => Thema gestartet von: Kuddel am 20:52:29 Fr. 12.Februar 2010

Titel: Schönfärberei bei Agrarsubventionen
Beitrag von: Kuddel am 20:52:29 Fr. 12.Februar 2010
WWF kritisiert Subventionspläne von Ilse Aigner

Am Freitag trifft sich die Bundes- agrarministerin Ilse Aigner mit ihren Länderkollegen  in Berlin, um die Verteilung der EU-Agrarbeihilfen für die Zeit nach 2013 zu besprechen. Die Ministerin will am derzeitigen Verteilungssystem festhalten. Nach Einschätzung des WWF hat dieses jedoch vollständig versagt.

Die Diskussionsgrundlage für das Treffen bildet ein Vorschlag aus dem Hause Aigner, der das bisherige System der Direktzahlungen als ein bewährtes Modell für das Gemeinwohl umschreibt.  „Das aktuelle Direktzahlungssystem belohnt die Ausrottung von Arten, honoriert das Anheizen des Treibhauseffektes und fördert die Zerstörung von Weiden und Wiesen. Das kann wohl kaum im Interesse der Allgemeinheit sein. Deshalb ist Koppelung der Zahlungen an Umweltziele längst überfällig“, erklärt Matthias Meissner, Agrarreferent beim WWF Deutschland.

Fast 60 Milliarden  Euro sollen 2010 an die Bauern in Europa fließen. Davon ist nur ein Bruchteil für den Schutz natürlicher Ressourcen vorgesehen. Angeblich würden den europäischen Landwirten durch die hohen Umwelt- und Sozialstandards immense Mehrkosten entstehen. Diese liegen nach einer Studie des von-Thünen-Instituts, einer nachgelagerten Forschungsstelle des BMELV bei knapp 20 Euro pro Hektar. „Die Minister begründen Direktzahlungen von 200 – 300 Euro pro Hektar mit 20 Euro Mehrkosten. Das ist unseriös und wird  verhindern, dass die Gelder endlich zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen verwendet werden“, so Meissner.

Schützenhilfe erhalte Ilse Aigner von ihren Kollegen  unter anderem aus Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg. Statt konkrete Vorschläge für die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu machen, würden die Minister alles tun, um den derzeitigen Status Quo ohne Rücksicht auf Verluste zu erhalten. „Wieder einmal behält die Klientelpolitik Oberhand“, so Matthias Meissner. „Ein  krankes System nur mit neuer Farbe anzustreichen, anstatt es fundamental neu auszurichten, reicht bei weitem nicht. Die gesellschaftliche Akzeptanz für die finanzielle Förderung von Landwirten geht dabei weiter in den Keller.“ “

Der WWF fordert die Minister auf, Landwirte nur dann finanziell zu unterstützen, wenn sie aktiv den Schutz von Klima, Wasser und biologischer Vielfalt betreiben. Bei der aktuellen Finanzsituation sei alles andere pure Geldverschwendung.  Jeder Euro aus der „Gemeinsamen Agrarpolitik“  müsse zukunftsfähig in nachhaltige Landwirtschaft investiert werden, um langfristig die Produktion von Lebensmitteln in Europa und das wirtschaftliche Überleben der Landwirte zu sichern.

http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews (http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews)[tt_news]=8799&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=61bc54ba21
                               
     
Titel: Re: Schönfärberei bei Agrarsubventionen
Beitrag von: Kuddel am 09:12:10 Do. 22.Oktober 2020
Zitat
Konzerne bekommen EU Agrarsubventionen in Millionenhöhe

Gleich mehrere deutsche Konzerne haben in den letzten beiden Jahren Fördergelder von der EU bekommen. Aber nicht etwa für ihr eigentliches Geschäft, sondern für landwirtschaftliche Flächen. Darunter zum Beispiel RWE und eine ALDI-Stiftung.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/konzerne-bekommen-eu-agrarsubventionen-100.html

Was Andreas Scheuer für die Verkehrspolitik ist, ist Julia Klöckner für die Landwirtschaft: Wirtschaftshörig und korrupt.

Zitat
Frau Klöckner fährt die Chance an die Wand

Frau Klöckner fährt die Chance an die Wand, endlich eine naturverträgliche und auskömmliche Landwirtschaft zu erreichen. Sie verhindert im Agrarrat etwa die von der EU vorgeschlagene Halbierung  des Pestizideinsatzes und will nicht einmal mehr das mit dem Umweltministerium vereinbarte Insektenschutzprogramm umsetzen. (...) Ihre Antwort auf die Krise von Landwirtschaft und Natur ist: "Weiter-so". Damit manövriert sie Landwirtschaft mit Vollgas weiter in die Sackgasse.  Das ist Lobbypolitik für Chemiekonzerne - ohne Rücksicht auf Verluste für Bauern und Umwelt. (...)
https://www.agrar-presseportal.de/nachrichten/frau-kloeckner-faehrt-die-chance-an-die-wand_article29298.html
Titel: Re: Schönfärberei bei Agrarsubventionen
Beitrag von: BGS am 20:02:14 Do. 22.Oktober 2020
Ein Skandal und schlicht wider jeglichen gesunden Menschenverstand, wie hier agiert wird!

MfG

BGS
Titel: Re: Schönfärberei bei Agrarsubventionen
Beitrag von: Fritz Linow am 13:24:14 Mi. 02.Dezember 2020
Hier kann man nachschauen, wohin die Agrarsubventionen so fließen:
https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

Der Milliardär Günther Fielmann bekam zum Beispiel letztes Jahr über 600.000 Euro in den Arsch geblasen.