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Wat Noch => Andere Themen => Medienkritik => Thema gestartet von: dagobert am 12:44:30 Sa. 31.Dezember 2016

Titel: Correctiv-Serie: Die Medien der neuen Rechten
Beitrag von: dagobert am 12:44:30 Sa. 31.Dezember 2016
Zitat
Futter für AfD-Wähler
CORRECTIV-Serie über die Medien der Neuen Rechten: „Compact", „RT Deutsch“ und Co.


Vom ehemals linksextremen Jürgen Elsässer über den Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen bis zum deutschnationalen Stichwortgeber Götz Kubitschek: In einer siebenteiligen Serie stellt CORRECTIV die Medien der Neuen Rechten und ihre Bedeutung vor.
Im Internet findet heute jeder die Wahrheit, die er sucht. Gerade wenn es um heikle Themen wie Flüchtlinge, Russland oder den Islam geht, stehen sich immer häufiger komplett andere Weltbilder gegenüber. Längst stehen die von den Verächtern so genannten „Mainstream“-Medien, die „Lügenpresse“, unter einem Generalverdacht: Dass sie auslassen, lügen, manipulieren, sich vor den Karren anderer, mächtiger Interessen oder „Eliten“ spannen lassen, gesteuert werden vom US-Geheimdienst CIA, vom israelischen Geheimdienst Mossad oder den Freimaurern.

Die „Beweise“ dafür liefern ein paar wirkmächtige Medien, die sich weit außerhalb des gesellschaftlichen Konsens stellen. Für jede noch so krude Verschwörungstheorie findet sich heute irgendwo ein Artikel, der angebliche Beweise liefert, dazu gibt es vermeintliche „Experten“, die all das bestätigen.

Eine Analyse des Bayerischen Rundfunks (BR) ergibt im Dezember 2016: Pegida-Anhänger informieren sich kaum noch in den klassischen Medien. Sondern bei der „Jungen Freiheit“, bei „Compact“, bei „RT Deutsch“.

In dieser CORRECTIV-Serie stellen wir die einflussreichsten dieser rechten Medien vor. Einige von ihnen, wie KenFM, das Magazin „Compact“, RT Deutsch und der Kopp-Verlag geben vor, den klassischen Konflikt zwischen Rechts und Links aufzuheben. Stattdessen gebe es nun ein „Oben gegen Unten“, kämpfe „das Volk gegen die Eliten“. Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, das Theoriemagazin „Sezession“ und der Blog „PI-News“ hingegen positionieren sich klar rechts, irgendwo jenseits der CDU. Für sie verkörpert die AfD die Hoffnung, ihrer Weltsicht endlich Gehör zu verschaffen. Wobei die Grenzen zwischen rechtskonservativ und rechtsextrem fließend sind.

Wir haben sieben Medien ausgewählt – und müssen alle anderen rechts liegen lassen. Etwa die „Blaue Narzisse“, ein Magazin für „Jugend, Identität und Kultur“, oder „Tichys Einblick“ , ein von Roland Tichy gegründetes (Web-)Magazin, in dem der langjährige Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ die angebliche „Manipulation“ durch die etablierten Medien beklagt. Daneben gibt es noch die rechtsliberale Zeitschrift „eigentümlich frei“,  die Internetportale „Epoch Times“, „Sputnik Deutschland“ und die „Deutsche Wirtschaftsnachrichten“. Die Szene ist mittlerweile riesig. Und alle diese Medien werden im kommenden Jahr im NRW-Landtagswahlkampf und im Bundestagswahlkampf vermutlich eine wichtige Rolle spielen. Wer die wichtigsten Akteure kennt, weiß auch ihre Botschaften besser einzuschätzen.
https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/27/medien-editorial/

Titel: Re:Correctiv-Serie: Die Medien der neuen Rechten
Beitrag von: Kuddel am 18:38:42 So. 17.Dezember 2017
Zitat
Die Amerika-Connection der Neuen Rechten
Die Website "Journalistenwatch" mausert sich zu einer einflussreichen Plattform der Neuen Rechten. Finanziert wird sie auch aus den USA.


Die Website, die sich "Portal für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit" nennt, wurde 2012 gegründet. Damals jubelte die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit über ein "Bild-Blog von rechts". Inzwischen lesen nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Menschen im Monat Journalistenwatch, belegt sind die Zahlen nicht. Die Plattform hat sich am rechtsäußeren Rand des Internets etabliert, im Dunstkreis der AfD, irgendwo zwischen Epoch Times, Unzensuriert.at und Politically Incorrect.
http://www.zeit.de/kultur/2017-12/journalistenwatch-neue-rechte-finanzierung (http://www.zeit.de/kultur/2017-12/journalistenwatch-neue-rechte-finanzierung)
Titel: Re:Correctiv-Serie: Die Medien der neuen Rechten
Beitrag von: Kuddel am 11:39:30 Di. 19.Dezember 2017
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Zuhause von rechtem Chefredakteur geoutet
Protest vor dem Wohnhaus von Jürgen Elsässer, das auch die Redaktion des «Compact»-Magazins beherbergen soll


(https://abload.de/img/168432csqpq.jpg) (http://abload.de/image.php?img=168432csqpq.jpg)

Mit einem großen Pfeil haben Antifaschisten am Wochenende das mutmaßliche Haus des rechten Publizisten Jürgen Elsässer in Falkensee bekannt gemacht. Zum Outing zogen 50 Aktivisten vor ein Haus im Wohnviertel Waldheim. Bei der Aktion flogen auch Dutzende Papierflieger in den Garten eines Einfamilienhauses.

Rechte Ideen würden sich nicht «zufällig» verbreiten, das «Compact»-Magazin sei Kern eines «nationalistischen Online-Sumpfes», der ideologisch das vorbereite, was später in Wahlerfolgen der AfD oder Hunderten rechten Übergriffen und Anschlägen «seinen Ausdruck» finde, begründet die Initiative «Stop Compact» ihre Aktion.

Das 2013 gegründete «Magazin für Souveränität» hat eine monatliche Druckauflage von 80 000 Exemplaren, präsentiert sich als Sprachrohr der AfD, berichtet viel über die Identitäre Bewegung und hat immer wieder Querfront-Bestrebungen «jenseits von rechts und links» unterstützt. Im Impressum wird eine Adresse im brandenburgischen Werder/Havel angegeben. Doch dort befindet sich nach Recherchen der Antifa nur der Verlagssitz. Das Haus in Falkensee sei Redaktionssitz und Wohnort des rechten Journalisten Jürgen Elsässer zugleich, erklärt Bündnissprecher Max Gutsch gegenüber «nd».

Schon vor einem Monat hatte die Initiative Anwohner mit Flugblättern auf ihren neuen Nachbarn aufmerksam gemacht. «Compact» und sein Chefredakteur haben demnach in den vergangenen Jahren «eine Radikalisierung durchgemacht, die bis zur Freilassungsforderung für NSU-Terroristin Beate Zschäpe reicht». Als Reaktion auf die Flugblätter habe es Schreiben von Anwohnern gegeben, die gefragt haben, wie sie sich engagieren könnten, so Gutsch. Auch am Sonntag schlossen sich laut «Stop Compact» Anwohner dem Protest an.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1073717.juergen-elsaesser-und-compact-zuhause-von-rechtem-chefredakteur-geoutet.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1073717.juergen-elsaesser-und-compact-zuhause-von-rechtem-chefredakteur-geoutet.html)

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=ae4YpDhZwIU#)


https://www.nocompact.de/ (https://www.nocompact.de/)

https://nocompact.wordpress.com/ (https://nocompact.wordpress.com/)
Titel: Re:Correctiv-Serie: Die Medien der neuen Rechten
Beitrag von: counselor am 21:20:22 So. 05.August 2018
Zitat
Die Verbindungen von „Compact“ zu Rechtspopulisten und Rechtsradikalen

Eine der obskursten Behauptungen, die die „Compact“-Redaktion immer wieder verteidigt: Ihr Magazin stehe politisch nicht weit rechts. Sie verlinkt in ihrer Selbstbeschreibung auf eine eigens dafür vorgesehene FAQ, in der die Redaktion versucht zu erklären, sie sei weder rechtspopulistisch noch rechtsradikal. Zuletzt empörte sie sich im Mai darüber, in die Sonderausstellung „Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“ des NS-Dokumentationszentrums München als Exponat aufgenommen worden zu sein. Geht es nach „Compact“, ist diese Verortung in der rechten Ecke eine bösartige Verleumdung.

Quelle: https://bildblog.de/100081/die-verbindungen-von-compact-zu-rechtspopulisten-und-rechtsradikalen/
Titel: Hinter dem Shitstorm: Strategie und Ziele der neuen Rechten im Netz
Beitrag von: Nikita am 22:03:13 Di. 06.April 2021
Hinter dem Shitstorm: Strategie und Ziele der neuen Rechten im Netz

Im Vortrag geht es um das ideologische und strategische Fundament hinter der Netzaktivität der neuen Rechten.

Im Vortrag geht es um das ideologische und strategische Fundament hinter der Netzaktivität der neuen Rechten. Hinter Shitstorms, Hassrede und Co. steckt mehr als reines Getrolle. Tatsächlich wird eine politische Strategie verfolgt, die letztlich zu handfesten politischen Veränderungen im Land führen soll. Das Wissen über diese Vorgehensweise hilft dabei, ihre Manifestationen im Netz zu erkennen und einzuordnen, sich nicht manipulieren zu lassen und im Bestfall die passenden Gegenimpulse setzen zu können.

Als Internetnutzer*innen kennt man die Phänomene, die seit Jahren im Rahmen der erstarkten neurechten Netzaktivität am laufenden Band produziert werden: Hassrede, Morddrohungen und Shitstorms werden oft eingeordnet als plumpe, unreflektierte Ausübung impulsiver Aggression, sind letztlich aber allesamt Manifestationen einer gemeinsam zu Grunde liegenden Strategie. Ihre Umsetzung soll mithilfe von Diskursdominanz Schritt für Schritt politische Verhältnisse im Land verändern. Um das zu verhindern, muss man die Grundlagen der Denkweise und Strategie der neuen Rechten verstehen. Dazu betrachten wir im Vortrag die Vordenker der neuen Rechten, ihr Verständnis von politischer Einflussnahme als Minderheit und ihre Sicht auf den digitalen Diskurs als Instrument zum Erlangen von politischer Gestaltungsmacht. Es steckt mehr dahinter, als reines Shitposting.

https://www.youtube.com/watch?v=XU-Zkr9NMWw
Titel: Re: Correctiv-Serie: Die Medien der neuen Rechten
Beitrag von: counselor am 03:19:35 Mi. 07.April 2021
Auf jeden Fall steckt da mehr dahinter. Ich kämpfe mich gerade durch das Buch "Die Rechte Mobilmachung - Wie Radikale Netzaktivisten Die Demokratie Angreifen"
https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?sts=t&cm_sp=SearchF-_-home-_-Results&kn=&an=&tn=Die+rechte+Mobilmachung&isbn=