Autor Thema: Strahlende Zukunft  (Gelesen 383790 mal)

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #690 am: 11:50:10 Do. 22.August 2019 »
Zitat
Notfallprävention
190 Millionen Jod-Tabletten zum Schutz gegen Radioaktivität

Deutschland stockt seinen Vorrat an Jod-Tabletten auf, um die Bevölkerung im Fall einer Reaktorkatastrophe besser schützen zu können.
https://www.deutschlandfunk.de/notfallpraevention-190-millionen-jod-tabletten-zum-schutz.2932.de.html?drn:news_id=1041004

Ufff. Jetzt fühl ich mich wieder richtig sicher!

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #691 am: 11:36:46 Mo. 02.November 2020 »
Zitat
Japan will Wasser aus Fukushima-Ruine ins Meer leiten

Fischer und Anwohner in Fukushima lehnen eine solche Maßnahme jedoch ab. Der Chef eines Fischereiverbandes drückte diese Woche bei einem Treffen mit einem Regierungssprecher seinen Widerstand gegen ein Ableiten des Wassers aus der Atomruine Fukushima ins Meer aus.

Auch Südkorea, dass gegenwärtig Importe von Meeresfrüchten aus der Region verbietet, hat sich wiederholt besorgt über die Folgen für die Umwelt geäußert. Der neue Regierungschef Yoshihide Suga sagte, er wolle "so bald wie möglich" eine Entscheidung zu der Wasser-Problematik treffen.
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_88760306/japan-will-wasser-aus-fukushima-ruine-ins-meer-leiten.html

Zitat
Castortransport
Hochradioaktiver deutscher Atommüll erreicht Niedersachsen

Es ist der erste Castortransport seit neun Jahren: Sechs Behälter aus dem britischen Sellafield sind im Hafen Nordenham angekommen. Sie sollen nach Hessen.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-11/castor-transport-atmmuell-niedersachsen-nordenham-polizei-grosseinsatz-schiff

Troll

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #692 am: 12:52:03 Sa. 20.März 2021 »
Atommüll: Kein Endlager in Sicht!

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Troll

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #693 am: 13:05:38 Di. 13.April 2021 »
Zitat
AKW Fukushima: Tritium-Wasser wird ins Meer abgelassen

Die japanische Regierung hat entschieden, dass gut eine Million Kubikmeter radioaktiv belastetes Wasser in den Pazifik gelassen wird. Nun hagelt es Kritik.

1,23 Millionen Kubikmeter Wasser, das im Zusammenhang mit dem Super-GAU von Fukushima Daiichi vor zehn Jahren verstrahlt wurde und in Tanks gelagert wird, sollen ins Meer abgelassen werden. Das hat die japanische Regierung nun entschieden und bekannt gegeben. Die Arbeiten zum Ablassen des mit Tritium belasteten Kühlwassers soll in etwa zwei Jahren beginnen.
...

Quelle: heise
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Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #694 am: 18:39:46 So. 25.April 2021 »
Zitat
Aktivistin wählt Ersatzhaft
»Wir wollen vorführen, wie weit dieser Staat geht«
Lübeck: Atomkraftgegnerin tritt wegen Protesten von 2014 Ersatzhaftstrafe an. Ein Gespräch mit Hanna Poddig
https://www.jungewelt.de/artikel/401163.aktivistin-w%C3%A4hlt-ersatzhaft-wir-wollen-vorf%C3%BChren-wie-weit-dieser-staat-geht.html

Das ist verdammt mutig. Hut ab!

Es ist wohl so, daß man davon ausgehen muß, daß wenn man sich konsequent gegen Umweltzerstörung und für Soziale Gerechtigkeit einsetzt, man es irgendwann mit den Behörden und den staatlichen Repressionsorganen zu tun kriegt.

In den 60ern thematisierte die APO das auf zahlreichen Flugblättern, daß man sich Gedanken machen muß, wie man mit Polizei und Haftstrafen umgeht, als nichtvermeidbarer Teil des Kampfes. Diese Diskussion wurde lange Zeit nicht geführt.

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #695 am: 16:01:42 So. 09.Mai 2021 »
Zitat
Im Atomreaktor Tschernobyl steigt die Anzahl der Spaltungsreaktionen - Fachleute warnen vor neuen Unfällen.
https://www.fr.de/panorama/tschernobyl-ukraine-atomreaktor-kernschmelze-fukushima-japan-90528023.html

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #696 am: 10:34:15 Mi. 02.Juni 2021 »
Zitat
Stadtverordnete in Hofgeismar und Bad Karlshafen fordern Neubewertung der Entscheidungen
Zwei weitere Proteste gegen Atommülllager in Würgassen

Weiteren Gegenwind bekommt das geplante Atommüllzwischenlager in Würgassen aus gleich zwei Kommunen.
https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/hofgeismar-ort73038/zwei-weitere-proteste-gegen-atommuelllager-in-wuergassen-90783996.html

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #697 am: 09:15:35 So. 22.August 2021 »
 
Zitat
Bundesweite Proteste gegen Schacht Konrad an 13 Orten

Umweltverbände und Bürgerinitiativen haben am Sonnabend bundesweit gegen die geplante Inbetriebnahme des Atommülllagers Schacht Konrad in Salzgitter demonstriert.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Bundesweite-Proteste-gegen-Schacht-Konrad-an-13-Orten,aktuellbraunschweig7310.html

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #698 am: 10:39:50 Mo. 06.September 2021 »
Zitat
Umweltschützer fordern, dass das AKW Emsland abgeschaltet wird. Bei Revisionen wurden Rohrschäden entdeckt. Eine erneute Prüfung bleibt dennoch aus.
https://taz.de/Protest-gegen-AKW-Laufzeit/!5795268/

ManOfConstantSorrow

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #699 am: 11:52:32 Mo. 15.November 2021 »
Es ist widerlich, wie die Medien Atomkraft als klimaschonende Energiealternative pushen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #700 am: 09:41:33 Sa. 19.März 2022 »
Der prominente Umweltschützer und Chefredakteur von Lunapark21, Winfried Wolf, prophezeihte schon vor Jahren, daß man unter neuen Vorwänden die Atomkraft wieder aus der Mottenkiste ziehen wird. Erst führte man den Klimawandel an, jetzt den Ukrainekrieg.

Wir sollten uns daran erinnern, daß es sich dabei um die teuerste und gefährlichste Art der Energiegewinnung handelt. Uns wurde damals erzählt, es gäbe nur alle Paarmillionen Jahre die Chance für einen ernsten Atomunfall. Kinders, wat die Zeit vergeht! Ich erinnere bereits eine ganze Reihe solcher Unfälle in meiner Lebensspanne. Bei dem Unfall in Three Mile Island bei Harrisburg (USA) kam es zur partiellen Kernschmelze (50 % des Kerns) und Freisetzung von 90 TBq an radioaktiven Gasen. In der Atonalage (Wiederaufbereitungsanlage) im britschen Windscale waren die Störfälle so häufig, daß man den schelchten Ruf des Ortes unter den Teppich kehrte, indem den Ortsnamen in Sellafield umbenannte. Dann gab es Tschernobyl, dann Fukushima. Und nun wurde die Atomruine in Tschernobyl militärisch besetzt und das das größte AKW Europas in Mariupol geriet unter Grantenbeschuß.

Der langsame Ausstiegs aus der Atomkraft Deutschlands (und anderer Länder) passierte allein wegen des massiven Drucks der Bevölkerung. Unsere Medien reden die ganze Zeit einen Scheiß davon "die Franzosen" hätten kein Problem mit der Atomkraft. Dabei ist es so, daß die französische Regierung so einen gnadenlosen Atomkurs fährt, weil es eine eigenständige Atommacht bleiben möchte. AKWs sind das zivile Kind der militärischen Atomnutzung. Die zivile Atomkraft stellt Schlüsseltechniken und Schlüsselrohstoffe zum Bau von Atomwaffen zur Verfügung. Auf dem Gebiet ist die französiche Regierung zu keinen Zugeständnissen bereit. Aufgrund der starken Anti-AKW Bewegung in Westeuropa hat die Energiemafia das Problem nach Osteuropa outgesourct.
Ungarn: AKW Paks
Tschechien: AKW Temelín
Slowakei: Kernkraftwerk Mochovce
Polen: AKW Zarnowiec   
Slowenien: AKW Krsko
Bulgarien: AKW Kosloduj und Belene
Belarus: AKW bei Ostrowez
Ukraine: AKW Saporischschja
Ein Teil des Stroms landet im Westen.

Der Krieg, AKWs auf Kriegsgebiet, belegen zusätzliche, unkalkulierbare Gefahren. Ein weiteres Argument, sich von dieser Gewährlichen Energiegewinnung endgültig zu trennen? Im Gegenteil!

Zitat
Taxonomie
EU-Kommission stuft Atomkraft und Gas als klimafreundlich ein
https://www.wiwo.de/politik/europa/taxonomie-eu-kommission-stuft-atomkraft-und-gas-als-klimafreundlich-ein/28031564.html
Zitat
Der Ukraine-Krieg fördert die Atomkraft in Asien
Steigende Öl- und Gaspreise sorgen in Japan und Korea für eine gedankliche Renaissance der Atomkraft.
https://www.heise.de/hintergrund/Der-Ukraine-Krieg-foerdert-die-Atomkraft-in-Asien-und-bremst-sie-gleichzeitig-6581176.html
Zitat
Atomkraft   
Belgien will Atomausstieg um zehn Jahre verschieben   
https://www.kornwestheimer-zeitung.de/inhalt.atomkraft-belgien-will-atomausstieg-um-zehn-jahre-verschieben.bd1bc797-4957-48b4-9238-0263cd5a7ff2.html
Zitat
"Drei bis fünf Jahre": Söder für Verlängerung der Atomkraft
Bayerns Ministerpräsident Söder ist dafür, einige Kernkraftwerke in Deutschland drei bis fünf Jahre länger laufen zu lassen.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/drei-bis-fuenf-jahre-soeder-fuer-verlaengerung-der-atomkraft,SyurDqh
Zitat
Ausbau der Atomenergie
Tschechien startet Milliarden-Projekt für Energiesicherheit
 Jetzt wurde die Ausschreibung zu einem neuen Kraftwerk gestartet.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tschechien-setzt-auf-atomkraft-fuer-energiesicherheit-17889379.html
Zitat
Atomkraft
Habeck prüft Verlängerung der AKW-Laufzeiten – Betreiber winken ab
Zu den Aufgaben seines Wirtschaftsministeriums gehöre angesichts der Krisenlage auch, die Verlängerung von AKW-Laufzeiten zu prüfen, sagte Habeck.
https://www.heise.de/news/Atomkraft-Habeck-prueft-Verlaengerung-der-AKW-Laufzeiten-Betreiber-winken-ab-6527544.html
Zitat
Atomkraft
AKW-Betreiber offen für Gespräche über längere Laufzeiten
Bisher waren die deutschen AKW-Betreiber nicht bereit, die Laufzeiten ihrer Kraftwerke zu verlängern. Das hat sich angesichts des Ukraine-Kriegs geändert.
https://www.heise.de/news/Atomkraft-AKW-Betreiber-offen-fuer-Gespraeche-ueber-laengere-Laufzeiten-6531669.html
Zitat
Elon Musk mischt sich in die Debatte um einen deutschen Atomausstieg ein
In der Nacht zum Montag schrieb er auf Twitter: «Hoffentlich ist es jetzt absolut offenkundig, dass Europa heruntergefahrene Atomkraftwerke wieder in Betrieb nehmen und die Leistung der bestehenden Kraftwerke erhöhen muss.»
https://www.nzz.ch/international/atomkraft-elon-musk-mischt-sich-in-debatte-um-laufzeiten-ein-ld.1673250
Zitat
Kohle- und Atomkraft
Kretschmann offen für Laufzeitverlängerung
Nach Bundeswirtschaftsminister Habeck und Bayerns Ministerpräsident Söder spricht nun auch dessen baden-württembergischer Amtskollege Kretschmann von möglichen Laufzeitverlängerungen für eigentlich besiegelte Energieformen.
https://www.n-tv.de/politik/Kretschmann-offen-fuer-Laufzeitverlaengerung-article23179633.html
Zitat
Atomkraft: Laufzeit bis 2029 möglich
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hält eine Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland bis 2029 für möglich.
https://www.zeit.de/news/2022-03/15/atomkraft-laufzeit-bis-2029-moeglich

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #701 am: 09:56:17 Sa. 21.Mai 2022 »
Zitat
Die perfekte Ausgangslage für einen Atom-Blackout in Frankreich

Zu den sich ausweitenden Korrosionsproblemen kommt schon im Mai die erwartete Knappheit von Kühlwasser hinzu, was zeigt, dass sich Klimawandel und Atomkraft nicht vertragen
https://www.heise.de/tp/features/Die-perfekte-Ausgangslage-fuer-einen-Atom-Blackout-in-Frankreich-7102165.html

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #702 am: 10:26:53 Mo. 25.Juli 2022 »
Zitat
Atomkraft: Grünen-Politikerin Göring-Eckardt hält AKW-Streckbetrieb für denkbar

Die Bundestagsvizepräsidentin hält Atomkraft für sehr gefährlich. In der Not könne diese aber aushelfen. SPD-Chefin Saskia Esken zeigt sich "unideologisch".
https://www.heise.de/news/Atomkraft-Gruenen-Politikerin-Goering-Eckardt-haelt-AKW-Streckbetrieb-fuer-denkbar-7188829.html

Die stecken komplett "unideologisch" im Arsch der Wirtschaft.

dagobert

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #703 am: 08:11:04 Do. 28.Juli 2022 »
Zitat
Atomausstieg in Gefahr

(19.7.2022) In diesen Tagen kocht sie wieder hoch, die Debatte um die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Im Nachgang der Fukushima-Katastrophe 2011 hatten die Atomfans aus CDU/CSU und FDP den Atomausstieg noch mitgetragen, doch jetzt fordern sie einen mindestens zeitweisen „Ausstieg vom Ausstieg“.

Auffallend stark für eine Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs sind dabei einige bekannten Bremser der Energiewende, unter anderem der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Der Grund: Durch die anhaltende Blockade des Ausbaus der Wind-Energie ist Bayern besonders stark auf Energie-Importe und Atomstrom angewiesen.

Atomlobby im Aufwind?

Und sogar aus den Reihen der Grünen wird Kompromissbereitschaft beim Atomausstieg signalisiert: Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke wollen einen Weiterbetrieb über den Winter nicht mehr ausschließen und die Münchner Grünen fordern eine Prüfung des „Streckbetriebs“ (also die langsamere Verbrennung der bereits vorhandenen Brennstäbe) für den Reaktor Isar 2. Zwar wird dabei betont, dass es nur um eine Prüfung gehe, doch die Atom-Lobby jubelt, dass gerade die Grünen sich in dieser Frage bewegen. Denn die Zugeständnisse zeigen, dass Bewegung in eine Frage kommt, die lange als entschieden galt: Zweimal haben sich deutsche Bundesregierungen schon zum Atomausstieg durchgerungen und Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) hatte in der aktuellen Energie-Krise stets betont, dass ein Weiterbetrieb der AKWs nicht in Frage kommt. Jetzt wird über einen sogenannten „Streckbetrieb“ diskutiert, die Ampel-Partei FDP fordert einen Weiterbetrieb bis 2024 und manch Atom-Fan wird darauf spekulieren, dass die Debatte im Verlauf der Krise noch weiter geöffnet wird, sodass ein dauerhafter Weiterbetrieb möglich wird.

Atomkraft kann Erdgas nicht ersetzen

Atom-Lobby und Energiewende-Bremser:innen erwecken aktuell bewusst den Eindruck, das Atomkraft einen Großteil der Energieprobleme entschärfen könnte. Doch ist der Beitrag, den die verbleibenden drei AKWs in diesem Winter leisten können, vergleichsweise klein. Das hat vor allem zwei Gründe:

- Erdgas wird in Deutschland vor allem für das Heizen und die Industrie (Rohstoff und Prozesswärme) genutzt. Atomstrom kann diese Nutzungen nicht ersetzen.
- Ein Teil des Erdgases wird zwar zur Stromerzeugung genutzt, doch auch dieses Gas kann höchstens teilweise durch Atomstrom ersetzt werden, weil Atomkraftwerke sehr träge sind und im Gegensatz zu Gaskraftwerken kurzfristige Schwankungen im Strombedarf nicht ausgleichen können.

Übrigens: Aktuell stammen nur sechs Prozent des in Deutschland produzierten Stroms noch aus Atomkraft.

Sicherheitsrisiken durch Alterung gestiegen

Dem sehr kleinen Beitrag, den die Atomenergie zur Einsparung von russischem Gas leisten kann, stehen enorme Sicherheitsrisiken gegenüber. Keine Sicherheitsvorschrift kann den Super-GAU zuverlässig verhindern, das hat die Geschichte gezeigt. Dies gilt erst recht in den über 30 Jahre alten Reaktoren in Deutschland.

Besonders brisant: Die im Abstand von zehn Jahren vorgeschriebene Generalüberholung wurde in den verbliebenen AKWs das letzte Mal vor dreizehn Jahren durchgeführt und ist damit seit drei Jahren überfällig. Der Grund: 2019 ging man von einer baldigen Stilllegung der Kraftwerke aus.

Ein Beispiel für die mit der Alterung der Reaktoren einhergehenden Risiken zeigte sich 2017 am Beispiel des AKW Neckarwestheim: An den dünnwandigen Heizrohren, die den Dampf für die Turbinen des Kraftwerks erzeugen, war es zu so genannter Spannungsrisskorrosion gekommen. Dabei können die durch Korrosion geschwächten Rohre plötzlich Risse bekommen, das darin unter hohem Druck fließende radioaktive Wasser tritt aus und es kann in der Folge zu einem komplizierten Störfall kommen.

Die weiter in Betrieb befindlichen AKW Isar 2 und Emsland dürften ähnliche Probleme aufweisen, jedoch sahen Betreiber und Aufsichtsbehörden sich bisher nicht veranlasst, hier genauere Prüfungen durchzuführen (Wir berichteten).

Endlager-Suche und Kosten-Frage weiter völlig offen

Neben den Sicherheitsrisiken gehen in der aktuellen Debatte die weiter ungeklärte Frage nach einem sicheren Endlager sowie die hohen Kosten für den Weiterbetrieb weitgehend unter. Denn die Betreiber wollen jegliche Kosten - sei es für Genehmigungen oder Haftungsfälle -  auf den Staat abschieben, sollte es zu einer Laufzeitverlängerung kommen. Zumal mit einem Weiterbetrieb unter Einsatz neuer Brennstäbe auch der für die Energiekonzerne äußerst lukrative Atommüll-Deal unweigerlich wieder aufgemacht werden müsste. Nur wenn der Preis, den die Bundesregierung auf Kosten der Bevölkerung zu zahlen bereit ist, hoch genug ist, werden die Energiekonzerne sich auf die ökonomisch unsinnige Laufzeitverlängerung einlassen.

Atomdebatte führt in die Irre

Die Debatte über einen Weiterbetrieb der verbliebenen AKWs und die Neubeschaffung von Uran ist voll entbrannt, sogar über die Reaktivierung bereits stillgelegter Atom-Kraftwerke wird schon diskutiert. Das ist falsch, denn diese Kraftwerke stellen weiterhin ein unkalkulierbares Risiko dar.

Doch der Schaden, den diese Debatte verursacht, reicht weit über den Bereich der Atompolitik hinaus. Denn während über Streckbetrieb oder neue Brennelemente diskutiert werden, sind sozial brisante Fragen wie die Verteilung des knappen Gases während einer Mangellage in den Hintergrund geraten. Soziale Gerechtigkeit und eine beschleunigte Wärmewende müssen jetzt im Zentrum stehen und nicht der Weiterbetrieb veralteter Reaktoren.
http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2022/atom/atomausstieg-in-gefahr.html
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

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Re: Strahlende Zukunft
« Antwort #704 am: 19:16:08 Sa. 06.August 2022 »
Ziemlich kaputt, die Energiepolitik weltweit.

Zitat
Umweltorganisationen entsetzt
Japan darf Fukushima-Abwasser ins Meer leiten


Nach langem Hin und Her bekommt Japan grünes Licht: Rund eine Million Tonnen Abwasser aus dem Fukushima-AKW dürfen über mehrere Jahre in den Pazifik entsorgt werden.
https://www.n-tv.de/panorama/Japan-darf-Fukushima-Abwasser-ins-Meer-leiten-article23482686.html

Zitat
Frankreich
Atomkraftwerke dürfen wärmeres Wasser als üblich in Flüsse leiten

In Frankreich dürfen wegen einer drohenden Energieknappheit fünf Atomkraftwerke bis Mitte September wärmeres Kühlwasser als üblich in die Flüsse zurückleiten.
https://www.deutschlandfunk.de/atomkraftwerke-duerfen-waermeres-wasser-als-ueblich-in-fluesse-leiten-102.html