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Industrie & Handwerk & Agrar => Leiharbeit, bzw. moderner Sklavenhandel => Thema gestartet von: admin am 01:34:30 Mi. 16.April 2003

Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 01:34:30 Mi. 16.April 2003
In Berlin fand eine Demo gegen Leiharbeit statt.
Folgendes Posting
Zitat
Original von A.Narcho

Randstad wurden die Schlösser mit Sekundenkleber verklebt!!! Hihi!!!
zeigt, daß es auch sehr praktische Aktionen gegen die Pest der Leiharbeitsfirmen gibt.

Es geht nicht um etwas theoretisches wie "gegen den Sozialabbau" oder "Kampf den Hartz-Plänen", hier geht es um kleine und große Schritte, die jedem Verleiher das Leben zur Hölle machen. Und jeder kann mitmachen!

(http://www.chefduzen.de/images/leiharbeit.jpg)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: joker am 16:24:44 Fr. 18.April 2003
War ziemlich genervt, als mein Verleiher mich in einen Industriebetrieb nach Flensburg geschickt hat. Das hieß jeden Tag in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und vor der Arbeit eine Std lang mit dämlich quatschenden Kollegen im Auto zu sitzen. Ich wollte das so schnell wie möglich beenden.

Hab die mir aufgetragenen Arbeiten langsam und schlecht ausgeführt. Meist war ich sowieso nicht zu finden, weil ich auf Scheißhaus immer ein Buch dabei hatte (weil ich zuhaus immer zu müde zum lesen bin). Es dauerte doch 3 Wochen bis der Betrieb in FL die Faxen dicke hatte, nun werd ich wieder in Kiel eingesetzt.

P.S. habe gehört, der Betrieb in Flensburg hatte einen Leiharbeiter, den man nach dem Stempeln nie gesehen hat. Nach einigen Tagen hat man ihn gefunden. Er hatte sich in einem Lager ein Bett aus Mineralwollematten gebaut und die Arbeitszeit durchgeschlafen.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 17:03:59 Di. 29.April 2003
Bei WTA-Teamarbeit wurde mit Schablone ans Tor gesprüht:
"Leiharbeit verbieten!"

Beim Versuch das runterzuschrubben haben sie den Lack bis zum blanken Metal runtergekriegt. Ob die wohl genervt sind?
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 14:23:39 Fr. 23.Mai 2003
Habe in einer älteren Ausgabe DA folgendes gefunden:

Zitat
Original von Direkte Aktion

Naheliegender scheint da aber eher der Wunsch zu sein, noch mehr Stammbelegschafter/innen gegen billigere Zeitarbeiter/innen austauschen zu wollen, wie zum Beispiel derzeit bei DaimlerChrysler: Mitte November 2000 kam es hier zu Protesten seitens der DaimlerChrysler- Belegschaft in Sindelfingen (12.000 Demonstrierende), nachdem Pläne der Konzernleitung publik wurden, Beschäftigungsverhältnisse flexibilisieren zu wollen, um Kosten zu sparen.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Freddy Krüger am 20:05:14 Mi. 18.Juni 2003
Aus dem Panasonic STREIKFORUM:

Zitat
Original von Ex- Hagenuk-Maschinenführer

-       14.06.2003 16:02
Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Streikaktion, ich hätte beinahe bei Euch als PSA by Manpower- Zeitarbeiter am Montag anfangen sollen.
Konnte das gerade noch abbiegen, da mein Arbeitslosengeld gerade noch über dem Zeitarbeitslohn liegt....
Vielleicht hilft's Euch.
Ich hätte mir nur schwer vorstellen können als IGM- Mitglied bei Euch als Streikbrecher durch's Tor marschieren zu müssen


"...da mein Arbeitslosengeld gerade noch über dem Zeitarbeitslohn liegt..."
soviel zur Lohnhöhe eine Leiarbeiters!

"Ich hätte mir nur schwer vorstellen können als IGM- Mitglied bei Euch als Streikbrecher durch's Tor marschieren zu müssen"
Es scheint nicht jedem bekannt zu sein: Ein Zeitarbeiter darf nicht zum Einsatz als Streikbrecher eingesetzt werden. Weigert man sich in einem solchen Fall dürfen einem keine Nachteile widerfahren! Ansonsten: Ab zum Arbeitsgericht!!!
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:07:01 Mi. 08.Oktober 2003
Aktionen gegen Leiharbeit:

"Der goldene Geldsack" wird verliehen für hervorragende Leistungen zur Innovation des Arbeitsmarktes, damit die deutsche Wirtschaft das vorhandene Menschenmaterial noch effizienter zum Wohle des deutschen Kapitals einsetzen kann. Diesjähriger Preisträger ist die Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ). Die IGZ erhielt den Preis stellvertretend für die Zeitarbeitsbranche, die mit dafür verantwortlich ist, dass feste Arbeitsplätze abgebaut und durch unsichere, schlechter bezahlte Beschäftigungsverhältnisse ersetzt werden.


Der Preis wurde am 30. September in Münster verliehen. Wir dokumentieren im Folgenden die Laudatio von der Preisverleihung:




 
Zitat
Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte Sie herzlich begrüßen zur erstmaligen Verleihung des Preises "Der goldene Geldsack", mit dem hervorragende Leistungen innovativer Arbeitsmarktpolitik ausgezeichnet werden. Der diesjähriger Preisträger ist die "Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen" IGZ, in deren Räumen wir heute freundlicherweise zu Gast sein dürfen. Stellvertretend für unseren Preisträger und alle seine Mitglieder wird nun der Bundesgeschäftsführer Herr Werner Stolz den goldenen Geldsack 2003 entgegennehmen. Ich beglückwünsche Sie zu diesem mutigen Schritt.

 Zur Urteilsbegründung:

In Zeiten schwindender Wachstumsraten und schwindelerregend steigender Belastungen der Unternehmen durch Lohn- und Lohnnebenkosten verschwinden viele Millionen Arbeitsplätze im Nichts. Kaum ein Unternehmen konnte noch die Bürde tragen, alternde Arbeitskräfte mit endlosen Kündigungsfristen und steigenden Tariflöhnen zu beschäftigen.

Zeitarbeit wurde das Zauberwort: Junge, flexible Menschen, kurze Beschäftigungsdauer und auf Bestellung gleich vor Ort und zu jeder Arbeit bereit. Hunderttausende neue Stellen entstanden und gaben manchem sinnlos gewordenen Menschenleben neue Perspektiven. Mit zeitgemäß schlanken Arbeitsverträgen machte auch dem Unternehmer sein Betrieb wieder Spaß.

Die Firmen der Zeitarbeitsbranche überzeugten also nicht nur mit einer tollen Geschäftsidee, sondern auch durch ihre caritative Einstellung, endlich jedem wieder eine Chance zu geben, und nicht zuletzt durch ihre zutiefst christliche Gesinnung: Die bis dahin völlig arbeitslosen Tarifkommissionen des Christlichen Gewerkschaftsbundes erblühten zu neuem Leben. Manch einer rieb sich angesichts der Stundenlöhne verwundert die Augen: Hat da jemand irgendwo eine Ziffer vergessen? Nein, endlich kann man seine Lohnkosten wieder an einer Hand abzählen.

 Die Dankbarkeit der Millionen Verzweifelten kannte keine Glaubensgrenzen, und auch der DGB konnte der neuen Qualität christlichen Handelns nicht wiederstehen. Doch eine viel größere Ehrung als durch einen kümmerlichen Geldsack wurde den Pionieren des neuen Arbeitens durch Bundeskanzler Schröder und den Käsehersteller Hartz zuteil: Die erfolgreichsten Arbeitsbeschaffer dürfen sich nun PersonalServiceAgenturen nennen und sich der edlen Aufgabe widmen, die Arbeitsämter von den Schwervermittelbaren und Drückebergern zu entlasten, die sonst keiner haben will. Einmal durch Sozialhilfeentzug zu neuer Aktivität ermutigt, werden auch sie der Faszination des neuen Arbeitens erliegen.

Für fünf Euro pro Stunde von einem Betrieb in den nächsten gescheucht, werden sie die Wirtschaft kräftig ankurbeln und die letzten überbezahlten Dauerarbeitsplatzbesetzer von ihren Fressnäpfen verjagen. Wer hätte das gedacht, dass sich in einer sozialdemokratisch regierten Wohlfahrtsrepublik so viel bewegen kann?

Vielen Dank.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 22:50:04 Do. 04.Dezember 2003
Lohndumping vorerst ohne Strafe. Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Zeitarbeitsfirmen ein. "Der Versuch der Gewerkschaftlichen Arbeitsloseninitiative Darmstadt (GALIDA), mit Hilfe der Staatsanwaltschaft Darmstadt Lohndumping bei Zeitarbeitsfirmen zu unterbinden, ist vorerst gescheitert. Die GALIDA hatte gegen zwei Darmstädter Zeitarbeitsfirmen wegen extrem niedriger Löhne - sog. Lohnwucher Strafanzeige erstattet. In einem Schreiben teilt die Staatsanwaltschaft nun mit, dass sie die Ermittlungen nicht weiterführen wird. Grund hierfür ist der Umstand, dass aus Sicht der Staatsanwaltschaft kein konkreter Fall, also ein aktives Arbeitsverhältnis in einer der beklagten Firmen, sondern nur ein Stellenvorschlag des Arbeitsamtes Darmstadt der Anzeige zu Grunde lag...."
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Ex-Leihsklave am 03:02:19 So. 07.Dezember 2003
Ich weiss nur eins - es kommen harte Zeiten auf uns zu!
In den nächsten Jahren ist Schluss mit Lustig in Deutschland!

daher vielleicht mal an Umschulung oder Weiterbildung denken :wink:
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:57:09 So. 28.Dezember 2003
Zitat
Original von Ex-Leihsklave

 vielleicht mal an Umschulung oder Weiterbildung denken :wink:

Du hast wohl recht, jeder muß sich ernste Gedanken machen, wie man in Zukunft klarkommen soll. Aber selbst nach einer Umschulung werden einem keine goldenen Zeiten entgegenwinken, denn:

Zitat
Original von Ex-Leihsklave

Ich weiss nur eins - es kommen harte Zeiten auf uns zu!
In den nächsten Jahren ist Schluss mit Lustig in Deutschland.


Und dagegen wird man mit Privatlösungen nicht gegenan kommen. Nur neidisch nach Frankreich blicken nützt auch nix. Auch Massenproteste haben einmal klein angefangen und der erste Schritt dazu muß erstmal getan werden. Ich empfehle: einfach mal zum monatlichen Chefduzen-Stammtisch in den Irish Pub kommen!

Cheers!
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 14:50:42 Do. 22.Januar 2004
am freitag, 23.01., 18.00 h gibts ein vorbereitungstreffen für eine aktion zu
bzw. gegen leiharbeitsfirmen, alte meierei, im cafe, hornheimerweg 2 (kiel)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 21:42:15 Mo. 23.Februar 2004
Sollte es denn wahr sein, daß die Sklavenhändlerbranche (jedenfalls der Teilbereich PSA) nicht von ihren Gegenern und den Betroffenen den Todesstoß erhält, sondern, daß sie sich ihr eigenes Grab schaufelt mit unvorstellbarer Korruption und maßloser Geldgier?

KN-online berichtet jedenfalls:
Zitat
Hundt sieht Personalservice-Agenturen vor dem Aus
Berlin (dpa) - Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die derzeitige Konstruktion der Personal-Service-Agenturen (PSA) für gescheitert erklärt.

Hundt sagte der "Welt am Sonntag" mit Blick auf die Pleite des Arbeitsvermittlers Maatwerk: "Die derzeitige Konstruktion der PSA ist gescheitert. Anstatt das Know-how erfahrener Zeitarbeitsunternehmen vor Ort zu nutzen, würden oftmals Unternehmen beauftragt, denen Erfahrung und Marktkenntnisse fehlen", kritisierte er.

Der Vorschlag, gemeinnützige Träger wie die Caritas einzubeziehen, gehe daher in die völlig falsche Richtung. Die Bundesregierung müsse die wettbewerbsverzerrende Konkurrenz der hoch subventionierten PSA gegenüber gewerblichen Zeitarbeitsunternehmen schnellstens beenden, so Hundt. Dazu müsse das Ausschreibungsverfahren abgeschafft werden.

dpa/ecoline vom 22.02.2004
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 00:54:52 Sa. 28.Februar 2004
Tag der ZeitarbeitsgegnerInnen
am do, 4.03. 04
um 16.00h
Treffpunkt Kiel vor der Pumpe( Haßstr.2)
Kundgebung & Aktionen mit Infos, Darbietungen, Kaffee...
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: am 18:19:12 Sa. 28.Februar 2004
Zitat
Original von (Ton, Steine, Scherben 1971)

Sklavenhändler
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!

Ich verkauf dir meine Hände, ich verkauf dir meinen Kopf.
Ich versprech dir, nicht viel zu denken, und ich schau dir nicht in deinen Topf.
Für mich bist du der Engel, der uns Armen Arbeit gibt.
Ohne dich wär ich verhungert, ich bin froh, daß es dich gibt.

Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, geh zum Telefon.
Hörst du nicht, es klingelt schon.

Und wenn ich sieben fuffzich verdiene, geb ich dir drei fuffzich ab.
Ich brauch nur was zu essen und vielleicht ein bißchen Schnaps.
Ich brauch überhaupt nicht viel Geld, denn ich bin ein schlechter Mensch.
Ich hab mein ganzes Leben nichts gelernt, außer daß man besser die Fresse hält.

Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!

Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:20:56 So. 18.April 2004
Es gibt immerwieder Aktionen gegen Sklavenhändler. Es muß darüber mehr informiert werden! Und es kann nicht genug davon geben!

Ein besonderer Skandal ist jedoch, daß der DGB sich nicht nur weigert gegen die Schweinebranche vorzugehen, er beteiligt sich sogar aktiv an diesem Dreck.

Zitat
Original von Direkte Aktion

Ein dutzend Mitglieder der FAU Frankfurt besuchte im Rahmen der 'Aktionstage gegen Sozialabbau' eine Filiale der DGB eigenen Personal Service Agentur 'Inab'.


Den vollständigen Bericht gibt es unter: http://www.fau.org/artikel/art_040403-122540
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: backup am 17:15:42 So. 05.Dezember 2004
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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 453

 Verfasst am: 11.10.04 um 17:24    Titel:    

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Hier was internationales zum Thema:



11.10.04 - Gewerkschafter demonstrieren in Seoul für mehr Rechte für Zeitarbeiter

8.000 Gewerkschafter demonstrierten gestern in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gegen die Absicht der Regierung, das Arbeitsrecht zu verschlechtern. Die Änderungen führten zu noch mehr ungesicherten Arbeitsverhältnissen. Schon bisher arbeiten 49 Prozent aller Erwerbstätigen in Südkorea unter solchen Bedingungen mit Niedriglöhnen und ohne Kündigungsschutz.
 

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
 
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mickcologne



Anmeldungsdatum: 11.10.2004
Beiträge: 1
Wohnort: Köln
 Verfasst am: 11.10.04 um 19:58    Titel: Leiharbeit=?  

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Hi Leute,
ich wusste gar nicht das es so ein gutes forum gegen leiharbeit gibt.
ich habe bis vor kurzem auch für diverse leihfirmen gearbeitet.
Deshalb war ich froh das ich jetzt einen job direkt bei einer firma bekam.
Leute lasst euch nicht mit hungerlohn abspeissen und mit irgendwelchen niederen arbeiten.
Eine Leiharbeitsfirma in NRW wollte mir 7 Euro pro Std in einem Call-Center anbietem als ich mich dann direkt vorstellte da ich die adresse rausbekam hatte ich gesagt bekommen das man 9 Euro pro Std. verdient.
Ihr wisst ja nicht was ne Zeitarbeitsfirma verdient.
Deshalb direkt bei den firmen bewerben.
 
 
 
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aian19



Anmeldungsdatum: 27.03.2004
Beiträge: 355
Wohnort: Fishtown
 Verfasst am: 12.10.04 um 01:01    Titel:    

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Zitat:
Ihr wisst ja nicht was ne Zeitarbeitsfirma verdient.

Doch, weiß ich...
Zitat:
Deshalb direkt bei den firmen bewerben.
 

Wird wenig bringen ! Das hat schon seinen Grund, warum die sich Leiharbeiter holen und nicht direkt Leute einstellen...
   
 

_________________
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"
-- Etwas ist faul im Staate D.--
 
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BlackJaguar



Anmeldungsdatum: 26.10.2004
Beiträge: 9
Wohnort: Lübeck
 Verfasst am: 27.10.04 um 21:19    Titel: Flexibilität und Wirtschaftlichkeit durch Zeitarbeit  

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Um so höher der Lohn/Gehalt der eigenen Mitarbeiter um so eher lohnt sich Zeitarbeit, auf jeden gezahlten Stundenlohn kommen 70-100 % Lohn Nebenkosten (direkte und indirekte NK) hinzu. Wenn also der eigene Mitarbeiter 9 €/Std. bekommt, zahlt er zwischen 16-18 €. Bei der Zeitarbeitsfirma zahlt er ca. 16 €, hat aber nicht den Streß und kann auch kurzfristig bei Auftragseinbruch reagieren.
Die Zeitarbeitsfirmen selber zahlen für ein CCA zwischen 7,25-7,95 €/Std. oder weniger und kalkulieren mit einer 110-120 % Aufschlagskalkulation. Damit müßen dann Verwaltungskosten, Personalnebenkosten und natürlich auch der Gewinn mit abgedeckt sein.
Der Wettbewerb ist sehr hart umkämpft, daher kommen die Zeitarbeitsfirmen auch auf die "komischsten" Ideen um zumindestens unproduktive Zeiten ihrer externen Mitarbeiter zu "umgehen".
Aber davon steht ja im Forum schon genug. Auch nütliche Tips um sich dagegen zu wehren, bzw. esgarnicht erst dazu kommen zu lassen
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 14:35:23 Fr. 14.Januar 2005
medial
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 14:50:16 Fr. 14.Januar 2005
Medial :baby:
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 22:31:12 Di. 15.Februar 2005
medial :baby:
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: aian19 am 02:01:16 Mo. 21.Februar 2005
Danke für den Beitrag !

Und genauso ist das in der Praxis auch zu erwarten.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 14:47:47 Di. 22.Februar 2005
medial ?( ?( ?(
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 12:27:58 Do. 03.März 2005
Hi,

endlich mal eine erfreuliche Nachricht.
Besagter Firma wurde die Lizenz vom Landesarbeitsamt entzogen.
Es gibt also doch noch Rechte für Arbeitnehmer.Es ist ein Ansporn weiter zu machen, den es hat doch Sinn wenn man Geduld hat.Hat zwar 6 Monate gedauert, aber es war es wert.Den größten Teil meiner Ex-Mitarbeiter habe ich auch schon wieder gut untergebracht, weil das war mir von Anfang an schon wichtig das nicht die Schaden nehmen die am wenigsten dafür können.Habe schon die nächste Firma im Visier und denke das es nicht mehr so lange dauert.Den Markt bereinigen nenne ich das mal.

In diesen Sinne

Medial
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 00:28:57 Fr. 11.März 2005
Sehr geehrter Herr Meyer,

herzlichen Dank für Ihre Mail an Frontal21. Leider weiß ich nicht, auf welchen Fall Sie genau anspielen. Schlagen Sie das Thema Zeitarbeit allgemein als Thema vor? Oder spielen Sie auf einen konkreten Fall an?

Über genauere Angaben an mu.frontal@zdf.de wuerde ich mich freuen.

Mit besten Grüßen aus Berlin

Redaktion Frontal21.


den rest schaue mal bei audi da steht alles.

medial
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:58:59 Do. 24.März 2005
Es entlädt sich die Wut auf die Sklavenhändler auf unterschiedlichste Art und Weise. Da ich gehört habe, daß es in München ein Reihe von Anschlägen auf Leiharbeitsunternehmen gegeben hat, habe ich mich ein wenig im Netz umgeschaut. Ich habe da  Folgendes (http://www.indynews.net/gegenrechts0/article/1135/1013/bbb6097a6c/) gefunden und auch einen älteren entsprechenden Bericht (http://de.indymedia.org//2003/05/50647.shtml) aus Berlin.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: klaus72 am 13:15:41 Do. 24.März 2005
Endlich geht es jetzt bei den unseriösen Zeitarbeitsfirmen an den Kragen !
Ich war früher beim Randstad in München beschäftigt. Ich hatte in der Zeit so niedrigen Lohn verdient, nicht mal die Miete vollständig zahlen konnte.( ca. 780,- Euro netto bei insges. 168 h im Monat) .Die Firma Randstad gehört aufgelöst ! Adecco, Personaservice und Co. ebenso !
Bin sehr froh, dass  Chefduzen gibt !
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: patrick am 20:03:35 Do. 21.April 2005
ja so ist es...

aber wie kann man zeitarbeitsfirmen bremsen oder besser noch dem boden gleich machen?


Gruß ans Chefduzen Team... super Forum


mfg
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 19:31:00 So. 09.Oktober 2005
Protest gegen Diakonie
Friedehorst-Mitarbeiter demonstrieren heute gegen Leiharbeitsfirma und Einkommensverluste bis zu 30 Prozent. Ver.di: Friedehorst begeht Tarifflucht

Bremen epd  Die Gewerkschaft ver.di hat zu einer Demonstration gegen die Leiharbeitsfirma "parat" der diakonischen "Stiftung Friedehorst" aufgerufen. Anlass der Aktion an diesem Sonnabend sei die neue Praxis von Friedehorst, befristet Beschäftigte nur noch bei "parat" einzustellen, sagte gestern Gewerkschaftssekretär Uwe Schmid. Ein Anschlussvertrag bei der Leiharbeitsfirma könne Einkommensverluste von bis zu 30 Prozent für die gleiche Tätigkeit bedeuten. Damit würden die geltenden Arbeitsvertrags-Richtlinien bewusst umgangen.

Die Demonstration soll um 10 Uhr am Bahnhof Vegesack starten und mit einer Kundgebung auf dem Sedanplatz enden. ver.di hatte Friedehorst erst kürzlich im Zusammenhang mit "parat" Tarifflucht vorgeworfen.

Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer verteidigte die "parat"-Gründung. Das Unternehmen stehe unter erheblichem Kostendruck und müsse zwischen Entlassungen und niedrigeren Tariflöhnen wählen. Zudem zahle "parat" den mit ver.di vereinbarten Tarif für Zeitarbeitsfirmen. Friedehorst ist nach eigenen Angaben das größte diakonische Unternehmen in Bremen: 1.300 Beschäftigte sorgen in Pflege, Betreuung und Rehabilitation für 2.500 Menschen.

taz Bremen Nr. 7788 vom 8.10.2005, Seite 25,
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Leihkeule am 01:10:41 Di. 11.Oktober 2005
Zitat
Original von patrick
ja so ist es...

aber wie kann man zeitarbeitsfirmen bremsen oder besser noch dem boden gleich machen?


Gruß ans Chefduzen Team... super Forum


mfg

tja! mit herkömlichen mitteln hat unser eins keine möglichkeiten!

muss man eben zu wirksameren miteln greifen!  8)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: pagix am 10:17:02 Do. 17.November 2005
Zitat
Original von suicides
Also hier in Nrw ist jetzt der ganze Server der Agentur mit Zeitarbeitsfirmen zugepflastert.
Annonyme Terroranrufe der Zeitfirmen.........................

Nicht nur in NRW, HH genauso....und noch schlimmer ist, das man anhand der Firmennamen kaum erkennen kann das es sich um Sklavenbetriebe handelt.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:01:16 So. 25.Dezember 2005
Südkorea, 1.12.05    

Streik gegen Zeitarbeit

Gegen ein geplantes Gesetz zur Regelung von Zeitarbeit haben sich 20 000 (Regierung) bis 60 000 (Gewerkschaftsangaben) an einem landesweiten Streik beteiligt. Aufgerufen hatte der KCTU; allerdings beteiligten sich seine großen Mitgliedsgewerkschaften bei Hyundai und Kia nicht. Der FKTU, die andere Dachorganisation, ist inzwischen eher für das Gesetz. Bei einer Demo von etwa 10 000 in Seoul kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, wobei 10 Demonstranten verletzt und 3 Polizeiautos beschädigt wurden. Später vereinigte sich die Demo mit 4000 Bauern, die den Tod eines Bauern betrauerten, der bei einer Demo am 15.11. (gegen billige Reisimporte) zusammengeschlagen worden war.

(aus : Asien Aktuell)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:18:54 Di. 07.März 2006
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Einsatz von Zeitarbeitern und Teilzeitbeschäftigten. Die Gewerkschaft will verhindern, dass dies immer mehr auf Kosten der Vollzeitbeschäftigung ausgebaut wird.

Seit Sonntag streiken rund 11.000 Busfahrer in Finnland. Mindestens 40 Prozent des Busverkehrs des Landes ist dadurch lahm gelegt. Betroffen ist auch die Abfallwirtschaft, weil die Fahrer der LKWs streiken.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:20:30 Di. 21.März 2006
Ja, im ernst! Kleine Initiativen bringen mehr als das ganze pseudoradikale Gequatsche.
Es bringt mehr selbst einen Betriebsrat mit Gewerkschaft und dem ganzen pipapo zu gründen, als nur zu reden, wie übel das alles ist. Natürlich taugen unsere Gewerkschften nix. Die haben die Schweinereien wie (u.a.) Leiharbeit widerstandslos hingenommen. Aber immerhin könnte man mit einem BR dem Laden höhere Kosten verursachen und zumindest minimale Verbesserungen für die Belegschaft durchsetzen.

Es macht aber auch Sinn sich unabhängig zu treffen und zu versuchen etwas zu organisieren, Flugblätter erstellen und die Problematik zum öffentlich diskutierten Thema zu machen, macht auch Sinn ohne daß es gleich zu erfolgreichen Aktionen führt.

In Frankreich haben die Gewerkschaften einen Generalstreik angekündigt. Die Französischen Gewerkschaften sind aber auch nicht viel toller, als die unseren. Vor gut einer Woche haben sie öffentlich den Kampf gegen die Arbeitsmarktreform für verloren erklärt. Nach den Studenten haben sich die Schüler radikalisiert und eine Massenbewegung losgetreten. Nun haben die Gewerkschaften Angst, daß ihnen die Basis wegläuft und versuchen sich wieder an die Spitze zu stellen.

Das soll man aber erstmal hinkriegen. Da hat es viel Vorarbeit gegeben, viel undankbares Zeugs. Wenn man nicht bereit ist etwas in der Richtung auch praktisch zu beginnen, dann bleibt nicht mehr als weiterhin zu jammern neidisch nach Frankreich zu schauen...
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:42:14 Sa. 22.April 2006
In die Rubrik "Globalisiert" habe ich ein paar internationale Meldungen (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=5373) zur Leiharbeitspest gestellt.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: LaPawel am 11:07:51 Fr. 05.Mai 2006
schreibt jeden ZA an und legt einen Tag fest an dem jeder sich krank schreiben lässt und nicht im Leihbetrieb auftaucht. Das kostet viel Geld und Ansehen und ist eine gute Alternatie wenn der Betriebsrat sich nicht nicht für die Mitarbeiter einsetzen will und keinen richtigen Streik auf die Beine gestellt bekommt.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Doomheidi am 11:24:55 Fr. 05.Mai 2006
und was soll das bringen?
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Peperoni am 16:37:22 Fr. 05.Mai 2006
Zitat
Original von LaPawel
schreibt jeden ZA an und legt einen Tag fest an dem jeder sich krank schreiben lässt und nicht im Leihbetrieb auftaucht. Das kostet viel Geld und Ansehen und ist eine gute Alternatie wenn der Betriebsrat sich nicht nicht für die Mitarbeiter einsetzen will und keinen richtigen Streik auf die Beine gestellt bekommt.

Das hört sich zwar gut an, ist aber leider absolut nicht durchsetzbar. Wieviele der angeschriebenen Leiharbeiter würden da mitmachen? Höchstens 10% schätze ich.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Gruwe am 01:25:26 Sa. 06.Mai 2006
Hallo,

ich sehe das genauso, das dort zu wenige mitmachen würden

Da muss irgendwie, ich hoffe ja immer noch darauf, die Politik was dagegen machen.
Ansich ist die Zeitarbeit ja, naja, garnicht so schlecht!

Aber, es müsste da andere Bestimmungen geben...

Was ich mir vorstellen könnte wäre, das eine Firma für maximal einen bestimmten Zeitraum, 3 oder 6 Monate oder so, einen Leiharbeiter für eine Stelle beschäftigen darf. Derjenige darf dann nach dieser Zeit keinen anderen Leiharbeiter, auch einer anderen Zeitarbeitsfirma, mehr beschäftigen.
Wenn die Firma für die Stelle einen Arbeiter will, muss sie einen einstellen.

Das würde, denk ich mal, dazu führen, das sich Firmen innerhalb dieses Zeitraums verschiedene Leiharbeiter anschauen können und dann denjenigen, mit dem sie zufrieden sind auch fest einstellen.

Dann würde die Zeitarbeitsfirma auch dazu da sein, Arbeiter zu vermitteln und für die Firmen würde im Endeffekt nur eine Festanstellung übrig bleiben.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Gruwe am 16:58:15 Sa. 06.Mai 2006
Hallo,

du hast Recht...aber irgendwie müssen wir von diesem "Leiharbeits-Arbeitsmarkt" wegkommen.
Wenn ich nach Jobs auf der Internet-Seite des Arbeitsamtes schaue, sind von 10 Stellen 8-9 von Leihfirmen! Das darf so nicht weitergehen!!!
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: jensen-ex am 21:26:30 Sa. 06.Mai 2006
Zitat
Nur mich konnten die nicht zwingen, dank Chefduzen

yo, da good old fossile chefduzen.de

Zitat
Ein KZ ist meiner Meinung nach noch zu gut für diese vollkommen gewissenlosen Menschenhändler.

aber trotzdem mal immer locker, wie wollen wir menschlichere verhältnisse gestalten, wenn wir uns mit den unmenschen auf eine stufe begeben?

j.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: kinimod am 21:58:49 Sa. 06.Mai 2006
Zitat
Original von suicides

Gegen die Zeitplackerei muss so lagsam massiv Gegengesteuert werden.

Suicides

Da haste Recht, suicides. Aber das muss in den Entleiherbetrieben passieren, sonst hat es keine Wirkung. Da muss der Boss spüren, dass Leiharbeit nichts als Ärger bringt.

Wir hatten es bei uns im Betrieb vor ungefähr 2 Jahren. Chef (eigentlich wirklich o.k., ich schaffe gerne da) ist vom Verleihhai total verarscht worden. Hat einen Facharbeiter bestellt, das arme Schwein wurde aber nach der untersten Hilfsarbeitergruppe bezahlt. Noch nicht mal die Arbeitskleidung haben die dem bezahlt.

Die Sache kam natürlich nach ein paar Tagen raus und der Monteurrat hat den Chef zur Rede gestellt. Chef hat nur rumgestammelt "Jungs, glaubt mir, das habe ich nicht gewusst" und so weiter. Leiharbeiter gerufen und sofort rausgeworfen "geht nicht gegen Sie, aber ich kann mir das nicht bieten lassen".

Das einzig Gute an der Sache: Die Rechnung vom Vermieter wurde nicht bezahlt. Über die Empfehlung vom Chef "Sie können sich Ihr Geld hier abholen, aber ob Sie Ihre eigene Mutter dann noch erkennt, weiß ich nicht" lacht heute noch die ganze Hütte.

Gruß

Kinimod
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: jensen-ex am 23:19:03 Sa. 06.Mai 2006
.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:37:50 Di. 14.August 2007
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Südkorea, 1.12.05    

Streik gegen Zeitarbeit

Gegen ein geplantes Gesetz zur Regelung von Zeitarbeit haben sich 20 000 (Regierung) bis 60 000 (Gewerkschaftsangaben) an einem landesweiten Streik beteiligt. Aufgerufen hatte der KCTU; allerdings beteiligten sich seine großen Mitgliedsgewerkschaften bei Hyundai und Kia nicht. Der FKTU, die andere Dachorganisation, ist inzwischen eher für das Gesetz. Bei einer Demo von etwa 10 000 in Seoul kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, wobei 10 Demonstranten verletzt und 3 Polizeiautos beschädigt wurden. Später vereinigte sich die Demo mit 4000 Bauern, die den Tod eines Bauern betrauerten, der bei einer Demo am 15.11. (gegen billige Reisimporte) zusammengeschlagen worden war.

(aus : Asien Aktuell)


nachdem ich einen älteren von mir geposteten Text ausgegraben habe hier noch wein weiterer Blick über den Tellertand Deutschlands:

Zitat
Venezuela: Kampf der Toyota-Arbeiter erfolgreich
Nach tagelangen Protesten vor den Toyota-Werkstoren in Cumaná im venezolanischen Bundesstaat Sucre, haben die Arbeiter wichtige Erfolge erreicht. Obwohl kein offizieller Streik ausgerufen worden war, forderten die Arbeiter eine "angemessene Beteiligung" an den hohen Gewinnen von Toyota und stand die Produktion still. Es wurde unter anderem erreicht, dass die Beschäftigten der Subunternehmen in die Kernbelegschaft eingegliedert werden sollen.(14.08.07)

Das Zusammenkommen von Kämpfen der Stammbelegschaften und von Subunternehmen scheint ein Schlüssel zum Erfolg zu sein.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:34:42 Di. 28.August 2007
Kia-Streik in Südkorea

Hwaseong: Seit fünf Tagen sind ca. 400 Zeitarbeiter im Hauptwerk des Autoherstellers Kia im Streik. Sie fordern höhere Löhne, Arbeitsplatzgarantie und gleiche Arbeitsbedingungen wie die Festeingestellten. Letzte Woche wurden wegen des Streiks 3200 Autos weniger produziert. Heute soll die Produktion angeblich teilweise wieder laufen, obwohl die Streikenden die Lackiererei besetzt haben. Die Gewerkschaft der Festeingestellten bei Kia hat vor weniger als zwei Wochen nach wochenlangen Teilstreiks einen neuen Tarifvertrag mit 5,2 Prozent höherem Grundlohn abgeschlossen. Die Zeit- und Leiharbeiter haben seit 2005 eine eigene Gewerkschaft.
 
Quelle: The Korea Times, International Herald Tribune, 27.8.07
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Stumme Ursel am 08:13:24 Mi. 29.August 2007
Mann sollte sich gegenüber den Blutsaugern der Leiharbeitsmafia seine Rechte unbedingt einklagen vor Gericht, wieder und immer wieder.

Man darf sich auch vom Staat und seinen Schergen nicht für Dumm verkaufen lassen.

Unsere Selbsthilfegruppe schreibt diesen Monat schon die 2. Petition zum Thema Hartz 4 und ARGE.

Aus eigener Erfahrung weis ich wie schwer das am Anfang ist, aber wenn man mal damit angefangen hat gibt es einem ungeheure Energie und Selbstbewusstsein zurück, und dieses Selbstbewusstsein mögen Dispos nicht....  ;)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:26:21 Do. 13.September 2007
Endlich mal wieder ein Flugblatt (http://www.sofo-eimsbuettel.de/pdf/leiharbeit.pdf) gegen diese Drecksbranche!(pdf)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:45:48 So. 16.September 2007
Hier und da passiert etwas gegen die Branche, es kann jedoch solange nicht genug sein, solange sie weiterexistiert. Man sollte verschiedene Ansätze nicht gegeneinander ausspielen.

Mir ist gerade eine neue Idee gekommen:

Es muß klargemacht werden, daß die christlichen Gewerkschaften nicht für uns sprechen, sondern die Interessen der Sklavenhändler vertreten.

Wir sollten an deren Büros und auf deren Treffen unseren Unmut in jeder Form ausdrücken. :aggressiv>
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: flipper am 14:28:23 So. 16.September 2007
gegengewerkschaften wirds geben solange es gewerkschaften gibt. ich würd aber ned alle CDA leute über einen kamm scheren vor allem wenn verdi auch ned grad da mit tollen abschlüssen glänzt ;)

wie bitte soll man sich organisieren wenn man irgendwo allein hockt und nedmal die email-addressen der kollegen in anderen entleihern kennt? zeitarbeit ist wie strafvollzug in der hinsicht. mit kontaktsperre.
so könnte man wenigstens verschlüsselte mails rumschicken, zertifikate dafür gibts hier

http://www.cacert.org
wennse smime filtern dann eben mit openpgp (gnupg).
oder auf alte verfahren zurückgreifen.
eine chance wären noch betriebsfeiern, aber die gibts nur bei edelconsultern.

das betriebsverfassungsgesetz muss ergänzt werden, leiharbeiter müssen die kontaktdaten zu ihren kollegen erhalten, den rest macht das internet. setzen wir neue technologien ein.

oder wieso baut der dgb keine zentrale webdatenbank auf, in der sich jeder eintragen kann und man die kollegen findet? der arbeitet immernoch wie in den 70ern.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:59:00 Fr. 21.September 2007
Zitat
In Khalispur, im Südwesten Bangladeschs streikten bereits seit dem 3. September 5.000 ZeitarbeiterInen gegen ihre Vertragsbedingungen und forderten Festanstellung, die viele von ihnen schon einmal hatten...Dabei kam es auch zu Attacken auf Gewerkschaftsfunktionäre, denen vorgeworfen wird, mit den Unternehmen zu paktieren.
(20.09.07 LabourNet.de)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Stumme Ursel am 20:33:51 Fr. 21.September 2007
Arbeitsvertrag - Leiharbeit:

§ 1 Dauer des Arbeitsverhältnisses
Das Arbeitsverhältnis dauert so lange wie der Einsatz im Entleihbetrieb.

§ 2 Lohn
Sie erhalten für die gleiche Arbeit eines Stammbeschäftigten nur den halben Lohn.

§ 3 Eingruppierung
Egal wie qualifiziert Sie sind - Sie erhalten die niedrigste Entgeltgruppe (7 bis 7,38 Euro)

§ 4 Arbeitszeit
Sie arbeiten Vollzeit, so wie im Entleihbetrieb üblich, bekommen aber nur Teilzeit (z.B.110 Std.) ausgezahlt.

§ 5 Urlaub
Urlaub während des Einsatzes ist nicht möglich.

§ 6 Unternehmerischen Risikos
Sollten keine Einsatzmöglichkeiten für Sie bestehen,
verrechnen wir gerne diese Zeit mit Ihren Stunden aus dem
Arbeitszeitkonto bzw. Ihrem Urlaub.

§ 7 Kündigung
Sollten Arbeitszeitkonto und Urlaub für Nichteinsatzzeiten nicht ausreichen, gilt das Arbeitsverhältnis als beendet.

§ 8 Meldepflicht & Vertragsstrafen
Sollten Sie sich bei Krankheit nicht unverzüglich (bis spätestens 09.00 Uhr) gemeldet haben, werden wir Ihnen 15% vom Monatslohn abziehen.

§ 9 Verschwiegenheitspflicht
Über alles in diesem Vertrag, ist gegenüber Dritten, Stillschweigen zu bewahren.

Leiharbeit ist innovativ - ihr Ruf darf nicht beschädigt werden.
…………………………… ……………………………
Datum/Ort Unterschrift



Quelle: http://www.teamwork-brake.de/newsbilder/...s%20Angeobt.pdf
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: wachbaer am 20:43:34 Fr. 21.September 2007
wo gibts den diesen arbeitsvertrag der ist ja der Hammer ab zum Arbeitsgericht und klagen klagen klagen
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Mario321 am 22:00:43 Fr. 21.September 2007
Wegen Sargnägel für die ZAF.

Ich schätze die einzige effektive Möglichkeit ist ein Infowar.

Doch wir die Ausgebeuteten sind den ZAF leider finanziell unterlegen.
Darum können wir keine Mainstream Massenmedien für unsere Zwecke nutzen.

Aber dafür sind wir viele.

Wenn jeder ZAN mal über seinen Schatten springt und in seinem Umfeld sich "outet" und über die katastrophalen Zustände berichtet.

Denn es ist keine selbstverschuldete Schande ZAN zu sein!
Wir bekommen in den nächsten 10 Jahren noch 4,5 Millionen Kollegen aus herkömmlichen Arbeitsverhältnissen dazu.
Das möchte ich aber nicht... ZA gehört verboten.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: alfred am 22:16:55 Sa. 22.September 2007
Zitat
Original von suicides
Zitat
Original von Mario321
Wegen Sargnägel für die ZAF.

Ich schätze die einzige effektive Möglichkeit ist ein Infowar.

Doch wir die Ausgebeuteten sind den ZAF leider finanziell unterlegen.
Darum können wir keine Mainstream Massenmedien für unsere Zwecke nutzen.

Aber dafür sind wir viele.

Wenn jeder ZAN mal über seinen Schatten springt und in seinem Umfeld sich "outet" und über die katastrophalen Zustände berichtet.

Denn es ist keine selbstverschuldete Schande ZAN zu sein!
Wir bekommen in den nächsten 10 Jahren noch 4,5 Millionen Kollegen aus herkömmlichen Arbeitsverhältnissen dazu.
Das möchte ich aber nicht... ZA gehört verboten.
Ja, und??? Doppelt gelesen heißt nicht doppelte Wahrheit. Ein Outing ist nicht nötig - jeder der es wissen will, weiß das man Leiharbeiter ist! Wie gesagt, ich verstehe die Intention nicht...
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Krokos am 22:46:52 Sa. 22.September 2007
Zitat
Original von Mario321

Denn es ist keine selbstverschuldete Schande ZAN zu sein!
Wir bekommen in den nächsten 10 Jahren noch 4,5 Millionen Kollegen aus herkömmlichen Arbeitsverhältnissen dazu.
Das möchte ich aber nicht... ZA gehört verboten.

Genau das ist der springende Punkt !
Viele Festangestellten haben schon gespürt was da gerade stattfindet, wir müssen es überall deutlich machen dass wir alle in einen Boot sitzen, Festangestellte wie Zeitarbeiter.

Viele fühlen sich noch halbwegs sicher, aber ein Blick auf die Seiten der Arbeitsagentur verät die Wahrheit...
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:07:26 Mo. 03.Dezember 2007
Still und heimlich wollten die Herren in der Vorstandetage das meistproduzierte Einzelventil in die erst kürzlich aufgekaufte Niederlassung in China verlagern.

Vom Widerstand der Kollegen vollkommen überrascht war die Gegenwehr kaum wahrzunehmen, als am 28. November 250 Kollegen die Arbeit niederlegten, um sich beim Betriebsrat zu informieren. Am Klatschen und Pfeifen war leicht zu erkennen, dass es sich um Protest handelte. Ein Flugblatt der IG-Metall-Vertrauensleute forderte die Übernahme der Zeitarbeiter und Befristeten in feste Arbeitsverträge.

Die Kollegen wollen sich mit den Betroffenen ähnlicher Pläne in der Region zusammen schließen. So sollen in der Elektrowerkzeugfirma Metabo in Nürtingen auch 300 Arbeitsplätze verschwinden. Aus dem Festo-Produktionswerk in Rohrbach/Saarland, wo die Gummi- und Kunststoffertigung mit 200 Arbeitsplätzen aktuell ins benachbarte Frankreich verlagert werden soll, wird bereits solidarische Unterstützung angekündigt.

Der Versuch der Geschäftsleitung, am nächsten Tag die Beteiligten durch Abzug einer Stunde vom Zeitkonto zu bestrafen, wurde angesichts Neigungen der Kollegen, erneut zu eskalieren, "vorerst" gestoppt.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:10:33 So. 09.Dezember 2007
Ein Teil des Widerstands gegen die Sklavenhändler besteht darin das Wissen über die Rechte von Leiharbeitern zu verbreiten. LabourNet hat eine interessante Info  zur "Einstellung gemäß § 99 BetrVG" veröffentlicht:
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/mandinfo.pdf


Die Lektüre lohnt, denn dieses Wissen kann sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Der Entleiher hat deshalb gegenüber seinem BR eine Reihe von Pflichten auch bei der Einstellung von Leiharbeitnehmern zu beachten. Die zwingend vorgeschriebene Prüfung ist vor allem bei der kurzfristigen Einstellung von Leiharbeitnehmern (Aushilfen) für einen Arbeitgeber eine kaum zu überwindende Hürde: Anfrage, Bearbeitung und Beantwortung durch die Arbeitsagentur dauern in der Regel so lange, dass eine kurzfristige Einstellung gar nicht mehr möglich ist.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:45:09 Mo. 10.Dezember 2007
Zitat
Mehr als 200 Menschen haben am vergangenen Samstag (01.12.2007) eine geplante Leiharbeitsmesse der Schweinfurter Arbeitsagentur verhindert. Verantwortliche Mitarbeiter der Behörde hatten für diesen Tag eine Veranstaltung angekündigt, bei der Leiharbeitsfirmen in den Räumen der Arbeitsagentur ähnlich wie bei antiken Tagelöhnermärkten Arbeiter für Leiharbeit rekrutieren wollten…
:cheer:

http://de.indymedia.org/2007/12/201186.shtml
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: mlawrenz am 14:47:52 Mo. 10.Dezember 2007
So ists richtig. Die Veranstalter und Arge-Mitarbeiter sollen sich auf solchen Messen nicht sicher fühlen. Nicht nur, weil sie illegal Hartz-IV-ler verpflichten, dorthin zu kommen.

In Münster gestört, in Schweinfurt zum Abbruch gezwungen. Wir arbeiten am Problem.

 :laola>
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Schrubberbude am 20:52:59 Mo. 10.Dezember 2007
Zitat
Mehr als 200 Menschen haben am vergangenen Samstag (01.12.2007) eine geplante Leiharbeitsmesse der Schweinfurter Arbeitsagentur verhindert.

Dann werden zumindest dort die Weihnachtspresente der Leihbuden an die Arge-Mitarbeiter etwas geringer ausfallen.


Gruss aus der Schrubberbude.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 11:05:04 So. 24.Februar 2008
Zitat
Signatur von bonum:
bekommst du 7€ bei ZAF : arbeite nur für 7€ !!
hast du ein prekäres arbeitsverhältniss, liefere prekäre arbeit ab !
betrügt man dich bei ZAF...betrüge.... !!

Diese individuelle Form der niedrigschwelligen Sabotage zeigt Wirkung.
Die Becks Brauerei in Bremen hat es eine Zeit lang mit Leiharbeitskräften versucht, da in den Sommermonaten die Produktion enorm hochgefahren werden muß. Die Arbeitsleistung der Zeitarbeiter war dann aber so schlecht, daß man wieder zurückgegangen ist zu dem Prinzip, Leute mit zeitlich berenztem Vertrag zu vergleichbar sehr hohem Stundenlohn anzustellen. Das rechnet sich mehr für den Betrieb.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:43:54 So. 18.Mai 2008
Diskussionsveranstaltung in München am 6.06.2008 (http://www.chefduzen.de/thread.php?postid=126534&sid=#post126534)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Steverock am 20:25:23 Mo. 19.Mai 2008
Zitat
Original von Kuddel
Zitat
Signatur von bonum:
bekommst du 7€ bei ZAF : arbeite nur für 7€ !!
hast du ein prekäres arbeitsverhältniss, liefere prekäre arbeit ab !
betrügt man dich bei ZAF...betrüge.... !!

Diese individuelle Form der niedrigschwelligen Sabotage zeigt Wirkung.
Die Becks Brauerei in Bremen hat es eine Zeit lang mit Leiharbeitskräften versucht, da in den Sommermonaten die Produktion enorm hochgefahren werden muß. Die Arbeitsleistung der Zeitarbeiter war dann aber so schlecht, daß man wieder zurückgegangen ist zu dem Prinzip, Leute mit zeitlich berenztem Vertrag zu vergleichbar sehr hohem Stundenlohn anzustellen. Das rechnet sich mehr für den Betrieb.

Das einzige was man damit in Wikrlichkeit erreicht ist entweder:
a) die Zeitarbeitsfirma wird ausgetauscht
b) man wird bei der ZAF rausgeschmissen, weil man schlecht arbeitet
c) Wenn der Vertrag in der Festanstellung ausläuft wird man auch wieder rausgeschmissen und rennt wieder zum Amt
d) eine Mischung aus a, b und c ^^
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 21:31:14 Di. 20.Mai 2008
Ich hab beim aufräumen eine Kasette gefunden mit Filmmaterial von einer Aktion gegen Leiharbeit in Kiel. Das war wohl schon 2 oder 3 Jahre her. Da es aber nirgendwo veröffentlicht wurde, habe ich mal ein paar Standbilder aus dem Film herausgenommen:

Knapp 30 Leute & eine Aktion mit Tee, Kaffee, Keksen, Sklavenversteigerung, Flugblättern, Straßentheater und Musik von Ton Steine Scherben

(http://www.abload.de/img/sklave1ttk.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave1ttk.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave2dfo.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave2dfo.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave3ool.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave3ool.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave4z61.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave4z61.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave5d7e.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave5d7e.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave6cci.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave6cci.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave7z16.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave7z16.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave8ako.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave8ako.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave9z9i.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave9z9i.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave113ce.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave113ce.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave12kwt.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave12kwt.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave13fgh.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave13fgh.jpg)
(http://www.abload.de/img/sklave14mcy.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=sklave14mcy.jpg)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: alfred am 22:17:01 Di. 20.Mai 2008
@Kuddel, da war ja noch richtig Aktion statt Resignation angesagt!

Heute freut man sich schon, wenn ein schwarzweißer IGM-Truck in der Gegend Station macht.  :(

In diesem Sinne: "Macht kaputt was euch kapput macht!"
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Arwing am 23:01:25 Di. 20.Mai 2008
Man, diese Bilder waren mir doch wirklich den Ein oder Anderen Lacher wert.

So eine Inititive mit den dargestelltem Material, wäre im Kreis Unna auch mal angebracht.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 11:59:09 Mi. 30.Juli 2008
(http://www.abload.de/img/leiharbeitjl7.jpg) (http://www.abload.de/image.php?img=leiharbeitjl7.jpg)
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: sedanon am 12:59:54 Mi. 30.Juli 2008
Respekt !!!

Ich kann mir gut vorstellen, was die Passanten den Demonstranten zugegiftet haben. Daher : Meine größte Hochachtung.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 14:21:24 Mi. 30.Juli 2008
Ich habe selbst gestaunt, die Passanten waren überraschend wohlgesonnen! Es gab sogar viele Kommentare, wie "Es geht ja so nicht weiter, heute gibt es nur noch Leiharbeit und Minijobs, nichts wovon man vernünftig leben kann." Es gab keine Pöbeleien, nichteinmal negative Äußerungen.

Und zur Brücke: Das war nachts. Und wenn jemand auftauchte...ab ins Gebüsch!
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Adelskronengang am 14:33:58 Mi. 30.Juli 2008
"Ich hab beim aufräumen eine Kasette gefunden mit Filmmaterial von einer Aktion gegen Leiharbeit in Kiel. Das war wohl schon 2 oder 3 Jahre her. Da es aber nirgendwo veröffentlicht wurde, habe ich mal ein paar Standbilder aus dem Film herausgenommen:..."

Kann man die flyer irgendwo runterladen?
Die häng ich glatt beim nächsten Termin ans schwarze Brett.
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: klaus72 am 15:36:46 Mi. 30.Juli 2008
Allbecon heißt heute Olympia. Weiß jemand den Grund für die Namensänderung ?

Im Grunde genommen ist Zeitarbeit sehr schlecht !
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Ziggy am 16:55:22 Mi. 30.Juli 2008
Olympia ist der "große Bruder", der hat Allbecon nun vollends geschluckt. Partner waren die ja schon länger, jetzt die Fusion, und deshalb auch die "Konvertierung" Allbecons weg von den "Christen" zum BZA, das war Olympia-Vorgabe.

Die Firmenfarbe ist Oranje (Holländer), wir haben jetzt schöne orange Tassen und Kugelschreiber ... und ein schönes Anschreiben: "Die gute Nachricht vorneweg: Für Sie ändert sich erstmal nichts!" ... Das sind ja schöne Aussichten ... Das letzte mal, als ich diesen Satz gelesen habe, lagen kurz darauf neue Arbeitsverträge mit Verschlechterungen auf dem Tisch, woraufhin wir unseren kleinen Arbeitskampf starteten ... und erfolgreich beendeten, wenn ich das mal bescheiden erwähnen darf ...
 LoL2
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 12:09:03 Sa. 30.August 2008
(http://suboptimales.files.wordpress.com/2008/01/gfa_mbh_eingang.jpg)

Gfa mbh Eingang
Titel: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Ratrace am 13:53:59 Sa. 30.August 2008
Zitat
Ich habe selbst gestaunt, die Passanten waren überraschend wohlgesonnen! Es gab sogar viele Kommentare, wie "Es geht ja so nicht weiter, heute gibt es nur noch Leiharbeit und Minijobs, nichts wovon man vernünftig leben kann." Es gab keine Pöbeleien, nichteinmal negative Äußerungen.
Die fallen auch erst, sobald sich die Lästerer in sicherem Abstand zum Objekt ihres Hasses wähnen. Das ist ja der Jammer: In den ganzen Stammtischparolendiskussionen fehlt es meist an Betroffenen, die der Hetze etwas entgegensetzen könnten.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:07:12 Do. 20.November 2008

Aktionen gegen die Jobmesse Kiel

Die job-messe deutschland-Tour machte in diesem Jahr zum ersten Mal auch in Kiel Station.
(Berichte von bereits gelaufenen Aktionen gegen Jobmessen finden sich bei Labournet).

(http://media.de.indymedia.org/images/2008/11/231509.jpg)

Etwa 12 FAUistas aus Kiel, Flensburg und Bad Segeberg waren am 1. November auf dem Messegelände vor Ort und haben auf die rasante Ausbreitung von Leiharbeits- und Niedriglohnjobs aufmerksam gemacht.

Jobmessen/Leiharbeit...


„Aussteller“ auf Jobmessen sind zu einem nicht zu verachtenden Teil „Personaldienstleister“ (d.h. Leiharbeitsfirmen), deren Geschäft es ist, menschliche Arbeitskräfte zu verleihen.Eine solche Messe bietet den Ausstellerfirmen Gelegenheit, ihr Beschäftigungsangebot vorzustellen und direkt Personal zu rekrutieren.So waren unter anderem auch die (Zeitarbeits-)Branchengrößen Randstad und Adecco vertreten. Aber auch Polizei und Bundeswehr hatten ihren Stand aufgebaut und suchten fleißig Personal für die innere und äußere Sicherheit.Der Besuch einer Jobmesse ist für Leute, die etwas mit der ARGE zu tun haben, häufig nicht freiwillig, sondern unter Androhung von Sanktionen erzwungen. Die Anwesenheit wird dann vor Ort protokolliert.

Die Leiharbeitsbranche ist seit der Agenda 2010 stark im Kommen. Seit 2003 hat sich die Zahl der Leiharbeiter mehr als verdoppelt - Tendenz weiterhin steigend.Leiharbeiter werden im Durchschnitt wesentlich schlechter bezahlt als ihre Stammkollegen. Reguläre Arbeitsverhältnisse weichen prekären Beschäftigungsformen und der Niedriglohnsektor weitet sich immer weiter aus.

Aktionen gegen die Jobmesse Kiel

Zuerst wurden zuerst innerhalb des Messegeländes Flyer verteilt sowie auf Infotischen und anderen unverdächtigen Stellen ausgelegt. Eine zeitlang sorgte diese Taktik für Verwirrung undes dauerte knapp eine Stunde, bevor wir nach und nach von der Security des Hauses verwiesen wurden.Das war natürlich eingeplant und die Aktion wurde daraufhin mit zwei Transparenten vor dem Messegelände fortgesetzt. Im Laufe von 2,5 Stunden wurden so insgesamt 400 Flyer unter die Besucher gebracht. 100 davon waren Leihkeule-Zeitungen.
Die Resonanz war fast durchgehend positiv und die meisten Besucher haben sehr aufgeschlossen reagiert.Interessante Gespräche hatten wir nicht nur mit Besuchern, sondern auch mit den Sicherheitsleuten der Messe.Einige Messebesucher haben uns, als sie das Gelände wieder verließen, im Nachhinein recht gegeben.Letztendlich betrat während der Kundgebung erfreulicherweise kaum jemand ohne einen Flyer in der Hand das Gelände.

(http://media.de.indymedia.org/images/2008/11/231508.jpg)

Fazit:
Wir waren überrascht, wie gut alles aufgenommen wurde. Für zukünftige Aktionen dieser Art ist jedenfalls noch viel Luft nach oben. Es hätten gut und gerne auch doppelt so viele Flyer verteilt werden können.Einer der wenigen ablehnenden Kommentare kam von einer Messeangestellten - diese sagte, nachdem sie das Transparent begutachtet hatte: "Na ja, das kann man aber auch anders sehen..."
Ohne Zweifel.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 00:21:23 So. 30.November 2008
was ändert, das ist nix. die meisten haben doch kein arsch in der hose. ich bin aus den bereich und ich kann sagen:

ein leiharbeiter scheiße lol
besser du hast ein gewerblichen mitarbeiter, keine sozialversicherung, keine steuern, was will man mehr das ganze noch schnell über die aüg laufen lassen und selbst der kunde ist zu frieden, weil der kunde muss ja nun wirklich nicht alles wissen.
dann kommt die trottelkontrolle vom Z.......... und die sind bind wie ein maulwurf.(blind ) natürlich total legal im RAHMEN der AÜG.

In Hessen ist sowas normal und in Rheinland Pfalz eine Selbstverständlichkeit. Baden Würtemberg ist auch ok , den der Arbeitgeber baut ein Haus mehr.(schaffe schaffe häusle baue)

föderung  ist inklusive und dann noch schnell von den gesparten steuern noch mal absetzen.


toll politiker ihr seit klasse, wir lieben euch .

weiter so .


ist doch alles perfekt im staate deutschland.



6 nach schulnote bitte setzen.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ernesto am 09:15:19 So. 30.November 2008
Tja  man könnte fast sagen: alle wissen bescheid und keiner erhebt sich um was dagegen zu tun. Wär ja nicht das erste Mal in unserer deutschen Geschichte...
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Medial am 13:27:59 Mi. 03.Dezember 2008
Tja  man könnte fast sagen: alle wissen bescheid und keiner erhebt sich um was dagegen zu tun. Wär ja nicht das erste Mal in unserer deutschen Geschichte...

Das Problem liegt doch ganz wo anders. Das Arbeitsamt, die eigentlich verantwortlich für die AÜG sind , ;)schaut weg. Das Finanzamt hat kein blassen Schimmer und der Rest verläuft sich im Sande.
Man will es nicht wissen , nicht sehen und nicht hören . Deshalb stammen wir ja vom Affen ab um uns zum Affen zu machen lol.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:43:39 Sa. 20.Dezember 2008
Die Kommunistische Partei Japans gewann in weniger als einem Jahr mehr als zehntausend neue Mitglieder. Videos der Parlamentsreden von KP-Chef Kazuo Shii wurden im Internet Hunderttausende Male aufgerufen. Darin wettert Shii gegen die verbreitete Leiharbeit bei Konzernen wie Toyota und Canon. Zentralkomitee-Mitglied Sakutaro Nakai erklärt den Zulauf damit, dass die KP als einzige Partei gegen die konzernfreundlichen Arbeitsgesetze unter Reform-Premierminister Koizumi gestimmt habe. Die KP kämpft für einen Mindest-Stundenlohn von 1000 Yen (8 Euro) und gegen die Praxis der Service-Überstunden - unbezahlte Extra-Arbeit.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: zaf-ausgebeuteter am 12:58:20 Sa. 20.Dezember 2008
Die Kommunistische Partei Japans gewann in weniger als einem Jahr mehr als zehntausend neue Mitglieder. Videos der Parlamentsreden von KP-Chef Kazuo Shii wurden im Internet Hunderttausende Male aufgerufen. Darin wettert Shii gegen die verbreitete Leiharbeit bei Konzernen wie Toyota und Canon. Zentralkomitee-Mitglied Sakutaro Nakai erklärt den Zulauf damit, dass die KP als einzige Partei gegen die konzernfreundlichen Arbeitsgesetze unter Reform-Premierminister Koizumi gestimmt habe. Die KP kämpft für einen Mindest-Stundenlohn von 1000 Yen (8 Euro) und gegen die Praxis der Service-Überstunden - unbezahlte Extra-Arbeit.

Das ist Augenwischerei! 1000 Yen als Mindestlohn in Japan wo die Lebenshaltungskosten und Preise um ein vielfaches höher liegen als in Deutschland.

Das wäre wie ein Mindestlohn von 2 Euro bei uns.

Lohnsklaverei muss man anders bekämpfen, etwa den Ideen des "schwarzen Signals" folgen, und Leiharbeit durch Sabotage oder einfach nur durch Krankheit boykottieren, usw.usf. - da gibt es viele Wege die ja hier schon teilweise beschrieben sind.

Nicht alles seitens des AA/Jobcenter hinnehmen sondern wie bei Hartz 4, Klagen und das System zum Stillstand bringen.

Und die Linkspartei unterstützen, als letzte Hoffnung gegen die Lohnsklaverei.

Hierzu auch ein Beitrag der Linken:

http://archiv2007.sozialisten.de/politik/publikationen/pressedienst/view_html?zid=34860&bs=1&n=10
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: alfred am 20:05:07 So. 21.Dezember 2008

Und die Linkspartei unterstützen, als letzte Hoffnung gegen die Lohnsklaverei.


So sehr ich Deine Verzweiflung in Sachen Randstad nachvollziehen kann, aber deswegen die 'letzte Hoffnung' in eine politische Partei zu legen ist schon als äußerst blauäugig zu bezeichnen. Guck` Dir an was die italienische (linke) Opposition aktuell abgezogen hat und warum genau geht es Leiharbeitern in Berlin (ost UND west) am dreckigsten von allen - soweit ich weiß gibt es dort eine linke Regierungsbeteiligung... 
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: WeckerWeg am 13:44:57 Mi. 29.April 2009
Hallo Leute,

letzte Woche war in Kiel eine Veranstaltug der IGM zum Thema "Leiharbeit und Finanzkrise".

Zitat
An alle LeiharbeitnehmerInnen
in den Betrieben der IG Metall Verwaltungsstellen Kiel und
Neumünster und Interessierte

Einladung

zur IG Metall Veranstaltung
Die Finanzkrise - Auswirkungen auf die Leiharbeit

Zur aktuellen Situation, Perspektiven und
Handlungsmöglichkeiten
Michael Schmidt, IG Metall Bezirk Küste

Zur Situation am Arbeitsmarkt Schleswig-Holstein
Agentur für Arbeit Kiel

Zur Situation in den Betrieben
Betriebsräte/Vertrauensleute informieren

Letztes Jahr im Herbst haben sie schon einmal eine ähnliche Veranstaltung im Rahmen ihrer Leiharbeitskampagne gemacht. Die war mit bestimmt 60 LeiharbeiterInnen richtig gut besucht. Und es gab spannende Diskussionen. Die IGM hat gleich zu Beginn ein Filmchen gezeigt in dem sie die Schuld an der Leiharbeitsmisere auf die "christlichen Gewerkschaften" geschoben hat. Einige waren aber überhaupt nicht angetan, jetzt nur um Lohnerhöhungen im Prozentbereich zu kämpfen, ohne Grundsätzlich etwas zu ändern.

Die Veranstaltung letzte Woche war deutlich schlechter besucht. Insgesamt nur ca. 30 Leute, davon höchstens 1/3 Leiharbeiter, zum Teil auch schon entlassene.

Ausgehend von einem Treffen Anfang April in Kiel (siehe http://www.chefduzen.de/index.php?topic=15141.msg166627#msg166627 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=15141.msg166627#msg166627)) haben auch einige Leute mit deutlicher Kritik an der IGM-Parole "Leiharbeit fair gesalten" die Veranstaltung besucht. Dabei hatten wir ein Transparent "Leiharbeit nicht verbessern! Leiharbeit abschaffen!" und ein kleines Flugblatt.

Dieser Imput war auch in der ganzen Veranstaltung deutlich zu spüren. Die IGM musste sich einiges an Kritik gefallen lassen und war etwas unter Rechtfertigungsdruck. Ansonsten war es eine recht offene Diskussion. Die LeiharbeiterInnen haben sich (vielleicht weil es viel weniger waren?) aber diesmal leider kaum beteiligt. Dann kam noch ein Vortrag von einem Typ von der Arbeitsagentur: Wer was von der Agentur finanziert haben will, sollte die Chance nutzen. Im Wahljahr wäre (noch) viel Geld da. Die Sklavenhändler würden Kurzarbeit und Staatlich-finanzierte Fortbildungen aber kaum nutzen. Jobs gäbe es zZ im gewerblich-technischen Bereich kaum. Sie wollten neulich eine Zeitarbeitsmesse veranstalten und hatten sie abgesagt wegen Null offenen Stellen. Im Pflegebereich gäbe es noch Arbeit, was wiederum zu einer Diskussion über die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich geführt hat.

Der Arbeitsamttyp hat sich dann schnell verdrückt und war wohl froh, alles überstanden zu haben. Dann gab es noch etwas Diskussion über möglichen Widerstand bis die Veranstaltung in Kleingruppen aufgelöst wurde.

Hier das verteilte Flugblatt:

Zitat
Unrecht „fair“ gestalten?

Leiharbeit ist Menschenhandel! Wir haben keinen Bedarf daran, daß Zwischenhändler unsere Arbeitskraft an irgendwelche Unternehmen verkaufen und uns wie Schachfiguren in ihrem Spiel einsetzen. Wir haben keine Lust hier mitzuspielen und deshalb haben wir auch kein Interesse daran, daß dieses miese Spiel „fair“ gestaltet wird. Wir wollen, daß dieser Sklavenhandel endlich aufhört. So einfach ist das.

Wir verstehen nicht, wieso Gewerkschaften als „Arbeitnehmervertreter“ es zulassen, daß Belegschaften gespalten werden in Stammbelegschaften und ArbeiterInnen 2. Wahl, die LeiharbeiterInnen. Wir mußten sogar feststellen, daß einige Betriebsräte das Wort „Solidarität“ nicht mehr kennen und es gutheißen, daß die LeiharbeiterInnen zuerst den Arschtritt kriegen und auf die Straße gesetzt werden. Als nächstes ist dann die Stammbelegschaft dran. So lassen wir uns scheibchenweise fertigmachen. Wenn wir nicht lernen zusammenzuhalten und uns gemeinsam wehren, geht es für uns alle nur noch abwärts, die StammarbeiterInnen genauso wie die Leihsklaven.

Derweil geht die IG-Metall mit ihrer idiotischen Forderung „Leiharbeit fair gestalten“ an die Öffentlichkeit. Wir wollen uns nicht „fair“ als Arbeiter 2. Klasse je nach Produktionsanforderungen flexibel einsetzen lassen um dann ebenso „fair“ als erste „freigestzt“ zu werden. Wir wollen keine Unterschiede in der Behandlung und keinen Spaltungen, wir wollen das Ende des Menschenhandels!

Ab dem 1. März diesen Jahres gilt in Namibia: Leiharbeit ist verboten. Das neue Gesetz stellt unter Strafe, dass „niemand gegen Entgelt eine Person anstellen darf, in der Absicht, sie einer dritten Partei als Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen.“ So vertrat der Staatsanwalt die Auffassung, daß Leiharbeit ein gefährliches Mittel der Ausbeutung sei, die den Arbeitern ihre Würde nähme.
Wir sollten die Sozialstandards dieses afrikanischen Staates erreichen!

(http://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/art_090325-171631/bild)

Wir werden uns am 1. Mai an der DGB-Demonstration mit unserem Transparent "Leiharbeit nicht verbessern! Leiharbeit abschaffen!" beteiligen. Vielleicht habt ihr Lust, euch uns  und unserer Forderung anzuschließen.

Text im Kasten:

VW-Leiharbeiter organisieren sich selbst

Es waren einmal 900 LeiharbeiterInnen bei VW-Nutzfahrzeuge in Hannover. Während die Stammbelegschaft noch durch Kurzarbeit geschützt wird, sollten die Verträge der letzten 213 verbleibenden LeiharbeiterInnen bei VWN Ende März auslaufen. Während dies in vielen Betrieben geräuschlos vollzogen wird, wurden die LeiharbeiterInnen hier aktiv. Am 19. März hatten 200 LeiharbeiterInnen die Sitzung des Betriebsrates bei VW Nutzfahrzeuge Stöcken besucht. Ihre Forderungen: Weiterbeschäftigung und Aufnahme in das gesetzliche Kurzarbeiterprogramm. Die Reaktion des Betriebsrates: Er ließ den Werkschutz rufen, um sie aus dem Sitzungssaal zu drängen.

Am 25.März organisierten sie eine Demonstration durch Hannover, an der über hundert LeiharbeiterInnen, unter Losungen wie "Zeitarbeit abschaffen!" und "Heute wir, morgen ihr!", teilnahmen. In der Folge begannen einige von ihnen einen Hungerstreik vor dem Werkstor in Hannover-Stöcken. Und wieder haben sie alles selbst organisieren müssen. So mussten sie sich ein eigenes Dixi-Klo aufstellen lassen, da ihnen der Werkschutz trotz gültiger Firmenausweise den Zugang zur Toilette verweigerte. Die IG Metall distanzierte sich von ihnen mit dem Hinweis auf die Gefahren für die Gesundheit. Insgesamt haben sich sieben Leiharbeiter aktiv am Hungerstreik beteiligt. Ein Kollege war dadurch so erschöpft und geschwächt, dass er vom Krankenwagen abgeholt werden musste. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und den Betrieb etwas aufzuhalten, haben sie zusätzlich am 31. März den Parkplatz des Werkes blockiert. Dabei wurden sie von der FAU-Hannover und dem libertären Netzwerk alerta! unterstützt. Kurz vor Ostern haben sie ihren Hungerstreik vorerst abgebrochen, da sie ihre Gesundheit nicht gefährden wollen.

Das bisherige Ergebnis ihres Kampfes ist die Verlängerung der Verträge von über 100 LeiharbeiterInnen bei VW-Nutzfahrzeuge. Weitere 71 KollegInnen sollen dankend abgelehnt haben, da die Konditionen nicht den vorhergehenden entsprochen hätten. Insbesondere den am Hungerstreik beteiligten wurden aber keine neuen Verträge angeboten. Doch ohne ihre Aktion, die öffentliches Interesse geweckt hatte, wären alle Verträge sang- und klanglos ausgelaufen.
Video zum Hungerstreik auf:  www.kanalb.org (http://www.kanalb.org)
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:16:53 Di. 05.Mai 2009
Zitat
  Hamburg: Abmahnung wegen Protest gegen Kündigung von Leiharbeitern

Hamburg (Korrespondenz), 19.06.08: Im Mercedes-Benz-Werk Hamburg fand am 11. Juni eine lebhafte Betriebsversammlung statt. Ein Kollege aus der Montage der C-Klasse-Hinterachse berichtete, dass er eine Abmahnung bekommen hat, weil er sich dagegen wehrt, dass in seiner Abteilung Ende Juli 30 Leiharbeiter entlassen werden sollen.

Bei uns im Werk ist inzwischen jeder zehnte Kollege ein Leiharbeiter. Rücksichtslos nutzt die Firma ihre besondere Rechtlosigkeit für eine ständige Erpressung. Wer krank ist, oder samstags keine Zeit hat, wird nicht selten mit sofortiger Kündigung bedroht, wenn er nicht doch zur Arbeit kommt. Als zusätzliches Druckmittel wird dabei eingesetzt, dass die Leiharbeiter bei Daimler wegen der equal-pay-Betriebsvereinbarung 16 Euro pro Stunde bekommen - deutlich mehr als in anderen Betrieben.

In der Achsmontage gehen ab August die Stückzahlen zurück. Weil dann nur noch zweischichtig produziert wird, will Daimler 30 der 46 Leiharbeiter entlassen. Ende Mai hat Jan Jäger die anderen Abteilungen in der Halle mit einem Aushang am schwarzen Brett darüber informiert. Der witzige Text unter der Überschrift "Guido sucht den Superleiher" (Guido heißt der Meister, der im Auftrag der Personalabteilung vorschlagen muss, welche Leiharbeiter entlassen werden) machte deutlich, wie unmenschlich hier mit den Leiharbeitern umgegangen wird. Kein Wunder, dass der Zettel nicht lange hängen blieb. Für diesen Aushang wurde Jan Jäger jetzt abgemahnt. Angeblich hat er in erheblichem Maß den Betriebsfrieden gestört und gegen die Ordnung verstoßen.
 
Als der Betriebsratsvorsitzende die Betriebsversammlung beenden wollte, ohne auf den Redebeitrag von Jan Jäger einzugehen, wurde er mit Buhrufen und Pfiffen daran gehindert. Ein Kollege ging spontan ans Mikrofon und gratulierte Jan Jäger zu seinem mutigen Beitrag.

Keine Kündigung der 30 Leiharbeiter in Halle 18!
Festeinstellung aller Leiharbeiter - nicht nur in Hamburg, sondern im ganzen Daimler-Konzern!
Weg mit der Abmahnung gegen Jan Jäger!
http://www.rf-news.de/archiv/News_Item.2008-06-19.1842/?searchterm=Jan%20J%C3%A4ger

Zitat
Prozess von Jan Jäger gegen Daimler in Hamburg-Harburg

Hamburg (Korrespondenz), 04.05.09: Im Frühjahr 2008 protestierte der Gewerkschafter Jan Jäger bei Daimler in Hamburg-Harburg mit einem satirischen Aushang am Schwarzen Brett gegen die Entlassung der Leiharbeiter und bekam wegen "Störung des Betriebsfriedens" und "Verstoßes gegen die Ordnung im Betrieb" eine Abmahnung. Freunde aus Harburg und Kollegen aus anderen Betrieben gründeten einen Solidaritätskreis, der aus ganz Deutschland Solidaritätserklärungen erhielt und über 500 Unterschriften gegen die Abmahnung sammelte.

Obwohl der Prozesstermin am 30. April in die normale Arbeitszeit fiel, waren eine Reihe von Freunden gekommen, um ihre Solidarität für Jan Jäger zu zeigen. Zunächst wurde die Abmahnung seitens des Richters für unzulässig erklärt, weil es von Seiten der Werksleitung einen Formfehler gegeben hat. Deshalb ging es im Prozess um die Frage/Möglichkeit für Daimler, eine zweite Abmahnung auszusprechen. Das wurde von der gegnerischen Seite auch getan, nämlich wegen Störung des Betriebsfriedens. Es wurde Jan Jäger ein Vergleich angeboten: Wenn er sich bis Sommer nicht mehr für den Erhalt der Arbeitsplätze aller von Entlassung betroffenen Kollegen einsetzt, würde Daimler diese neue Abmahnung zurücknehmen.

Hierauf ließ sich Jan Jäger gar nicht ein. Er zeigte auf, dass der Umgang mit den Leiharbeitern und der weiter fortschreitende Arbeitsplatzabbau aufgrund der Weltwirtschaftskrise die Existenz vieler Kollegen und oft auch ihrer Familien bedrohe und Daimler demgegenüber immer noch Milliarden verdiene. Es könne nicht sein, dass die Werksleitung das demokratische Recht auf Meinungsfreiheit innerhalb des Werkes mit Füßen tritt, indem sie durch Abmahnungen Kritiker zum Schweigen bringen will.
http://www.rf-news.de/2009/kw19/prozess-von-jan-jaeger-gegen-daimler-in-hamburg-harburg


Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 20:14:19 Mi. 08.Juli 2009
(http://www3.pic-upload.de/thumb/08.07.09/z483s1mhi9p.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-2512264/Bild-011.jpg.html)(http://www3.pic-upload.de/thumb/08.07.09/gpza168i8coo.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-2512234/Bild-012.jpg.html)

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:07:42 Sa. 12.Dezember 2009
Bremen: "Go in" bei Zeitarbeitsfirma
(http://media.de.indymedia.org/images/2009/12/268371.png)
Circa 20 sozialpolitische Aktivist_innen aus der (radikalen) Linken führten heute ein "go in" in einer Bremer Zeitarbeitsfirma durch.
(http://media.de.indymedia.org/images/2009/12/268372.png)
 Unter den schon unerträglichen Bedingungen von Kapitalismus und Lohnarbeit stellt die Branche der sog. Zeitarbeitsfirmen eine weitere Zumutung dar. Eine zusätzliche Steigerung erfährt diese in Bremen durch die Firma "runtime". Circa 20 sozialpolitische Aktivist_innen aus der (radikalen) Linken führten deswegen heute "go in" in der Filiale von "run time" an der Kreuzung "Osterdeich/Domsheide" mit anschließender spontaner Kundgebung durch. In Redebeiträgen und Flugblättern wurde die Abschaffungswürdigkeit der herrschenden Verhältnisse exemplarisch an den Praktiken der Firma "run time" deutlich gemacht.
Zur Dokumentation das verteilte Flugblatt über "run time" des Bremer Erwerbslosenverbandes - BEV:
Zitat
"Sie kriegen den Hals nicht voll !
Zeitarbeit ist zur Zeit eine der gängigsten Formen, Menschen rechtlos und mit möglichst niedrigen Löhnen zu beschäftigen.
700 000 Menschen mussten 2008 ihren Lebensunterhalt bei dieser Branche verdienen. Die Löhne beginnen im Westen bei 7,21 Euro (Ost 6 Euro) pro Stunde. Nur wenige Spezialisten können gut verdienen. Für die Meisten viel zu wenig, um ohne ergänzende Leistungen des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) existieren zu können. Zeitarbeiter/innen haben in der Regel – da nur kurzzeitig beschäftigt – keinen Kündigungsschutz und keinen Betriebsrat. Bei gleicher Arbeit verdienen sie im Schnitt 40 Prozent weniger als die fest Beschäftigten.

Die Zeitarbeitsbranche behauptet:
Zeitarbeit bietet feste Beschäftigung bei der Zeitarbeitsfirma.
Zeitarbeit macht Unternehmen flexibel – darum beschäftigen sie bald wieder Zeitarbeiter/innen.
Zeitarbeit ist eine Form des Einstiegs in reguläre Beschäftigung in den Entleih-Betrieben.
Zeitarbeit hat Zukunft.

Die Wahrheit ist:
Kaum hatte die Krise begonnen, waren die ersten Zeitarbeiter/innen arbeitslos.
Die Zahl der Zeitarbeiter/innen steigt nach dem Einbruch in der Krise schon wieder. Aber sie müssen von vorn beginnen und bleiben auf dem Schleudersitz.
Der Einsatz liegt durchschnittlich bei 3 Monaten. Aber selbst nach 1 oder 2 Jahren an der gleichen Arbeitsstelle ist eine Übernahme eher die Ausnahme: denn überall wird „gespart“, unter anderem auf Kosten von Festeinstellungen. Lieber werden die noch Beschäftigten bis aufs Letzte ausgequetscht. Viele Unternehmen gründen deshalb eigene Zeitarbeitsfirmen, um Festeinstellungen zu vermeiden und bestehende Tarife zu unterlaufen.
Zukunft ja – vor allem für die Zeitarbeitsfirmen.

Gierig und trickreich - runtime kassiert „Sonderprofit“
Einen besonderen Trick (Gesetzeslücke) hat sich die Firma „runtime services“ ausgedacht, um die Löhne aufs Niedrigste zu senken.
Obwohl auch runtime services Stuttgart, Mitglied der Zeitarbeitsvereinigung IGZ ist, deren Tarifvertrag 7,31 Euro Mindestlohn vorschreibt, ist zahlreichen Beschäftigten der Firma runtime folgendes widerfahren: Sie haben sich in Bremen auf einen Job beworben und arbeiten auch im Raum Bremen. Bekommen haben sie jedoch einen Arbeitsvertrag der Firma „team runtime“ aus Magdeburg, in dem ein Stundenlohn von 6 Euro pro Stunde vereinbart ist. Dies entspricht dem Osttarifvertrag der Zeitarbeitsvereinigung AMP, abgeschlossen mit dem Christlichen Gewerkschaftsbund.
Team runtime in Magdeburg hat den selben Geschäftssitz und die gleiche Tel. Nr. wie die Niederlassung von runtime services mit Hauptsitz in Bremen: Schilfbreite 2 Tel. 0391/ 684 05 –4. Geschäftsführer von „team runtime“ ist Ivo Lippe, wohnhaft in Bremen und gleichzeitig Gebietsleiter von runtime services in Bremen.
„team runtime“ ist also faktisch nichts anderes als eine Briefkastenfirma – allein zu dem Zweck, die eh schon niedrigen Löhne in der Zeitarbeit noch weiter abzusenken. Pro Stunde und Beschäftigtem werden also noch einmal 1,31 Euro „Sonderprofit“ kassiert. Mensch geht dann nach Vollzeitarbeit mit 950 Euro Brutto nach Hause und hat 750 Euro Netto zum Leben.
Der so eingesackte Profit geht an den Gesellschafter und Geschäftsführer der runtime Gruppe, Birger Topp, mit Wohnsitz im Steuerparadies Schweiz.
Runtime hat sich eine Passage aus dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz zu Nutze gemacht, die vorsieht, dass im Arbeitsvertrag ein Tarifvertrag zur Anwendung kommen muss. Das geschieht bei „team runtime“, indem der Tarifvertrag mit den Christlichen Gewerkschaften - und zwar der Osttarif angewendet wird!
Rechtlich haben MitarbeiterInnen von runtime die Möglichkeit, höhere Löhne auch für die Vergangenheit einzuklagen.

Zum Hintergrund:

In der BRD sind die Bestimmungen zur Zeitarbeit schlechter als im übrigen Europa!

Warum?
Die Richtlinie für Zeitarbeit in der EU schreibt vor, dass Leiharbeiter/innen zu den gleichen Arbeitsbedingungen beschäftigt werden müssen, wie sie in dem Entleih-Betrieb gelten. Vor allem: gleiche Bezahlung und gleiche rechtliche Bestimmungen (Urlaub, Kündigungsschutz usw.).
Das deutsche Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) lässt die Ausnahme von der Gleichstellung zu, wenn Tarifverträge zur Anwendung kommen. Als erster schloss der „Christliche“ Gewerkschaftsverband, der nur sehr wenige Mitgliederhat, einen solchen Vertrag zu extrem schlechten Bedingungen mit einem Zeitarbeits-Unternehmer­verband (AMP) ab (Das Berliner Arbeitsgericht hat gerade dem Verband der christlichen Gewerkschaften die Tariffähigkeit abgesprochen). Die DGB Gewerkschaften zogen dann jedoch nach und schlossen Tarifverträge ab, die es allen Zeitarbeitsfirmen erlauben, diese anzuwenden und die EU Richtlinie zu unterlaufen.

„Schwarzes Schaf“ runtime?

Nein – „runtime“ ist nicht ein einzelnes „schwarze Schaf“ in einer sauberen Branche: die Schlecker-eigene Leiharbeitsfirma ist nicht zufällig im ostdeutschen Zwickau beheimatet. Ähnliches berichten Leiharbeiter/innen von anderen Zeitarbeitsfirmen.
* Zeitarbeit gehört verboten. Sie drückt Löhne und schränkt Arbeitnehmerrechte unzulässig ein.
* Gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für alle !
* Gesetzlicher Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde !

  http://www.bev-bremen.de (http://www.bev-bremen.de)
(http://media.de.indymedia.org/images/2009/12/268373.png)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:56:12 Fr. 19.März 2010
Zitat
Leiharbeit stinkt!
(http://media.de.indymedia.org/images/2010/03/276071.jpg)
Proteste bei Zeitarbeitsmesse Wuppertal +++ Flugblätter klären über Zwangsmaßnahme der ARGE Wuppertal auf +++ Gestank von Stinkbomben lässt Besucher der Messe nur kurz verweilen +++ Auftakt sozialrevolutionärer Kampagne in NRW

Heute fand die vierte Zeitarbeitsmesse in Wuppertal statt. Über 25 Zeitarbeitsfirmen, die ARGE Wuppertal und der DGB fanden sich heute in der Historischen Stadthalle auf dem Johannisberg ein, um hunderte Jobsuchende in Elendjobs einzugliedern. Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Wuppertal, erklärte im Vorfeld der Messen: „Wer heute auf Jobsuche geht, kommt an der Zeitarbeit nicht vorbei“, „denn rund ein Drittel der bei uns gemeldeten Stellen stammen aus dem Bereich der Zeitarbeit." Die Agentur für Arbeit Wuppertal und die ARGE Wuppertal arbeiten seit einigen Jahren kontinuierlich mit den Zeitarbeitsunternehmen zusammen. So werden von der ARGE Erwerbslose in einem Anschreiben aufgefordert die Leiharbeitmessen aufzusuchen, da ansonsten angeblich Sanktionen drohen würden.

Gegen 10 Uhr startete die Messe. Vor der Stadthalle hatten sich schon viele Jobsuchende und Erwerbslose eingefunden. Auch über ein dutzend Aktivisten aus basisgewerkschaftlichen Organisationen und linksradikalen Gruppen hatte sich ebenfalls eingefunden und begann Flugblätter zu verteilen, die über Leiharbeit im allegmeinen und über den Zwang der ARGE an der Leiharbeitsmesse teilzunehmen aufklärten. In unzähligen Gesprächen wurde relativ schnell klar, dass die Anwesenden sehr unterschiedlich Ansichten bzgl der Messe hatten. Erklärte die einen, dass "Leiharbeit zwar Scheisse, aber meine letzte Chance sei" waren andere insbesonder über die ARGE gefrustet und wütend: "Ein Skandal, dass wir Ihr hin gezwungen werden!"
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Als die Türen der Messe sich öffenten drängten sich die Menschen in die Eignangshalle, wo sich Szenen gleich eines Viehmarktes abspielten. Im Marktschreier-Stil zerrten Hostessen die Leute an die verschiedenen Stände der Leiharbeitsfirmen. "Für jeden ist ein Job da!" rief der Skalvenhändler vom seinem Stand in die Menge rein. Ein erwerbsloser Elektriker näherte sich dem Stand und fragte nach, ob auch für Ihn als Elektriker es einen Job gäbe. Großmütig antworte der Skalvenhändler: "Natürlich. Hier ist ihr Arbeitvertrag. Sie müssen nur unterschreiben." Schwubs war nach einer Minute "Berufsberatung" der erste Arbeitvertrag unter Dach und Fach. Kurz schob der Marktschreier nach Unterschrift seines neuen Sklaven hinterher: "Also sie müssen verstehen, dass wir sie nicht als Elektriker, sondenr nur als Hilfsarbeiter einstellen können. Aber, wenn sie Fleißig sind und Leistung bringen, können sie auch irgendwann aus der Entgeldgruppe 1 aufsteigen". Für eine Nachfrage des neuen 6 Euro Leiharbeiter blieb natürlich keine Zeit, schon drängten die nächsten nach Arbeit Suchenden an den Stand. Derweil lobpreiste die IG-Metall ihre Verdienste um die Leiharbeitsbranche mit Flugblättern: "Mehr Lohn für Leiharbeit". Schließlich ist der DGB stolz auf sich, einen neuen Traifvertrag mit der Leiharbeitsbranche hingelegt zu haben, der kolossale Lohnerhörhungen innerhalb den nächsten drei Jahren von 60 Cent vorsieht.
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Ungefähr nach einer halben Stunde fing es in der Stadthalle an deutlich zu Muffeln. Zunächst kam der ekelige Gestank vom IG Metall Stand her über die Menschenmasse, dann zog ein nächster Gestank vom Interessenverband Zeitarbeit durch die Messe, bis schließlich nicht mehr auszumachen war, woher eigentlich der bestialische Mief herrührte. Mehr und mehr Leute verliessen daraufhin die Halle, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Vielleicht hat die Durchlüftung dem einen oder der anderen nochmal die Gelegenheit geboten, darüber nach zu denken, ob sie wirklich sich ins Elend der Leiharbeit stürzen möchten.

Die Aktion gegen Leiharbeit und Arbeitszwang war zugleich der Auftakt einer sozialrevolutionären kampagne in NRW gegen Arbeitswahn, Zwangsarbeit und Elendslohn. Unter dem Motto: "Für Deutschland keinen Finger krumm!" will ein Bündnis aus linkradikalen, anarcho-sydikalistischen und kommunistischen Gruppen einen Beitrag dazu leisten, dass ein neuer Geist des Ungehorsams wieder in die Köpfe und sozialen Kämpfe einzieht.
(http://media.de.indymedia.org/images/2010/03/276082.jpg)
Anna Rocker von der Kampagne erklärte zur heutigen Aktion und zum Start der Kampagne: "Die heutige Aktion war ein netter, kleiner Auftakt unserer Kampagne. Leiharbeit stinkt! und dies haben wir heute auf dem Sklavenmarkt in Wuppertal den Nasen aus der Zeitarbeitsbranche klar gemacht. Gewiss auch heute wäre mehr drin gewesen, aber wir wollen ja auch noch steigerungsfähig in den AKtionsformen sein. Dafür werden sich Anlässe und Orte allemal finden: Leiharbeitsmessen, der tägliche kleine Kampf an der Arge oder im Betrieb. Wir glauben, dass dort wo der Kitt von Ideologie und kapitalistischer Vergesellschaftung bröckelt, ruhig mal der Vorschlaghammer gezückt werden sollte."

Unter www.soziale-unruhen.net (http://www.soziale-unruhen.net) finden sich neben dem Aufruf zur Kampagne auch noch eingie Termin, die gewiss in jeden Kalder eines Sozialrevolutionär gehöhren dürften.
http://de.indymedia.org/2010/03/276070.shtml (http://de.indymedia.org/2010/03/276070.shtml)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Sir Vival am 18:11:10 Fr. 19.März 2010
Wenn man als gelernter Elektriker schon so verzweifelt ist und beim Vorbeilaufen einen ARBEITSVERTRAG unterschreibt, is was faul in unserem land of our home!!!!!!
Ich denke nicht, daß dieser Mann ne Dumpfbacke ist. Das stinkt zum Himmel.
Und danach die Offenbarung: Hilfsarbeiter, der sich nach Jahren der Arschleckerei mal hochf***** muß. Für 6.- Euro würde ich dem ein Messer in den Hals stecken.
Erbärmlich sowas!!!
Sorry, wenn der Sklavenwi****r das zu mir gesagt hätte, mein Knie wäre mindestens 5x in seiner dumme Fresse gelandet. MIT FREUDE!

Wacht auf!
Demos u.ä. nützen da nichts mehr.
Abbrennen sollte man so einen Laden. Hetzer = Ketzer!
Schade ums Gebäude, aber was will man?

Ich könnt´ grad wieder platzen!  >:( >:(
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:30:16 Sa. 20.März 2010
Zitat
Leiharbeitsmessen skandalisieren
 
Am 18. März 2010 fand im beeindruckenden Ambiente der Historischen Stadthalle die 4. Wuppertaler Zeitarbeitsmesse statt. Die AntiLeihArbeitsInitiative Düsseldorf (ALAID) war dabei.

(http://www.scharf-links.de/uploads/pics/leiharbeit-dumpinglohn-abschaffen.jpg)

Martin Klebe, Chef der Wuppertaler ARGE, hatte schon im Vorfeld erklärt: "Wer heute auf Jobsuche geht, kommt an der Zeitarbeit nicht vorbei," und so hatten Bundesagentur für Arbeit und ARGE Wuppertal bekannte und weniger bekannte Leihfirmen zusammengerufen, um Arbeitslose in unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse abzuschieben. Es zeigte sich einmal mehr, wie eng ARGE und Bundesagentur mit der Zeitarbeitsbranche zusammenarbeiten.

Im Vorfeld hatte die ARGE mit einem Anschreiben ihre "KundInnen" eingeladen - und kein Berufsfeld war in der zur Verfügung stehenden Stellenbörse ausgenommen: Von A wie Altenpfleger über I wie Industriekaufleute bis zu T wie Technischer Zeichner oder Tele-Sales-Agent. Vermittlung in feste Jobs mit Perspektive, das war gestern. Die zwölf Seiten lange Liste für die Leiharbeit, mit teilweise hochqualifizierten Berufen, sagt etwas anderes.

Die Messe öffnete um 10.00 Uhr ihre Tore. Schon eine halbe Stunde vorher fanden sich die ersten BesucherInnen und die Aktiven der AntiLeiharbeits-Initiative Düsseldorf (ALAID) plus SympathisantInnen ein.
Die Stimmung war wenig euphorisch. "Leiharbeit ist schlecht, aber was willst Du machen, andere Möglichkeiten gibt es für uns nicht", sagt einer, zwei Männer applaudieren vor dem ALAID Transparent: "Gleiche Arbeit - gleiches Geld", Hoffnung setzen nur wenige auf die Angebote der Messe.

Im Innern versuchen ARGE und Zeitarbeitsfirmen einen Zustand vorzugaukeln, der dem Inhalt der Veranstaltung nicht entspricht: Sie wollen den Eindruck einer völlig normalen Messe - Alltagsgeschäft eben. Und genau das ist eine Leiharbeitsmesse nicht. Sie ist vielmehr Ausdruck eines Prozesses gesellschaftlicher Verrohung. Der Niedriglohnsektor soll mit dem Ziel: "Harte und qualifizierte Arbeit für ganz kleines Geld" zementiert und Arbeit, auf Teufel komm raus, billig werden, auf Kosten der Einzelnen und der Allgemeinheit.

Leiharbeitsmessen gibt es überall


Die Zeitarbeitsmesse Wuppertal ist kein Einzelfall. Allein im Zeitraum März und April 2010 finden achtzehn Veranstaltungen dieser Art in Deutschland statt. Sie sind der Hebel, Leiharbeit gesellschaftsfähig zu machen. Das Kalkül: Sind derartige Messen etabliert und unumstritten, dann gilt das auch für die Leiharbeit selbst.

Deshalb lautet der Appell der AntiLeiharbeitsInitiative Düsseldorf an alle linken Kräfte:

    * Achtet auf Zeitarbeitsmessen in Eurer Nähe, derartige 
       Veranstaltungen gehören skandalisiert. Sie zerstören einen
       Arbeitsmarkt, der Jobs anbietet, von denen Menschen leben
       können.
    * Leiharbeit in der Form, wie sie in den letzten Jahren etabliert
       worden ist, gehört abgeschafft.
    * Protestiert und erzeugt öffentliche Aufmerksamkeit.


Dazu sind natürlich auch die KollegInnen der DGB Gewerkschaften eingeladen. Leider ist der DGB, was die Zeitarbeit angeht, noch nicht bei der realen Ausprägung dieses Ausbeutungsmodells angekommen. Zu oft sehen die KollegInnen Leiharbeit als Lösung und nicht als Teil des Problems.
Christian Iwanowski von der IG-Metall Bezirksleitung NRW mahnte beispielsweise auf der Zeitarbeitsmesse in Bielefeld am 3. März faire Arbeitsbedingungen auch für Leiharbeiter an.
http://netkey40.igmetall.de/homepages/bielefeld/tarifpolitik/newstarifpolitik/zeitarbeitsboersebericht.html (http://netkey40.igmetall.de/homepages/bielefeld/tarifpolitik/newstarifpolitik/zeitarbeitsboersebericht.html)
 
Wie immer man faire Bedingungen auch definieren mag, eines ist klar:
solange im Rahmen der Deregulierung des Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes Leiharbeitskräfte unbefristet verliehen werden können, verbietet sich eine Diskussion über Fairness. Das Resultat sind gespaltene Belegschaften, wobei Stammbelegschaft und LeiharbeiterInnen wechselseitig Druck aufeinander ausüben.
Erfreulicherweise ist in der letzten Zeit Bewegung in die gewerkschafliche Diskussion gekommen.
Es gibt das sehr informative IG-Metall Forum Zoom (ZeitarbeiterInnen ohne Organisation machtlos) oder das Portal Gleiche Arbeit - gleiches Geld (www.gleichearbeit-gleichesgeld.de (http://www.gleichearbeit-gleichesgeld.de)), aber eine konsequente Ablehnung von Arbeitsverhältnissen, die eine verlässliche Lebensplanung und gerechten Lohn verhindern und rüde Entrechtung und Ausbeutung bedeuten, ist (noch) nicht erkennbar.

Und so bleiben die freundlichen KollegInnen vom IG Metall Stand auf der Wuppertaler Zeitarbeitsmesse bis auf weiteres Bestandteil einer Veranstaltung, auf die sie nicht gehören.
 
Mehr Infos unter www.alaid.de (http://www.alaid.de)
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: milly am 07:36:16 Mi. 24.März 2010
Die Kommunistische Partei Japans gewann in weniger als einem Jahr mehr als zehntausend neue Mitglieder. Videos der Parlamentsreden von KP-Chef Kazuo Shii wurden im Internet Hunderttausende Male aufgerufen. Darin wettert Shii gegen die verbreitete Leiharbeit bei Konzernen wie Toyota und Canon. Zentralkomitee-Mitglied Sakutaro Nakai erklärt den Zulauf damit, dass die KP als einzige Partei gegen die konzernfreundlichen Arbeitsgesetze unter Reform-Premierminister Koizumi gestimmt habe. Die KP kämpft für einen Mindest-Stundenlohn von 1000 Yen (8 Euro) und gegen die Praxis der Service-Überstunden - unbezahlte Extra-Arbeit.

hallo man of constant sorrow.
ich dank dir ganz herzlich für deinen beitrag von 2008 ....
Japan ist nicht so ganz einfach zu verstehen, so wie jedes andere Land auch.

die JAPANISCHE wirtschaftspolitik ins visir zu nehmen, ist ein mutiges unterfangen. du tust es auf eine gute art und ich danke dir dafür.

naja, bin ja auch schon still... daijobu-dajO
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 18:16:42 Sa. 27.März 2010
Spaziergang gegen Hartz IV und Leiharbeit
09.04.2010 | 17 Uhr | Frankfurt Hauptwache


Aktionstag gegen Leiharbeit und Hartz IV
09.04.2010 | 16 Uhr | Hochschule Bremerhaven
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:50:54 Do. 22.April 2010
(http://i.ytimg.com/vi/wZehNO-I2qA/0.jpg)(http://www.direkteaktion.org/196/menschenhandel-bleibt-menschenhandel-bleibt-doppelte-ausbeutung/da196-bug-leiharbeit-darmstadt.jpg)(http://www.igbce-blogs.de/blogbuster/wp-content/gallery/bundesjugendkonferenz-09-2-tag/aktion_leiharbeit_blog.jpg)(http://www.linke-frankfurt.de/bilder-und-grafiken/Schlecker2.JPG/image_preview)(http://www.leiharbeit-abschaffen.de/bilder/20090918_do.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:53:45 Do. 13.Mai 2010
In Bremen gab es ein "GO IN" von Erwerbslosen bei einer Leihbude.

Jetzt thematisieren auch in Österreich Erwerbslose die Leiharbeit:

„Aktive Arbeitslose“ fordern offensive Verbesserung der Löhne von LeiharbeiterInnen
http://www.chefduzen.at/viewtopic.php?f=23&t=1301&sid=df117308501a10a25e5a04c9951a48ba (http://www.chefduzen.at/viewtopic.php?f=23&t=1301&sid=df117308501a10a25e5a04c9951a48ba)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:44:50 Mi. 26.Mai 2010
(http://www.gleichearbeit-gleichesgeld.de/w/gfx/large/aktuelles/dsc_3238.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 16:23:55 Di. 15.Juni 2010
Ich möchte an dieser Stelle auf eine Kampf von Leiarbeitern in Kiel hinweisen, der von überregionaler Bedeutung ist:

400 Leiharbeiter der TABEL GmbH kämpfen gegen Lohndumping durch die KIELER NACHRICHTEN.


http://www.chefduzen.de/index.php/topic,21494.0.html (http://www.chefduzen.de/index.php/topic,21494.0.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 20:47:00 Sa. 28.August 2010
Zitat
Darmstadt: GALIDA - Aktion gegen Zeitarbeit

Unter dem Motto: Billiglohn und Zeitarbeit – dafür ham´wir keine Zeit! protestierte die GALIDA heute gegen die Zeitarbeitsmesse der ARGE Darmstadt in den Räumen der Agentur für Arbeit im Groß-Gerauer-Weg 7.
Wie nicht anders zu erwarten, war die Polizei schon vor Ort, als wir vor der Agentur eintrafen. Zu unserer Überraschung war sogar die Agentur-Leitung vertreten, welche uns in einem Akt umschmeichelnder Höflichkeit erlaubte, innerhalb der Agentur aufzuschlagen und dort unsere Flugblätter (siehe Anlage) unter die Erwerbslosen zu bringen.

(http://media.de.indymedia.org/images/2010/08/288463.jpg)
Das taten wir dann auch mit großer Freude. Nachdem wir mit Transparenten und Flugblättern eine große Runde an den Zeitarbeitsinfotischen vorbei gelaufen waren, informierten wir die Anwesenden Erwerbslosen über Hintergrund der Aktion und ihre Rechte gegenüber den Firmen.

Nach getaner Tat, verließen wir, natürlich unter wachsamen Augen der Staatsdiener, nach etwa 45 Minuten wieder den Ort des Geschehens.

Vor dem Gebäude wurden wir dann noch von vier Erwerbslosen angesprochen, welche große Sympathie für die Aktion kundtaten und von ihren miesen Erfahrungen bei Zeitarbeitsfirmen berichteten.

Wir haltes es mit Paulchen Panther: Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!
http://de.indymedia.org/2010/08/288462.shtml (http://de.indymedia.org/2010/08/288462.shtml)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: DJ1980 am 09:19:50 So. 29.August 2010
Sauber! Weiter so!!!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 18:39:29 Sa. 25.September 2010
Habe gerade einen schon ein paar Monate alten Artikel gefunden:

Zitat
Stop Leiharbeit – Proteste gegen boomende prekäre Arbeit

Ein Bericht von den Protesten gegen boomende prekäre Arbeit  am 29.4.2010 in Bremen


Stop Leiharbeit –


Unter diesem Motto fand heute in der Bremer Innenstadt auf dem Liebfrauenkirchhof eine Kundgebung und eine parallele „Besuchsaktion“ einer Leiharbeitsfima statt. Mit beiden Aktionen sollte in der „Hochburg der Leiharbeit Bremen“, 2 Tage vor dem 1. Mai, gegen Prekarisierung und Ausbeutung protestiert und für die aktive Beteiligung am Bremer 1.Mai geworben werden

(http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/downloads/stop_leiharbeit.png)

400 Leiharbeitsfirmen allein in  Bremen.


Mit der befristeten Einstellung und schnellen Kündigung von Arbeitskräften und der Ausweitung der Leiharbeit wälzen die Unternehmen die Folgen der kapitalistischen Krise zunehmend auf die lohnabhängig Beschäftigten ab. So ist durch den Anstieg der Zahl der Leiharbeitsfirmen von 120 in 2008 auf über 400 im Jahr 2010 Bremen zu einer Hochburg der Leiharbeit geworden. Die Zahl der LeiharbeiterInnen hat sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht. Die Löhne der Leiharbeiter liegen dabei um bis zu 40%  unter denen der fest Beschäftigten . Kein Wunder das Leiharbeit bundesweit und auch in Bremen boomt.
Während der Anteil der LeiharbeiterInnen an allen Arbeitsverhältnissen bundesweit nur 2,8% beträgt ist er in Bremen schon auf 4,5 % gestiegen.
(http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/downloads/stop_leiharbeit_1.png)

Arbeiten in Zeiten der Krise.

Nach dem Modell Schlecker soll der Ausweg aus der Krise über zunehmende Leiharbeit erfolgen. In Bremen am deutlichsten an der Entwicklung der Arbeit in den Hafenbetrieben erkennbar: Feste Angestellte des Gesamthafenbetriebsvereins und Rhenus Midgard werden entlassen und durch flexibel abrufbar, schlecht bezahlte und wenig oder gar nicht organisierte Leiharbeiter ersetzt.
In der Krise und Phase wirtschaftlicher Konsolidierung lassen sich mit der Ausweitung der Leiharbeit blendende Geschäfte machen. Sowohl bei den Firmen, die Leiharbeiter in Ihren Betrieben einsetzen, als auch bei den Leiharbeitsfirmen.

(http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/downloads/stop_leiharbeit_7.png)

Ergänzt wird das repressive System der Lohnsenkung und Flexibilisierung durch die Praxis der 1€ Jobs und Verfolgungsbetreuung der Ämter und privaten Vermittler, mit denen die Erwerbslosen für die deregulierte Leiharbeit „konditioniert“ werden. Berechtigte Existenzängste der Menschen fördern dabei die Passivität und Akzeptanz miesester Arbeitsbedingungen.  Diese schlagen dann auf reguläre Beschäftigungsverhältnisse zurück und erzeugen auch dort erhöhten Druck bei den Erwerbstätigen.

Solidarität

(http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/downloads/stop_leiharbeit_4.png)

Zum Widerstand ermuntern.

Die Protestkundgebung und die „Besuchsaktion“ der Bremer Leiharbeitsfima in der Innenstadt von politischen AktivistInnen, 2 Tage vor dem 1. Mai, sollten auf das Thema „Krisenbewältigung durch boomende Leiharbeit“ aufmerksam machen.
Den InitiatorInnen vom Bremer Euro-Mayday –Bündnis kann nach der erfolgreichen Aktion heute nur beglückwünscht werden.  Trotz guten Vorlaufes der Aktiven  sind die geplanten Aktionen zu den Leiharbeitsfirmen durchgesickert; waren sie auf evtl. politischen Protest-„Besuch“  vorbereitet.  Die erfahrenen politischen Aktivisten haben auf diese Entwicklung flexibel und erfolgreich reagiert.
Mit Transparenten, Schildern und Protestreden vor der „besuchten“ Leiharbeitsfirma wurde der Unmut über  prekäre Arbeitsverhältnisse und die „Krisengewinner“ artikuliert und erfolgreich für die Beteiligung an der Bremer 1. Mai-Demo des DGB geworben. Wie im letzten Jahr zum 1. Mai soll der Protest gegen zunehmende prekäre Arbeitsverhältnisse mit eigenen Transparenten und Schildern der Betroffenen auf die Straße gebracht werden.
Gleichzeitig wird damit angeknüpft an die erfolgreiche Praxis der Flash-Mob Aktionen, bei denen politische AktivistInnen, Arbeitslose, prekär Beschäftigte, Schüler und Studenten mit verschiedenen Gewerkschaftern die Gegenwehr gegen die Abwälzung der Krisenlasten lautstark in die öffentliche Wahrnehmung gerückt und zur Beteiligung ermuntert haben.
http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/ (http://www.kapitalismuskrise.org/bremen/)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 16:28:27 Di. 01.Februar 2011
Tut sich etwas bei den DGB Gewerkschaften?
Nicht mehr "Leiharbeit verbessern!", sondern Leiharbeit stoppen!

(http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/eh/keine2klassen.gif)

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 19:02:25 Di. 01.Februar 2011
Cooler Button!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: wargh am 21:47:07 Do. 03.Februar 2011
Boa, das wäre ein absoluter Freudentag, wenn die ZAF's mal "ausgeschalten" werden.

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 01:50:22 Sa. 05.Februar 2011
Zitat
"Wer dran bleibt, erreicht auch Erfolge"
Na bitte, es geht doch! So halten wir's hier auch, immer schön dranbleiben.
Glückwunsch Alexandra, und weiterhin viel Erfolg!
Zitat
Interview - Klinikum Essen: Personalrat schafft Leiharbeit ab

von Herbert Schedlbauer

Alexandra Willer ist Personalratsvorsitzende und stellvertretende ver.di Vertrauenskörper-Vorsitzende am Uniklinikum Essen.

UZ: Die rot-grüne Bundesregierung hat vor sieben Jahren Tür und Tor für Leiharbeit geöffnet. Mit Duldung der Gewerkschaften. Betroffen war auch das Uniklinikum Essen. Wie habt ihr erreicht, dieses Lohndumping zu beenden?

Alexandra Willer: Prekäre Arbeitsverhältnisse wurden in dieser Gesellschaft lange Zeit überhaupt nicht wahrgenommen. Schlimmer noch, die Menschen hatten sie als normal betrachtet. Mit Schlecker und seinen XXL-Märkten gab es dann eine Situation, wo auch die Beschäftigten in Essen am Uniklinikum aufhorchten. Unser Vertrauensleutekörper, ver.di als Gewerkschaft sowie wir als Personalrat, waren fünf Jahre an dem Thema dran. Als die miesen Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter an die Oberfläche kamen, gelang es uns auch die Medien dafür zu interessieren.

UZ: Schlechte Arbeitsbedingungen und Lohndrückerei müssen also öffentlich gemacht werden?

Alexandra Willer: Ja. Die innerbetriebliche Auseinandersetzung ist die eine Seite. Ein weiterer Schritt ist die Politik zu fordern. Karl-Josef Laumann (CDU), der abgewählte Arbeitsminister der schwarzgelben Landesregierung, musste sich in unserer Personalratssitzung äußern. Anschließend erklärte er gegenüber dem WDR, das Uniklinikum wäre ein "unanständiger Arbeitgeber". Auch der frühere nordrhein-westfälische DGB Vorsitzende Guntram Schneider (SPD), der jetzt Arbeitsminister ist, nutzte den Wahlkampf. Er sprach mit Leiharbeitern und zeigte sich empört. Wir nehmen ihn nach dem Regierungswechsel in NRW in die Pflicht. Wir werden als Personalrat nicht locker lassen.

UZ: Im Uniklinikum Essen vertretet ihr 3 000 Arbeiter und Angestellte. Dazu kamen rund 300 Leiharbeiter. Die wurden extra in einer dafür vom Klinikmanagement gegründeten Serviceagentur (PSG) beschäftigt. Wie sah die Entlohnung dort aus?

Alexandra Willer: Zum Beispiel: Eine am Klinikum beschäftigte Verwaltungsangestellte, deren Vertrag auslief, sollte für 400 Euro weniger im Monat die selbe Arbeit machen. Wer in die PSG kam, hatte kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Keine betriebliche Altersversorgung. Es gab 24 Tage Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz, statt 30 Tage nach dem Tarifvertrag. Das waren die Haupteinschnitte für den materiellen Unterschied. Hochgerechnet auf die unterschiedlichen Beschäftigungen wurde zwischen 25 und 30 Prozent weniger verdient.
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UZ: Wie sah Euer Widerstand aus, welche Aktionen habt Ihr gemacht? Wie gelang es dem Personalrat, die Belegschaft einzubeziehen?

Alexandra Willer: In den fünf Jahren der PSG, der dadurch entstandenen Zweiklassenbelegschaft, haben wir immer wieder diesen Zustand in und außerhalb des Klinikums angeprangert. Auf jeder Personalversammlung konfrontierten wir den Vorstand der Klinik damit. Es gab Postkartenaktionen, bei denen sich das Stammpersonal mit den Leiharbeitern solidarisierte. Mit einer Fotoserie "Wir alle sind das Klinikum" zeigten wir, dass wir anders arbeiten wollen. Unter Bedingungen, die keine unterschiedliche Entlohnung duldet für gleiche Arbeit. Mit immer neuen Ideen und Aktionen, ist vier Jahre gekämpft worden, bis wir letztendlich erfolgreich waren.
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Den ganzen Text lest ihr: hier (http://)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: DJ1980 am 08:11:46 Sa. 05.Februar 2011
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mir dieser Artikel Hoffnung gibt!
Und so müsste es nun Bundesweit laufen! Weg mit der Scheiße!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Tiefrot am 21:57:47 Sa. 05.Februar 2011
DJ1980 schrob:

Zitat
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mir dieser Artikel Hoffnung gibt!
Und so müsste es nun Bundesweit laufen! Weg mit der Scheiße!

Dies halte ich persönlich für einen absoluten Ausnahmefall.
Kaum einer dieser kranken Gewinnmaximierer wird -wie hier- ein Einsehen haben.  ;(
Nie nicht.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 22:05:05 So. 06.Februar 2011
Zitat
Dies halte ich persönlich für einen absoluten Ausnahmefall.
Noch ist das sicher so, aber wer weiß vielleicht setzt sich bei Betriebs/Personalraten langsam die Erkenntnis durch, das Leiharbeit im Betrieb im Endeffekt nur Nachteile für die gesamte Belegschaft bringt. Die UZ ist das bislang einzige Printmedium das über diese Vorgänge an der Uniklinik Essen berichtet hat, glaub ich.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Judy am 21:19:22 Mo. 07.Februar 2011
Ich hab gehört, dass fast jede ZAF irgendwie was Rechtswidriges macht, entweder jede Menge falscher Lohnabrechnungen, rechtswidrige Dinger im Arbeitsvertrag usw.
Können dann nicht die Leute, die sich ansonsten mit Tricks oder AU von ZAF freihalten, sich einfach mal kurz einstellen lassen, die Rechtswidrigkeiten dokumentieren, und danach anzeigen? Danach hat man dann sicherlich Ruhe vor denen, die werden einen dann nie mehr einstellen wollen, wenn das aber genug Leute machen, kann das vielleicht auch den Tod der ZAF bedeuten, ich denke auch nicht, dass jemand dafür sanktioniert werden kann, dass er ne Rechtswidrigkeit anzeigt.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 02:10:36 Di. 08.Februar 2011
Du, Judy ich hab gehöhrt das das hier schon einige gemacht haben sollen. ;D ;D ;D
Zitat
wenn das aber genug Leute machen, kann das vielleicht auch den Tod der ZAF bedeuten,
Das Problem ist, die sind wirklich zäh die Biester! Aber wir sinds auch... ;D ;D ;D
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: DJ1980 am 07:37:27 Di. 08.Februar 2011
Ich hab gehört, dass fast jede ZAF irgendwie was Rechtswidriges macht, entweder jede Menge falscher Lohnabrechnungen, rechtswidrige Dinger im Arbeitsvertrag usw.
Können dann nicht die Leute, die sich ansonsten mit Tricks oder AU von ZAF freihalten, sich einfach mal kurz einstellen lassen, die Rechtswidrigkeiten dokumentieren, und danach anzeigen? Danach hat man dann sicherlich Ruhe vor denen, die werden einen dann nie mehr einstellen wollen, wenn das aber genug Leute machen, kann das vielleicht auch den Tod der ZAF bedeuten, ich denke auch nicht, dass jemand dafür sanktioniert werden kann, dass er ne Rechtswidrigkeit anzeigt.


Das Problem mit dem "Anzeigen" ist ja immer erstmal jenes:

1.: Handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat? Das meißte sind wohl Owigs, und schon juckt es die StA nicht mehr, sondern dann ist das zuständige Gewerbeaufsichtsamt zuständig, die dann, wenn überhaupt, eine lächerliche Geldbuße ansetzt!

2.: Besteht genügend öffentliches Interesse, insofern es sich überhaupt um eine Straftat handelt? Und das ist genau der Punkt: Da die ganzen Leihficker bislang nahezu ungeschoren davon gekommen sind, denkt die Öffentlichkeit, genau so wie bei den ganzen Hartz IV Sachen, dass das schon alles seine Richtigkeit hat, und schon behauptet die StA, das kein ausreichendes öffentliches Interesse besteht.


Dazu kommt, und ich kann es gar nicht oft genug betonen, das es ja immer noch hunderttausende von hirntoten Vollidioten gibt, die sich den ganzen Ausbeuterscheiß gefallen lassen, ja schlimmer noch, die sogar froh sind, "überhaupt einen Job zu haben", stichwort "Hauptsache nen Job"!
Und solange dieses Selbstzerstörerische und gegen jede Vernunft verstoßende Denken nicht aus dem engstirnigen Deutschen Volk raus ist, wird sich in Zukunft wohl auch nix ändern.....
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:35:44 Di. 29.März 2011
ALSO-Aktion zur Leiharbeitsmesse in Oldenburg
Am vergangenen Mittwoch (23.3.2011) fand in der Oldenburger Messehalle eine sog. Zeitarbeitsmesse statt. Knapp 20 Zeitarbeitsläden suchten sich in gutem Bild darzustellen. Das gelang wohl nicht. Zum einen waren die meisten Messe'besucher' zwangsrekrutiert - ganze Gruppen von Maßnahmenteilnehmern wurden durch die Halle geschleust. Zum anderen hatten schon viele allzu üble Erfahrungen mit diesen Unternehmen gemacht. Die Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO) konnte mit vielen Besuchern gute Gespräche führen, informierte über das Urteil des Bundesarbeitsgericht, wonach der Christliche Leiharbeitstarif ungültig ist wie auch die Möglichkeit, in bestimmten Fällen den Lohn der Entleihbetriebe nachzufordern. Siehe dazu:


Leiharbeit? „Ja, warum denn nicht?“
 „Zeitarbeitsmesse – das klingt gut, das klingt seriös. Auf Messen werden neue Waren und Dienstleistungen präsentiert. Bei der Zeitarbeit wird auch mit Ware gehandelt: mit der Ware Arbeitskraft. Allerdings ist die Ware Arbeitskraft fest mit lebendigen Menschen verbunden. Menschenhandelsmesse? – Das klingt schon nicht mehr so gut. (…) Sklavenhändlermesse – wie klingt das?...“
ALSO-Flyer zur Messe: http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/also0311a.pdf (http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/also0311a.pdf)


Verleiher, vollen Lohn nachzahlen! Volle Löhne einfordern!

ALSO-Flugblatt zum Bundesarbeitsgerichtsurteil http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/also0311b.pdf (http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/also0311b.pdf)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:56:00 Do. 05.Mai 2011
Zitat
Stippvisite bei den Sklavenhändlern
Nach der 1. Mai-Demonstration des DGB führte die Basisgewerkschaft FAU zu Zeitarbeitszentralen in Mitte


(http://neues-deutschland.warenform.de/serveImage.php?id=40965&type=o)
Die FAU unterwegs zu Personalservice-Agenturen
Foto: Stefan Otto

»Flexibel« müssten die Beschäftigten heutzutage sein, das sagen die Unternehmer. Weil der Arbeitsmarkt immer breiter gefächert sei. Diese Entwicklung entspreche ohnehin den gesellschaftlichen Ansprüchen. Darauf stellt sich auch der Arbeitsmarkt ein: 930 000 Zeitarbeiter gibt es derzeit in der Bundesrepublik. Tendenz: steigend.

Die syndikalistische Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) nennt diese Leiharbeit – in der die Beschäftigten bei einem Personaldienstleister angestellt sind und an die Betriebe ausgeliehen werden – eine »moderne Form von Slavenhandel«.

Die FAU veranstaltete am Tag der Arbeit einen Spaziergang durch Berlin-Mitte zu diesen Arbeitsvermittlern. In einem Pulk von 50 Demonstranten, einem Geiger und einem Kontrabassisten besuchten sie den Bundesverband für Zeitarbeit und den Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister, die ab Mai zum Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) fusioniert sind.

Vor dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales monierte ein Redner durch das Mikrofon, dass diese Leiharbeiter bei Vollzeitarbeit dennoch oftmals nicht nur unwesentlich über einen Hartz IV-Satz kämen, so dass sie vielfach auf Transferleistungen vom Staat angewiesen seien. »Leiharbeit ist Lohndumping« lautet eine Parole der Basisgewerkschafter bei wehenden Schwarz-roten Fahnen in Mitte.

Leiharbeiter genießen keinen Kündigungsschutz. Sobald die Konjunktur kriselt, ist ihr Job in Gefahr. »Diese Beschäftigten könnten sich in dieser Abhängigkeitsstruktur nur weit unter Wert verkaufen«, erklärt Holger Marcks, Aktivist der FAU.

Immer mehr Werktätige würden als Arbeiter zweiter Klasse behandelt, macht die FAU als Tendenz aus. »Sie bekommen 30 Prozent oder gar 50 Prozent weniger Lohn als die Kollegen, obwohl sie die gleiche Leistung bringen«, sagt Marx.

Längst seien diese auf Zeit angestellten Kollegen auch für die Stammbelegschaft eine stetige Warnung. Schließlich kann ihr Unternehmer künftig noch häufiger auf Leiharbeiter zurückgreifen und auch ihren Arbeitsplatz ersetzen.

Anlässlich dieser trüben Gegenwart klingt der Grundsatz der FAU wie eine Utopie – die Syndikalisten halten daran fest, dass Beschäftige für die gleiche Arbeit auch der gleiche Lohn erhalten sollen. Sie gehen damit in die Opposition zur DGB, der dieses Prinzip durch Zeitarbeitstarifverträge ausgehöhlt haben.

Ab Mai gilt ein neuer Tarifvertrag für Zeitarbeiter: Demnach steigen die Löhne für ungelernte Beschäftigte in der Entgeltgruppe 1 von 7,60 Euro auf 7,79 Euro die Stunde. Die Entgeltgruppe 9 erhält eine Erhöhung von 17,11 Euro auf 17,53 Euro. Bei rund einem Drittel der Leiharbeiter werden diese Tarife angewendet. »Das ist natürlich besser als nichts«, findet Holger Marcks. Und dennoch kritisiert er, dass Leiharbeit keine eigene Branche sei und Tarifverträge nur für solche gelten sollten. Seine Befürchtung ist, dass damit Personaldienstleistern wie Randstad oder Olympia Tür und Tor geöffnet werden.

Als Erfolg werten die Syndikalisten hingegen, dass im Dezember dem Zusammenschluss von christlichen Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalservice-Agenturen (CGZP) vom Bundesarbeitsgericht die Tariffähigkeit aberkannt wurde, weil sie gesetzliche Mindeststandards herabgesetzt haben. Wer nach CGZP-Tarif bezahlt wurde, hat nun einen Anspruch auf Lohnnachzahlung.

Wie die Betroffenen dieses Recht einfordern können, darüber informiert die FAU zusammen mit dem Rechtsanwalt Klaus Stähle auf einer Veranstaltung am Donnerstag um 19 Uhr in der Lottumstraße 11 in Mitte
http://neues-deutschland.warenform.de/artikel/196570.stippvisite-bei-den-sklavenhaendlern.html (http://neues-deutschland.warenform.de/artikel/196570.stippvisite-bei-den-sklavenhaendlern.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: backi am 13:17:28 Fr. 06.Mai 2011
Ich bin bei so einer Sklavenfirma!!!
Von anderen Mitarbeitern verunglimpft, damit derjenige welcher bessere Chancen auf eine Festanstellung hat!!!
Stasi Methoden in den Betrieben, dank Leiharbeit. Malochen bis zum umfallen und dann einen Arschtritt vor die Tür und das für viel zuwenig Kohle!!!
Terroristen sind schlimm? Mag sein, aber was Leiharbeit angeht, könnte ich kotzen!!!
Deutschland zockt den kleinen Mann ab und die Reichen werden immer reicher. Die Geschichte lehrt uns, das sowas nicht für immer funzt, also auf zu neuen Ufern und lasst uns was tun. ( Gewalltfrei )
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 14:13:34 Di. 24.Mai 2011
Protest gegen Zeitarbeitsmesse in Bremen

(http://media.de.indymedia.org/images/2011/05/308108.png)
Sicherheitsfirma greift AktivistInnen an

In der Waterfront in Bremen-Gröpelingen fand am Samstag die 12. Zeitarbeitsmesse unter dem Motto „Arbeit mit Zukunft“ statt. Um ihre grundsätzliche Ablehnung der Zeitarbeit deutlich zu machen, versammelten sich dort circa 20 AktivistInnen aus verschiedenen linksradikalen und sozialpolitischen Gruppen. Mittels Flugblättern, Redebeiträgen und Transparenten wurden die BesucherInnen informiert.

„Leiharbeit ist eine besonders widerliche Beschäftigungsform, mit ihr werden die Löhne noch weiter gedrückt, die Tarifverträge unterlaufen und die Arbeitsverhältnisse immer weiter prekarisiert“, so Inga Peters vom „Bremer Bündnis gegen Leiharbeit“. „Dies alles geschieht mit Unterstützung der Stadt Bremen“, so Peters weiter. So würden Arbeitssuchende gezielt vom Bremer Jobcenter auf Zeitarbeitsfirmen verwiesen werden, wer dem nicht nachkomme bekäme Sanktionen. „Wir fordern die sofortige Abschaffung der Zeitarbeit“, so Peters.

Überschattet wurde der Protest von Gewalt seitens der Sicherheitsfirma der Zeitarbeitsmesse. Circa 8 Securities griffen die AktivistInnen gezielt mit Tritten und Faustschlägen an und verletzten mehrere.

(http://media.de.indymedia.org/images/2011/05/308109.png)

„Der Einsatz von Schlägern gegen Proteste gegen Zeitarbeit ist neu. Offensichtlich fühlen sich die Zeitarbeitsfirmen unsicher.“, so Peters dazu. „Was der Einschüchterung dienen sollte ist für uns aber nur erneuter Ansporn. „ so Peters abschließend.

http://de.indymedia.org/2011/05/308107.shtml (http://de.indymedia.org/2011/05/308107.shtml)


Das verteilte Flugblatt:
Zitat
Leiharbeit abschaffen

Zeitarbeitsmesse – das klingt gut, das klingt seriös. Auf Messen werden neue Waren und Dienstleistungen präsentiert. Bei der Zeitarbeit wird auch mit Ware gehandelt: mit der Ware Arbeitskraft.
Menschenhandelsmesse? – Das klingt schon nicht mehr so gut.

„Im Arbeitsvertrag standen sechs Stunden. Wir sind aber auf Arbeit gekommen und haben dann zehn, elf Stunden gearbeitet.
„Und die Überstunden sind bis heute nicht bezahlt worden.“
„Also, was ich hier erlebt hatte, erst mal die Billiglöhne, Urlaub wird nicht bezahlt, Krankheit auch nicht. Und was ich auch Ausnutzung finde, ist, dass man Kassenabrechnung zusätzlich machen muss, die auch nicht bezahlt wird.“
(Originaltöne aus der MDR- Nachrichtensendung „exakt“: „Arm trotz Arbeit – Leiharbeiter“ vom 10.04.2007)
„Bei uns gibt es permanent Probleme mit völlig undurchsichtigen Lohnabrechnungen.“
„Welche Kollegen? Bei der ersten Leiharbeitsfirma wechselten die Kollegen oft. Und seitdem bin ich mehr oder weniger Einzelkämpfer.“
„Ich habe überwiegend in Altenheimen gearbeitet. Zunächst in einem Altenheim mit ganz guten Bedingungen (...). Die wollten mich auch übernehmen. Aber das ging nicht. Im Vertrag zwischen Zeitarbeitsfirma und Entleiher war eine Ablöse bzw. Vertragsstrafen vorgesehen. Und eine dreimonatige Sperre zwischen Beschäftigungsende bei der Leiharbeitsfirma und Beschäftigungsbeginn beim selben Betrieb.“
(Auszüge aus Interviews mit Leiharbeitern; in: Wildcat Nr.87, Sommer 2010)

Sie sagen: „Zeitarbeit – eine moderne Beschäftigungsform, die auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten vielen Arbeitsuchenden die Möglichkeit des (Wieder-) Einstiegs in den Arbeitsmarkt bietet.“

Was für ein Arbeitsmarkt ist das aber?

40 - 50 Prozent weniger Einkommen im Schnitt für gleiche Tätigkeiten (laut DGB- Studie).
Zwei Klassen von Beschäftigten innerhalb eines Betriebes.
Ständige Konkurrenz und Leistungsdruck.
Arbeit auf Probe – als Dauerzustand.
Verdrängung von regulären Arbeitsplätzen durch Leiharbeit.
Keine Interessenvertretung im Betrieb.
Häufige Verstöße gegen Tarifbestimmungen.
Unterlaufen eigener Zusagen durch vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Im Februar 2011 gab es bundesweit 873 000 ZeitarbeiterInnen. Die Hälfte aller neuen Stellen entstehen in der Leiharbeit. Die Beschäftigungsdauer der Mehrheit liegt dort zwischen einer Woche und unter drei Monaten. Nur jede/-r sechste LeiharbeiterIn hat eine Chance, im Anschluss an Leiharbeit eine feste Stelle zu bekommen. Die Hälfte wird wieder arbeitslos.

Konzerne mit Rekordgewinnen und deren Zulieferer setzen auf Leiharbeit auch im ganz normalen Regelbetrieb. Betroffene verdienen aufs Jahr gerechnet durchschnittlich nur halb soviel wie Stamm-MitarbeiterInnen. 13% beziehen zusätzlich Hartz IV. Wie viele der anderen auch Hartz IV beziehen könnten, wenn sie einen Antrag stellen würden, weiß man nicht.

Ähnlich ist es bei Kirchlichen Einrichtungen, Sozialverbänden und anderen Branchen. Immer häufiger werden tarifliche Standards durch eigens dafür geschaffene Leiharbeitsfirmen unterlaufen.

Sie sagen:
So ist das nun einmal. Im Kapitalismus müssen die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben. Dazu gehört auch Leiharbeit. Begreift sie als Chance, überhaupt Arbeit zu bekommen.

Wir sagen:
Seht ihr, daher wollen wir euren Kapitalismus auch nicht! Leiharbeit ist ein Instrument des Kapitals normale Arbeitsverhältnisse und Tarife aufzulösen, die Arbeit zu prekarisieren und die Löhne zu drücken. Genauso wie Scheinselbstständigkeit, befristete Arbeitsverhältnisse, unbezahlten Praktika, geringfügige Beschäftigung, unfreiwillige Teilzeitarbeit.

So finanzieren wir durch unsere Hungerlöhne gleich zwei AusbeuterInnen, anstelle nur eines Chefs. Der Staat hat gegen all das nicht nur nichts, er treibt es sogar noch voran und organisiert es mit indem z. B. die Jobcenter Arbeitssuchende gezielt an Leiharbeitsfirmen vermitteln. Wer dem nicht Folge leistet, muss mit Sanktionen rechnen.
Der Kapitalismus mit seinem allgegenwärtigen Wettbewerb aller gegen alle sorgt so dafür, dass immer mehr Menschen verarmen.

Wir dagegen wollen eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Armut. Eine solche Welt ist nur jenseits des Kapitalismus zu haben.

Damit uns die finanzielle Not oder die Drohung mit Geldentzug durch das Jobcenter nicht in solche Jobs zwingt, müssen wir uns treffen und zusammen beraten, wie wir unsere berechtigten Interessen durchsetzen können. Denn das Grundübel liegt nicht in der Leiharbeit allein sondern im Kapitalismus. Deswegen schließt euch zusammen oder organisiert euch z. B. in Erwerbslosengruppen und Gewerkschaften, um dagegen vor zu gehen.


Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Planlos am 17:50:49 Di. 24.Mai 2011
Mir platzt der Kragen, wenn ich das Lese....
Aber sowas wird in den Mainstream-Medien ja nicht gezeigt, aber zum glück gibts ja das www.
Diese Gesellschaft in Deutschland ist immer empört wenn man zeigt wie in Indien, und China die Menschen ausgebeutet werden für den westlichen wohlstand. Sich aber garnicht Interessieren wie es hier im Lande aussieht, ist ein Armutszeugnis für dieses Land. Im TV werden von POLITIKER geringverdiener bewusst gegen H4´ler aufgehetzt, sie werden behandelt als wären sie Kriminelle weill sie sich dem System nicht beugen, das ist abartig. Aber die, die dieses System verursacht haben werden nun hochgelobt, das Jobwunder Deutschland blüht, Gewinne sprudeln wieder.....Arbeitslosenzahlen sinken....Aber trotzdem gibts in Deutschland ein Fachkräfte mangel ohne gleichen?

Ich bin kein Deutscher, aber ich Liebe dieses Land und möchte wieder ein Teil dieses Landes sein, aber als H4´ler der zwar schon 20 Jahre hier ohne unterbrechung gearbeitet hat ist man ja nur noch Mensch 2 Klasse. Im JC hat man sogar schonmal erwähnt ob ich nicht in meinen Land nach Arbeit suchen wolle :o. Habe letztens einen Bericht gelesen das ein Politiker (von der CDU, Name weiß ich nicht mehr) meinte "Lieber Arbeiten und wenig verdienen, als nicht zu Arbeiten. Man könne ja schließlich als geringverdiener noch aufstocken...Das so ein System auf dauer nicht Funktioniert muss doch mittlerweille jeden klar sein.
Ich will hier keinen beleidigen, oder auf die Füße treten, aber ist das Volk mittlerweille so durch die Medien beeinflusst das sie die realität nicht mehr mitbekommt?


Jetzt gibt es sogar schon ein "Tag der offenen Tür" , und man ist sogar noch stolz darauf.

http://www.go-renta.de/uploads/media/Tag_der_Offenen_Tuer_in_Werl.pdf (http://www.go-renta.de/uploads/media/Tag_der_Offenen_Tuer_in_Werl.pdf)

Und es hieß doch immer das Zeitarbeit nur dafür da ist um spitzenzeiten in der Wirtschaft auffangen zu können, aber man hat festgestellt wen man die H4 Gesetze schön anpasst, dann passt der Deckel auf den Eimer. Was ein Perfides System.
Aber irgendwann bricht jedes lügengebilde zusammen, und dann will es wieder keiner gewesen sein.

Die Sendung mit dem Klaus erklärt "Leiharbeiter"
http://youtu.be/zxfYY_g1D5A (http://youtu.be/zxfYY_g1D5A)

Unternehmensmanager 2011
http://youtu.be/NjEKwEp42XQ (http://youtu.be/NjEKwEp42XQ)


Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: anti-hartz4 am 21:38:13 Di. 24.Mai 2011
Zitat
Malochen bis zum umfallen und dann einen Arschtritt vor die Tür und das für viel zuwenig Kohle!!!

Ich sage es immer wieder,auch im Bekanntenkreis: Passe deine Leistung dem Lohn an und dein schmarotzender Ausbeuter hat keine Freude an dir.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Judy am 08:21:27 Mi. 25.Mai 2011
Flugi über Regiogeld mitnehmen und verteilen, dürfte eventuell auch was helfen.
http://www.zeit.de/2011/21/A-Waldviertel (http://www.zeit.de/2011/21/A-Waldviertel)
Etwas unglücklich formuliert ist nur der Einstieg ins Regiogeld, hier steht was von man tauscht Euro in Regiogeld um. Aber man kann sich ds Regiogeld ja auch durch Leistungen verdienen.

Wäre dann vielleicht auch etwas für diejenigen, die einen Partner mit Festjob haben und nur in ner ZAF jobben, weil der Partner sonst Geld abgezogen kriegt. Aber wenn man tüchtig für Regiowährung arbeitet, dann kann man ZAF eventuell links liegen lassen. Voraussetzung dafür aber wäre eine eheliche Gemeinschaft, damit man krankenversichert ist.

Aber das ist in jedem Tauschring und bei jeder Regiowährung wieder anders organisiert.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Patrik am 13:01:06 Mi. 25.Mai 2011
Zitat
Malochen bis zum umfallen und dann einen Arschtritt vor die Tür und das für viel zuwenig Kohle!!!

Ich sage es immer wieder,auch im Bekanntenkreis: Passe deine Leistung dem Lohn an und dein schmarotzender Ausbeuter hat keine Freude an dir.

Der Witz ist die fallen auf die Lüge rein...Arbeite hart und mecker wenig und der "Kundenbetrieb" wird dich übernehmen.

Wegen diesen Drecksfirmen hab ich mir den Lebenslauf zerschossen.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Auferstanden am 19:48:22 Mi. 25.Mai 2011
es mag sarkastisch klingen aber im heutigen Sklavenstaat Deutschland kann man "seinen"
Lebenslauf nicht mehr wirklich zerschiessen, zumindest dann nicht, wenn man arbeitslos geworden ist.

Natürlich, nach wie vor sind berufliche Qualifikationen und bereitgestellte Leistung gern gesehen,
sie spielen aber keine Rolle hinsichtlich langfristiger Beschäftigung, bzw. adäquader Entlohnung
oder nähren den Wunsch nach einer seriöser Anstellung.
9 Millionen Beschäftigungslose sind bester Garant des neu-toitschen Aufschwungs.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Planlos am 21:16:57 Mi. 25.Mai 2011
Zitat von: Patrik
Der Witz ist die fallen auf die Lüge rein...Arbeite hart und mecker wenig und der "Kundenbetrieb" wird dich übernehmen.

Nun man kann den Leuten ja auch keinen vorwurf machen, jeder hat irgendwo immer die hoffnung.
Ich kenne es aus den Betrieb wo ich 20 Jahre gearbeitet habe, da hat man die Leute auch unter druck gesetzt, ihnen versprochen das sie, wenn sie sich antrengen auch übernommen werden, und was war das Ende vom Lied.....Auftrag erledigt, LA an der Tür gesetzt.
Mein Cousin ist nun 23 Jahre in einen Betrieb, dort ist es jetzt seit den letzten 5 Jahren immer schlimmer geworden mit der Leiharbeit. Sie Arbeiten derzeit mit 4 verschiedenen ZAF unter einem Dach, ein junge von einer Leihbude hat sich mühe gegeben ohne Ende, mein Cousin sagte ihm er solle nicht unnötig mehr machen wie er soll. Darauf erwiderte er, das er darauf hoffe eine festeinstellung zu bekommen, wenn man sehen würde das er alles so schnell wie möglich behersche....Mein Cousin hat ihm schweren Herzens den Wind aus den Segeln genommen, und ihm erklärt das hier Leute sind die mit unterbrechung  schon 5 Jahre Arbeiten, und sich auch ein paar mal beim Chef vorgestellt haben um eine festeinstellung.
Er hat ihnen Wortwörtlich zu verstehen gegeben das er sie nicht einstellt

Das traurige ist das diese Firma jedes Jahr eine Sommer Party schmeißt, die aber nur für Festangestellte ist...mit Partner.
Aber die Leute aus der Leihbude durfen an der Feier nicht teilnehmen. Das nenne ich mal unterste Schublade.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: anti-hartz4 am 23:01:04 Mi. 25.Mai 2011
Planlos
Zitat
"Wir sind die ZAF. Deaktivieren Sie ihren Willen. Ihr Wissen und Handwerklichen Eigenarten werden der unseren hinzugefügt. Widerstand ist zwecklos"

Der war gut. Aber die Voyager hat Widerstand geleistet und gesiegt.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:51:47 Mo. 05.November 2012
Es genügt einfach nicht, wenn sich die Leiharbeiter allein gegen diese Sklavenverträge wehren, auch die Stammbelegschaften müssen dazu beitragen der Leiharbeit das Genick zu brechen.

Zitat
Zähe Lufthansa-Schlichtung
Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen Leiharbeit bei der Airline ausschließen.


(http://www.fr-online.de/image/view/2012/10/5/20795328,16335573,dmFlashTeaserRes,1482CA0083DE827D.jpg)

Seit Wochen verhandelt die Lufthansa mit ihren Flugbegleitern über einen Kompromiss. Bisher ist die Schlichtung erfolglos. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit für einen Kompromiss. Wenn am 13. November kein Einigung gefunden ist, drohen weitere Streiks. Noch in diesem Jahr.

Die Schlichtung zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo steht offenbar unter einem schlechten Stern. Bislang hat sie keine Einigung gebracht. Dem Schlichter Bert Rürup sei es noch nicht gelungen, einen Konsens zwischen den Verhandlungspartnern herzustellen, hieß es am Montag in Verhandlungskreisen. Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte laut dpa: „Wir haben bislang keine Einigung“. Wie es nach einer gescheiterten Schlichtung weitergehen könnte, sei derzeit nicht absehbar.

Bis zum 13. November können sich beide Seite zu dem Schlichterspruch äußern, heißt es bei Insidern. Offiziell äußern wollten sich weder die Airline noch die Gewerkschaft, man habe Stillschweigen vereinbart. Auch der frühere Wirtschaftsweise Rürup lehnte einen Kommentar ab.

Friedenspflicht bis Dezember


Nach einer Streikwelle der Stewards und Stewardessen im Sommer ringen die Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo, die rund 18.000 Flugbegleiter der Airline vertritt, seit Ende September in einer Schlichtung um einen Tarifkompromiss. Streiks sind derzeit ausgeschlossen - die Friedenspflicht gilt noch bis zum 30. November.

Konzernchef Christoph Franz hatte vergangene Woche bei der Vorlage der Quartalsbilanz eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Bis Ende des Jahres sollen 34 Flugzeuge weniger eingesetzt werden. Das hieße, dass 2000 Flugbegleiter und 500 Piloten weniger gebraucht werden als geplant. In der Schlichtung werde debattiert, wie Lufthansa mit den Beschäftigten umgehe, die zuviel an Bord seien. Betriebsbedingte Kündigungen habe die Airline nicht von vornherein ausschließen können. „Wir werden aber alles tun, dass wir diese Maßnahmen und Veränderungen sozialverträglich gestalten“, sagte Franz am Sonntag dem Fernsehsender „Phoenix“.

Die Schlichtungsgespräche unter Leitung des Ex-Wirtschaftsweisen Rürup standen bereits mehrmals vor dem Scheitern. So hatte die Gewerkschaft der Lufthansa Mitte Oktober wegen des geplanten Ausbaus der Billigtochter Germanwings mit einem Abbruch der Verhandlungen gedroht. Die Gewerkschaft war mit der Forderung von fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten in die Schlichtung gegangen, Lufthansa hatte eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/flugbegleiter-der-lufthansa-zaehe-lufthansa-schlichtung,1472780,20795126.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/flugbegleiter-der-lufthansa-zaehe-lufthansa-schlichtung,1472780,20795126.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 18:29:19 Mo. 05.November 2012
Endlich begreifen es auch die Festangestellten! Die Einschläge für die Leiharbeit kommen näher. :evil: :evil:

(http://www.mydackel.de/wp-content/uploads/2012/09/Dackel-im-Flugzeug.jpg)

Und immer  schön auf die Koffer aufpassen (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26354.msg268165#msg268165) gelle! ;D ;D
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 19:29:19 Mi. 14.November 2012
Na bitte, das Ergebnis kann sich doch sehen lassen!! :) :)

Zitat
Die Flugbegleiter sollen im kommenden Jahr fast 4,6 Prozent mehr Gehalt bekommen. Neben höheren Grundgehältern erhalten die Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 320 Euro, wie der Schlichter Bert Rürup in Wiesbaden mitteilte. Das Schlichtungspaket umfasst auch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2014 und den Verzicht auf den Einsatz von Leiharbeitsfirmen bis 2016.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 19:45:16 So. 17.Februar 2013
Unterschriftensammlung: Verbot von Leiharbeit und Werkvertragsbetrug!

Zitat
Überall werden LeiharbeiterInnen mit oft schändlich niedrigen Löhnen eingesetzt und müssen Schwerstarbeit leisten. Sie werden nicht, wie oft behauptet, für sog. „Spitzenzeiten“ eingesetzt,  sondern von vornherein eingeplant! Die Agentur für Arbeit zwingt Arbeitslose zu Zehntausenden in diese Arbeitsverhältnisse und bietet oft gar keine anderen Jobs mehr an! Auch junge Kolleginnen und Kollegen, die gerade ihre Ausbildung beendet haben, landen in der Regel bei Leiharbeitsfirmen. In allen Branchen gibt es verkappte Leiharbeit und andere getarnte prekäre Arbeitsverhältnisse unter dem betrügerischen Titel „Werkvertrag“! Kolleginnen und Kollegen, die bei diesen  Werkvertragsfirmen festangestellt sind, verdienen bis zu 50% weniger als die festangestellten der Hauptfirma. Bei Werkvertragsfirmen arbeiten in der Regel wiederum LeiharbeiterInnen, die weniger verdienen als ihre festangestellte Kolleginnen und Kollegen! Das alles vernichtet reguläre Arbeitsplätze, erzeugt Druck auf die Verlängerung der Arbeitszeit, drückt Löhne herab und nötigt alle Beschäftigten zu immer zügelloserer Flexibilität. Belegschaften werden gespalten (die IG Metall spricht von „vier Klassen in einem Betrieb“) und all die Mitarbeiter/innen in prekären Arbeitsverhältnissen werden entrechtet. Deshalb fordern wir durch unsere Unterschrift die Verwirklichung der unten stehenden Forderungen...

Unterschriftensammlung vom Arbeitsausschuss der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken:http://archiv.labournet.de/GewLinke/disk/info/UsammlungLeiharbeit.pdf (http://archiv.labournet.de/GewLinke/disk/info/UsammlungLeiharbeit.pdf)


Ausgefüllte Listen bitte zurückschicken an: Manfred Jansen, Reinsburgstr. 116 c, 70197 Stuttgart

Siehe zum Hintergrund: Leiharbeit: Das Ende ist nah! http://archiv.labournet.de/GewLinke/disk/info/leiharbeit13.pdf (http://archiv.labournet.de/GewLinke/disk/info/leiharbeit13.pdf)
Titel: Zeitarbeit in Oldenburg? Abschaffen!
Beitrag von: Kuddel am 20:03:48 So. 17.Februar 2013
Am 06.02. protestierten wir, Menschen einer selbstorganisierten Gruppe, vor der Weser-Ems-Halle in Oldenburg gegen Leiharbeit und Kapitalismus. Wir entrollten ein Transparent mit der Aufschrift „Gegen morderne Sklaverei! Leiharbeit abschaffen – Kapitalismus überwinden!“ und verteilten Flyer an die BesucherInnen der Messe.

In diesem Kontext machten wir darauf aufmerksam, dass das Konzept Leiharbeit trotz derzeit propagierter Reformen ein kapitalistisches Instrument ist, um Arbeitsverhältnisse und Tarife zum Leidwesen der Beschäftigten zu bekämpfen, Arbeit weiter zu prekarisieren und Löhne zu drücken. Staatliche Institutionen leisten in diesem Kontext wichtige Organisationsarbeit.

So vermitteln etwa Jobcenter Arbeitssuchende gezielt an Leiharbeitsfirmen. Wer dem nicht Folge leistet, hat mit Sanktionen zu rechnen.

Das Arbeitsamt zeigte sich auch diesmal wieder als Handlanger des kapitalistischen Ausbeutungssystems und zwang SozialleistungsbezieherInnen zur Teilnahme an der Messe. So wurde ein Gros der Messe-BesucherInnen "rekrutiert".

Wir wollen jedoch eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Armut. Eine solche Welt ist nur jenseits des Kapitalismus zu haben.

Damit uns die finanzielle Not oder die Drohung mit Geldentzug durch das Jobcenter uns nicht in solche Jobs zwingt, müssen wir uns treffen und zusammen beraten, wie wir unsere berechtigten Interessen durchsetzen können. Denn das Grundübel liegt nicht in der Leiharbeit allein, sondern im Kapitalismus. Deswegen schließt euch zusammen, z.B. in Erwerbslosengruppen und Gewerkschaften, um dagegen vorzugehen!

Für eine bedarfsorientierte Wirtschaft ohne Wachstumszwang und Konkurrenzdruck!

http://de.indymedia.org/2013/02/341417.shtml (http://de.indymedia.org/2013/02/341417.shtml)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Lastsmile99 am 11:57:36 Sa. 23.Februar 2013
Meldung im Videotext des MDR, vom 23.03.2013 (Seite 184)

Originaltext:

"Der Elektrotechnik-Hersteller .... will einer Zeitarbeitsfirma kündigen, die in Verruf geraten ist.
Sie soll öfter krankgeschriebenen Mitarbeitern indirekt mit Entlassung gedroht haben.
Der Elektrotechnik-Hersteller erklärte, man verurteile das Verhalten.
Die Zeitarbeitsfirme hatte in einem "Infobrief" den Krankenstand moniert und geschrieben, es müsse besprochen werden, in wieweit diese Mitarbeiter "noch tragbar" sein."


(der Elektrotechnik-Hersteller ist mir mit Namen bekannt, ich wollte ihn hier nicht namentlich erwähnen)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: antonov am 02:06:19 So. 24.Februar 2013

22. Februar 2013 | mdr.de-
Wago will Zeitarbeitsfirma vor die Tür setzen

Der Elektrotechnik-Hersteller Wago in Sondershausen will nach Kritik der Gewerkschaft IG Metall die Zusammenarbeit mit der Zeitarbeitsfirma TUJA GmbH beenden. Das kündigte das Unternehmen am Freitag an. Zuvor hatte die Gewerkschaft mitgeteilt, Mitarbeiter von TUJA, die im Wago-Werk in Sondershausen beschäftigt sind, seien von ihrem Arbeitgeber unter Druck gesetzt worden. So sei den Beschäftigten in einem Brief mit Entlassung gedroht worden, wenn sie sich häufiger krank meldeten.

Mit dem Schreiben, in dem den Beschäftigten auch empfohlen werde, sich aus hygienischen Gründen öfter die Hände zu waschen, würden gleich mehrere Gesetze gebrochen, erklärte die Gewerkschaft. Unter anderem sehe man wegen der Drohung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes den Tatbestand der Nötigung erfüllt, erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Nordhausen, Bernd Spitzbarth.

Die Wago-Geschäftsführung erklärte, das Schreiben von TUJA sei inhaltlich nicht mit Wago abgestimmt gewesen. Man habe keine Kenntnis von Krankenständen der Leiharbeiter und habe dies auch nicht gegenüber deren Arbeitgeber thematisiert. Man distanziere sich von dem Brief und werde die Zusammenarbeit mit der Zeitarbeitsfirma zum nächstmöglichen Zeitpunkt beenden. Für die betroffenen TUJA-Mitarbeiter werde Wago nach Möglichkeiten für ihre Weiterbeschäftigung suchen. Bei Wago in Sondershausen arbeiten insgesamt rund 1.200 Beschäftigte. Rund 120 von ihnen sind nach Wago-Angaben Zeitarbeiter von TUJA. Weitere 120 Mitarbeiter werden von einer anderen Zeitarbeitsfirma gestellt.

---> weiter... (http://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/wago_sondershausen100.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dagobert am 00:00:46 Di. 26.Februar 2013
Bei Wago in Sondershausen arbeiten insgesamt rund 1.200 Beschäftigte. Rund 120 von ihnen sind nach Wago-Angaben Zeitarbeiter von TUJA. Weitere 120 Mitarbeiter werden von einer anderen Zeitarbeitsfirma gestellt.
Klartext: Jeder 5. in dieser Firma ist ein Leiharbeiter.
Und die Geschäftsführung wäscht ihre Hände in Unschuld?  kotz
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 09:40:21 Fr. 10.Mai 2013
(http://galida.files.wordpress.com/2013/05/img_4664.jpg?w=400&h=550)

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 13:56:17 Mo. 13.Mai 2013
(http://4.bp.blogspot.com/-auZC0POVA9Y/UYdwuovujGI/AAAAAAAAAG4/fuhMum0vTac/s1600/IMG_7788_2.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 20:15:39 Mi. 15.Mai 2013
Zitat
Nach ARD-Reportage
Strafanzeige gegen Daimler-Chef

Nach der ARD-Reportage über Leiharbeiter bei Daimler liegt der Staatsanwaltschaft Stuttgart eine Strafanzeige gegen Konzernchef Dieter Zetsche und andere Beteiligte vor. Der Vorwurf: illegale Arbeitnehmerüberlassung.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/nach-ard-reportage-strafanzeige-gegen-daimler-chef/8210312.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/nach-ard-reportage-strafanzeige-gegen-daimler-chef/8210312.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 20:29:33 Fr. 12.Juli 2013
So wollen wir das sehen!

(http://d1.stern.de/bilder/stern_5/wirtschaft/2013/KW28/1207_leiharbeit_1260_fitwidth_420.jpg)

Statt "Leiharbeit fair gestalten", "Leiharbeit stoppen!".
Schluß mit der Spaltung in Stammbelegschaft und Leiharbeiter.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 21:42:08 Sa. 13.Juli 2013
Genau so ist es richtig, und die Beispiele häufen sich. Die Menschen begreifen den Charakter der Leiharbeit und verwandter Beschäftigungsformen immer besser.
Arbeiten wir daraufhin das den Erkenntnissen möglichst bald Taten und Ergebnisse folgen.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 10:28:58 So. 25.August 2013
Zitat
Mercedes-Werk Bremen
Protest gegen Leiharbeit und Werkverträge

Im Mercedes-Werk in Bremen-Sebaldsbrück haben Beschäftigte gegen Leiharbeit und Werkverträge demonstriert. Nach Angaben des Betriebsrats prüft die Geschäftsführung derzeit, erstmals einen Auftrag in der Produktion des Bremer Werks fremdzuvergeben. Zwischen 60 und 90 Arbeitskräfte sollen im Rahmen eines Werkvertrages Teile für den Karosseriebau zuliefern, so der Betriebsrat.


Er befürchtet einen “Dammbruch”. Zwar sind Werkverträge im Bremer Werk nicht neu. Bislang kamen die Arbeiter aber nicht im Fahrzeugbau, sondern als Dienstleister zum Einsatz, beispielsweise bei der Qualitätskontrolle oder als Hausmeister. Die Gewerkschaften beklagen, mit den sogenannten Werkverträgen sei im Zuge der Ausgliederung von Arbeitskräften aus den Unternehmen eine neue Nische am unteren Ende des Arbeitsmarktes entstanden – eine Nische mit Niedrigstlöhnen.

Die Daimler-Zentrale in Stuttgart sagte dazu, eine Entscheidung über die Fremdvergabe sei noch nicht gefallen. Man spreche aber darüber, Teile für neue Baureihen "nicht mehr selbst im Werk zu fertigen, sondern bei Zulieferern".

Unter dem Link findet man auch noch ein Video: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/demonstration-mercedes-bremen100.html (http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/demonstration-mercedes-bremen100.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 14:53:26 So. 13.April 2014
(http://bremerfeierabend.blogsport.eu/files/2013/02/Leiharbeit.jpg)

http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2014/04/10/leiharbeit-bei-daimler-ein-kollege-berichtet/#more-1036 (http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2014/04/10/leiharbeit-bei-daimler-ein-kollege-berichtet/#more-1036)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 19:37:35 So. 15.Juni 2014
Zitat
Farbe und Steine gegen Leiharbeit: Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung
Martin Schöler

(http://www.l-iz.de/servlets/images/6765524_2/binary_content_files/store/6765524v2.jpg)
Pflastersteine gegen Trenkwalder-Büroräume.

Bereits in der Nacht zum 16. Mai verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Leipziger Niederlassung der "Trenkwalder Personaldienste GmbH" in der Karl-Liebknecht-Straße. Die Täter warfen Pflastersteine in die Fensterscheiben der Büroräume. Am Eingang des Gebäudes prangte der fehlerhafte Schriftzug "Leiharbeit kaput". Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.


Der Konzern war im Zusammenhang mit dem Leiharbeiter-Skandal bei dem globalen Versandhändler "Amazon" in die Schlagzeilen geraten. Laut Medienberichten soll "Trenkwalder" ausländische Mitarbeiter vermittelt haben, die unter Tarif bezahlt worden sind. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe.

Hinter dem Anschlag auf die Leipziger Zweigstelle stecken offenbar linke Aktivisten. "Im Windschatten des scheinheiligen Aufschreis in den Medien über die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen beim Versandhaus Amazon, haben die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter_innen die Gelegenheit genutzt und sich für einen Streik entschieden", heißt es in einer Bekenner-Mail, die L-IZ.de erreichte. "Auch hier in der Fabrik in Leipzig, in der 2.000 Arbeiter_innen malochen, hat es am 14. Mai zum ersten Mal seit bestehen des Werks, einen Tag Streik gegeben."

Der Vorwurf der mutmaßlichen Steinewerfer: Trenkwalder böte sich gerne an, um Streiks zu brechen, indem das Unternehmen in solchen Fällen zügig neue Arbeiter vermittele. Die anonymen Verfasser kritisieren zudem, dass der Personaldienstleister für Amazon zur Bewältigung des personalintensiven Weihnachtsgeschäfts Menschen "von den Rändern Europas" angeworben habe. "Gerade die Leiharbeitenden aus anderen Ländern schuften unter großen Druck und immenser Unsicherheit", so die Verfasser. "Innerhalb weniger Tage können sie ohne stichhaltige Begründung wieder entlassen und nach Hause geschickt werden. Kein Wunder, dass sich unter diesen einschüchternden Bedingungen kaum Widerstand regen kann."

"Trenkwalder" äußerte sich auf Nachfrage von L-IZ.de weder zu dem Anschlag noch zu den Vorwürfen der Linksaktivisten.
http://www.l-iz.de/Leben/F%C3%A4lle%20und%20Unf%C3%A4lle/2013/05/Farbe-und-Steine-gegen-Leiharbeit-Polizei-ermittelt-48484.html (http://www.l-iz.de/Leben/F%C3%A4lle%20und%20Unf%C3%A4lle/2013/05/Farbe-und-Steine-gegen-Leiharbeit-Polizei-ermittelt-48484.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 01:20:32 Di. 17.Juni 2014
Tja, wie fragten die Scherben früher doch
Ton Steine Scherben - Sklavenhändler (http://www.youtube.com/watch?v=t_s2LdFsi28#)
und sie gaben auch eine Antwort:
Ton Steine Scherben - Macht kaputt was euch kaputt macht (http://www.youtube.com/watch?v=QT2Hk88qIwQ#)
Macht kaput was euch kaput macht! ;D ;D ;D
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 10:34:51 Do. 16.Oktober 2014
Das Video ist vom letzten Jahr, doch noch immer sehenswert!
www.youtube.com/watch?v=Z4gLqhJZktc (http://www.youtube.com/watch?v=Z4gLqhJZktc#ws)


Weiter so!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 22:37:01 Do. 19.März 2015
Wer viel Zeit hat kann sich ja einmal diesen Thread durchlesen! Teile der Mittelschicht sind erkenntnismäßig inzwischen da, wo wir  vor Jahren waren. :o :o
http://www.mikrocontroller.net/topic/361568#new (http://www.mikrocontroller.net/topic/361568#new)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:06:23 So. 22.März 2015
Es gibt hier, bei uns eine Firma, bei der es plötzlich zu Autragsrückgängen kam.
Mit "großen Bedauern" musste man leider (hahaha) ein Drittel der Belegschaft entlassen.
Nach den Entlassungen verbesserte sich die Auftragslage merkwürdigerweise wieder schlagartig.
Nun stellte man allerdings nicht die zuvor entlassenen Mitarbeiter ein, sondern Leiharbeitnehmer.
Ich denke mal das diese Firma kein Einzelfall ist!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Auferstanden am 20:20:53 Mo. 23.März 2015
zu schön um wahr zu sein.
Schön wäre es, wenn denn wirklich Teile der Mittelschicht zur Erkenntnis gelangt wären, die wir schon vor Jahren hatten.
Nur Träume sind Schäume und die Ausnahme bestägtigt einmal mehr die Regel, insofern ist jener Threat lesenswert aber sicherlich die eben benannte Ausnahme.



Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 23:46:33 Mo. 23.März 2015
Vielleicht finde ich ja noch mehr Beispiele. Ich guck die Nächsten Wochen mal ein bischen rum...
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 19:56:20 So. 08.November 2015
Gestern war ich bei einer Aktion gegen eine "Jobmesse" in Kiel.
Große Sache. Es wurde extra ein kostenloser Busshuttle aus der Innenstadt zum Gewerbegebiet eingerichtet. Die gesamte Gegend war dichtgeparkt von Leuten, die zur Messe mußten. Bundeswehr und Sklavenbuden hofften auf Menschenmaterial.

Ich hab's schon ewig nicht mehr erlebt, daß verdiedene Gruppen gleichzeitg eine Flublattaktion an einem Ort machen. Die SDAJ verteilte Flyer gegen die Militarisierung der Gesellschaft, die FAU gegen Leiharbeit. Die Messebetreiber brauchten mehr als eine halbe Stunde, bis die den Leuten, die mit Flyern durch die Messe liefen, ein Hausverbot erteilten. Dann wollten sie uns aber selbst vom Gehsteig an der Straße vertreiben. Ein Security Typ forderte uns auf etwa 200m Abstand zu nehmen, auch der Geweg sei gemietet. Als ich mich nicht wegschicken ließ, wollte er mir an die Wäsche. Ich hab drauf bestanden, das professionell zu klären und ich ließe mich von der Polizei des Ortes verweisen, aber nicht von ihm. Er willigte ein, doch die Bullen kamen nicht.

Wir sind viele Flugis losgeworden.
Die paranoiden Reaktionen der Sklavenhändler auf ein wenig bedrucktes Papier zeigt, wie groß die Angst vor Aufklärung und Austausch ist.

Weiter so!

Keine Jobmesse unbehelligt lassen!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 07:09:37 Mo. 09.November 2015
Coole Sache! ;D
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 13:02:31 Mo. 09.November 2015
Unter anderem wegen dieser Rede bei einer Jobmesse vor einigen Jahren gab es einen schönen Polizeieinsatz, angeblich weil die Besucher Angst bekommen hätten:

Zitat
Die gemeine Leiharbeitsfirma gedeiht prächtig an Orten, wo der normale Mensch sofort zu Grunde geht: an Sickergruben, Sondermülldeponien, Kloaken und anderen Scheißhäusern. Hier ernährt sie sich von Schwermetallen, verfaulten Essensresten und Ratten. Alle möglichen Pestilenzien dienen der Sklavenbude als Nahrung. Erst dann fühlt sie sich so richtig wohl.
Der wichtigste Bestandteil einer sogenannten Zeitarbeitsfirma ist das Personaldisponent, das zu 100% aus billigstem Plastik besteht. Der Gestalt nach gleicht das Personaldisponent einer aufgedunsenen Presswurst. Ranzig und verschimmelt schwärmt es in die Städte, um über wehrlose Opfer herzufallen. Seine eitergelben Gliedmaßen, -die entfernt an Hände erinnern-, ergreifen jeden ahnungslosen Jobsuchenden, um ihn zu einem Arbeitsvertrag zu zwingen. Auf flammenden Papier wird der teuflische Kontrakt mit Ochsenblut besiegelt. Nun ist der Jobsuchende in den gierigen Fängen des Sklavenhändlers, aus denen es kein Entrinnen gibt. Als Zombie muss er von Jetzt an sein Dasein fristen und ist der Willkür des Tyrannen hoffnungslos ausgeliefert.
Sobald er erschöpft von der alltäglichen Sklavenarbeit auf seiner kargen Pritsche eingeschlafen ist, fallen die Personaldisponenten über ihn her, um einzelne Fleischstücke aus ihm herauszuschneiden, die sie roh und noch zuckend verspeisen. Infernalisches Gelächter begleitet dieses schaurige Mahl. Während der Arbeiter immer dünner wird, wird die Drecksklitsche immer fetter. Wie das Schwein ist die Leiharbeitsfirma ein Allesfresser, mit dem Unterschied, dass das Schwein Anstand und Rückgrat und ein süßes Ringelschwänzchen hat.
Von Klärschlamm bis Menschenfleisch stopft die Leiharbeitsfirma alles in sich hinein, kurz: neben den Sozialdemokraten das widerwärtigste Geschöpf, das
 die Erde jemals gesehen hat!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 19:21:16 Di. 16.Februar 2016
So wollen wir das sehen!

(http://d1.stern.de/bilder/stern_5/wirtschaft/2013/KW28/1207_leiharbeit_1260_fitwidth_420.jpg)

Statt "Leiharbeit fair gestalten", "Leiharbeit stoppen!".
Schluß mit der Spaltung in Stammbelegschaft und Leiharbeiter.

Das gehörte zu den Forderungen des wilden Streiks:

http://www.sozonline.de/2015/02/daimler-arbeiter-in-bremen-streiken/ (http://www.sozonline.de/2015/02/daimler-arbeiter-in-bremen-streiken/)

Und so sieht das die deutsche Klassenjustiz:

Zitat
Bremer Arbeitsgericht weist Klagen ab

Es habe sich mehr um eine Protestkundgebung in den Werkshallen gehandelt und nicht so sehr um eine Aktion, die vom Streikrecht gedeckt ist, hatte die Vorsitzende Richterin vor der Entscheidung gesagt. Schließlich habe es keine konkreten Ansprechpartner gegeben, mit denen die Werksleitung hätte verhandeln können.
http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/klagen-abgewiesen100.html (http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/klagen-abgewiesen100.html)

Ich war heute auf der anschließenden Pressekonferenz. Es gab ein großes Interesse an dieser Auseinandersetzung, es waren Automobilarbeiter aus den ganzen bundesgebiet gekommen. Alle waren stinksauer auf die IG Metall, die sich weigert diese Sache zu unterstützen.

Viele hatten diesen Aufkleber an ihren Jacken:

(http://abload.de/img/verbieten96sqi.jpg) (http://abload.de/image.php?img=verbieten96sqi.jpg)

Ich habe mich mit einem der Streikaktivisten verabredet für ein Interview für die nächste Ausgabe der Leihkeule.


Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 16:18:21 Mi. 17.Februar 2016
Im Bremer Mercedes-Werk kam es zum „wilden Streik“ gegen Werkverträge und Leiharbeit.

„Wir klotzen für unsere Rechte“ (http://www.taz.de/!5024479/)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Tiefrot am 13:21:44 Do. 18.Februar 2016
Paywall. kotz
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 14:02:12 Do. 18.Februar 2016
Taz hat keine Paywall. Einfach auf „ich bezahle schon regelmäßig“ klicken. Ist so ähnlich wie bei ND
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:02:53 Do. 18.Februar 2016
NoScript + Adblock ;)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 12:49:13 Sa. 20.Februar 2016
 Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 26.01.2016 - 1 ABR 13/14
Bundesarbeitsgericht weist Anträge gegen DGB Gewerkschaften als unzulässig ab
Bundesarbeitsgericht weist Anträge auf Feststellung der nichtbestehenden Tarifzuständigkeit der Gewerkschaften im DGB für Arbeitnehmerüberlassung als unzulässig zurück


19.02.2016
Bundesarbeitsgericht: Keine Grundsatzentscheidung zur DGB-Tarifzuständigkeit bei Leiharbeit

Vorerst bleibt die die Tarifzuständigkeit von DGB-Gewerkschaften für Leiharbeiter höchstrichterlich ungeklärt. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat am 26.01.2016 im Verfahren um die Klage eines Leiharbeitnehmers, der Auskunft über die Bezahlung der Stammbelegschaft in dem Unternehmen verlangte, in dem er als Leiharbeiter eingesetzt war, keine Entscheidung in der Sache getroffen. Die Anträge wurden aus prozessualen Gründen abgewiesen.

Die Beteiligten streiten im Rahmen eines Verfahrens nach § 2a Abs. 1 Nr. 4, 97 Nr. 1 und Abs. 5 Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG )um die Tarifzuständigkeit der Gewerkschaften im DGB im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung.
Leiharbeiter macht beim Arbeitsgericht Nürnberg Auskunftsklage anhängig

Zwischen dem Antragsteller und der am Verfahren beteiligten Entleiherfirma ist vor dem Arbeitsgericht (ArbG) Nürnberg eine Auskunftsklage nach § 13 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) anhängig. Zu dieser war der Antragsteller vom 09.10.2006 bis 30.06.2009 von seiner damaligen Arbeitgeberin, einer Verleihfirma, als Leiharbeitnehmer verliehen und in der Funktion eines Fachredakteurs für eine Datenbank eingesetzt.

Arbeitsgericht Nürnberg setzt Verfahren aus

Am 23.01.2012 hat das ArbG Nürnberg den Rechtsstreit nach § 97 Abs. 5 ArbGG ausgesetzt, bis in einem Verfahren nach § 97 Abs. 1, 2a Abs. 1 Nr. 4 ArbGG über die Tarifzuständigkeit der Gewerkschaften im DGB und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung für die im Zeitraum 09.10.2006 bis 30.09.2009 geltenden Tarifverträge (Mantel-, Entgeltrahmen- und Entgelttarifvertrag) – abgeschlossen mit dem Bundesverband Zeitarbeit Personaldienstleistungen e.V. (BZA) entschieden ist.

Die Gewerkschaften im DGB sind Tarifvertragsparteien des am 22.07.2003 mit dem BZA abgeschlossenen Manteltarifvertrags Zeitarbeit. Nach § 1.2 und § 1.3 gilt dieser Tarifvertrag fachlich für die tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen des BZA (einschließlich ihrer Hilfs- und Nebenbetriebe) und persönlich für die Arbeitnehmer, die von dem Zeitarbeitsunternehmen einem Entleiher im Rahmen des AÜG überlassen werden und Mitglieder einer der vertragsschließenden Gewerkschaften sind.

Der BZA und die DGB-Gewerkschaften sind ferner Tarifvertragsparteien des ebenfalls am 22.07.2003 abgeschlossenen Entgeltrahmentarifvertrages Zeitarbeit und des Entgelttarifvertrages Zeitarbeit, des Änderungstarifvertrages vom 22.09.2004 zum Manteltarifvertrag und Entgelttarifvertrag Zeitarbeit BZA – DGB vom 22.07.2003, die DGB-Gewerkschaften mit Ausnahme der EVG auch des Änderungstarifvertrages vom 30.05.2006 zum Manteltarifvertrag, Entgeltrahmentarifvertrag und Entgelttarifvertrag Zeitarbeit BZA – DGB vom 22.07.2003. Der BZA ist im April 2011 auf den Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) verschmolzen.

Antragsteller bestreitet Tarifzuständigkeit der DGB-Gewerkschaften

Der Antragsteller begehrt mit seinen Anträgen – soweit für die Rechtsbeschwerde von Bedeutung – die Feststellung, dass die DGB-Gewerkschaften jeweils in ihrer Eigenschaft als eigenständige Gewerkschaften am 22.07.2003 für den Abschluss des Mantel-, Entgeltrahmen- und Entgelttarifvertrag Zeitarbeit BZA – DGB nicht tarifzuständig waren.

Zudem begehrt er die Feststellung, dass sie jeweils in ihrer Eigenschaft als eigenständige Gewerkschaften am 22.12.2004 für den Abschluss des Änderungstarifvertrages vom 22.12.2004 zum Manteltarifvertrag und Entgelttarifvertrag Zeitarbeit BZA – DGB vom 22.07.2003 nicht tarifzuständig waren. Zuletzt verfolgt er mit seinen Anträgen die Feststellung, dass die DGB-Gewerkschaften, mit Ausnahme der EVG, jeweils in ihrer Eigenschaft als eigenständige Gewerkschaft am 20.05.2006 für den Abschluss des Änderungstarifvertrages vom 30.05.2006 zum Manteltarifvertrag, Entgeltrahmentarifvertrag und Entgelttarifvertrag Zeitarbeit BZA – DGB vom 22.07.2003 nicht tarifzuständig waren.

Der Antragsteller ist der Auffassung, der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP), könne nach Auflösung des BZA e.V. nicht mehr Tarifvertragspartei seien und sei daher am Verfahren nicht zu beteiligen. Die Tarifzuständigkeit der DGB-Gewerkschaften für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung ergebe sich nicht, keinesfalls aber mit hinreichender Bestimmtheit aus deren Satzungen. Keine der tarifschließenden Gewerkschaften haben in ihrer Satzung eine Tarifzuständigkeit für Zeitarbeitsunternehmen. Die Zuständigkeit nur für Zeitarbeitsbetriebe wäre zudem nicht ausreichend. Erforderlich wäre die konkurrente Tarifzuständigkeit der tarifschließenden Gewerkschaften für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung.

DGB-Gewerkschaften: Tarifzuständigkeit ergibt sich aus den jeweiligen Satzungen

Die DGB-Gewerkschaften und der BAP meinen, der BAP sei auf Grund der Verschmelzung des BZA auf ihn als dessen Rechtsnachfolger am Verfahren zu beteiligen. Die Tarifzuständigkeit der DGB-Gewerkschaften für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung ergebe sich aus ihren Satzungen.

Die DGB-Zeitarbeitstarifverträge seien echte mehrgliedrige Tarifverträge, d.h., rechtlich selbständige Tarifverträge, die lediglich in einer Urkunde zusammengefasst und in ihrer Wirksamkeit voneinander unabhängig seien. Tarifkonkurrenz der Mitglieder der Tarifvertragsparteien sei nicht erforderlich. Im Übrigen fehle dem Antragsteller für die Anträge das Rechtsschutzbedürfnis.

ArbG und LAG weisen die gegen die Tarifgemeinschaft gerichteten Anträge als unzulässig zurück

Vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht hatten die Anträge des Antragstellers keinen Erfolg. Das Hessische LAG hat die gegen die Tarifgemeinschaft gerichteten Anträge als unzulässig
zurückgewiesen, aber zugunsten des Antragstellers unterstellt, dass der Aussetzungsbeschluss des ArbG Nürnberg inhaltlich ausreichend bestimmt sei für die von ihm gegen die Einzelgewerkschaften gestellten Anträge und hat infolge dessen festgestellt, dass die Gewerkschaft ver.di zuständig für Arbeitnehmerüberlassung ist. Eine Entscheidung über die Tarifzuständigkeit der anderen DGB-Gewerkschaften hat das Hessische LAG (Beschluss vom 16.01.2014 – 9 TA BV 127/13) nicht getroffen, sondern die Anträge zurückgewiesen.

Hessisches LAG lässt Rechtsbeschwerde zum BAG zu

Das LAG hat die Rechtsbeschwerde, soweit sich die Anträge gegen die Einzelgewerkschaften richteten, zugelassen, da die Frage ob verdi umfassend für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung zuständig sei, vom BAG bisher noch nicht entschieden worden sei. Im Verfahren 1 ABR 19/10 habe das BAG am 14.12.2010 festgestellt, dass verdi „in bestimmten Konzernzusammenhängen für den Bereich der Leiharbeit“ tarifzuständig sei.

BAG weist die Anträge aus formellen Gründen als unzulässig zurück

Das BAG hat am 26.01.2016 über die Rechtsbeschwerde verhandelt. Eine schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Unproblematisch für das BAG ist die Beteiligtenstellung des BAP. Der BAP ist als Gesamtrechtsnachfolger des BZA in Anwendung des Umwandlungsgesetzes an dem Verfahren zu beteiligen.

Das BAG hat nicht entschieden, ob es sich bei dem im Streit befindlichen Tarifwerk um einen bzw. mehrere Einheitstarifverträge oder um mehrgliedrige Tarifverträge handelt. Es hat nicht entschieden, ob zur Beurteilung der Tarifzuständigkeit der Gewerkschaft auf ihre Tarifzuständigkeit für den Entleiherbetrieb abzustellen ist. Es hat die Anträge als unzulässig zurückgewiesen, da diese vom Aussetzungsbeschluss des ArbG Nürnberg nicht getragen würden.

Ein Aussetzungsbeschluss nach § 97 Abs. 5 ArbGG gewährt dem klagenden Arbeitnehmer im nachfolgenden Verfahren nach § 2a Abs. 1 Ziff. 4 ArbGG die Antragsbefugnis und begrenzt diese auch zugleich (BAG vom 18.07.2006 – 1 ABR 36/05). Der Antragsteller kann somit in diesem Verfahren nur die Rechtsfragen klären lassen, die im Aussetzungsbeschluss ausdrücklich genannt sind. Das LAG hatte den Antrag dahingehend ausgelegt, dass der Aussetzungsbeschluss gerade noch insoweit ausreichend bestimmt sei.

Entgegen LAG hält BAG den Aussetzungsbeschluss des ArbG Nürnberg  für nicht ausreichend bestimmt

In der mündlichen Verhandlung hat das BAG klar zu verstehen gegeben, dass es den Aussetzungsbeschluss für nicht ausreichend bestimmt hält. Aus dem Aussetzungsbeschluss ergebe sich nicht eindeutig, auf die Tarifzuständigkeit welcher Gewerkschaft es für das aussetzende Gericht zur Beurteilung der Ausgangsfrage ankommen solle,

    für alle Gewerkschaften im DGB?

    für nur eine Gewerkschaft, wenn welche (?), im Hinblick auf das mögliche Vorliegen eines mehrgliedrigen Tarifvertrages?


Auch benenne der Aussetzungsbeschluss nicht ausreichend den maßgeblichen Zeitpunkt, zu welchem die Tarifzuständigkeit der infrage kommenden Gewerkschaft festgestellt werden solle. Das Arbeitsverhältnis bestand vom 09.10.2006 bis zum 30.06.2009. Der Antragsteller mache als maßgebliche Zeitpunkte den 22.12.2004 und den 30.06.2006 als Zeitpunkte des Abschlusses der jeweiligen Änderungstarifverträge geltend.

Es sei nicht hinreichend bestimmt, inwieweit die genannten Zeitpunkte für ein im Zeitraum vom 09.10.2006 bis 30.06.2009 bestehendes Arbeitsverhältnis zur Entscheidung der Ausgangsfrage maßgeblich seien. Dies gelte insbesondere für den Zeitpunkt 22.12.2004. Damit stelle sich auch die Frage der Vorgreiflichkeit dieses Verfahrens. Hier bestünden erhebliche Zweifel. Dem Aussetzungsbeschluss könne auch nicht entnommen werden, ob das aussetzende Gericht die Frage der Tarifzuständigkeit aller DGB-Gewerkschaften für entscheidungserheblich hält oder lediglich einer davon. Für den Fall, dass lediglich die Prüfung der Tarifzuständigkeit einer Gewerkschaft entscheidungserheblich sei, könne nicht festgestellt werden, um welche Gewerkschaft es sich hierbei handeln könnte.

 

Die Pressemitteilung des BAG vom 26.01.2016 finden Sie hier.

 

Information:

Unter dem Geschäftszeichen 1 ABR 62/14 – noch nicht terminiert – ist ein weiteres Verfahren beim BAG anhängig, welches ebenfalls die Prüfung der Tarifzuständigkeit der Gewerkschaften im DGB auf der Grundlage eines Aussetzungsbeschlusses nach § 97 Abs. 5 ArbGG zum Gegenstand hat. Hier hatte das Hessische LAG durch Beschluss vom 04.12.2014 – 9 TaBV 91/14 – im Ergebnis die Bestimmtheit des Aussetzungsantrages angenommen und festgestellt, dass die IG Metall tarifzuständig ist, da im dortigen Falle der Entleiherbetrieb dem Metallbereich zu zuordnen sei. Zur Beurteilung der Tarifzuständigkeit bei Arbeitnehmerüberlassung sei auf den Entleiherbetrieb abzustellen.

Quelle

http://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/lohn/bundesarbeitsgericht-weist-antraege-gegen-dgb-gewerkschaften-als-unzulaessig-ab/ (http://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/lohn/bundesarbeitsgericht-weist-antraege-gegen-dgb-gewerkschaften-als-unzulaessig-ab/)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:00:28 Mi. 24.Februar 2016
Aus: Ausgabe vom 25.02.2016, Seite 1 / Inland

Leiharbeitsgesetz »auf Eis gelegt«
Nahles spricht von Blockade, DGB wirft Unionsparteien Bruch des Koalitionsvertrags vor



Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat den Unionsparteien die Blockade ihres geplanten Gesetzes gegen Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen vorgeworfen. Es habe die feste Zusage gegeben, dass der Gesetzentwurf nun in die Ressortabstimmung gegeben werden könne, sagte Nahles. Bis Dienstag abend habe es auch keine anderen Signale gegeben. Kurzfristig hätten CDU und CSU nun anders entschieden – die Gründe seien nicht bekannt. »Deswegen hat es in den letzten 24 Stunden eine heftige Auseinandersetzung gegeben«, sagte Nahles am Mittwoch in Berlin.

Unter anderem sollte das Gesetz verhindern, dass Leiharbeiter als Streikbrecher in Unternehmen eingesetzt werden, Betriebsräte sollten über den Einsatz von Werkvertragsnehmern besser informiert werden. Dabei war in der vergangenen Woche eine überarbeitete Fassung des Gesetzentwurfs bekanntgeworden, in der Nahles deutlich auf die Unternehmerseite zugegangen war. Damit war sie bei Gewerkschaften und der Opposition bereits auf scharfe Kritik gestoßen, die Linkspartei sprach von einem »Kniefall vor den Arbeitgebern«, die Grünen von einer Mogelpackung. Offenbar gingen den Unionsparteien die Zugeständnisse noch nicht weit genug.

Das Gesetz werde nun »auf Eis gelegt«, sagte die Ministerin am Mittwoch. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Reiner Hoffmann fand deutliche Worte: »Das ist ein klarer Bruch des Koalitionsvertrages – begangen einzig und allein durch CDU und CSU.« Ohne gesetzliche Regelung sei dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen weiterhin Tür und Tor geöffnet.

»Dass Arbeitsministerin Nahles den bereits auf Druck von CDU/CSU und Arbeitgebern abgeänderten Gesetzentwurf nicht noch weiter verwässern will, ist verständlich und richtig«, erklärte der Vizevorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Harald Güster. »Die erneute Blockade zeigt, dass mit den heillos zerstrittenen Unionsparteien momentan keine verbindlichen Absprachen möglich sind«, so Güster. Der Vorgang zeige, »welchen Druck die Arbeitgeber und ihre Verbände auf die Politik machen«. (AFP/jW)

Quelle

http://www.jungewelt.de/2016/02-25/002.php (http://www.jungewelt.de/2016/02-25/002.php)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 16:39:48 Di. 01.März 2016
„Rigaer Straße: Firmenwagen brannte, zwei weitere Autos beschädigt“
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/rigaer-strasse-in-berlin-friedrichshain-firmenwagen-brannte-zwei-weitere-autos-beschaedigt/13036218.html (http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/rigaer-strasse-in-berlin-friedrichshain-firmenwagen-brannte-zwei-weitere-autos-beschaedigt/13036218.html)

Die Firma war wohl Aktuell Personal-Service GmbH
https://linksunten.indymedia.org/de/node/170846?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter (https://linksunten.indymedia.org/de/node/170846?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 02:46:40 Mi. 02.März 2016
@Rappel
Danke für's Posten der Übersicht über die gegenwärtigen Verfahren und die Verfahrensgänge. Dauert ziemlich lange alles selbst zusammenzusuchen.
Wer sich mit der speziellen Materie der Tarifzuständigkeitsverfahren längere Zeit nicht beschäftigt, verliert schnell den Anschluss.
Zitat
Zur Beurteilung der Tarifzuständigkeit bei Arbeitnehmerüberlassung sei auf den Entleiherbetrieb abzustellen.
Die Ansicht kannte ich noch nicht. Ich frage mich, wie die das begründen. Beim Verleihen von Menschen geht zwar das Direktionsrecht typischerweise an den Entleiher über, aber es bestehen ja keine Arbeitsvertraglichen Bindungen zwischen Leihkeule und Entleiher. Der Arbeitsvertrag nimmt aber Tarifverträge in Bezug, bzw. die Tarifverträge regeln dessen wesentlichen Inhalte (Lohn, Urlaub etc.). Wie kommen die jetzt also auf diese Idee?

@Fritz
Der Staatschutz ermittelt! -> Die Ausbeutung durch Leiharbeit steht unter dem besonderen Schutz des Staates!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: antonov am 23:22:23 Mo. 18.April 2016

fr-online.de | 25. November 2015 |  Von Stefan Sauer
Arbeitsmarkt: Das Geschäft mit der Leiharbeit
Der Bundesrechnungshof rügt die von Arbeitsagenturen und Jobcentern an Leiharbeitsfirmen bezahlten Eingliederungszuschüsse als Lohnsubvention.

Es klingt nach einem guten Geschäft für alle Beteiligten. Arbeitsagenturen und Jobcenter haben nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums 2014 mehr als 100 000 Arbeitslose an Leiharbeitsfirmen vermittelt. Damit nahm die Branche 35 Prozent aller Jobsuchenden auf, die die Arbeitsverwaltung 2014 in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bringen konnte.

Und das, obwohl bei den rund 18 000 Zeitarbeitsunternehmen nur rund 2,5 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Lande angestellt sind. Mithin scheint die umstrittene Branche genau das zu sein, was sie selbst gern von sich behauptet: ein Jobmotor, der selbst schwer vermittelbaren Erwerbslosen eine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt eröffnet.

Allerdings hat die Erfolgsgeschichte einige Haken. Gut ist das Geschäft nämlich offenbar vor allem für die Leiharbeitsunternehmen. Dagegen zählen Arbeitsuchende oft nicht zu den Gewinnern. Denn die Verleihfirmen stellen nicht nur viele Menschen ein, sie entlassen auch viele nach kurzer Zeit wieder.

Nach einer Mitteilung des Bundesrechnungshofs an das Bundesarbeitsministerium, die der Frankfurter Rundschau vorliegt, wurden allein im zweiten Halbjahr 2013 rund 500 000 Leiharbeitsverhältnisse neu geschlossen, aber auch 547 000 beendet. „In Leiharbeit vermittelte Arbeitslose werden schneller wieder Kunden der Jobcenter als in allen anderen Branchen“, sagt Brigitte Pothmer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, die eine kleine Anfrage an die Bundesregierung zum Thema gestellt haben.

---> weiter... (http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/arbeitsmarkt-das-geschaeft-mit-der-leiharbeit,1473632,32638242.html)



altonabloggt.com | 26. November 2015
Zeitarbeit und Weise – Milliarden fließen leise
Ein Brief, der mich aus einem Jobcenter aus NRW erreicht hat:

Sehr geehrte Frau Hannemann!

Auf Grund Ihres letzten Blogartikel und des Berichtes des BRH und der berechtigten Empörung in den Medien zum Thema Zeitarbeitsfirmen (ZAF) – Bundesagentur für Arbeit, möchten wir einmal darstellen was hier wirklich abläuft. Vorweg sei gesagt, dass es ausschließlich um die sogenannten großen Firmen mit vielen Niederlassungen geht, die sich Eingliederungszuschüsse (EGZ) erschleichen.

Wer mit diesen Firmen zu tun hat merkt schnell, dass sehr viele der gezahlten Gelder völlig unberechtigt sind. Hier werden im großen Stil falsche Angaben bei den angeblichen Vermittlungshemmnissen gemacht, um abzukassieren.

ZAF stellen einen Antrag und müssen einen Fragebogen ausfüllen. In diesem müssen die Vermittlungshemmnisse angegeben werden, die für eine Entscheidung relevant sind. Was hier gelogen und betrogen wird ist skandalös! Es gibt ZAF, die stellen für jeden einen Antrag, andere benutzen für jeden Antrag denselben Text. Daran sieht man, dass es hier nur darum geht, abzukassieren und sich auf dem Rücken der Lohnsklaven reich zu verdienen.

Das Prinzip ist einfach. Wer drei Monate Gelder bekommt, der muss auch drei Monate danach weiter beschäftigt werden. Die sogenannte Nachbeschäftigungsfrist entspricht also der Förderdauer. Die meisten Menschen bekommen befristete Verträge über 6 oder 12 Monate. Warum ZAF dafür überhaupt Fördergelder erhalten ist uns allen ein Rätsel. Wenn diese Frist abgelaufen ist, schmeißen sie die Leute raus und stellen für denselben Arbeitsplatz neue ein. Denn jetzt können wieder Zuschüsse beantragt werden. Wieder raus nach der Frist und wieder neu einstellen. Davon profitiert in großem Stil die Quote der BA. So wird jedesmal eine erfolgreich besetzte Stelle generiert.

Einige Beispiele aus der Praxis, wie Vermittlungshemmnisse begründet werden: „Die Einarbeitung geht über das übliche Maß hinaus“; „kennt die Maschinen nicht“; „kennt das System“ oder „bestimmte Programme nicht“; „kann kein Deutsch“; „muss an die Höhentauglichkeit herangeführt werden“; „muss Schulungen machen“ usw. Wenn man dann die eingestellten Menschen kontaktiert und nachfragt, sind diese entsetzt. Die Einarbeitung ist dann nur Stunden oder zwei Tage, mit Maschinen wird gar nicht gearbeitet, der Beruf im Fragebogen ist falsch, kein Einsatz als Lagerarbeiter, sondern als Industriemechaniker – und trotzdem nur die Bezahlung eines Lagerarbeiters. Auch beendet ein Zuschuss keine Höhentauglichkeit. Bei Callcenter-Mitarbeitern steht sogar als Begründung: „Er/sie hätte wenig Erfahrung im Umgang mit einem Telefon“. Bei jungen Menschen, die gerade ausgelernt haben, kann die Begründung heißen: „Keine Berufserfahrung“. Gerade ausgelernt und schon rein in die Zeitarbeit.

---> weiter... (https://altonabloggt.com/2015/11/26/zeitarbeit-und-weise-milliarden-fliessen-leise/)

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 17:06:42 So. 01.Mai 2016
(http://abload.de/img/leiharbeit_verbietenz1sjp.jpg) (http://abload.de/image.php?img=leiharbeit_verbietenz1sjp.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 17:46:59 So. 01.Mai 2016
(http://www.weser-kurier.de/cms_media/module_img/4085/2042615_1_dossierdetail_65910758.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 21:10:11 So. 01.Mai 2016
Coole Sache, man!  :D :D :D
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22:47:30 So. 01.Mai 2016
Klasse! Menschenhandel verbieten! Menschenhändler und deren Politiker auf ewig Einknasten bei Zwangsarbeit und mit täglichen Peitschenhieben!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:40:39 Mi. 15.Juni 2016
(https://abload.de/img/verbieten2iu9h.jpg) (http://abload.de/image.php?img=verbieten2iu9h.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 20:24:13 So. 25.Juni 2017
(https://abload.de/img/g20demonstrationnebwc.jpg) (http://abload.de/image.php?img=g20demonstrationnebwc.jpg)


(https://abload.de/img/leihsklaveklshp.jpg) (http://abload.de/image.php?img=leihsklaveklshp.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 08:06:48 Sa. 22.Juli 2017
(https://gdabetriebsgruppe.netzwerkit.de/wp-content/uploads/sites/2/2017/06/pinn_jobs_ghbv_dhl.png)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 15:30:25 Sa. 21.Oktober 2017
Zitat
Hausverbot für Betriebsrat
Eine Protestaktion im Siemens-Schaltwerk hat gravierende Konsequenzen


Felix Weitenhagen ist einiges gewohnt von seinem Arbeitgeber Siemens. In seinen zwölf Jahren als Betriebsrat im Schaltwerk Berlin musste er aufgrund kritischer Äußerungen bereits sechs Abmahnungen und eine Strafversetzung auf sich nehmen, wie er erzählt.

Aufgrund einer Protestaktion gegen Leiharbeit wurde Weitenhagen von seiner Arbeit freigestellt. Als er daraufhin trotzdem vor Ort seiner Betriebsratsarbeit nachging, bekam er von der Werksleitung sogar ein Hausverbot erteilt.

Darauf, dass die IG Metall sich irgendwann für eine Besserstellung der LeiharbeiterInnen einsetzt, wollten die MitarbeiterInnen des Schaltwerks Berlin nicht warten. »Wir hatten im Betrieb die Situation, dass im September zirka 160 Kolleginnen und Kollegen in Leiharbeit oder mit befristeten Verträgen nicht länger beschäftigt wurden«, erzählt Felix Weitenhagen dem »nd«. Daraufhin nahmen die ArbeiterInnen das Problem selbst in die Hand und organisierten am 7. sowie am 26. September eine »aktive Mittagspause«.

Über 40 MitarbeiterInnen der Stammbelegschaft, LeiharbeiterInnen und Befristete versammelten sich vor der Kantine und hielten ein Transparent mit der Aufschrift »Festeinstellung aller Befristeten und Leiharbeiter, wir sind eine Belegschaft!« in die Höhe. Unter ihnen auch Felix Weitenhagen. »Das hat natürlich Aufsehen erregt. Viele Kollegen haben applaudiert und gesagt: ›Ja, genau richtig! Endlich passiert hier mal was!‹«

Siemens war von der Protestaktion naturgemäß wenig begeistert. Zunächst habe ein Vertreter der Werkleitung verlangt, das Plakat einzurollen – laut Weitenhagen eine unzulässige Forderung. Schließlich habe es sich hierbei um eine gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb gehandelt und sei damit erlaubt gewesen.

Dennoch habe die Siemens-Geschäftsleitung nach der zweiten Aktion in Personalgesprächen wegen »Störung des Betriebsfriedens« mit personellen Konsequenzen gegen beteiligte Leiharbeiter gedroht. »Den Leiharbeitern wurde gesagt: Sie werden sofort abgemeldet und freigestellt, und ich werde dafür sorgen, dass Sie nie wieder bei Siemens arbeiten können«, erzählt Weitenhagen, der als Betriebsrat bei den Gesprächen zugegen war. Bei zwei der Leiharbeiter scheint das auch umgesetzt worden zu sein.

Einer davon ist Patrick Barowsky, der seit 2009 bei Siemens als Leiharbeiter beschäftigt ist. Damit könnte es jetzt allerdings vorbei sein. Aufgrund seiner Teilnahme an den beiden Protestaktionen im Schaltwerk stehe er jetzt bei Siemens auf einer schwarzen Liste, weshalb keines der Siemens-Werke mehr die Erlaubnis habe, ihn zu buchen, ist Barowsky überzeugt. »Eine Woche vorher hatte ich noch ein hundertprozentiges Okay vom Messgerätewerk Berlin, dass ich da eingesetzt werde«, erzählt Barowsky dem »nd«.

»Nach 24 Monaten Arbeiten, Buckeln, Überstunden Schieben und Wochenenden Opfern heißt es einfach: Tschüss, Feierabend, ihr könnt gehen. Das darf nicht sein.« Am Protest teilgenommen zu haben, bereut Barowsky nicht. »Die Schuld liegt bei der Siemens AG, die ihre Versprechen nicht einhält.«

Auch für Weitenhagen hatte die Protestaktion weitreichende Konsequenzen. Als gewähltes Betriebsratsmitglied muss er eigentlich jederzeit sein Amt ausüben können und darf deshalb auch keine Nachteile haben. Dies sei jedoch mitnichten der Fall gewesen. »Ich durfte bis zum 4. Oktober nicht mehr meine Arbeit machen. Dagegen habe ich protestiert und habe weiter täglich meine Betriebsratsarbeit gemacht.«
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1067011.siemens-hausverbot-fuer-betriebsrat.html?pk_campaign=SocialMedia (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1067011.siemens-hausverbot-fuer-betriebsrat.html?pk_campaign=SocialMedia)

(gekürzt)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 20:23:59 Do. 09.November 2017
Hier finden übrigens die nächsten Seminare für Geschäftsführer, Führungkräfte, Verwaltungs- und Recruitingmitarbeiter von Zeitarbeitsunternehmen und Personaldienstleitern statt:

Frankfurt :
Dienstag, den 14.11.2017 (Dorint Hotel Frankfurt-Niederrad, Hahnstr. 9, 60528 Frankfurt a.M.)

Köln:
Mittwoch, den 15.11.2017 (NH Hotel Köln Altstadt, Holzmarkt 47, 50676 Köln)

Hamburg:
Donnerstag, den 23.11.2017 (NH Hamburg Horner Rennbahn, Rennbahnstr. 90, 22111 Hamburg)

Hannover:
Dienstag, den 28.11.2017 (Designhotel Wienecke XI., Hildesheimer Straße 380, 30519 Hannover)

http://mte-academy.de/mte-home/termine/update-zeitarbeit-kompaktseminar/ (http://mte-academy.de/mte-home/termine/update-zeitarbeit-kompaktseminar/)

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: BGS am 21:41:25 Do. 09.November 2017
Zitat
...
Die Teilnahmegebühr beträgt als

Einzel-Seminarticket 335,00 € pro Person (zzgl. gesetzl. MwSt.)

Gruppen-Seminarticket (ab 2 Personen aus demselben Unternehmen) 299,00 €pro Person (zzgl. gesetzl. MwSt.)

Die Teilnahmegebühr beinhaltet die Teilnahme am Seminar, Seminarunterlagen zu den Themen, gem. Seminarprogramm, Kaffeepausen und Tagungsgetränke.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.

Hervorhebung von mir.

Quelle: http://mte-academy.de/mte-home/termine/update-zeitarbeit-kompaktseminar/ (http://mte-academy.de/mte-home/termine/update-zeitarbeit-kompaktseminar/)

MfG

BGS
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 21:49:44 Do. 09.November 2017
Sargnägel werden normalerweise von außen eingeschlagen.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: BGS am 22:57:00 Do. 09.November 2017
Sargnägel werden normalerweise von außen eingeschlagen.

Wer hätte das gedacht?

MfG

BGS
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:53:38 Mi. 22.November 2017
Zitat
LEIHARBEIT BEI AMAZON THEMATISIERT +++ AKTIVIST*INNEN MACHEN AGENTUR FÜR ARBEIT IN KÖLN DICHT

In der Nacht vom 20. auf den 21. November haben Aktivist*innen die Agentur für Arbeit der Stadt Köln besucht. Sie plakatierten und versperrten die Eingänge mit Klebeband, Ketten und einem Schloß. Ihre Aktion findet während der Aktionswoche der Kampagne "Make Amazon Pay! We are more that robots or data" statt.

(https://abload.de/img/v_0tss2y.jpg) (http://abload.de/image.php?img=v_0tss2y.jpg)

In der Nacht vom 20. auf den 21. November haben Aktivist*innen die Argentur für Arbeit der Stadt Köln besucht. Sie plakatierten und versperrten die Eingänge mit Klebeband, Ketten und einem Schloß. Ihre Aktion findet während der Aktionswoche der Kampagne "Make Amazon Pay! We are more that robots or data" statt.

Mit ihrer Aktion wollen die Aktivist*innen auf die Leiharbeit bei Amazon, vor allem im Weihnachtsgeschäft, aufmerksam machen. Bei dieser werden start prekarisierte Menschen gezwungen bei Amazon für ein paar Monate das Geschäft zu unterstützen. Amazon verdoppelt teilweise seine Belegschaft in der Vorweihnachtszeit. Dies kann nur durch Schützenhilfe des deutschen Staates, der seine Insass*innen gängelt, wo es nur geht, geschehen. Auch aus dem Ausland  werden jedes Jahr mitunter aus Ländern, in denen die Austeritätspolitik in Folge der Krise nur so blüht, von Leiharbeitsfirmen im Schulterschluss mit der Arge, Saisonarbeiter*innen aus dem Ausland angekarrt. Sie arbeiten für einen niedrigeren Lohn und unter noch wiedrigeren Bedingungen, als die sonstig Beschäftigten bei Amazon. So wird die Konkurrenz innerhalb des Betriebes verschärft und die Standards für die Arbeit abgesenkt.

(https://abload.de/img/jkvsyx.jpg) (http://abload.de/image.php?img=jkvsyx.jpg)

Es gäbe noch etliche weitere Schweinereien, die es im Zusammenhang mit der Argentur für Arbeit und der Leiharbeit bei Amazon zu thematisieren gäbe. Amazon ist hierbei exemplarisch. Fest steht, dass eine organisierte Antwort auf den Zustand der Arbeit im Kapitalismus nur transnational organisiert sein kann und zum Ziel hat die herrschenden Verhältnisse von Staat, Nation und Kapital abzuschaffen.

(https://abload.de/img/udusly.jpg) (http://abload.de/image.php?img=udusly.jpg)

Die Aktivist*innen hoffen die Tristesse des heutigen Arbeitstag und Ablauf im Arbeitsamt der Stadt der Köln verzögert und gestört zu haben.
https://de.indymedia.org/node/15336
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: tleary am 13:55:32 Do. 30.November 2017
Klasse! Menschenhandel verbieten! Menschenhändler und deren Politiker auf ewig Einknasten bei Zwangsarbeit und mit täglichen Peitschenhieben!
Würde wohl schon reichen, wenn man sie zu 1 Jahr Leiharbeit (Krankfeiern verlängert die Dauer!) verurteilt.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 15:29:21 Di. 19.Dezember 2017
Zitat
Ausbeutung im Baugewerbe
Arbeiter besetzen Kran in Düsseldorf

Auf einer Großbaustelle sind Arbeiter aus Rumänien um ihren Lohn betrogen worden. Deshalb wollten sie sich von einem Kran in den Tod stürzen.


(http://www.taz.de/picture/2453886/624/imago77848255h.jpeg)
Züblin steht drauf, es sind aber noch einige Subunternehmen mit dabei

BOCHUM taz | Im Kampf um ihren Lohn haben rumänische Bauarbeiter in Düsseldorf gedroht, von einem Baukran in den Tod zu springen. Zwei von ihnen kletterten am Freitagmittag auf den 40 Meter hohen Mast, ein weiterer auf den 60 Meter hohen Ausleger des Krans.

Am Boden der Großbaustelle mitten in der Innenstadt, die von der Stuttgarter Züblin AG als Generalunternehmer betreut wird, wurden sie von Kollegen unterstützt: „Wir protestieren wegen Geld“, sagte der Arbeiter Mariean Romica dem WDR-Fernsehen, das bei der spektakulären, extrem öffentlichkeitswirksamen Aktion mit einem Team seiner „Lokalzeit aus Düsseldorf“ vor Ort war.

Sechs Wochen lang hätten sie mit sechs bis zehn Kollegen jeden Tag gearbeitet, klagte Romica – doch statt des vereinbarten Lohns von insgesamt mindestens 14.000 Euro hätten sie von einem Subunternehmen aus Aachen nur 4.000 Euro erhalten. Die Polizei nahm die Suiziddrohung ernst – die Arbeiter seien verzweifelt und mit ihren Familien auf das Geld angewiesen, so ein Sprecher vor Ort. Die Feuerwehr baute ein meterdickes Sprungkissen auf.

Erst am Abend, gegen 20 Uhr, gelang es speziell geschulten Verhandlern der Polizei, die Arbeiter zu einem Ende der Aktion zu bewegen. „Wir haben dafür gesorgt, dass Verantwortliche des Subunternehmens vor Ort waren“, sagte Marcel Fiebig von der Pressestelle der Düsseldorfer Polizei zur taz. In zähen Verhandlungen, an denen auch die Gewerkschaft IG Bau beteiligt war, sind den Arbeitern weitere Lohnzahlungen zugesagt worden. Deren genaue Höhe soll aber offenbar erst in den kommenden Tagen festgelegt werden.

Kein Einzelfall

Insgesamt sei der Düsseldorfer Fall typisch für die Ausbeutung von Leiharbeitern vor allem aus Osteuropa, so Holger Vermeer von der IG Bau im WDR: „Es gibt eine Sub-Sub-Subunternehmerkette. Irgendwo am Ende der Baustelle dreht irgendjemand den Hahn zu – und die Kollegen stehen ohne Geld da.“ Er kenne Fälle, in denen den Arbeitern nicht einmal genug Geld für Lebensmittel geblieben sei, sagte Vermeer.

Möglich wird das durch sogenannte Werkverträge, mit denen Generalunternehmen wie Züblin Teilarbeiten an immer neue Subunternehmen weitervergeben. So tritt auf der Düsseldorfer Großbaustelle an der Ecke Kennedydamm/Roßstraße die Kölner Niederlassung des österreichischen Züblin-Mutterkonzerns Strabag als Betreiberin auf – und für die Kölner soll dann letztendlich das Aachener Subunternehmen die rumänischen Arbeiter beschäftigt haben. Der Vorteil für Unternehmen wie Züblin: Klagen über miese Arbeitsbedingungen, nicht gezahlten Lohn und mangelhafte Sicherheit können sie auf die kaum bekannten Subunternehmen abwälzen.

Üblich sind solche Werkverträge auch in der Fleischindustrie, wo Gewerkschafter seit Jahren über die massive Ausbeutung osteuropäischer Arbeiter klagen. Im Baubereich hatte zuletzt der Fall des Einkaufszentrums „Mall of Berlin“ Schlagzeilen gemacht, bei dessen Errichtung ebenfalls Bauarbeiter aus Rumänien um ihren Lohn betrogen wurden. Zuvor hatte sich die für ihre Kreuzfahrtschiffe bekannte Meyer-Werft aus Papenburg in Niedersachsen gegen Vorwürfe wehren müssen, sie sei zumindest indirekt für den Tod von zwei Arbeitern aus Osteuropa mitverantwortlich: Die bei einem Subunternehmen angestellten, über Werkverträge bei Meyer beschäftigten Männer waren in ihrer Unterkunft verbrannt.
http://www.taz.de/ (http://www.taz.de/)!5471202/

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-lokalzeit-aus-duesseldorf-1484.html (https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-lokalzeit-aus-duesseldorf-1484.html)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: tleary am 12:19:00 Mi. 20.Dezember 2017
Ausbeutung im Baugewerbe

Arbeiter besetzen Kran in Düsseldorf

Auf einer Großbaustelle sind Arbeiter aus Rumänien um ihren Lohn betrogen worden. Deshalb wollten sie sich von einem Kran in den Tod stürzen.[/b]
Dem Schuldner (= Arbeitgeber) in finstrer Nacht gemeinsam die Fresse polieren wäre wohl weitaus effektiver gewesen. Mensch, was ist nur mit der Arbeiterklasse los? - Sich vom Kran zu stürzen wegen nichtbezahlten Lohns.... einen größeren Gefallen kann man doch dem Arbeitgeber gar nicht tun.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 13:24:50 Do. 21.Dezember 2017
Zitat
Rumänische Bauarbeiter warten immer noch auf Geld

...Die Arbeiter müssen derweil strafrechtliche Folgen fürchten: Die Polizei ermittelt nach der Kran-Aktion wegen Nötigung, zudem wurde Hausfriedensbruch angezeigt.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/rumaenische-bauarbeiter-warten-immer-noch-auf-geld-aid-1.7280183 (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/rumaenische-bauarbeiter-warten-immer-noch-auf-geld-aid-1.7280183)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Wernichtsweissmussallesgl am 22:01:54 Fr. 22.Dezember 2017
In diesem Bereich wird es kurzfristig keinerlei Änderungen geben, solange es eine schwarze Regierung gibt. kommt noch ne gelbe hinzu wird es noch Schlimmer.
Auf den Baustellen spricht keiner mehr Deutsch. Die Aufträge werden vom bauträger von Sub zu Subunernehem vergeben. Der gelackmeierte ist der Ausführende vor Ort. Unternehmen aus Aachen die so handeln sind z.Bsp. die Firma Quadflieg. Alle Bauarbeiter entlassen und nur noch Subunternehmen beschäftigen.
Aber wer in NRW schon schwarz-gelb wählt darf sich da nicht wundern. Die erste Massnahme so einer Landesregierung ist die Abschaffung des Sozialtickets.
Ich verstehe nicht wie eine Mehrheit so etwas ekelhaftes wählen kann.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: tleary am 02:59:28 So. 07.Januar 2018
.Ich verstehe nicht wie eine Mehrheit so etwas ekelhaftes wählen kann.
Ganz einfach: Weil die Mehrheit von den negativen Auswirkungen einer solchen Politik einfach nicht betroffen ist, gut sichtbar an deinem Beispiel Sozialticket, woran nach Gesetzesdefinition eben nur 10 bis 15 % der Bevölkerung überhaupt ein Anrecht haben. Noch dazu werden etliche von denen aus Scham das auch gar nicht in Anspruch nehmen.
Das ist eben die hübsch-häßliche Seite dieser Demokratie: Minderheiten können nach allen Regeln der demokratischen Herrschaft diskriminiert, finanziell beschnitten und untergebuttert werden, so lange es 51 % (der tatsächlich Wählenden wohlgemerkt!) am Arsch vorbeigeht und auch vorbeigehen kann. Daß diese 51 % dann von der Gesamtbevölkerung oft nur einen Anteil von gerade 'mal 35 bis 40 % der Gesamtbevölkerung sind, ist Teil der Strategie dieses wunderbaren westlichen Demokratiesystems. Ausländer und Asylanten schließt man als Menschengruppe schon einmal vom Wahlrecht von vornherein aus (Rassismus und Nationalismus in Reinkultur!), auch Strafgefangene im Knast gehören zu jenen entrechteten.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Onkel Tom am 17:40:14 So. 07.Januar 2018
In diesem Bereich wird es kurzfristig keinerlei Änderungen geben, solange es eine schwarze Regierung gibt. kommt noch ne gelbe hinzu wird es noch Schlimmer.
...

Och, von sonem Mist fühle ich mich nicht abhängig eigene Entscheidungen zu treffen.

Warum wollen Betroffene aus der Leiharbeitsindustrie lieber nicht eigenmächtig handeln ?

Verständlich, da "Repression" folgen könnte(n). Aber kreative Formen zur Durchsetzungen
von Forderungen wie z.B. Streik der italienischen Art (Bummelstreik), könnte solch Gefahren
unterwandern.
Schließlich ist AG ja an Produktivität interessiert und ich glaube, wenn AGs begreifen, das sich
Entleihertum nicht lohnt, darauf zurück zu kommen, Arbeitskräfte lieber fest ein zu stellen.

Um so mehr dies begreifen, um so höher die Chance, das der Wald voller ZAFs vertrocknet.

(Meine Utopie..)  ;)

Aber ohne Zusammenhalt unter Leiharbeiter_innen funzt solch Kreativität natürlich nicht  ::)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 12:17:37 Mo. 26.Februar 2018
Zitat
25.2.18
Gera (ots) - Am Freitag hatte ein 36-jähriger Leiharbeiter seinen letzten Arbeitstag bei einer Industriefirma in Gera. Aus unbekannten Gründen beschloss er, sich ganz besonders zu verabschieden. Er lud unberechtigt eine große Industriebohrmaschine auf einen Gabelstapler, fuhr diese auf den Hof des Firmengeländes und ließ sie dort in einen Müllcontainer fallen. Dadurch wurde diese derart beschädigt, dass ein Schaden im vierstelligen Bereich entstand. Anschließend flüchtete er aus der Firma. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/126720/3876163 (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/126720/3876163)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Onkel Tom am 18:28:20 Mo. 26.Februar 2018
Der Schuss des Leiharbeitnehmer voll nach hinten losgegangen.  :o
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Bowie am 18:31:03 Mo. 26.Februar 2018
No Risk - No Fun!
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Onkel Tom am 18:53:53 Mo. 26.Februar 2018
Daneben  ;)

Zu "Kreativität" meine ich keine kurzfristig umgesetzte Sache / Aktion, die
alleinig auf die Überschreitung der Schmerzgrenze fußt.

Besser nochmal sich mit einem Fußball austoben, körperlich erschöpft
nach Hause und Ruhe für sich selbst nehmen. Im folglichen Gegrübel
kann sich "Kreativität" entwickeln, die dann das wichtigste einschließen
kann.

Wie gehe ich nun vor, ohne mir selbst Schaden zuzufügen  ;)

Sowas braucht Zeit..
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Nikita am 21:53:55 Mo. 26.Februar 2018
Zitat
Er lud unberechtigt eine große Industriebohrmaschine auf einen Gabelstapler, fuhr diese auf den Hof des Firmengeländes und ließ sie dort in einen Müllcontainer fallen. Dadurch wurde diese derart beschädigt, dass ein Schaden im vierstelligen Bereich entstand

Wenn seine Motivation, die ist, die ich denke, finde ich die Aktion super! Gut gemacht!
Wir sollten hier eine Spendenaktion für seinen Strafbefehl/-prozess machen.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 20:56:10 Di. 06.März 2018
Diese Liste ist sehr lückenhaft.
Postet weitere Beispiele von Aktionen gegen Sklavenhänder!
Auch halbgare und gescheiterte!
Sie alle sind wichtig und Teil des Kampfes!


Habe gerade Bilder einer zurückliegenden Aktion im Netz gefunden:

(https://abload.de/img/170336urk8.jpg) (http://abload.de/image.php?img=170336urk8.jpg)

(https://abload.de/img/17034s6rtu.jpg) (http://abload.de/image.php?img=17034s6rtu.jpg)

(https://abload.de/img/17036wioym.jpg) (http://abload.de/image.php?img=17036wioym.jpg)

(https://abload.de/img/17037w5rgo.jpg) (http://abload.de/image.php?img=17037w5rgo.jpg)

(https://abload.de/img/17038k7rry.jpg) (http://abload.de/image.php?img=17038k7rry.jpg)





Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 11:22:30 Do. 15.März 2018
Klingt nett:
Zitat
15.3.18
Ließen sich Leiharbeiter aus Protest krankschreiben?

Haben sich fast 50 Leiharbeiter verabredet, sich gleichzeitig krankschreiben zu lassen, um so ­gegen ihre Versetzung zu protestieren? Diesem ­Vorwurf geht das Arbeitsgericht nach. (Bezahlschranke)
http://www.op-marburg.de/Landkreis/Ostkreis/Liessen-sich-Leiharbeiter-aus-Protest-krankschreiben (http://www.op-marburg.de/Landkreis/Ostkreis/Liessen-sich-Leiharbeiter-aus-Protest-krankschreiben)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 16:41:50 Di. 20.März 2018
Zitat
Leiharbeitnehmerin hat Kündigungsschutzverfahren gegen real gewonnen!

Die erste Kammer des Arbeitsgerichts Mönchengladbach hatte über die Kündigung einer Mitarbeiterin eines Zeitarbeitsunternehmens zu entscheiden. Die Klägerin war bei der Beklagten seit 2013 bei der Beklagten in Teilzeit beschäftigt. Sie war durchgehend bei einem Einzelhandelsunternehmen als Kassiererin eingesetzt. Der Kunde lehnte einen Einsatz der Klägerin über den 31.12.2017 hinaus ab.
zu den Hintergründen: http://www.labournet.de/?p=129090 (http://www.labournet.de/?p=129090)

Wir gratulieren!

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/02/altHHdc_leiharbeit.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dagobert am 20:03:15 Di. 20.März 2018
Wir gratulieren!
Ich auch.

Trotzdem kann ich mir ein paar Kommentare zu dem Artikel nicht verkneifen.

a) Die LAN hat nicht gegen Real gewonnen, sondern gegen die ZAF (= ihr Arbeitgeber).
b) Ich she hier nicht den auf labournet proklamierten Präzedenzfall, sondern lediglich ein Arbeitsgericht welches sich in seinem Urteil an der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zu betriebsbedingten Kündigungen in der Zeitarbeit orientiert.
---> BAG, 20.06.2013, 2 AZR 271/12
http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/portal/t/1cvs/page/bsjrsprod.psml?doc.hl=1&doc.id=KARE600041131&documentnumber=1&numberofresults=16&doctyp=juris-r&showdoccase=1&doc.part=L&paramfromHL=true#focuspoint (http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/portal/t/1cvs/page/bsjrsprod.psml?doc.hl=1&doc.id=KARE600041131&documentnumber=1&numberofresults=16&doctyp=juris-r&showdoccase=1&doc.part=L&paramfromHL=true#focuspoint)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 22:58:39 Di. 20.März 2018
Zur Bedeutung des Urteils gibt es hier eine Einschätzung:
https://arbeitsunrecht.de/leiharbeit-wegweisendes-urteil-gegen-umgehung-von-equal-pay/ (https://arbeitsunrecht.de/leiharbeit-wegweisendes-urteil-gegen-umgehung-von-equal-pay/)
Ich bin mir auch nicht so sicher, ob das jetzt wegweisend ist oder nicht. Wenn sich kaum jemand wehrt, bleibt es ein Einzelerfolg.

Ansonsten ist der Geschäftsführer von Mumme Personalservice GmbH, Joachim Wilmers, ein klassisches Frettchen und feister Schmierlappen aus der Sklavenhändlerzunft:

Zitat
2011
(...)
Da will sich Mumme von den schwarzen Schafen der Branche abheben und mit einer menschlichen Mitarbeiterführung den Ruf der Zeitarbeit ins rechte Licht rücken.
(...)
„Geleistete Überstunden kommen bei uns auf ein Arbeitszeitkonto und werden in den schwachen Monaten von Dezember bis März ausgeglichen.“ Andere Zeitarbeitsfirmen setzen in diesen Monaten die Mitarbeiter schon mal schnell auf die Straße.
(...)
https://www.nrz.de/region/niederrhein/zurueck-zu-den-wurzeln-id4661978.html (https://www.nrz.de/region/niederrhein/zurueck-zu-den-wurzeln-id4661978.html)

Problem: Hackfressen dürfen das Maul aufmachen.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dagobert am 20:24:01 Mi. 21.März 2018
PM vom ArbG Mönchengladbach:
http://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/presse/mitteilungen/945_14_18.pdf (http://www.lag-duesseldorf.nrw.de/beh_static/presse/mitteilungen/945_14_18.pdf)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dagobert am 23:01:46 Do. 22.März 2018
Stefan Sell hat auch was dazu zu sagen, und Unrecht hat er nicht.  :)
https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2018/03/ein-aktenzeichen-fuer-leiharbeiter-und-gegen-equal-pay-umgeher.html
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 12:49:08 Do. 19.April 2018
Neulich in Bremen Gröpelingen...

(https://abload.de/img/leihgroeplingen8csbk.jpg) (http://abload.de/image.php?img=leihgroeplingen8csbk.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: hühnergott am 14:20:09 Fr. 20.April 2018
Wie wär's hiermit :

“Die Leiharbeit ist eine Maschinerie, in die du als Schwein reingehst und als Wurst rauskommst“ ;D

habe ich bei

LabourNet Germany Leiharbeit und Sklavenhandel Archive ...
www.labournet.de/category/politik/alltag/leiharbeit/ (http://www.labournet.de/category/politik/alltag/leiharbeit/)

gefunden.

Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 20:35:37 Mi. 27.Juni 2018
Zitat
Proteste der Leihsklaven

Die internationalen Missstände innerhalb der immer größer werdenden Leiharbeitsbranche sind unübersehbar und bedingen nun auch die Inhaftierung von Fu Tianbo, dem Sprecher der chinesischen Leiharbeiter*innen. Ein Bericht zur Lage.


Noch nie gab es so viel Leiharbeit wie heute. Die Grenze von einer Million wurde in Deutschland längst überschritten. Als der Bundesverband der Sklavenhändler iGZ am 17. Mai in Münster seine Erfolge und das 20 jähriges Bestehen des Verbands feiern wollte, wollten die Betroffenen dieser Ausbeutungsform das nicht hinnehmen und riefen zum Protest auf.

(https://direkteaktion.org/wp-content/uploads/2018/06/lohndrckerwcq8x-300x225.jpg)

Diese Protestaktion gehört in den Zusammenhang wachsender Unruhe unter den von Leiharbeit Betroffenen. Gerade in der Automobilindustrie wurde sichtbar, dass die Unzufriedenheit mit den prekären Arbeitsformen zu wachsendem Widerstand führt. Stammbeschäftigte von Daimler Bremen kämpften 2014 in einem Wilden Streik gegen Leiharbeit und Fremdvergabe. In dem VW Werk im nordchinesischen Changchun begann Ende 2016 ein kollektiver Protest der Leiharbeiter*innen, die „Equal Pay“ forderten, die gleiche Bezahlung wie die Stammbeschäftigten, die ihnen nach dem chinesischen Arbeitsrecht zusteht.

Statt ihre berechtigten Forderungen zu erfüllen, reagierten VW und der autoritäre chinesische Staat mit massiver Repression. Mehrere Aktivist*innen wurden verhaftet. Solidaritätsaktionen beim G20 Gipfel in Hamburg verbreiten sich in chinesischen sozialen Medien und befeuerten den Kampf der Leiharbeitenden. Als eine weitere Aktion von Leiharbeiter*innen und Unterstützern in Wolfsburg medial hohe Wellen schlug, sah sich der Konzern gezwungen, den Kampf zu befrieden, in dem man die aufmüpfigen Leiharbeiter*innen zu einem etwa doppelt so hohen Lohn wie bisher zum Jahresende 2017 in die Stammbelegschaft übernahm.

Grenzüberschreitende Solidarität der Leiharbeiter*innen

Die Pest der Leiharbeit hat sich rund um den Globus verbreitet. Neu ist, dass sich nun auch die Betroffenen grenzüberschreitend austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Die Leiharbeiter*innen von VW waren überrascht, dass die Unternehmensstrategie in so entfernten Ländern wie China und Deutschland nahezu identisch ist. Man versucht, die Belegschaft zu spalten und die in prekären Arbeitsverhältnissen Beschäftigten regelmäßig auszutauschen, damit sich dort kein Widerstand entwickelt. Ähnlich wie in China, begannen Leiharbeiter*innen bei VW in Hannover zu protestieren, als ihre Verträge ausliefen und keine Vertragsverlängerung möglich war.

Ihr Protest war nicht so erfolgreich, wie der ihrer chinesischen Kolleg*innen. Sie verloren ihren Job. Leiharbeiter*innen bei VW Emden haben derweil begonnen, sich auf juristischem Weg gegen die Personalpolitik von VW zu wehren. Es schließen sich noch immer weitere diesem Kampf vor Gericht an. Im Februar 2018 gab es eine Protestaktion vor dem Werk in Emden, auch weil Fu Tianbo, der Sprecher der chinesischen Leiharbeiter*innen, weiterhin in Haft ist.

Feiernde Missstände beim Leiharbeitsriesen iGZ

Drei Monate später wurde in Münster gegen Leiharbeit protestiert. In dem Aufruf heißt es: „Nach einer Anstellung von 9 Monaten in einem Unternehmen steht Leiharbeiter*innen der gleiche Lohn wie Stammbeschäftigten zu. In der Praxis werden die Leiharbeiter*innen oft vor Ablauf der 9 Monate entlassen.

Für viele heißt es: “Einmal Leiharbeit, immer Leiharbeit!”. (…) Zwischenhändler für Arbeitskraft bezeichnen wir als Sklavenhändler. Menschen verleiht man nicht! (…) Wir wollen diese entwürdigende Form der Arbeit beendet sehen und fordern ein sofortiges Verbot der Arbeitnehmerüberlassung. Leiharbeit kann man nicht “fair gestalten”, sie muß weg!“ Es wurde ein langes Transparent mit der Aufschrift „LEIHARBEIT VERBIETEN!“ entrollt.
Aktion gegen Bundeskongress Zeitarbeit

(https://direkteaktion.org/wp-content/uploads/2018/06/P1010103-300x225.jpg)
Auch die FAU Münsterland protestiert gegen den Bundeskongress Zeitarbeit

Während eine Vertreterin des Messe und Congress Centrums die Polizei rief, versuchten iGZ Leute, sich an die Protestierenden ranzuwanzen und schlugen vor, man solle doch lieber gemeinsam gegen die Schwarzen Schafe in der Branche vorgehen, um so etwas gegen den schlechten Ruf der Zeitarbeit zu erreichen. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen iGZ hat schließlich mit einem gewaltigen Imageproblem zu kämpfen.

Um das Sklavenhändlerimage der Branche aufzupolieren, ließ sich Gregor Gysi als Gastredner anheuern und erklärte in Münster, er habe wenig Probleme damit, dass Migrant*innen kaum anderes als Leiharbeit angeboten bekommen: »wir werden auch nicht dagegen sein, wenn es der Integration dient«.

Die Protestierenden vor dem Eingang der Messehallen demonstrierten eine andere Haltung: Sie trugen Ketten an ihren Füßen und hielten Schilder hoch mit den Worten „Ausbeuter“, „Sklavenhändler“ oder „Lohndrücker“.

(https://direkteaktion.org/wp-content/uploads/2018/06/P1010105-300x225.jpg)

Der gewaltige Skandal, daß bei dem größten deutschen Konzern ein Leiharbeiter inhaftiert wurde, weil er es gewagt hat, die Einhaltung des geltenden Arbeitsrechts einzufordern und inzwischen seit mehr als einem Jahr im Knast ist, ist in der deutschen Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannt. Um den Druck auf den Konzern zu erhöhen, fand Ende Mai eine Protestaktion vor dem VW Werk in Hannover statt.

Es ist nun dringend notwendig, mit einer Kampagne den Druck auf den Automobilbauer fortzusetzen, bis Fu Tianbo aus dem Knast ist!

Weitere Informationen auf chefduzen.de
https://direkteaktion.org/proteste-der-leihsklaven/
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 18:13:50 Mi. 15.August 2018
(https://abload.de/img/iwwm7ftz.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 08:30:13 Mo. 27.August 2018
Dieser Aufkleber ist wohl eine Reaktion des IWW auf die Leihkeule.
Die Leihkeule löste mit der Forderung "Leiharbeit verbieten" bei den Wobblies eine heftige Diskussion aus. Man empfand sie als an den Staat gerichtete Forderung. Er solle die Leiharbeit abschaffen. Als Gegenparole stellten sie daraufhin die Forderung "Leiharbeit gemeinsam abschaffen" auf, damit man nicht passiv auf eine Lösung durch den Staat wartet, sondern die Arbeiter aktiv gemeinsam gegen die Leiharbeitspest vorgehen.

Ich verstehe den Gedanken zwar, doch sehe ich beide Forderungen nicht als Gegensatz oder in Konkurrenz zueinander stehend.
Natürlich ist es Unsinn, auf eine positive Änderung der Regelung der Arbeitnehmerüberlassung durch den Staat zu hoffen. Er würde erst auf massiven Druck der Arbeiter reagieren. Trotzdem ist die Forderung nach einem Verbot nicht falsch. Wenn Leiharbeit durch zu starken Gegendruck nicht mehr durchsetzbar ist, muß das auch festgezurrt werden. Es muß gesichert werden, daß man nicht in Betrieben und Regionen, in denen die Kräfteverhältnisse anders sind, jeden Tag den Sklavenhandel aufs Neue zurückschlagen muß. Wir sollten ein Verbot des Sklavenhandels ebenso als gesetzliche Absicherung sehen, wie das Verbot der Kinderarbeit.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: admin am 15:45:33 Mi. 07.November 2018
(https://abload.de/img/leiharbeitfausttpd4r.jpg)
(https://www.abendzeitung-muenchen.de/media.media.455d0789-a97b-48c2-955f-5038d4e895b5.original1024.jpg)
(http://notstand-der-republik.de/wordpress/wp-content/uploads/2016/06/BMW_Verbot-Leiharbeit_klein-1-678x381.jpg)
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 20:54:17 Mi. 07.November 2018
Zitat
Die Leihkeule löste mit der Forderung "Leiharbeit verbieten" bei den Wobblies eine heftige Diskussion aus. Man empfand sie als an den Staat gerichtete Forderung. Er solle die Leiharbeit abschaffen.
Ja, da kann man natürlich ins diskutieren kommen.
Jede auf die Abschaffung der Leiharbeit gerichtete Bemühung ist legitim. Den Staat und die Politischen Parteien heraushalten? Geht meiner Ansicht nach auch nicht. Eine Nachhaltige Abschaffung des Broblembären Leiharbeit wird nur durch gezielte und koordinierte Angriffe von allen Seiten gelingen. Dazu zählen natürlich auch die relativ wirkungsarmen Prozesse vor Gericht (einforden von Überstunden Zeitkonto etc.) Der Zuhältermischpoke das Leben Sauer machen auf verschiedenen Ebenen halt.
Insgesamt ist es aber wohl so, das sich die Bevölkerung, die Werktätigen damit abfinden.Wie ich anderswo schon sagte.... ich wiederhols nicht nochmal.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 06:37:44 Do. 08.November 2018
Insgesamt ist es aber wohl so, das sich die Bevölkerung, die Werktätigen damit abfinden.

Darauf zu warten, daß die Mehrheit anfängt zu kämpfen, ist die Ausrede der Feiglinge.
Titel: Re:Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: dejavu am 16:10:29 Do. 08.November 2018
Ich habe nicht gewartet, betrifft mich also nicht. Und warten tue ich schon deswegen nicht, weil gar nichts erwarte.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 14:33:38 Mi. 29.April 2020
(https://abload.de/img/sdajleiharbeitvwjwj.jpg) (https://abload.de/image.php?img=sdajleiharbeitvwjwj.jpg)
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 12:26:13 Mi. 20.Mai 2020
Zitat
Kabinett beschließt Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie
Die Bundesregierung will gegen die Fleischindustrie durchgreifen - und hat ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit auf den Weg gebracht. Die Branche sieht sich "diskriminiert" und deutet Klagen an.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fleischindustrie-nach-corona-faellen-in-schlachthoefen-kabinett-beschliesst-verbot-von-werkvertraegen-a-4665fd49-1f1f-4e58-a239-89ff625d02d6

Es geht hier nur um die Fleischindustrie. Und auch dort ist davon auszugehen, daß es auf dem Weg der Umsetzung verwässert wird, falls überhaupt etwas dabei herauskommt. Erst einmal dürften die Ausbeuter gegen diese Maßnahmen klagen...

Aber erstmals hat die Bundesregierung zugegeben, daß so etwas wie ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit denkbar ist. Wir müssen mehr Druck machen und genau dies fordern!
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: karl. am 09:22:16 Fr. 22.Mai 2020
Hallo Kuddel,

Zitat
... Erst einmal dürften die Ausbeuter gegen diese Maßnahmen klagen...

Unter: https://www.sr.de/sr/ngg_saar_sieht_problem_in_der_fleischindustrie_bei_werkvertraegen_100.html

beklagt sich auch die Gewerkschaft NGG Saar

Unter dem Zwischentitel : Saubere Betriebe im Saarland

kritisiert sie so: Die NGG Saar forderte die Verantwortlichen in Politik und Kontrollbehörden jedoch auf, die Begrifflichkeiten Leiharbeit und Werkverträge "strikt und sauber" zu trennen. "Leiharbeit ist nicht das Problem in der Fleischindustrie. Denn hier unterliegen die Leiharbeitnehmer klar der Mitbestimmung durch Betriebsräte und dem Auftraggeber und sind voll in die jeweilige Betriebsorganisation eingebunden", sagte Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG im Saarland.

Da fragt man sich schon ob es im Bereich der NGG sonst keine nennenswerten Probleme gibt ?

Der IGZ-Geschäftsführer (Hr. Stolz) kommentiert diese Aussage in ihrem Diskussionsforum (nur für angemeldete Mitglieder lesbar) so: Die für die Fleischindustrie zuständige Gewerkschaft NGG versteht wie wir das angestrebte Zeitarbeitsverbot neben der Untersagung von Werkverträgen auch nicht. Insoweit habe ich große Hoffnung, dass wir diesen Punkt zusammen mit unseren Sozialpartnern in der Branche im Gesetzgebungsverfahren noch verhindern können.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Schildhorster am 06:56:52 Mo. 25.Mai 2020
Bisher sind das ja nur Eckpunkte des Koalitionsausschusses. Mal abwarten, was dann im Referentenentwurf und im verabschiedeten Gesetzestext am Ende dabei herauskommt - ich fürchte, nicht viel Konkretes, wenn jetzt schon Gewerkschaften dagegen wettern.
Erinnert mich ein bisschen an die Novellierung des AÜG vor ein paar Jahren, als ja auch die mächtigen Automobilhersteller (inklusive Gewerkschaften) den Entwurf immer mehr verwässert haben.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Kuddel am 09:19:10 Mo. 25.Mai 2020
Zitat
Leiharbeit wird verboten
Kabinett beschließt schärfere Regeln für Fleischindustrie
https://rp-online.de/politik/deutschland/fleischindustrie-kabinett-beschliesst-schaerfere-regeln-leiharbeit-verboten_aid-51241481

In der praktischen Umsetzung ist vieles noch nebulös und weitgehend ungeklärt. Betroffen ist bisher nur die Fleischindustrie. Wir müssen auch mit einem massiven Gegendruck der Wirtschaft rechnen.

Aber argmentativ halte ich es für einen Erdrutschsieg. Niemand kann mehr behaupten, man könne Leiharbeit nicht verbieten. Doch. Kann man. Mit einem Fingerschnipsen. Man muß nur wollen.

Die Forderung ein Betrieb - eine Belegschaft, ist offenbar einfach umsetzbar:
Zitat
„Kein Hexenwerk, Beschäftigte anzustellen“
https://www.tagesspiegel.de/politik/aldi-irritiert-mit-forderung-nach-wurstpreis-senkung-kein-hexenwerk-beschaeftigte-anzustellen-bundesregierung-verbietet-werkvertraege/25846078.html
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 18:26:24 Mi. 27.Mai 2020
Bei dieser Anwaltsklitsche in Mannheim soll dann wohl die Gegenwehr und Lobbyarbeit gegen das drohende Verbot von Leiharbeit und Werksverträgen in der Fleischindustrie koordiniert werden:
https://protag-law.com/interessengruppe-werkvertraege-fleisch/

Zitat
Aus diesem Grunde geht die IG Werkverträge Fleisch gegen dieses Gesetzesvorhaben vor, um es mit aller Macht zu verhindern. Hierfür wird jedoch logistische, politische und finanzielle Unterstützung benötigt. Durch die IG Werkverträge Fleisch soll diese Unterstützung gebündelt werden. Die Mitglieder der IG Werkverträge Fleisch verpflichten sich daher, nach besten Kräften dieses Ziel zu unterstützen.

Ein Syndikusanwalt des Bundesfachverbands Fleisch seit 1971, ein Ministerialbeamter, der gegen die GEZ kämpft, und natürlich iGZ als Kooperationspartner. Dagegen ist Pansen mit Flomen eine Delikatesse.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 19:40:22 Sa. 20.Juni 2020
Zitat
20.6.20
ThyssenKruppsteel (tks) wollte einen Leiharbeiter, dessen Jahresvertrag jetzt ausläuft, nicht weiter beschäftigen. Kollegen machten dagegen heute zur Frühschicht im Kaltwalzwerk1 in Duisburg-Hamborn eine Unterschriftensammlung, die sofort zum Selbstläufer wurde.
Dann legte die komplette Frühschicht die Arbeit nieder. (...)
https://www.rf-news.de/2020/kw25/streik
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: counselor am 20:31:08 Sa. 20.Juni 2020
Zitat
DUISBURG -TKSE Duisburg: Jetzt den Streik ausdehnen! Gemeinsam sind wir stark!

Punkt 18 Uhr machte sich ein kleiner Zug Kollegen in Richtung Tor 4 auf den Weg. Die Spätschicht im Kaltwalzwerk 1 in Duisburg Hamborn hatte den Streik der Frühschicht übernommen und fortgesetzt.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw25/tkse-duisburg-jetzt-den-streik-ausdehnen-gemeinsam-sind-wir-stark
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: karl. am 10:28:58 So. 21.Juni 2020
Kommentar des IGZ vom 29. Mai zu den Verbotsanträgen von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie  nachzulesen unter:

https://www.ig-zeitarbeit.de/index.php/presse/artikel/was-fuer-eine-sauerei

"Was für eine Sauerei"




Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: Fritz Linow am 14:33:02 So. 21.Juni 2020
Kommentar des IGZ vom 29. Mai zu den Verbotsanträgen von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie  nachzulesen unter:
https://www.ig-zeitarbeit.de/index.php/presse/artikel/was-fuer-eine-sauerei
"Was für eine Sauerei"

Der Kommentator schein ein wahrer Sprachkünstler zu sein:

Zitat
… Fleischer … Schwein … Fleischnähte… Fettschichten… Filet … Muskelfleisch… Fleischwirtschaft … Filet … Fleischwolf … Wurst…Fleisch…Bolzenschussgerät…Kotelett…Extrawurst…Minutensteak…Wurst…Schwein.
Titel: Re: Sargnägel für die Zeitarbeit
Beitrag von: karl. am 11:22:24 Fr. 26.Juni 2020
@Fritz Linow
Zitat
Bei dieser Anwaltsklitsche in Mannheim soll dann wohl die Gegenwehr und Lobbyarbeit gegen das drohende Verbot von Leiharbeit und Werksverträgen in der Fleischindustrie koordiniert werden:
https://protag-law.com/interessengruppe-werkvertraege-fleisch/

Nicht nur bei der Anwaltsklitsche:

Unter: https://www.cmshs-bloggt.de/arbeitsrecht/neue-schutzvorschriften-in-der-fleischwirtschaft/

heißt es unter punkt 3. Verbot von Arbeitnehmerüberlassung und Werkverträgen:

....Ein Verbot von Werksvertragsgestaltungen greift allerdings tief in die unternehmerische Freiheit ein. Es bleibt abzuwarten, wo und wie das Ministerium dies gesetzlich regeln will. Werden auch Dienstleistungsverträge verboten? Oder wird die Branche dahin ausweichen?

Interessant auch dieser 11 Jahre alte Artikel aus dem Hamburger Abendblatt warum Danish Crown (dänischer Fleischkonkurrent) schon 2003 nach Deutschland ging:

Zitat
So lohnt es sich für ausländische Konzerne wie Danish Crown, in ihren Heimatländern Werke zu schließen und seit 2003 Jobs nach Deutschland zu verlagern. Das habe den Gewinn deutlich gesteigert, sagt Geschäftsführer Sönnichsen. "Deutschland ist für Danish Crown in wenigen Jahren zum Schlüsselmarkt geworden."..... "Dänemark hat ein sehr hohes Lohnniveau im Vergleich mit allen anderen EU-Ländern - im globalen Wettbewerb ist das ein Nachteil", rechtfertigt Sönnichsen die Entscheidung, in seinem Heimatland 3000 Jobs abzubauen. Zum Vergleich: In der dänischen Fleischindustrie gibt es einen Mindeststundenlohn von rund 21 Euro. In Belgien sind es 11,60 Euro, in Frankreich neun Euro. Fazit: Ein Kotelett zu produzieren kostet in Dänemark doppelt so viel wie in Deutschland.

Kompletter Artikel nachlesbar unter:
https://www.abendblatt.de/region/article107989608/Dumpingloehne-und-eiskalte-Arbeitshallen.html